Ausgabe 
17.5.1929
 
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in einem knappen, schönen Buche zusammengefaßt. . DiSmarck verstehen lernen, heißt den Weg zur Realpolitik finden, heißt Waffen für eine bessere Zukunft suchen. Dem kann dieses Buch wie wenige dienen.

Oberhefsen.

Landkreis Gießen.

ck. Heuchelheim. 16. Mai. Die seit einer Reihe von 3ahren geschlossene Kleinkinder­schule hat ihre segensreiche Tätigkeit wieder ausgenommen. Welch dringendes Bedürfnis die Eröffnung der unter Leitung einer Gießener Kindergärtnerin stehende Schule war, geht daraus hervor, daß sofort 50 Kinder zum Besuch ange­meldet wurden. Am Sonntag fand im Schul­saal des Rathauses eine Ausstellung von Handarbeiten statt, welche die unter Lei­tung von Fräulein Liedeke stehende Hand­arbeitsschule im Laufe des vergangenen Jahres angefertigt hatten. Die geschmackvoll aufgebaute Ausstellung legte beredtes Zeugnis ab von dem Fleiß und dem Können von Lehrerin und Schüler. Die zahlreichen Besucher waren erstaunt über die außergewöhnlichen Leistungen, und sie ver­ließen vollbefriedigt die Ausstellung.

4AusderRabe.au. 16. Mai. Gegenwärtig stehen die meisten frühen Sorten des Stein- und Kernobstes in voller Blüte. Wenn das günstige Wetter noch einige Tage anhält, ist nach dem baldigen Abblühen mit einer annehm­baren Ernte zu rechnen. Ein ebenso liebliches Aus­sehen zeigen die zur Zeit in vollem Blütenflor stehenden Ra psfeld er. die wie gelbe Flecken in der Frühlingslandschaft erscheinen. Allgemein klagen unsere Landwirte über den allmählich ein­getretenen Futtermangel, eine Folge des strengen Winters. Die Heuböden sind leer, die Futterrüben, die in Kellern und Mieten mitunter stark gelitten hatten, mußten rasch verfüttert wer- den. Run herrscht allgemein Nachfrage nach Heu. Aus vorjähriger Ernte stammendes wird gegen­wärtig mit 7 bis 9 Mark pro Zentner, je nach Qualität, bezahlt.

v. Londorf, 16. Mai. Am Sonntag fand die diesjährige Generalversammlung der hiesigen Spar - und BorschuhkasseR a - benau" statt. Der Vorsitzende des Aufsichts­rotes, H a s s e l b a ch, gedachte zunächst zweier im letzten 3ahre verstorbener Mitglieder, deren Andenken in der üblichen Weise geehrt wurde. Aus dem vom Rechner verlesenen Geschäftsbericht mar die erfreuliche Tatsache zu entnehmen, daß die Kasse unter einer guten Führung recht er­freuliche Fortschritte gemacht hat; sowohl Umsatz als auch Spareinlagen haben sich erheblich ge­steigert. Aus dem Reingewinn kamen 10 Proz. Dividende zur Verteilung, eine ansehnliche Summe konnte dem Reservefonds zugeführt werden. Die Revision gab zu Beanstandungen keinen Anlaß. Die Kreditgrenze wurde in Anbetracht des Geld­bedarfs bei größeren Geschäften und Unterneh­mungen pro Geschäftsanteil auf 5000 Mk. (bisher 3000 Mk.) bei genügender Sicherheit erhöht. Lehrer S t ö h r machte noch nähere Mitteilun­gen über die rege Benutzung der S ch u l s p a r - lasse. Für die S ch u l b i b l i o t h e k wurden 50 Mk.. statt bisher 40 Mk., bewilligt. Als Bei­hilfe für die Kleinkinderschule und die Krankenschwester wurden 30 Mk. bewilligt.

* Beltershain, 16. Mai. Der älteste Einwohner unseres Dorfes, Landwirt Johannes S ch m i t t V., feiert am ersten Psingstfeiertage sei­nen 95. Geburtstag.

-l Grünberg, 16. Mai. Beim heutigen Schweinemarkt waren 320 Ferkel aufge­trieben, gegenüber 607 beim Markt vor vier Wochen. Da zahlreiche Käufer erschienen waren, ging der Handel flott, und bei steigenden Preisen war der Markt bald ausverkauft. Es kosteten: Sechs Wochen alte Ferkel 40 bis 42 Mr., sechs bis sieben Wochen alte 42 bis 50 Mk., sieben bis acht Wochen alte 50 bis 54 Mk., über acht Wochen alte 60 Mk., Läufer 80 Mk.

I AusdemsüdlichenKreiseGießen, 13. Mai. Das Sehen der K a r to f f e l n ist be­endet. Die erste Ruhepause für den Landwirt hat begonnen. Durch die warme Witterung der letz­ten Tage ist alles vorzüglich gewachsen, die S o m m e r f r u ch t ist tadellos aufgegangen. Lei­der macht sich der Drahtwurm hier und da sehr unangenehm bemerkbar. Die jungen Pflänzchen werden gelb und sterben ab. Die Winter­frucht steht prächtig. Auch die K l e e ä ck e r sind gut vorangeschritten, nur fehlt, wie überall, ein durchdringender Regen. Die Landwirte war­ten auf das junge Grünfutter._ Einige Eilige hoben auch schon kleinere Baumstücke abgemäht; denn die Futternot zwingt hierzu. Da auch der Herbst 1928 sehr trocken und das Stoppelfutter sehr schlecht ausgefallen war, mußten die Land­wirte von Oktober ab fast nur Heu und Runkel­rüben verfüttern; da gehen nun selbst die größ­ten Vorräte zur Reige. Auch spricht mit, daß manches durch die strenge Kälte verlorengegan­gen ist. 3n den Gärten werden Gurken und Bohnen gelegt. Die ersten Spargelpfeifen kom­men zum Vorschein. Wie im Jahre 1917 blühen auch Heuer alle Bäume auf einmal. Birnen und S t e i n o b st haben gut angeseht, Apfel- blüten erscheinen auch, wenn auch nicht in dem Maße, wie man anfangs gehofft hatte. Wenn keine Spätfröste mehr eintreten, kann man mit einem guten Ob st ertrag rechnen.

gr. ©rüningen, 16. Mai. Am Dienstag unternahmen unsere beiden Volksschul- klassen einen Tagesausslug. Die Unter­klasse besuchte Bad-Rauheim, während das Reiseziel der Oberklasse Frankfurt a. M. war. Hier wurde zunächst der Zoologische Garten besichtigt, sodann führte der Weg zum Main und von hier aus zur Altstadt, wo u. a. der Römer (Kaisersaal. Kurfürstenzimmer und Sitzungssaal) und der Römerbrunnen in Augenschein ge­nommen wurde. Für die Kinder dürfte der Be­such Frankfurts von großem Rutzen sein, da die natur- und heimatkundlichen, wie auch die geschichtlichen Kenntnisse dadurch eine wesentliche Vertiefung und Bereicherung erfahren haben. Die nicht geringen Reisekosten der Oberklosse hatten sich die Kinder im letzten halben Jahr in einer Wanderkasse gespart.

df. Langsdorf, 16. Mai. Am verflossenen Sonntag fand im Saale desDeutschen Hauses" das diesjährige Wertungssingen des Wettertal-Sängerbundes statt, zudem fünf Vereine mit rund 200 Sängern gehören. Als Pflichtchor war aufgegeben SilchersDrauß ist alles so prächtig". Zeder Verein fang dazu ein Wahllied. Als Wertungsrichter war auch diesmal wieder Oberreallehrer Blaß, Gießen, gewonnen. 3n seiner anschließenden allgemeinen Kritik stellte er fest, daß von 3ahr zu 3ahr bei jedem Verein ein Fortschritt zu verzeichnen fei.

Er ermahnte die Sänger, auf dem beschrittenen Wege weiterzuschreiten. Rach dem eigentlichen Wertungssingen wurden drei Chöre als Wassen- chöre gelungen, alsdann trug jeder Verein noch ein paar Chöre vor, die alle Zeugnis davon ablegten, daß mit Lust und Liebe die edle Songeskunst betrieben wird.

s. T r a i s - H o r l o f f, 16. Mai. Die durch den Tod des Lehrers Geck erledigte zweite S ch u l st e l l e wurde jetzt dem Schulverwalter H e s s i n g e r übertragen, der sie auch inzwischen versehen hatte. Eine seltene Ratur­erscheinung wurde von einem älteren An­gestellten der GewerkschaftFriedrich" festgestellt, der täglich von einem Rachbardorf zu seiner hiesigen Arbeitsstätte geht. Er konnte wieder­holt unter den Wildenten, die in dem in der Rähe der Horloff gelegenen großen Teich zahlreich vorkommen, ein weißes Exemplar beobachten.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 15. Mai. An der Lehr­anstalt für Obstbau und Landwirt­schaft zu Friedberg fand an den letzten Togen ein Wiederholungs-Lehrgang für Baumwärter statt, nachdem der achtwöchige Baumwärterkurs mit 35 Teilnehmern in seinem ersten Teil am 27. April abgeschlossen wurde. An dem Wiederholungslehrgang nahmen drei­zehn Daumwärter teil, die alle in früheren 3ahren den Baumwärterkurs an der Lehranstalt besucht hatten. Am 11. Mai wurde die Schluß- Prüfung abgehalten, zu der als Vertreter der Regierung Ministerialrat Bauer, und als Ver­treter der Landwirtschaftskammer Landesinspektor Pfeiffer erschienen waren. Es wurde sowohl theoretisch als auch praktisch geprüft. Die prak­tische Prüfung erstreckte sich auf Pflanzen und Ausputzen der Bäume, auf Hmpfrvpfen und Schädlingsbekämpfung im Garten der Lehr­anstalt. Am Schluß überreichte Direktor Dr. Schad an die 13 Teilnehmer, die alle bestanden hatten, das Diplom alsstaatlich geprüfter Daum- wart". Ministerialrat Dauer wies in einer Ansprache auf die große Bedeutung des Berufs als Daumwärter gerade in der 3etztzeit hin, wo es gilt, dem deutschen Obst zu einer Geltung gegen die Auslandeinfuhr zu verhelfen.

WSR. Friedberg, 16. Mai. Zum gestrigen Schweinemarkt waren 418 Ferkel aufgetrie- ben. Bei lebhaftem Geschäft wurden bezahlt für sechs Wochen alte Tiere 35 bis 40 Mk., für sechs bis acht Wochen alte 45 Mk., für acht bis zwölf Wochen alte 45 bis 60 Mk. Der Markt wurde geräumt.

Kreis Bübingen.

* Ortenberg, 14. Mai. Am Sonntag ver­sammelte sich der hiesige evang. Frauen­verein im Hirzelschen Saale zur üblichen 3ah- resfeier bei Kaffee und Kuchen. Aach bem ge­meinsam gesungenen LiedeLobe den Herren" be­grüßte der Geschäftsführer, Pfarrer Letzing, die Anwesenden, verlas den 3ahres- und Kassen­bericht, gedachte der verstorbenen Mitglieder und sprach den Wunsch aus, daß die Arbeit des Vereins weiter wie bisher dem evangelischen Gemeinde­leben Ortenbergs zum Segen gereichen und sich im Anschluß an den Verein eine 3ungfrauen- gruppe bilden möge. Die Ehrenvorsitzende, 3. D. Prinzessin Ernst zu Stolberg-Roß- l a, die am Erscheinen verhindert war, hatte ein Degrüßungstelegramm gesandt. Verschönt wurde die Feier durch den klangreinen, erhebenden Ge­sang von Frl. Göllner, begleitet von ihrer Schwester am Klavier, und durch das stimmungs­volle Violinsolo von Frl. Lili Dauer, begleitet von ihrer Mutter, Frau Direktor Dauer, und Frl. D a v i d s o h n. Rach einem kurzen Schluß­wort des Pfarrers sand die Feier mit dem gemeinsamen ChoralGroßer Gott, wir loben dich" einen würdigen Ausklang.

s. D e r st a d t, 16. Mai. 3m Alter von 92 3ahren verstarb hier der Landwirt L u d w. Horn, der zweitälteste Einwohner unseres Ortes. Er war vor fünf 3ahren er­blindet. Das älteste Glied unserer Gemeinde, der Landwirt Heinrich Storck, ist trotz seines hohen Alters von 94 3ahren noch rüstig und geht fast täglich aus. Er ist im näheren Umkreis der älteste Mann überhaupt.

Kreis Schotten.

Laubach, 15. Mai. Eine genußreiche Wanderung unternahm am Sonntagmittag der hiesige Zweigverein des Vogelsber­ger Höhenklubs unter Führung von Pro­fessor R o e s ch e n. Durch die im prächtigsten Maiengrün strahlenden Waldungen wanderte man zunächst zur Engelburg. Der Führer teilte mit, daß man diese Anlage früher irrtümlich für eine mittelalterliche Durg, für den Sih der Edel- Herren von Engelhaufen gehalten habe. Diese An­nahme finde sich in GlasersVogelbärbchen", wie auch imArchiv für Hess. Gesch." (XV, 434). 3n Wirklichkeit habe hier ein gräflichesLust- Haus" gestanden, wie solmsische Archivalien be­zeugen. Der bastionierte Wall und Graben fei höchstwahrscheinlich um das 3ahr 1545 vom Gra­fen Reinhard zu Solms errichtet worden, dem Erbauer der Festung 3ngolstadt, wo man ein Denkmal von ihm findet. Von der Engelburg aus nahm man den hefs.-solmfischen Grenzweg bis zumSennküppel". Man verlieh dann diese Waldschneise, um die kunstvolle Anlage der Rau- heimer Wasserleitung im oberen Lautertal zu be­sichtigen Sodann zeigte der Führer die Schanze auf demSennküppel" bei Wetterfeld. Sie wird im VolksmundSchwedenschanze" genannt, ge­hört jedoch nicht dem 30jährigen, sondern dem 7jährigen Kriege an, wo Ferdinand von Braun­schweig vom 8. bis 11. September 1762 eine be­festigte Stellung inne hatte; Laubach bildete den linken Flügel, in Grünberg war das Haupt­quartier. Sodann durchschritt man den Wald gegen Wetterfeld. Am Waldesrand zeigte Prof. Roe sch en die Spuren desalten Hammers". Man sieht noch deutlich das frühere Bett der Lauter und die Stelle, wo das Rad des Hammer­werks ging. Der Hammer muh spätestens um 1700 eingegangen sein. Heber Wetterfeld erfolgte dann die Heimkehr nach Laubach.

V Gedern, 15. Mai. Der hiesige P r ä m i i e - rungsmarkt hatte wieder außerordentlich starken Besuch aus der Hmgegcnb zu verzeichnen und war für unsere Stadt ein guter Erfolg. Der Pferdemarkt war sichtlich durch den zu gleicher Zeit in Frankfurt a. M. stattgefundenen Pferdemarkt beeinflußt, aber doch immerhin noch befriedigend. Der Handel war lebhaft. Der Haupttag war der Dienstag, da hier die Prä­miierung von Rindern der Simmentaler und der Vogelsberger Raffe, sowie von Ziegen ftattfanb. Auch an diesem Tage war der Handel sehr lebhaft, und es wurden viele Verkäufe ge- 1 tätigt. Schweine waren im ganzen 549 Stück

Schach-Ecke.

Gearbeitet von W Orbach.

Alle für die Redaktion bestimmten Mit­teilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion desGießener Anzeigers".

Problem Nr. 212.

Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt. Weih: 8 Steine. Kh6; Dd7; Ta4, g5; Le6; Sa2, cl; Bd6. Schwarz: 7 Steine. Kd4; Db4; Sa8; Ba5, d2, e2, e3.

8

6

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4

3

g

n

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5

3

4

2

1

d e

Weih.

Don F. Sackmann.

Schwarz, c d e t

g h

a b

a b

7

8°

Endspiel Nr. 74.

Weih: 3 Steine. Kc8; Tf7; Bc7.

Schwarz: 3 Steine. Ka6; Tc2; Bf2.

Ein äußerst lehrreiches Endspiel.

8

6

5

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2

?

1

a

a

b

g

h

h

8

6

5

3

2

4

gewinnt.

Don Dr. E. Lasker.

Schwarz, c d e f

f g b c d e Weiß. Weih am Zuge

Lösung der Aufgabe Ar. 209.

Don O. Remo.

1. Sd8-e6! (Mit der Drohung 2. Dh3+ nebst 3. Dd3 matt). 1. . . ., Ke4. 2. Dxg2+, Kf5. 3. Sg7 matt. 1. . . ., Kxe6. 2. Df3, beliebig. 3. De4 matt L ... , 114. 2. Dxd3-|-, beliebig. 3. De4 oder Sf6 matt.

Oie Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedakttonStisch.

Theater-Genuh.

Krümmel, ein eifriger ©eefabrer, besucht in einer Hafenstadt zum ersten Male ein Theater.

Die Stumme von Portici" steht auf dem Zettel.

Krümmel setzt sich in den zweiten Rang. Ganz vorn an die Brüstung.

Als nun Masaniello mitten in der Schlummer- Arie ist, bricht plötzlich die überfüllte Galerie zusammen, und Krümmel saust in die Tiefe. Wie durch ein Wunder kommt er ohne Verletzung da­von und freut sich mächtig seines Erlebnisses.

Dann fährt er wieder mehrere 3ahre zur See, bis er eines Tages in einem Hafen lieft:

Heute! Die Stumme von Portici!"

Kaum hat Krümmel das gelesen, nimmt er seinen Freund unter den Arm.

Das ist ein feines Stück," schiebt er mit ihm ins Theater,das muht du dir ansehen."

Sie setzten sich wieder in den zweiten Rang. Ganz vorn an die Brüstung. Während des ersten Aktes gähnen sie gelangweilt.

Kaum aber beginnt Masaniello feine Schlum­mer-Arie, stößt Krümmel seinen Freund an:

So, 3unge, und nun halte dir feste! 3etzk geht's los!" J. H. R.

Die Rachlglocke.

Morgens gegen zwei Uhr wird stürmisch die Glocke der Rachtapotheke geläutet. Der Pro­visor öffnet die Klappe. Ein elegant gekleidete« Mann steht draußen.

So schnell wie möglich ein bißchen Heftpfla­ster!" fordert der Kunde.

Der Provisor stürzt davon und kehrt in der Sekunde mit einem Pflasterröllchen wieder.

Eigentlich geben wir solche Kleinigkeiten in der Rächt nicht ab, sagt er,aber da es sich um einen dringenden Fall handelt. . .

Hm einen äußerst dringenden Fall," bestätigt der Klient.3ch muß einen Eilbrief wegschicken, und die Gummierung hinten am Kuvert klebt nicht!" (Lust. Dl.)

Inschrift.

3m März war ich in Italien. Pendele auf dem Fahrrad von Ort zu Ort.

3n Sizilien will ich in einem kleinen Hotel übernachten. Heber dem Schanktisch hängt, In Del gemalt, ein riesiges Plakat mit der Auf­schrift:

Oh, meide diese Stätte, Rur Läuse sind im Dette.

Ranu?" frage ich den Wirt,was soll das Schild? Wer spricht hier deutsch?"

Riemand spricht hier deutsch," sagte der Wirt. Aber im Herbst war ein deutscher Maler hier, der hat mir den schönen Spruch gemalt. Die 3nschrist heißt:Lang lebe der Duce, der Retter 3taliens!" H. R.

auf getrieben; der Markt war um 11 Hhr bereits I völlig ausverkauft, trotz der recht stattlichen Preise. Für 6 Wochen alte Ferkel wurden 38 bis 40 Mk., für 8 Wochen alte Springer 48 bis 55 Mt. bezahlt. Schon lange vor der festgesetzten Auftriebszeit standen viele der zur Prämiierung gemeldeten Tiere vor der Sperre. 3m Vergleich zum vorigen 3ahre war diesmal fast die dop­pelte Anzahl von Bullen, Rindern und Kühen mit zusammen 167 Stück zur Prämiierung auf­getrieben worden. Die Vogelsberger Rasse über­traf an Zahl die der Simmentaler. Die Preis­richter waren vor eine schwere Aufgabe gestellt, da durchweg nur erstklassiges Vieh zur Stelle war. Die bekannten Züchter aus den Hochzucht­gebieten Angersbach, Bannerod, Rudingshain, Hof-Zwiefalten, Wenings, Eichelsachsen usw. waren mit ihrem Vieh zugegen.

)( Ruppertsburg, 15. Mai. Hnsere B e- zugs- und Absatzgenossen schäft hielt dieser Tage unter Leitung des Vorsitzenden Wil­helm Lein ihre zehnte ordentliche General­versammlung ab. Wilhelm Lehr II erstattete die Rechnungsablage, die einen Reingewinn von 301,09 Mk. ergab. Die Zahl der Genossen ist mit 83 im abgelaufenen Geschäftsjahre unver­ändert geblieben. Bei der Wahl wurden Friedr. Geihll. als Vorstands- und Friedr. Weber als Aufsichtsratsmitglied einstimmig wiederge­wählt.

I Ober-Lais, 15. Mai. Der Bezirk Ridda der Krieger k a m eradschaft Hassia" hielt feinen diesjährigen Bezirks- t a g hier ab. Alle Kriegervereine des Bezirks hatten Vertreter entsandt. Der Dezirksvorsteher, Oberjustizinspektor Geiger (Ridda), leitete die Versammlung. Die Anträge für den am 9. 3uni in Worms stattfindenden Verbandstag wurden eingehend beraten und auf Anregung von Pfarrer Weidner aus Ober-Lais beschlossen, einen Dringlichleitsantrag cinzubringen, der besagt: Der Vcrbandstag möge alle notwendigen Schritte unternehmen, um eine Aenderung der Kriegä- versorgungsgesehe durch den Reichstag baldigst herbeizuführen." Der Bezirk Ridda entsendet zum Hassia-Verbandstag in Worms Dezirlsvorsteher Geiger (Ridda) und Kamerad Schneider (Hnter-WidderLheim). Der Bezirksschießmeister Reih (Dorsdorf) sprach über den Stand des Kleinkaliberschießens in den Vereinen. Der nächst­jährige Bezirkstag soll in Blofeld abgehalten werden. Der Bezirkstag wurde umrahmt von Musikvorträgen des Musikvereins Ober-Lais und Liedern, die der GesangvereinLiederfreund" zu Gehör brachte. Der Kriegerverein Ober- Lais hatte mit dem Bezirkstage die Feier seines 40jährigen Bestehens verbunden. Schon vor Beginn des Bezirkstages hatte ein Festzug durchs Dorf unter Vorantritt der Musik­kapelle die Bedeutung des Tages unterstrichen. Am 1. 3anuar 1889 war der Kriegerverein Ober-Lais auf Anregung des Lehrers Ludwig gegründet worden. Don den 41 Gründern sind noch 14 am Leben, denen das golbene Abzeichen derHassia" für 40jährige Mitgliedschaft feier­lich überreicht wurde. Lehrer L R. Ludwig war eigens zu dieser Feier aus Heidelberg, wo er für seinen Lebensabend feinen Wohnsitz auf» geschlagen hat, hergekommen. Er erinnerte in

einer Ansprache an die Zeit der Gründung des Vereins, an die schon nach zwei 3ahren ermög­lichte Beschaffung einer eigenen Fahne und sprach Worte der Freude darüber, daß es ihm vergönnt sei, wieder einmal im Kreise der alten Freunde zu weilen. Die Festansprache hielt Pfarrer Weidner, der unter den StichwortenStill- gestanden" undVorwärts marsch" Rückschau und Ausblick für den 3ubelverein gab. Auch diese Feier wurde durch die Mitwirkung der Musik­kapelle unter Leitung ihres Dirigenten Rudolf Hirz und des GesangvereinsLiederfreund" unter Leitung von Lehrer Ströhinger ver­schönt. Das Präsidium der Kriegerkameradschaft Hassia" ließ dem Kriegerverein Ober-Lais durch den Dezirksvorsteher Geiger einen Fahnen­nagel überreichen.

r. Hnter-Seibertenrod, 16. Mai. Un­tere Gemeinde faßte den bemerkenswerten Be­schluß, das Freilaufen der Hühner zu verbieten. Sie will damit erreichen, daß der Hühnerzucht im Zwinger eine größere Be­achtung geschenkt wird, so daß sich von feEbfti eine rationellere Zucht reiner Rassen ergibt Der größte Teil der Landwirte ist mit dem, Vorgehen einverstanden und legt größere Hühner­ställe an, derart, daß den Hühnern ein freier Auslauf in genügender Menge zur Verfügung steht.

Kreis Alsfeld.

-er. Homberg a. d. Ohm, 15. Mai. Alsbald nach der Gründung der hiesigen ©anitäts- tolonne wurde mit der Frei w. Feuerwehr eine Arbeitsgemeinschaft in der Weise ge­bildet, daß bei den Hebungen der Wehr stets einige .Mitglieder der Sanitätskolonne in voller Ausrüstung anwesend sind, um im Notfälle helfend eingreifen zu können. An dem am Sonntag in Ermenrod ab­gehaltenen Feuerwehrfest, das von unserer Feuer­wehr stark besucht war, nahmen auch sechs Mitalie- der der Kolonne teil. Keiner der übrigen Wehren waren Sanitäter angegliedert. Fielen diese schon durch ihre Uniform auf, so machten sie durch ihr geschicktes Auftreten und ihre vorzügliche Haltung der Kolonne alle Ehre. Zum Glück brauchten sie nicht in Tätigkeit zu treten, aber dem Führer Waldschmidt und seinen fünf Begleitern ge­bührt volle Anerkennung für ihr Auftreten bei die­ser Veranstaltung.

N3, Burg-Gemünden, 15. Mai. Die Mol­kerei Rieder-Gemünden und Umgebung hielt dieser Tage ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung unter Leitung von Bürgermeister Lutz, Elpenrod, ab. Aus dem Reingewinn erhält jedes Mitglied eine nach der Kopfzahl bemessene 'Dividende, ferner erfolgt noch eine Rachzahlung auf die angelieferte Milch. 3m verflossenen Geschäftsjahre wurden von etwa 400 Lieferanten 1,9 Millionen Liter Milch an- geliefert. Die Berichte des Vorstandes wurden genehmigt. Bei der Reuwahl von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern wurde für das ausschei­dende Mitglied Hesse, Otterbach, Bürger­meister Musch, Hainbach, gewählt. Die sahungs- gemäß ausscheidenden Mitglieder Decker, Mcüll- vach, und Hederich, Dleidenrod, wurden ein­stimmig wiedergewählt. Schließlich wurde noch über den Dau einer Käserei, für den ein Äre*