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Adreßbuch
der Stadt und des Kreises Gießen.
Der Abschnitt III mit den Einträgen der Buchstaben
A bis $
in das alphabetische Einwohner« und Zirmenverzeich- nis der Stadt Gießen liegt 3 Tage, vom Montag, dem 19. bis einschließlich Mittwoch, dem 21. August zu jedermanns Einsichtnahme in unserer Geschäftsstelle offen.
Oie zuständige Einwohnerschast Gießens sowohl als die beteiligten Behörden und öffentlichen Körperschaften usw. werden um Prüfung der Einträge auf Richtigkeit und Vollständigkeit hiermit gebeten. Für Fehler und Unrichtigkeiten kann keine Haftung übernommen werden.
Oberhessischer Adreßbuchvertag Gießen
Schulstraße 7
Eingang von der Kaplaneigaffe aus.
Titel »Drei Mal Rußland". 3n drei Einaktern von Anton Tschechow sollen drei verschiedene Ausdrucksformen der russischen Schauspielkunst gezeigt werden. Zur Aufführung kommen: „Der Heiratsantrag", „Jubiläum" und „Der Dar".
•
* Neuwahlen fü r die Gemeinden und Gemeindeverbände. Als Wahltag für die allgemeinen Neuwahlen der Stadtrats-, Gmneinderats-, Kreistags- und Provinzialtagsmitglieder im Zähre 1929 ist von der Provinzialdirektion der Provinz Oberhessen der 17. November d. 3. festgesetzt worden. Am 23. September soll mit der Offenlegung der Wählerlisten begonnen werden. Als Endtermin für die Einreichung der Wahlvorschläge ist der 18. Oktober bestimmt.
** Provinzial st rahensperrungen. Wegen Ausführung von Walzarbe'iten wird die Provinzialstraße Daubringen—Mainzlar vom 19. August 1929 für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Staufenberg. — Die Straßensperre auf der Provinzialstraße Gießen—Marburg von Stadtgrenze Gießen bis Kilometer 2,000 ist ab 15. August 1929 aufgehoben.
** Schulpersonalie. Ernannt wurde die Iugendleiterin Pauline N e u h aus Steinbocken- heim zur technischen Lehrerin an der Schillerschule (Lyzeum und Frauenschule) in Friedberg mit Wirkung vom 1. Juli 1929 ab.
** Gin Fünfundachtzigjähriger. Mor- gen, Sonntag, wird der am 18. August 1844 in Her- zogwaldau geborene Gendarmerie-Ooerwachtmeister und Leutnant d. L. Herrn. Knobel, Kl. Mühlgasse Nr. 10 wohnhaft, 85 Jahre alt. Herr Knobel trat mit 20 Jahren als Freiwilliger beim Leibhusaren-Regt. Nr. 2 in Lissa ein und hat in diesem Regiment den Feldzug gegen Oesterreich mitgemacht. Bei Beginn des Krieges 1870 wurde er zur Feldgendarmerie kommandiert; bei der Kaiserproklamation in Versailles war er zum Dienst befohlen. Nach Auflösung der Feldgendarmerie wurde er wieder seinem alten Truppenteil in Colmar (Elsaß) zugeteilt. 1872 trat er zur Landgendarmerie im Elsaß über und wurde dort 1876 zum Oberwachtmeister und bei seiner Pensionierung 1906 zum Leutnant d. L. befördert. Nach seiner Verdrängung aus dem ihm zur zweiten Heimat gewordenen Elsaß, in der der Jubilar sich das Vertrauen der Bevölkerung und die Achtung seiner Kameraden erworben hatte, hat er hier seinen Wohnste genommen.
** Gin Schau, und Kun st fliegen, ausgeführt von den auf dem Durchflug hier befindlichen Piloten Lapp und Gauß (letzterer ist der jüngste deutsche Kunstfliege^) findet morgen, Sonntag, auf dem hiesigen Flugplatz statt. Geschwaderfliegen, Loopings, Ballonrammen u. a. sollen gezeigt werden. Auch werden Passagierflüge über der Stadt und der näheren Umgebung ausgeführt. Ergänzt wird das Programm durch Geschicklichkeitsfahren des bekannten Rennfahrers Kratz. (Man beachte die heutige Anzeige.)
** D i e Museen sind am Sonntag von 11 bis 13 Uhr zu kleinen Preisen geöffnet.
** Eommerfest des älnteroffizier- Korps des Standortes Gießen. Heute und morgen veranstaltet das älnteroffizier-Korps 3nf.-Regts. 15 des Standortes Gießen sein diesjähriges Sommerfest, verbunden mit der ersten Wiedersehensfeier und der Abschiedsfeier für den Jahrgang 1929. Die Festfolge sieht u. a. für heute einen Bierabend auf der Liebigshohe, für morgen ein Kinderfest und ein Reiterfest auf dem Wald- sportplah, sowie abends einen Festakt mit Feuerwerk auf der Liebigshohe vor. (Siehe heutige Anzeige.)
** Viehmärkte in Gießen. Am Dienstag, 20. d. M., findet Rindvieh- (Nutzvieh.) Markt statt; der nächste Schweinemarkt wird am 4. September abgehalten.
" Die Lehrlingshaltung im Wagnergewerbe. Im Einvernehmen mit dem Wagnergewerbe und mit Genehmigung des hessi
schen Ministers für Arbeit und Wirtschaft werden die seither geltenden Höchstzahlvorschriften im hessischen Wagncrgewcrbe wie folgt geändert: Ein Meister, der in der Regel keine Gesellen beschäftigt, darf nur einen Lehrling halten und einen zweiten erst dann einstellen, wenn sich der zuerst angenommene Lehrling im zweiten Lehrjahr befindet. 3n Betrieben, in denen Gesellen beschäftigt werden, kann auf je zwei Gesellen ein Lehrling mehr eingestellt werden. Die Höchstzahl ist drei Lehrlinge.
” Der Verband der evangelischen weiblichen 3ugend in Hessen wird am 1. September sein 3ahresfest in Mainz obhalten. Er kommt seit seinem Bestehen zum erstenmal in die hessische Großstadt und wird von der ganzen Mainzer evangelischen Bevölkerung freudig ausgenommen werden. Am Abend des 31. August wird ein Degrüßungsgottes- dienst gehalten. Der Fcstgottcsdienst am 1. September wird schon frühzeitig beginnen, da sich darauf eine große Rheinfahrt anschlietzen soll. Nach der Rückkehr nach Mainz wird ein feierlicher Ausklang in der Kirche den Tag beschließen.
" Eine Mahnung an die Kraftfahrer. Di« Kreisbauernkammer Llnterfranken erläßt folgende Mahnung an die Kraftfahrer, die auch anderwärts befolgt werden sollte: Kraftfahrer, nehmt Rücksicht auf den starken Verkehr auf den Landstraßen und in den Ortschaften zur Zeit der Ernte. Die Bergung der Ernte drängt sich auf wenige Tage zusammen; eine starke Häufung des Verkehrs ist die Folge. Die hochbelade- nen Erntefuhren verlangen besonderes Fahr- geschick, sie beengen die Fahrbahn, erschweren die Derkehrsübersicht und sind dem rechtzeitigen und genügenden Ausweichen ost sehr hinderlich. Dazu sind Menschen und Tiere, die um diese Zeit von früh bis spät schwer arbeiten müssen, stark übermüdet. Auf diese Verhältnisse Rücksicht zu nehmen, sollte für jeden Kraftfahrer eine Selbstverständlichkeit sein. Die erschreckende Zunahme der Derkehrsunfälle durch Kraftfahrzeuge gemahnt zur Vorsicht und Rücksicht.
** Sonderfahrt nach Berlin-Potsdam. Die Reichsbahndi ktion Frankfurt a. M. wird vom 30. August bis einschließlich 3. September eine fünftägige Sonderfahrt nach Berlin und Potsdam zu ermäßigtem Preise veranstalten. Autorundfahrten in Berlin und eine Dampferfahrt auf dem Wannsee sind vorgesehen. Einsteigestationen sind Frankfurt a. M. (Hbf.), Friedberg, Bad-Nauheim und Gießen.
** Verwahrungsgebühren für Fundsachen. Nach einem Runderlaß des preußischen Innenministers an die Polizeibehörden ist von jetzt ab für Aufbewahrung und pflegliche Behandlung von Fundsachen von dem Verlierer oder Eigentümer eine Gebühr zu erheben, und zwar für Fundsachen im Werte bis 20 Mark eine Gebühr von 50 Pf., die bei verhältnismäßig geringem Wert gänzlich erlassen werden kann, für Fundsachen im Werte von 21 bis 50 Mk. eine Gebühr von 1 Mk., im Werte von 51 bis 100 Mk. eine Gebühr von 2 Mk.. 101 bis 300 Mk. eine Gebühr von 3 Proz. und für Fundsachen im Werte über 300 Mk. dazu für den Mehrwert noch 1 Proz. Die Gebühr flieht, soweit sie von den staatlichen Polizeibehörden erhoben wird, in die Staatskasse.
•* Einheitskurzschrift. Am Montag, 2. September, beginnt in der Goetheschule (Westanlage) ein Anfängerlehrgang des Kurzschriftvereins von 1861 und des Damenvereins „Gabelsberger". Zur Weiterbildung geben die ebenfalls beginnenden Fortbildungs-, Diktat- und Redeschrift-Kurse ausgiebig Gelegenheit. (Man beachte die heutige Anzeige.)
** Keine Maul- und Klauenseuche. Sämtliche Kreise des Landes waren, wie amtlich mitgeteilt wird, am 1. August d. 3. frei von Maul- und Klauenseuche.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.
Anzeigenauftrage sind lediglich an die Geschäfts st etle zu richten.
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Bornotizen.
— TageSkalender für Samstag: Gesangverein Heiterkeit: Generalversammlung, 20.30 Ahr, im Kaufmännischen Vereinshaus. — Geflügel- und Dogelzuchtverein: Monatsversammlung, 20.30 Ahr, im ..Hessischen Hof". — Spiel- Dereiuigung 1900: 5.30 Ahr, leichtathletischer 3ugendklubtampf gegen D.f.L. Wetzlar. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kameradschaftsehe" und „Chikagoer Polizei in der Unterwelt".
— Tageskalender f ür Sonntag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kameradschaftsehe" und „Chikagoer Polizei in der Unterwelt".
— Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Dienstag. 20. August, bringt der Spielplan des Stadttheaters einen Tschechow-Abend unter dem
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Daten für Sonntag, 18. August.
Sonnenaufgang 4.50 Uhr, Sonnenuntergang 19.17 Uhr. — Mondaufgang 19.06 Uhr, Monduntergang 1.56 Uhr.
1850: der Schriftsteller Honors de Balzac in Paris gestorben.
Daten für Montag, 19. August.
Sonnenaufgang 4.51 Uhr, Sonnenuntergang 19.15 Uhr. — Mondaufgang 19.29 Uhr, Monduntergang 3.07 Uhr.
14 n. Ehr.: der römische Kaiser Augustus in Nola gestorben; — 1662: der französische Philosoph Blaise Pascal gestorben; — 1819: James Watt, der Verbesserer der Dampfmaschine, in Heathfield gestorben.
Gießener Wochenmarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 200 bis 210; Matte 30 bis 36; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 25; Weißkraut 15 bis 20; Rotkraut 20 bis 30; gelbe Rüben 15 bis 20; rote Rüben 15 bis 20; Spinat 20 bis 30; Römifchkohl 12 bis 15; grüne und gelbe Dohnen 25 bis 35; Erbsen 25 bis 30; Tomaten 30 bis 50; Zwiebeln 10 bis 20; Pilze 35 bis 40; Kartoffeln 5V2 bis 6; Frühäpfel 25 bis 30; Falläpfel 4 bis 5; Dirnen 10 bis 30; Sauerkirschen 35 bis 45; Heidelbeeren 35 bis 40; Stachelbeeren 20 bis 25; Johannisbeeren 20 bis 25; Himbeeren 45 bis 50; Pflaumen 15 bis 20; Z Wetschen 25 bis 30; Mirabellen 25 bis 30; Rcineklauden 25 bis 30; Honig 40 bis 50; junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; Aprikosen 40 bis 45; Pfirsiche 60 bis 65; das Stück: Tauben 70 bis 90; Eier 14; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 10 bis 15; Salatgurken 15 bis 40; Einmachgurken 2 bis 4; Endivien 15 bis 20; Ober-Kohlrabi 10 bis 12; Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 15; das Bund: Radieschen 10 bis 15 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 5 Mark.
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für drei Handwerker ist frei, evtl, auch Pension Schiffen- bergcr Wcg30.c»7»
sie Reize offenbaren, die man an ihnen tat Garten niemals würde bemerkt haben. Don großer Wichtigkeit ist die Art der Vasen. Am vorteilhaftesten für jede Blumenfarbe sind farblose Gläser. Ob sie aus kostbarem Kristall oder aus Preßglas bestehen, das fast ebenso schön aussieht, bleibt einerlei, wenn das darin befindliche Wasser nur kristallklar ist. Am bequemsten sind für langftcngelige Blumen solche in Zylinderform. Auf empfindsame Nerven wirkt ein fester Fuß beruhigend, weil er gegen das Umfallen schützt. Offenbar kannten die alten Kulturvöller noch nicht jene Ungetüme von Blumensträußen, wie man sie auf dem Markt zu kaufen bekommt und die den Namen „Wurst- sträuße" tragen, weil sie aus einer Unmenge Blumen wie Preßwurst zufammengewurstelt sind. Die meisten Basen des klassisc^m Altertums haben einen zierlichen Fuß und dürften nur zum Einstecken einzelner Zweige oder Blüten gedient haben, wie dies die blumenliebenden Japaner tun und wie es auch bei uns einem geläuterten Geschmack am besten entspricht.
Hohe Blütenstände, wie beispielsweise Gladiolen, verlangen hohe Gläser, Nelken die schlanke Kelchform, während Vergißmeinnicht, Ringelblumen und andere kurzstielige Blumen in breiten Schalen sich vortrefflich ausnehmen. Farbenzu- sammenstellung ist Geschmackssache. Wer darin unsicher ist und leicht mit den Gesetzen der Farbenharmonie in Konflikt gerät, verwende vermittelndes Grün, das die Gegensätze mildert und Fehler überbrückt. 3m Notfälle eignen sich dazu Spargelkraut oder Karottenblätter, die an Zierlichleit manchem feinen Farnkraut nichts nachgeben.
Alle künstlichen Mittel, die Dlütendauer ab- geschnittener Blumen zu verlängern, sind nicht viel wert. Hierher gehören heißes Wasser, Salz, Aspirintabletten, künstlicher Dünger usw. Man entferne aber den schleimigen Dakterienansah aus den Gefäßen, wechsle täglich das Wasser, schneide die Stiele alle drei bis vier Tage frisch an und stelle während der Nacht kühl. Von großem Einfluß auf die Haltbarkeit ist es, ob man eine Blüte schon im ersten Erblühen oder im Abblühen schneidet. Man schneide am frühen Morgen. Klatschmohn, der als hinfällig bekannt ist, hält sich vier bis fünf Tage, wenn man ihn am frühen Morgen pflückt, wenn noch die Kelchblätter an der Krone hängen und noch keine Diene an
ti'nem Blumengarten größere Verheerungen an- richten als irgendein Schädling. Zwischen biiefen beiden Extremen bewegt sich die große Menge von Dlumensreundinnen und Freunden, dür entweder keinen Blumengarten haben und i-f) aus Liebhaberei mit abgeschnittenen Blumen umgeben, oder welche meinen, Blumen verschönten Wohnräume und verwandelten den einfachen Attisch zur kleinen Festtafel. Wer Geschick und o-. Flirrbensinn besitzt, wird außerdem imstande fein,
Azick iu a® sich unscheinbare Blüten so zu ordnen, daß
IN 5 Grad, Arad,
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 17. August 1929.
Das Geheimnis der Gartenlaube.
Mit der alten, verfallenen Laube in dem ©arten des einsamen Dergforsthauses hat es eine ganz besondere Bewandtnis.
Allabendlich, wenn die Sonne oben am Hang hinter den dunklen Fichten verschwunden ist, das Rotkehlchen noch einmal fein Silberlied ertönen läßt, die letzte Drossel flötet, dicke Schwärmer um die schneeweißen Blüten der Winden taumeln, dann regt sich dort geheimnisvolles Leben. Aeberall raschelt es gespenstig in den Sträuchern und Büschen, zirpt es fein und dünn in dem hohen Gras.
Zwergmäuse sind es, die hier in der stillen Einsamkeit ihr heimliches Wesen treiben. Eben sitzt eines dieser kleinen Gespenster auf dem faulen, moosüberwucherten Gebälk der Laube und halt ein Samenkorn zierlich in den rosaroten Pfötchen. Aengstlich gehen die großen, schwarzen Augen hin und her. Plötzlich verschwindet es blitzschnell in dem dichten Dlättergewirr des kleinen Holunderstrauches, denn von der nahen Scheune schwebt lautlos ein dunkler Schatten heran. Das ist der alte Kauz, der hier jeden Wend vorbeistreicht. Einen Augenblick rüttelt er über der Laube, dann rudert er nach der großen Wiese.
Kaum ist das Sulchen wieder verschwunden, Io beginnt von neuem das geheimnisvolle Treiben. Ein braunrotes, winziges Mäuschen kommt unter dem eingefallenen Boden der Laube hervor, klettert geschickt an dem großen Riedgras- ftengel in die Höhe und sieht scheu mit großen Augen umher. Ein dicker Lindenschwärmer surrt neben ihm um die Nachtkerzen. Da macht das Mäuschen einen Sprung, und den Falter zwilchen den Zähnen purzelt es kopfüber ins Gras. Jetzt sitzt es unter den breiten Blättern des Wegerichs und zerraspelt die Deute. Dann turnt <s in den kleinen Holunderstrauch und von dort <mf das Gebälk der Laube. Hier sind schon zwei andere, fuchsrote Zwergmäuse, die sich an den letten Maden in der morschen Rinde gütlich lun. Auf einmal sind alle drei wie weggeblasen. Gin gelbbraunes, schlankes Tierchen mit flachem Äovs kommt leise angeschlichen, springt auf die zerfallene Dank und von dort auf den großen Äuerbalken. Eifrig schnuppert das Kleinwiesel «mher. Aber plötzlich verschwindet es mit einem Sah im hohen Gras, denn eben kommt lautlosen Fluges die Schleiereule vom nahen Derg- fcialbe und fußt auf dem Dach der alten Laube. ^Unbeweglich hockt sie da und äugt mit schiefem
®», KonstontiWel T °»>m
wurde einbal. 7^. gelegt und follte j J'WotHett
SiAiln-«r0 Flunder; glicht, öffnete ihn und 'S 'mumifizierten suchte den Fall, und !.ote der im Jahre 1915 oen man bamati ein- . Das WMa-rtsomt .oten angenommen undl
Marzahn zur ewigen
2>a läßt sich die Eule fallen, greift mit ihren dolchbewehrten Fängen das winzige Mäuschen und rudert damit nach der Scheune.
Still ist es ringsum, nur der Nachtwind raschelt reife in den Blättern. 3eht wird es da drüben hell. Langsam steigt der Mond über die düsteren sichten am Hang und überflutet den einsamen ©arten mit feinem märchenhaften Silberglanz. Träumerisch leuchten die weißen Blüten aus dem schwarzgrauen Dunkel. Leuchtkäfer taumeln um die betäubend duftenden Skabiosen, und große Nachtfalter schweben in unstetem Fluge dahin.
Eben turnen wieder zwei Mäuschen auf dem G'ebälF der Laube und jagen sich quiekend in wildem Spiel. So laut treiben es die beiden, d-aß die Amsel ängstlich zeternd davonstiebt und der Zaunkönig in feiner Schwarzdomhecke über die Störenfriede Lärm schlägt.
Nun sind die beiden verschwunden, alles ist still, dann tauchen sie zwischen dem dichten Blattwerk des Geißblattes wieder auf, um gleich b-arauf abermals zu verschwinden.
Jetzt verstummt das Rascheln und Zirpen all- lniihlich gänzlich. Ein kalter Wind weht vom Walde herüber, und Tau bedeckt Gräser und Qalme. Da gehen die Zwergmäuse schläfern a. ber morgen abend, wenn die aschgraue Dämme- r ng herabsinkt, der Kauz heult, die Unten lauten, dann regt sich von neuem das geheim- n svolle Treiben in der alten, verfallenen Gartenlaube.
Oie Blumen in der Vase.
Es gibt Menschen, welche im Abknicken oder ALschneiden von Blumen eine Gewalttätigkeit carbliden und Blumen lieber am Stengel als in tot Vase sehen. Auch gibt es andere, deren Hände ftr.ne Blume stehen lassen können, selbst teerm sie miit ihnen nichts anzufangen wissen, und die in
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