Diskontherabsetzung in Neuyork.
Keuhork, 14. OIod. (CCM3.) Die Veuyorker Bundesreservebank ermäßigte ihren Diskontsatz von 5 auf 4,5 v. H.
Xiöfonicnnäftiflunfl der Bank von Polen.
Der VerwaltunaSrat der Dank von Polen hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, den Diskont von 9 aus 8,5 v. H. Herabzusehen. Gleichzeitig wurde der LornbardzinSfuß von 10 auf 9,5 v. H. ermäßigt.
-Frank furterLebensversicherungs- A.. G. und Allianz, St u t t g a r t. Wie seinerzeit mitgeteilt, hat die Allianz und Stuttgarter Lcbensversicherungsbank A.-G. alsbald nach dem Zusammenbruch der Favag das in deren Portefeuille befindliche volle Aktienkapital der Frankfurter Lebensversicherungs-A.-G. erworben. Dabei wurde bekanntgegeben, daß die Deckungsmittel für die Prämienreserve und die gesamten Aufwertungsver- vslichtungen der Frankfurter Lebensversicherungs- A.-Ä. in voller Höhe vorhanden waren und daß alle vertragliche» Recht, der Versicherten, insbesondere die für 1929 und 1930 bereits bekanntgegebenen Versicherten-Dividenden sowie die für die Altver- sichcrten mit Genehmigung des Reichsaufsichtsamts festgesetzten Aufwertungsquotcn unverändert aufrechterhalten bleiben. Nunmehr hat die außerordent- liche Generalversammlung der Frankfurter Lebens- versichcrungs-A.'G. am 11. November den zwischen den Aufsichtsräten und den Vorständen beider Ge> scllschaften vereinbarten Verschmclzungsvertrag mit Rückwirkung vom 1. Januar 1929 an zugestimmt. Dieser Verschmelzungsvertrag ist durch die Senats- cntscheidung des Reichsaufsichtsamts genehmigt worden. Mit der Verschmelzung geht das gesamte Ver- mögen der Frankfurter Lebcnsversicherungs-A.-G. unter Ausschluß der Liquidation als Ganzes einschließlich aller Rechte und Verbindlichkeiten auf die Allianz über. Für die Versicherten der Frankfurter Lebcnsverstecherungs-A.-G. haftet nunmehr das gesamte Vermuten der Allianz. Nach Diirchsührung der Fusion wird das Vermögen der Allianz Ende 1929 rund 500 Millionen Mark betragen. Die jähr- liche Pramiencinnahme wird sich Ende 1929 aus 120 Millionen Mark, der Gesamti-.rsichcrungsstand auf etwa 2,7 Milliarden Mark belaufen.
1 D i c Insolvenz Zakov Dreyfuß Frankfurt a. M. Wie WTB.-Handelsdlenst erfährt, hat der Status der insolventen Mehl- großhandclsfirma Satob Dreyfuß, Frankfurt o. M, der in der Gläubigerversammlung am 19. Kooernber vorgelegt werden wird, gegen die zuletzt bekanntgegebcnen -Ziffern eine leichte Besserung erfahre i. Auch scheinen die Aussichten auf baä Zustandekommen eines Vergleichs, bei natürlich nur kleiner Quote, nicht ungünstig zu sein.
- Gesellschaft für elektrische Unternehmungen, Berlin. Die G.-V. genehmigte einstimmig die Fusionsverträge mit der Ludw. Loewe & Co. A.-G. und der Agwea. Der Gesell- schatt verbleiben noch aus dem bisherigen Besitz rund 23 Mill. Mark eigene Aktien, von denen rund 4 Mill. Mark für die Option der amerikanischen Anlcihebesitzer aus der 5 Mill. Dollar-Anleihe bis Juli 1931 bcreitgchalten werden müssen. Der Ge- schäfisgang des Gesamtunternehmens dürfe als günstig bezeichnet werden, so daß für das laufende Jahr auch auf das erhöhte Aktienkapital mit einer Dividende von wieder 10 Prozent gerechnet werden kann.
•* Spar- und Kreditanstalt für Deutsche Beamte und Angestellte A.-G. Die Spar- und Kreditanstalt für Deutscl)« Beamte und Angestellte A.-G. ist^ctzt in Berlin gegründet worden und wird am Montag, 18. November, in den alten Räumen und Depositenkassen der Bank für Deutsche Beamte G. m. b. f). den neuen Geschäftsbetrieb aufnehmen.
frankfurter Börse.
Frankfurt, 15. Hov. Tendenz: Freundlich. — Die D i s k o n t s e n k u n g um 0,5 Prozent in Heuyork mach e einen sehr gün- tilgen Eindruck, so daß die hiesige Börse in fester Haltung eröffnen konnte. Die Stimmung ist zuversichtlich, zumal auch die gestrige Hcuyorker Börse eine allgemeine Erholung auf- zuweisen hatte. Hierdurch veranlaßt, zeigte die Kulisse Deckungsbedürfnis, und das Geschäft nahm in Spezialwerlen einen etwas lebhafteren Charakter an, wobei sich beträchtliche Gewinne ergaben. Die übrigen Werte lagen dagegen weiter vernachlässigt, da der Qrdermangel immer noch anhielt. Es ergaben sich auch hier und da, infolge der besseren Börsensituation, Gewinne, aber in bedeutend kleinerem Ausmaße. An
klang fanden noch die g ü n st i g e n Deld- marktverhältnisse, nachdem sich gestern schon eine geringfügige Verstellung eingestellt hatte. Diese wurde aber durch die Diskontfenkung in Heuyork wieder behoben. Besonde.es Interesse bestand heute am Kunstleidenmarkt für Alu- Aktien mit plus 7 Prcz. und für Bemberg mit pluS 6,25 Proz. QIua> Glektrowerte tragen mehr in den Vordergrund. Führend waren hier Siemens mit plus 5,5 Proz. Schuccert gewannen 3 Prcz., Gessürel 3,25 Proz., AEG. lagen nur 1,25 Prcz. gebessert. Am Chemiemarkt eröffneten I.-G.-Farben 2,75 Proz. fester. Montanakiien waren b.s zu 1,75 Proz. höher. Hur Mans- felder machten eine Ausnahme und lagen leicht gedruckt. Hier dürfte die Abwärtsbewegung der Kupferpreise eine gewisse Holle gespielt haben. Banken b'.S 2,25 Proz. höher. Bevorzugt waren noch am Kalimarkt Westeregeln mit PluS 6 Prozent. Von lokalen Papieren lagen Frankfurter Maschinen verirachlässigt, Metallgeselischast konnten dagegen 1 Proz. gewinnen. Auch Autowerte konnten etwas proiitieren. Deutsche Linoleum plus 5,5 Proz. Kenten still. Deutsche Anleihen etwas sester. Von Ausländern Türken. vernachlässigt. Im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich, doch ergaben sich infolge des Ordermangels geringfügige Abschläge, die aber selten 1 Proz. erreichten. Auch Gewinnmilmahmen führten dazu. Am Geldmarkt war TageSgeld mit 7,5 Proz. angespannter. Am Devisenmarkt lag der Dollar schwächer: das Pfund und die Mark konnten sich international bessern. Man nannte Mark gegen Dollar 4.1790, gegen Pfund 20.402, London gegen Kabel 4.8795, gegen Paris 123.86, gegen Mailand 93.19, gegen Madrid 34.80, gegen Holland 12.0840.
Berliner Börse.
Berlin, 15.Hob. Hicht ganz unerwartet hat gestern die Heuyorler Heseroe-Bank ihre Diskontrate erneut um 0,5 v. H. auf 4,5 v. H. ermäßigt. Trotzdem genügte diese Hachricht zusammen mit den übrigen Meldungen aus Heu- bet?, (festere Börse, toeüerer Rückgang der Maklerdarlehen um 700 Millionen Dollar), um den hiesigen HIarlt günstig zu beeinflussen. Obwohl man weiß, daß diese Dislonlsenkung im Moment noch leine grundlegende Aenderung am internationalen Geldmarkt bringen kann, und nur als Grenze gegen weitere Kursrückgänge an der Heuyorker Ei^ektenbörse gedacht ist, wird 1,5-v. H.-ZlnSspanne zwischen Heuyork und den übrigen Reserve - Banken und London auf die Dauer aber doch nicht aufrechtzuerhalten sein, sodaß sich, nach An ficht der Bör e, doch früher oder später eine Auswirkung dieser Maßnahme zeigen muß. Während London schon wahrscheinlich am nächsten Donnerstag mit einer Diikont- ermäßigung folgen durfte, ist für Berlin eine solche vor dem Iahrcsulllmo Wohl kaum mehr zu erwarten. Das Geschäft hielt sich zu Beginn der Börse wieder In ziemlich bescheidenen Grenzen und einer kleinen Kau.neigung des Publikums standen noch einzelne Verkauf ianträge gegenüber, so daß sich die hohen vorbörslichen Taxen nicht immer behaupteten. Gegen gestern mittag betrugen die Gewinne bis zu 3 v. H. durchschnittlich, bei Spezialwerten wie Berger, Bemberg, Aku, Ostwcr.e Sarotti Salzdetfurth, Westeregeln, Deutsche Linoleum, Siemens usw. bis 6 v. H. Svenska zogen um 13 HM. an, Polyphon um 8 v. H. Deutsche Waffen erschienen mit Plus-Plus-Zeichen und notierten mit 67 nach 63,5 v. H. Deutsch Anleihen ruhig. Auch Ausländer wenig terändert. Pfandbrief markt ge- schästslos, aber kaum noch schwächer. Der Geld- marlt war zum Medio etwas steifer. Auch sind heute verschiedene Steuertermine. Tagesgeld 7 bis 9 v. H., Monattgeld und Warenwechsel unverändert. Hach den ersten Kursen vorübergehend etwas lebhafter. 3m allgemeinen bleibt die Spekulation bei ihren Dispositionen aber noch ziemlich vorsichtig. Teutsche Waffen weiter fest und bis 70 v. H. a »ziehend. Auch Svenska konnten bis zu 5 Heichsmark erneut gewinnen.
Berliner Prodnttenmarkt.
Berlin, 14. Koo. Heute machte sich auf dem Getreidcmarkte nach den scharfen Preisrückgängen der letzten Tage eine Erholung geltend, die jedoch wohl weniger auf die festeren Auslandmeldungen als auf die verschiedenen, neuerdings angekündigten Hegierungsmaßnahmen zur Hebung des Getreidentveaus zurückzuführen waren. Die Offerten für Auslandwelzen, namentlich für Plata- weizen, lauteten beträchtlich fester. Don Umsätzen wurde bisher nichts bekannt. Vom 3n- lande ist Weizen und Koggen knapp angeboten, die um etwa 2rbld 3 Mark erhöhten Forde-
Schach-Ecke.
Bearbeitet von W. Orbach.
Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw sind zu richten an die Schachredaktion des ..Gießener Anzeigers"
Problem Nr. 238.
Don 3. Drown.
Weiß zieht und setzt In drei Zügen matt. Weiß: 4 Steine. Kb5; Df6; Sb3; Bf3.
Schwarz: 3 Steine. Kd5; Lg3; Bg5.
8
6
5
3
7
4
2
8
7
6
5
4
3
2
Weiß.
L n
Schwarz, b c d f- f
Partie Nr. 166.
Die nachstehende sehr interessante Partie wurde als 18. des Weltmelsterschaftswettkampfes im Haag am 26. Oktober 1929 gespielt.
Französische Verteidigung.
Weiß: Bogoljubow.
Schwarz: Aljechin.
I. e2-e4
Eine große Ueberraschungl 3n den vorher- gegangenen 17 Partien des Wettkampfes eröffneten beide Kämpen regelmäßig mit 64.
1. . . . 1. e7-cö
2. 62-64 2. 67-65
3. Sbl -c3 3 Sg8-f6
4 Lei -g5 4. 6 ixe4
Dieses sofortige Schlagen, welches auch von Aljechin im Wettkampfe gegen Capablanca angewandt wurde, genügt zum Ausgleich.
5 Sc3«-e4 5. Lf8 - e7
6 Lg5xf6 6. g7xf6
7. Sgl — f3 7. f6 — f5
Dies Überläßt dem Springer f3 daö wichtige Feld e5 und ist deshalb zu verwerfen, nützlicher erscheint sofort b6 nebst Lb7.
8. Se4-c3
9. g2-g3
10. Lfl-g2
II. D61 -e2
12. Sl3-e5
13. 0-0-0
14 De2-h5
8. c7-c6
9. Sb8-67
10. D68-c7 11. b7-b5
12. Lc8-b7
13. 867-bd 14. Th8-f8
Auch auf 14. ..., L66 oder f6 käme f4 und Schwarz könnte noch Lxe5, 6xe5 nicht lange rochieren.
15 12-14
Falls jetzt z. B. 15. Dxli7, so Lf6, droht Th8, 16. Dh5, Lxc5 mit Hückgewinn des Bauern.
15. . . . 15. b5-b4
16. Sc3-e2 16. Sb6-65
17. Lg2xd5 17. cbxd5
18 Kcl-bl 18. a7-a5
Vogoljubows Springerstellung auf e5 ist vernichtend, Aljechins Chancen beruhen daher nur in einem stürmischen Königsangriff.
19. «3-g4!
Dies führt zur Aufrollung der Zentrums- stellung des Hachziehenden.
19. . ..
20 f4-f5
21. Dh5xf5
22. Thl -el
23 b2-b3
24. Df5xh7
19 f5xg4
20. eöxf5
21 25-24
22. 24-23
23 Lb7-c8
24. Lc8-e6
Hiermit ist weiterer Hachteil vorläufig auf der e-Linie vermieden, aber das Hngtüd bricht bald auf der c-Linie herein.
25. D117 —63
26. c2-c3!
27 Tdl-cl
28. c3xb4
29. Tel -c6
30. Tel -cl
31. Se2-f4
32. ' f4Xc6
25 0-0-0
26. Kc8-b7
27. Dc7-b6
28. Lc7xb4
29 Db6-a5
30. F68-c8
31. Lb4-66
Hach 32. Tx66 würde Schwarz durch 32. .... Txcl 4- 33. Kxcl, Del nebst 1 c8 + ben Ausgleich erzielen.
32. ... 32. f7xe6
33
D63-H7+
33.
Tc8 - c7
34.
Tc6xc7 +
34.
L66xc7
35.
Dh7 —67
35.
Da5-b6
36.
Se5 —63!
36.
TIS-68
Hieraus beschließt Bogoljubow die von ihm durchweg in kräftigstem Stile durchgeführte Partie durch eine prächtige Schlußkombination.
31. Tclxc7-H 37. UböxcT
38 S63-C5+ 38. Kb7-b6
Falls 38. ...
, Kb8 39. Sa6 -s-.
39. D67xc7 +
39. Kb6xc7
40. Sc5xe5+
40. Kc7-67
41. Se6x68
41. K67X68
42. b3-b4
42 K68-67
43 Kbl -c2
43. K67-c6
44. Kc2-b3
44. Kc6-b5
45. Kb3xa3
45. Kb5-c4
46 b4 - b5
46. Kc4xb5
47. Ka3-b3
47 Kb5-a5
48. a2-a4
48. Ka5-a6
49 Kb3-b4
49. Ka6-b6
50 a4-a5 +
50. Kbö-c6
51. Kb4-a4
Hufgegeben.
Lösung des Problems Kr. 234.
Don G. Schüller.
1. D61-65! (Srobt 2. Dxg5 matt)
1. .... LxD oder Tf5. 2. Ll3 matt
1. ..., Lf5 oder Tg2. 2. Te7 matt
1. ..., Tc5 oder Dg3. 2. Tt7 matt
1. ..., Dc5 ober De7 ober Le3. 2. Lg4 matt
Die Narrenkappe.
Splitter und Sparren Dom KedakttonStisch.
Dctrachlung eines Schiffsjungen.
.....das schrecklichste Ende, das ein Kapitän nehmen kann, ist das Tauendel"
*
Mißverständnis.
In Oesterreich sagt man: ich hab' mir «inen Mantel um hundert Schilling gekauft oder: er will's um dreißig Schilling haben.
Na, und einer von denen kommt in Berlin an einen Obstwagen und meint:
„Geben Sie mir eine Banane um zchnl"
Sagt der Händler:
„For Sie wcr'ck 'ne Nachtschicht inlejen!"
(Lust. Bl.)
*
Belehrung.
„Vater, was heißt das: ohne Ansehen der Person?"
„Na, zum Beispiel, wenn du mit jemand telephonierst." , (Lust. Bl.)
Der erste Besuch.
„Was hat dein Edward gestern bei deinen Eltern gemacht?"
„Schlechten Eindruck!" (Lust. Bl.)
rungen werden von den Mühlen und vom Handel nur zögernd bewilligt. Bemerkenswert ist, daß für Koggen stärkeres Äaufintereffe als für Weizen zu beobachten ist. Am Lieferungsmarkt erfolgten Deckungskäufe, die Weizen um 3 bis 3,50 Mark, Koggen um 1,50 bis 1,75 Mark höher einsetzen ließen. Für Weizen- und Koggenmehle fordern die Mühlen unveränderte Preise, älmsätze kamen bisher nur in geringem Aus
maße zustande. Hafer ziemlich knapp angeboten, Verkäufer halten auf Preise. Gerste ruhig und unverändert. Es notierten für je 1000 kg: Weizen, niärf., 222 bis 223 (fest), Dez. 236 bis 236,75, März 251,50 bis 253; Koggen, märt, 160 bis 162 (fest), Dez. 176,50 bis 177 (Geld), März 192,50 bis 193,50; Braugerste 184 bi5 205 (ruhig); Industrie- und Futtergerste 166 bis 177 (ruhig); Hafer, märt, 149 bis 158 (fester).
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Relchsbankdiskont 7 v. H., Lombardzinsfuß 8 o. H.
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