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imb Fechtüub Hanau, und humoristischen Ein­lagen, u. a. die große Olympiade in Gießen, denen sich zum Schluß ein Wasserballwettspiel anschliehen wird. Da für die Zuschauer nur ein beschränkter Raum zur Verfügung steht, sind Kartenvorverkaussstellen eingerichtet worden, die auf den Plakaten und in der gestrigen Anzeige ersichtlich sind.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linden, 13. März. Aus der kirchlichen Statistik unserer evangelischen Kirchengemeinde ist als bemerkenswert zu berichten: Die Zahl der zur evangelischen Landeskirche gehöri­gen Mitglieder beträgt 1905. Die Zahl der Haupt- Gottesdienste betrug 62, bei einem Durchschnittsbesuch von 119 Männern, 143 Frauen und 34 Jugend­lichen. Am hl. Abendmahl beteiligten sich insgesamt 2169 Personen, und zwar 978 Männer und 1191 Frauen. Trauungen wurden 13 vollzogen, während zur Taufe 20 Kinder gebracht und 34 konfirmiert wurden. Die Zahl der Verstorbenen betrug ein­schließlich der auswärts verstorbenen Gemeindemit­glieder 18. An milden Gaben wurden aufgebracht: für die hier bestehende Krankenstation 1662 Mark, für die Kleinkinderschule 500 Mark, für die Orts- j armen 73 Mark, außer den nicht unbeträchtlichen . Mitteln für äußere, innere Mission und den Gustav- ' Adolf-Verein.

£ Wieseck, 14. März. Die Freiwillige Feuerwehr hielt gestern abend im Saale der | Bürgermeisterei ihre die jährige Hauptver­sammlung ab. Ter erste Kommandant Adolf Schäfer gab einen Rückblick über da? abge- laufene Jahr und konnte zur Freude aller An- wesenden mitteilen, daß die Wehr in ständiger Vorwärt 5entwicklung sich befindet. Die Schluß- Übung, bei der auch die Arbeiter-Samariter mit­wirkten, zeugte von der Schla^- ;~*eit der Wehr; dies w'-r>e au h ro dem Kr 'sseuer ehrinspellor anerkannt, '^ie Waku deZ Vo., .ors ergab die Wiederwahl de' seitherigen Vorstandes, nur tritt für den ausscheidenden Zeugwart Feuerwehrmann Otto Rein ein. 51m die Wehr noch besser aus- zurüstcn, soll bei der Gemeinde die Anschaffung von 10 Uniformen, einer fahrbaren Leiter, zwei Feuerlöschern (fürVenzinbrände) und einigen Gas- marken beantragt werden. Den Uebungsplan für 1929 soll der erste Kommandant aufstellen: alle Hebungen sind Montag 5 abends abzuhalten. Die erste Hebung, Reueintellung der Wehr, findet Dienstag, 19. März, im Saal der Bürgermeiste­rei statt. Auch soll einem Wunsche älterer Orts- einwohner, der dahin ge^t, sofort passive! Mit­glied der Freiw. Feuerwehr zu werden, inso­fern Rechnung getragen werden, daß solche, die das 35. Lebensjahr überschritten haben, ausge­nommen werden können.

* Wieseck, 13. März. Der Turn-Verein e. V. W i e s e ck errang bei dem am Sonntag in Lo.lac abgehaltenen Gerätewertungs­turnen des Turngaues Lahn-Düns- b e r g durch die Turner Hch. Römer den 3., Hermann Röhl den 4., Otto Reh den 5., Adolf Hildebrand den 9. und Kall Weller den 12. Steg. Dieses Ergebnis ist sehr befriedigend ur' war nur möglich infolge der eifrigen Winter­arbeit, die innerhalb des Vereins trotz der lang- ar altenden st 'engen Kälte geleistet worden ist.

4- Alten-Buseck, 13. März. In den Frei» he^r v. O^wemsucrgichen ^paloungen fand eine Drennholzversteigerung statt, die von einer großen Zahl Holzkäufer aus den benach­barten Dörfern Beuern, Großen-Duseck, Daubrin- gen, Treis und von hier besucht war. Die Preise waren etwa 10 bis 20 Prozent höher als im Vor­jahre. Rund 300 Raummeter Hartholz und 250 Raummeter Reisig kamen zum Ausgebot. Es wurden bezahlt für je 2 Raummeter Buchen- schetter 24 bis 23 Mk., Duchenknüppel 20 bis 25 Mk., Buchenrcisig 18 bis 22 Ult, Eichen- knüppelreiser 10 bis 14 Mk. je 10 Raummeter. Eichen- und Duchenstöcke waren sehr gesucht: sie erreichten hohe Preise: je 2 Raummeter Buchen­stöcke 15 bis 20 Mk., Eichenstöcke durchschnittlich 12 bis 16 Mk. Eine in den v. Rabenauschen

Forstrevieren abgehaltene Drennholzversteigerung hatte höhere Preise zu verzeichnen. ES kosteten Duchenknüppel je 2 Raummeter 20 bis 22 Mk., Duchcnscheiterholz 26 bis 30 Mk., erstklassiges Kiefernrundholz 16 bis 20 Mk.

V Mainzlar, 13. März. 3n der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wurde der von der vorhergehenden Sitzung zurückgestellte An­trag der Holzhauer auf älebernahme der sozialen Lasten auf die Gemeindekassx abgelehnt. Eine längere Aussprache entspann sich über den An­trag der Anlieger der Bahnhof- und Lollarer Straße, die ersuchten, die Kosten der Kanal­anschlüsse bei der Kanalisierung vom Hauptkanal bis xitr Grundstücksgrenze etwa zur Hälfte aus die Gemeindekasse zu übernehmen. Der Antrag fand nicht die Mehrheit: es wurde die Zahlung in vier Raten erstmalig zum 1. April 1929 fällig festgesetzt. Bei nicht rechtzeitiger Zah­lung sollen außerdem die üblichen Verzugszinsen berechnet werden.

Z Mainzlar, 13.März. Am Sonntagnachmit» tag veranstaltete die zu Ostern zur Entlastung kom­mende Klasse der Mädchenfortbildungs­schule Staufenberg-Mainzlar im Mül» lerschen Saale dahier eine Abschiedsfeier, zu der Gemeinderat und Schulvorstand beider Gemeinden, owie die Eltern der Fortbildungsschülerinnen er» chienen waren. Lehrer Weisel begrüßte als Dor» itzender des Schulvorstands Mainzlar die Anwesen» )en und gab sodann einen Ueberblick über die Ein­richtung und Entwicklung der Mädchenfortbildungs­schule. Hiermit verband er den Dank an Kreisschul­amt, Gemeindebehörden und die Lehrkräfte, tech­nische Lehrerin Fräulein Großer (Gießen) und Berufsschullehrer Eberle (Lollar). Dekan G u ß - mann (Kirchberg), Mitglied der Kreisschullommission, richtete beherzigenswerte Worte an die jungen Mäd­chen, in denen er sie ermahnte, ihre erworbenen Kenntniste nicht rosten zu lasten, sondern rechten Gebrauch davon zu machen. Berufsschullehrer Eberle betonte den großen Wert der Fortbil­dungsschule und dankte den Bürgermeistern, Schul­vorständen und Gemeinderäten ter beiten Gemein­den für das Verständnis und Entgegenkommen, das sie stets für die Fortbildungsschule gezeigt haben. Bei Kaffee und Kuchen, womit die Klasse ihre Gäste bewirtete, Musik-, (Lehrer Rabenau und S o - m e r l a d), Gesang, und Gedichtvorträgen verging rasch die Zeit. In der Schulküche waren die im Un­terricht unter Leitung von Fräulein Großer an» gefertigten Erzeugnisse der Kochkunst und Hand» arbeiten ter Schülerinnen auegestellt, die gebüh­rende Bewunderung fanden.

-r Grunoerg, 13. März. 3n der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde das zur Papierherstellung dienende Fichtenholz, etwa 40 Raummeter, an die hiesige Holzhandlung Fr. D a h m e r zum Preise von 15 Mk. pro Raum­meter abgegeben. Da gegen Ende dieses Mo­nats die Umschaltung unseres Orts­netzes von 125 auf 220 Volt Spannung vor­genommen werden soll, müssen die vor langer Zeit angelegten Hausleitungen, sofern sie aus Zinllcitungen bestehen, wegen der erhöhten Span­nung öutu) Kupfcrleitungen ersetzt werden. So­weit dies in den städtischen Gebäuden nötig ist, erllärte sich der Gemeinderat hiermit einver­standen und wlll die Arbeiten durch öffenlliche Ausschreibung vergeben.

t3. Steinbach, 13. März. Landwirtschafts­rat Dr. Schneider vom Landwirtschaft5amt Lich sprach in einer gutbesuchten Versammlung über das Thema ^Sortensrage im Getreide-, Kartoffel- und Rübenbau". 3n llar verständlicher Weise sprach der Redner nach den au"geprobten Versuchen tes Amtes Lich über die einzelnen Sorten und deren wirtschaftlichen Anbauwert, über die Anpassung der Sorten an die hiesigen Bvdenverhwtnisse, um vor schlechten Ernten be­wahrt zu bleiben. Anschließend wurden aus der Versammlung praktische Erfahrungen beim An­bau verschietener Sorten mitaeteilt und von Dr. Schneider weitere Ratschläge gegeben. Bür­germeister Krämer dank.e dem Redner mit Recht für seine lehrreichen Ausführungen.

Kreis Büdingen.

* Büdingen, 13. März. Am Sonntag fand hier eine gutbesuchte Versammlung der B ü -

Wie entsteht ein Schlager?

Don Rudolph Aelson.

3a, wie entsteht ein Schlager? Worin siegt das Geheimnis des Komponisten, aus einer Me­lodie den Funlen springen zu lassen, der die Welt entzündet, aus einer Reihenfolge von Tönen jene Melodie zusammenzustellen, die einschmei­chelnd in Millionen Ohren bringt, die von Mil­lionen Lippen gepfiffen, gesummt und geträllert wird, jene Melodie, die die Beine zum Zucken und das Herz zum schnelleren Schlag bringt.

Wie alle Schöpfungen, so umweht auch die Entstehung des Schlagers der Schauer des Ge­heimnisses. Wer etwa ein Rezept herausgeben wollte, wie man einen Schlager komponiert, oder wer eine Schule für Schlagerwmponisten gründen wollte, den würde ich unbedingt für einen Schwindler erllären. Es gehört ein gut Teil Arbeit, viel musikalisches Empfinden und ein feines Verständnis für den Pulsschlag der Zeit dazu, einen Schlager zu komponieren. Daneben aber auch das, was zu jedem Erfolg gehört Glück.

Wenn ich erlläre, daß ernste Arbeit und fei­nes musikalisches Empfinden die Voraussetzungen für die Geburt eines Schlagers sind, so will ich damit keineswegs behaupten, daß etwa nur der zünftige Komponist in der Lage ist, einen Schla­ger zu schreiben. Auch dem Dilettanten gelingt manchmal der große Wurf, vielleicht nur einmal m Leben, vielleicht als Beginn einer großen Laufbahn. Das Publikum stellt sich die Kom- rosition eines Schlagers vielfach als eine ein« ache, zum mindesten recht amüsante Angelegen­heit vor. Man denkt vielleicht an die Redak- .ion eines Witzblattes und meint, es bedürfe nur der rechten Stimmung, um so etwas Prickeln­des, Zündendes zu komponieren. Diese Auf­fassung ist durchaus irrig. Es ist nicht immer die große Stimmung, die einen Schlager schafft, nicht Sekt und schöne Frauen oder ein opulentes Diner. 3d) habe einen meiner bekanntesten SchlagerDie Peruanerin" aus einer sehr gedrückten seelischen Stimmung heraus geschrieben, aus einer Stim­mung, in der meine Zukunft dunkel und trübe vor mir lag.

Datürlich gibt es gewisse Vorbedingungen für den Erfolg eines Schlagers. Eine der wichtigsten Vorbedingungen ist ein guter Text. 3st der Text nicht schmissig, leicht einprägsam, originell und sozusagen international im Ausdruck, so wird et nie den Siegeslauf um die Welt antreten ßn-

nen. Ich setze Zweidrittel deS Erfolges eines Schlagers auf den Text, habe ich es doch oft genug in meinem eigenen Theater erleben müs­sen, daß eine Melodie erst zum Schlager wurde, wenn ihr der rechte Text zugrunde lag. Hierbei treten oft die eigenartigsten Erfahrungen auf. Man läuft herum, um einen Schlagertext zu fin­den, zerbricht sich den Kopf und martert fein Hirn ab. Wochen vergehen, man findet nichts. Plötzlich überhört man vielleicht irgendein Ge­spräch auf der Straße, beobachtet eine komische Situation, die sich bühnenwirksam ausmünzen läßt und blitzschnell ist der Schlager gesunden. Schlagerkomponist und Textdichter müssen anders durch die Straßen gehen als die meisten ihrer Mitmenschen. Sie müssen das Gefühl für daS Volkstümliche und den Blick für das Humo­ristische haben.

Eine weitere wichtige Vorbedingung ist natür­lich die geeignete Vertonung. Sie muß genau auf den Text abgestimmt sein und im Rhythmus der Zeit schwingen. So hat z. 2. die Jazzmusik, deren Eindringen durch den argentinischen syn­kopierten Tangotanz vorbereitet war, den Cha­rakter der heutigen Schlagermusik stark beein­flußt. Mit der Veränderung des Rhythmus ver­band sich auch eine Wandlung der Instrumen­tierung durch die Aufnahme bisher kaum ge­brauchter Instrumente, wie des Saxophons unb der gestopften Blechinstrumente, sowie die neu­artige Behandlung der bisherigen Instrumente, namentlich der zur rhythmischen Verstärkung her- angezogenen Schlag nstrumente. Hierdurch erhielt auch bte moderne Schlagermusik eine neue kom­plizierte Kornpcs.tionstechnik. Diese KompositionS- technii verlangt die unruhig bewegte Steigerung und Spannung in der Melodie, die unsere mo­derne Tanzmusik auszeichnet. Ich spreche hier natürlich nur von dem übermütigen, lustigen Schlager, während eS ja auch einen sentimentalen, ja ich möchte fast tagen, einen klassischen Schlager gibt. Strauß z. B. hatte in seinem Rosen­kavalierwalzer einen Schlager geschaffen, der die ganze Saison beherrschte.

Bilden Text und Vertonung die beiden wich­tigsten Vorbedingungen für das Zünden eines Schlagers, so ist die richtige Placierung falls es sich um einen Operetten- ober Revueschlager handelt, eine weitere wichtige Voraussetzung. Roch heute summt vielleicht mancher, der diese Zeilen liest, meinen bekannten Schlager von der Tante:

Wenn du meine Xante siehst, ich lall' sie grüßen, Heute komme ich nicht nach Hau-;...

hinget Ortsgruppe der Deutschna­tionalen Dolkspartei statt. Der Provinz- vorsitzenbe der Panel, ©tubienrat Dr. Lenz (Gießen), hielt einen Dortrag über die verschie­denen politischen und wirtschaftlichen Röte un­seres Vaterlandes. Er behandelte dabei die Fra­gen der Außenpolitik, ferner die innenpolitischen Schwierigkeiten, die wirtschaftlichen Röte und die kulturelle Rot unseres Volkes vom Stand­punkte der deutschnationalen Politik aus. Der Vortrag, dessen Grundzüge bereits in Berichten auS anderen Orten unserer Provinz wiederholt gekennzeichnet wurden, fand den lebhaften Bei­fall der Versammlung. Ebenfalls am Sonntag veranstaltete der Landesverband Hessen für Ha ndel, Handwerk und Gewerbe im HotelZum Ölern eine Versammlung seiner hiesigen Mitglieder. Syndikus Quil lin g sprach über die Rvtlage des gewerblichen deutschen Mittelstandes und forderte nach eingehender Dar­legung des schweren Existenzkampfes der Wittel- ftandsschichten den Zusammenschluß und Zusam- menhall des gesamten Handwerkerstandes, der kleinen Landwirte und der Handel» und Ge­werbetreibenden. Weiter sprach F. W. Pröll (Allenstadt) über Zeitfragen auS der Praxis der Mittelstandsberuse. Die Vorträge fanden leb­haften Beifall. Die junge Ortsgruppe Büdingen des Verbandes zähll etwa 70 Mitglieder.

D Ridda, 13. März. 3n der jüngsten Ge­rn e i n d e r a t s s i h u n g wurden u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: Die Verpachtung der auf die Dauer von 9 Jahren an die Riddaer Jagdgesell­schaft verpachteten Gemeindejagd wird ge­nehmigt. Der jährliche Pachtpreis beträgt 1255 Mark, gegen 600 Mk. seither. Gelegentlich der Bachschau im Jahre 1928 ist vom Kulturbau­amt der Vorschlag gemacht worden, zum Zwecke der Beseitigung, ober hoch wesentlichen Herab­minderung der Hochwassergefahr daS Durch- laßprofil der alten Drücke zu erweitern. Die Angelegenheit wird nicht allein wegen der ungünstigen Finanzlage der Stadt, sondern auch deshalb zurückgestellt, weil bei dem nächsten Hoch­wasser Beobachtungen darüber angestellt werden sollen, ob die Erweiterung der alten Drücke zur Abwendung der Gefahr der Ueberfhitung der Stadt wesentlich beitragen wird. Der ©e- meinderat nimmt Kenntnis davon, daß durch das Gesetz vom 14. Dezember 1928 über die öffent­lichen Unterrichtsanstalten die Stadt ab 1. April 1928 Träger der Gewerbeschule Ridda ist und von diesem Zeitpunkt ab bedeutend höhere Zuschüsse wie seither zu den persönlichen und sach­lichen Kosten der Gewerbeschule zu leisten hat. Sin Deschluß ist in dieser Sache vorerst nicht zu fassen, sondern es muh abgewartet werden, wie sich die gesetzliche Regelung für die Gemeinde finanziell auswirkt. 3n diesem Zusammenhang wird die Anregung des Aufsichtsrats der Schule begrüßt, wonach zum Zwecke der Befreiung des Scyulgebäudes von der Sondergebäudesteuer die Lieberschreibung des Gebäudes auf den Ramen der Stadt geplant ist. Die Ausführung des Beschlusses vom 10. Juni 1927 über die Er­weiterung derReuen Brücke" wird ausgesetzt und beschlossen, wegen der Pflasterung der Fahrbahn dieser Drücke bei der Provinz Schritte zu unternehmen.

0 Ridda, 13. März. 2m hiesigen Rathaus tagte der Ausschuß des Zweckverbandes Ridda-Ulfa. Gegenstand der Beratung war in der Hauptsache bie Vorlage der Bilanz für bas zweite Geschäftsjahr, Kj. 1928. Aus der Bilanz geht hervor, baß troß der verhältnis­mäßig guten Frequenz unter Berücksichtigung der erforderlichen Abschreibungen zu Lasten der Zweckverb attbsgemeinden Äibda und Ulfa ein Fehlbetrag von 2765 Mk. verbleibt. Der von den Garantiegemeinden Wallernhausen, Fauer­bach, Schwickartshausen, Ober-Lais, Michelnau, Bad-Salzhausen unb Geih-Ribba auszubringende Fehlbetrag (Differenz zwischen bem Garantie­betrag unb Oer Fahrgelbeinnahme) beläuft sich auf 1919 Mark. Die Unterbilanz ist in der Hauptsache darauf zurückzuführen, bah im Jahre 1928 während der Hauptsaison die Straße Ridda Bad-Salzhausen zum Teil gesperrt war. Die Straßensperre hat nicht allein den regelmäßigen

Dieser Schlager, der alle Tanten der Welt grüßte, wurde deshalb ein Riesenerfolg, weil ihm ein zündender Text und eine schmissige Musik zugrunde^lag unb weil bie Placierung an rich­tiger Stelle, nämlich hn Finale des zweiten Aktes erfolgte. Rur wenn die Steigerung bewußt zum Schlager hinaufführt und die anderen Melo­dien den Uebergang zum Schlager schaffen, dann zündet der Funke.

Gewaltig ist daher die Spannung am Tage der Urau,führung. Wenn der Vorhang aufg:ht und die neue Revue, die eine unbändige Arbeit er­forderte, auf das Publikum niederprasselt. Fie­bernd erfühlt der Komponist die Wirkung seiner Melodien, er ist glücklich über jeden Applaus, jedes Dacapo: auch er wartet, bis die große Rümmer, der Schlager, kommt. Lind die Rümmer kommt. Belustigt hört das Publikum zu, wird warm, gerät in Stimmung unb verlangt immer unb immer toieber bie neue Melobie zu hören. Der Funke hat gezündet, der Schlager ist ge­boren! Unb wenn bann bie Theatergäste bas Theater verlassen, empfängt sie im Theatercasä bereits die neue Melo te, um schnell ihren Weg durch die Welt zu machen.

Letzten Endes entscheidet allo das Publikum, ob ein Musikstück zum Schlager wird, Unb das Publikum ist unergründlich, unberechenbar und launisch. Es lehnt Melodien ab, die der zünftige Komponist vorher als Schlager ansah und nimmt andere Melodien gutwillig an. Daher sei es mit vollem Bewußtsein wiederholt: zu einem Schlager gehört auch etwas Glück.

Dem heutigen raschen Lebenstemvo entsprechend ist aber die Lebensdauer eines Schlagers siirz. Schnell tritt er auf, plötzlich ist er da, bas Publi­kum singt und summt ikjn, die ganze Welt, die Tanzkapellen spielen ihn immer und immer wieder, das Radio verbreitet ihn, die Kabaretts und Darietäs, und in den Kaffeehäusern verlangt man ihn da capo. Er beherrscht die Welt und sonnt sich in einem Glück, das bereits zu schwinden beginnt. Rur aus der Zeitstimmung heraus wird der Schlager geboren, in dieser Stimmung vom Publisiim ausgenommen und hat nur Geltung, solange feine Zeit nicht abgclauien ist. So schnell, wie er die Welt fa sinterte, er­lischt sein Glanz und ein neuer Stern taucht auf. Roch lebt er zwar in unzähligen Roten­bänden, auf den Schallvlatten unb im Leier­kasten, aber er läßt die Welt kühl und damit ist sein Schicksal besiegelt.

Verkehr wochenlang unterbunden, sondern auch wesentlich dazu beigetragen, daß von Bad-Salz­hausen aus verhältnismäßig wenig Gesellschafts­fahrten zustande kamen. Die an den Linien Ridda Ober-Lais und RiddaGeiß-Ridda intereffter- ten Gemeinden haben sich im Prinzip für den Zusammenschluß sämtlicher Gemeinden zu einem Zweckverbanb ausgesprochen, so daß damit zu rechnen ist, daß derGemeindeverband Ridda und Umgebung" noch Im Laufe des Monats März zustande kommt. Die Vorarbeiten für das Fest des 90jährigen Bestehens des GesangvereinsSängerkranz 1839 Ridd a, verbunden mit einem Gesang'Wett­streit, sink) in vollem Gange. Die Ausschüsse haben sämtlich ihre Tätigkeit ausgenommen. Der Iuxplatz ist bereits vergeben, die Platzgeldein­nahme beträgt 1500 Mark. Wegen der Ver­gebung der Festwirtschaft schweben Verhandlun­gen mit den einheimischen Wirteip Es besteht auch bei einigen Vereinen, insbesondere bei dem Reiterverein, die Absicht, bis zum Fest eine fest­stehende Halle auf der Gänsweid zu errichten.

Kreis Schotten.

V Gedern, 13. März. Wie das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft auf eine Anfrage un­serer Bürgermeisterei mitteilte, ist die gesamte Gemarkung Gedern für die ilmftcl- lungsarbeit im Vogelsberg vorgesehen. Bisher wurde hier angenommen, daß nur bie Hälfte der Gemarkung für bie Umstellung in Be­tracht käme.

Kreis Alsfeld.

r. Ober-Ohmen, 13. März. Die Land­wirtschaftliche Kredit - unb Dez ugs- genossenschaf t Ober-Ohmen unb Um­gebung hielt dieser Sage ihre Jahres­hauptversammlung ab. Rechner Schott kennzeichnete die Bewegung deä Waren- unb Geldgeschäftes. Aus seinen Ausführungen ging hervor, daß sich die Organisation tm abgelaufe- nen Geschäftsjahre gut entwickelte. 2n der Zu­sammensetzung von Aufsichtsrat und Vorstand traten Neuerungen nicht ein. Da Richtmitglieber bei bem Unternehmen interessiert finb, ist die Genossenschaft zur Zahlung bet Körperfchafts- steuer verpflichtet. Als Mittelpunkt der bies- jährigen Arbeiten wurde von dem Vortragenden bie Gründung einer DiehverwertungS- abteilung unb einer Eierabsahstelle be­zeichnet. 2n kurzen Ausführungen wieS er bann auf eine demnächst stattfindende Versammlung zwecks Organisation dieser Einrichtungen hin.

Preußen.

Karl Hirschhorn-Wetzlar t»

WER. Wetzlar, 13. März. Am Mittwoch früh verstarb im Alter von 70 3obren bet langjährige erste Schriftleiter deS »W e tz - later Anzeigers" unb Geschäftsleiter bet Schnihlerschen Duchbruckerei unb Buchhandlung, Redakteur Karl Hirschhorn. Der Verstor­bene konnte auf eine fast 57jährige Berufstätig­keit im Dienste des Hauses Schnitzler zurückblicken. Unter seiner Führung entwickelte sich Zeitungs- unb ®c|amtbetrieb zu. der heutigen angesehenen Stellung. Darüber hinaus war der Verstorbene in reichem Maße gemeinnützig tätig, so baß die Trauer um ihn allgemein unb herzlich ist.

Kreis Biedenkopf.

Bieber, 13. März. Die hiesige G r Eleonore, die zu bem Stummschen Gru konzern gehört und seit 1351 im "Betriebe ftu ist mit Wirkung vom 12. März ab völti. stillgelegt worden. Diese Maßnahme ist einer­seits auf oie allgemeinen Schwierigkeiten der heutigen Wirtschaftslage zurückzusührcn, zum andern hat sie ihren Grund in bet Untoirt- schaftlichkeit des Betriebes. Die man­gelnde Rentabilität des Grundbetriebcs wurde verursacht durch den mengenmäßigen Rückgang der Mächtigkeit der Erzlager unb Verminderung der Grzqualität in dieser Grube, wodurch der Absatz der geförderten Erzmengen geradezu un­möglich wurde. Von der Belegschaft von 46 Mann, die bis jetzt in dem Betriebe noch Arbeit

Das Spielzeug.

Don Max Zungnickel.

Drei junge Damen waren da, als der kleine Junge Geburtstag halte. Frische Mädchen mit schwebender Anmut. Der Reine 3unge hatte auf seinem Lichtertisch ein einfältiges, buntes Spiel gefunden: ein rundes, flaches, glasüberdachtes Gehäuse. 3n diesem Gefängnis fing, wenn man es rüttelte, eine Maus an zu laufen. War man geduldig unb ein wenig geschickt, so konnte man bie Maus in eine winzige Falle führen. Jeden­falls ein seltsames Spiel. Man wurde dabei von seiner Jugend angehaucht, so mit Zauber- atem. Man bekam dabei die Sehnsucht nach etwas längst Verwehtem.

Die drei Damen umstanden den Reinen acht­jährigen Kerl, der die Maus im Gehäuse hin und her schob. Aber er war viel zu unruhig dabei. Er schaffte es nicht. Die Maus rutschte immer wieder an der Falle vorüber. Auf ein­mal sprang er auf, als hätte er sich besonnen. Ein seltsames Lächeln war in seinen Augen, und er fragte:Was schenkt ihr mir, wenn ich die Maus in die Falle kriege?" - Die erste Dame versprach ihm eine Tafel Schokolade. Die zweite einen Groschen. Die dritte sagte nichts. Sie lächelte nur ein bißchen rätselhaft, ein bißchen spitzbübisch, beugte sich zu bem Jungen herunter, brückte seine Reinen Hände fest um das gläserne Gehäuse und führte so, mit der Ruhe ihrer Hände, immer die Maus zögernd im Kreis herum. Es lag so viel mütterliche Wonne in ihrem Helfen. Unb da, auf einmal, war die Maus gefangen!

Der kleine Junge sprang glückselig hoch:6o, nun will ich die Belohnung!" Und er bekam die Tafel Schokolade, bekam den Groschen. Und da griff ihn das dritte Mädchen beim Kopf und küßte ihn herzhaft dreimal ab. Der 3unge stand vor ihr, etwas fassungslos und verlegen. Er brach geschwind bie Schokoladentafel in zwei Hälften unb reichte ihr eine hin: »Du hast mir ja auch geholfen. Hier hast bu auch den Groschen!"

DaS Spiel war aus. Vielleicht war es gar kein Spiel mehr. Vielleicht war es ein Reines Sym­bol: Gut unb Gelb und Liebe. Alte brei drängten sich auf einmal, für einen Augenblick, in bas Reine Leben des 3ungen. Wan kann aber auch anders denken: Wer Liebe gibt, hat Gut unb Geld. Jedenfalls war das Spiel mehr als ein Spiel. Es lag da schon eine tiefe Lebensweis­heit darin, die sich dem Jungen offenbarte.

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