Ausgabe 
14.11.1929
 
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Scholz. Dr. Lutz Weltmann. Der Vorstand wählte zu seine« ersten Vorsitzenden: Dr.Ludwig Fulda und Dr. Heinrich Lilienfein, und zu ihren Stellvertretern: Fritz Engel und Georg Engel. Geschäftsführer der Rotgemeinschaft ist: Dr. Günther Birkenfeld, zur Führung des Lektorats der Abteilung Werrhilfe wurden Dr. Max Lau und Wolfgang von Einsiedel berufen.

Laienspiele verboten.

Mit Rücksicht auf die in den letzten Jahren stark angewachsene -Zahl der Laienspiele in Pirma­sens, die dem Landestheater und der Städte-Spieloper schweren Abbruch ge­tan haben, verweist die Stadtverwaltung erneut auf einen früheren Veschluh, der in den letzten Zähren nicht mehr angewendet worden war. Hiernach werden Anträge auf Schauspiclausfüh- rungen aller Art während der Spielzeit der Städtebund-Oper und des Landestheaters in Pirmasens nicht mehr berücksichtigt, da die Stadtverwaltung der Meinung sei. daß die vorerwähnten Theaterorganisationen dem Kultur­bedürfnis der Pirmasenser Bevölkerung in vollem Mähe gerecht werden.

Arau Zubkow gestorben.

In einem Bonner Spital starb unerwartet an den Folgen einer Lungenentzündung Frau Viktoria Zub- kow. verwitwete Prinzessin zu Schaumburg-Lippe, Schwester des ehemaligen Kaisers. Die Verstorbene war 1866 als Tochter des späteren Kaisers Friedrich geboren. Eine von der Mutter geplante Heirat mit dem Fürsten Alexander von Bulgarien, Drinzen von Battenberg, scheiterte an dem Widerspruch Bis­marcks. Die Prinzessin heiratete 18'90 den Prinzen Adolf von Schaumburg-Lippe und bezog nach dessen Tode 1916 das Palais Schaumburg in Bonn. Dort lernte sie 1927 den 23jährigen russischen Flüchtling Alexander Zubkow kennen, den sie trotz des Wider­spruchs des früheren Kaisers und des Chefs des Hauses Schaumburg-Lippe heiratete. Zubkow wurde im Frühjahr 1928 aus Deutschland ausgewiesen, nachdem er das Vermögen der Prinzessin zum größ­ten Teil durchgebracht hatte. Zur Befriedigung der zahlreichen Gläubiger mußten die Sammlungen der Prinzessin vor wenigen Wochen versteigert werden.

Sturm in Rordfrankreich.

Der Sturm, der in der Nacht vom Montag zum Dienstag im Aer in elkanal herrschte, hatte an der französischen Küste beträchtliche Verheerungen angerichtet und sich sogar bis In die Umge- ge nd von Paris ausgewirkt. In Lille stürzte die Mauer eines Neubaues ein und begrub unter sich ein junges Mädchen, das seinen Verletzungen er­legen ist. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt und viele Bäume entwurzelt. In der Gegend von Brest war das Meer in furchtbarem Aufruhr. Sämtliche auf der Reede liegenden Schiffe mußten doppelt Anker werfen. Das französische Aermelkanalgeschwa- d«r mußte in einem Hafen Zuflucht vor dem Un­wetter suchen. Zahlreiche Fischerboote werden als vermißt gemeldet.

Seemannslos.

Fünf Aeberlebente des finnischen Dampfers ^Drakon", der Montag nacht bei der Insel Htö an der schwedischen Küste unter­gegangen ist, konnten von der kleinen Klippe, auf die sich die elf Mann der Besatzung gerettet hotten, an Land gebracht werden. Die übrigen sechs sind ertrunken.

Neuschnee in den Allgäuer Alpen.

3n den Allgäuer Bergen ist die Temperatur stark zurückgegangen, und es ist Reuschnee bis zur Waldgrenze herunter, gefallen. Donnerstag früh schneit es weiter bis zum Tal herab.

verwegener Raubüberfall auf die Brooklyner Schiffswerft.

Ein außerordentlich verwegener Raubübcrfäll wurde am Tllitttooch aus die Vorrats­magazine der Brooklyner Werft ver­sucht. Etwa 20 schwerbewaffnete Verbrecher fielen plötzlich über daS Wachpersonal her. 13 Wächter tourten gefesselt. Der Versuch, den schweren Geldschrank des Bureaus zu sprengen, schlug jedoch fehl. Den Verbrechern ist dadurch eine Deute von 86 000 Dollar in bar entgangen. Die Kühnheit ter Räuber, die bald darauf wie­der das Weite suchten, ohne daß es der Polizei bisher gelang, auch nur einen von ihnen zu fassen, war um so größer, als sich in ter Um­gebung mehr als 1 00 bewaffnete Ma­rinesoldaten aufhielten.

Verschwörung in Siag-Sing.

Wie die Leitung des unweit Reuyorks gelege­nen Zuchthauses Sing-Sing mittedt ist man dort einer großen Verschwörung auf die Spur gekommen, bei der es sich um ten Plan

einer Massenflucht von etwa 2 00 0 Ge­fangenen handelte. Die Rädelsführer sind in Einzelhaft untergebracht worden. Seit den Meutereien in den Strafanstalten von Auburn, Dannemora und Canon City tourten in Sing- Sing einige als besonders störrisch bekcrnnte Sträflinge scharf beobachtet. Vor etwa einer Woche erfuhren die Beamten von der Verschwö­rung, die darauf hinzielte, Waffen und Dietriche in bestimmte Zellen einzuschmuggeln und zur gegebenen Zeit die Lichtanlage durch Kurzschluß außer Betrieb zu setzen.

Ein Opfer der Reuhorker Börsenkatastrophe.

Der Präsident der Rochester Gas- und Elek- trizitätsgesellschaft, Robert M. Searle, verübte im Badezimmer seiner Wohnung Selb st mord, intern er sich durch Gas vergiftete. Wie ver­lautet, hatte er in der letzten Zeit Börsen- verluste von Über einer MillionDol- lars erlitten.

Geheimnisvolles Drama auf hoher See.

Einige Fischer von ter dänischen Znsel Lan­ge l a n d haben etwa zwei Stunden von Bogen- komp entfernt, ein gesunkenes letti­sches Schiff gefunden, von dem nur die Masten über dem Wasser emporragten. Der Dampfer einer deutschen Gesellschaft, ter das Wrak un­tersuchte, fand unter dem Deck die Leichen des Kapitäns und Steuermanns. Der Kopf des Kapitäns toieS ein großes Loch auf und dem Steuermann war die Kehle durch­schnitten. Ferner tourte festgestellt, daß sich an Bord des Schiffes eine Frau, einige Kinder und drei oder vier Mann befunden haben müs­sen, die das Schiff wohl in einem Rettungsboot vor dessen Untergang verlassen haben. Da dieses aber nirgends aufgetaucht ist, muh an­genommen werden, daß sie alle um gekom­men sind. Der Zustand der Leichen gibt zu der Vermutung Anlaß, daß sich an Bord ent­weder eine Explosion ereignet hat, oder daß der Kapitän und der Steuermann wäh­rend einer Schlägerei getötet wurden. Man nimmt an, daß das Schiff während des heftigen Sturmes vor etwa drei Wochen unter­gegangen ist.

Die Unsicherheit in China.

Der Franziskanerpater Ulrich Kreutzen, ter amerikanischer Staatsangehöriger ist, wurde bei Weiyenkau, etwa 120 Kilometer südöstlich von Hankau, von Wegelagerern, die sich als Kommunisten bezeichneten, gefangen genom- m e n. Sie fordern ein Lösegeld von 10 000 Do klar für die Freilassung des Missionars. Der DampferKtoangtsch i, Eigentum einer chinesischen Kaufmann^gesellschaft, ter sich mit hundert Fahrgästen und voller Fracht auf der Fahrt von Woentschau nach Schanghai be­fand, wurde auf der Höhe von Taitschou von Seeräubern gekapert. Der Dampfer ist wieder befreit toorten. Die Seeräuber waren in ter üblichen Meise a l s Fahrgä st e verklei­det an Bord des Schiffes gekommen, hatten unterwegs die Verkleidung plötzlich ab­gelegt und die Mannschaft überwältigt. Auch die das Schiff befehligenden auswärtigen Offiziere wurden von ihnen übermannt und ihres Geldes und ihrer Kleidungsstücke beraubt. Das Schiff wurde von den Seeräubern ausgeplündert.

Prozeß gegen 42 russische Gegenrevolutionäre.

Zn Woronesch begann die Gerichtsverhandlung gegen 42 Mitglieder einer gegenrevolutionären Organisa'ion, die ihre Tätigkeit unter dem Deckmantel einer religiösen Sekte ausübte. Die Angeklagten trieben mehrere Zähre hindurch gegenrevoutionäre, monarchistische Agi­tation und verübten terroristische Akte und Brandstiftungen. Elf Führer der Organisation erschienen vor Gericht in weißen Kitteln mit aufgenähten weißen Kreuzen und riefen auf sämtliche Fragen des Gerichtes:Christus ist auferstanden!" Ettst nach dem Geständnis ter zweiten Angeklagtengruppe. die die terroristi­schen Pläne ter elf Führer ausaesührt hatte, begannen diese Aussagen zu machen.

Daten für Freitag, 15. November

Sonnenaufgang 7.17 Uhr, Sonnenuntergang 16.12 Uhr. Mondaufgang 15.30 Uhr, Monte Untergang 4.59 Uhr.

1630: ter Astronom Zohannes Kepler in Regensburg gestorben: 1708: ter englische Staatsnrann Pitt d. Ae in Boconnvck geboren: 1787: ter Komponist W. Ritter von Gluck in Wien gestorben: 1862: der Dichter Gerhart Hauptmann in Salzbrunn geboren: 1910: ter Dichter Wilhelm Raabe in Braunschweig ge­storben.

und neun Direktoren ter anderen Länder be­stehen. Hierzu tritt je ein weiterer deutscher und französischer Direktor^ solange Deutschland Repa­rationen zahlt. Der Vorsitzende de- Derwaltungs- rates ist gleichzeitig Dankpräsident. Der Präsident hat die Verwaltung und Kontrolle ter Bank zu überwachen. Seine Amtszeit läuft drei Zähre. Der Generaldirektor wird vom Verwaltungsrat auf Vorschlag des Präsidenten ernannt und ist dem Präsidenten verantwortlich.

WemirdparleisiihrerberDVp.?

Dr. Scholz wieder genesen.

Berlin, 13. Rov. (Privatinformation.) Wie aus Kreisen der Deutschen Volkspartei verlautet, hat sich das Befinden des Führers der Reichs­tagsfraktion der Deutschen Volkspartei, Dr. Scholz, soweit gebessert, daß er in einigen Togen die Klinik verlassen kann. Er wird nach einem Erholungsurlaub anfang Ja­nuar wieder ganz ins politische Leben zurück- kehren. Znzwischen wird auch die Frage der Parteiführung gelöst werden. Es ist näm­lich beabsichtigt, den Z e n t r a l v o r st o n d, der den neuen Führer zu wählen Hot, für De­zember nach Berlin einzuberufen. Zn parla­mentarischen Kreisen gilt im Augenblick als wahrscheinlichste Lösung, daß Dr. Scholz zum Parteiführer gewählt werden wird. Reichswirtschastsminister Moldenhauer wird übrigens nicht zu ter zweiten Haager Konferenz fahren, die etwa am 8. Dezember beginnen dürfte, sondern während ter Zentral­vorstandssitzung in Berlin sein.

Oie Verwertung des diesjährigen Roggenüberschusses.

Berlin, 13. Rvv. (WB.) Der Amtliche Preu­ßische Pressedienst teilt mit: Um den diesjährigen Roggenüberschuh einer rationellen Verwertung ?uzuführen, hat der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft neben ter Be­reitstellung von Mitteln zur Verbilligung der Versendungskosten für Roggen aus dem O st en nach hem We st en zur Verfütterung bei ter Schweinemast um tunlichst beschleunigte Prüfung der Rotwendigkeit und Zweckmäßigkeit von Maßnahmen ersucht, durch die ter Beimahlungszwang vonRog * gen zu Weizen in Höhe von 10 v. H. angeordnet, fotoie für die Herstellung von Rog­genmehl die Mahlausbeute, die gegen­wärtig durchschnittlich 70 v. H. beträgt, a u f 6 0 v. H. herabgesetzt wird.

Keine Große Koalition in Baden.

Karlsruhe, 13. Rov. (TU.) Das Ergebnis der langwierigen Verhandlungen am Mittwoch zwischen Zentrum, Sozialdemokraten, Deutscher Voltspartei und Demokraten brachten das Scheitern der Großen Koalition in Baden. Die D. Dp. und die Demokratische Frak­tion halten sich in Verhandlungen am Spät­nachmittag geeinigt, das Kultusministerium zu verlangen und es abzulehnen, irgendein anderes Ministerium zu übernehmen. Die D. Dp., die an­fänglich sich zur Uebernahme des Justizmini­steriums bereiterklärt hatte, zog diese Zusage wieder zurück und erklärte, auch nicht in eine Rechtsregierung eintrcten zu können. Run bleibt es ten beiden größten Parteien, Zentrum und Sozialdemokraten, überlassen, die Regierung zu bilden. Sie vereinigen von 88 Sitzen 52 auf ihren Romen.

Afghanistan.

Das Regierungsprogramm des neuen Herrschers.

London, 13. Rov. (WTB.)Daily Tele­graph" veröffentlicht eine Proklamation des Königs Radir von Afghanistan, in der es heißt: Die Regierung wird ihrer Pflicht entsprechend, die Vorschriften des Islam erfüllen. Die Bildung einer Natio­nalversammlung steht bevor. Cs wird ein Zensur- und ein Rechnungsamt geschaffen wer­den. Die Beamten werten auf den Koran vereidigt. Sie müssen versprechen, unbestech­lich und mit ihrem Gehalt zufrieden zu fein, keiner Regierung Gelter zu unter­schlagen. Der Weingenuß wird nach ten religiösen Vorschriften bestraft. Die Bezie­hungen zu ten auswärtigen Mächten sollen die gleichen fein wie unter Amanullah. Der Tele­phon- und Telegraphendienst soll ausgebaut und ter Postdienst wieder eingerichtet werden. Afgha­nistan wird Handelsverträge mit Deutschland, Persien, Italien. Frankreich, Großbritannien, Rußland, den Bereinigten Staa­ten, Belgien, Japan und anderen Ländern ab* schließen. Ferner wird ter Bau von Eisenbahnen und Bewässerungsanlagen vorgesehen.

Steuerermäßigung in den Vereinigten Staaten.

Washington, 13. Rov. (WTB. Funkspruch.) Rach längerer geheimer Besprechung zwischen dem Präsidenten Hoover, dem Schatzsekretär, dem stellvertretenden Schatzsekretär und dem Lei­ter der Bundesreservebehörde, die, wie verlautet, sich mit der Wirkung der starken und anhaltenden Börsenverluste auf die Kaufkraft des Ri i 11 e l st a n d e s beschäftigten, gab der Schah- kanzler bekannt, daß die Regierung im Einver­ständnis mit den Führern beider Parteien als­bald nach Beginn der ordentlichen Kongreh- session eine Steuerermäßigung von 160 'Millionen Dollar für das nächste Etats- jahr Vorschlägen werde.

Aus aller Well.

Rolgemeinschajt des Deutschen Schrifttums.

Die Rotgemfeinfchaft des Deutschen Schrift­tums e. D., die von ter Reichsgemeinschaft ter geldwerbenten Stiftungen und vom Reichsver- band des Deutschen Schrifttum« z u m Zwecke der-Zentralisierungde rW ohlfahrts- arbeit auf dem Gesamtgebiete des deutschen Schrifttums begrüntet tourte, beginnt am 1. Januar 1930 ihre Tätigkeit. Ihrem Borstand gehören an: Dr. Donndorf, Dr. Hanns Martin Elster, Fritz Engel, Georg Engel. 'Dr. Ludwig Fulda. Dr. Wolter Harlan, Dr. Heinrich Lillenfein, Dr. Werner Mahrholz, Alfred Richard Meyer, Walter von Molo, Dr. Wilhelm von

Hoovers Vorschläge gegen die Hungerblockade.

Ablehnende Kritik der pariser presse.

Paris, 13. Rov. (WB.) Die gesamte Presse, soweit sie sich mit den Erklärungen des Prä­sidenten Hoover über die Freiheit der Meere beschäftigt, geht in Ab weh rstel- lung.Journal" erklärt: Was Hoover vorschlägt, ist im Grunde genommen nichts wei­ter als ter freie Warenverkehr m Kriegszeiten, ein ausgezeichnetesGefchäft für die Vereinigten Staaten, die Grvßerzeuger in Getreide und Zucker sind. Das ist ein dem Schein nach äußerst verführerischer Vorschlag für die Engländer, die stets Angst vor dem Ausgehungerttoerden haben, weil ihre Insel kaum so viel hervorbringt, um die Bevölkerung zwei Monate lang zu ernähren. Fordern die Engländer nicht gerate zur Siche­rung ihrer Lebensmittelversorgung eine starke Flotte? Wenn man die Lebensmittelversor­gung vertraglich garantiert, dann wird kein Anlaß mehr vorliegen, Kriegsschiffe zu fordern.Echo de Paris" er Hart: Wenn Hoover so viel Vertrauen zum Siege ter öffent­lichen Meinung hat, dann soll er nicht mehr die Einschränkung, sondern die vollständige Beseitigung ter Kriegsflotten vorschlagen. Von dem Augenblick an aber, wo er die Rütz- lichkeit der Flotten und Armeen zugibt, erkennt er doch zum mindesten die Kriegsmoglich- Zeit an, und angesichts irgendeiner Kriegsmög­lichkeit stürzt fein Gebäude wie ein Kartenhaus zusammen.

Oe uvr e" ist ter Ansicht, daß der Vorschlag Hoover am Ziele vorbeischiehe. Richt den Ce- bensmitteltransport müsse man schützen, sondern das Opfer, unö zwar dadurch, daß man feft- lege, woran ein Angreifer zu erkennen fei und welche Kollektivsanktionen ten Ver­brecher treffen sollen. Wie könne Hoover übri­

gens auffortern. ein Kriegsgeseh zu unterzeich­nen, nachdem im August 1928 ter Krieg ge­ächtet worden sei?

Derselben Auffassung ist die6 re nou - v e l le". Sie erklärt, man müsse wählen: ent­weder existiert ter Kellogg-Pakt, oder er exi­stiert nicht. Wenn er existiere, dann sei eS un­möglich festzulegen, was an einem Unternehmen, das das Gesetz ignoriere, legal ist und was nicht. Wenn ter Kellogg-Pakt nicht existiere, dann möge man das rund heraus erklären und nicht verlangen, daß man einen Vertrag abschliehe, bei dem man ter Betörte ist. Das Gewerk- schaftSblattLe Peuple" schließt sich dieser Stellungnahme an und fragt, ob Hdover seine Formel,Die Zeit ist gekommen, die Aushunge­rung der Frauen und Kinder als Kriegsinstru- ment zu beseitigen", auf humanitäre und zivili­satorische ©tönte aufbaue. Wer möchte diese For­mel nicht unterschreiben? Sie sei jedoch nicht vollkommen befriedigend, denn sie scheine sich ter restlosen Ausrottung des Krieges zu widersetzen. Solange die Gefahr einer KollÄtivtorheit bestehe, müsse man darauf be­dacht fein, die Entstehung eines Konflikts zu ver­hindern.

England stoppt Marinebauten im Osten

London, 13. Rov. (WD.) Wie der Erste Lord der Admiralität im Unterhaus mitteilte, hak die Regierung beschlossen, daß biszum Abschluß der nächsten Seemächtekonferenz keine neuen Arbeiten im Bereich der Marine st ation Singapore vorgenommen werten dürfen. Die Ausführung der bereits in Auftrag gegebenen Arbeiten soll in langsa­merem Tempo erfolgen.

Aus der Provinzialhaupiffadt.

Gießen, den 14. Rovember 1929.

Sängertagung in Gießen.

Am Sonntag tagte ter Lahntalsänger- bunb im ^Schipkapaß" zu Gießen. Rach einet VorstandSsitzung am Vormittag fand am Rach­mittag der Bundessängertag statt. Vor Beginn der Verhandlungen fang ter Quartettverein Gie­ßen einen Begrüßungschor. Zur Verhandlung stand eine sehr reichhaltige Tagesordnung, die nicht weniger als acht Punkte umfaßte. DeredteS Zeugnis für das rege Jnteresfe, das im Bunte herrscht, war die Tatsache, daß sämtllche 24 Buntesvereine ihre Vertteter entsandt hatten, darunter >um ersten Male auch Gesangverein Eintracht Steinberg, ter seit Sommer dieses Jahres dem Bund angehört.

Der Duntesvorfitzente, FortbildungsschullHrer Gengnagel (Grünberg), erstattete ten Jahres­bericht. Daraus war zu erwähnen das in diesem Jahre in Weilburg stattgehabte Buntesfest, wo­mit ter dortige Verein fein lOOjähriges Bestehen feiern konnte, ferner die Beteiligung am Hessi­schen Sängerbuntesfest in Darmstadt. Fahnen­weihe bzw. Sttftungsfest in 1929 begingen noch der Quartettverein Dießen, GesangvereinHar­monie" Wiefeck undSängervereinigung" Lollar.

Die Rechnungsablage, welche ter Dundesrech- ner Eise (Gießen) erstattete, zeigte einen gün­stigen Abschluß.

Für das nächste Dundesfest hatte Wänner- gesangverein Wetzlar seine Bewerbung zurück­gezogen, so daß das Fest für 1931 einstimmig dem GesangvereinFrauenlob" Hom­berg (Ohm) übertragen tourte.

Anläßlich des Wegbleibens eines Vereins vom diesjährigen Buntesfeste in Weilburg entspann sich eine längere Aussprache über ten Para­graph 36 ter Duntessahung, nach dem daS Feh­len eines Vereins beim Dundesfeste mit einet Geldstrafe geahndet wird, wovon nur in AuS- nahmefätten, z. D. örtliche Feste, abgewichen wer­ten soll. Fast einftimmig tourte beschlossen, streng an der Durchführung dieses Paragraphen fest- zuhalten.

Dem Sängertag wurde durch den Vorsitzende» bekanntgegeben, daß eine Teilung ter Vereine, die unter dem Romen Gau Lahn dem Hessischen Sängerbund angeschlossen sind, erfolgen soll, und zwar derart, daß der Lahntalsängerbund mit seinen 24 Vereinen als besonderer Gau teS Hessischen Sängerbuntes gilt. Dies bedingt, daß die Chormeister des Buntes in einer demnächst stattfintenden Sitzung einen Gauchormeister be­stimmen müssen und daß weiterhin ter Duntes- rechner die Einziehung der Beiträge für den Hessischen Sängerbund mit übernehmen muh.

Alsdann referierte der Vorsitzende, der an dem Eängertag des Deutschen Sängerbundes in Rürnberg teilgenommen hatte, über die dortigen Verhandlungen, die sich in ter Hauptsache mit den Verfehlungen des Buntesschatzmeisters be­schäftigt hatten.

Rach einigen kleineren Sachen wurde mit dem Deutschen Sängergruh" die arbeitsreiche Tagung geschlossen.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220, Matte 30 bis 35. Käse (10 Stücy 60 bis 140, Wirsing 12 bis 15, Weiß­kraut 8 bis 10, Rotkraut 12 Ms 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Römischkohl 10 bis 12, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 biS 25, Rosenkohl 40 bis 45,

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die Herausbildung von Teilstörungen über Mitteleuropa lassen keine Beständigkeit im Wit« terungscharaktcr aufkommen. Infolgedessen ver­halten sich auch die Temperaturen schwankend, sowie Bewölkung und Riederschläge wechseln mit Aufheiterung ab. Die Wetterlage dürfte jedoch nur vorübergehend durch flachen hohen Druck, der sich über Frankreich bis nach Irland hin erstreckt, eine leichte Besserung erfahren und in der kommenden Rächt Bewölkungsabnahme zur Ausstrahlung führen, so daß Rachtfrostgesahr besteht. Da jedoch im Westen über Irland der Luftdruck erneut fällt und eine neue Störung heranzunahen scheint, so ist bis zum Wochenend wieder mit mehr unbeständigem Weiter zu rechnen.

Wettervoraussage für Freitag. Rach teils wolkig-nebeliger Rächt mit Nacht­frostgefahr, tagsüber wechselnd wolkig mit Auf­heiterung, trocken.

Lufttemperaturen am 13. Rovember: mittag- 8,1 Grad Celsius, abends 4,4 Grad; am 14. Rovember: morgens 4,5 Grad. Maximum 8,3 Grad. Minimum 3,0 Grad.

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