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Nr. 165 Erstes Blaff
179. Jahrgang
Mittwoch, 17. Juli (929
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Ein großer Tag in der französischen Kammer.
Poincare über den ftoung-Plan. — 65 Stimmen Mehrheit für poincare.
Paris, 16. Juli. (WB.) Dor zunächst schwach besuchtem Hause hat Ministerpräsident PoincarL heute Bormittag sein Expose über die Schuldenfrage mit einer Würdigung des P o u n g - P l a - n e s beendet. Er erinnerte daran, daß, zu 5 Prozent amortisiert, der Gesamtbetrag der Schuld Frankreichs sich auf 14 Milliarden Goldmark belaufe und der Gesamtbetrag der Schäden auf 40 Milliarden Gold- mark, daß Frankreich aber für diese letzteren die Folgen der Frankenentwcrtung getragen und sich mit 2 3 Milliarden begnügt habe. Die einmalige Annuität des Dawes-Planes habe mit 2i Milliarden Goldmark nur eine zweiprozentige Verzinsung der auf 132 Milliarden festgesetzten deutschen Schuld dargestellt. Für die Tilgung der Schulden sei also nichts vorhanden gewesen. Trotzdem sei Frankreich durch die Zahlungen des Dawes- Planes zufriedengeftellt. Der einzige Grund, den es hätte geben können, eine Revision zu verlangen, sei , die immer dringender werdende
Notwendigkeit einer Verbindung zwischen Reparationen und Schuldenzahlungen gewesen. Die französischen Sachverständigen hätten sich auf der Pariser Konferenz damit begnügt, für den Voung-Plan die deutschen Zahlungen nur für die Dauer zu verlangen, während deren Frankreich selbst gezwungen sein würde, an Amerika und England zu zahlen. Damit sei die seit zehn Jahren vergebens angestrebte Verbindung zwischen Zahlung der Schulden und Befriedigung der For- derungen Frankreichs, eine Verbindung, die von vornherein von allen Sachverständigen, einschließlich Amerikas, angestrebt worden sei, erreicht worden. Als weiteren Fortschritt des Voung-Planes gegenüber der bisherigen Regelung erwähnte Poincare die Möglichkeit der Kommerzialisierung, die Einschränkung der Sachlieferungen und die Festsetzung der Zahl der Annuitäten. Bezüglich der Internationalen Dank führte Poin- car6 aus, die Rolle dieses auf sozialistische Anregung zurückgehenden Instituts sei auf ver- nünfnge Grenzen zurückgeführt worden. Es werde die mit der Verteilung der Annuitäten zusammenhängenden Geschäfte vorzunehmen haben; es müsse auch die Aufgaben der Organe des Dawes-Planes, diefortbestehenmüssen, erfüllen und schließlich die Kommerzialisierung er- leichtern.
3m weiteren Verlauf seines Exposes in der Kammer führte Poincarö u. a. aus:
Der Voung-Plan gibt Frankreich nicht alles, was es vom Dawes-Plan hätte erwarten können. Jür eine Durchschnittsannuität von 1300 Millionen Goldmark und die etwaige B igung am Ertrage des Wohlfahrtsindex hc. .i wir jedoch die Gewißheit, unter allen Umständen 500 Millionen sichere Zahlungen zu erhalten.
Herriot richtete an den Ministerpräsidenten eine längere Anfrage über die Beziehungen zwischen Reparations- und Schuldenzahlungen und machte geltend, dah die im Voung- Plan zwischen beiden Fragen hergestellten Beziehungen nicht zugunsten Frankreichs, sondern nur gegen Frankreich wirken könnten. P o i n - c a r 6 führte aus: Selbstverständlich ist Frankreich gegenüber Amerika gebunden, und, falls Deutschland den Voung-Plan nicht ausführe, bleibt Frankreich selbstverständlich der Schuldner Amerikas. Die Haltung Amerikas wird dadurch ausgeglichen, daß schon Deutschland sich für ebensolange Zeit verpflichtet, wie Frankreich verpflichtet ist, an Amerika Zahlungen zu leisten. Amerika selbst hat als Gläubiger Frankreichs und indirekt hat auch Deutschland das größte Interesse an der Ausführung des Voung-Plans. Ich will der Kammer nicht verheimlichen, so fuhr Poincare fort, daß die älebergangsperiode vom Dawes- zum Voung-Plan nicht scharf begrenzt ist. Rach Auffassung der Sachverständigen würde die Anwendung des Voung-Planes rückwirkende Kraft haben. Frankreich wird unbestreitbar die ersten Opfer für diese llebergangsperiode zu bringen haben. Wir haben das größte Interesse daran, kein Mißverständnis hinsichtlich der ungeschützten Annuität aufkommen zu lassen.
Wir werden jede neue Herabsetzung unserer Forderungen an Deutschland ablehnen.
Wir haben gewiß keinen Anlaß zu triumphieren, wenn man unsere bereits verstümmelten Forderungen aus dem Versailler Vertrag und dem Beschluß der Reparationskonferenz vom Jahre 1921 weiter verringert. Es ist auch nicht die Regelung, die wir für unsere interalliierten Schulden gewünscht haben, aber ich glaube, daß wir trotzdem nicht über den zu fassenden Entschluß im Zweifel sein können. Wenn der Voung- Plan abgelehnt werden würde, wären wir zweifellos berechtigt, zu erwarten, daß der Dawes-Plan wieder ausgeführt wird, aber wir kennen die Schwierigkeiten, auf die wir dann stoßen würden. Wenn Deutschland seine Zahlungen an die Schuldnerländer einmal einstellen sollte, so würde die Zahlungsfähigkeit dieser Länder verringert fein, und diese müssen sich naturnotwendig miteinander zu verständigen suchen, um die Revision ihrer Schuldenabkommen zu erlangen. Amerika ist also in erster Linie
an der loyalen Durchführung dieses Planes interessiert. Poincarä schloß mit einer nochmaligen Aufforderung an die Kammer, die Schuldenabkommen nach dem Vorbild der anderen Schuldnerländer zu ratifizieren.
Oie Opposition beantragt Vertagung.
Die Kammer trat heute nachmittag in die Debatte über die Ratifizierung der Schuldenabkommen mit den Vereinigten Staaten und England ein. Sie verhandelte zunächst über einen Antrag des Abgeordneten Louis Dubois von der Fraktion Marin, des ehemaligen Vorsitzenden der Reparationskommission, der eine Vertagung der Ratifizierung der Schuldenabkommen fordert. Das Schuldenabkommen mit den Vereinigten Staaten berücksichtige nicht die Richterfüllung feierlicher Versprechungen von Vertretern berbereinigten Staaten und lasse ferner die Klauseln des Waffenstillstandes und des Vertrages von Versailles außer acht, die bestimmten, daß Deutschland die im besetzten Gebiet verursachten Schäden wieder gutmachen müsse. Frank
reich habe die Summe, die Deutschland schulde, noch nicht empfangen; deshalb sei eine Vertagung der Ratifizierung gerechtfertigt. Louis Dubois erklärt weiter, die Amerikaner hätten vergessen, den Kriegsdienst in Rechnung zu stellen, der ebensoviel wert sei wie Geld. Außerdem hätten die Vereinigten Staaten an ihren Kriegslieferungen bedeutenden Ruhen, teilweise bis zu 50 Prozent, gehabt.
Ministerpräsident P o i n c a r 6 widerspricht der Forderung des Abgeordneten Dubois und erklärte, daß er es gewesen sei, der 1919 die Regierung veranlaßte, die amerikanischen Kriegsläger aufzukaufen. Die Kriegsschulden seien jetzt zahlbar, da man Schuldscheine ausgestellt habe, die auf Sicht lauteten. Man könne also angesichts dieser Lage die Diskussion mit Amerika jetzt nicht mehr aufnehmen. Nach einer kurzen Bemerkung des Abg. Dubois ergriff Louis Marin das Wort, um die Tagesordnung Dubois zu verteidigen. Auch der Abg. Reibe! von der Fraktion M a g i n o t unterstützte den Antrag Dubois. Der sozialistische Abg. Vincent A u ri o l erklärte ebenfalls, trotz der politischen Gegnerschaft würden die Sozialisten für die Tagesordnung Dubois stimmen. Ministerpräsident P o i n c a r 4 erklärte darauf, daß die Regierung gegen die Tagesordnung Dubois
die Vertrauensfrage
stelle. Die Tagesordnung Louis Dubois wurde nun mit 304 gegen 239 Stimmen, also mit 65 Stimmen Mehrheit für Poincare, abgelehnt.
Hierauf wurde eine Tagesordnung des Abg. Franklin Bouillon zur Debatte gestellt. Sie lautet, Frankreich könne sich nicht der Gefahr aussetzen, den Dawesplan durch den Poungplan abzulösen, bevor man _nid)t wisse, ob ihn alle interessierten Mächte loyal annehmen und ausführen würden. Der Verfalltag vom 1. August werde durch die Tatsache, daß über die Annahme des Uoungplans noch verhandelt werden müsse, ipso facto hinausgescho» den. Der Abg. Franklin Bouillon erklärte, es handele sich darum, für die lange Zeit von zweiundsechzig Jahren alle Garantien zu erhalten. Seit zehn Jahren hätten die französischen Unterhändler sich immer auf den Standpunkt gestellt, daß Deutschland beza hie, und gegen diese Politik wende er sich. Heute erkläre man, daß Frankreich bezahlen könne, weil es durch den Poungplan sichergestellt sei. Gerade weil dieser Poungplan eine neue Tatsache bilde, fordere er, Franklin Bouillon, eine nochmalige Verhandlung über d i e Kriegsschulden.
Zwei Reden Briande überReparation und Räumung.
Oie Räumung der zweiten Zone in Vorbereitung.
Außenminister Briand
trat dem Vertagungsantrag Bouillon aufs entschiedenste entgegen. Er erinnerte an den gleichfalls auf die Ausführungen Bouillons hin kürzlich unternommenen vergeblichen Versuch, bei Amerika eine Verschiebung des Zahlungstermins zu erlangen. „Wir haben", so erklärte Briand, „nicht die materielle Genugtuung erhalten, die wir suchten, und auch ein moralischer Vorteil ist nicht zu sehen. Die Debatte wird um so peinlicher, je länger sie dauert.
Der Krieg, der die Völker auf die Schlachtfelder wirft, ist kein gutes Geschäft mehr. Sieger und Besiegte haben ihr volles Maß an Leiden.
Es sind hier ungerechte Worte gesprochen worden. Man erklärt uns, „ihr steht einem reichen Gläubiger gegenüber." Demgegenüber ist zu sagen: fünfzehn Länder vertraten denselben Standpunkt wie wir. Dreizehn Länder haben die von Amerika verlangten Abkommen ratifiziert. Sie haben nur erklärt, daß im Falle der Äicht- zahlung durch Deutschland sich eine Verminderung ihrer Zahlungsfähigkeit ergeben würde. Frankreich befindet sich in der gleichen Lage. Rehmen Sie die Lage, wie sie ist. Wir haben auch ein Abkommen mit Großbritannie n. Sollten denn die Vereinigten Staaten uns allein die Klausel gewähren, die sie fünfzehn Staaten nicht gewährt habery nur weil wir unsere Ratifizierung verzögert haben?" Mit großem Aufwand an Beredtsamkeit erinnerte Briand an den Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg. Er führte aus: „Es waren die Tage von Verdun. Die Deutschen standen in den Vororten von Verdun. Ich erinnere daran, damit man anderswo weiß, daß es Augenblicke gibt, die die Franzosen nicht vergessen. (Lang anhaltender DeifaU.) Ich will nicht, daß man, wenn das Furchtbare, das wir durchgemacht haben, von neuem unser Land Heimsuchen sollte, ich will nicht, daß man dann, wenn Frankreich Hilfe braucht, ihm sagen kann: Wir wollen uns nicht wieder dem ilndank aussehen. So unangenehm die Debatte auch sein möge, ich fordere Sie auf, dafür zu sorgen, daß man auch bei dieser Diskussion das Herz Frankreichs schlagen hört und seine dankbare Erinnerung empfindet.
Die Amerikaner sind von sehr weit hergekommen, um ihr Blut an unserer Seite zu vergießen, während in Frankreich niemand an den Sieg glauben konnte.
Es waren Stunden der Angst, des Schreckens, es war die Stunde, in der der Präsident der Vereinigten Staaten den Reichskanzler fragte: „Welches sind Ihre Kriegsziele?" Und der Reichskanzler antwortete: „Unfere Kriegsziele sind dort, wo unsere Soldaten stehen!" Wir konnten nicht glauben, daß der Sieg noch über unseren Fahnen strahlen würde. An jenem Märztag, an dem der Botschafter der Vereinigten Staaten mich aufsuchte, um mich zu fragen, welche Vorkehrungen unsere Ministerien im Hinblick auf den Krieg getroffen haben, sagte ich mit großer Bewegung zu ihm: „Sie kommen also?" Und ich brach in ein Schluchzen aus. Er auch. Er sagte: „3a". Es war ein großer Augenblick, und
Frankreich vergißt nicht, was Amerika für Frankreich getan hat!"
Briand erinnerte sodann an feine in Genf entfalteten Bemühungen, um die Regelung der Kriegsschulden mit derjenigen der Reparationen zu verbinden. Es habe die Möglichkeit bestanden, kommunizierende Gefäße zwischen
Deutschland, England und Frankreich herzustellen. Wenn der Antrag Franklin Bouillon nun angenommen würde, so würde alles verschwinden außer der Schuld Frankreichs. Amerika werde am Ende des Monats, wenn das Abkommen nicht ratifiziert sei, die Rechnung präsentieren. Wenn die Rechnung bezahlt werde, so werde England die feinige ebenfalls vorlegen. Vor dieser Gefahr und Häufung der Schwierigkeiten müsse gewarnt werden. Der Antrag Franklin Bouillon zerreiße alles, was bisher erreicht worden fei. Briand schloß:
„Wenn der Antrag Franklin Bouillon angenommen wird, so müssen andere Männer in der Regierung daraus eine Wirklichkeit machen."
Der Abgeordnete Franklin Bouillon nahm nach der Rede Briands seinen Vertagungsantrag zurück. Das gleiche tat der Abgeordnete Delson, der die Ratifizierung der Schuldenabkommen bis zur Ratifizierung des Voung- Planes durch Deutschland aufschieben wollte.
Oer sozialistische Abgeordnete Leon Blum
ergriff hierauf das Wort, um seinen Vertagungsantrag zu begründen, in dem die Regierung aufgefordert wird, zunächst eine Politik der
wirklichen Befriedung und der Abrüstung
zu betreiben. Er legte den sozialistischen Standpunkt dar: Annullierung der Schulden und ein Zahlungsplan, wonach die einzigen wirklichen Verpflichtungen Deutschlands in den Reparationen bestehen. Gegenwärtig, so erklärte er, werden etwa zwei Drittel der Annuitäten des Doungplanes für die Kompensierung der interalliierten Schulden verwandt. Frankreich wird nach der optimistischsten Berechnung für seine Reparationen nur 6 Milliarden Goldmark, d. h. 40 Milliarden Papierfranken erhalten, mehr als die Hälfte der Reparationen fällt uns also zur Last. Der Ministerpräsident hat heute vormittag behauvtet, daß unsere Reparationen mit 65 Milliarden Goldmark ersetzt werden müßten. Wir haben es bisher auf sechs Milliarden gebracht. Damit derartiges möglich war, mußte eine lange Reihe von Irrtümern begangen werden:
dec unverzeihliche Irrtum der Versailler Friedensverhandlungen, die Ablehnung der Vorschläge Bonar Lows und die Ruhrbesehung, ein außenpolitischer Fehlgriff, der eine Stimmung des Mißtrauens gegen Frankreich geschaffen hat. Wollen Sie jetzt Europa abrüsten und den Frieden ermöglichen? Rehmen Sie die Schiedsgerichtsbarkeit ohne Vorbehalt an? können Sie sich von der Vergangenheit abwenden? Die Sicherheit besteht nicht in der militärischen Besetzung, die Sicherheit liegt in Locarno! Erkennen Sie an, daß die sofortige Räumung des Rheinlandes eine Folge des Poungplans ist? Ohne diese Räumung gibt es keine Befriedung, ohne Räumung keine Annahme des Poungplanes. Wir fragen die Regierung, ob sie die Räumung des Rheinlandes von der Ausführung des Poungplanes abhängig macht, und ob sie unter Ausführung die Mobilisierung des ungeschützten Annuitätenteils versteht.
Der Ministerpräsident hat heute morgen behauptet, daß diese Mobilisierung nicht sicher sei. Wollen Sie also die Rheinlandräumung an diese Bedingung knüpfen? Wir wiederholen, daß keine Mobilisierung ohne vorherige Räumung möglich ist.
Rach der Rede Leon Blums, di« auf der linken Seite des Hauses oft von Beifall unterbrochen wurde, ergriff
Briand
nochmals das Wort. Er nahm für sich gegen Leon Blum eine gewisse Kontinuität der 3deen zur Verwirklichung desFrie- dens in Anspruch und verwahrte sich dagegen, daß man einen Tlnterschied machen wolle zwischen seinen Bestrebungen und denjenigen der Regierung. 3ji der Außenpolitik sei nichts geschehen, ohne daß die Regierung darüber beraten und die Ziele des Außenministers gebilligt habe.
Diese Erklärung wurde vom Ministerpräsidenten P o i n c a r 6 in einem Zwischenruf bestätigt. Briand schilderte dann die Schritte Frankreichs zur Aufrichtung des europäischen Friedens und erklärte weiter:
Die französische Regierung will nicht durch List oder auf Schleichwegen vorgehen, sie will auf die Konferenz gehen mit dem sehr festen Willen, alles, was möglich ist, im Interesse des Friedens zu erreichen.
Aber da der Abgeordnete Blum von Reparationen und vom Rheinland gesprochen hat, muß ich ihm sagen, daß es nicht sehr leicht ist, sich im Rahmen der Verträge zu bewegen. Es ist, wie wenn man jemandem einen Sack mit Kohle gibt und ihn beauftragt, Mehl daraus zu entnehmen. Briand erinnerte sodann an die Verhandlungen von Paris, London usw. und erklärte:
Auf der bevorstehenden Konferenz muß man sich völlig und endgültig einigen.
Eine endgültige vollständige Regelung darf aber nicht eine leere Formel fein. Briand fuhr fort: Für einen dauerhaften Frieden tzenügt es nicht, daß Frankreich allein Gesten unternimmt, sondern es sind gemeinsame Gesten Frankreichs und Deutschlands notwendig. Der Friedensvertrag hat eine 15jährige Besetzung vorgesehen. Die erste Zone ist zwei 3ahre länger als vorgesehen beseht geblieben, weil Deutschland nicht alle Bedingungen erfüllt hatte.
Was die zweite Zone betrifft, so haben wir keinen Grund, zu verbergen, daß die französische Regierung schon die Möglichkeit der Räumung ins Auge gefaßt hat. Die Räumung eines von 50 000 Mann besetzten Gebietes laßt sich frei- willig nicht von heute auf morgen bewirken. Seit Wochen Hal die Regierung die Mittel zur
Ausführung dieser Maßnahme ins Auge gefaßt.
Was wir erlangen wollen, ist, daß eine endgültige Regelung zustandekommt, ist die Gewißheit, daß der Voung-Plan lebendig und wirksam wird. Eine Anzahl Gesetze muß vom Reichstag beschlossen werden; ohne sie könnte der Voung-Plan nicht durchgeführt werden. Wir werden ebenfalls mit diesem Plan vor die Kammer treten, denn es liegen gewisse Abänderungen gegenüber dem Versailler Vertrage vor. Sie können von der Regierung nicht verlangen, daß sie die Bedingungen präzisiert, unter denen die Kommerzialisierung der Annuitäten möglich fein wird.
wir gehen aber auf die Konferenz mit dem besten Willen, eine endgültige Regelung zu erlangen und den Voung-Plan so ratifizieren zu lassen, wie er in seiner Gesamtheit von den Sachverständigen angenommen worden Ift, mit


