Gericht beschloß, ihn wenigstens mit einer Präventivhaft zu bestrafen, die solange dauern soll, bis sich das bereits in Vorbereitung befindliche Gesetz in Kraft tritt, wonach die Sieger höchstens drei Äamen führen dürfen.
Schottisches Intermezzo.
(f) London.
Ein Schotte kehrte zur Mittagsstunde in ein Pariser Luxusrestaurant ein. Fünf Kellner in tadellos sitzenden Fracks begleiteten den Gast zu dem Tisch, wo er Platz zu nehmen geruhte. Der Gast verlangte ein Glas Wasser. Die Kellner schnitten ein in höchstem Grade verdutztes Gesicht, waren aber wohlerzogene Menschen und brachten wortlos das Gewünschte. Der Schotte trank von Zeit zu Zeit einen Schluck von dem Wasser und beobachtete dabei behaglich schmun
zelnd die angeregt schwatzende, trinkende und flirtende Gesellschcht, die um ihn herum versammelt war. Vach zwei Stunden stand er nonchalant auf, stolzierte durch das Spalier, das die Kellner an beiden Seiten des Saales bildeten und erreichte unangetastet den Ausgang. Dort erwischte ihn aber der Geschäftsführer, der nicht umhin konnte, den sonderbaren Gast höflich zu interviewen: „Wie stellen Sie sich das vor, mein Herr? Sie kommen hier in ein Restaurant, halten sich zwer Stunden auf, verzehren gar nichts, geben keinen Pfennig Trinkgeld und ziehen jetzt so ganz einfach von bannen?“
„Was heißt, einfach von dannen ziehen? Sie können doch von mir nicht verlangen, daß ich Ihr Lokal nach dem Genuß von einem Glas Wasser im Tanzschritt verlasse!"
Stirnen, Sport und Spiel.
Die deutsche Fußballmeisterschaft.
Die Borrunde.
Aach den beiden vorweg genommenen Treffen des vergangenen Sonntags zwischen Preußen Za- borze und Hertha B. S. C. Berlin (1:8) bzw. V. f. D. Königsberg und S. C. 08 Breslau (1:2) wurden gestern die Vorrundenkämpfe um die Deutsche Fußball-Meisterschaft mit den sechs restlichen Kämpfen fortgesetzt. Hierbei war vor allem der glatte Sieg der drei süddeutschen Vertreter besonders auffallend. Der Süddeutsche Meister war nicht von allen mit restlosem Vertrauen nach Hamburg begleitet worden, wo er gegen Holstein Kiel antreten sollte. Die imponierende Art jedoch, in der der 1. F. C. Aürnberg die Holsteiner 6:1 schlagen konnte, war überzeugend genug für die überlegene Klasse des Altmeisters. Auch die S p. V g g. Fürth, Süddeutschlands Tabellendritter, fertigte den dritten Vertreter Westdeutschlands überlegen mit 5:1 Toren ab. Allerdings hatten die Fürther auf Aürnberger Boden in Fortuna Düsseldorf einen der schwächeren Teilnehmer der D. F. D.-Runde als Gegner. Sehr angenehm enttäuschten die Münchener Bayern. Sie hatten relativ die schwerste Aufgabe, denn der S. C. Dresden war von vielen Fachleuten in diesem Jahre als Geheimtip genannt worden. Run ist diese Elf bereits im ersten Treffen von dem besseren Sturm der Bayern aus dem ferneren Wettbewerb herausgeworfen worden.
3m übrigen gab es auf der ganzen Linie Favoritensiege, teilweise allerdings in einer Höhe, die unerwartet war. Wit der auffallend hohen Riederlage des zweiten Vertreters des Mitteldeutschen Verbandes, Wacker Leipzig, seitens der S p. V g g. 0 4 Schalke, ist nunmehr überhaupt keine mitteldeutsche Mannschaft mehr im Rennen. Daß die Leipziger auf eigenem Boden 1:8 verloren, ist für sie geradezu vernichtend. Tennis-Borussia Berlin rettete mit verzweifelter Kraftanstrengung die Situation, indem sie gegen Titania Stettin nach Spielverlängerung 3:2 knapp genug gewinnen konnte. Auch der HSV. Hamburg kam zu keinem deutlicheren Resultat. Er behielt in Duisburg über den SV. Meiderich ebenfalls nur mit 3:2 Toren die Oberhand, benötigte jedoch hierzu wenigstens keine Zusahzeit.
Rach der nunmehr vollständigen Durchführung der Vorrunde verblieben demnach die drei süddeutschen Vertreter, 1. F.C. Nürnberg, Sp.-Vgg. Fürth und Bayern München, im Rennen. Für den Berliner Verband werden weiterhin seine beiden Vertreter, Hertha-BSC. und Tennis- Borussia Berlin, in die Schranken treten können. Der westdeutsche, norddeutsche und südostdeutsche Verband sind mit 04 Schalke, HSV. Hamburg
und SC. 08 Breslau nur noch je einmal vertreten, während Mitteldeutschland und der Baltenverband bereits in der ersten Runde vollständig ausschieden.
Die Handballmeister der DSV. polijei-Spo. Berlin (Herren) und S. 6. Charlotten- bürg (Frauen).
3n Halle wurden am gestrigen Sonntag die Endspiele um die Handballmei st erschüft der Deutschen Sportbehörde ausgetragen. Bei den Frauen holte sich in einem vor 2500 Zuschauern hartnäckig geführten Kampf der S.C. Charlottenburg zum brittenmale den Titel. Die Berliner Damen siegten knapp 3:2, nachdem Hamburg bei der Pause noch 2:1 geführt hatte. — Sehr fpannend war der Kampf der Herren zwischen den Polizei-Sportvereinen von Berlin und Darmstadt. Der süddeutsche Vertreter hielt sich sehr tapfer, er konnte in der ersten Halbzeit bei 5:5 Toren ein offenes Spiel erzwingen und fand damit den Beifall der 7000 Zuschauer. Aach der Pause waren aber die Hessen ermüdet und Berlin konnte sich mit einem 12:7-Sieg zum fiebtenmale in den Besitz des Meistertitels setzen. Leichtathletik-Meisterschaften des Bezirks Hessen-Hannover
Der Bezirk Hessen — Hannover brachte gestern in Kassel seine diesjährigen Lelcht - athletik-Meifterschaften zur Durch- sührung. Starker Gegenwind, der zeitweilig herrschte, machte vor allem den Läufern viel zu schaffen. Mit den erzielten Leistungen kann man in Anbetracht der Umstände zufrieden sein. Ergebnisse:
100 Met.: 1. Freund, Hessen/Preuh. Kassel 11,1 Set; 2. Konrad, Universität Marburg, 11,4 Sekunden.
200 Meter: 1. Schaurig, H.P. Kassel, 22 Set; 2. Frehe, Göttingen, 23,6 Sekunden.
400 Meter : 1. Freund, H. P. Kassel, 53,5 Sekunden; 2. Tönges, Gießen 1900, 54 Sekunden.
8 0 0 Meter: 1. Depperling, Gießen 1900, 2:05; 2. Wortmann, Wetzlar, 2:06.
1500 Meter: 1. Christoph, Göttingen, 4:16 M.; 2. Peters, Gießen 1900, 4:17,6 M.
5000 Meter: 1. Scheybing, H. P. Kassel, 16:22 M.; 2. Melzenbach, Göttingen, 16:31 M.
110 Meter Hürden : 1. Sobottka, H. P. Kassel, 16,8 Set; 2. Hopfenmüller, Gießen, 16,9 Sekunden.
4 mal 100 Meter-Staffel: 1. Hessen/ Preußen Kassel 44,5 S.; 2. Göttingen 46,6 S.
4 mal 4 0 0 Meter-Staffel: 1. Hessen/ Preußen Kassel 3:37,2 M.
SitMWmMii.
Roman von Edgar Wallace.
3. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Daran habe ich auch gedacht," gab sie zu, „aber sie hätten sich doch wohl kaum die Mühe gemacht, den Zigarrenabschneider abzureihen."
„Wer ,fie‘?“ fragte er.
„Wer auch immer Stuart ermordet hat," antwortete sie ruhig, „wird auf jeden Fall alle Waffen weggenommen haben, die sich in seinem Besitz befanden."
Er nahm die Uhrkette wieder auf, bemerkte den anderen Ring und wunderte sich, daß er diesen nicht selbst gesehen hatte.
„Ich glaube, Sie haben recht", sagte er nach längerer Untcrfudjung. „Der Ring ist viel größer — er war übrigens die Kette fjinaufgeglitx ten —. und man kann ganz deutlich die Kratzer sehen, wo das Messer abgedreht wurde. Hm." Er legte die Kette in die Schale und blickte auf seine eigene ilfjr. „Haben Sie die anderen Gegenstände auch untersucht?"
Sie schüttelte den Kopf.
„Rur die Uhr und die Kette."
Er blickte ün Zimmer herum und sah einen eingemauerten Wandschrank.
„Ist der leer?" und, als sie nickte: „Wir wollen die weitere Untersuchung lassen, bis ich zurückkomme. Ich muß jemand aufsuchen."
Er stellte die Schale in den Schrank, schloß die Tür ab und gab den Schlüssel an das junge Mädchen. Er war noch nicht an der Tür, als ihm etwas einfiel.
„Sie werden jedenfalls nicht mehr hier sein, wenn ich zurückkehre? Sie haben doch sicherlich so etwas wie Bureaustunden?"
„Ich habe es mir zum Prinzip gemacht, nie länger als bis zwei Uhr morgens hierzubleiben", sagte sie ernsthaft.
Ohne Verlegenheit sah sie die freimütige Bewunderung in seinen Augen.
„Ich glaube, ich habe noch niemals ein Mädel kennengelernt wie Sie", sagte er langsam und wie in Gedanken.
Sie errötete und senkte die Augen. Dann lachte sie leise auf und sah ihn von neuem an. Ihre Augen erschienen ihm wie Sterne.
„Vielleicht haben wir beide noch niemals jemand gefunden, wie wir einander erfcheinen."
Larry verließ Scotland SZard und war sich bewußt, daß ein neuer und sehr wichtiger Faktor in sein Leben getreten war.
4.
^Flimmer Fred hatte den Dahnbof als erster wnd in großer Eile verlassen, aber außerhalb
der Station gewartet, bis er Larrys Taxi vor- beifahren sah.
Er hatte den lebhaften Wunsch, daß gerade an diesem Abend niemand ihm nachspürte, und außerdem einen tiefen Respekt vor dem Scharfsinn und der Lieberlegung Larry Holt's. Wenn in Europa Hochstapler einander trafen, waren sie einstimmig der gleichen Meinung, daß Larry Holt der Mensch wäre, den sie mit Freuden am jenseitigen Ufer des Styx gesehen hätten. Rur sprachen sie dann nicht vom „jenseitigen Ufer des Styx", sondern einfacher und mehr geradeheraus von „der Holle". Die unerschütterliche Beharrlichkeit dieses Mannes war, wenn er einmal eine Spur ausgenommen hatte, allgemein bekannt und gefürchtet. Fred hatte mehr wie jeder andere Veranlassung, vor ihm auf der Hut zu fein.
Rach Larrys Abfahrt wartete er noch zehn Minuten, gab dann auf der Aufbewahrungsstelle des Bahnhofs seinen Handkoffer ab, verließ die Station durch einen der Rebeneingänge und stieg in das erste der dort stationierten Taxis. Einige zehn Minuten später war er auf einem der ruhigen Plätze in Bloomsburh angelangt, an dem sich hauptsächlich Anwaltsbureaus befinden. Das Haus, vor dem er ausstieg, war ein schmales, hohes Gebäude aus roten Ziegelsteinen und zeigte mit Ausnahme einer der oberen Etagen keine Spur von Licht. Der Portier sah ihn etwas mißmutig an.
„Das Bureau ist schon seit mehreren Stunden geschlossen, Sir", sagte er kopfschüttelnd. „Wird erst morgen früh neun Uhr geöffnet.“
„Ist Dr. Iudd noch da?" fragte Flimmer Fred und schob seine Zigarre von einem Mundwinkel in den anderen.
Der Mann zauderte einen Augenblick.
„Mr. Iudd arbeitet noch, und ich glaube nicht, daß er gestört werden möchte."
„Glauben Sie das wirklich?" sagte Fred höhnisch. „Fahren Sie mal 'rauf und sagen Sie dem Herrn, daß Mr. Walter Smith ihn sprechen möchte. Aber vergessen Sie bloß den Romen nicht — er ist ein bißchen ungewöhnlich", fügte er gutgelaunt hinzu.
Der Fahrstuhlführer blickte zweifelnd auf den Besucher.
„Ich werde mir bloß Unannehmlichkeiten bereiten", brummte er, als er in einen der beiden kleinen Fahrstühle trat, auf den Schalter drückte und schnell nach oben entschwand.
Augenscheinlich war das Bureau von Dr. Iudd in der obersten Etage, denn es dauerte ziemlich lange, bis das Summen des Motors verstummte. Rach wenigen Minuten ließ es sich von neuem hören, und der Portier kam herabgefahren.
„Er will Sie empfangen, Sir", sagte er. „Ich werde Sie nach oben fahren.“
4 mal 1500 Meter-Staffel: 1. Hessen- Preußen Kassel 18:19,4 M.
Hochsprung: 1. Fuchs—Wissemann, Universität Marburg, 1,73 Meter.
Weitsprung : 1. Rausch, H. P. Kassel, 6,70 Meter.
Stabhochsprung: 1. Adam, Kurhessen Kassel, 3,23 Meter;. 2. Kohler, H.P. Kassel, 3,13 Meter.
Kugelstoßen: 1. Schäfer, Gießen 1900, 13,16 Meter.
Diskuswerfen: 1. Gary, Marburg, 35,88 Meter.
Speerwerfen: 1. Dr. Schlotthauer, Fritzlar, 55,08 Meter.
Hammerwerfen: 1. Gary, Marburg, 32,17 Meter.
16. Feldbergfest.
An dem diesjährigen Feldbergfest beteiligten sich insgesamt 1500 Turner und Turnerinnen, die vor zahlreichen Zuschauern sehr gute Leistungen zeigten. Die Ergebnisse lauten: Vier- kamps: Männer: 1. Leichum, Tv. Isenburg- 91 Punkte; 2. Schall, Tv. 1860 Frankfurt, 87 P.; 3. Müller, Tv. Kreuznach, und Reudecker, Tv. Klein-Auheim, 83 P. Frauen: 1. Bickel- Haupt, M t v. Gießen, 76 P.; 2. Ritzel, Tbd. Wiesbaden, 74 P.; 3. Brückner, Tv. Mainz 17, 73 P. Altersturner 1.Klasse: 1. Frihler, Tg. Dockenheim, 87 P.; 2. Deuter, Tg. Fulda, 86 P.; 3. Sturm, Groß-Gerau, 83 P. 2. K l a s fe: 1. Kehler, Tg. Bornheim, 90 P.; 2. Koch, Tv. Herborn, 87 P.; 3. Rennspecher, Tv. Dieburg, 86 P. Iugendturner: 1. Wirzberger, Tgm. Bornheim, und Moritz, Eintracht Frankfurt, 77 P.; 2. R o t h e r m e l, M t v. Gießen, 76 P.; 3. Sauer, Tv. Aschaffenburg, 75 P. Bölsungenhorn: 1. Tv. 1860 Frankfurt, 894 P.; 2. Tg. Koblenz, 852 P.; 3. Tv. Reu- Isenburg, 822 P. Iahnschild: 1. Tgm. Fulda. Brunhildisschild: 1. Tv. 1817 Mainz. Schmuck-Gedächtnis-Staffel: 1. Tg. Koblenz.
Motorradrennen
„Rund um Schotten".
Bei dem am gestrigen Sonntag ausgetragenen fünften Motorradrennen „Rund um Schotten" brachten die zur DeutschenMo- torradmeisterschaft zählenden Läufe die folgenden Ergebnisse: Bis 2 5 0 ccm (211,2 km): 1. A. Geiß (Pforzheim) auf D.K.W. 2:26,5 Stunden. 2. Kohsink (Bietigheim) auf U.T. Iap 2:27,16 Stunden. 3. W. Winller (Chemnitz) auf D.K.W. — Bis 350 ccm (211,2 km): 1. K. Gall (Ludwigsburg) auf Standard 2:15,34 Stunden. 2. M. Kiemel (Vaihingen) auf U.T. Iap 2:17,14 Stunden. 3. I. Klein (Waldkirchen).
Franz B ücker (Oberursel) gewann das Rennen der Beiwagen über 600 ccm auf Dücker, Rette (Fritzlar) das Rennen der 350ccm-Klasse für Ausweisfahrer auf Diamant, K l a u e r (Frankfurt) siegte in der Klasse bis 500ccm auf Gillet und I. Klein (Waldkirchen) brachte auf D.K.W. in der Klasse bis 500 ccm für internationale Lizenzführer einen zweiten Sieg an sich.
Emser Regatta.
Die 49. Ruder-Regattü in Bad-Ems hatte bei gutem Besuch ausgezeichnete Leistungen zu verzeichnen. In besonders guter Form befand sich die Kölner Germania, die auch der erfolgreichste Klub war. Die Ergebnisse sind:
B.-V lerer: 1. RG. Koblenz 7:34,4; 2. RG. Lahnstein 7:46,6 Min.
Zweiter Vierer: 1. Germania, Köln, 6:58,8 Min.; 2. Kasteller RG. 7:04,4 Min.
Junior-Einer: 1. Hämmerlin-Wasser- sportverein Godesberg 8:49,4 Min.; 2. Fellenz- Cochemer RG. 8:53.
„Sie sollten mich so nach und nach fennengelemt haben, Sergeant", sagte Fred, als er in den Fahrstuhl trat. „In den letzten Jahren bin ich ziemlich regelmäßig hierhergekommen.“
„Ich hatte vielleicht gerade keinen Dienst", entgegnete der Mann, während der Fahrstuhl langsam nach oben stieg. „Wir sind nämlich zwei Mann hier. Waren Sie vielleicht ein Freund von Mr. David, Sir?"
Fred verzog keine Miene.
„Rein," sagte er leichthin, „ich habe Mr. David «nicht gekannt."
„Ja, das war eine traurige Geschichte. Denken Sie sich, er ist ganz plötzlich vor vier Jahren gestorben."
Fred wußte dies sehr gut, hielt es aber für besser, es für sich zu behalten. Der Tod Mr. Davids hatte ihm beinahe eine Cinkommenquelle, „eine rechtmäßige", wie er es nannte, geraubt, während dies Einkommen ihm jetzt nur noch als „Gunst" zufloh. Er konnte es jeden Augenblick verlieren, dafür aber einige Jahre Gefängnis gewinnen, falls der joviale Mr. Iudd einmal seine Geduld verlor und sich nichts mehr erpressen lassen wollte.
Der Fahrstuhl hielt an, und er folgte dem uniformierten Portier zu einer Tür, an die dieser anklopfte. Eine laute Stimme forderte sie auf einzutreten, und Flimmer Fred stolzierte in das elegant eingerichtete Bureau. Mit einem kühlen Kopfnicken begrüßte er den Inhaber der Wohnung.
Dr. Iudd war aufgeftanöen, um ihn zu begrüßen.
„Danke bestens, Sergeant," sagte er und warf ihm eine Silbermünze quer durch das Zimmer zu, die der Mann geschickt auffing.
„Holen Sie mir bitte ein paar Zigaretten!" Als sich die Tür geschlossen hatte, sagte Dr. Iudd gutgelaunt: „Rehmen Sie Platz, Sie Gauner, Sie wollen sich wohl Ihr Pfund Fleisch abholen?"
Er war ein großer, starker und kräftig gebauter Mann mit einem blühenden Gesicht. Seine Stirn war sehr hoch und seine tiefliegenden Augen lagen weit auseinander. Trotz seines etwas lärmenden, guten Humors verbreitete er ein Gefühl des Behagens um sich. Fred war in keiner Weise verletzt und setzte sich auf die Ecke eines Stuhls.
„Ra, Doktor," sagte er, „da bin ich wieder."
Dr. Iudd nickte und suchte In seinen Taschen nach einer Zigarette.
„Was suchen Sie — Zigarette?" fragte Fred und holte fein Etui hervor, aber der Doktor schüttelte den Kopf mit einem breiten, gutgelaunten. aber recht bezeichnenden Lächeln.
Junior-Achter: 1. Germania, Köln, 6:27,4 Min. 2. Wsp.-V. Godesberg 6:31 Min. 3. Kölner Club für Wassersport.
Iungmann-Dierer: 1. RG. Zellingen 7:15,4 Min.; 2. Rhenania Koblenz 7:22.
Erster Vierer: 1. Germania, Köln, 6.52 Min. 2. Kasteller RG. 7:05.
Iungmann-Vierer: 1. RG. Gießen 7:30 Min.; 2. RD. Limburg 7:33.
Zweiter Achter: Germania, Köln, 6:21 Min.; 2. Bonner RGM. 6:31,6.
Erster Einer: 1. Arenz-Wsp.-V. Godesberg 7:39,6 Min.; 2. Rhenania Koblenz 7:52.
Junior-Vierer: Reuwieder RG. geht In 7:51 Min. allein über die Dahn.
Iungmann-Achter: 1. Germania, Köln, 6:32 Min.; 2. Kölner Club f. W. 6:36;4. 3. Rhe» nania Koblenz 6:40,4.
Dritter Vierer: 1. RG. Zellingen 7:12,4 Min. 2. Koblenzer RG. 7:16,6.
Ermunterungsvierer: 1. Saar Saarbrücken 7:28,3 Min.; 2. Wsp.°V. Godesberg 6:42.
Erster Achter: 1. Kasteller RG. 6:21 Min.; 2. Kölner Club f. W. 6:30.
Segelflieger Schulz tödlich verunglückt.
Der mehrfache Weltrekordflieaer Schulz, einer der bahnbrechenden Pioniere der Segelfliegerei, ist am gestrigen Sonntag In Stuhm (Westpr.) tödlich abgestürzt. Ebenfalls war fein Wit- fHeger Kaiser auf der Stelle tot
Wirtschaft.
Erleichterte Lage des Geldmarktes.
Die normalerweise nach dem Ultimo zu erwartende Entspannung am Geldmarkt hat sich fortgesetzt, sie beschränkt sich aber in der Hauptsache auf den Lagesgeldmarkt, während die Sähe für Monatsgeld, Privatdiskonten und Warenwechsel dem Rückgang der Tagesgeldsätze nur zögernd in der Derichtswoche gefolgt sind. Die leichte Entspannung am Geldmarkt ist zum Teil darauf zurückzuführen, daß ausländische Geldofferten zu günstigeren Bedingungen vorhanden und Auslandgelder in nicht unerheblichem Maße nach Deutschland geflossen sind. Auf diese Weise konnte sich die normalerweise nach dem Ultimo einsehende Entspannung in der Derichtswoche weiterhin verstärken. Die erste Einzahlung auf die neue Reichsanlelhe blieb auf den Geldmarkt ohne Einfluß. Am Privat- diskontmarkt war das Angebot während der ganzen Derichtswoche sehr gering, die Sähe blieben unverändert, und die Erleichterung drückte sich in einer stärkeren Rachfrage seitens der Privatbanken aus. Die Reichsbank ließ wiederum Restriktionen nicht mehr eintreten, und sie wird an dieser Politik festhalten, weil sie anscheinend hofft, trotz Aufhebung der Restriktionen um eine Diskonterhöhung herumzukommen. Allerdings bleibt zu beachten, daß der Ultimo Juni Halbjahrsultimo ist, der der Reichsbank eine sehr starke Anspannung ihrer Mittel bringen muß. Anderseits hat sie sich für den Halbjahrsultimo genügend vorbereiten können; besonders ihr Goldbestand und ihr Portefeuille an deckungsfähigen Devisen hat weiter zugenommen. Die Entwicklung am Devisenmarkt deutet auf ein Anhalten dieser Devisenrückflüsse hin. Die Kreditrestriktion der Reichsbank hat zur Folge gehabt, daß Industrie und Handel sich in der Inanspruchnahme von Krediten größte Zurückhaltung auferlegen, und vor allem darauf bedacht sind, ihre eigene Liquidität zu erhalten. Dies hatte vor allem solange einen Sinn, als in der Zeit des Bestehens der Krediteinschränkung die Gefahr der Restriktion des nachgesuchten Kredites vorlag. Das große Angebot am Lagesgeldmarkt hängt mit dem Bestreben von Industrie und
„Danke bestens, Mr. Grogan," kicherte er. „Ich rauche nie Zigaretten, die mir von Herren Ihres Berufes angeboten werden."
„Was heißt das, mein Beruf?" knurrte Flimmer Fred. „Denken Sie etwa, ich will Sie betäuben ?"
„Ich habe Sie erwartet," sagte der andere, ohne auf die Frage zu antworten, und setzte sich. „Wenn ich mich recht erinnere, haben Sie eine außerordentlich starke Abneigung gegen Schecks."
Flimmer Fred grinste.
„Stimmt, Doktor," sagte er. „Das ist immer noch meine Schwäche."
Dr. Iudd zog ein Schlüsselbund aus der Tasche, ging nach dem Geldschrank, schnappte den Schützer zurück und sagte, über die Schulter blickend:
„Sie brauchen nicht zu genau aufzupassen, alter Freund; ich bewahre nie Geld in meinem Schrank auf, ausgenommen, Ich habe Zahlungen an Erpresser zu leisten."
Fred verzog das Gesicht zu einer Grimasse.
„Scharfe Worte haben noch nie jemand um» gebracht," zitierte er salbungsvoll.
Der Doktor nahm ein Paket heraus, schlug die Tür zu und verschloß diese. Langsam kam er zu dem Schreibtisch zurück, warf einen dicken Briefumschlag auf denselben und blätterte dann In einem kleinen Rotizbuch, das er aus dem Schubfach genommen hatte.
„Sie sind drei Tage zu früh gekommen," bemerkte er, und Fred nickte bewunderungsvvll.
„Haben Sie aber einen Kopf für Zahlen, Doktor! Einfach großartig! 's stimmt, ich bin drei Tage früher gekommen, weil ich sehr schnell wieder abreifen muh, um einen Freund In Rlzza zu treffen.“
Der Doktor warf Ihm das Paket über den Tisch hinweg zu.
„Es sind zwölfhundert Pfund in dem Kuvert; Sie brauchen es nicht nachzuzählen, es stimmt ganz genau,“ sagte Dr. Iudd, lehnte sich in feinen Stuhl zurück, zog einen goldenen Zahnstocher aus der Westentasche und sah dem anderen gerabe und nachdenklich in die Augen. „Ich bin selbstverständlich der größte Starr in der Welt", sagte er, „ober ich würde niemals eine solch schändliche Erpressung ertragen. Ich tue es ja doch nur, um bas Andenken an meinen Bruder von jeder Verleumdung freizuhüllen."
„Wenn Ihr Bruder sich damit amüsiert, Menschen in Montpellier niederzuschießen, und wenn ich zufällig dazukomme," sagte Flimmer Fred salbungsvoll, „und helfe ihm, zu entwischen — und ich kann beweisen, daß ich das getan habe —, bann benke ich, daß ich Anspruch auf eine kleine Entschädigung haben kann."
(Fortsetzung folgt)


