Ausgabe 
14.9.1929
 
Einzelbild herunterladen

Dollars auszuzahlen und sich auf den Rest von 250 000 Dollars verklagen zu lassen; denn dadurch ist der eifrige Senator Borah und schließlich der Präsident der Vereinigten Staaten selbst auf das Treiben der Kononenkönige aufmerksam geworden, die es sonst aus guten Gründen vorgezogen hätten, im Dunkeln zu bleiben.

Schon vor einem Jahrzehnt hat ein amerikani­scher Präsident die Moral der Rüstungsindustrie nicht sehr hoch eingeschätzt. Mitten im Krieg, im Juli 1918, beschloß der amerikanische Senat unter dem Einfluß Wilsons, im Entwurf eines zukünfti­gen Völkerbundstatutes das Verbot der ge­samten privaten Rüstungsindustrie vorzusehen. Im ersten offiziellen Vorschlag Wilsons Ende 1918 war diese Klausel noch zu finden. Dann wurde das Verbot gestrichen, und es blieben nur schwere Bedenken gegen die private Her­stellung von Munition oder Kriegsgerät" bestehen. Unter dem Vorwand, daß kleinere Mitglieder des Völkerbundes ohne eigene Rüstungsindustrie ihr Kriegsgerät von privaten ausländischen Firmen weiter einkaufen müssen, genehmigte man gmu all­gemein den Fortbestand der privaten Geschütz- und Munitionsfabriken. Im Juli 1921 fühlte sich eine Unterkommission des Völkerbundes immerhin genötigt, einige einschränkende Maßnah­men zu empfehlen. Danach sollten die privaten Munitionsfabriken zur regelmäßigen Veröffentli­chung genauer Abrechnungen über ihre Geschäfte verpflichtet sein; eine Klausel wollte die inter­nationale Verflechtung der privaten Rü­stungsindustrie verhindern, und schließlich sollten die Kononenkönige darauf verzichten, Zeitungen in ihren Besitz zu bringen, sie zu kontrollieren oder auf sie irgendwelchen Einfluß auszuüben. Die Er­fahrungen, die man überall mit der kriegsfreund­lichen Gesinnung der Kanonenkönige gemacht hatte, zwangen zu dieser mißtrauischen Stellungnahme. Die Verstaatlichung der privaten Rüstungsindustrie, die unmittelbar nach dem Krieg möglich war, ist heute kaum noch durchzuführen. Der Mißerfolg der Abrüstungsbestrebungen wird erschreckend deutlich, wenn man Wilsons Forderungen mit Hoovers Pro­test gegen die den Weltfrieden gefährdenden Ueber- grisfe der amerikanischen Kriegsschiffswerften ver­gleicht. Wie nachhaltig die Rüstungspropaganda in Amerika gewirkt hat, beweist übrigens soeben ein Aufsatz des berühmten amerikanischen Publizisten und Pazifisten Mencken, der nur noch ein ein­ziges Mittel zur dauernden Erhaltung des Welt­friedens sieht: eine so gewaltige Aufrüstung der Vereinigten Staaten und den Bau einer so über­mächtigen amerikanischen Kriegsflotte, daß kein Land der Erde mehr wagen kann, irgendwo einen Krieg zu entfesseln, da es sonst von den Ameri­kanern in kurzer Zeit zerschmettert werden würde. Das also ist das Ergebnis eines zehnjährigen Kamp­fes für Abrüstung!

Die fünf Seemächte England, Amerika, Japan, Frankreich und Italien besitzen zusammen zur Zeit 1270 kriegsbereite Linienschiffe, Schlachtkreuzer, Kreuzer, Zerstörer und Unterseeboote. Die große Zahl der Küstenverteidiger, Minenleger, Torpedo­boote, Kanonenboote, Minensuchboote und andere kleine Einheiten sind dabei nicht berücksichtigt. Ins­gesamt haben diese Kriegsschiffe eine Verdrängung von 4 Millionen Tonnen. Im Bau befinden sich 201 Schiffe mit 650 000 Inhalt. Es steht außer Frage, daß die Herstellung von Panzerplatten, Ge­schützen, Minen und anderem Kriegsmaterial für diese Fahrzeuge den Kanonenkönigen größte Ver- dienstmöglichkeiten bietet. Warum sollten diese Män­ner also nicht bereit sein, zur Sicherung ihres Ge­schäftes einigen Propagandisten große Provisionen zu zahlen? In Deutschland besteht diese Ge­fahr freilich nicht, da die Rüstungsbetriebe sich auf die Herstellung friedlichen Materials umstellen muß­ten. Krupp baut z. B. Landmaschinen, Lokomo­tiven, Lieferwagen, Bierfässer aus rostfreiem Stahl, Registrierkassen, also tausend Dinge, die für das friedliche Alltagsleben des Volkes notwendig sind. Während also die deutsche Rüstungsindustrie durch die Bestimmungen des Friedensvertraaes und durch die erzwungene deutsche Abrüstung schwer ge­schädigt worden ist, haben sich die französischen und englischen Kanonenkönige nicht zu beklagen. In England ist der führende Rüstungsindustrielle Sir Basil Zaharosf, gewöhnlichder Mann im Dunkeln" genannt. Von dieser Persönlichkeit wußte früher die Öffentlichkeit kaum den Namen; inzwi­schen ist über Sir Basil Zaharoff freilich mehr ge­schrieben worden, als ihm lieb ist. Ihm gehört der englische Rüstungskonzern Vickers, dem er im Dezember 1927 die Werke von Arm st rong an­gliederte. Die englische Admiralität halt für den ungefähr achtzigjährigen Mann, der ein ruheloses Wanderleben führt, ständig ein Kriegsschiff zur Verfügung. Es gelang Sir Basil Zarahoff, der zu den reichsten Männern der Welt gehört, auch Zei­tungen in seinen Besitz zu bringen; so gehörte ihm z. B. der PariserExeelsior". Es wird als sicher angenommen, daß er als Waffenlieferant den Aufstand der Drusen finanziert hat, bei der Erhe­bung von Ab del Krim beteiligt gewesen ist und auch sonst nicht zögerte, von Zeit zu Zeit zur Belebung des Geschäftes wenigstens ein paar Kolonialkriege zu inszenieren.

Ebensowenig wie Sir Basil Zaharosf hält die französische Dynastie Schneider von der Ab­rüstung. Von ihrer deutschen Abstammung hat sich diese Familie, die Frankreich seit mehr als hundert Jahren mit Waffen versorgt, kaum mehr als den Namen bewahrt. Die Schneiders sind mit der fran­zösischen Aristokratie versippt, und mit ihren in Creuzot hergestellten Geschützen wurde der Krieg gegen Deutschland geführt. Um die Jahrhundert­wende gliederte sich das Unternehmen unter dem jungen Eugen Schneider Stahlwerke in allen Tei­len Frankreichs an, und während des Krieges ver­zehnfachte es feinen Stahloerbrauch, der auf 300 000 Tonnen im Jahr stieg. Der Friedensschluß störte den Ausdehnungsdrang des französischen Kanonen­königs nicht. In Elfaß-Lothringen über­nahm er schwerindustrielle Unternehmen, die er zum Teil mit langfristigen und durch die französische Inflation auf ein Sechstel ihres Wertes verminder­ten Krediten bezahlte. Noch bevor die Friedens­verträge unterzeichnet waren, sicherte sich Schnei- der-Creuzot einen maßgebenden Einfluß auf die Skoda-Werke in Pilsen und kaufte überhaupt in den Nachfolgestaaten der österreichisch-ungarischen Monarchie alles auf, was nur entfernt mit der Rü­stungsindustrie etwas zu tun hatte. Nach der Be­endigung des Ruhrkampfes und mit der beginnen­den Befriedung Europas begann allerdings auch für den französischen Trust eine schwere Zeit. Döl- kerfrieden bringt nun einmal den Kanonenkönigen keinen Nutzen!

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen.

Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten.

Geschichten aus aller Welt.

Der Kuß im Unterhaus

(f) London.

Eine Interpellation, wie sie bisher nicht gerade landesüblich war, verursachte bem bedauernswür­digen Präsidenten des englischen Unterhauses kein geringes Kopfzerbrechen. Er sollte entscheiden, ob es statthaft sei, daß sich zwei Mitglieder des Par­laments öffentlich küssen! Der Kuß wohl der erste seit der Einführung des parlamentarischen Systems in Albion ist vorige Wochegefallen". Als Absender zeichnete der Abgeordnete Dolton. Als Empfänger, beziehungsweise Empfängerin wurde Frau Dolton ertappt Die rechtsmäßige Gat­tin des zärtlichen Volksvertreters. Ihres Zeichens ebenfalls Volksvertreterin. Dolton ließ es sich nicht nehmen, sich mit einer jovialen Umarmung und mit einem Kuß von seiner treuen Ehehälfte zu verabschieden. Daß dieintime" Szene von den übrigen Kollegen beobachtet wurde, kümmerte ihn ganz und gar nicht Aus dersittlichen Empörung" der Abgeordneten macht er sich auch nichts. Böse Zungen behaupten aber, die denkwürdige Inter­pellation sei nicht so sehr auf Empörung als viel­mehr auf Neid zurückzuführen: Frau Dolton ist nämlich eine verteufelt nette kleine Frau. Wie es dem auch sei, hat es der Präsident des Unter­hauses glatt abgelehnt, die peinliche Angelegen­heit selbst zu erledigen: das Plenum wird die Entscheidung treffen müssen, ob sich zwei mitein­ander verheiratete Parlamentarier in den geheilig­ten Hallen küssen dürfen.

Ter tier- imb kindcrfreuudUche Fürstprimas.

(g) Mad r'i d.

Der Fürstprimas von Spanien, über dessen schlechthin grenzenlose Wohltätigkeit wahre Legen­den im ganzen Lande im Umlauf sind, erbrachte kürzlich auf eine bisher kaum dagewesene Weise den Beweis seiner außergewöhnlich großen Kin­der- und Tierfreundlichkeit. In seinem Palais zu Toledo werden seit drei Monaten sämtliche un­bemittelten Kinder der Stadt Tag für Tag ge­speist. Es handelt sich naturgemäß um viele Hun­derte von armen Kleinen, die es lediglich dieser großzügigen Einrichtung ihres Kirchenvaters ver-

danken, nicht der Unterernährung zum Opfer zu fallen. Der Fürstprimas ging in seiner Güte sogar fo weit, daß er den Kindern, die zur Mittagsstunde in langen Doppelreihen vor dem Palast auf das den Beginn der Speisung ankündigende Gongzei­chen warten, erlaubte, ihre Lieblingstiere zum Diner mitzubringen. Die Kleinen bringen denn auch ihren Hund, ihre Katzen und mitunter auch andere Haus­tiere mit; neulid) erschien ein sechsjähriger Knirps zum lebhaften Gaudium des Bedienungspersonals mit einer ausgewachsenen Ziege. Der mildtätige Kirchenfürst von Spanien läßt es sich, einigen Zeitungsmeldungen zufolge, nicht nehmen, jeden Tag an der fröhlichen Kindertafel zu residie­ren. Die strahlenden Gesichter der Kinder werden ihm ja der schönste Lohn fein.

Das Bein als Versteck.

(r) Wien.

Der Kriegsinvalide Johannes Windhauer (er hatte 1917 sein linkes Dein eingebüßt) wurde nach Friedensschluß bei der Zollbehörde in Linz angestellt und versah seinen Dienst bis vor kur­zem zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten. In letzter Zeit kamen jedoch unliebsame Zwischen­fälle vor: so manche Sendung verschwand an­läßlich der Zollrevision auf Nimmerwiedersehen und irgendwie fiel der Verdacht auf Windhauer. Man konnte ihm aber nichts nachweisen, die Durchsuchung seiner Privatwohnung verlief er­gebnislos und die Pakete verschwanden wie zu­vor weiter. Nachdem die Arbeit der Detektive monatelang keine Ergebnisse zeitigte, kam endlich ein kleiner Sherlock Holmes auf eine eigenartige Idee: er ließ den verdächtigen Zollbeamten von zwei Kollegen festhalten und schraubte dessen künstliches Bein ab. Die Erwartungen des pfiffi­gen Kriminalgenies wurden vollauf erfüllt. Man fand in der Prothese nicht weniger als drei,zehn Herrenanzüge, drei Mäntel, einen Damenpelz, mehrere Ballen Stoff und sonstige Wertgegen­stände, natürlich alles in der Form von genau zweiunddreißig Pfandscheinen. Der erste Mann, der sein künstliches Bein als Pfand­haus-Filiale benutzte, wurde natürlich sofort hin­ter Schloß und Riegel gefetzt.

Die ReichMendweMmpse 1929 in Gießen.

Seit Jahren war es in Gießen Gepflogenheit, daß sämtliche Gießener Schulen Volksschulen, höhere Lehranstalten, Knaben- und Mädchenschulen, Han­delslehranstalten sowie Privatschulen gemeinsam die Reichsjugendwettkämpfe austrugen. Leider ist dieses Jahr erstmalig der sehr lobenswerte Brauch durchbrochen worden. So war denn auch die ganze 23er. .ftaltung, die deutlich den Stempel der Zerrissenheit trug, nicht auf der gewohnten Höhe. Dies gilt in erster Linie für die Zahl der Beteili­gung. Gewiß gibt es Gründe, die geringe Teil- nehmerzqhl erklärlich erscheinen lassen. Man kann verstehen, daß Eltern ihren Kindern wegen der tropi­schen Hitze die Teilnahme an den Wettkämpfen unter­sagten. Man kann aber auch der Auffassung sein, daß der Jugend zur Zeit ein Uebermaß an Wett­kämpfen geboten wird, so daß das Interesse an den Reichsjugendwettkämpfen sich verringern muß, zumal die Bestreitung dieser Kämpfe vornehmlich von der Jugend erfolgt, die auch schon in Vereinen, Jugend­bünden usw. sich mit Leibesübungen systematisch be­schäftigt. Immerhin waren aus folgenden Schulen: Pesialozzischule, Goetheschule, Gymnasium, Real­gymnasium, Oberrealschule, Studienanstalt, Schiller­schule, Oeffentliche Handelsschule, Vogtsche Handels­schule über 350 Schüler und Schülerinnen zum Wett­kampf angetreten. Die Geräteübungen wurden, wie immer, von Turnern der Gießener Turnerschaft in dankenswerter Weise bewertet, während die volks­tümlichen Hebungen, zu denen der Hniversitätssport- platz zur Verfügung stand, durch die Lehrerschaft ihre Bewertung fanden. Folgende Ergebnisse wurden festgestellt.

Die Abkürzungen bedeuten: Pestalozzischule = P., Goetheschule = G.-Sch., Gymnasium = G., Real­gymnasium = R., Oberrealschule = O Studienanstalt = St., Schillerschule = Sch., Oeffentliche Handelsschule = H., Vogtsche Handelsschule = V. H.

Oberstufe (Jahrgänge 1911 und 1912):

Fünfkampf, bestehend aus je einer Hebung an Reck und Barren, Kugelstoßen, Hochsprung und 100-Meter-Lauf: 1. Sieger Heinz Rothermel, O., 100 Punkte; 2. Ernst Stengel, O., 98 P.; 3. Wer­ner Lotz, G., 96 P.; 4. O. Lindenstruth, R., 95 P.; 5. Ferdi Strernrnel, O., 92 P.; 6. Fritz Spuck, O., 87 P.; 7. Fritz Schlarb, ©., 85 P.; 8. O. Feiling, R., 83 P.; 9. Karl Jung, O., 78 P.; 10. O. Jüngst, R., O. Rühl, O., je 77 P.; 11. Fritz Arnold, R., Hans Hartmann, R., je 74 P.; 12. Klaus Wachsen, O., 69 P.; 13. Ernst Oßwald, R., 68 P.; 14. Gg. Körner, O., Kurt Zeiger, O., je 67 P.

Mittelstufe (Jahrgänge 1913 und 1914):

Fünfkampf, bestehend aus je einer Hebung an Reck und Barren, Weitsprung, Ballweitwurf und 100-Meter-Laus: 1. Sieger Wilhelm (9 r ä f 108 Punkte; 2. O. Kern, H., 105 P.; 3. Heinz Kirch- höfer, G., Ernst Lippert, O., O. Rodriguez, G., je 95 P.; 4. Klaus Hildebrandt, G., 93 P.; 5. K. E. Waldschmidt, O., 90 P.; 6. Kurt Strack, R., 88 P.; 7. Hans Gg. Steuerwald, O., 87 P.; 8. Fr. W. Müller, O., 84 P.; 9. Gg. Hörr, O., K. Völker, je 83 P.; 10. Günther Hollmann, O., 82 P.; 11. August Otterbein, O., 81 P.; 12. Fr. W. Köhler, G., Viktor Schlarb, G., je 80 P.; 13. Gust. Seibert, O., 78 P.; 14. Walter Fritzges, O., Walter Leuth, G., K. Ruhl, O., je 76 P.; 15. Walter Günther, £)., Wilh. Lechens, £)., Aug. Habrich, G., je 75 P. , 16. K. Jäger, O., K. Viehmann, O., je 73 P.: 17. Wolfg. Brehm, O., K. Waldschmidt, O., je 72 P.; 18. L. Lötzbeyer, O., Hans Schenk, R., Kurt Schmidt, O., je 71 P.; 19. Erwin Rothschild, O., 69 P.; 20. Werner Dreyfuß, R., 67 P.

Nntcrstufc (Jahrgänge 1915 und 1916):

Fünfkampf aus denselben Hebungen wie die Mittelstufe: 1. Sieger Kurt Faber, R., 100 Punkte; 2. Siegfried Metz, O., 99 P.; 3. K. Weigand, R., 95 P.; 4. Willi Ellermeier, O., Ernst Feiling, 23. Sy, je 94 P.; 5. Fr. Lotz, O., Hch. Schorge, O., je 90 P; 6. Max Weiler, P., 89 P.; 7. Walter Buß, O., Fritz Hammerschlag, R., je 87 P.; 8. Hans Herrmann, R., 86 P.; 9. Willi Weimar, £)., Rudolf Lang, R., je 85 P.; 10. Christ. Möbus, O., Ernst Weeg, £)., Willi Habicht, G.-Sch., Hans Bambey, O., je 84 P.; 11. Willi Groß, O., 81 P.; 12. Paul Wagner, O., Walter Dörr, O., je 79 P.; 13. Karl Schütz, G.-Sch., Hans Happel, R., je 78 P.; 14. Hans Watz, G., Ernst Pruste, G.-Sch., Günther Marx, O., Alfr. Jäger, 23., Willi Hupke, P., je 77 P.; 15. Walter Ranft, R.,

Fritz Happ, R., K. Thron, G., je 76 P.; K. Heinz Schellenberg, O., Walter Loos, G., Aug. Lamm, O., Gg. Veith, O., Erich Kinkel, £>., Reinhold Blaß, R., je 75 P.; 17. Helmut Müller, O., K. Nordmann, G., Helmut Hudel, R., Konrad Elmshäuser, V. H., je 74 P.; 18. Wilh. Schmelz, O., Werner Stohr, R., Adolf Bausch, G., je 73 P.; 19. Willi Fourrier, G.- Sch., O. Rohrbach, G.-Sch., je 72 P.; 20. HeinzFuchs, R., 7123.; 21. K. Schlaudraff, G., 70 P.; 22. Joachim Storck, G., L. Herbert, O., Heini Gebauer, G.-Sch., Herrn. Schütze, O., je 69 P.; 23. Reinhard Grönert, 23., L. Baum, G., Willi Jakob, P., je 68 P.; 24. Alfred Harbauer, G.-Sch., Walter Müller, O., je 67 Punkte.

Die Sieger

verteilen sich auf die einzelnen Schulen wie folgt: Goetheschule 7 Sieger, Gymnasium 17, Oberreal­schule 51, Oeffentliche Handelslehranstalt 1, Pesta- lozzifchule 5, Realgymnasium 20, Vogtsche Handels­schule 2 Sieger.

Oberstufe Mädchen:

1. Erna A11haus, H., 94 Punkte; 2. Martha Seiferth, Sy, 78 P.; 3. Leni Schmidt, Sy, 73 P.; 4. Mariechen Kurz, 23.Sy, Christel Holstein, St., je 86 P.; 5. Hedwia Staubach, St., 66 P.; 6. Sessi Oppenheim, St., 55 23.

Mittelstufe Mädchen .

1. Mathilde Koch, St., 87 Punkte; 2. Ria Philipp, St, 85 P.; 3. Else Leinweber, Sy, 6623.; 4. Lina Simmermacher, St, Liselotte Lösch, St, Gertrud Schuchard, St, je 64 P.; 5. Ilse Mangold, St, 62 P.; 6. Hilde Nöll, St, Maria Meyer, St, je 61 23.; 7. Anneliese Krug, St., Auguste Theis, 23. Sy, je 60 P.; 8. Ingrid v. Haschke, St, Margot Katz, 23. Sy, Kätchen Schneller, 23. Sy, Emmi Helf, St., je 59 23.; 9. Herta Graulich, G.-Sch, 58 P.; 10. Marie Kull mann, 23. H, Meta Schmelz, 23. Sy, Elli Jmmel, St, je 56 23.; 11. Else Schüßler, St, Elfriede Feyh, St, je 55 P.; 12. Luise Schlaudraff, St, Elisabeth Merz, je 54 P.

Unterstufe Mädchen:

1. Erika Röhmig, G.-Sch, 80 Punkte; 2. Agnes Schneider, Sch, 74 P.; 3. Marie Fischer, Sch, 68 23.; 4. Margarete Lösch, Sch, 66 P.; 5. Karola Simon, St, 62 P.; 6. Margot Jakobsohn, St, Urfula Gravert, St, je 60 P.; 7. Margret Lenz, St, Christine Schmidt, G.-Sch, je 59 P.; 8. Irm­gard Schön, St, Margarete Mel, St, je 58 P.; 9. Liselotte Fink, St, Else Schmidt, Sy, je 57 P.; 10. Liselotte Schmalz, St, 56 P.; 11. Ruth Göbel, St, Hannemarie Döhn, St, Liselotte Hamm, St, Käte Peppet, Sch, je 55 R.; 12. Lisel Keil, G.-Sch, 13. Hildegard Kreuzburg, St, Elisabeth Knapp, St, je 53 23.; 14. Helma Schmieder, Sch, Lotte Krüger, Sch, Elfriede Runzheimer, G.-Sch, Else Wagner, St, Annelise Lotz, St, Käte Pfeffer, St, je 51 P.; 15. Erika Hönig, Sch, Gertrud Lepper, G.-Sch, je 50 23.; 16. Luise Weiß, Sy, Gerda Lorey, G.-Sch, Anni Heß, G.-Sch, Lotte Liste, St, Else Datz, St, je 49 P.; 17. Therese Staubach, G.-Sch, Dora Sparr, G.-Sch, Ilse Ewald, St., Hedwig Lehnhardt, St, je 48 23.; 18. Doris Speck, St, Margarete Guth, St, Else Heller, St, je 47 P.; 19. Marie Hamel, St, Hella Kleinhans, St, Minna Nikolai, G.-Sch, Else Frank, G.-Sch, je 46 P.; 20. Luise Orth, St, Ilse Pelka Stidjtcnot, St, je 45 P.; 21. Luitgard Volkhart, G.-Sch, 44 P.; 22. Lina Engelhardt, G.-Sch. 43 23-; 23. Lotte Hoffmann, Sch, Auguste Bock, St, je 42 P.; Edith Guckes, Sch., Hanna Hübner, Sch, Bina Ortner, G.-Sch, Wilhelmine Brömer, St, je 41 P.; 25. Addy Darmstädter, St, Irene Duill, St, Gerda Hüter, St, Liselotte Gaß, St, Lucie Haas, G.-Sch, Emmi Größer, G.-Sch, Berta Itter, G.-Sch, je 40 P.

Ein Turnerveteran.

5 Lauterbach, 13. Sept. Seinen 75. Ge­burtstag feierte unter zahlreichen Ehrungen einer der bekanntesten Tumveteranen des Gaues Hessen,Turnvater" Theodor Helfenbein, Ehrenvorsitzender des hiesigen Turnvereins, dem sein ganzes Schaffen gehört hat. Jahrzehntelang stand er an der Spitze des aufstrebenden Vereins. Der Turnverein brachte seinem ver­dienten und verehrten Führer zu feinem 75. Ge- butstag einen imposanten Fackelzug dar.

Aus 6er provinzialhaupistadt.

Gießen, den 14. September 1929. *'

Oie Krastomnibuslinie

Gießen - Erumbach - Frankenbach.

Mit der Frage der Weiterführung oder Stil- legung der Walldorfschen Kraftomnibus­linie Gießen Fellingshausen Crumbach Frankenbach, über die am Freitag voriger Woche bereits in Crumbach ein­gehend beraten worden war, beschäftigte sich eine neue Versammlung am gestrigen Freitagabend in der Gastwirtschaft von Sick in der Hamm- straße. Die interessierten Landgemeinden waren durch ihre Bürgermeister bzw. einige Gemeinde­räte vertreten, für die Stadt Gießen war Verwaltungssekretär Maus vom Städtischen Verkehrsamt, als Vertreter des Gießener Der- kehrsvereins dessen Vorsitzender Stadtratsmit­glied S ch w i eöer zugegen, ferner waren Ver­treter der Presse und der Nutobusunternehmer Walldorf anivesend.

Es wurde mitgeteilt, daß die Besprechung der am vorigen Freitag bestimmten Kommission mit dem Landrat des Kreises Biedenkopf wegen einer Zusch uhlei st ung des Kreises ne­gativ verlausen ist, da der Biedenkopfer Land­rat nicht nur einen Zuschuß des Kreises ab- lehnt, sondern auch etwaigen Garantiev-rträgen nicht sympathisch gegenübersteht.

In mehrstündiger eingehender Aussprache wur­den dann die verschiedensten Möglichkeiten er­wogen, die zur Weiterführung des Betriebes dienen könnten. Schließlich ergab sich aus der Aussprache der Vorschlag, daß der Betrieb der Linie nicht am 18. August stillgelegt, sondern vorläufig bis zum 31. Dezember d. I. f o r t g e f ü h r t werden solle, wenn die beteilig­ten Landgemeinden sich zu einer Zu - schußleiftung bereit erklären. Zur Entschei­dung über diese Frage werden die Bürgermeister die Gemeindevertretungen der Orte auf Mitte nächster Woche zu einer Sitzung einladen, in der dann das endgültige Wort über das Schick­sal der Linie gefällt werden wird.

Mehrfach wurde von den Landvertretern auch der Wunsch ausgedrückt, daß die Stadt Gie­ßen sich ebenfalls zu einer gewissen Zu sch uh­lei st u n g für diese Linie bereit erklären möge, da ja auch Gießen von diesem Zubringerdienst wirtschaftliche Vorteile habe.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Butter Pfund 2,00 bis 2,10; Matte 30 bis 35; Wirsing 20 bis 25; Weiß­kraut 15 bis 20; Rotkraut 20 bis 25; gelbe Rüben 10 bis 15; rote Rüben 10 bis 15; Spinat 20 bis 30; Römischkohl 10 bis 15; Bohnen grüne und gelbe 25 bis 30; Feldsalat 1,50; Tomaten 20 bis 25; Zwiebeln 10 bis 20; Meerrettich 70 bis 1,50; Kürbis 5 bis 8; Pilze 40 bis 45; Kartoffeln 5; Falläpfel 4 bis 5; Aepfel 10 bis 20; Birnen 10 bis 20; Preiselbeeren 35 bis 40; Pfirsiche 45 bis 70; Brombeeren 60 bis 65; Zwetschen 10 bis 15; Mirabellen 15 bis 20; Reineclauden 15 bis 20; junge Hähne 1,20 bis 1,30; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Tauben Stück 70 bis 90; Eier 15; Blumenkohl 30 bis 80; Salat 15 bis 20; Salat- gurfen 10 bis 25; Einmachgurken 2 bis 4; En­divien 10 bis 20; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Laucb 5 bis 10; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40; Kartoffeln Zentner 4,00 bis 4,50.

** Personalien. Aus dem hessischen Staats­dienst entlassen wurde der ordentliche Professor für alttestamentliche Wissenschaft in der Theologi­schen Fakultät der Landesuniversität Gießen D. Dr. Baumgartner in Gießen mit Wir­kung vorn 1. Oktober ab. Ernannt wurden der Vermessungs-Oberinspektor Karl Engel beim Feldbereinigungsamt zu Friedberg, Ab­teilung Müller, zum Bureaudirektor, der Der- messungsinspektor Karl Philipp W e i t h beim Feldbereinigungsamt zu Gießen, Abteilung Mayer, zum Vermessungs-Oberinspektor, beide mit Wirkung vom 1. September ab.

** Die Evangelisd)cn und die kom­menden Wahlen. Dieser Tage sand hier wie man uns berichtet eine vom politischen Ausschuß des Evangelischen Zweckverbandes einberufene und zahlreid; besuchte Versammlung von Vorständen der evangelisch-kirchlichen Vereine in den Dekanaten Gießen und Grünberg statt, um über die Vertretung der evangelischen Belange bei den bevorstehenden Kommunal-, Kreistags- und Provinzialtagswahlen zu beraten. Man war allgemein der Ansicht, daß die Anwesenden ihren ganzen persönlichen Einfluß bet den in Betracht kommenden Parteien aufwenden möchten, um möglichst viel evangelisch gesinnte Ver­treter in die betreffenden Körperschaften zu be­kommen.

" Eine Ovel-Sondcrschau veranstaltet die hiesige Opelvertretung P. I ä g c r am Sonn­tag und Montag in der Volkshalle. Näheres in der heutigen Anzeige.

* Werbewoche der Freien Schnei­der-Innung. Vom 14. bis 21. September veranstaltet die Freie Schneider-Innung des Kreises Gießen eine Werbewochc, deren Zweck es ist, das kaufende Publikum auf die Maß­arbeit in der Bekleidung hinzuweisen. In einer Anzeige in unserem heutigen Blatte wird diese Werbewoche von einer Anzahl Firmen des Ge­werbes angekündigt.

führenden Geschäfte

LUX

raten Ihnen :Waschen Sie Leinen-, Seiden- und Woll- sachen ohne Reiben im mildreinigenden Schaum der Lux Seifenflocken, dann bleiben sie so schön wie am ersten Tage.16

SEIFENFLOCKEN

9

SUNLI£HT GESELLSCHAFT A.G. MANNHEIM