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London, 14. Ian. (TU.) wie au» Kabul amt-

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Die Wetterlage.

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seine Reformen zu vervollkommnen, unternahm der König 1928 eine Studienreise durch Europa, die ihn u. a. auch nach Deutschland führte. Nach seiner Rückkehr nach Kabul im Iahre 1928 kündigt« er ein g r o ß e s R e f o r m- Programm an, das u.a. die Einführung einer Nationalv^sammlung. der allgemeinen Wehr­pflicht, zahlreicher neuer Steuern sowie der all­gemeinen Schulpflicht für Kinder beiderlei Ge­schlechts vorsah. Ein Teil dieser Maßnahmen rief jedoch innerhalb seiner Anhängerschaft leb­haften Widerspruch hervor, weil man glaubte, daß seine Maßnahmen im Gegensatz zu Bestimmungen des Korans standen. Der König vermochte den Widerstand gegen seine Reformen zunächst zu unterdrücken. 3m Laufe weniger Mo­nate erregten weitere Maßnahmen, insbesondere die Abschaffung des Purdah (Schleier) für die Frauen unter der orthodoxen Geistlichkeit stärk­sten Anstoß, der schließlich, als die Schinwaris an der Rordwestecke Afghanistans aufstanden, zu legen ihn führte.

auch ein Beweis, wie vollständig dank der Politik Poincares die Lage in Elsaß-Lothringen durch, einanderläuft. Der Autonomismus hat sich jeden­falls jetzt entscheidend durchgeseht und wird bei den nächsten Wahlen wahrscheinlich das Feld restlos beherrschen.

Der Ruf nach -er Diktatur.

sich in dem Hause Bittendorfer Straße 257 ein dort wohnender Stellwerksmeister in die am Keller ge* legen« Waschküche begeben und den W a s ch o f e n angezündet. Das Feuer brannte bereits längere Zeit, als der Mann zu seinem Schrecken plötzl.ch eine blaue Flamme wahrnahm, die sich über

begründet feinen Schritt mit einer Erklärung, der zufolge er hofft, daß sein Rücktritt seinem Lande den Frieden und die Innere Einigkeit wiedergeben möge. Sein älterer Bruder, ge­nannt TNuin Ls Saltanet) hat die Regierung übernommen. Inayat Ullah Ist am 20.Oktober 1888 geboren und mit einer Schwester der Königin verheiratet, wie es scheint, haben die Banden habib Allahs, genannt Badschai-Sakau zuletzt mit Inayat Ullah in Verbindung gestanden. Der Rücktritt des Königs Aman Ullah dürfte das Ende der Kämpfe in der Nähe der Stadt Kabul bringen. Welchen Einfluß der Rücktritt des Königs auf die Schinwarlstämme haben dürste, ist noch ungewiß. Der Rücktritt König Aman Ullahs wird von der Berliner afghanischenGesandtschastamtlichbe. (tätigt.

Tonern verfälscht toorben, die auf etwas ganz an­deres als auf einen Regionalismus hinaus woll­ten. Die Wahlen seien das beste Merkmal für die geistige Verwirrung im Elsaß. Die Kam­merdebatte müßte den gerechtfertigter, Bestrebun­gen der wiedererlangten Gebiete, wie z. D. den materiellen Steuerforderungen Ge- nugtuung geben und eine feste uird ver­nünftige elsässische Po'itik einleiten.

Paris Midi" spricht von derEiterbeule" in der Flanke Frankreichs" und gibt zu, die elsässische Krise zeige sich noch tiefer und hart- nackiger als man habe glauben können. Es klingt aber ziemlich gewunden, wenn das Pariser Mit­tagblatt für die Krise folgende Entschuldigung findet:Die Elsässer sind in ihrem sentimentalen und leidenschaftlichen Ländchen große Kinder mit kindlicher Seele gebli:ben. zur Auf­regung geneigt und krank an Heimweh nach einer idealen, unbegrenzten Freiheit." 3m w3oumal sieht Edouard Helsey, der recht viel zur Ver­giftung der Beziehungen zwischen Elsaß und Frankreich beitrug, in dem au'-onomistischen Er­folge eine Antwort auf den Kammer­beschluß. der Ricklin und -w.se chrer Man­date für verlustig erklärte. Er glaubt aber an Anzeichen allerdings ohne diese zu nennen für das baldige Ende der Autonomiebe­wegung. DasEcho de Paris" weih kein anderes Heilmittel gegen die elsässische Krise als eine Ausschaltung des Parlaments für el­sässische Dinge und einekleine Diktatur Poincares". der allein die elsässische Frage regeln solle.

Entscheidung erfolgte aber erst während de- ! Aufenthaltes des Kronprinzen von Norwegen und der Prinzessin Martha zu den Olympischen Spielen in Amsterdam.

Truppenmengen, darunter auch Anhänger seines Bruders 3nayat Ullah. zu den Auf st ä n di - schen übergegangen, so daß der König sich zum Rücktritt gezwungen sah. obgleich er durch weitgehenden Verzicht auf seine Reformen noch in letzter Stunde versucht hatte, seine Stel­lung wiederherzustellen.

Der Eindruck in Berlin.

Berlin, 15. 3an. ($11.) Der Rücktritt Aman Ullahs wird von den meisten Berliner Blät­tern eingehend besprochen. Allgemein wird dar­aus hingewiesen, daß Aman Ullah das Opfer der unpsychologischen Art geworden sei, mit der er sein noch tief in mittelalterlicher Geistesverfassung befangenes Volk ohne jeg­lichen Uebergang mitten in die jüngste westliche Kultur habe hineinzwingen wollen, die er auf seiner Europareise studierte. Es wird daran erinnert, daß ihm bei seinen Reformen Kemal Pascha alsVorbild gedient habe und darauf hingewiesen, daß Kemal Pascha für sein Reformwerk ganz andere Voraus­setzungen und Grundlagen zur Ver­fügung hatte. 3n einigen Blättern wird auch angedeutet, daß es sich heute noch nicht übersehen lasse, wieweit außenpolitische 3nter- essen einer fremden Großmacht es ge­wesen seien, die die Unzufriedenheit mit den Reformplänen zum Sturz Les Herrschers an- feuerten.

Moskau wittert England als Drahtzieher.

Kowno, 15. 3an. (Telun.) Wie aus Mos­kau berichtet wird, haben die Nachrichten von der Abdankung Aman Ullahs in Moskauer politischen Kreisen große Erregung hervorgwufen. Man erklärt, daß die Abdankung eine Folge der englischen Politik sei, die einen politischen Kampf gegen Aman Ullah führte, wcil seine Politik den englischen 3nteressen in 3ndien nicht genehm war. Die russische Gesandtschaft i.i Kabul bencrch- richligte die russische Regieiung über d'.e Ab­dankung des Königs und teilte mit, daß in Kabul und in anderen Provinzen Asghm.i'tans bis jetzt Ruhe herrscht. Die Deitreter der auf» stäuoischen Truppen sind Sonntagabend in Kabul feierlich eingezogen.

Thronverzicht König Arnanullahs.

Oer Sieg der Reaktion in Afghanistan. - OerMformkönig dankt ab zu gunsten seines Bruders.

Aus aller Wett.

Explosion in der Stratzenkarialisatiou in Gelsenkirchen.

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Verlobung des Kronprinzen von Norwegen.

Kopenhagen, 14. 3an. (LU.) Wie aus Stockholm gemeldet wird, hat König Gustav von Schweden seine Einwilligung zu der Ver­lobung des Kronprinzen Olaf von Norwegen mit Prinzessin Martha, der Tochter des Prinzen Karl und der Prinzessin 3ngeborg von Schweden und der Schwester der Kronprinzessin Astrid von Belgien gegeben. Der Kronprinz steht im 26., die Prinzestin im 28. Lebensjahre. Der Kronprinz ist am Sonntag­abend von Oslo nach Stockholm abgereist, wo er inkognito zu einem achttägigen Aufenthalt ein­trifft. 3n Begleitung der Eltern der Braut wurde die Verlobte am Vormittag vom König von Schweden empfangen. Die Hochzeit soll bereits im Frühjahr stattfinden. 3n Stockholmer Hofkreisen war diese Verlobung bereit! lange erwartet. Man hatte gehofft, daß sie bereit; im letzten Sommer bekanntgegeben wurde, als der Kronprinz an einem Wettsegeln bei Sandhamm teilnahm Die

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zugunsten

Inayat Ullah auf den afghanischen

Königsthron verzichtet. König Aman Ullah

i ch berichtet wird, hat König Aman Ullah feines älteren Bruders

Früh gegen 8 Uhr erfolgten im südlichen Stadt­teil Ueckendorf zwischen dem Bahnhof Gelsen- , kirchenWattenscheid bis hinauf zur Stadt Watten- Parifer Preffekommenlare. scheid kurz hintereinander drei heftige Ex-

Paris, 14. 3an. (Telun.) Die französische plosionen durch die die Bevölkerung in großen Abendpresse widmet den Wahlen im Elsaß lange Schrecken versetzt wurde. W.e sich herausstellte, hatte Kommmtare. Resigniert erklärt derTemps", 1 «'"-ndarl-r Gfra&e 257 em dort

daß die Leidenschaften noch nicht erloschen feien. Man müsse sich vor jedem Pesfirnismus hüten, selbst wem, die Stichwahlen in Kalmar am kom­menden Sonntag zu einem weiteren Sieg der Autonomisten führten. Man müsse erkennen, daß der elsässische P a r t i k ul a r i s in u s durchaus berechtigt sei und eine geistige Bereicherung für die Ra t i o n darstellen könne. Der Partikularismus sei jedoch von Per­

einer größeren Erhebung gegen ihn führte. Obgleich es ihm glückte, durch Verhandlungen und Einsatz starker Truppenmassen mit den Schin­waris zu einem Waffenstillstand zu kommen, gelang es ihm nicht, größere Banden in der Nähe seiner Hauptstadt Kabul zu schlagen, denen sich im Lause der Zeit allmählich auch aktive Truppen des Königs anschlossen. Anscheinend sind in den letzten Tagen, m denen die telegraphische Der- bindung mit Kabul unterbrochen war, größere

den ganzen Boden der Waschküche ausbreitete. Kaum hatte er sich in Sicherheit gebracht, als eine heftige Explosion erfolgte, der bald darauf zwei weitere folgten. Das Feuer hatte sich durch das Abflußrohr in den Kanal fortgesetzt und dort hatten die Explosionen stattgefunden. Mit gewaltigem Krachen sprangen sämtliche Kellertüren auf und die Fensterscheiben gingen in Trümmer. Auf der ganzen Bittendorfer Straße flogen die guß­eisernen schweren Kanaldeckel haushoch in die Luft, und aus den freigewordenen Kanalöffnungen schlugen gleichzeitig etwa 40 Meter hohe Stich­flammen empor. Bon dem gewaltigen Luftdruck zersprangen sämtliche Fensterscheiben der angrenzen­den Häuser. Die städtische Feuerwehr und die Polizei waren bald an der Unglüdsftätte und nahmen die

Hessens Besatzungsnöte.

Darmstadt, 15.3ar. (Amtlich.) Die wirt- schaftlichen und kulturellen Nöte des besetzten Gebiets haben den Reichstag veranlaßt, von der Reichsregierung die Vorlage einer Denk­schrift über den Rückgang der Wirtschaft und die kulturellen Notstände, zugleich aber auch Vorschläge für Hilfsmaßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Wirtschaft und zur Behebung der kulturellen Not im besetzten Gebiet zu fordern. Zu diesem Zwecke haben die an der Besetzung beteiligten Länder chrer- seits Denkschriften ausarbeiten lassen, die der Notlage ihrer besetzten Gebiete ge­widmet sind und Vorschläge für Hilfsmaßnahmen enthalten. Die hessische Denkschrift ist vor meh­reren Wochen der Reichsregierung übergeben worden. Sie wird dem Reichstag nach seinem Wiederzusammentritt zugehen.

Dieser hessischen Denkschrift diente eine Be­sprechung, die in diesen Tagen auf Einladung des Staatspräsidenten Dr. Adelung zwischen den in Hessen gewählten Reichstags­abgeordneten, den Vertretern der Land­tagsfraktionen und den Regierungsstellen statt­fand. 3n voller Liebereinstimmung zeigte die Be­sprechung den Willen der Parteien, mit allen Kräften auf eine möglichst umfassende Hilfsaktion des Reiches für die be­setzten Gebiete hinzuwirken, damit insbesondere dem unter den Folgen der Besetzung am mei­sten leidenden hessischen besetzten Gebiet eine ausreichende Unterstützung zu­teil wird.

Oie hessischen Landtagsausschüffe.

Darmstadt, 14. 3an. (WHP.) Durch die Personenvereinigung der V o l k s p a r t e i mit der Volksrechtspartei und das Ausschei­den der Abgeordneten Galin und Angermeier aus der kommunistischen Fraktion, wodurch diese ihre Fraktionsstärie verloren hat. war eine Neufest setzung der Ausschuß mitglie- der notwendig geworden. Der Aeltestenrat hat sich nun mit der Lage befaßt. Da der Versuch des Abgeordneten ©ahn, mit den Kommunisten eine Mitgliedervereinigung zu bilden, von die­sen abgelehnt wurde, scheiden die Kom­munisten aus den Ausschüssen und auch aus dem Aeltestenrat aus. Volkspartei und Volksrechtspartei haben sich auf die Entsen­dung folgender Abgeordneten in die Ausschüsse geeinigt. Finanzausschuß: Abg. Haury (DVP.), Stellvertreter Dr. Keller (DVP.)) Dr. Best (VRP.), Stellvertreter Prof. Axt (VRP.). Gesehgebungsausschuh: Dr. Keller

(DVP.). Stellvertreter Schott (DVP.); Dr. Rie» poth (DVP.), Stellvertreter Dr. Best (VRP.). Petitionsausschuß: Frl. Birnbaum

(DVP.), Stellvertr. Schott (DVP.): Dr. Wolf (VRP.), Stellvertr. Prof. Axt (VRP.). Ael­testenrat: Dr. Keller (DVP.) und Prof. Axt (VRP.). Die freigewordenen übrigen Sitze der Ausschüsse werden von den Fraktionen noch be­nannt werden.

Das haben sich Herr Poincarä und seine nationa­listischen Freunde doch offenbar ganz anders gedacht: mit formalistischen Gewaltmethoden haben sie den elsässischen Autonomisten zweimal Mandate abgesagt, indem sie deren Anhänger durch das Gericht als mandatsunwürdig erklären ließen, und arbeiten nun mit Hochdruck daran, dem Autonomismus eine entscheidende Niederlage beizu­bringen, die nach vorsichtigen Andeutungen bis zum Zusammenbruch gehen sollte. Das Attentat eines Metzgerburschen auf den Generalstaatsanwalt war selbstverständlich Wasser auf die Mühle der Nationa listen: sie haben eine Propaganda betrieben, die vor nichts zurückschreckte, die mit unbegrenzten Mitteln arbeitet. Und trotzdem, wenn sie heute die Bilanz ziehen, müssen sie ehrlich zugeben, daß sie bei diesen beiden Nachwahlen die Leidtragenden ge­wesen sind.

3n Altkirch hat es nicht einmal zu einem zweiten Mandat gelangt. Obwohl die Gegner des Autonomismus sich von vornherein auf ein Man­dat verständigt hatten, ist der Autonomist fast mit Zweidrittel-Mehrheit ge- wählt worden. Nicht ganz so ungünstig sind die Dinge in Colmar gelaufen, das von An­fang an das eigentliche Streitobjekt war. Hier herrscht ja noch aus deutschen Zeiten, aus den Tagen der Wllterle und Blumenthal, die maß­gebende Leute waren, scharfe p) itische Luft. Die Nationallsten glaubten einen besonders ge­schickten Schachzug zu tun. wenn sie gegen den Autonomisten einen katholischen Geistlichen auf­stellten, der bisher politisch noch nicht hervor­getreten war, der sich aber der offenen Unter- stützung des foanzöfischen Bischofs von Strast­burg zu erfreuen hatte. Dafür stand freilich die katholische Presse und die niedere Geistlichkeit fast hundertprozentig auf fei.en des Autonomisten, der denn auch mit über 8000 Stimmen seinen Gegner weit überflügelt und in eine Stich­wahl hineinkommt, die nur durch ein Wunder für ihn verloren gehen kann.

Die beiden Nationalisten werden also, wenn Ende 3anuar in der Kammer die große Aus­sprache über die elsaß-lothringische Politik be­ginnt. zur Stelle sein und die Verlegenheiten Poincares erhöhen. Aber nicht nur die Poin- cares. sondern noch viel mehr die der Sozialisten, die in ihrer Verbohrtheit sich vollkommen auf die Seite der Nationalisten haben drangen lassen, obwohl sie innerpolitisch deren tiefste Feinde sind, die aber jetzt gegen den katholischen Geist­lichen den Wahlkampf nicht führen durften, weil sie im Zweifelsfalle für ihn die Parole ausgeben wollten. Der internationale Crumbach Arm in Arm mit den Herren vorn Bloc national, das ist ein Bild von unvergleichlicher Komik, aber

Untersuchung auf. Man vermutet, daß die Explo­sionen auf die Benzolabwässer der Zeche .Holland" in Gelsenkirchen, die in die Kanalisation abgeleitet werden, zurückzuführen sind. Da die Straße in den frühen Morgenstunden noch wenig belebt war, sind wie durch ein Wunder keine Men­schen zu Schaden gekommen.

Der vorsorgliche Lhemann.

Die Untersuchung gegen den Gatten der Wiener Dirigentin Lisa Mayer, Gaberl, wird Weiter» gesührt. da sich inzwi chen beim Polizeiamt meh­rere Konzertbesucherinnen gemeldet haben, die gleichfalls auf Grund einer ähn­lich formulierten Heiratsannonce ihren ^Zukünftigen" bei dem Konzert in der Phil­harmonie in Augenschein nehmen wollten. Gaberl wird über die Anzeige der Heirat kandidatinnen gehört werden. Für die Entschädigung der ..Rosen-Kavoliere" und ihrer Leidensgenossinnen find inzwischen 500 Mark deponiert worden. Frau Lisa Mayer behauptet nach wie vor, daß sie von dem Streich ihres Mannes nichts gewußt habe. Während sie zunächst an eine Scheidung von ihrem Manne gedacht habe, beurteile sie jetzt die Angelegenheit mil­der, denn chr Ehemann sei nur auf diese ver­rückte 3dee" gelommen, um ihr ein volles Haus zu sichern und ihre Besorgnisse auf diesem Gebiete zu zerstreuen. Die ganze Ange­legenheit sei auch nur durch das Versehen ent­standen, daß ein Stoß der Antwortschreiben ohne Freikarten abgegangen sei, während die übrigen Briefe mit beiliegendem Freibillett versandt worden seien.

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Sehnte atrauprln MtOti R Gewitter.(§)Windstille. <>. sete «lentr* Ost massia^ tudsudwesu stwmijcne» lordwesi Ote Pfeile fliegen mn dem Winde Die Beiden Stationen Menenden Zah­len geien die Temperatur an Oie Linien veromden Orte mit gleitbu» nf iMtrtwVtlu umoerernnrlre letldruci

Wettervoraussage.

Während gestern abend die Luftdruckverteilung im Norden noch keinerlei wesentliche Unterschiede zeigte, hat sich im Lause von zwölf Stunden, also heute morgen, über Dänemark ein ktäftiger Tief­druckwirbel herausgebildet. Die Winde haben im Küstengebiet bis zur Sturmesstürke zugenommen und über ganz Deutschland nach Südwesten zu ge­dreht. Die Temperaturen liegen dort teils unter Null, teils wieder darüber, und Niederschläge treten in Form von Schnee und Regen auf. Auch unser Gebiet dürfte durch die Störung bei zeitweiser leb­hafter Luftbewegung veränderliches Wetter, ver« bunden mit Niederschlägen, bekommen. Die Tem­peraturen verhalten sich schwankend.

Wettervorhersage für Mittwoch: Un­beständiges Wetter, Temperaturen schwankend, teila um Null, teils etwas darunter, zeitweise Nieder- schlüge, lebhafte Luftbewegung.

Witterungsausfichten für Donners­tag: Wechselnd wolkig mit vorübergehendem Auf- klaren, Temperaturen vielfach um Null und bar­unter, noch strichweise Niederschläge.

Lufttemperaturen am 14. Januar: mittags + 2,d Grad Celsius, abends 1,5 Grad Celsius: am

Der ehemalige König Aman Ullah folgte seinem Vater Habib Ullah, der in Dschellcllabad ermordet wurde, am 20. Februar 1919 auf den afghanischen Königsthron. Er erzwang in einem Feldzuge gegen die Engländer im Frieden von Rawalpindi die Anerkennung der Unabhängigkeit Afghanistans und nahm im 3ahre 1925 an Stelle des bisherigen Emir» titels den Titel eines Königs von Afghanistan an. Aman Ullah war von Anbeginn seiner Re­gierung von der Notwendigkeit der Einfüh­rung europäischer Reformen in seinem Land überzeugt und versuchte durch zahlreiche Maßnahmen Afghanistan zu modernisieren. Er berief zu diesem Zwecke zahlreiche ausländische Spezialisten, darunter auch zahlreiche Deutsche, in jein Land, die insbesondere die Wirtschaft und die Kultur des Landes heben sollten. UiH

Oie Koalition.

Don unferer Berliner Redaktion.

Berlin, 15. Jan. Die vor Wochenfrist etwas voreilig verbreiteten Meldungen von einem Z u = itanbefommen der formellen Großen Koalition bis zum 2L d. M. mußten inzwischen stark eingeschränkt werben. Nachdem es fest­steht, daß der Reichstag am 24. d. M. seine Arbeiten wieder aufnimmt, scheint es ebenso sicher, daß bis dahin eine Umbildung der Reichsregierung bzw. eine Lösung der Koalitionsfrage nicht zu er­reichen ist. v .... .

Der Schlüssel zur Lage liegt tn den Händen der Zentrumspartei. Sie hat sich bisher nach den inneren Kämpfen um ihre Führung noch nicht bis zu einer Klarheit und Beschlußfähigkeit durch- gerungen, die ihr eine endgültige Stellungnahme zu der Koalitionsfrage gestatten würde. Der Kampf derGewerkfchaften um stärkere Geltung und stärkeren Einfluß auf die Parteileitung ist feines- wegs abgeschlossen; die Kompromißlösung, an die Spitze der Partei einen in dieser Hinsicht ausge­zeichneten Repräsentanten des weltanschaulichen Charakters dieser starken politischen Mittelgruppe zu stellen, beseitigt nicht die politischen Tendenzen der Gewerkschaften, die in dem Auftreten S t e g e r - walds einen zwar vielfach mißbilligten und sicher nicht von persönlichen Elementen freien, aber doch auch sehr starken Ausdruck fanden.

Entgegen den lange aufrechterhaltenen und immer wieder proklamierten Parteiidealen spiegelt sich in diesem Vorstoß des Gewerkschaftsflügels doch in etwa der Klaffenkampf, der sich hier zwar nn Rahmen einer geschloffenen, durch das Weltanschau liehe noch immer gebundenen Volksgruppe, aber darum nicht minder scharf vollzieht und der über die Grenzen der Partei hinausgreift, weil er minde­stens auf der einen Seite in der allgemeinen gewerkschaftlichen Bewegung, in dem Streben der Arbeiterklasse nach Verbesserung ihrer Lebenshaltung verankert ist. Die Wirtschastskonjunktur ist der Er­füllung dieses Strebens nicht günstig, weite Teile der Wirtschaft sind notleidend. Deshalb kann in ab­sehbarer Zeit ein Erfolg dieses Vorstoßes nur auf Kosten der anderen Bevölkerung s- klaffen erzielt werden, und daß sich das auch innerhalb einer Partei nicht reibungslos vollzieht, versteht sich am Rande.

Das Zentrum ist also im Augenblick aus inneren Gründen offenbar noch nicht bereit, für die Durchführung der immerhin recht verantwortlichen und schwierigen Aufgabe einer formellen Koalitions- bilbung. Hinzu kommt, daß die Aufgaben der Re­gierungen in allernächster Zeit durch den Etat für 1 9 2 9 bestimmt werden. Hier aber sind allerhand Schwierigseiten zu überwinden, die man mit einem parteigebundenen Kabinett noch schwerer lösen kann als mit einem verhältnismäßig unabhängigen. Denn ob man z. B. die Bayerische Volkspartei dazu bereitfinden wird, einer Biersteuererhöhung um 100 Mionen zuzustimmen, scheint mehr als zweifelhaft. Würde sie aber als Mitglied einer Regierung^ fcalition dagegen stimmen und ihren voraussichtlich auch künftigen Erpvnenten im Kabinett, den Reichs- poftminifter Schatzei dementsprechend instruieren, so wäre eine neugebildete Koalition alsbald wieder ge­fährdet. ..

- Das tft nur eine der vielen Schwierigkeiten, die die finanziellen Anforderungen in die Frage der Koalitionsbilduna hineintragen. Man kann deshalb nur hoffen, daß eine rasche Abwicklung und eine geschickte Disposition in der zeitlichen Aufeinanderfolge der nächsten politischen Maßnahmen die Bereinigung des Koalitionspro. gramms noch rechtzeitig gestatten, um wenigstens für die kommenden R e p a r a t i o n s v e rh a n d- lungen eine breite und geschlossene Mehrheit sicherzustellen.

Montag. d'14.Jan.1929,7* ahds.

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