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befriedigen. Angeblich hat die italienische Dele­gation Rom um neue Instruktionen er­sucht. DerDaily Telegraph" meldet: Die Aus­sichten auf Erfolg oder Mißerfolg der Konferenz dürfte 50 zu 50 stehen. Die italienische Hart­näckigkeit bleibt einstweilen ein wichtiger Fak­tor. Die Rote der vier Machte an Srwwden endet mit dem Vorschlag, einen britischen Sachverständigen zu ernennen, der die Lage gemeinsam mit ihren eigenen Sachverstän­digen prüfen soll. Ob Snowden sich dazu bereit­findet, ist noch nicht bekannt.

Veröffentliche Kraflwagenöerlehr

Einigung zwischen Reichspost und Reichsbahn.

Berlin, 17. Aug. (Priv.-Tel.) Rach langwie- eigen Verhandlungen ist zwischen der Reichsbahn und der Reichspost ein Vertrag über den gemeinsamen Betrieb von Kraftwa­gen l i n i e n unterzeichnet worden. Der Vertrag, dessen finanzielle Abmachungen sich auf die nach dem 1. April eingerichteten und auf olle künftig neu zu betreibenden Linien beziehen, ist zunächst bis zum Jahre 1934 abgeschlossen worden und soll die unwirtschaftliche Konkurrenz zwi­schen den beiden öffentlichen Verkehrsgesellschaften a u s s ch a l t e n. Der Reichspost wird vor allem der Omnibusverkehr Vorbehalten, während die Gü­terbeförderung im Ueberlandverkehr grundsätzlich von der Reichsbahn durchgeführt werden soll. An dem Omnibusverkehr ist die Post mit 65 Prozent, an der Güterbeförderung die Reichsbahn mit 65 Prozent beteiligt. Die Tankanlagen, Garagen und Werkstätten werden gemeinsam benutzt.

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Reichsbahn und Reichspost haben in den letz­ten Jahren in aller Heimlichkeit einen ziemlich erbitterten Kampf um die Herrschaft im öffent­lichen Kraftwagenvcrkehr geführt, von dem man nur gelegentlich durch etwas gereizte Aus­lassungen erfuhr Vernünftigerweise haben beide Teile jetzt aber eingesehen, daß sie wichtigere Aufgaben zu erfüllen haben, als einen Kon­kurrenzkampf gegeneinander aufzuführen, und haben sich deshalb verständigt. Künftighin werden sie also nach dem jetzt unterzeichneten Friedensprotokoll gemeinsam arbeiten, was natürlich nur den Sinn haben kann, ein ren­tables Kraftverkehrsneh über ganz Deutschland auszubreiten, das in gleicher Weise das Ziel verfolgt, Zubringerdienste für die Eisenbahn zu leisten und die Aufgaben der Post zu erleichtern. Es ist nur ganz logisch, daß dabei die Post federführend ist und mit einem höheren Prozentsatz beteiligt wird. Rur bei solchen Linien, die ausgesprochene Wetibewerbs- ft reden zur Eisenbahn sind, kehrt sich das Ver­hältnis der Beteiligung um. Das wird aber hoffentlich die Ausnahme sein und nur da ge- schehen, wo sehr starke wirtschaftliche Gründe eine solche Konkurrenz rechtfertigen. Im all­gemeinen sollte sich der Kraftverkehr auf ge­birgige und dünner besiedelte Gegenden be­schränken, in denen die Eisenbahn sich nicht amortisieren kann. Hier aber ist er für die Be­völkerung lebenswichtig und wird damit zur Erschließung des slachen Landes beitragen können.

polen liquidiert weiter deutsche Güter.

Warschau, 16. Aug. (WTB.) Wie der 'polnische Reichsanzeiger Monitor Polski meldet, yat die polnische Regierung die Liquida­tion des Rittergutes Alttomischel des Max von Poncet beschlossen. Der Besitz, der einen Umfang von 2073 Hektar hat, ist auf einen Entschädigungswert von 2 054 500 Zloty geschäht worden. Von der Entschädigung werden noch 564 000 Zloty als sogenannte Liqui- Dationskosten und als vom Staatsschatz übernommene Hypothek abgezogen. Das Gut geht nach einer Verfügung des Liquidations­komitees in den Besitz des polnischen Staates über. Der Beschluß ist nach dem Wortlaut der Verfügung endgültig.

Die Abrüstungskonferenz der Seemächte.

Washington, 16. Aug. (WB.) In den amtlichen Kreisen der Bundeshauptstadt herrschte gestern abend die Meinung vor. daß die Bespre­chungen zwischen Macdonald und Dawes zu einer noch stärkeren Verminderung der Kreuzerflotten führen tonnen, als dies m der Konferenz von 1927 vorgesehen war. An­gesichts der bevorstehenden Flottenkonferenz zwi­schen Großbritannien, den Vereinigten Staaten, Frankreich, Italien und Japan, die wahrscheinlich im Dezember in London stattfindet, wird die Lage zur Zeit auf Anordnung des Präsidenten von den amerikanischen Marinesachverständigen eingehend geprüft. Man glaubt hier, daß sich die englische Regierung in der Frage einer Ver­minderung der Kreuzerflotten in einer nicht ganz angenehmen Lage befindet, und zwar infolge der wenig entgegenkommenden Hal­tung Frankreichs und Italiens^

Italien verlangt seinen Anteil an der Beute.

Washington, 16. Aug. (Reuter.) In diplo­matischen Kreisen hört man, daß die italienische Regierung gewillt sei, die Frage einer end­gültigen Verteilung der früheren deutschen Ueberseekabel aufzuwerfen, und beabsichtige, eine Botschaft«! rkonse- renz nach Washington einzuberufen, um diese Angelegenheit zu regeln. Die italienische Re­gierung weise darauf hin, daß die Kabel ge­meinsames Eigentum der Alliierten seien, daß aber Italien bislang von der Ruhbar- machung dieser Kabel ausgeschlossen wor­den sei.

Rumänien duldetkeineAuöländermehr.

B u d a p e st. 16. Aug. (WB.) Nach einer Buka­rester Meldung hat das rumänische Landes- freindenkontrollamt beschlossen, die Aufent- Haltsbewilligung von Ausländern vom 4. September ab ni ch t mehr zu verlängern. Unter den Auszuweisenden befinden sich bereits seit zehn Jahren in Rumänien wohnende Personen, die um Bewilli- gung der Staatsbürgerschaft eingekommen sind. Das BlattAdeoerul" beschäftigt sich in längeren Artikeln mit dieser Angelegenheit und gibt der Ansicht Aus- druck, daß dieser Beschluß im Auslande viel böses Blut erregen werde.

Die Mniungsbesprechungen erneut verschoben.

Briands Verschleppungstaktik.

Erst am Montag

Nennung der Räumungstermine.

Haag, 16. Aug. (WB.) Der französische Minister­präsident B r i a n d hatte heute mit Reichsminister Dr. Strefemann im Hotel d'Orange eine Unter­redung, die 1K Stunden dauerte. Die beiden Dele­gierten besprachen die Konferenz, ihren Stand und alle damit zusammenhängenden, auch finanziellen Fra­gen, das weitere Verfahren bei den Verhandlungen und die evtl. Rotwendigkeit ihrer Fortsetzung. Vriand teilte mit, daß er sich in technischen Besprechungen mit seinen Herren bezüglich der Festsetzung des Endtermins der Räumung befinde und sich bemühe, möglich st bald einen Termin mitzu- teilen. Bezüglich der Räumung der zweiten Zone wird bereits angedeuelet, daß diese voraus­sichtlich früher als erwartet erfolgen werde. Die für Samstag vorgesehene Bekanntgabe des Räumungstermins der drei Besatzungs- Mächte England, Frankreich und Belgien ist zunächst auf Montag verschoben worden. Für Mon­tag ist eine neue Vier-Minister-Besprechung von Deutschland, Frankreich, England und Belgien über die Räumungstermine vorgesehen. 3n maßgebenden Kreisen der Konferenz meint man, daß die end­gültige Entscheidung über die politischen Fragen erst während der Septemberversammlung des Völkerbundes in Genf erfolgen wird.

DieInformation" berichtet: Es fei offiziös eine Einigung zwischen Frankreich und Deutschland über die Räumung der drillen Zone erzieht worden. Die Deutschen wünschten zwar, daß sie rascher erfolge, hätten aber grundsätzlich a l s äußersten Termin den 3 u 11 1 930 ange­nommen.yel vaderland" will von deutscher Seite erfahren haben, daß Deutschland es eher vor­ziehen würde, mit der Räumung der drit­ten Zone bis zum hierfür im Versailler Ver­trag vorgesehenen 3ahr 1935 zu warten, als sich mit der Errichtung einer ständigen Kon- trolle in der gesamten entmilitarisierten Zone ein­verstanden zu erklären. Auch eine Unterkommission des völkerbundsrals fei vom deutschen Standpunkt aus unannehmbar. Dagegen werde Deutsch­land gegebenenfalls mit einer besonderen Einrich­

tung einverstanden sein, die allein für die dritte Zone gedacht wäre, und die nicht länger aufrechterhalten bleiben dürste alsbiszum3ahre 1935.

Oie Besahungskosten.

Eine Besprechung LtresemannHenderson.

Haag, 16. Aug. (WB.) Eine Besprechung StresemannHenderson galt insbesondere einer Klärung der komplizierten Fragen, die mit der englischen Anregung auf einen deutschen Verzicht in der Frage der Desatzungs­schäden zusammenhängen. Es ergab sich, daß Gegenstand und Umfang dieses Wunsches der bereits bekannten Auslegung entsprechen. Hen­derson legte bei dieser Gelegenheit im Hinblick auf die in Umlauf gesetzten Pressemeldungen Wert auf die Feststellung, daß es keines­wegs den Tatsachen entspreche, daß er die An­regung gemacht habe, Deutschland solle sich zur Zahlung der Desatzungskosten Frank­reich, England und Belgien gegenüber bereit er­klären. Henderson betonte nochmals mit Rach­druck, daß die britische Regierung bereit sei, das Rheinland innerhalb sehr kurzer Zeit und be­dingungslos zu räumen.

England und der Feststellungsausschuß.

London, 17. Aug. (WTB. Funkspruch.) In einem Leitartikel derTimes" heißt es: Eine lange Zeit für das Räumungsverfahren macht weniger Unkosten, als eine schnelle Räumung, weil sie es ermöglicht, den Rhein als Was- s e r w e g zur Abbeförderung von Vorräten und schwerem Kriegsmaterial zu benutzen. Zu dem von den Franzosen gewünschten Feststel­lungsausschuß bemerktTimes": Der prak­tische Wert eines solchen Ausschusses muß sehr zweifelhaft sein, denn es kann nicht ab­geleugnet werden, daß die nötige Gewähr für die deutsche Abrüstung nach Zurückziehung der militärischen Kontrolle in derdeutschenEhr- lichkeit und in der Berücksichtigung des Kel- l o g g p a k t e s durch Deutschland besteht. Die Hauptsache ist, daß die Räumung ohne un­nötige Verzögerung in möglichst engem Zusammenwirken der Besatzungsmächte und unter möglichster Rücksichtnahme aus die Gefühle aller ^Beteiligten durchgeführt wird.

Einigung über die Reform der Arheiislosenversicherung.

Das Ergebnis der interfraktionellen Besprechungen. Das Kabinett entscheidet über die Beitragserhöhung. Am Montag neue Regierungsvorlage.

Berlin, 17. Aug. (Priv.-Tel.) Die interfrak­tionellen Besprechungen über die Arbeitslosenreform, die gestern vormittag begannen, haben in den Rach­mittagsstunden, wie dieVoss. Ztg." meldet, zu einer Verständigung der Parteivertre­ter in den wesentlichen Punkten geführt. Der Reichsarbeiksminister wurde aufgefordert, nach deni Resultat dieser Besprechungen eine Vortage aus­zuarbeiten, die bann an den Sozialpolitischen Aus­schuß gehen wird. Die Hauptstreitfrage sei, ob und in welcher höhe eine B e i tr a g s e r h ö h u n g durchzusühren wäre, lieber die Beitragserhöhung werde das Kabinett die Entscheidung treffen. Man dürfe aber wohl nicht daran zwei­feln, daß die Fraktionen sich dem Beschluß der Re­gierung fügen werden. Ebenso könne man mit Sicherheit annehmen, daß die Erhöhung der Bei­träge auf ein halbes Prozent beschrankt wird, mit dem das interfraktionelle Kompromiß bereits rechne. Das Reichskabinett wird Montag, den 19. August, Beschluß fassen und die Vorlage dem Reichsrat und dem Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages alsbald überweisen.

Wie dieG e r m a n i a schreibt sind die ge­troffenen Vereinbarungen zunächst nur als eine Rotbrücke zu werten, die dem Kabinett die Möglichkeit geben soll, die Einzelheiten des Ge- fehentwurfes nochmals zu überprüfen und seine endgültige Fassung unter Berücksichtigung der in den interfraktionellen Verhandlungen er­zielten Ergebnisse zu beschließen. Hierzu wird es notwendig sein, mit den im Haag weilenden Ministern nochmals Fühlung zu nehmen, von denen der Reichsfinanzmini st er und der Reichsarbeitsminister an der Frage der Arbeitslosenversicherung ressortmäßig stark interessiert sind. Um eine einheitliche Beratung im Kabinett zu ermöglichen, soll der Gedanke erwogen werden, auf halbem Wege nach dem Haag, etwa in Münster oder Osnabrück am Sonntag eine K a b i n e 11 s s i h u n g abzuhalten, falls die Lage der Konferenz dies gestattet. Als ein möglichst positives Ergebnis der interfraktionellen Besprechungen darf man jedenfalls die Tatsache verzeichnen, daß bereits

für die allernächsten Tage eine Verabschiedung der Vorlage durch das Reichskabinett und ihre Ueberweisung an den Reichsrat und den Sozial­politischen Ausschuß zu erwarten ist. Die nächste Sitzung des Sozialpolitischen Ausschusses ist für Dienstag einberufen. Er wird dann hoffentlich Gelegenheit haben, die Vorlage der Reichsregie­rung zu beraten: seine Ausgabe wird es dann sein, im Rahmen dieser Vorlage auch eine Eini­gung der Parteien zu erzielen.

Wie dasB.T." mitteilt, beabsichtigt der Reichsarbeitsminister, die Reuregelung aus c i n- einhalb Jahre Oktober 1929 bis 31.März 1931 zu erstrecken. Die Demokraten wollen sie nur auf ein Jahr bewilligen. Heute vor­mittag werden die drei gewerkschaft­lichen Spihenverbände sich in gemein­samer Beratung mit dem neuen Stand der Dinge beschäftigen. Wie dieVoss. Ztg." u. a. glaubt mitteilen zu können, bedeutet die Einigung im wesentlichen eine Rückkehrzu dem Sach­verständigengutachten. Allerdings hat man an den Vorschlägen der Sachverständigen verschiedene Verbesserungen vorgenommen. Aus demokratische Initiative ist zum Beispiel die Verlängerung der Wartezeit für die Saisonarbeiter auf zwei oder drei Wochen und die Kürzung der Unterstützungs­sätze für die Höch st bezahlten Saison­arbeitergruppen über die Vorschläge der Sachverständigen hinaus auf etwa die Hälfte zurückzuführen. Dafür hat man anderseits die von den Sozialdemokraten am heftigsten bekämpfte schematische Verknüpfung von Unter­st ü tz u n g s h ö he und Anwartschafts­dauer, gegen die auch die Demokraten erhebliche Bedenken hatten, mildern können. Diese Ver­koppelung soll nur noch für die bestbezahlten Saisonarbeiterkategorien für die Erwerbslosen eintreten, die erst eine kurze Versicherungszeit hinter sich haben. Eine weitere Ersparnis wurde dadurch erzielt, daß man den Beitrag, den die Arbeitslosenversicherung für die Erwerbs­losen an die Krankenkassen zahlen, um 30 Millionen herabsetzte. Die Ersparnisse, die durch Verwaltungsmaßnahmen herbeigeführt werden sollen, werden auf 15 Mil­lionen geschäht.

Aus aller Well.

Schwere Mordtat in Berlin.

Eine furchtbare Aufklärung fand das Ver­schwinden der 11 Jahre alten Lyzeumsschülerin Hildegard Zepernick aus der Westend-Allee in Berlin. Unweit des Sachsen-Platzes, auf dem die Kleine zulehtbeim Spielgesehen wurde, befindet sich ein ausgedehnter Reubaublock. Zu diesem Block gehören weitverzweigte laby- rinthartige Keller. Vorläufig waren dort Schalbretter, die zur Dachbedeckung gebraucht werden, gelagert. Run stiegen zwei Bauarbeiter in den Keller hinab, um einige Bretter zu holen. An einer Stelle sahen sie Steine in einem Kreise zusammengelegt, als ob dort etwas be­sonderes gekennzeichnet werden sollte. Sie be­nachrichtigten den Polier, und als man nachgrub, entdeckte man die Leiche der Hildegard Zeper­nick. Die Untersuchung wird fortgesetzt. Rach dem Befund ist das Kind basOpfereinesSitt- lichkeitsverbrechens geworden. Der Täter muh fein Opfer unter irgendeiner Vorspielung auf den Reubau und in den Keller hinabgelockt und hier das Verbrechen verübt haben.

Zur Klärung des schweren Verbrechens wurde

mit eingehenden Vernehmungen begonnen. Der Kre^s der Befragten ist sehr groß. Zu ihnen gehört auch einer der Reubauwächter, dessen Dienst bis 11 Uhr nachts läuft. Dieser Wächter ist aus den Kreisen des Publikums heraus verdächtigt worden. Der Wächter erklärte bei feiner Vernehmung, daß er die kleine Zepernick am Montagabend überhaupt nicht gesehen habe. Zur mutmaßlichen Tatzeit will er sich am entgegengesetzten Ende des Blockes aufgehalten haben. Dieser Bekundung stehen Aussagen von Arbeitskollegen widerspruchsvoll gegenüber. Bis zu ihrer Klärung wird der Wächter auf dem Polizeipräsidium bleiben.

Der Bankräuber gefaßt.

Landjägern aus der Muskauer Umgegend ist es in der letzten Racbt nach aufregender Verfolgung gelungen, den Täter des Ueberfalls auf die Muskauer Reichsbankzentrale festzu­nehmen. Cs ist ein 23jähriger Schlosser Böh­ler, der vor wen igen Wochen aus der Er­ziehungsanstalt Buch bei Berlin entlassen wor­den ist. Die Beamten ermittelten ihn in einem Hotel in Wisau (Kreis Sagan). Der Räuber hat bei dem Feuerkampf mit dem Reichsbankrat Doehui zwei Bauchschüsse davongetragen.

Er wurde zunächst in das PolizeigefängnkS von Weihwasser gebracht. Wegen seiner schweren Der- lehungen konnte er noch nicht vernommen werden.

Raubüberfall auf einen Gelbtransport.

2n Mechernich (Kreis Schleiden) wurde ein Geldtransport der Grube, der von dem Grubcn- förster, einem Sicherheitsbeamten des Werks und zwei Angestellten begleitet wurde, von vier maskierten Räubern überfallen, die sogleich zu schießen begannen. Der Sicherste- beamte wurde sofort getötet; der Grube n- forster so schwer verletzt, daß er später starb. Die beiden anderen Begleiter blieben unver­letzt. Rachdem die Räuber 810 000 Mk. geraubt hatten, flüchteten sie auf Fahrrädern in der Richtung nach Ahr. Die Verfolgung wurde sofort ausgenommen.

3n den Alpen verunglückt.

Die Gattin des Chefredakteurs Richard Mießner aus Berlin glitt auf einer Wanderung mit ihrem Manne nach Uhmhaufen bei Innsbruck, während fie hinter ihm ging, an einer Steinstiege aus, fiel über einen 40 Meter hohen Felsen ab, und ver­letzte sich hierbei so schwer, daß sie bereits eine halbe Stunde danach starb.

Schweres Boolsunglück auf dem St.-Lorenz-Strom.

Das dem in Syracuse anfäffigen Millionär Charles Live gehörende MotorbootGiggle' stieß auf dem St.-Lorenz-Strom mit einem Touristendampfer zus ammen und sank sofort. Der Besitzer, seine Frau und der Kapitän des Motorbootes ertranken. Der Touristen­dampfer war durch den Zusammenstoß gleichfalls schwer beschädigt worden und sank zehn Minuten später. Unter den vierzig Passagieren brach e i r. Panik aus, da die meisten sich fürchteten, den sinkenden Dampfer zu verlassen. Sie konnten je­doch anscheinend alle gerettet werden.

Ein Vergessener.

Am 17. Juni 1915 starb in Berlin an den Folgen eines Verkehrsunfalls ein 21 Jahre alter türkisch er Student aus Konstantinopel. Man übergab seine Leiche einem Beerdi­gungsinstitut. Der Tote wurde einbal­samiert, in einen Zinksarg gelegt und sollte nun nach der Heimat transportiert werden. Im Keller des Beerdigungsinstituts hat man dieser Tage einen Zinksarg gefunden: man schaffte ihn ans Tageslicht, öffnete ihn und fand darin einen völlig mumi-sizierten Toten. Die Polizei untersuchte den Fall, und es ergab sich, daß dieser Tote der im Jahre 1915 verstorbene Student war, den man damals ein­fach vergessen hatte. Das Wohlfahrtsamt hat sich des vergessenen Toten angenommen und ihn auf dem Friedhof in Marzahn zur ewigen Ruhe geleitet.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Der Abbau des hohen Druckes wurde be­reits durch die neuen Störungen von Westen her eingeleitet. Der Kem des umfangreichen Fallgebietes erstreckt sich heute morgen über die britischen Inseln und die Rordsee. Schon in den heutigen Morgenstunden führte die zuge­strömte feuchtwarme ßuft in unserem Bezirk zu Gewitterstörungen. Der eingeleitete Witterungs­umschlag wird mit dem Vordringen der ozeani­schen Luft zunächst noch keine Beständigkeit er­halten. Die Luftmassen werden, da sie all­mählich aus höheren Breiten zufliehen, wieder Abkühlung bringen und außerdem neben Be­wölkung auch zu strichweisen Schauem führen, wobei gelegentliche Gewitterstörungen nicht aus- geschloffen sind.

Wettervoraussage für Sonntag: Wechselnde Bewölkung mit vorübergehender Auf­heiterung, leichte Abkühlung, strichweise Regen­schauer, teilweise gewitterhafter Art.

Lufttemperaturen am 16. August: mittags 26,9 Grad Celsius, abends 18,5 Grad: -am 17. 2Iu- guft: morgens 18,8 Grad. Maximum 27,2 Grad, Minimum 15,5 Grad.

Reisewetterdienst

der amtlichen Wetterdienststelle Gießen.

Rheingebiet (Köln): Gestern heißer Tag, meist heiter: heute morgen. 20 Grad, Südwind, halb bis ganz bedeckt.

Baden (Baden-Baden): Gestern heißer Tag, meist heiter; heute morgen 19 Grad, Güdwest- toinb, nach Gewittern halb bis ganz bedeckter Himmel.

Bayern (Garmisch-Partenkirchen)': Gestern heißer Tag, meist heiter; heute morgen 17 Grad, Südwestwind, heiter bis bedeckt.

Thüringer Wald: Gestern milde Rächt, meist heiter; heute morgen 20 Grad, Westwind, heiter bis bedeckt.

Helgoland: Gestern milde Rächt, veränder­lich mit Schauem; heute morgen 19 Grad, Süd­wind, halb bis ganz bedeckt.