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AeapoMa" undHarmonie-Gemütlichkeit".

Ein gemeinsames Konzert.

Em glücklicher Gedanke war es, dcrß sich der Mandolinen- und GitarrenvereinReapo- 111 a und der Gesangverein ^Harmonie- Gemütlichkeit" zur Veranstaltung eines ge­meinsamen Konzerts zusammentaten. Glück­lich insofern, als auf diese Weise eine angenehme Abwechslung im Programm entstehen konnte, die die erfreulicherweise recht zahlreich erschienenen Zuhörer dauernd in Spannung hielt. Die Vor­trogsfolge wies Chöre von Beethoven (Ehre Gottes in der Statur), Angerer, Dreu, Zedtler, Sonnet und, ebenfalls mit Begleitung des Or­chesters, Ioh. Strauß' unvergänglichen Walzer An der schönen blauen Donau" auf. Der Chor des VereinsHarmonie-Gemütlichkeit", den wir vor zwei Jahren in einem Volksliederkonzert au hören Gelegenheit hatten, hat offenbar Zuwachs bekommen. Die Klangkraft ist größer und abge­rundeter geworden, was aber nicht allein an zahlenmäßiger Zunahme des Chores liegt, son­dern in erster Linie als der beweiskräftige Er­folg einer zielsicheren und ernsthaften Proben­arbeit angesprochen werden muß. Auch die dyna­mischen Klangunterschiede und Feinheiten haben eine Verbesserung erfahren, die dem Vortrag Plastik und Sicherheit verleiht. Den Erfolg des Abends verdankt der Verein in erster Linie seinem Leiter, Hans Sonntag, in zweiter Linie sich selbst und seinem ehrlichen Streben.

Mit BeethovensEhre Gottes" wurde die Vortragsfolge eingeleitet. Dann folgten:März­

luft" von Angerer, ein von starkem drcuna- tischen Gehalt erfülltes Werk, das auch ent­sprechend vorgetragen wurde, und eineDeutsche Romanze" von Dreu. Der Chor von Zedtler Drei Zigeuner" erfuhr ebenfalls eine gelungene Wiedergabe, wie denn überhaupt Intonation und Aussprache allgemein gut waren. RachSehn­sucht nach dem Rhein^ beschloß der Strauhsche WalzerAn der schönen blauen Donau", form­vollendet und schwungvoll das Konzert.

Der Mandolinen- und GitarrenvereinRea- polita", dessen Leiter ebenfalls Herr Sonntag ist, zeigte sich als Begleiter von einer recht guten Seite. (BeethovenEhre Gottes" und Strauß-Walzer.) Er paßte sich dem Chor in der Klangstärke sicher an, ohne in dem orchestralen Teil aufdringlich hervorzutreten. Hebrigens war der Wandolinenchor durch Hinzuziehung einer Flöte, deren Part Peter K e h r m a n n (Gießen), sicher versah, recht glücklich unterstützt. Das von den Gegnern der Mandoline verrufeneWim­mern" bei langen Tönen, das mit der Technik des Instruments zusammenhängt und sich daher nie ganz vermeiden läßt, wurde dadurch fast vollkommen beseitigt und der Wohlklang somit nicht unerheblich gesteigert. Das Mandolinen­orchester ließ uns eine Ouvertüre von Wölki, eine Fantasie von Salvetti und zwei weitere Stücke,Marionetten" undLändliche Hochzeit" von Th. Ritter hören. Bei Werken wie diesem letzteren empfiehlt es sich, nicht alle vorgeschrie­

benen Wiederholungen auszuführen, um allzu- grohe. den Eindruck leicht störende Länge zu vermeiden.

Der VereinReapolita" hat schon öfter Proben seines Könnens abgelegt und durch das dies­malige Konzert erneut bewiesen, daß es ihm ernst ist. 'Bei dieser Gelegenheit darf vielleicht der Wunsch ausgesprochen werden, im Rahmen eines solchen Konzerts auch einmal alte originelle Lau­tenmusik des 16. Jahrhunderts, (eventuell mit Gesang oder Flöte), von der es eine große Menge Reuausgaben gibt, zu hören.

Der Erfolg des Konzerts war unbestritten. Reicher Beifall lohnte die einzelnen Darbietungen und Dera Ja" te Wiederholungen und Zugaben. Fz.

Oer Nestor

der heimischen Altertumsforschung f.

= Frankfurt o. M., 11. Nov. Professor Dr. Georg Wolff, der Nestor der heimischen Alter­tumsforschung, ist im 85. Lebensjahr verstor - b en. Er war in Hanau geboren, war dort später am Gymnasium als Lehrer tätig und siedelte 1889 nach Frankfurt a. M. über, wo er am Kaiser- Friedrich-Gymnasium ein hervorragender Lehrer war. Schon frühzeitig beschäftigte sich der Gelehrte mit archäologischen Forschungen und wurde bald zu einem der bedeutendsten Fachleute auf dem Gebiete der römisch-germanischen Altertumskunde Um die Durchforschung und Ausgrabung der Römerstadt Nida erwarb er sich bleibende Verdienste, ebenso um das Studium der römischen Siedlungen in Nassau und vor allem auch in Oberhessen. Der 1902 geründeten Römisch-Germanischen Kommission gehörte Wolff bis 1928 als Mitglied und stellvertre­

tender Vorsitzender an. In seinem 60. Lebensjahre wandte er sich noch mit Eifer dem Studium der vor- römischen Zeit zu. Sein bedeutendstes Werk ist die 1913 erschieneneFrühgeschichte der Wet- terau , die mit der beigegebenen archäologischen Fundkarte die Grundlage für jeden bildet, der sich mit der Siedlungsgeschichte der Wette rau beschäftigt. 1920 erschien die ebenfalls beachtliche Arbeit,Die Bodensormation der Wetterau in ihrer Wirkung auf die Besiedlung in vor- und frühge- schichtliri)en Zeit".

Kunst und Wissenschaft.

Professor Dr. Ernst Maaß f.

In M arburg ist der ordentliche Professor der klassischen Philologie an der dortigen Universität Geh. Regierungsrat Dr. phil. Ernst Maaß im 74. Lebensjahre gestorben. Geheimrat Maaß, der feit dem 1. Oktober 1924 von den amtlichen Ver­pflichtungen entbunden war, stammte aus Kolberg. Er widmete sich in Tübingen und Greifswald dem Studium der Philologie, unternahm Studienreisen nach Italien, Frankreich, England und Griechenland und habilitierte sich 1883 in Berlin. Drei Jahre später wurde Maaß Ordinarius zu Greifswald und siedelte 1895 nach Marburg über Hier bekleidete er 1909/1910 das Rektoramt.

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