MM
DMahlsiegderelsMschenAutonomisien
f
'■ ; r
V
3
London, 14. Ian. (TU.) wie au» Kabul amt-
l
Die Wetterlage.
*
frwsK
-8
La (onina
laasFi
o
Sto
seine Reformen zu vervollkommnen, unternahm der König 1928 eine Studienreise durch Europa, die ihn u. a. auch nach Deutschland führte. Nach seiner Rückkehr nach Kabul im Iahre 1928 kündigt« er ein g r o ß e s R e f o r m- Programm an, das u.a. die Einführung einer Nationalv^sammlung. der allgemeinen Wehrpflicht, zahlreicher neuer Steuern sowie der allgemeinen Schulpflicht für Kinder beiderlei Geschlechts vorsah. Ein Teil dieser Maßnahmen rief jedoch innerhalb seiner Anhängerschaft lebhaften Widerspruch hervor, weil man glaubte, daß seine Maßnahmen im Gegensatz zu Bestimmungen des Korans standen. Der König vermochte den Widerstand gegen seine Reformen zunächst zu unterdrücken. 3m Laufe weniger Monate erregten weitere Maßnahmen, insbesondere die Abschaffung des Purdah (Schleier) für die Frauen unter der orthodoxen Geistlichkeit stärksten Anstoß, der schließlich, als die Schinwaris an der Rordwestecke Afghanistans aufstanden, zu legen ihn führte.
auch ein Beweis, wie vollständig dank der Politik Poincares die Lage in Elsaß-Lothringen durch, einanderläuft. Der Autonomismus hat sich jedenfalls jetzt entscheidend durchgeseht und wird bei den nächsten Wahlen wahrscheinlich das Feld restlos beherrschen.
Der Ruf nach -er Diktatur.
sich in dem Hause Bittendorfer Straße 257 ein dort wohnender Stellwerksmeister in die am Keller ge* legen« Waschküche begeben und den W a s ch o f e n angezündet. Das Feuer brannte bereits längere Zeit, als der Mann zu seinem Schrecken plötzl.ch eine blaue Flamme wahrnahm, die sich über
begründet feinen Schritt mit einer Erklärung, der zufolge er hofft, daß sein Rücktritt seinem Lande den Frieden und die Innere Einigkeit wiedergeben möge. Sein älterer Bruder, genannt TNuin Ls Saltanet) hat die Regierung übernommen. Inayat Ullah Ist am 20.Oktober 1888 geboren und mit einer Schwester der Königin verheiratet, wie es scheint, haben die Banden habib Allahs, genannt Badschai-Sakau zuletzt mit Inayat Ullah in Verbindung gestanden. Der Rücktritt des Königs Aman Ullah dürfte das Ende der Kämpfe in der Nähe der Stadt Kabul bringen. Welchen Einfluß der Rücktritt des Königs auf die Schinwarlstämme haben dürste, ist noch ungewiß. — Der Rücktritt König Aman Ullahs wird von der Berliner afghanischenGesandtschastamtlichbe. (tätigt.
Tonern verfälscht toorben, die auf etwas ganz anderes als auf einen Regionalismus hinaus wollten. Die Wahlen seien das beste Merkmal für die geistige Verwirrung im Elsaß. Die Kammerdebatte müßte den gerechtfertigter, Bestrebungen der wiedererlangten Gebiete, wie z. D. den materiellen Steuerforderungen Ge- nugtuung geben und eine feste uird vernünftige elsässische Po'itik einleiten.
„Paris Midi" spricht von der „Eiterbeule" in der Flanke Frankreichs" und gibt zu, die elsässische Krise zeige sich noch tiefer und hart- nackiger als man habe glauben können. Es klingt aber ziemlich gewunden, wenn das Pariser Mittagblatt für die Krise folgende Entschuldigung findet: „Die Elsässer sind in ihrem sentimentalen und leidenschaftlichen Ländchen große Kinder mit kindlicher Seele gebli:ben. zur Aufregung geneigt und krank an Heimweh nach einer idealen, unbegrenzten Freiheit." 3m w3oumal“ sieht Edouard Helsey, der recht viel zur Vergiftung der Beziehungen zwischen Elsaß und Frankreich beitrug, in dem au'-onomistischen Erfolge eine Antwort auf den Kammerbeschluß. der Ricklin und -w.se chrer Mandate für verlustig erklärte. Er glaubt aber an Anzeichen — allerdings ohne diese zu nennen — für das baldige Ende der Autonomiebewegung. Das „Echo de Paris" weih kein anderes Heilmittel gegen die elsässische Krise als eine Ausschaltung des Parlaments für elsässische Dinge und eine „kleine Diktatur Poincares". der allein die elsässische Frage regeln solle.
Entscheidung erfolgte aber erst während de- ! Aufenthaltes des Kronprinzen von Norwegen und der Prinzessin Martha zu den Olympischen Spielen in Amsterdam.
Truppenmengen, darunter auch Anhänger seines Bruders 3nayat Ullah. zu den Auf st ä n di - schen übergegangen, so daß der König sich zum Rücktritt gezwungen sah. obgleich er durch weitgehenden Verzicht auf seine Reformen noch in letzter Stunde versucht hatte, seine Stellung wiederherzustellen.
Der Eindruck in Berlin.
Berlin, 15. 3an. ($11.) Der Rücktritt Aman Ullahs wird von den meisten Berliner Blättern eingehend besprochen. Allgemein wird daraus hingewiesen, daß Aman Ullah das Opfer der unpsychologischen Art geworden sei, mit der er sein noch tief in mittelalterlicher Geistesverfassung befangenes Volk ohne jeglichen Uebergang mitten in die jüngste westliche Kultur habe hineinzwingen wollen, die er auf seiner Europareise studierte. Es wird daran erinnert, daß ihm bei seinen Reformen Kemal Pascha alsVorbild gedient habe und darauf hingewiesen, daß Kemal Pascha für sein Reformwerk ganz andere Voraussetzungen und Grundlagen zur Verfügung hatte. 3n einigen Blättern wird auch angedeutet, daß es sich heute noch nicht übersehen lasse, wieweit außenpolitische 3nter- essen einer fremden Großmacht es gewesen seien, die die Unzufriedenheit mit den Reformplänen zum Sturz Les Herrschers an- feuerten.
Moskau wittert England als Drahtzieher.
Kowno, 15. 3an. (Telun.) Wie aus Moskau berichtet wird, haben die Nachrichten von der Abdankung Aman Ullahs in Moskauer politischen Kreisen große Erregung hervorgwufen. Man erklärt, daß die Abdankung eine Folge der englischen Politik sei, die einen politischen Kampf gegen Aman Ullah führte, wcil seine Politik den englischen 3nteressen in 3ndien nicht genehm war. Die russische Gesandtschaft i.i Kabul bencrch- richligte die russische Regieiung über d'.e Abdankung des Königs und teilte mit, daß in Kabul und in anderen Provinzen Asghm.i'tans bis jetzt Ruhe herrscht. Die Deitreter der auf» stäuoischen Truppen sind Sonntagabend in Kabul feierlich eingezogen.
Thronverzicht König Arnanullahs.
Oer Sieg der Reaktion in Afghanistan. - OerMformkönig dankt ab zu gunsten seines Bruders.
Aus aller Wett.
Explosion in der Stratzenkarialisatiou in Gelsenkirchen.
5 ^7° .■=S*
Verlobung des Kronprinzen von Norwegen.
Kopenhagen, 14. 3an. (LU.) Wie aus Stockholm gemeldet wird, hat König Gustav von Schweden seine Einwilligung zu der Verlobung des Kronprinzen Olaf von Norwegen mit Prinzessin Martha, der Tochter des Prinzen Karl und der Prinzessin 3ngeborg von Schweden und der Schwester der Kronprinzessin Astrid von Belgien gegeben. Der Kronprinz steht im 26., die Prinzestin im 28. Lebensjahre. Der Kronprinz ist am Sonntagabend von Oslo nach Stockholm abgereist, wo er inkognito zu einem achttägigen Aufenthalt eintrifft. 3n Begleitung der Eltern der Braut wurde die Verlobte am Vormittag vom König von Schweden empfangen. Die Hochzeit soll bereits im Frühjahr stattfinden. 3n Stockholmer Hofkreisen war diese Verlobung bereit! lange erwartet. Man hatte gehofft, daß sie bereit; im letzten Sommer bekanntgegeben wurde, als der Kronprinz an einem Wettsegeln bei Sandhamm teilnahm Die
Celsius. — Sonnenscheindauer l?
- Lage Stadtthrater: 22,15 Uhr. - trag wnPro die Geschichte den Griechen sack der üi Tchneiderinn daS Thema amerikanisch« Hotels.Hi, Woche: „I -Moria-Li
-Stabt t^aterbureai Uhr. Gaftspie thrckers Du hardten tn 1 - Morgen, ©aitWi vo
si-iiB' «V
gleiche' Ä
bnefe I ji i <21 13w 1161 lM Zs-
M im tack' im täglich^ läglichen De 3citung«num lungiuumnerr verkehrw fierSriej t unö Hinsicht! Zehnfache
Gietz' tzs lostet, Mter 140- Käse 10 61 bis 20 Ps Aotkrack 20 ben 15-20, bü 10. Grün fckck 120-15 20, Meerretii 10, Kartossel! 30, Dörrobst Pfmd. 3uns 100-120, Hü kohl 60-120 Rettich 10-< Kartossein p
zugunsten
Inayat Ullah auf den afghanischen
Königsthron verzichtet. König Aman Ullah
i ch berichtet wird, hat König Aman Ullah feines älteren Bruders
Früh gegen 8 Uhr erfolgten im südlichen Stadtteil Ueckendorf zwischen dem Bahnhof Gelsen- , kirchen—Wattenscheid bis hinauf zur Stadt Watten- Parifer Preffekommenlare. scheid kurz hintereinander drei heftige Ex-
Paris, 14. 3an. (Telun.) Die französische plosionen durch die die Bevölkerung in großen Abendpresse widmet den Wahlen im Elsaß lange Schrecken versetzt wurde. W.e sich herausstellte, hatte Kommmtare. Resigniert erklärt der „Temps", 1 «'"-ndarl-r Gfra&e 257 em dort
daß die Leidenschaften noch nicht erloschen feien. Man müsse sich vor jedem Pesfirnismus hüten, selbst wem, die Stichwahlen in Kalmar am kommenden Sonntag zu einem weiteren Sieg der Autonomisten führten. Man müsse erkennen, daß der elsässische P a r t i k ul a r i s in u s durchaus berechtigt sei und eine geistige Bereicherung für die Ra t i o n darstellen könne. Der Partikularismus sei jedoch von Per
einer größeren Erhebung gegen ihn führte. Obgleich es ihm glückte, durch Verhandlungen und Einsatz starker Truppenmassen mit den Schinwaris zu einem Waffenstillstand zu kommen, gelang es ihm nicht, größere Banden in der Nähe seiner Hauptstadt Kabul zu schlagen, denen sich im Lause der Zeit allmählich auch aktive Truppen des Königs anschlossen. Anscheinend sind in den letzten Tagen, m denen die telegraphische Der- bindung mit Kabul unterbrochen war, größere
den ganzen Boden der Waschküche ausbreitete. Kaum hatte er sich in Sicherheit gebracht, als eine heftige Explosion erfolgte, der bald darauf zwei weitere folgten. Das Feuer hatte sich durch das Abflußrohr in den Kanal fortgesetzt und dort hatten die Explosionen stattgefunden. Mit gewaltigem Krachen sprangen sämtliche Kellertüren auf und die Fensterscheiben gingen in Trümmer. Auf der ganzen Bittendorfer Straße flogen die gußeisernen schweren Kanaldeckel haushoch in die Luft, und aus den freigewordenen Kanalöffnungen schlugen gleichzeitig etwa 40 Meter hohe Stichflammen empor. Bon dem gewaltigen Luftdruck zersprangen sämtliche Fensterscheiben der angrenzenden Häuser. Die städtische Feuerwehr und die Polizei waren bald an der Unglüdsftätte und nahmen die
Hessens Besatzungsnöte.
Darmstadt, 15.3ar. (Amtlich.) Die wirt- schaftlichen und kulturellen Nöte des besetzten Gebiets haben den Reichstag veranlaßt, von der Reichsregierung die Vorlage einer Denkschrift über den Rückgang der Wirtschaft und die kulturellen Notstände, zugleich aber auch Vorschläge für Hilfsmaßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Wirtschaft und zur Behebung der kulturellen Not im besetzten Gebiet zu fordern. Zu diesem Zwecke haben die an der Besetzung beteiligten Länder chrer- seits Denkschriften ausarbeiten lassen, die der Notlage ihrer besetzten Gebiete gewidmet sind und Vorschläge für Hilfsmaßnahmen enthalten. Die hessische Denkschrift ist vor mehreren Wochen der Reichsregierung übergeben worden. Sie wird dem Reichstag nach seinem Wiederzusammentritt zugehen.
Dieser hessischen Denkschrift diente eine Besprechung, die in diesen Tagen auf Einladung des Staatspräsidenten Dr. Adelung zwischen den in Hessen gewählten Reichstagsabgeordneten, den Vertretern der Landtagsfraktionen und den Regierungsstellen stattfand. 3n voller Liebereinstimmung zeigte die Besprechung den Willen der Parteien, mit allen Kräften auf eine möglichst umfassende Hilfsaktion des Reiches für die besetzten Gebiete hinzuwirken, damit insbesondere dem unter den Folgen der Besetzung am meisten leidenden hessischen besetzten Gebiet eine ausreichende Unterstützung zuteil wird.
Oie hessischen Landtagsausschüffe.
Darmstadt, 14. 3an. (WHP.) Durch die Personenvereinigung der V o l k s p a r t e i mit der Volksrechtspartei und das Ausscheiden der Abgeordneten Galin und Angermeier aus der kommunistischen Fraktion, wodurch diese ihre Fraktionsstärie verloren hat. war eine Neufest setzung der Ausschuß mitglie- der notwendig geworden. Der Aeltestenrat hat sich nun mit der Lage befaßt. Da der Versuch des Abgeordneten ©ahn, mit den Kommunisten eine Mitgliedervereinigung zu bilden, von diesen abgelehnt wurde, scheiden die Kommunisten aus den Ausschüssen und auch aus dem Aeltestenrat aus. Volkspartei und Volksrechtspartei haben sich auf die Entsendung folgender Abgeordneten in die Ausschüsse geeinigt. Finanzausschuß: Abg. Haury (DVP.), Stellvertreter Dr. Keller (DVP.)) Dr. Best (VRP.), Stellvertreter Prof. Axt (VRP.). Gesehgebungsausschuh: Dr. Keller
(DVP.). Stellvertreter Schott (DVP.); Dr. Rie» poth (DVP.), Stellvertreter Dr. Best (VRP.). Petitionsausschuß: Frl. Birnbaum
(DVP.), Stellvertr. Schott (DVP.): Dr. Wolf (VRP.), Stellvertr. Prof. Axt (VRP.). Aeltestenrat: Dr. Keller (DVP.) und Prof. Axt (VRP.). Die freigewordenen übrigen Sitze der Ausschüsse werden von den Fraktionen noch benannt werden.
Das haben sich Herr Poincarä und seine nationalistischen Freunde doch offenbar ganz anders gedacht: mit formalistischen Gewaltmethoden haben sie den elsässischen Autonomisten zweimal Mandate abgesagt, indem sie deren Anhänger durch das Gericht als mandatsunwürdig erklären ließen, und arbeiten nun mit Hochdruck daran, dem Autonomismus eine entscheidende Niederlage beizubringen, die nach vorsichtigen Andeutungen bis zum Zusammenbruch gehen sollte. Das Attentat eines Metzgerburschen auf den Generalstaatsanwalt war selbstverständlich Wasser auf die Mühle der Nationa listen: sie haben eine Propaganda betrieben, die vor nichts zurückschreckte, die mit unbegrenzten Mitteln arbeitet. Und trotzdem, wenn sie heute die Bilanz ziehen, müssen sie ehrlich zugeben, daß sie bei diesen beiden Nachwahlen die Leidtragenden gewesen sind.
3n Altkirch hat es nicht einmal zu einem zweiten Mandat gelangt. Obwohl die Gegner des Autonomismus sich von vornherein auf ein Mandat verständigt hatten, ist der Autonomist fast mit Zweidrittel-Mehrheit ge- wählt worden. Nicht ganz so ungünstig sind die Dinge in Colmar gelaufen, das von Anfang an das eigentliche Streitobjekt war. Hier herrscht ja noch aus deutschen Zeiten, aus den Tagen der Wllterle und Blumenthal, die maßgebende Leute waren, scharfe p) itische Luft. Die Nationallsten glaubten einen besonders geschickten Schachzug zu tun. wenn sie gegen den Autonomisten einen katholischen Geistlichen aufstellten, der bisher politisch noch nicht hervorgetreten war, der sich aber der offenen Unter- stützung des foanzöfischen Bischofs von Strastburg zu erfreuen hatte. Dafür stand freilich die katholische Presse und die niedere Geistlichkeit fast hundertprozentig auf fei.en des Autonomisten, der denn auch mit über 8000 Stimmen seinen Gegner weit überflügelt und in eine Stichwahl hineinkommt, die nur durch ein Wunder für ihn verloren gehen kann.
Die beiden Nationalisten werden also, wenn Ende 3anuar in der Kammer die große Aussprache über die elsaß-lothringische Politik beginnt. zur Stelle sein und die Verlegenheiten Poincares erhöhen. Aber nicht nur die Poin- cares. sondern noch viel mehr die der Sozialisten, die in ihrer Verbohrtheit sich vollkommen auf die Seite der Nationalisten haben drangen lassen, obwohl sie innerpolitisch deren tiefste Feinde sind, die aber jetzt gegen den katholischen Geistlichen den Wahlkampf nicht führen durften, weil sie im Zweifelsfalle für ihn die Parole ausgeben wollten. Der internationale Crumbach Arm in Arm mit den Herren vorn Bloc national, das ist ein Bild von unvergleichlicher Komik, aber
Untersuchung auf. Man vermutet, daß die Explosionen auf die Benzolabwässer der Zeche .Holland" in Gelsenkirchen, die in die Kanalisation abgeleitet werden, zurückzuführen sind. Da die Straße in den frühen Morgenstunden noch wenig belebt war, sind wie durch ein Wunder keine Menschen zu Schaden gekommen.
Der vorsorgliche Lhemann.
Die Untersuchung gegen den Gatten der Wiener Dirigentin Lisa Mayer, Gaberl, wird Weiter» gesührt. da sich inzwi chen beim Polizeiamt mehrere Konzertbesucherinnen gemeldet haben, die gleichfalls auf Grund einer ähnlich formulierten Heiratsannonce ihren ^Zukünftigen" bei dem Konzert in der Philharmonie in Augenschein nehmen wollten. Gaberl wird über die Anzeige der Heirat kandidatinnen gehört werden. Für die Entschädigung der ..Rosen-Kavoliere" und ihrer Leidensgenossinnen find inzwischen 500 Mark deponiert worden. Frau Lisa Mayer behauptet nach wie vor, daß sie von dem Streich ihres Mannes nichts gewußt habe. Während sie zunächst an eine Scheidung von ihrem Manne gedacht habe, beurteile sie jetzt die Angelegenheit milder, denn chr Ehemann sei nur auf diese verrückte 3dee" gelommen, um ihr ein volles Haus zu sichern und ihre Besorgnisse auf diesem Gebiete zu zerstreuen. Die ganze Angelegenheit sei auch nur durch das Versehen entstanden, daß ein Stoß der Antwortschreiben ohne Freikarten abgegangen sei, während die übrigen Briefe mit beiliegendem Freibillett versandt worden seien.
emntm ©ne«te» ©naro wwcn» wortia e
• Sehnte atrauprln ■ MtOti R Gewitter.(§)Windstille. <>. sete «lentr* Ost massia^’ tudsudwesu stwmijcne» lordwesi Ote Pfeile fliegen mn dem Winde Die Beiden Stationen Menenden Zahlen geien die Temperatur an Oie Linien veromden Orte mit gleitbu» nf iMtrtwVtlu umoerernnrlre letldruci
Wettervoraussage.
Während gestern abend die Luftdruckverteilung im Norden noch keinerlei wesentliche Unterschiede zeigte, hat sich im Lause von zwölf Stunden, also heute morgen, über Dänemark ein ktäftiger Tiefdruckwirbel herausgebildet. Die Winde haben im Küstengebiet bis zur Sturmesstürke zugenommen und über ganz Deutschland nach Südwesten zu gedreht. Die Temperaturen liegen dort teils unter Null, teils wieder darüber, und Niederschläge treten in Form von Schnee und Regen auf. Auch unser Gebiet dürfte durch die Störung bei zeitweiser lebhafter Luftbewegung veränderliches Wetter, ver« bunden mit Niederschlägen, bekommen. Die Temperaturen verhalten sich schwankend.
Wettervorhersage für Mittwoch: Unbeständiges Wetter, Temperaturen schwankend, teila um Null, teils etwas darunter, zeitweise Nieder- schlüge, lebhafte Luftbewegung.
Witterungsausfichten für Donnerstag: Wechselnd wolkig mit vorübergehendem Auf- klaren, Temperaturen vielfach um Null und barunter, noch strichweise Niederschläge.
Lufttemperaturen am 14. Januar: mittags + 2,d Grad Celsius, abends — 1,5 Grad Celsius: am
Der ehemalige König Aman Ullah folgte seinem Vater Habib Ullah, der in Dschellcllabad ermordet wurde, am 20. Februar 1919 auf den afghanischen Königsthron. Er erzwang in einem Feldzuge gegen die Engländer im Frieden von Rawalpindi die Anerkennung der Unabhängigkeit Afghanistans und nahm im 3ahre 1925 an Stelle des bisherigen Emir» titels den Titel eines Königs von Afghanistan an. Aman Ullah war von Anbeginn seiner Regierung von der Notwendigkeit der Einführung europäischer Reformen in seinem Land überzeugt und versuchte durch zahlreiche Maßnahmen Afghanistan zu modernisieren. Er berief zu diesem Zwecke zahlreiche ausländische Spezialisten, darunter auch zahlreiche Deutsche, in jein Land, die insbesondere die Wirtschaft und die Kultur des Landes heben sollten. UiH
Oie Koalition.
Don unferer Berliner Redaktion.
Berlin, 15. Jan. Die vor Wochenfrist etwas voreilig verbreiteten Meldungen von einem Z u = itanbefommen der formellen Großen Koalition bis zum 2L d. M. mußten inzwischen stark eingeschränkt werben. Nachdem es feststeht, daß der Reichstag am 24. d. M. seine Arbeiten wieder aufnimmt, scheint es ebenso sicher, daß bis dahin eine Umbildung der Reichsregierung bzw. eine Lösung der Koalitionsfrage nicht zu erreichen ist. v .... .
Der Schlüssel zur Lage liegt tn den Händen der Zentrumspartei. Sie hat sich bisher nach den inneren Kämpfen um ihre Führung noch nicht bis zu einer Klarheit und Beschlußfähigkeit durch- gerungen, die ihr eine endgültige Stellungnahme zu der Koalitionsfrage gestatten würde. Der Kampf derGewerkfchaften um stärkere Geltung und stärkeren Einfluß auf die Parteileitung ist feines- wegs abgeschlossen; die Kompromißlösung, an die Spitze der Partei einen in dieser Hinsicht ausgezeichneten Repräsentanten des weltanschaulichen Charakters dieser starken politischen Mittelgruppe zu stellen, beseitigt nicht die politischen Tendenzen der Gewerkschaften, die in dem Auftreten S t e g e r - walds einen zwar vielfach mißbilligten und sicher nicht von persönlichen Elementen freien, aber doch auch sehr starken Ausdruck fanden.
Entgegen den lange aufrechterhaltenen und immer wieder proklamierten Parteiidealen spiegelt sich in diesem Vorstoß des Gewerkschaftsflügels doch in etwa der Klaffenkampf, der sich hier zwar nn Rahmen einer geschloffenen, durch das Weltanschau liehe noch immer gebundenen Volksgruppe, aber darum nicht minder scharf vollzieht und der über die Grenzen der Partei hinausgreift, weil er mindestens auf der einen Seite in der allgemeinen gewerkschaftlichen Bewegung, in dem Streben der Arbeiterklasse nach Verbesserung ihrer Lebenshaltung verankert ist. Die Wirtschastskonjunktur ist der Erfüllung dieses Strebens nicht günstig, weite Teile der Wirtschaft sind notleidend. Deshalb kann in absehbarer Zeit ein Erfolg dieses Vorstoßes nur auf Kosten der anderen Bevölkerung s- klaffen erzielt werden, und daß sich das auch innerhalb einer Partei nicht reibungslos vollzieht, versteht sich am Rande.
Das Zentrum ist also im Augenblick aus inneren Gründen offenbar noch nicht bereit, für die Durchführung der immerhin recht verantwortlichen und schwierigen Aufgabe einer formellen Koalitions- bilbung. Hinzu kommt, daß die Aufgaben der Regierungen in allernächster Zeit durch den Etat für 1 9 2 9 bestimmt werden. Hier aber sind allerhand Schwierigseiten zu überwinden, die man mit einem parteigebundenen Kabinett noch schwerer lösen kann als mit einem verhältnismäßig unabhängigen. Denn ob man z. B. die Bayerische Volkspartei dazu bereitfinden wird, einer Biersteuererhöhung um 100 •Mionen zuzustimmen, scheint mehr als zweifelhaft. Würde sie aber als Mitglied einer Regierung^ fcalition dagegen stimmen und ihren voraussichtlich auch künftigen Erpvnenten im Kabinett, den Reichs- poftminifter Schatzei dementsprechend instruieren, so wäre eine neugebildete Koalition alsbald wieder gefährdet. ..
- Das tft nur eine der vielen Schwierigkeiten, die die finanziellen Anforderungen in die Frage der Koalitionsbilduna hineintragen. Man kann deshalb nur hoffen, daß eine rasche Abwicklung und eine geschickte Disposition in der zeitlichen Aufeinanderfolge der nächsten politischen Maßnahmen die Bereinigung des Koalitionspro. gramms noch rechtzeitig gestatten, um wenigstens für die kommenden R e p a r a t i o n s v e rh a n d- lungen eine breite und geschlossene Mehrheit sicherzustellen.
Montag. d'14.Jan.1929,7* ahds.
y-Jfl ftaytn
iDcrdctn-
TEL
SD
-✓2 6*
«apfand
3S


