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Oer Aufmarsch zur Wahl.
ben der mittleren Oeffnung von 315 Meter sind auf beiden Seiten Rebenöffnungen mit je 91 Meter, so daß die Drücke eine Gescmrtstüh- weite von' 697,06 Meter hat. Die Drücke hängt in einem aus 37 Adern gebildeten Kabel, das auf zwei Pylonen (Kabeltürmen) ruht. Die Höh« Vieser Pylone beträgt rund 52 Meter. Die Stützpunkte für diese Türme wurden im Fluhgrund durch sogenannte Senkkästen hergestellt, auf die dann riesige Eisenbetonklötze gesetzt wurden. Auf dieser Unterlage ruht die ganze Brücke auf einer Auflagefläche, die erstaunlich klein ist, und die seichte Form der Drücke im äußeren Eindruck bedingt. Das Gesamtgewicht der Stahlkonstruktion für die Lieberbauten beträgt rund 14 800 Tonnen.
Aus aller Welt.
Reichsbundestagung
der Kommunalbeamten und -angestellten.
Bei der in Mannheim stattfindenden Bundestagung deS.Reichsbundes der Kommunalbeamten und an gestellten sprach Geschäftsführer Meurer (Berlin) über die Entwicklung der deutschen und auherdeutschen Beamtenbewegung in den letzten zehn Jahren. Die Derwaltungsreform und in ihrem Rahmen die Befürwortung einer R e ichsstädteordnung müsse ausgehen vom Gedanken der Vereinheitlichung auch im Personalkörper. Die deutschen Kommunalbeamten und -angestellten verlangen reichseinheitliche Regelung aller wesentlichen Grundlagen des Beamtenrechtes, insbesondere auch gesetzliche Sicherung der Llnkündbarkei t und angemessene Besoldung. Danach betonte Dundesdirektor Schubert (Dresden), wenn das Reich dieLlebernahmederReal- steuerverwaltung durch die Reichssteuerverwaltung für notwendig halte, so müsse sie auch das bisherige Personal mit allen seinen Rechten übernehmen. Direktor Schubert billigte den vom Deutschen Beamtenbund dem Reichstage eingereichten Gesetzentwurf und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die zum Schutze oer Deamtenrechte geschaffenen Verfassungsbestimmungen stavk genug seien gegenüber den Bestrebungen bei diesem Gesetzentwurf, die Beamtenschaft der Länder und Gemeinden rechtlich zu degradieren.
Die Mordaffäre Rosen.
In der Breslauer Mordaffäre Rosen ist durch die Aufklärungsarbeit zweier Berliner Kommissare be- kanntlich die ehemalige Wirtschafterin des Professors Rosen, Frau Neumann, so schwer belastet worden, daß sie erneut verhaf. t e t wurde. Die Beamten hatten an die Oefsentlich- fcit um Unterstützung appelliert und u. a. besonderes Gewicht auf Ermittelungen bezüglich eines Dietrichs gelegt, der nach dem Mordtaae an der Kellertür der Villa des Professors Rosen aufgesunden wurde, und zwar zerbrochen. Anscheinend sollte durch diesen Dietrich der Versuch eines Einbruches vorgetäuscht werden. Daraufhin hat sich ein Waffenhandler gemeldet und angegeben, daß vor einigen Jahren eine ältere Frau in seiner Werkstatt erschienen sei und sich d i e i) a n d- habungeinerPistolebabeerklärenlas. s e n. Sie hat bei diesem Besuch außerdem, wie die „Brest. Reuest. Nachr." melden, einen Dietrich abbrechen lassen, was natürlich ausgefallen sei. Da von dem Werkstätteninhaber angenommen wurde, daß später einmal dieser Dietrich eine besondere Rolle spielen könnte, so wurde an dem Bruchstück e t n kleinesZeichenmit einer Feile angebracht. Dieses Zeichen ist tatsächlich an dem Dietrich, der in der Villa des Professors Rosen ge. fanden wurde, fe ft ge {teilt worden. Bei einer Gegenüberstellung Frau Reumanns mit dem Büchsenmeister und dessen Sozius, der damals auch zugegen war, erklärten diese, daß sie zwar angesichts des vierjährigen Zeitraums nicht beschwören könn- ten, daß die damalige Kundin und Frau Reumann ein und dieselbe Person seien, aber nach ihrer Er- innerung liege bestimmt eine Personengleichheit vor. Frau Reumann bestreitet, in dem Geschäft der genannten Zeugen gewesen zu sein.
Der Iuwelendiebstahl in bet französischen Botschaft.
Aach der Aufklärung des Juwelendiebstahls in der französischen Botschaft war der Pförtner Michailoff, der als Täter in Frage kam, aus dem Dienst der französischen Botschaft entlassen worden. Aach der Lösung des Arbeitsverhältnisses wurde Michailoff, da er nun nicht mehr exterritorial war, erneut fest- genommen und nach feiner Vernehmung in Haft behalten. Der Diebstahl ist nicht nur ein Racheakt gegen den Botschaftschauffeur gewesen, sondern Michailoff hatte entgegen seiner früheren Behauptung die Absicht, mit den Juwelen über die Grenze zu verschwinden. Da durch die vorzeitige Rückkehr des Botschafters der Diebstahl schneller ans Licht kam, als Michailoff berechnet hatte, wurden seine Pläne vereitelt, und er suchte sich dadurch aus der Schlinge zu ziehen, daß er, wie gemeldet, alle« auf die Treppe legte. Daraufhin wurde de» Haftbefehl gegen ihn erlassen.
Lin zwölfjähriger Löwenjäger.
Ein zwölfjähriger Knabe, der in der Aähe von Lorenzo Marques (Port.-Ostafrika) Vieh hütete, mit mit Bogen und Pfeil eine Löwin erlegt. Das Tier war plötzlich aus einem Dusch herausgesprungen und hatte sich auf einen Ochsen gestürzt. Der Knabe schoß auf die Löwin einen Pfeil ab, der ihr in den Bauch drang. Durch die Bewegungen des gereizten Tieres wurde der Pfeil nur noch tiefer in die Wunde hineingedrückt. Der Knabe näherte sich unerschrocken der Bestie und schoß ihr einen zweiten Pfeil ins Auge, der sie tötete.
3n den Flammen umgekommen.
In dem der mecklenburgischen Stadt Bützow benachbarten Dorf Zepelin wurde eine umfangreiche Stallung des Hofbesitzers Harder e i n- geäschert. Da der Brand sich mit großer Schnelligkeit ausbreitete, formte ein Knecht, der in dem Stall wohnte, nicht mehr ge- r e t t e t werden. Er fand den Tod in den Flammen. Außerdem find acht Pferde, 27 Kühe und viele Schweine verbrannt.
Zuchthaus für Post- und Kirchenräuber.
In dem Prozeß gegen die Post- und Kirchenräuber, die u. a. in Kattern bei Breslau und in Bottrop in Westfalen die Postkasten um erhebliche Beträge geschädigt halten, verurteilte das Breslauer Schwurgericht den Arbeiter Härtel zu 15 Jahren Zuchthaus und Polizeiaufsicht, den Grubenarbeiter Soika zu zwölf Jahren Zuchthaus und Polizeiaufsicht, den Arbeiter Gielach zu sechs Jahren Zuchthaus. Alle drei wurden außerdem zu zehn Jahren Ehrverlust verurteilt.
Die demokratische Liste in Gießen.
Die Ortsgruppe Gießen derDeutschenDe- m ok r a ti s ch en Partei hat, wie uns berichtet wird, in ihrer letzten Mitglied«rversamm- tung die Aufstellung des Wahlvorschlags zur Stadtratswahl vorgenommen. Von den seitherigen Mitgliedern der Stadtratsfraktion lehnte Sch re inerm elfter Haubach die ihm einstimmig angebotene Wiederaufstellung an sicherer Stelle ab, da ihm die umfangreiche Arbeit, die ihm aus der älebernahme des Vorsitzes des Ortsgewerbevereins erwachsen ist, eine erfolgreiche Wahrnehmung der Aufgaben eines Stadtratsmitglieds neben seinen beruflichen Pflichten nicht mehr erlaube. Herr Haubach erklärte sich aber gern bereit, an einer weniger günstigen Stelle des Wahlvorschlags zu kandidieren. Als Vertreter des gewerblichen Mittelstands wurde Sattlernreister Christian Spies in den Wahlvorschlag aufgenommen.
Ein Antrag der Volksrechtspartei auf Aufstellung eines gemeinsamen W a h l - Vorschlags fand Annahme. Als Kandidaten werden von der Volksrechtspartei genannt: Renter Reiber und Studienrat Dr. Heus- sel , sowie Fräulein Berta F i x.
Der vollständige Wahlvorschlag „Deutsche Demokratische Partei und Volksrechtspartei" lautet: 1. Stadtschulrat Fischer, 2. Rentner Reiber, 3. Frau Dr. med. Marx, geb. Plank, 4. Kaufmann Leopold Mayer, 5. Sattlermeister Spies, 6. Reallehrer Hebermehl. 7. Studienrat Dr. Heussel, 8. Stadtoberbauinspektor Höhn, 9. Fräulein Berta Fix, 10. älniversitätspryfessor Dr. Mittermeier, 11. Rentner ©lieber, 12. Schreinermeister H a u b a ch.
In einer der Aufstellung des Wahlvor'chlags vorausgehenden Wahl wurde für den nach Groß- Gerau verzogenen seitherigen 1. Vorsitzenden der Ortsgruppe, Kreisschulrat Loos, Stadtschulrat Fischer gewählt.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 14. Oktober 1929.
Steuererleichterungen bet Meliorationen und Feldbereinigungen.
WHP. Aach einer Verfügung des Hess. Finanzministers können Beiträge zu B 0 denver - besserungsgenossenschaften vom Einkommen bei der Berechnung der Steuer abgehetzt werden. Auch können Kosten der Feldbereinigung abgewogen werden. Bei sonstigen Boden- vevoesserungen können ebenfalls bestimmte Abschreibungen gemacht und die laufenden Aufwendungen atd Werbungskosten abgezogen werden. Soweit die Kosten für die angeführten Verbesserungsanlagen von den beteiligten Grundeigentümern im Ilmlageverfahren aufgebracht werden, sind die Aufwendungen leicht fest zu - stellen und nachzuweisen. Anders liegen die Verhältnisse in all den Fällen, in denen die Kosten des Verfahrens durch Abzug an der beteiligten Fläche und Bildung von Massestücken aufgebracht werden, wie dies in Hessen fast überall der Fall ijt Da hier den einzelnen Beteiligten es fast unmöglich ist, einen ziffernmäßigen Aachweis über die Aufwendungen für die Bodenvevbe serungen, die häufig sehr hoch sind, zu erbringen, beantragt die Zentrumspartei: Die Regierung möge bei dem Reichsfinanzminister dahin wirken, daß die Bestimmungen über Einkommensteuererleichterungen fo erweitert werden, daß sie allen an Boden- vevbSsserungen Beteiligten zugute kommen.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" über Gießen.
In der Nacht auf Sonntag gegen 3.10 Uhr wurde ein großer Teil der Bevölkerung unserer Stadt durch starkes Motorengeräusch aus dem Schlafe geweckt. „GrafZeppelin" kommt! Dieser Ruf alarmierte die Familien, und alles stürzte an die schnell geöffneten Fenster, auf Balkone usw. Unerwartet erschien das Luftschiff am Horizont, in schneller Fahrt von Süden nach Norden begriffen. Die Passagierkabinen am Vorderteil des Luftschiffes und die Gondeln der Besatzung waren hell erleuchtet und weithin sichtbar. Als das Luftschiff über den östlichen Stadt- t.eil flog, wurde der Lichtschein merklich schwächer, um dann wieder hell aufzuleuchten. Obwohl sich das Luftschiff in beträchtlicher Höhe befand, waren seine Umrisse doch deutlich zu erkennen. Das Luftschiff flog von hier über Salzböden hin mit nordwestlichem Kurs weiter.
Daten für Dienstag, 15. Oktober.
1804: der Maler Wilhelm von Kaulbach in Arolsen geboren (gestorben 1874): — 1844: der Philosoph Friedrich Nietzsche in Röcken bei Lützen geboren (gestorben 1900); — 1924: das Luftschiff L. Z. 126 landet unter Eckeners Führung nach TO^ftünbiger Fahrt in Lakehurst (U. 6. 21.).
Bornotizen.
— Tageskalender für Montag: Stadt- mission: Evangelisationsvortrag „Ein enttäuschter Jesuverehrer", 20.15 Uhr, Löberstraße 14. — Kath. Deutscher Frauenbund, Abt. Gießen: Ausstellung „Die Frau vor 50 Jahren", Katholisches Vereinshaus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Held aller Mädchenträume" und „Bräutigam auf Kredit". — Astoria-Lichtspiele: „Der Teufel von Texas" und „Jagd auf Phantome".
— Aus dem S t a d 11 h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Diese Woche bringt die erste Uraufführung dieser Spielzeit, Gg. Kaisers „Hellseherei , Gesellschaftsspiel in drei Akten. Es ist der Intendanz nach langen Mühen gelungen, das Recht der Uraufführung zu erwerben. Damit steht das Stadttheater Gießen mit an erster Stelle (gemeinsame Uraufführung Düsseldorf, Essen, Stuttgart). — Am Dienstag, 15. Oktober, findet die erste Wiederholung des erfolgreichen Lustspiels „Die Frau, die jeder sucht" von Georg Hirschfeld statt. — Am Mittwoch, 16. Oktober, „Grand Hotel" von Paul Frank. — Die Uraufführung von Georg Kaisers „Hellseherei" wird am Samstag, 19. Oktober (im Freitag-Abonnement) gegeben werden.
— Eine öffentliche Beamtenoer- f a m m l u n g findet auf Einladung des Ortskartells Gießen des Deutschen Beamtenbundes am kommenden Donnerstagabend im Cafs Leib statt. Redner ist Dr. Elaß aus Darmstadt. Näheres in der Anzeige vom Samstag.
Grünberger Listen.
4- Grünberg, 13. Ott. Aachdem vor einigen Tagen die hiesige Ortsgruppe des Bauernbundes eine Liste für die GerneinderatsWahl ausgestellt hat, ist dies am Samstagabend auch seitens der Mittelstandsvereinigung in einer gut besuchten Mitgliederversammlung (69 Mitglieder waren anwesend) geschehen. Da sich diese hauptsächlich aus Gewerbetreibenden und Beamten zusammenseht, ist bei der Listenauf- ftellung darauf Rücksicht genommen worden. 3m jetzigen Gemeinderat hat die Vereinigung 6 Sitze inne, daher hat man in der Annahme, daß die gleiche Zahl wieder erreicht wird, 3 Gewerbetreibende, die an 1., 3. und 4. Stelle stehen, und 3 Beamte, einen Akademiker an 2., einen mittleren Beamten an 5. und einen unteren Beamten an 6. Stelle gesetzt. Die Liste der Mittelstandsvereinigung umfaßt folgende Rainen: 1. Heinrich Schmidt II., Schlossermeister, 2. August Seyb 0 ld, Studienrat, 3. Julius V 0 n - Eiff, Spenglermeister und Installateur, 4. Ludwig Zinßer, Wagnermeister, 5. Karl Wenzel, Lehrer, 6. Otto Heubinger, Forst- amts-Assistent, 7. Karl Hermann Pfeffe r, Uhrmacher, 8. Heinz König, Justizobersekretär, 9. Ludwig Frank, Schmiedemeister. Don diesen gehören Schmidt, Von-Eiff und Zinßer dem jetzigen Gemeinderat an. Es ist beabsichtigt, mit der Liste des Bauernbundes Listenverbindung einzugehen. Die Kandidaten des Dauern bun- des, der im jetzigen Gemeinderat drei Sitze inne hat, sind: 1. Karl Böß, Metzger, Gastwirt und Landwirt, 2. Christi cm Bück, Landwirt, 3. Leonhard Großbau s, Landwirt und Kaufmann, 4. Karl Werner, Landwirt, 5. Ludwig Bausch, Landwirt und Metzger. Von diesen gehören Böß und Großhaus dem jetzigen Gemeinderat an. Von der Volksliste (Sozialdemokraten), die im jetzigen Gemeinderat über 3 Sitze verfügen, verlautet bis jetzt noch nichts Bestimmtes.
— Die Gesellschaft für Erd- und L ö l- kerkunde veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil ihr Vortragsprogramm für den Winter 1929.30. Am 11. November findet ein Sondervortrag des Privat dozenten Dr. Sei 1 k 0 pf, Hamburg, über seine Eindrücke und meteorologischen Erfahrungen auf der Weltfahrt des „Graf Zeppelin" statt. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen.
** Vorboten des nahenden Winters. Am Samstagnachmittag gegen 5.45 Uhr zog eine Schar Wildgänse in großer Höhe über unsere Stadt. Die Tiere kamen von Norden und flogen in Einer- Reihe hintereinander, ohne den sonst charakteristischen Haken, in der Richtung nach Süden. Erst nachdem die Wildgänse die Stadt Gießen überflogen hatten, löste sich die fast schnurgerade Linie auf, und es erfolgte eine Umbildung der Reihenfolge, diesmal den Flug in Form einer „1" fortsetzend. Ein zweiter Zug Wildgänse, in der gleichen Richtung fliegend, wurde am Sonntagmorgen gegen 8.45 Uhr über unserer Stadt gesichtet. Infolge der großen Entfernung ließ sich die Zahl jedoch nicht feststellen.
** (Sin Dreiundachtzigjähriger. Herr Konrad Heppner, Marburger Straße 9 wohnhaft, begeht heute in vollster geistiger Frische und Rüstigkeit seinen 83. Geburtstag. Am 1. April 1867 bei dew 1. Reiter-Regiment eingetreten, hat er den Feldzug 1870 71 rnitgemacht und an verschiedenen Schlachten und Gefechten, wie Mars La Tour, Gra- vclotte usw. teilgenommen. Rach Beendigung des Feldzuges war er bei der Gendarmerie und später, über 25 Jahre, in Diensten der Darmstädter und Nationalbank in Gießen. Herr Heppnerist Ehrenmitglied des Vereins ehern. Hess. Leid-Dragoner des Kreises Gießen und erfreut sich allgemein großer Wertschätzung.
** Straßensperrung. Der Durchgangsver kehr von Wetzlar nach Gießen und Rodheim über \ 9t au n beim ist wegen Wasserleitungsarbeiten in | Naunheim von heute ab bis auf weiteres gesperrt. 1 Umleitung: Wetzlar—Garbendeim—Dorlar. Vom 14 1 bis 21. d. M. kann der Verkehr von Wetzlar noch bis | zur Schule in Naunheim durchgeführt werden.
' Das Kursverzeichnis "ocr Volkshochschule ist erschienen. Für das bevorstehende Winterhalbjahr, so schreibt man uns. ist eine besonders große Zahl von Kursen aus allen Lebensgebieten vorgesehen. Für die Gestaltung des Lehrplans der Volkshochschule w.rd mehr und mehr eine bestimmte Dildungsabsicht maßgebend. Die Vol ' chschule wN' Menschen aller Dolkskreise behch..ch sein, die iijre Berufsarbeit nicht nur als Erwervstätigkeit und Pflichterfüllung und ihre Freizeit nicht nur als Möglichkeit zur Unterhaltung und zum Genuß auf- fassen, sondern die über diese Selbstverständlich feiten hinaus von ihrem Verantwortungsgefühl getrieben werden, an irgendeinem Punkt ihr eigenes und das Gemeinschaftsleben zu gestalten (Siehe Anzeige in un erer Samstag-Ausgabe.)
** Gymnastikkurse in der Volkshochschule. Die Volkshochschule kündigt für das bevorstehende Winterhalbjahr vier Gymnastikkurse an. Der Kurs „Rhythmische Körperschulung" (Hans Steinbach) wird weiteraeführt. Reu hinzu kommen folgende Kurse: Bode-Gymnastik (Diplom-Gymnastiklehrerin Frau Elsbeth Brau n), Laban-Kurs (Gymnastik, Bewegungschor) für Erwachsene (Gym- nastiklehrerin Ilse Qraef), Loheland-Gymnastik (Diplom-Gymnastiklehrerin Dora Schulze). Näheres siehe heutige Anzeige.
*' Zusammenstoß zweier Motorrad- l e r. Gestern nachmittag gegen 2 Ähr ereignete sich an der Straßenkreuzung Kaiserallee-Licher Straße-Moltkestrahe ein Zusammenstoß zweier Motorradler. Der eine Kraftfahrer kam von der Moltkestraße her und wollte in die Kaiserallee einbiegen, während der andere die Licher Straße herunterkam. Bei dem Zusammenprall blieb der Fahrer aus der Licher Straße zum Glück unverletzt, ebenso kam der aus der Moltke- strahe passierende Fahrer ohne Verletzungen davon, während dessen Begleiter vom Soziussitz heruntergcschleudert wurde und dabei eine Gehirnerschütterung erlitt. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz verbrachte den Bedauernswerten nach der Chirurgischen Klinik.
** Ei nbruchsdieb stähle inA 1 sfe 1 d. Von der Staatsanwaltschaft Gießen wird uns mitgeteilt: Ende August 1929 find in Alsfeld nachverzeichnete Gegenstände durch Einbruch gestohlen worden: sechs silberne Mokkalöffel, zwölf Messer, zwölf Gabeln, zwölf Löffel, zwölf Kaffeelöffel mit Monogramm LB, drei Porleggabeln, vier Dessertgabeln, eine Gebäck
zange, ein silberne* Besteck, bestehend aus Messer, Gabel, Löffel unb Dessertlöffel, ein auf bulgarische Art gesticktes hellblaues Seidenkissen mit aufge- sticktem goldenen Adler, vier Meter hellgrüner Sei- denkrepp, 28 Reichsmark In bar, ein kleiner Laut- sprecher, 50 Stück Schrotpatronen (Kaliber 16, Schrot Rr. 3) und 25 Stück Schrotpatronen (Kaliber 16, Schrot Rr. 7), vier Kugelpatronen (Kaliber 9,3 X 82, 11/12 Teilmantelgeschoß) mit Messinghülse, ein brauner Lederkoffer (Spezial-Geburtshilfekoffcr, 80—30—15 an) und weitere 75 Reichsmark in bar (hierbei ein Zehnmarkstück und ein Funfrubelstück in Gold) ufro.
** „Die Hausfrau vor 50 Jahren und die Hausfrau heut e." Unter diesem Leitmotiv veranstaltete die Hausfrauenabteilung des Kath. deutschen Frauenbundes Gießen mit Unterstützung der Gießener Jnstallationssiynen und einer Anzahl anderer Geschäftsleute am gestrigen Sonntag und heute Montag, im Saale des Kath. Dereinshaufes eine Ausstellung haus- wirtschaftlicher Gegenstände usw. Gestern vormittag fand die Eröffnung der Ausstellung statt. Rach einer kurzen Begrüßung der Erschienenen durch Frau Dr. Mues gab diese einen üeber- blick über die Ausstellung, dabei besonders auf die Umstellung des Haushaltes durch die Einführung der Elektrizität und entsprechende Raumausnutzung hinweisend. Frau Landtagsabgeordnete Hattemer (Zentr.) sprach sich in ähnlichem Sinne aus und regte eine Auskunsts- und Beratungsstelle für Frauen auf der Grundlage einer Arbeitsgemeinschaft der in Gießen vorhandenen Frauenvereine an. Als Vertreter der Stadt sprach Beigeordneter Dr. Ham m. Er äußerte sich über die Beschaffung billiger Wohnungen durch die Stadt und über die Maßnahmen der Stadt zur Bekämpfung der Wohnungsnot und des Wohnungselends. Anschließend fand ein Rundgang durch die Ausstellung statt. Die Raumeinteilung ist praktisch und übersichtlich. Vor der Bühne haben die Gießener Elektro- Jnstallationsfirmen elektrische Protos-Apparate und Geräte ausgestellt. Die vom städtischen Volkskindergarten ausgestellten, von den Zöglingen gefertigten Spielsachen usw. zeugen von vorzüglicher pädagogischer Auffassung der Leiterin. Hieran reiht sich eine kleine Ausstellung von Arbeiten des Bildhauers Adam Winter (Gernsheim). Die Firma Mettenheimer zeigt eine Auslese ihrer Branche. Reichhaltig ist die Ausstellung von Frau Elisabeth Heft mit ihren Dios- handarbeiten usw. Die Firma Singer zeigt meist elektrisch betriebene Rähmaschineir. In einem weiteren Ausstellungsstand ze gt die Firma Bette Bekleidungsstücke für die Hausfrau usw. Die Möbelhandlung Ernst Rau ist mit Küchenschränken, Spültischen usw. vertreten, während die Firma Albert Knorr (Alb. Stoll Rachf.) bie hierzu gehörigen Geräte zeigt. Das Reformhaus Scholz bringt neben neuzeitlichen Präparaten der naturgemäßen Lebensweise und Literatur aus diesem Gebiet Kostproben der Rohkostküch«. Am Sonntagabend wurden die Besucher der Ausstellung durch die wohl gelungene Aufführung eines Kaffeekränzchens aus der Zeit vor 50 Jahren erfreut. Außerdem fand ein Vortrag „Einführung in das Zeitalter der Elektrizität" unter Vorführung von elektrischen Apparaten und Geräten statt. Der Besuch der Ausstellung war gestern sehr gut. Heute, Montag, abend werden das Spiel »Die Hausfrau vor 50 Jahren" und der Vortrag noch einmal wiederholt.
Oie Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Das Hochdruckgebiet im Südwesten, dessen Kern sich gestern schon über Südwestdeutschland erstreckte, hot sich weiter ausgedehnt und gekräftigt und ist mehr ostwärts nach Zentraleuropa gewandert. Infolgedessen gewann die neue atlantische Störung, die eine abermalige Wetterverschlechterung in Aussicht stellte, keinen Einfluß aut unsere Wet-drlage, zumal sie in höheren Breiten vorüberzog und mit ihrem Kern scyon über Skandinavien lagert. Bei uns macht sich zunächst der Einfluß hohen Druckes gellend, so daß ruhiges, trockenes Wetter herrscht und mehr Aufheiterung einsetzt. Wenn auch während der vielfach klaren Nacht infolge Ausstrahlung die Temperaturen zurückgehen, so herrscht doch tagsüber, begünstigt durch Einstrahlung und Südwestluftzufuhr, mildes Herbstwetter.
Wettervoraussage für Dienstag: Stellenweise Frühnebel, tagsüber leicht wolkig mit Aufheiterung, trocken, nachts etwas mehr Temperaturrückgang, tagsüber Anstieg und milde.
Wettervoraussage für Mittwoch: Im allgemeinen noch wenig Äcnderung der Wetterlage


