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Wirtschaft.

Wochenbericht

vom Zrankfurier Effektenmarkt.

Als besonders ungünstig beeinflussendes Mo° ment wurde zu Beginn der neuen Berichtswoche das Memorandum des Rcichsbantpräsidenten Dr. Schacht empfunden. Die Tendenz neigte zur Schwäche, und die Spekulation schritt zu Ab­gaben. Aach der Erklärung der Reichsregierung änderte sich die Situation bald wieder und eine allgemeine Beruhigung konnte erneut Platz grei­fen. Das Geschäft blieb aber gering, da Auf­träge, als Hauptbestimmungssartor der Börse, immer wieder fehlten. 3m Grundton der Börse war die Tendenz aber freundlich. Doch konnte sich das Geschäft nicht beleben, da in der Haupt­sache die immer noch zunehmenden Insolvenzen, die starke Arbeitslosigkeit im Reiche und die zu­meist schwächere Reuyorker Börse auf die Ten­denzgestaltung nachteilig wirkten. Die Kurs­abweichungen nahmen nie einen gro­ßen Umfang an. Die Börse wurde im Laufe der Woche von einigen Sonderbcwegungen gün­stig beeinflußt. Bor allem befriedigte es-, daß die Abgaben am Kun st sei de markt aufgehört haben. Cs stellte sich später für diese Werte grö­ßeres Interesse ein. Bor allem wirkten hier das Interesse von holländischer Seite und die Festig­keit der Kurse an den internationalen Plätzen vorteilhaft. Aber auch von deutscher Seite bestand insofern eine Anregung, daß sich die D. I).-Ban­ken bereit erklärt haben, die Berhältnisse der einzelnen Kunstseidekonzerne zu prüfen, was gleichzeitig bedeutet, daß jetzt endlich von dieser Seite eine Stühe erfolgt. Aber auch das anhal­tende Interesse süc Reichsbankanteile, yhne das ein besonderes Spekulativmoment vor­handen gewesen wäre, machte einen günstigen Eindruck. Es genügte auch hier vollkommen, daß Kaufaufträge von amerikanischer Seite eingetrof­fen waren. Dieses Papier konnte im Laufe dieser Woche wiederum etwa 22 v. H. gewinnen.

Im zweiten Abschnitt der Woche verschlech­terte sich tye Lage jedoch wieder erheblich, und die Tendenz war überwiegend unsicher. Die Zu­spitzung der innerpolitischen Lage, die durch das neue Finanzprögramm und den Widerstand durch die Parteien geschaffen wurde, verstimmte in Dörsenkreisen. Doch hofft man, daß der neue Finanzplan bei der korrekten Haltung der Re­gierung doch durchgehen wird. Man sieht des­halb mit großem Interesse der bevorstehenden Finanzde^atte im Reichstags entgegen. Die Stim­mung wurde in erster Linie hiervon beeeinflußt, da doch geplant ist, die B ö r s e n u m s a h - steuer zu senken, was gleichbedeutend mit einer Belebung und einem neuen Anreiz für die am Börsengeschäft interessierten Kreise sein dürfte. Denn tritt diese Ermäßigung in Kraft, ermäßigen sich sofort alle Spesen, die mit dem Effekten­handel verbunden sind. Auch erklären sich die Banken bereit, sofort ihr Möglichstes zu unter­nehmen, um einer Hebung des Geschäftes die Wege zu ebnen. Doch konnte sich zum Wochen- schluß die Börse wieder von diesem Druck be­freien. Die übrigen ungünstigen Zeichen traten in den Hintergrund, da einige Sonderbewegun­gen, die weitere Kreise ziehen konnten, der Börse den Stempel aufdrückten. Kunstseideaktien ge­wannen insgesamt von 10 bis zu 20 v. H. Auch die internationalen Werte besserten sich. Das Ge­schäft wurde hiervon ausgehend lebhafter und die Stimmung ausgesprochen freundlich. Besonder«! 2fo?iang fand eine erneute Ermäßi­gung der Londoner Diskontrate. Farben und Elektroaktien lagen bis zu 4 v. H. fester. Die Rebenmärkte blieben vernachlässigt. Rheinische Braunkohlen verloren 6 v. H. Norddeutsche Lloyd plus 8 v. H. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 v. H. stark angeboten, war aber später wieder mit 7 v. H. gesucht. Renten schlossen sich eben­falls der Besserung an. Am Geldmarkt war die Lage wenig verändert. Die Mark lag fest, der Dollar schwach.

Wochenbericht

vom Frankfurter Vroduktenmarkt.

Die neue Woche stand im Zeichen der schwachen Auslandbörsen, so daß auch der hiesige Markt in schwacher Haltung eröffnete, wobei die Umsatz- tätigfeit sehr gering und das Angebot weiter groß war. Hinzu kam noch das große Angebot von Landwirtschafts'eite zur Geldbeschaffung für die Iahresultimoverbindlichkeiten.

Weizen verzeichnete sehr kleines Geschäft.

Das schwache Mehlgeschäft und die geringe Ex­portnachfrage liehen kaum Geschäft aufkommen. Auch das Fehlen von einigen rheinischen Müh­len machte sich geschäftshemmend bemerkbar. In Roggen war das Geschäft ebenfalls sehr mini­mal, da Anregungen fehlten. Hier machte sich die schwache Exportnachfrage besonders stark fühl­bar. Auch von Seiten der mit Stützung der Roggenpreise betrauten Firmen zeigte sich keine Kauflust. Hier waren die Abgeber zu Preis­entgegenkommen bereit. Das Mehl geschäst hat wieder stark nachgelassen und wirkt besonders geschäftshcmmend auf den ganzen Markt. Rur für Weizenauszugmehle bestand noch einige Rach- fragc. Roggenmehl lag sehr widerstandsfähig, während Weizenmehl im Preise nachgab. Hafer bei weiter sehr großem Angebot ruhig und rück­gängig. Gerste sehr still. Futtermittel ebenfalls sehr ruhig bei nachgebenden Preisen. Auch zum Wochenschluß erfuhr das Geschäft keine Belebung, trotz der etwas festeren Aus- landmeldungen. Die Preise gaben ziemlich ein­heitlich bis zu einer halben Mark nach. Rur für Braugerste bestand etwas Interesse bei leicht gebessertem Preis. Die Umsahtätigkeit war äu­ßerst gering.

Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche gaben Weizen und Roggen je 0,75 Mark, Mais, Weizenmehle, Roggenmehl und Weizen- kleie je 0,50 Mark, Hafer und Roggenkleie je 0,25 Mark nach, dagegen konnte Gerste um 0,25 Mark anziehen. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 26,25; Roggen 19,25; Gerste 19,50 bis 20; Hafer 18; Mais 18,25; Weizenmehl, süddeutsches, 38.75 bis 39,50; Weizenmehl, nie­derrheinisches 38,75 bis 39.50; Roggenmehl 28,50 bis 29,50; Weizenkleie 10 bis 10,15; Roggenkleie 10,50 Mark.

Speisekartoffeln notierten je 50 Kilo Fracht­parität Frankfurt a. M. bei Waggonbezug: In­dustrie-Kartoffel hiesiger Gegend 3,30 Mark. Ten­denz: ruhig.

Wochenbericht

vom frankfurter Gchlachtviehmarkt.

Die Beruhigung und Erholung am Frank­furter Schlachtviehmarkt, die bereits in der ver­gangenen Woche schon in Erscheinung getreten war, konnte in dieser Woche weitere Fortschritte machen. In fast allen Diehgattungen war das Geschäft ziemlich rege, bei teilweise recht beacht­lichen Besserungen. Eine Ausnahme machte der Rindermarkt. Hier war das Geschäft wieder sehr ruhig, so daß etwas größerer Ueberstand ver­blieb. Die Preise konnten sich nur teilweise -Ltwas bessern. Die E-xportbeteiligung war recht stark. Das angetriebene Bieh war nur mittlerer Qualität. Am Kälbermarkt war das Ge­schäft trotz des größeren Auftriebs sehr lebhaft bei Besserungen bis zu 5 Mark. Der Markt wurde geräumt. Schafe wurden ebenfalls leb­haft gehandelt, doch gingen hier die Erhöhungen nicht über eine Mark hinaus. Schweine hatten nach den starken Schwankungen der letzten Wo­chen wieder stetige Marktlage. Man brachte die Schwankungen mit dem deutsch-polnischen Handelsvertrag in Zusammenhang, nach dem Polen eine erhebliche Mehreinfuhr von Schwei­nen gestattet werden soll, was nach Ansicht in Händlerkreisen eine Verschlechterung des Ge­schäftes herbeisühren würde, da die deutschen Märkte schon jetzt viel zu stark mit Inland- schweinen beschickt wären. Rach regem Handel und weiteren Preisbesserungen wurde ausver­kauft.

Der Gesamtauftrieb bestand aus 1619 Rindern, darunter befanden sich 375 Ochsen, 51 Bullen, 588 Kühe und 431 Färsen, ferner aus 1401 Kälbern, 700 Schafen und 4891 Schweinen. Ver­glichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 45 Rinder und 938 Schweine weniger an- getrieben, während 212 Kälber mehr zum Ver­kauf standen. Schafe hatten fast unveränderten Austrieb.

Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 56 bis 58, a2) 52 bis 55, b) 48 bis 51. Bullen a) 54 bis 57, b) 48 bis 53. Kühe a) 46 bis 48, b) 42 bis 45, c) 35 bis 41, d) 27 bis 34. Färsen a) 57 bis 60, b) 52 bis 56, c) 48 bis 51. Kälber b) 83 bis 86, c) 78 bis 82, d) 70 bis 77. Schafe a) 44 bis 47, b) 38 bis 43, c) 32 bis 37. Schweine b) 82 bis 84, c) 83 bis 84, d) 82 bis 84, e) 80 bis 82. 3m Vergleich mit den Preisen der letzten Berichtswoche gewannen Kälber bis 5 Mark, Schweine und Färsen je 2 Mark und Schafe und Dullen je 1 Mark.

* Elektrizität s-A.°G. Mitteldeutsch­land. Auf der Tagesordnung der auf den 17. Dezember einberufenen ersten Generalver­sammlung der aus dem Mitteldeutschen Elektro- zweckverband hervorgegangenen Elektrizitäts-A.-G. Mitteldeutschland, in der als Aktionäre das Aleberlanötoerf Edertalsperre, die Kreise Hanau, Kirchhain, Marburg, Rotenburg und Fulda, so­wie aus Süd-Hannover das Lieberlandwerk Süd- Hannover G. m. b. H., der Kreis Rortheim-Eiu- beck und der als Aktionär durch die Preußische Elektrizitäts-A.-G. eingebrachte Kreis Franken­berg teilnehmen werden, steht als Hauptpunkt der Antrag, das Kapital der Gesellschaft auf 24 Mil­lionen Mark zu erhöhen, an dem der Staat durch die Preag mit 26 Prozent beteiligt ist. Später ist beabsichtigt, das Kapital auf 34 Millionen Mark zu erhöhen und die städtischen Elektrizitäts­werke in Kassel, Marburg, Fulda, Göttingen und Hanau aufzunehmen.

* Eine Der kauf sgemeinlch af t der deutschen Fahrradindustrie? Die Ver­sammlung der deutschen Fahrradfabriken nahm die von einer Kommission ausgearbeiteten Vor­schläge zur Bildung einer Verkaufsgemeinschaft der deutschen Fahrradindustrie auf der Basis des Syndikats entgegen. Rach einer Aussprache stellte sich die Versammlung einmütig auf den Stand­punkt, daß auf dem Boden des Syndikats eine Gesundung der Verhältnisse in der Fahrrad­industrie herbeigeführt werden könne. Die be­stehende Kommission wurde erweitert und beauf­tragt, die bisher vorliegenden Vorschläge bis ins einzelne auszuarbeiten und einer neuen Versamm­lung zur weiteren Behandlung zu unterbreiten. 3n der Versammlung kam die Meinung zum Ausdruck, daß der vorgeschlagene Weg größere Aussicht auf Gelingen habe, wenn die Außen- seiter-Fahrradfabriken diese Gedankengänge för­dern würden.

* Banken-Fusion in Marburg. 3n der Absicht, sich nach dem Tode seiner beiden Brüder Karl und Hugo Strauß nach langjähriger erfolgreicher Tätigkeit vom Geschäftsleben zurück­zuziehen, hat der alleinige, aktiv tätige Inhaber des Bankhauses Baruch Strauß in Murburg, Alfred Strauß, mit der Dresdner Bank in Berlin, mit der das Bankhaus seit mehr als 50 3ahren in Geschäftsverbindung stand, Verhandlungen ge­pflogen, um seine Firma dem Wirtschaftsleben des Stadt- und Landkreises Marburg und der benachbarten Kreise zu erhalten. Die Dresdner Bank Berlin hat nun mit dem gestrigen Tage das Bankhaus Baruch Strauß in Marburg mit allen Aktiven und Passiven übernommen und wird das Bankhaus unter Aufrechterhaltung des alten Firmennamens weiterführen. Alfred Strauß hat sich bereiterklärt, auch der neuen Firma, der Dresdner Bank, Filiale Marburg, vormals Ba­ruch Strauß, seinen Rat und seine Erfahrungen zur Verfügung zu stellen.

* Zahlungseinstellung der Kasse- ler Privatbank Gebrüder Zahn. Die alte Privatbankfirma Gebrüder Zahn in Kassel hat infolge des durch die 3nsolvenzen verschie­dener Kasseler Bankfirmen hervorgerufenen Runs die Zahlungen einstellen müssen. Wie die Firma mitteilt, ist der Status durchaus aktiv. Zwei Drittel der Depots sind bereits abgeholt. Die Depots sind vollkommen in Ordnung. Die Firma verfügt über einen großen Grundbesitz, der zu einer 100prozentigen Befriedigung der Gläubiger ausreichen dürfte. Cs soll das Vergleichsver­fahren beantragt werden.

* Keine Dividendenermäßigung i m Linoleumkonzern. Von einer der Ver­waltung nahestehenden Seite erfährt WTD.-Han- delsdienst, daß die an der gestrigen Berliner Börse verbreiteten Gerüchte über eine Dividen- denermäßigung im Linoleumkonzern jeglicher Grundlage entbehren. Der Geschäftsgang fei viel­mehr durchaus befriedigend. Die Zukunftsaus­sichten werden günstig beurteilt, da die im laufen­den 3ahre vorgenommenen Angliederungen sich vorteilhaft auswirken. Unter diesen ilmftänben wird daran festgehalten, daß zumindest die gleiche Dividende wie im Vorjahr (15 v. H.) zur Ver­teilung gelangen wird.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 14. Dez. Tendenz: freundlich. Die heutige Wochenschlußbörse eröffnete in freund­licher Haltung, nachdem bereits vorbörslich Anzeichen einer zuversichtlicheren Stimmung vorhanden waren. In Erwartung einer Einigung der Fraktionen hin­sichtlich des Finanzprogramms nahm die Speku­lation einige Deckungskäufe vor, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse Erholungen bis zu 2 o. H. eintraten. Das Geschäft war jedoch sehr klein, da auf der anderen Seite die gestrige unein­

heitliche Neuyorker Börse verstimmte. Nur in Spe­zialwerten war das Geschäft zeitweise etwas stärker. Etwas lebhafter gefragt waren Deutsche Linoleum, die gegen den schwachen Abendbörsenkurs 6 v. H. an­ziehen konnten. Auch Reichsbank lagen auf einige kleine Käufe von Auslandseite weiter gefragt und bis 5 v. H. höher. 2(uf den übrigen Märkten war die Uinsatztätigkeit sehr minimal, doch konnten auch hier überwiegend Besserungen eintreten. Etwas lebhafter gehandelt waren am Elektromarkt Schuckert mit plus 3,75 v. H. und Siemens mit plus 2,5 v. H. AEG. konnten 2 v. H. gewinnen. Arn Chemiemarkt lagen I.-G.-Farben mit plus 2 v.H. zur Erstnotiz höher, Scheideanstalt etwa 2 v. H. gebessert. Arn Montan- martt kamen zunächst nur Rheinstahl mit einem leicht erhöhten Kurs zur Notierung. Schiffahrtswerte bis 1 v. H. höher. Bon Kunstseidewerten lagen Aku 1,5 v. H. niedriger. Etwas Interesse bestand noch für Karstadt mit plus 1,25 v. H. Renten still. Neubesitz etwas höher. Auch im Verlaufe war das Geschäft sehr gering.' Nur für Spezialwerte, wie Siemens, Farben und Schuckert, erhielt sich Interesse bei gut behaupteten Kursen. Tagesgeld unverändert mit 6,5 v.H. 21 m Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1755, gegen Pfund 20,88, gegen Paris 123,93, London gegen Kabel 4,8810, gegen Mailand 93,21, gegen Madrid 35,29, gegen Holland 12,0940 (sämtliche Kurse zirka).

Berliner Börse.

Berlin, 14. Dez. Nachdem die Kurse gestern abend auf ungünstige politische Aussichten herunter­gesprochen waren, konnte sich schon heute vormittag und vorbörslich eine f e ft e r e Stimmung durch­setzen. Die Nachricht, daß die Parteiführer in letzter Stunde eine Einigungsformel gefunden hätten und die befürchtete Weihnachtskrise vermieden werden würde, vor allem aber dadurch der Kredit zur Finan­zierung des Iahresultimos für das Reich gesichert worden sei, bot der Börse ein anregendes Moment. Die ersten Kurse zeigten dann auf fast allen Märkten Gewinne von 1 bis 2 o. H. Allerdings war das Ge­schäft trotz der erwähnten günstigen Momente äußerst gering; von einer Publikumsbeteiligung konnte kaum die Rede fein, und die kleinen Umsätze stellten Deckungskäufe der Spekulation dar. lieber den Rahmen von 2 v. H. hinaus gingen die Besserun­gen bei Reichsbank (plus 2,5 v. H.), Salzdetfurth (plus 5 v. H.), Schuckert und Siemens (je plus 3,25 v. H.), Berlin-Karlsruher Industrie (plus 2,25 v. H.) und Zellstoff Waldhof plus 3 v. H. Die Mon­tanwerte konnten auf günstige Absatzziffern für Ruhrkohle fast durchweg 1 bis 2 v. H. anziehen. Schwächer tendierten dagegen Kanada, die mit Mi- nus-Minus-Zeichen an der Maklertafel erschienen und später mit 42 nach 44,75 v. H. festgesetzt wurden. Ferner Deutsche Atlantische mit minus 2,75 v. H Aku mit minus 2,5 v. H., bei denen anscheinend die nichtssagende Erklärung der Verwaltung verstimmte. Deutsche Anleihen geschäftslos. Ausländer still und wenig verändert. Pfandbriefmarkt noch unentwickelt, eher schwächer taxiert. Am Geldmarkt hielt die Me- dioversteifung an. Man nannte Tagesgeld 6,5 bis 8,5 v.H., Monatsgeld 9 bis 10,5 v. H., Warenwechsel 7,4 v. H. und darüber. Im Verlaufe machte sich die auf dem Markte lastende Geschäftslosigkeit wieder stärker bemerkbar. Es traten infolgedessen Kursab­bröckelungen bis zu 1 o. H. ein. Bei Siemens und Salzdetfurth gingen die Abschläge bis zu 2 v. H.

Lehte Nachrichten.

Die vier großen Koalitionsparteien für das Vertrauensvotum.

Berlin, 14. Dez. (TU. Drahtmeldung.) Heben dem Zentrum, den Sozialdemokraten und Demokraten hat nun auch die Deutsche volkspartei mit knapper Mehrheit der Ber­freuens formet ; ugeftimmt.

Dr. Scholz zum Führer der DVP. gewählt.

Berlin, 14. Dez. (TU. Drahtmeldung.) 3n der Sitzung des Zentralvorstandes der Deut­schen volkspartei am Samstagvormittag er­folgte bei Anwesenheit der durch die politische Lage im Reichstag sestgehaltenen Mitglieder der volks­parteilichen Reichstagsfraktion die Wahl des Parteiführers. Mit 153 von 181 abgegebenen Stimmen wurde Dr. Scholz zum Führer der Partei gewählt. 25 Anwesende enthielten sich der Stimme, drei Stimmen waren zekspllttert.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 v.H., Lombardzinssuß 8 v.H.

Kranksurt a Ri

Berlin

cdjiub» Kurö

i-UDi Kur-

Schluß |

Kure |

Ansang, ft tir-3

Datum

13.12-

14. 12

13 12.

14 12.

6 , Leu Iche NncDsaiucttK on !-, ....... .

-

87,5

1% Deutsche NetchSanleihe Don 1029 .........

99

99

_

Lu Am.-Ablös.-Schuld mit AuL los,-Rechten........

50,05

50

50,1

50,1

De-o' ohne Vlii«lol..Rechte . .

7.8

7,8

6% Hess. Bolk^siaat von 1929 (rückzahlb. 102%) ....

89,25

-

89,25

-

Oberhcssen Provinz - Anleihe mit

Auölos.-Rcchten......

46

Deutsche Komm. Sammelabl.

Anleihe Serie 1......

46,05

_

46,25

8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse XIII unküiibbor bis 1934.

96,5

7% Rtanlf. Hnp.-Aank Goldpse. unkündbar bis 1932 .....

85

*'/i% Rheinische Hyp.-Bank Liqu. Goldpse........

79,3

_

B% Br. Landek-psandbrtesanstalt

Psandbrtcse R. 1?.....

6% Pr. Landespsandbriesanstalt,

Komm.-Obt. R. 16.....

98

95

1 1

98

95

1 1

7% Pr. Londeepsandbriesanvali

Psandbriese R. 10.....

89

89

cwg. Bormegs-Obltgation.

rückzahlbar 1932 ......

-

-

4% Oeskerrelchil»e Golvne.. .

4,20% Ceflcrr. Gilberrtn .

4% Oesterreichilche Einheitlich« Rente..........

4% Ungarische ©olbrte.....

4% Ungarische SlaalSr. v. 1910 4%% DcSfll. oon 1913 ....

4% Ungarische ftronenrte.. . .

4% Türk. Zollanleihe v. 1911 .

4% Türkische Bagdadbahn-Anl.

Serie I..........

4% desgl. Serie II.....

6% Rumänisch» veretnh. Rente von 1903 ...

4%% Rumänvchk veretnh. Rente von 1913 .........

4% 9iumanfl<6e verebch. Rente .

24,25

2,75

-

1,95

«

_

21,4

21'5

_

19,4

-

20,9

1,65

2

7,15

7,25

7,2

7,25

7,2

7,3

8,75

8,7

13,9

13,9

_

7,05

7

Frankfurt a M

Berlin

cchiup- Kurs

'-Uln ftlltv

Schluh Knr-r

Aniang» Kure

Datum

13- 12

14- 12-

13- 12-

14- 12-

Hamburg-Amerika Pale, . . . < Hamb.-Südam. Dampssch. . . > Hansa Dampsschiss ..... 10 Norddeutscher Lloh^. ....> Altg. Deutsche Credtmnst. . . 1( Barmer Bankverein .... 1( Berliner HandelSgesellsch. . . 12 Commerz, und Privat-Bank. 11 Darmst. u. Nattonalbank . . 1. Deutsche Bank......U

Dteconio-Gesellschast, Slot. . io Dresdner Bank......u

Reichsbant........1:

A.E.G............t

Bergmann..... . .

Elektr. LieserungLgelellschast l1 Licht und Kraft......1<

kielten L Guilleaume. . . . 7y, Gei. f. Elektr. Untern..... 16

Hamb. Elektr.»Werke .... 1 Rhein. Elektr. ........ Schlei. Geklr ....... io Schuckert & Co. ..... . 11 Siemens & Halske.....16

Tranöradio..... 3

Lahmeyer & Co...... 10

Buderus..... .... 6

Deutsche Erdöl . ...... 6 Essener Steinkohle ...... ^

Harpcner..........0

Harsch Eilen. ....... 6%

N»c Bergbau.......10

Klückn erwecke.........

Küm Neuesten ..... 7

Mannesmann -Rühren .... 7 Manescider Bergbau......

Lberichlei. Etienoevars ....

Oberichlei. ftokswerke.....7

Phünir Benchau......6H

Rhemhche Braunkohlen. . . 10 Rheinsiahl..... 6

Rtebeck Man um......7,2

94

116

116

173

152,75

233

146,75

146

282

156

151,5

114,5

150,25

177

161

91

122,65

219

91

90,5 108,75

100,5

238

811315=1311183 Sl 1 1 1 1 1 1 IRSI 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 181

O) OCO O g

95,4 161,75

142,5

94,75

117

116 175,25 152,75

233 146,75 146,75 146,25

156,25

200,5

158 152,25

114 150,25 128,75

141

147 177,75

280

118 160,5

91,25

125,5

123,25 132 108 219

91,65 106,25

91

108

67,5

93,6

100,4

238,5 104

95,5

94,6

117

117

174,25

152 233,5

147 146,25 287,5

157,5

202

152.25

152

128 140 149 181 283

92 127,5 124,5 133,5

109

92 107.6

92 108,75 66.75

94,5 102,5

105

Frankfurt a M

Berlin

Lchtutz-

i-Uüi

Schlug,

Ansang.

Kurs

Kur:

Kure

Kurs

Datum

13-12-

14 12

13. 12

14- 12-

Bereinigte Stahtw ....

102

102,4

103,4

Otavi Minen.....16'/,

53

52,9

Kal werke Aschersleben . . . u

182

182,5

Kai werke Westeregeln ... 10

189

190

192

Kaliwer k Salzo.- urth ... 15

312

312

317

I. G Farben-Indttstrik... 12

176,13

178,9

177,25

179,25

Dynamit NobÄ.......6

82,5

Echetdeanstalt. ....... 9

140,5

Goldschmidt........5

63,5

64,25

64,5

Rülgerüwerke ........ 6

69,5

69

69,75

Metätlgeiellschaft. ...... 6

113

112,9

Philipp Holzmann......7

; 821

116,75

81

81,25

Semen werk Heidelberg ... 10

117 |

Eemenlwerk Karlstadt ... 10

ö -

Waykt & ,Zre plag .....8

79 1

80,5

79

Schultheis Patzenhoser ... 15

-

-

273,5

274

Ostwerre.........12

21

211,5

Bet. Glanzstofs......18

129,5

Bemberg.........14

153

152,25

156

Zellslojs Waldhos .... 13%

178

178

181

Zellstoss Lljchassenburg ...

135,75

133,5

134,25

Charlottenburger Wasser ... 8

92,5

93,25

Dessauer Gas........9

152,25

153,5

Daimler Motoren......V

36,5

37

37.5

Deutsche Linoleum.....

226

232

229

231

Maschinenbau A.-G......0

40

40

Moi<-rwne Äl Q 'C..... "

r:uow. Loew .... u

149,5

151,5

Rat. Automobil.......f

18,5

18,5

Orenltein & Koppel.....6

1

67,75

67,4

Leonbard Tieg......10

-

147

3241

32fr

323

Frank,. Maschinen......*

40,25

40

Grttzner..........6

46,5

46,9

Heyltgensiaedt .......o

6,5

_

jung&anä...... .6

48

49

48.9

Lechwerke. . «

103

_

Maintraitwerke Hvchü 0. TL . 8

105,25

_

Mag.........10

-

119

119,5

Gebr. Roeder.......10

108

Balgt & Haessner 9

222,5

222

Süd». Sudet ....... 10

161,25

152

161

Banknoten.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

Berlin, 13. Dezember

Geld

Brief -

Amerikanische Noten.....

4,1655

4,1855

Belgische Noten.....«...

58,26

58,50

Dänische Noten.........

111,73

112,17

Englische Noten ..

20,359

20,439

tzränzüsische Noten .......

Holländische Noten .......

16,40

168,08

16,46

168,76

Italienische Noten........

21,79

21,87

Norwegische Noten.......

111,63

112,07

Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling

58,65

58,89

Rumänische Noten .......

2,47

2,49

Schwedische Noten .......

112,35

112,79

Schmelzer Noten ........

81,16

81,48

Spanische Noten ........

57,68

57,92

Dlchechoslowakische Noten. ....

12,33

12,39

Ungarische Noten..... . .

72,85

73,15

13 Dezember

14. Dezember

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brie,

Geld

Br e

Amst.» Noti

168,35

168,69

168,28

168,62

Buen-Aires

1,723

1,727

1,723

1,724

Brss.-Antw

58,385

58,505

58,38

58,50

112,03

Christianta

111,85

"2,07

111,81

Kopenhagen

111,95

112,17

111,96

112,18

Stockholm

112,53

112,75

112.49

112,71

Helftngsors.

10,487

10,507

10,484

10,504

Flauen. .

21,835

21,875

21.83

21,87

London. . .

20,355

20,395

20,356

20,396

Neuyork . .

4,1715

4,1795

4,1705

4,1785

Paris....

16,425

16,465

16,42

16,46

Schweiz . .

81,085

81,245

81,05

81,52

Spanien.

57,89

58,01

57,68

57,80

Japan . . . mio de Fan

2,043

2,047

2,043

2,047

0,469

0,471

0,466

0,468

Wien in D- Ctfl. abgcst

58,73

58.85

58,72

58,84

Prag . . .

12,381

12,401

12,382

12,402

Belgrad . -

7,403

7,417

7,403

7.417

Budapest. .

73,05

73,19

73,03

73,17

Bulgarien

3,017

3,023

3,018

3,023

Lissabon

18,80

18,84

18,80

18,84

Danzig. . . Konstantin-

81,39

81 55

81,37

81,52

1,980

1.984

1,980

1.984

Athen. .

5,43

5,44

5,435

5,445

Canada .

4,134

4,142

4,135

4,143

Uru uay.

3,960

3,974

3,946

3,954

Latro . .

20,875

20,915

20,875

20,950