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4. Verbandstagung der hessischen Geflügelzüchter.

---Gießen, 16. Juni. Zu einer bedeutungs­vollen Kundgebung für die Förderung der hessi­schen Geflügelzucht, sowie für die Hebung und Verwertung der Eiererzeugung gestaltete sich der gestern und heute hier stattgehabte hessische Geflügelzüchtertag. Aus allen drei Pro­vinzen hatten sich Vertreter der Vereine und Be­zirke unter der Leitung der Provinzialverbands­vorsitzenden B r o h m, Darmstadt, Lehr, Mainz, und Kolter, Bad-Rauheirn, eingefunden.

Eröffnet wurde die Tagung am Samstag durch interne Vorbesprechungen imHessischen Hos". Daran schloß sich ein wohlgelungener Begrü- tzungsabend im Cafe Leib an. Der Vor­sitzende des Geflügel- und Vogelzuchtvereins Gie­ßen, Franz Funk, und der Vorsitzende des Landesverbandes Hessen, Karl D e i t h , Rei­chelsheim, begrüßten besonders die Ehrengäste. Don diesen sprachen Oekonomierat Hensel namens der Landwirtschaftskammer, Beigeordne­ter Dr. Hamm für die Stadt Gießen, Professor Dr. K r a e m c r als Leiter des Tierzuchtinsti­tutes der ilniberfität, Schachtzabel, Halle (Saale) als Präsident des Bundes deutscher Ge­flügelzüchter, dem etwa 30 Landes- und Pro­vinzialverbände mit 3118 Geflügelzuchtvereinen angehören. Für die auswärtigen Züchter sprach Hofmann, Marburg. Die Festordnung des Abends war außerordentlich abwechslungsreich und brachte neben Musikstücken Männerchöre des Dauerschen Gesangvereins, Solovorträge von Fräulein Rols hausen, Deklamationen, Kunst­fahren, Tänze usw.

Die Hauptverhandlungen begannen heute vormittag im Hotel Hindenburg. Der Vor­sitzende K. V e i t h (Reichelsheim) hieß die stark- besuchte Versammlung herzlich willkommen und begrüßte u. a. die Ehrengäste Dr. Denker und Dr. Wagner von der Landwirtschaftskammer, Prof. Dr. K r a e m c r , Dr. Wetzel und Dr. Lang vom Universitüts-Tierzuchtinstitut und den Ehrenvorihenden August Schwan, Gießen. Unter lebhaftem Beifall teilte der Redner mit, daß der Landesverband Hessen den Präsidenten des Bundes deutscher Geflügelzuchtvereine, Schachtzabe^l (Halle), zum Ehrenmit­glied e ernannt habe. Hierauf ergriff Präsi­dent Schachtzabel das Wort und dankte für die erwiesene Ehrung. Auch er überbrachte meh­rere Auszeichnungen des Bundes deutscher Ge­flügelzüchter. Für seine hohen Verdienste auf dem Gebiete der Geflügelzucht wurde der Leiter des Universitäts-Tierzuchtinstitutes, Prof. Dr. K r a e m e r , mit der Silbernen Bundes­medaille ausgezeichnet, ebenso der Ehren­vorsitzende Schwan, der zwanzig Jahre lang den Gießener Verein leitete. Außerdem erhiel­ten die silberne Bundesmedaille die beiden Bad- Rauheimer Züchter H. Dingel und Friedrich Heß, die 26 bzw. 27 Jahre im Vorstand des dortigen Vereins segensreich wirkten.

Hieran schloß sich als Mittelpunkt der Tagung ein Vortrag des Assistenten am Tierzucht- iustitute, Dr. Lang, über:Weitere För­de r u n g s m a h n a h m e n auf dem Ge­biete der Geflügelzucht". Durch die Verarmung des deutschen Volkes kann auf dem Gebiete der Geflügelzucht keine Luxuszucht be­trieben werden, sondern es müsse vor allem die Wirtschaftlichkeit der Zucht ins Auge gefaßt wer­den. Hier müsse das Interesse der Geflügel­halter geweckt und in erster Linie bewiesen wer­den, daß die Geflügelzucht rentabel ist. Um diese Bestrebungen weiter zu fördern, und auf einer ?wertmäßigen Bahn vorwärts zu bringen, führte Redner drei Förderungsmaßnahmen an: 1. Alle Züchter müssen im Interesse der Sache Zusammen­arbeiten, 2. die in Vereinen zusammengeschlosse­nen Züchter, Vereine, Bünde und die Land­wirtschaftskammer müssen für die Herstellung der Einheitlichkeit in der Zucht Sorge tragen, und 3. die rein staatlichen Stellen, darunter auch die Lehr- und Versuchsanstalt für Hessen, die eigent­liche Richtung für die gesamte Förderung der Geflügelzucht angeben. Ferner müsse der Staat Sleichgerrchtete Maßnahmen im Eierabsah, in der äerverwertung und in der Ausbildung von Fachleuten auf dem Gebiete der Geflügelzucht , treffen. Diese drei Kategorien müssen Zusammen­arbeiten, damit das Endziel, Befreiung der deut­schen Wirtschaft vom Ausland, erreicht werden kann. Zum Schluß richtete der Redner einen Appell an die Geflügelzüchter, einig zu fein im angegebenen Ziel, damit wir uns, wenn auch nicht im Eiltempo, dem Endziel sichtlich nähern können. Langanhaltender Beifall belohnte die interessan­ten Ausführungen des Redners.

Vorsitzender K. Veith sprach dem Redner den Dank der Versammlung aus. Hieran schloß sich eine rege Aussprache. Dr. Lang kam dann auf die erste Leistungsprüfung für Hessen im Eierwettlegen zu sprechen, das seit dem Rovember 1928 auf dem hiesigen Tierzuchtinstitut stattfindet. Da die seitherige Methode des Wettlegens kein

klares Bild ergab, so wurde von ihm ein gan- neuer Leistungsgedanken für die Prüfungen aus­gearbeitet. An dem neuen Wettlegen werden sich 82 Züchter 'aus Hessen beteiligen, und zwar be­ginnt die Leistungsprüfung schon vom Brutei aus. Diese Eier kommen in eine Brutmaschine, die ausgeschlüpften Kücken werden gleich bedingt großgezogen und im Herbst desselben Jahres in Stämme eingeteilt. Alsdann kann das Wettlegen beginnen. Durch dieses neue Verfahren soll der Durchschnittsertrag der Eier erhöht, aber keine einzelnen Rekordhennen gezüchtet werden. Veith, Reichelsheim, und Präsident Schachtzabel sprachen sich ebenfalls für die neue Idee Dr. Langs aus, die auf dem Gebiete der deutschen Leistungs-Geflügelzucht richtungs- und tonange­bend werden wird.

Den Abschluß der Tagung bildete der Besuch des Tierzucht-Instituts unter Führung von Dr. Lang und Dr. Wetzel. Besichtigt wurden die neuzeitlichen Einrichtungen, wie Brutkeller mit einem Schrankbrüter für 6000 Eier, das Zentralaufzuchthaus, Schirmglucken­häuser, Legehalle, Kolonieställe, Wettlegestall, Taubenschlag und dergleichen mehr. Rach Schluß der Besichtigung bereinigte sich eine Anzahl Herren zu einem gemütlichen Beisammensein im Hotel Hindenburg.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

Y Mainzlar, 16. Juni. Dieser Tage fand hier die erste diesjährige Heugrasverstei- gerung bei zahlreicher Beteiligung statt. Die Preise bewegten sich, da die Flächen in kleineren Stücken zum Ausgebot kamen, vro Stück zwischen 1620 Mark, so daß sich der halbe Morgen auf ungefähr 4860 Mark stellte. Infolge der langen Trockenheit in diesem Frühjahre, welche die Grün­fütterung teilweise bis in die letzten Tage hinaus­schob, sind die alten Heubestände bielfach boll­ständig aufgezehrt. Mit der Heuernte hat man bei uns bereits begonnen. Der Grasbestand ist trotz der Trockenheit durchweg als gut zu bezeichnen. Unser Kindergarten, der bor einiger Zeit infolge zu geringer Beteiligung auf. gelöst wurde, ist in seinen alten Räumen jetzt wieder eröffnet worden. Er wird nunmehr als Privat-Kindergarten weiter betrieben.

# Aus der nördlichen Wetterau, 16. Juni. Nunmehr lassen sich die A u s s i ch t e n für die Ob st ernte übersehen. Die Apfelbäume haben über die Maßen gut angesetzt, bis auf die edleren Sorten Schöner von Boskoop und Goldrenette von Blenheim. Die Früchte haben bereits Haselnußgröße erreicht, einzelne Aeste beginnen sich wegen des starken Behanges schon zu senken. Birnen bringen auch wieder eine gute Ernte. Vom Steinobst ist zu sagen, daß Kirschen, Zwetschen und die als Spalier gezogenen Pfirsiche und Aprikosen reichlich angesetzt haben, bei Zwerchen jedoch ganz unterschiedlicher Fruchtansatz festzustellen ist. Die erste Ernte wird eben eingebracht. Da es hier an Wiesen man­gelt, wird viel Luzerne oder ewiger Klee ange­baut, von dem bei einigermaßen gutem Futter­stand der erste Schnitt zu Kleeheu aufbereitet wird. Gegenwärtig werden hochbeladene Leiter­wagen guten Dörrsutters eingebracht.

Kreis Friedberg.

WSR. D a d - R a u h e i m, 16. Juni. Einem verhängnisvollen Irrtum ist hier ein junges Menschenleben zum Opfer gefallen. Ein 21 Jahre altes Mädchen zog sich vor mehreren Tagen durch Verwechslung zweier Tablettensorten eine Sublimatvergiftung zu, der es nun­mehr im hiesigen Krankenhaus erlag.

Kreis Büdingen.

-s- Ridda, 16. Juni. Der Behang der Apfelbäume rechtfertigt im allgemeinen nicht die Erwartungen, die man im Hin­blick auf die reiche Blüte zu hegen berechtigt war. Man sieht viele Bäume, die nur einzelne, oder wenig Früchte haben. Die Mehrzahl der Bäume ist mittelmäßig behangen. Es ist anzunehmen, daß die große Trockenheit, die nach der Blüte­zeit einsetzte, den Bäumen schädlich war.

Kreis Schotten.

/Gedern, 16. Juni. Dieser Tage wurde dem zur Zeit hier zu Besuch weilenden Ehren­bürger unserer Stadt, Karl Philipp Ober­heim aus Reuyork, der von hier stammt und für seine Vaterstadt viel getan hat, in einer be­sonderen Sitzung der Gemeindevertretung vom Bürgermeister Müller der Ehrenbürger­brief der Stadt Gedern überreicht. Der neue Ehrenbürger betonte nach der Rede des Bürgermeisters in seiner Dankesansprache, daß er in den vierzig Jahren seiner Abwesenheit von der deutschen Heimat seine Vaterstadt Gedern nicht vergessen habe. An die feierliche Sitzung schloß sich ein geselliges Beisammensein an. Das Kuratorium der städtischen Höheren Schule hielt dieser Tage unter dem Vorsitz von Bürgermeister Müller eine Sitzung ab, in

welcher der Voranschlag für 1929 genehmigt wurde. Der Etat schließt mit einer Einnahme von 12 989,50 Mk. und einer Ausgabe von 17 028 Mk. ab. Die Anstalt wird zur Zeit von 57 Schülern besucht. Bürgermeister Müller teilte mit, daß der Landtag Anfang April den Staatszuschuß für das Institut genehmigt hat.

Preußen.

Kreistag des Kreises Wehlar.

Z Wetzlar, 15.Juni. Eine Kreistags­sitzung, die sich mit der Verabschiedung des Voranschlags für 1 929 befaßte, fand am gestrigen Freitag unter dem Vorsitz des kommis­sarischen Landrats M i ß statt. Der Etat, der durch den Weggang des bisherigen Landrats Dr. Sar­torius verhältnismäßig spät zur Vorlage kam, schließt in Einnahme und Ausgabe mit 3 3 1 5 4 0 0 Mark ab. Er wurde von dem Land­rat mit einigen Erklärungen eingebracht, in denen er besonders noch der segensreichen Tätigkeit seines Amtsvorgängers, Geheimrats Dr. Sartorius, gedachte. In der Aussprache nahmen die Führer der Fraktionen, bis auf kleinere Wünsche, im all­gemeinen eine zustimmende Haltung ein. Die spe­ziellen Wünsche gingen besonders auf eine b e - f rh l e u n i g t e Verbesserung der Land- st r a ß e n hinaus, insbefoftbere auf eine Vermin­derung der noch vielfach bestehenden Gefahren­punkte in einzelnen Orten. Aber auch hier ist die Kreisverwaltung an die vorhandenen beschränkten Mittel gebunden. Seitens der bürgerlichen Arbeits­gemeinschaft wurde vergeblich die Streichung eines Haushaltspostens von 20 000 Mark für Winter­be i h i l f e für Erwerbslose angfftrebt. In der Abstimmung wurde diese Position mit den Stimmen der SPD., der Demokraten und des Zen­trums angenommen. Bei der Schlußabstimmung über den Voranschlag gab die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft eine formulierte Er­klärung ab, daß sie den Etat a b l e h n e, weil die Wünsche der Bürgerschaft bei Besetzung des Landratspostens durch das preußische Staats­ministerium unberücksichtigt geblieben seien. Die Erklärung, die durch den Kreistagsabgeord­neten Weber- Lützellingen verlesen wurde, hatte folgenden Wortlaut:Der preußische Herr Innen­minister bzw. das preußische Staatsministerium hat trotz dringlicher Vorstellungen ohne Rücksicht auf die berechtigten Forderungen des Kreises Wetzlar, die durch die Pensionierung des bisherigen Inhabers freigewordene Landratsstelle besetzt. Der Kreis Wetzlar mußte erwarten und konnte fordern, daß an seine Spitze ein fachlich geschulter, evangelisch- kirchlicher Verwaltungsbeamter berufen wurde. Wenn die katholischen Kreise unserer Rheinprovinz nur solche Landräte bekommen wie der preu­ßische Innenminister unseren Abgeordneten aus­drücklich erklärt hat die mit der Mehrheit der Bevölkerung gleichen Glaubens und außerdem fach­lich gebildete Verwaltungsbeamte find, dann hat der Kreis Wetzlar, der fast ganz evangelisch ist, doch wohl das gleiche Recht und den gleichen An­spruch. Dieser Anspruch ist gemäß politischer Ver­einbarungen, die uns dWchaus nicht binden können, von dem preußischen Staatsministerium zurückge­wiesen worden. Wir bedauern, dadurch in den stärksten Gegensatz zu der Staats- regierung gebracht worden zu sein, und können die von ihr getroffene W a hl nicht billigen. Wir wollen damit dem Herrn kommissarischen Land­rat in keiner Weise zu nahetreten, anerkennen viel­mehr seine schätzenswerten persönlichen Eigenschaf­ten, müssen aber grundsätzlich das unserem Kreis gegenüber angewandte System ablehnen." Seitens der Deutschen Volkspartei wurde die Er­klärung abgegeben, daß sie grundsätzlich mit den vorstehenden Ausführungen einverstanden sei, jedoch aus sachlichen Erwägungen heraus dem Etat zu stimmen werde. In der Abstimmung wurde dieser beim auch mit 18 gegen 8 Stim­men angenommen. Bemerkt sei zur Erläute­rung, daß der neue Landrat katholisch war und jetzt Dissident ist, worauf wohl besonders der scharfe Einspruch zurückzuführen sein dürfte. Aus diesen Gründen dürfte auch bei der im Herbst statt- finbenben Wahl bes ßanbrats ein erneute Ableh­nung durch die Arbeitsgemeinschaft zu erwarten sein.

Llnglücksfälle bei einer Ballonverfolgung.

WSR. Frankfurt a. M., 16. Juni. Heute veranstaltete der Motorrad- und Automobilklub eine Ballonverfolgung. Kurz vor A l s- f e l d geriet ein Kraftwagen aus Darmstadt in­folge Reifendefekts in voller Fahrt ins Schleudern und überschlug sich. Die drei Insassen, sämtlich Herren aus Darmstadt, wurden aus dem Wagen geschleudert und erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. Zwei der Verletzten wurden dem Alsfelder Kran­kenhaus zugeführt. Der Wagen wurde voll­ständig zertrümmert. Ein weiterer lln- glücksfall ereignete sich bei Ermenrod. Dort wurde ein Motorradfahrer aus Bingen von

einem anderen Fahrer beim Ueberholen gestreift. Er kam zu Fall und mußte mit einem doppelten Beinbruch abtransportiert werden.

Schweres Flugzeugunglück.

Kassel, 17. Juni. (WTB.) Rachdern am Sonntagvor- und -nachmittag in dem Flieger­lager am Dörnberg mit den Segelflugzeugen Max Kegel" undPrüfling Dörnberg" mehrere wohlgelungene Segelflüge erfolgt waren, startete gegen 16.30 ilf)r der 22jährige Iungflieger Heinz Kolke aus Kassel mit demPrüf­ling Dörnber g". Bald nach dem Start ver­lor das Flugzeug an Höhe, um dann senk­recht abzu stürzen. Schwer verletzt wurde der Iungflieger aus den Trümmern ge­borgen und verstarb auf dem Transport zum Krankenhaus. Die Untersuchung hat ergeben, daß sich das Steuer nach dem Absturz des Flug­zeuges noch vollkommen in Ordnung befand, so daß anscheinend ein Bedienungsfehler der An­laß zu dem schweren Unglück gewesen ist.

Kreis Wcülar.

* Rauborn, 16. Juni. Vor zwei Jahren berichteten wir über die Entdeckung und Ausgrabung einer alten K irche im Walde des Siebenmühlentals durch Pfarrer Schiefer st ein in Rauborn. Die aus- gegrabenen Grundmauern sind nunmehr auf An­ordnung des Konservators der rheinischen Bau­denkmäler wieder zum Zwecke der Erhaltung der alten Mauern zugeworfen worden. Es ist aber vorgesehen, zu günstigerer Zeit die Ausgrabun- gen an dieser Stelle (in der Rähe der Honig- mühle) fortzusehen, da man aus der Beschaffen­heit des Bodens um die Kirche herum vermutet, daß sich vielleicht auch noch Aufschlüsse über die Profangeschichte jener Zeit ergeben könnten. Un­günstig ist die gegenwärtige Zeit insofern, als D r. Bader vom Landesmuseum in Bonn, der int Auftrage der Regierung die Stelle unter­suchte, zur Zeit durch die neuen Entdeckungen am Bonner Münster und am Römerlager (castra vetera) in Tanten festgelegt ist. Da die bisheri­gen Untersuchungen nun zu einem gewissen Ab­schluß gekommen sind, sei noch einmal ein kur­zer Rückblick auf diese Episode geworfen. Als sich aus den Untersuchungen der Vermächtnisse des Lorscher Codex ergeben hatte, daß in Rau­born zur Zeit Karls des Großen zwei Kirchen bestanden, eine Basilika der Theutbirg vom Jahr 777 und eine Ecclesia (Kirche) der Eheleute Engeldrud und Cngelsuint vom Jahr 806, be­gann vor zwei Jahren ein reges Suchen nach Anhaltspunkten für diese Kultstätte. Den besten Dienst zur unzweideutigen Auffindung der Grund­mauern der einen dieser beiden Kirchen leistete die Beobachtung und vergleichende Betrachtung der Flur- und Wegenamen in der Gemeinde Rauborn. Genannt seien nur die RamenAlter Kirchhof",Pfarrwird",Kirmesgrund",Pfof- fenhell",Leichenschoß" undEngelsberg". Die letztere Beziehung führte besonders unter Be­rücksichtigung noch vorhandener Ortssagen zu der sicheren Bestimmung der Ortskirche in Rauborn als der Tochter der von Engeldrud und Cngelsuint gestifteten Kirche von 806, und damit auch zur Bestimmung der im Walde gefundenen Kirche als der von 777, d. h. der der Theutbirg, dervenerabilis matrona" zu eigen gewesenen Basilika mit den Ausmaßen von 20 Meter in Länge und 5 Meter in Breite, mit einem gua- dratischen Altarraum und einer derartigen Fülle von Herumliegenden Steinen, daß sie vermutlich eine Steinkirche gewesen sein wird.

Hessenfahrt

des Deutschen Grünlandbundes.

WSR. Darmstadt, 16. Juni. In der Zeit vom 16. bis 20. Juni veranstaltet der Deutsche Grünlandbund seine diesjährige Tagung in Hessen. Der Generaldirektor der Land­wirtschaftskammer für Hessen, Dr. Hamann, wird an Stelle des erkrankten ersten Vorsitzenden Dr. v. Schmieder (Steinbach) die Tagung lei­ten. Sie beginnt mit einem Begrühungsabend in Bensheim a. d. B. Vertreter des Reiches, der Landesregierungen, der Landwirtschaftskammern und sonstiger interessierter Behörden, sowie die praktischen Landwirte nehmen an der Tagung teil. Die Hessenfahrt des Deutschen Grünlandbundes ist eine Besichtigungsfahrt, die durch die Grünlandgebiete Hessens, also Odenwald, Vogelsberg und Ried führen wird. Rach dem Besuch des Odenwaldes und des Rieds geht es nach Oberhessen (Iungviehweide der Stadt Gedern, Hutweiden der Gemeinde Cngel- rod, Versuchs- und Mustergut Selgenhof der Landwirtschaftskammer für Hessen, Vogels­berger Rotviehsammlung in Unter-Sei­bertenrod, Iungviehweide Warthof bei Grünberg und schließlich die Versuchsgüter und -selber der Universität Gießen. Die Tagung findet ihren Abschluß auf der Hardtterrasse in Gießen.

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