Ausgabe 
14.10.1929
 
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Allerdings hat sie die N alS 32 Millionen Mionen kostet die reine Start die beiden Rampen t wurden ausgegebcn, um ickenrcmM in den Delitz und um 315 Wohnungen n 75 Häusern zu schassen, ten niedergerissen werden, der Drücke nach Mcheun i dieser Ausgaben scheint die Äotvendigke't c'neJ kssus;

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Oer Aufmarsch zur Wahl.

ben der mittleren Oeffnung von 315 Meter sind auf beiden Seiten Rebenöffnungen mit je 91 Meter, so daß die Drücke eine Gescmrtstüh- weite von' 697,06 Meter hat. Die Drücke hängt in einem aus 37 Adern gebildeten Kabel, das auf zwei Pylonen (Kabeltürmen) ruht. Die Höh« Vieser Pylone beträgt rund 52 Meter. Die Stütz­punkte für diese Türme wurden im Fluhgrund durch sogenannte Senkkästen hergestellt, auf die dann riesige Eisenbetonklötze gesetzt wurden. Auf dieser Unterlage ruht die ganze Brücke auf einer Auflagefläche, die erstaunlich klein ist, und die seichte Form der Drücke im äußeren Eindruck bedingt. Das Gesamtgewicht der Stahlkonstruktion für die Lieberbauten beträgt rund 14 800 Tonnen.

Aus aller Welt.

Reichsbundestagung

der Kommunalbeamten und -angestellten.

Bei der in Mannheim stattfindenden Bundes­tagung deS.Reichsbundes der Kommunalbeamten und an gestellten sprach Geschäftsführer Meurer (Berlin) über die Entwicklung der deutschen und auherdeutschen Beamtenbewegung in den letzten zehn Jahren. Die Derwaltungsreform und in ihrem Rahmen die Befürwortung einer R e ichsstädteordnung müsse ausgehen vom Gedanken der Vereinheitlichung auch im Personalkörper. Die deutschen Kommunal­beamten und -angestellten verlangen reichsein­heitliche Regelung aller wesentlichen Grundlagen des Beamtenrechtes, insbesondere auch gesetz­liche Sicherung der Llnkündbarkei t und angemessene Besoldung. Danach betonte Dundesdirektor Schubert (Dresden), wenn das Reich dieLlebernahmederReal- steuerverwaltung durch die Reichssteuer­verwaltung für notwendig halte, so müsse sie auch das bisherige Personal mit allen seinen Rechten übernehmen. Direktor Schubert billigte den vom Deutschen Beamtenbund dem Reichstage eingereichten Gesetzentwurf und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die zum Schutze oer Deamtenrechte geschaffenen Verfassungsbestim­mungen stavk genug seien gegenüber den Be­strebungen bei diesem Gesetzentwurf, die Be­amtenschaft der Länder und Gemeinden rechtlich zu degradieren.

Die Mordaffäre Rosen.

In der Breslauer Mordaffäre Rosen ist durch die Aufklärungsarbeit zweier Berliner Kommissare be- kanntlich die ehemalige Wirtschafterin des Professors Rosen, Frau Neumann, so schwer belastet worden, daß sie erneut verhaf. t e t wurde. Die Beamten hatten an die Oefsentlich- fcit um Unterstützung appelliert und u. a. besonderes Gewicht auf Ermittelungen bezüglich eines Diet­richs gelegt, der nach dem Mordtaae an der Keller­tür der Villa des Professors Rosen aufgesunden wurde, und zwar zerbrochen. Anscheinend sollte durch diesen Dietrich der Versuch eines Ein­bruches vorgetäuscht werden. Daraufhin hat sich ein Waffenhandler gemeldet und angegeben, daß vor einigen Jahren eine ältere Frau in seiner Werkstatt erschienen sei und sich d i e i) a n d- habungeinerPistolebabeerklärenlas. s e n. Sie hat bei diesem Besuch außerdem, wie die Brest. Reuest. Nachr." melden, einen Dietrich abbrechen lassen, was natürlich ausge­fallen sei. Da von dem Werkstätteninhaber angenom­men wurde, daß später einmal dieser Dietrich eine besondere Rolle spielen könnte, so wurde an dem Bruchstück e t n kleinesZeichenmit einer Feile angebracht. Dieses Zeichen ist tatsächlich an dem Dietrich, der in der Villa des Professors Rosen ge. fanden wurde, fe ft ge {teilt worden. Bei einer Gegenüberstellung Frau Reumanns mit dem Büch­senmeister und dessen Sozius, der damals auch zu­gegen war, erklärten diese, daß sie zwar angesichts des vierjährigen Zeitraums nicht beschwören könn- ten, daß die damalige Kundin und Frau Reumann ein und dieselbe Person seien, aber nach ihrer Er- innerung liege bestimmt eine Personengleichheit vor. Frau Reumann bestreitet, in dem Ge­schäft der genannten Zeugen gewesen zu sein.

Der Iuwelendiebstahl in bet französischen Botschaft.

Aach der Aufklärung des Juwelendiebstahls in der französischen Botschaft war der Pförtner Michailoff, der als Täter in Frage kam, aus dem Dienst der französischen Botschaft ent­lassen worden. Aach der Lösung des Arbeits­verhältnisses wurde Michailoff, da er nun nicht mehr exterritorial war, erneut fest- genommen und nach feiner Vernehmung in Haft behalten. Der Diebstahl ist nicht nur ein Racheakt gegen den Botschaftschauffeur gewesen, sondern Michailoff hatte entgegen seiner frühe­ren Behauptung die Absicht, mit den Juwe­len über die Grenze zu verschwinden. Da durch die vorzeitige Rückkehr des Botschaf­ters der Diebstahl schneller ans Licht kam, als Michailoff berechnet hatte, wurden seine Pläne vereitelt, und er suchte sich dadurch aus der Schlinge zu ziehen, daß er, wie gemeldet, alle« auf die Treppe legte. Daraufhin wurde de» Haftbefehl gegen ihn erlassen.

Lin zwölfjähriger Löwenjäger.

Ein zwölfjähriger Knabe, der in der Aähe von Lorenzo Marques (Port.-Ostafrika) Vieh hütete, mit mit Bogen und Pfeil eine Löwin erlegt. Das Tier war plötzlich aus einem Dusch herausgesprungen und hatte sich auf einen Ochsen gestürzt. Der Knabe schoß auf die Löwin einen Pfeil ab, der ihr in den Bauch drang. Durch die Bewegungen des gereizten Tieres wurde der Pfeil nur noch tiefer in die Wunde hineingedrückt. Der Knabe näherte sich unerschrocken der Bestie und schoß ihr einen zweiten Pfeil ins Auge, der sie tötete.

3n den Flammen umgekommen.

In dem der mecklenburgischen Stadt Bützow benachbarten Dorf Zepelin wurde eine um­fangreiche Stallung des Hofbesitzers Harder e i n- geäschert. Da der Brand sich mit großer Schnelligkeit ausbreitete, formte ein Knecht, der in dem Stall wohnte, nicht mehr ge- r e t t e t werden. Er fand den Tod in den Flam­men. Außerdem find acht Pferde, 27 Kühe und viele Schweine verbrannt.

Zuchthaus für Post- und Kirchenräuber.

In dem Prozeß gegen die Post- und Kirchen­räuber, die u. a. in Kattern bei Breslau und in Bottrop in Westfalen die Postkasten um erhebliche Beträge geschädigt halten, verurteilte das Breslauer Schwurgericht den Arbeiter Här­tel zu 15 Jahren Zuchthaus und Po­lizeiaufsicht, den Grubenarbeiter Soika zu zwölf Jahren Zuchthaus und Polizeiaufsicht, den Arbeiter Gielach zu sechs Jahren Zuchthaus. Alle drei wurden außerdem zu zehn Jahren Ehrverlust verurteilt.

Die demokratische Liste in Gießen.

Die Ortsgruppe Gießen derDeutschenDe- m ok r a ti s ch en Partei hat, wie uns be­richtet wird, in ihrer letzten Mitglied«rversamm- tung die Aufstellung des Wahlvorschlags zur Stadtratswahl vorgenommen. Von den seitherigen Mitgliedern der Stadtratsfrak­tion lehnte Sch re inerm elfter Haubach die ihm einstimmig angebotene Wiederaufstellung an siche­rer Stelle ab, da ihm die umfangreiche Arbeit, die ihm aus der älebernahme des Vorsitzes des Ortsgewerbevereins erwachsen ist, eine er­folgreiche Wahrnehmung der Aufgaben eines Stadtratsmitglieds neben seinen beruflichen Pflich­ten nicht mehr erlaube. Herr Haubach erklärte sich aber gern bereit, an einer weniger gün­stigen Stelle des Wahlvorschlags zu kandidieren. Als Vertreter des gewerblichen Mittelstands wurde Sattlernreister Christian Spies in den Wahlvorschlag aufgenommen.

Ein Antrag der Volksrechtspartei auf Aufstellung eines gemeinsamen W a h l - Vorschlags fand Annahme. Als Kandidaten werden von der Volksrechtspartei genannt: Renter Reiber und Studienrat Dr. Heus- sel , sowie Fräulein Berta F i x.

Der vollständige Wahlvorschlag Deutsche Demokratische Partei und Volksrechtspartei" lautet: 1. Stadtschul­rat Fischer, 2. Rentner Reiber, 3. Frau Dr. med. Marx, geb. Plank, 4. Kaufmann Leopold Mayer, 5. Sattlermeister Spies, 6. Reallehrer Hebermehl. 7. Studienrat Dr. Heussel, 8. Stadtoberbauinspektor Höhn, 9. Fräulein Berta Fix, 10. älniversitätspryfessor Dr. Mittermeier, 11. Rentner ©lieber, 12. Schreinermeister H a u b a ch.

In einer der Aufstellung des Wahlvor'chlags vorausgehenden Wahl wurde für den nach Groß- Gerau verzogenen seitherigen 1. Vorsitzen­den der Ortsgruppe, Kreisschulrat Loos, Stadtschulrat Fischer gewählt.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 14. Oktober 1929.

Steuererleichterungen bet Meliorationen und Feldbereinigungen.

WHP. Aach einer Verfügung des Hess. Finanz­ministers können Beiträge zu B 0 denver - besserungsgenossenschaften vom Ein­kommen bei der Berechnung der Steuer abgehetzt werden. Auch können Kosten der Feldberei­nigung abgewogen werden. Bei sonstigen Boden- vevoesserungen können ebenfalls bestimmte Ab­schreibungen gemacht und die laufenden Auf­wendungen atd Werbungskosten abgezogen wer­den. Soweit die Kosten für die angeführten Verbesserungsanlagen von den beteiligten Grund­eigentümern im Ilmlageverfahren aufgebracht werden, sind die Aufwendungen leicht fest zu - stellen und nachzuweisen. Anders liegen die Ver­hältnisse in all den Fällen, in denen die Kosten des Verfahrens durch Abzug an der beteiligten Fläche und Bildung von Massestücken aufgebracht werden, wie dies in Hessen fast überall der Fall ijt Da hier den einzelnen Beteiligten es fast unmöglich ist, einen ziffernmäßigen Aachweis über die Aufwendungen für die Bodenvevbe serungen, die häufig sehr hoch sind, zu erbringen, beantragt die Zentrumspartei: Die Regierung möge bei dem Reichsfinanzminister dahin wirken, daß die Be­stimmungen über Einkommensteuererleichterungen fo erweitert werden, daß sie allen an Boden- vevbSsserungen Beteiligten zugute kommen.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" über Gießen.

In der Nacht auf Sonntag gegen 3.10 Uhr wurde ein großer Teil der Bevölkerung unserer Stadt durch starkes Motorengeräusch aus dem Schlafe geweckt. GrafZeppelin" kommt! Dieser Ruf alarmierte die Familien, und alles stürzte an die schnell ge­öffneten Fenster, auf Balkone usw. Unerwartet er­schien das Luftschiff am Horizont, in schneller Fahrt von Süden nach Norden begriffen. Die Passagier­kabinen am Vorderteil des Luftschiffes und die Gon­deln der Besatzung waren hell erleuchtet und weithin sichtbar. Als das Luftschiff über den östlichen Stadt- t.eil flog, wurde der Lichtschein merklich schwächer, um dann wieder hell aufzuleuchten. Obwohl sich das Luftschiff in beträchtlicher Höhe befand, waren seine Umrisse doch deutlich zu erkennen. Das Luftschiff flog von hier über Salzböden hin mit nordwestlichem Kurs weiter.

Daten für Dienstag, 15. Oktober.

1804: der Maler Wilhelm von Kaulbach in Arolsen geboren (gestorben 1874): 1844: der Philosoph Friedrich Nietzsche in Röcken bei Lützen geboren (gestorben 1900); 1924: das Luftschiff L. Z. 126 landet unter Eckeners Führung nach TO^ftünbiger Fahrt in Lakehurst (U. 6. 21.).

Bornotizen.

Tageskalender für Montag: Stadt- mission: EvangelisationsvortragEin enttäuschter Jesuverehrer", 20.15 Uhr, Löberstraße 14. Kath. Deutscher Frauenbund, Abt. Gießen: Ausstellung Die Frau vor 50 Jahren", Katholisches Vereins­haus. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der Held aller Mädchenträume" undBräutigam auf Kredit". Astoria-Lichtspiele:Der Teufel von Texas" und Jagd auf Phantome".

Aus dem S t a d 11 h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Diese Woche bringt die erste Urauf­führung dieser Spielzeit, Gg. KaisersHellseherei , Gesellschaftsspiel in drei Akten. Es ist der Intendanz nach langen Mühen gelungen, das Recht der Ur­aufführung zu erwerben. Damit steht das Stadt­theater Gießen mit an erster Stelle (gemeinsame Uraufführung Düsseldorf, Essen, Stuttgart). Am Dienstag, 15. Oktober, findet die erste Wiederholung des erfolgreichen LustspielsDie Frau, die jeder sucht" von Georg Hirschfeld statt. Am Mittwoch, 16. Oktober,Grand Hotel" von Paul Frank. Die Uraufführung von Georg KaisersHellseherei" wird am Samstag, 19. Oktober (im Freitag-Abonnement) gegeben werden.

Eine öffentliche Beamtenoer- f a m m l u n g findet auf Einladung des Ortskartells Gießen des Deutschen Beamtenbundes am kommen­den Donnerstagabend im Cafs Leib statt. Redner ist Dr. Elaß aus Darmstadt. Näheres in der An­zeige vom Samstag.

Grünberger Listen.

4- Grünberg, 13. Ott. Aachdem vor einigen Tagen die hiesige Ortsgruppe des Bauern­bundes eine Liste für die GerneinderatsWahl ausgestellt hat, ist dies am Samstagabend auch seitens der Mittelstandsvereinigung in einer gut besuchten Mitgliederversammlung (69 Mitglieder waren anwesend) geschehen. Da sich diese hauptsächlich aus Gewerbetreibenden und Beamten zusammenseht, ist bei der Listenauf- ftellung darauf Rücksicht genommen worden. 3m jetzigen Gemeinderat hat die Vereinigung 6 Sitze inne, daher hat man in der Annahme, daß die gleiche Zahl wieder erreicht wird, 3 Gewerbe­treibende, die an 1., 3. und 4. Stelle stehen, und 3 Beamte, einen Akademiker an 2., einen mittleren Beamten an 5. und einen unteren Be­amten an 6. Stelle gesetzt. Die Liste der Mittel­standsvereinigung umfaßt folgende Ra­inen: 1. Heinrich Schmidt II., Schlossermeister, 2. August Seyb 0 ld, Studienrat, 3. Julius V 0 n - Eiff, Spenglermeister und Installateur, 4. Ludwig Zinßer, Wagnermeister, 5. Karl Wenzel, Lehrer, 6. Otto Heubinger, Forst- amts-Assistent, 7. Karl Hermann Pfeffe r, Uhr­macher, 8. Heinz König, Justizobersekretär, 9. Ludwig Frank, Schmiedemeister. Don diesen gehören Schmidt, Von-Eiff und Zinßer dem jetzi­gen Gemeinderat an. Es ist beabsichtigt, mit der Liste des Bauernbundes Listenverbindung ein­zugehen. Die Kandidaten des Dauern bun- des, der im jetzigen Gemeinderat drei Sitze inne hat, sind: 1. Karl Böß, Metzger, Gastwirt und Landwirt, 2. Christi cm Bück, Landwirt, 3. Leonhard Großbau s, Landwirt und Kauf­mann, 4. Karl Werner, Landwirt, 5. Ludwig Bausch, Landwirt und Metzger. Von diesen gehören Böß und Großhaus dem jetzigen Ge­meinderat an. Von der Volksliste (Sozialdemo­kraten), die im jetzigen Gemeinderat über 3 Sitze verfügen, verlautet bis jetzt noch nichts Be­stimmtes.

Die Gesellschaft für Erd- und L ö l- kerkunde veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil ihr Vortragsprogramm für den Winter 1929.30. Am 11. November findet ein Sondervortrag des Privat dozenten Dr. Sei 1 k 0 pf, Hamburg, über seine Eindrücke und meteorologischen Erfahrungen auf der Weltfahrt desGraf Zeppelin" statt. Inter­essenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen.

** Vorboten des nahenden Winters. Am Samstagnachmittag gegen 5.45 Uhr zog eine Schar Wildgänse in großer Höhe über unsere Stadt. Die Tiere kamen von Norden und flogen in Einer- Reihe hintereinander, ohne den sonst charakteristischen Haken, in der Richtung nach Süden. Erst nachdem die Wildgänse die Stadt Gießen überflogen hatten, löste sich die fast schnurgerade Linie auf, und es erfolgte eine Umbildung der Reihenfolge, diesmal den Flug in Form einer1" fortsetzend. Ein zweiter Zug Wildgänse, in der gleichen Richtung fliegend, wurde am Sonntagmorgen gegen 8.45 Uhr über unserer Stadt gesichtet. Infolge der großen Ent­fernung ließ sich die Zahl jedoch nicht feststellen.

** (Sin Dreiundachtzigjähriger. Herr Konrad Heppner, Marburger Straße 9 wohn­haft, begeht heute in vollster geistiger Frische und Rüstigkeit seinen 83. Geburtstag. Am 1. April 1867 bei dew 1. Reiter-Regiment eingetreten, hat er den Feldzug 1870 71 rnitgemacht und an verschiedenen Schlachten und Gefechten, wie Mars La Tour, Gra- vclotte usw. teilgenommen. Rach Beendigung des Feldzuges war er bei der Gendarmerie und später, über 25 Jahre, in Diensten der Darmstädter und Nationalbank in Gießen. Herr Heppnerist Ehren­mitglied des Vereins ehern. Hess. Leid-Dragoner des Kreises Gießen und erfreut sich allgemein großer Wertschätzung.

** Straßensperrung. Der Durchgangsver kehr von Wetzlar nach Gießen und Rodheim über \ 9t au n beim ist wegen Wasserleitungsarbeiten in | Naunheim von heute ab bis auf weiteres gesperrt. 1 Umleitung: WetzlarGarbendeimDorlar. Vom 14 1 bis 21. d. M. kann der Verkehr von Wetzlar noch bis | zur Schule in Naunheim durchgeführt werden.

' Das Kursverzeichnis "ocr Volks­hochschule ist erschienen. Für das bevor­stehende Winterhalbjahr, so schreibt man uns. ist eine besonders große Zahl von Kursen aus allen Lebensgebieten vorgesehen. Für die Ge­staltung des Lehrplans der Volkshochschule w.rd mehr und mehr eine bestimmte Dildungsabsicht maßgebend. Die Vol ' chschule wN' Menschen aller Dolkskreise behch..ch sein, die iijre Berufs­arbeit nicht nur als Erwervstätigkeit und Pflicht­erfüllung und ihre Freizeit nicht nur als Mög­lichkeit zur Unterhaltung und zum Genuß auf- fassen, sondern die über diese Selbstverständlich feiten hinaus von ihrem Verantwortungsgefühl getrieben werden, an irgendeinem Punkt ihr eigenes und das Gemeinschaftsleben zu gestalten (Siehe Anzeige in un erer Samstag-Ausgabe.)

** Gymnastikkurse in der Volkshoch­schule. Die Volkshochschule kündigt für das bevor­stehende Winterhalbjahr vier Gymnastikkurse an. Der KursRhythmische Körperschulung" (Hans Steinbach) wird weiteraeführt. Reu hinzu kom­men folgende Kurse: Bode-Gymnastik (Diplom-Gym­nastiklehrerin Frau Elsbeth Brau n), Laban-Kurs (Gymnastik, Bewegungschor) für Erwachsene (Gym- nastiklehrerin Ilse Qraef), Loheland-Gymnastik (Diplom-Gymnastiklehrerin Dora Schulze). Nähe­res siehe heutige Anzeige.

*' Zusammenstoß zweier Motorrad- l e r. Gestern nachmittag gegen 2 Ähr ereignete sich an der Straßenkreuzung Kaiserallee-Licher Straße-Moltkestrahe ein Zusammenstoß zweier Motorradler. Der eine Kraftfahrer kam von der Moltkestraße her und wollte in die Kaiser­allee einbiegen, während der andere die Licher Straße herunterkam. Bei dem Zusammenprall blieb der Fahrer aus der Licher Straße zum Glück unverletzt, ebenso kam der aus der Moltke- strahe passierende Fahrer ohne Verletzungen davon, während dessen Begleiter vom Sozius­sitz heruntergcschleudert wurde und dabei eine Gehirnerschütterung erlitt. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz verbrachte den Bedauernswerten nach der Chirurgischen Klinik.

** Ei nbruchsdieb stähle inA 1 sfe 1 d. Von der Staatsanwaltschaft Gießen wird uns mitgeteilt: Ende August 1929 find in Alsfeld nachverzeichnete Gegenstände durch Einbruch gestohlen worden: sechs silberne Mokkalöffel, zwölf Messer, zwölf Gabeln, zwölf Löffel, zwölf Kaffeelöffel mit Monogramm LB, drei Porleggabeln, vier Dessertgabeln, eine Gebäck­

zange, ein silberne* Besteck, bestehend aus Messer, Gabel, Löffel unb Dessertlöffel, ein auf bulgarische Art gesticktes hellblaues Seidenkissen mit aufge- sticktem goldenen Adler, vier Meter hellgrüner Sei- denkrepp, 28 Reichsmark In bar, ein kleiner Laut- sprecher, 50 Stück Schrotpatronen (Kaliber 16, Schrot Rr. 3) und 25 Stück Schrotpatronen (Kaliber 16, Schrot Rr. 7), vier Kugelpatronen (Kaliber 9,3 X 82, 11/12 Teilmantelgeschoß) mit Messinghülse, ein brauner Lederkoffer (Spezial-Geburtshilfekoffcr, 803015 an) und weitere 75 Reichsmark in bar (hierbei ein Zehnmarkstück und ein Funfrubelstück in Gold) ufro.

**Die Hausfrau vor 50 Jahren und die Hausfrau heut e." Unter diesem Leitmotiv veranstaltete die Hausfrauenabteilung des Kath. deutschen Frauenbundes Gießen mit Unterstützung der Gießener Jnstallationssiynen und einer Anzahl anderer Geschäftsleute am gestrigen Sonntag und heute Montag, im Saale des Kath. Dereinshaufes eine Ausstellung haus- wirtschaftlicher Gegenstände usw. Gestern vor­mittag fand die Eröffnung der Ausstellung statt. Rach einer kurzen Begrüßung der Erschienenen durch Frau Dr. Mues gab diese einen üeber- blick über die Ausstellung, dabei besonders auf die Umstellung des Haushaltes durch die Ein­führung der Elektrizität und entsprechende Raum­ausnutzung hinweisend. Frau Landtagsabgeord­nete Hattemer (Zentr.) sprach sich in ähn­lichem Sinne aus und regte eine Auskunsts- und Beratungsstelle für Frauen auf der Grund­lage einer Arbeitsgemeinschaft der in Gießen vorhandenen Frauenvereine an. Als Vertreter der Stadt sprach Beigeordneter Dr. Ham m. Er äußerte sich über die Beschaffung billiger Woh­nungen durch die Stadt und über die Maßnah­men der Stadt zur Bekämpfung der Wohnungs­not und des Wohnungselends. Anschließend fand ein Rundgang durch die Ausstellung statt. Die Raumeinteilung ist praktisch und übersichtlich. Vor der Bühne haben die Gießener Elektro- Jnstallationsfirmen elektrische Protos-Apparate und Geräte ausgestellt. Die vom städtischen Volkskindergarten ausgestellten, von den Zög­lingen gefertigten Spielsachen usw. zeugen von vorzüglicher pädagogischer Auffassung der Lei­terin. Hieran reiht sich eine kleine Ausstellung von Arbeiten des Bildhauers Adam Winter (Gernsheim). Die Firma Mettenheimer zeigt eine Auslese ihrer Branche. Reichhaltig ist die Aus­stellung von Frau Elisabeth Heft mit ihren Dios- handarbeiten usw. Die Firma Singer zeigt meist elektrisch betriebene Rähmaschineir. In einem weiteren Ausstellungsstand ze gt die Firma Bette Bekleidungsstücke für die Hausfrau usw. Die Möbelhandlung Ernst Rau ist mit Küchenschrän­ken, Spültischen usw. vertreten, während die Firma Albert Knorr (Alb. Stoll Rachf.) bie hierzu gehörigen Geräte zeigt. Das Reformhaus Scholz bringt neben neuzeitlichen Präparaten der naturgemäßen Lebensweise und Literatur aus diesem Gebiet Kostproben der Rohkostküch«. Am Sonntagabend wurden die Besucher der Ausstellung durch die wohl gelungene Aufführung eines Kaffeekränzchens aus der Zeit vor 50 Jahren erfreut. Außerdem fand ein Vortrag Einführung in das Zeitalter der Elektrizität" unter Vorführung von elektrischen Apparaten und Geräten statt. Der Besuch der Ausstellung war gestern sehr gut. Heute, Montag, abend werden das Spiel »Die Hausfrau vor 50 Jah­ren" und der Vortrag noch einmal wiederholt.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Das Hochdruckgebiet im Südwesten, dessen Kern sich gestern schon über Südwestdeutschland erstreckte, hot sich weiter ausgedehnt und gekräftigt und ist mehr ostwärts nach Zentraleuropa gewandert. In­folgedessen gewann die neue atlantische Störung, die eine abermalige Wetterverschlechterung in Aussicht stellte, keinen Einfluß aut unsere Wet-drlage, zumal sie in höheren Breiten vorüberzog und mit ihrem Kern scyon über Skandinavien lagert. Bei uns macht sich zunächst der Einfluß hohen Druckes gellend, so daß ruhiges, trockenes Wetter herrscht und mehr Aufheiterung einsetzt. Wenn auch während der viel­fach klaren Nacht infolge Ausstrahlung die Tempe­raturen zurückgehen, so herrscht doch tagsüber, be­günstigt durch Einstrahlung und Südwestluftzufuhr, mildes Herbstwetter.

Wettervoraussage für Dienstag: Stellenweise Frühnebel, tagsüber leicht wolkig mit Aufheiterung, trocken, nachts etwas mehr Tempera­turrückgang, tagsüber Anstieg und milde.

Wettervoraussage für Mittwoch: Im allgemeinen noch wenig Äcnderung der Wetterlage