O-erhessen.
Landkreis Gieren.
K Wieseck, 16. San. Gestern abend fand im 0ac.b tot Wi.heln DorsÄd e ne öfr-Tt i )eBür gerversammlung statt, die sich mi. cer V e t- kehrsfrage Wieseck — Dietzen (Autoverkehr und Straßenbahn beschäftigte. Reue Gesichls- punkte traten trotz der regen Aussprache nicht in die Erscheinung. Die gewünschten Auskünfte über den Stand der zur Zeit schwebenden Verhandlungen wurden von einem Mitglied d:s Dor- staiDes des Zweckverbandes erteilt. Eine Entschließung. die an die Regierung wntergeleitet werden sollte, fand keine Annahme, da sich die Versammlung davon nichts versprach. Ein Redner des Abends warf die Frage der Gasversorgung Wiesecks noch in die Aussprache und verlangte von der Gemeindevertretung vor so wichtigen Entscheidungen das Anhören der Bürgerschaft. Eine in. 'diesem Sinne gefallene Entschließung an den Gemeindevorstand fand einstimmige Annahme.
X Wieseck, 15. San. Der vorige Sonntag brachte in unserem Orte zwei Lichtbild- Missionsstunden. von denen die erste für die Schuljugend bestimmt war. „Chinas Röte und unsere Hilfe" war der Titel einer Reihe von 62 trefflichen Lichtbildern der Ostasien- Mission: in sechs Abschnitten, zu denen der Ortsgeistliche Erläuterungen gab, handelten sie von Chinas Abgeschlossenheit, seinen alten und neuen Verkehrsmitteln, der Revolution von 1911, dem chinesischen Gegensatz reich und arm, der chinesischen Religion und unserer Christenhilfe.
ck. Heuchelheim, 15. San. Am Samstagabend hielt das Arbeiter-Kulturkartell Heuchelheim in der Turnhalle sein diesjähriges Wintervrranügen ab. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und nahm einen harmonischen Verlaus. Der Arbeitergesangverein trug nach Degrützungsworlen des Vorsitzenden Denner einige Chöre unter Leitung seines Dirigenten H. Rikolai sehr gut vor. Die Arbeiterjugend beteiligte sich durch eine kleine Theaterauffüh- rung, während die Freie Turnerschaft durch turnerische Vorführungen ihrer Damen- und 221 inner Abteilung an Darren und Reck, sowie Freiübungen die Feier verschönern half. Eine gut aufgesührte Operette sorgte für Humor und brachte die richtige Feststimmung. Zum Schluß spielte die Kapelle Pauly. Marburg, zum Tanz auf.
X Klein-Linden. 15. Jan. Im Gasthaus „Zur deutschen Eiche" hielt der hiesige Krieger- verein dieser Tage seine diesjährige Generalversammlung ab. Der erste Vorsitzende Schimmel erstattete den Jahresbericht und stellte dabei fest, daß das Dereinsinteresse bei der zahlreichen M'.tqliederzahl als sehr gut bezeichnet werden kann. Die Iahresrechnung wurde bekanntgege- ben, geprüft und als richtig anerkannt. Der seit- herige Schriftführer Kamerad Fischer, legte wegen anderweitiger Inanspruchnahme das Amt nieder, an seine Stelle wurde Kamerad Loh zum Schriftführer gewählt. Zum Wohltätigkeitskonzert am 19. d. M. wurden die Kameraden ersucht, für die Verlosung recht zahlreich Gegenstände zu stiften, da erhebliche Mittel erforderlich sind, zur wirksamen Unterstützung der Kriegsbeschädigten und Krieaerhinterbliebenen. Dem Dereinsdiener wurde in Anbetracht seines vorbildlichen, unermüdlichen Eifers für die Dereinsfache ein Geldgeschenk bewilligt.
• Leihgestern. 15. Jan. Am Samstag der- lietz ein Sohn unseres Dorfes, Wilhelm Heß. feine Heimat, um nach Amerika auszuwandern. Der Gesangverein „Eintracht" brachte seinem scheidenden Sangesfreunve einen Fackelzug und veranstaltete anschließend hieran bei der elterlichen Wohnung eine kleine Abschieds- feier. Rach dem Vortrag eines Heimatliedes gedachte der erste Vorsitzende des Gesangvereins in einer Ansprache des Scheidenden und wünschte die'em alles Gute in seiner neuen Heimat.
- Wichelm Heß dankte sichtlich bewegt für die ihm erwie'ene Aufmerksamkeit und versprach, auch in der Fremde seine deutsche Heimat nicht zu vergessen. Rachdem der Verein noch zwei weitere Lieder vorgttragsn hatte, war die Feier beendet und Heß schloß sich den Sängern an. die ihn im Fackelzug zum Bahnhof geleiteten. Mit dem Liede „Run ade, du mein lieb Heimatland" verließ die große Schar derer, die sich inzwischen ange'ammett hatten, das Elternhaus des Auswandernden.
's Trei s a.d. Lda. 15.Jan. Der Turnverein „G u t H e i l", Mitglied der Deutschen Tur- .nerschaft, hielt am Sonntagabend bei Mitglied
Lache Bajazzo!
Roman von J. EchnelderrFoerfil.
Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau L Sa
46 Fortsetzung Nachdruck verboten.
Die Antwort kam prompt und entlockte dem Kommerzienrat ein verächtliches Lächeln. — „Lieber Baron, geben Sie Ihr Ehrenwort, daß Sie sich ohne werteres dem Gerichte zur Verfügung stellen. — Werden Sie meinem Chefingenieur dann die Eisendinger abnehmen?"
Ein kurzes Zögern. „Ich kann die Verantwortung nicht auf mich laden!"
„Auch dann nicht, wenn ich Ihnen für die Sicherheit meines Gastes bürge?"
Der Beamte wurde schwankend. Jankes war eine der bekanntesten Persönlichkeiten in Bellinzona und mit einer Reihe erster Familien verschwägert, in seinem Hause gingen die obersten Kreise aus und ein. Wenn er für feinen Chefingenieur Bürgschaft leistete, war das soviel als neunundneunzig Prozent Sicherheit. Man konnte es also, ohne zu viel zu riskieren, wagen, diesem Baron die Kette abzunehmen.
Joachims Hände fielen wie aus Dlei gegossen herab.
..Ich danke Ihnen, Herr Kommerzienrat!"
Drei Minuten spater fuhr Jankes mit Kurt und dem Polizeibeamten, Hettingen in die Mitte nehmend, dem Gerichtsgebäude zu.
„Herr Baron Hettingen!" Die Stimme des Staatsanwaltes, der als Untersuchungsrichter fungierte, schraubte sich verärgert hoch. „Wenn Sie sich durchaus das Genick brechen wollen, dann brauchen Sie sich nur weiter in das Schweigen zu hüllen, wie Sie es bisher geübt haben. Dann ersparen wir uns möglicherweise ein paar Ver- handlungsstunden. Cs gibt nichts, das Sie retten könnte, als ein ehrlich offen->s Geständnis — So
Die Gtraßenrermgungs- und Müllabfuhrgebühren der Siadi Gießen.
Don juristischer Seite wird uns geschrieben'.
Rach der Ortssahung vom 16. März 1922. betr. die Erhebung von Gebühren für die Reinigung der Straßen und Fußsteige und für die Abfuhr von H a u s k e h r i ch t in der Stadt Gießen, war jeder Eigentümer eines bebauten Grundstückes oder ein.'s unbebauten, an einer Straße gelegenen Grundstückes, oder eines selbständigen Teiles verpflichtet, eine Gebühr für die seitens des Stadtbauamtes^ erfolgende Reinigung der Straßen und Fußstttge, sowie für die Abholung von Haus'ehricht zu entrichten. Der Grundstückseigentümer sollte diese Gebühr anteilmäßig von seinem Mieter oder Pächter einziehen. An Stelle dieserOrts- satzung sollten wohl die Geaührenordnunzen für die Benutzung der städtischen Stratzenreinigung und für die Benutzung der städtischen Müllabfuhr vom 21. Dez. 1922, die am 1. Juli 1923 in Kraft getreten sino. tre en. In ihn.n wird der für das Grundstück errechnete Betrag auf dir Mieter, Pächter und anderen Besitzer nmgttegt, und der Eigentümer wiederum ist verpflichtet, die Beträge einzuziehen. Sie sind am 19. April 1924 auf Goldmarl umgestellt. Man hat also von der ausdrücklichen 'Bezeichnung als Ortssatzung abgesehen. In ihnen fehlt dir grundlegende Bestimmung der Ortssatzung vom 16. März 1922. wonach der Grundstückseigentümer „verpflichtet ist, eine Gebühr... zu entrichten", ist vielmehr einfach bestlmmt. daß „Die Gebühr für die Benutzung her städtischen Müllabfuhr" beziehungsweise „hie Reinigungsgebühr..soundsoviel Pfennige beträgt. Eine Ergänzung fanden allerdings diese Gebührenordnungen durch die Posizeivcrordnung vom 21. Dezember 1922. bttr. die Reinigung der Straßen und Bürgerst.ige uns) die Abfuhr des Hausmülls in der Stadt Gisßeir, die am 15. April 1923 in Kraft getreten war. Danach ist jeder Eigentümer eines bebauten oder
Will seinen diesjährigen Famisienabend ab. der ganz im Zeichen Jahns stand. Der Vorspruch von stuck. H e d r i ch, die packende Festansprache des ersten Vorsitzenden, Lehrer Walter, und das bierattige Festspiel: „Friedrich Ludwig Jahn, der Alle im Barte", das von Turnern und Turnerinnen flott und mit sichtlicher Begeisterung gespielt wurde, führten in die Gedanken Jahns ein. Turnerische Vorführungen an Pferd und Darren, die von vorzüglicher Schulung zeugten, Volkstänze der Turnschülerinnen und einige Turner-Pyramiden gaben dem ganzen einen schönen Rahmen. Den Höhepunkt erreichte die Feststimmung, als der zweite Sprecher, Heinrich Rabenau !., dem ersten Dorsitzendm, Lehrer Walter, mit längerer, die Verdienste Wallers um die Förderung der Turnsache anerkennender Rede den ihm verliehenen Kreisehr-rnbrief des Wittetrheinkreises. die zweithöchste Ehrung, welche die Deutsche Turnerfchast verleiht, überreichte.
0 Allertshausen, 15. Ian. Der (Befangner- ein irß i e b e r t r a n 3" feierte am Samstag im Saale des Gastwirts Bormann feinen dieswinterlichen, in allen Teilen wohlgelungenen Unterhaltungsabend. Nach einem Musikstück der Kapelle Sommerlad (fßeuern) und nach einem Begrüßungschor des Vereins unter der Leitung des langjährigen Dirigenten Sommerlad, hielt der Vereinsvorsitzende Nachtigall eine Begrüßungsansprache, in der er eine befriedigende Entwicklung des Vereins feststellen konnte. Zur Ausführung gelangte dann Anzengrubers „Gewissenswurrn", der mit großem Beifall aufgenommen wurde. Anschließend folgten noch einige humoristische Stücke, alle mit großem Geschick vorgetragen-, Konzertstücke der Kapelle und Liedoorträge des Vereins brachten mannigfaltige Abwechslung. In einem Schlußwort dankte der Vorsitzende besonders Lehrer Hechler für seine Arbeit und Mübe beim Einstudieren der Theatherstücke und ehrte den Dirigenten in Anerkennung seiner Verdienste um den Verein durch Ueberreichung eines Geschenks.
s) L i ch. 14. 3an. Der Stadtvorstand befestigte sich in seiner j ün-sten dringend'n Sit- zung mit der städtischen Kanalisationsanlage. In einer Seitengasse der Ooerstadt ist der Kanalrohrstrang in einer Länge von etwa 35 Meter vollkommen mit Schlamm verstopft. Die Leitung besteht aus einer 15-Zentimeter-Tonrohr-
unbebauten Grundstückes, das an die Straße grenzt, verpflichtet, dafür zu sorgen, daß die Bürgersteige und Straßen gereinigt werden, sowie den entstehenden Milll weaschaffen zu lassen, beides unter Benutzung der städtische Einrichtungen. Rur unter Zuhilfenahme dieser Polizeiverordnung kann man allenfalls zu einer Zahlungspflicht der Grundstückseigentümer kommen. Unter diesem Gesich tspunkt erscheint es daher zweifelhaft, ob Mieter, Pächter und andere Besitzer zur anteilsmäßigen Tragung der Gebühren verpflichtet sind. Um so mehr, als nach Artikel 193 der Städteordnung Gebühren nur von den „Beteiligten" erhoben werden können, als Beteiligte aber nach der Polizeiverordnung nut die Grundstückseigentümer airgesehen werden können. Der von dem Eigentümer in Anspruch genommene Mieter od'.r Pächter wird diese Einwendungen im ordentlichen Gerichtsverfahren gellend machen fönncn — wobei es hier dahingestellt bleiben muß, ob er etwa auf Grund des Rdchsmietenges.hes dem Eigentümer gegenüber hastet —, oder aber er kann binnin zwei Monaten seit der Zustellung Klage int D.rwal- tungsstreitvcrsahren bei dem Provinzialausschuß erheben, wem? ihm nämlich die Stadtverwaltung auf seine Weigerunz hin unmittelbar eine Anforderung zugehen läßt.
Eine Erklärung der Stadtverwaltung.
Wir haben den vorstehenden Artikel vor Drucklegung der Stadtverwaltung zur Stellungnahme übermittelt und daraufhin folgende Mitteilung erhalten:
Die Prüfung der Ausführungen des vorstehenden Artikels gibt der Stadtverwaltung keine Veranlassung, von der Erhebung der Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren in der in Durchführung begriffenen Art und Weise abzusehen.
leitung ohne jeden Revisionsschacht. Während diese Leitung in früheren Jahrm nur zur Entwässerung einiger Hosreiten di-nte und ihre Aus- sührung zweckentsprechend war, hat sie vor etwa zwei Jahren einen Anschluß von einer größeren Schlachthausanlage erhallen. Damals wurden bereits Bedenken gegen den neuen Anschluß an diese nunmehr nicht mehr ausreichende Kanal- rohrleituna geäußert, und auch der Stadtvorstand befaßte sich mit der Angeleg:nheit. Lediglich mit Rücksicht aus den hoy-en Kostenaufwand unterblieb bis auf weiteres eine Umänderung der Anlage. Auch wegen der Wasserversorgung dieser Rebengasse bestanden Bedenken, weil nur eine einfache Bleirohrleitung verlegt und der Wasserverbrauch der gleichfalls angeschlossenenMetzgerei- anlage bekanntermaßen groß ist. Der Stadtvorstand sah sich nunmehr vor die Frage gestellt, ob er den bestehenden Zustand durch eine Reinigung der Kanalrohrleitung belassen, oder ob gelegentlich des StratzenaufbrucheS nicht doch eine zweckentsprechende Anlage geschaffen werden soll. Rach einem Gutachten der städtischen Bauleitung wird die letztere Anlage einen voraussichtlichen Kostenaufwand von 1330 Wk. ohne Rohrlieferung erfordern. Die Rohre sind größtenteils auf dem städtischen Lager vorhanden. Der Stadtvorstand entschloß sich zu letzterer Maßnahme. Cs soll eine 80°Millimeter-Gußrvhrwasserl itung mit Absperrschieber und eine 300-Millimtter-Zement> rohrkanalleitung mit xwei Revisionsschächten zur Verlegung kommen. Gellend gemachte Bedenken, daß durch diesen Anschluß ein Aufbruch der erst vor Jahresfrist neu gepflasterten Ortsdurchfahrt notwendig würde und dieser Teil Schaden leiden könnte, wurden durch die Bauleitung zerstreut.
Kreis Büdingen.
r Nidda, 15. Jan. Die hier tagende Konferenz der Dirigenten des „M ittleren Nioda- tal-Sängerbundes" beschäftigte sich mit der Auswahl der Lieder für das Wertungs singen, das in Dauernhelrn ftatfindet. Von Chören, deren Aufführung erst nach Genehmigung der „Gema" ober „Asina" gegen Entrichtung eines bettächtlichen Honorars möglich ist, wurde abgesehen und nur Volkslieder ober aufführungsfreie Lieder gewählt. Als Pflichtchor wurde das Volkslied „So viel der Mai auch Blümlein baut", als Bundesmasfenchor „Das deutsche Lied" beftimmt Der von jebem
ober so! Sind Sie der Mörder der jungen Dame oder find Sie es nicht! Eine Frau spielt unter allen Umständen eine Dolle in der Sache, entweder die Tote, oder eine andere, di>? Sie durch Ihr Schweigen schonen wollen."
Cs kam keine Antwort.
Richt einmal den Kopf hatte Hettingen während dieser Worte des Staatsanwalles gehoben.
Die Hände des Richters lagen zu Fäusten geballt auf der grünen Filzplatte des großen Dier- eckstisches. „Wollen Sie erzählen. Herr Baron, oder soll ich fragen!"
„Fragen Sie," kam es gequält.
„Rührt die Schramme in Ihrem Gesicht von irgendeiner zufälligen Verletzung oder von dem Kampfe mit Ihrem Opfer her?^
HetttngenS weißes Gesicht hob sich etwas.
Di-r Augen lagen ruhig auf denen des Staatsanwaltes. „Als ich von einem Gang durch den Tunnel in das Freie kam, warf mich ein plötzlicher Schwindel gegen einen Felsen. Die Wunde rührt davon her."
Ein Schreiber notierte hastig.
„Und das^ Blut an Ihrem Dockärmel und an Ihren Hemdaufschlägen? — Kommt das auch von dieser Verletzung?"
„Es ist möglich!"
Der Dichter horchte auf. „Gewiß können Sie das nicht sagen?"
„Rein! — Es war schon Dacht! — Ich hatte kein Licht, als meine Taschenlampe!"
„Wer war die junge Dame, die so ungefähr gegen neun Uhr in Ihre 'Baracke kam?"
Schweigen! —
„Es nützt Sie nichts, Baron, wenn Sie sich hinter Trotz verstecken, oder zum Leugnen greifen wollen Einer der Arbeiter hatte sein Stemmeis-en vergessen, das er zu Hause hatte schleifen wollen. Und als er sichs holte, sah er das Mädchen zu Ihnen hineingehen, aber nicht wieder herauL- kommen."
Auch diesmal feine Antwort Richts sollte die Tote 6eLatten! Richts die Ehre des geliebten
I Weibes in den Schmutz ziehen
„Dauerte die Blutung an Ihrer Wange längere Zeit?" Der Staatsanwalt kniss die Augen zusammen und hielt den Atem an.
„Sie war kaum nennenswert!"
„Wahrscheinlich schon wieder gestillt, als Sie in die Baracke kamen."
„Längst!"
„Und das Blut daS dort in einer kleinen Lache am Boden steht und unter die Kisten rann, weil es infolge des Zementbelages der Dielen nicht einsickern konnte? — Wissen Sie vielleicht, woher das kommt?"
Schweigen!
„Von Ihrem Opfer!" rief der Staatsanwalt triumphierend. Gr vermochte im Eifer kaum mehr die Stimme des Frohlockens zu dämpfen. „Ich will Sie der Mühe des Dedens überhrben. Baron, und Ihnen selbst erzählen, wie sich alles abgespielt hat: Die junge Dame kam zu Ihnen. Es gab Tränen! Eine Aseuinandersetzung! Vorwürfe! — Sie sind erst in Zorn geraten! — Dann in Wut! Haben sich bann hin reißen lassen und sie gewürgt. Sie zeigt deutliche Merkmale von Strangulierung am Halse. Sie wird Widerstand geleistet haben und dabei haben Sie bann bie Schramme im Gesichte davongetragen. Zuletzt haben Sie ihr mit Ihrem Knickermesfer die Kehle durchschnitten."
Schweigen!
Rur die Uhr auf dem Holzsims der Wandtäfelung tickte unentwegt in die Stille.
„Ist es so, wie ich gesagt habe, Baron?"
Keine Antwort!
„Bringen Sie die Sachen, die als Belastungsmaterial in der Baracke gefunden worden find!" gebot der Staatsanwalt einem Polizeibeamten. der Wache haltend an der Tür stand. — Dieser kam nach wenigen Augenblicken wieder zurück.
„Kennen Sie das Taschentuch?"
Hettingen hob das Gesicht und bejahte: „ES ist das meine."
Rah und blutbefleckt lag es vor ihm auf dem Tische. Das verschlungene Monogramm in weißer
Großseuer bei Gaffel.
Kassel. 15. Jan. (WB.) Gestern abend.brach aus noch unbekannter Ursache in Hessisch- Lichten au im Hause des Schuhmachermeisters Kiel ein Großfeuer aus. das sich so schnell ausbreitete, daß die Kasseler Feuerwehr zu Hllse gerufen werden muhte. Die Bemühungen der Feuerwehrleute muhten sich jedoch darauf beschrLinsen, den Brandherd abzuriegrln. Erst in den frühen Morgenstunden war die Gewalt deS Feuers gebrochen, so Laß die Kasseler Feuerwehr wieder abrücken konnte. Bei Tagesbegiua nahm jedoch der Brand zeitweise wieder einen bedrohlichen Charakter an, der ein erneutes Sin- greifen erforderlich mach'e. Fünf Scheunen find vollständig niedergebrannt und vier Wohnhäuser ausgebrannt. Die Löscharbeiten wurden durch die Kälte sehr erschwert.
Sprechstunden der Redaktion
12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag» Samstag nachmittag geschlossen
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Verein außerdem noch selbst zu wählende Thor muß ein Volks- ober volkstümliches Lied fein, lieber bie Frage bes Wertungsrichters soll noch verhandelt rverdsn.
Kreis Schotten.
n Laubach, 15. Jan. Erne für hiesige Theaterfreunde nULtommene Einrichtung ist rn unserer Stadt getroffen worden. Die hiesige Autovernsictung Gg. Friedr. E ch w ö r e r veranstaltet regelmäßige Fahrten zum Stadttheater Gießen. Der Fahrpreis beträgt vier Mark je Person. Tie Abfahrt erfolgt jeweils eine Stunde vor Beginn der Theatervorstellung, die Rückfahrt unmittelbar nach Ende der Vorstellung. Rege Beteiligung an der Fahrt ist erwünscht, damit die Einrichtung aufrechterhalleif traben kann.
Kreis Alsfeld.
tzo Als selb, 14. Jarr. Di Zer Tage eröffnete bie hi.siige Dürer gesellsch af t i;re Vortragsreihe im neuen Jahre i n Physiksaal der Oberrealfchule mit einem hecvocragendrn Vortrag des Univerfitätsproesftrs Dr. Mom« b e r t, Gießen, über „Das Repacations- prob lern". In allgemein verständ.icher, überaus klarer und logisch gut durchgedachter Frrm verstand es der Redner, das schwierige Thema in einer tv Zuhörer bis zuletzt fesselnder W.ise zu l^ebanb lr. Er gini von den Grundgedanken aus, daß die Repaeationslvsten, die Deutschland auf Grund des Dawes-Gutachtens aufedegt feien, auf die Dauer nur dann zu erfüllen seien, wenn Deutschland eine aktive Handelstiftrnz in Höhe ' der jährlich zu zahlende Abgabe von 2Vg Milliarden Reichsmark aufzuwttsen habe, was bis jetzt noch nicht der Fall sei. Ei.-.e Aktivierung der Handelsbilanz fd aber nur zu erlTeichen durch eine Steigerung der deutschen Ansfuhr durch Eroberung neuer Absatzgebiete in fremden Ländern, was wi:dnnlm todtt.agents iri.tscha'tlichs Folgen für bi? anderen dadurch in iprem Abscch betroffenen Länder zur F: lge haben müsse. In überzeugender Weise toi?J dec R:dner nach, daß int Zeichen der Weltwirtschaft die Lösung des Deparationsproblems voM zwangSlärr i^en Zu- samme-rhä rgen des allg^meiiren Wirischa tsleberts aller beteiligten Staaten abhängig sei und sich nicht von politischen Erwägungen oder dem Willen der Gläubiger oder Schuldner bestimmen lasse. Er erläuterte sodann den Begriff des TransserschutzcS und dessen Bedeutung für die Weltwirtschaft. Frarckrsich habe ein Interesse daran, den Deutschland gewährten Dawesschutz beseitigt zu sehen. Rach Ansicht des Redners ist dessen Beseitigung ohne Ge'ährdung der deutsch.n WirZchafi nur bann möglich wenn die Aepara- tionsiasten auf ein erträgliches Maß herabgesetzt werden. Der Kernpunkt der Schwierigkeiten 6d den kommenden Derhcurdlungen der Sachverständigen liege an der Verschuldung Fra -kreichs an Amed a. Es sei möglich, daß die kommenden Verhandlungen an dem Widerstand Ame.ikas, seine Kriegsschuld'orderuncen gegenütec den Siegerstaaten hecabzus tzm, scheitern würden. Angesichts dieser Sachlage seien unter Llmständen weittragende, poutische Auswirkungen zu erwarten, die vielleicht un’.er Um* ständen dazu führen könnten, daß sich eine internationale Interessengemeinschaft aller eur.npätschen Staaten gegenüber dem Westgläubiger Amerika bilden könnte. Tie zahlreichen Zuhörer dankten für den ausgezeichnetsn Vortrag dem Redner mit lebhaftem Beifall.
Seide zeigt eine kleine siebenzackig? Krone übet dem I. H. in der Ecke.
„Unö dieses hier?" riß ihn die SÜmme des Anwaltes auS seinem Betrachten.
Ein winzig zierllches Spitzentüchlem. ebenfalls vollgesogen von Blut und Rässe, legte sich zu dem seinen.
„Wissen Sie, wo es gefunden wurde. Baron» Ein kaum merkliches Verneinen des Kopfes.
«In einer leeren Kiste, die zwischen den übrig» stand und größer ist, als alte anderen!"
Hettingen begriff nun, wo Maria sich versteckt gehalten hatte. Er selbst hatte teilte Ahnung vom Vorhandensein dieser Kiste gehabt.
Die Stimme des Richters konnte nur unschwer den Jubel des Erfolges verbergen, alÄ-sie jetzt zu sprechen begann. „Richt wahr, die. Beweise sind lückenlos! Bringen Sie nun auch noch den Mantel!" forderte er den Polizeibeamten auf.
Joachims Wetterkragen, zerknüllt, beschmutzt, von Blut verunreinigt, wurde hereingebracht und vom Beamten auseinandergefaltet.
„Erkennen Sie Ihr Eigentum?" frug ber An' walt mit leichtem Spott.
„Ja!"
„Wissen Sie mir zu sagen, wozu Sie ihn benützt haben und wieso er in diesem häßlichen Zustande gesunden wurde?"
Hetttngen gab keine Antwort. Er hatte ihn Maria unter das blutende Haupt gelegt, damu sie etwas weicher lag. Als Diebow Dann herein* kam, hatte er ihn achtlos in eine Ecke geschoben
„Die Tatsachen reihen sich, wie Hie sehen, ohm viele Jrrschlüsse ziehen zu muffen, als einwandfreier Schuldbeweis für Sie aneinander," faß» der Richter. „Hier an Dem einen Knopfe ha> sich das Haar Ihres Opfers verwickelt. D" blonde Locke ist dieselbe, wie sie die Tote tragt Wollen Sie nun gestehen, wie alles zuqegan- gen ist?"
„Ich habe nichts zu gestehen."
(Fortsetzung folgt.)


