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Donnerstag, 14. Mrz 1929

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Nr. 62 Zweites Blatt

VEREINIG

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IPrefkqeographie N- 251

verordneter Sanitätsrat Dr. Voller widmeic anschließend als ältestes Mitglied dem Verstor­benen einen herzlichen Vachruf.

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gebiet.

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Es ist das Schicksal Mexikos, von Bürgerkriegen und Revolutionen zer­wühlt zu werden. Seit die spanischen Konquistadoren Solis und Pinzon Vukotan entdeckten und Cortez dos Reich der Azteken zerstörte, ist in Mexiko mit kurzen Unterbrechungen immer CBhit geflossen. Vur der stram­men Diktatur von Porfirio Diaz an der Jahrhundertwende gelang es, dem geplagten Lande eine Ruhepause von etwa 33 Jahren zu schenken. Aber schon sein Vachfolger auf dem Präsi- dentenses^el, M a d e r o , wurde er­schossen. und unter der Präsident­schaft von Carranza, Obregon und Calles waren Bürgerkrieg oder Revolution wieder zum Dauerzustand geworden. Man hatte auf den jetzigen Präsidenten Portes-Gil, der als Gouverneur von Tampico und als Innenminister sich den Ruf eines klugen und gemäßigten Mannes er­worben hatte, die Hoffnung gesetzt, daß es ihm gelingen werde, die tobenden Leidenschaften zu beruhigen, den Kirchenstreit beizulegen und dem Banditenwesen ein Ende zu machen,

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Emil von Behring.

Au seinem 75. Geburtstage.

Ein Wohltäter der Menschheit, ein Wissen­schaftler, dessen Erkenntnisse in kurzer Zett Millionen von Menschen der ganzen Welt das Leben rettete und dessen Lebensarbert heute wie ehemals unter uns wirksam ist, könnte am 15 März 1929 den Z5. Geburtstag feiern, wenn nicht ein unerbtttliches Geschick seinem Leben vor­zeitig ein Ziel gesetzt hätte.

Wan hat die Medlin nicht mit Unrecht darum die edelste der Wissenschaften genannt wett sie »bnc Umwege darauf ausgeht, den Schmerz die Äot mw den Stummer der Menschen ju hnöern. Wenn sie dies Ziel erreicht hat, so gebührt ihr der Dank aller. Diesen Dank gilt es heute einem Manne abzustcttten, der wie kaum ein anderer vor ihm unsägliches Leid von Tausenden von Familien abw?ndete durch die Entdeckung des Diphtherie-Heilserums, mit ßcm der Dame Emil von Behring in der Ge­schichte der Menschheit für alle Zeit verbunden ist.

Vur schwer kann sich die heutige Generation, die die Früchte der Lebensarbeit dieses genialen Mannes^aeitteht. ein Bild von den Verheugen machen, die die Diphtherie unter den Klnd^i aller Völker anrichtete. Wenn beit eine erprobte Waffe im Kampfe Diphtherie besitzt und dieDiphchcrieihreSchrecken für die Völker verloren hat, so ist das dem^Ver dienste des deutschen Forschers Emtt von Behring zu danken.

Sohn einer kinderreichen Familie der Vater war Lehrer in Honsdorf bei Deutsch-Eylau Westpreußen lernte er frühzeitig den Ernst oer Arbeit kennen. Bei elf Geschwistern schien es dem Vater unmöglich, den hochbegabten jungen, v föon frühzeitig lebjafte L-igung zur W°di»m letünbete, studieren zu lassen. Infolge seiner Be gabung erregte er jedoch so das 3ntereffe ferner Lehrer daß sie Stipendien zum Besuche höherer Lehranstalten und zum Stud.um für iHn eiLirkten. Wtt 20 Jahren konnte er die nnlitärarztliche Btt- dungsanstcttt In Berlin (König!. Friedrich-Wil- belm-Jnstitut) beziehen, die er als 26iahriger nach sbestandenem Examen als Doktor der Meoi^in verließ ^um als Militärarzt in das Hem: ein- zutre^n. Ein starker Hang zu wissenschaftlichen

schen Generäle waren kein endgültiger Sieg der Revolution. General A g u i r r e mußte mit einem Häuflein seiner Anhänger sich aus Veracruz zu­rückziehen und auch General Escobar räumte, nachdem er die Bundestruppen bei Wontera ge­schlagen, reiche Beute gemacht und die Bestände der S.aatsbankfiliale eingezogen, wieder die Stadt. Bei Juarez schlug er die Dundestruppen, die sich unter dem der Regierung treu gebliebe­nen General Ramos auf das Gebiet der Ver­einigten Staaten nach El Paso zurückziehen und dort internieren lassen muhten. Jedoch wäre es verfrüht, über den Ausgang dec Revolution orakeln zu wollen, da die Siege oder Vieder- logen, von denen die Telegramme reden, an sich kaum eine strategische Bedeutung haben. Im Kampf bei Juarez z. D. hat es, trotzdem auf beiden Seiten Kanonen ins Feld geführt wurden und das Geschühfeuer jenseits der Grenze hör­bar war, kaum Tote und Verwundete gegeben. Vur ein Darmann soll gefallen und Veugierige verletzt worden fein. Wenn sich Teile des Vor­dens, des Westens und Südens in den Händen der Rebellen befinden, so muß man bedenken, daß gerade jene Gebiete dem Verkehr und der Kultur noch wenig erschlossen sind. Da die Bahn­linie SaltilloTorreon zerstört worden ist, so ist eine Verfolgung der Aufständischen in jene Gegenden durch die Regierunastruppen sehr be­schwerlich. Da die Regierung die Herrschaft über die Hauptstadt und über die Bahnlinien, die nach Veracruz und Tampico führen, besitzt, fo hat sie dadurch einen großen Vorteil vor den Aufstän­dischen, die sich in unwegsamen Gegenden halten und verproviantieren müssen.

Der von den Aufständischen am meisten ge­haßte Mann, Expräsident Calles wurde von Portes Gil zum Oberkommandierenden der Re- vierungstruppen ernannt. Calles hat keine müi- lärische Schule durchgemacht, seine Ernennung zum Kriegsminister und Feldherrn hat eine aus­schließlich politische Bedeutung, militärische Leistungen werden von ihm nicht erwartet. Man darf sich nämlich einen Bürgerkrieg in Mexiko nicht nach europäischem Muster vorstellen In- fc'ge der Gelände- und Verkehrsverhältnisse

Protestkundgebung gegen dieBiersteuer- erhöhung.

WSN. Darmstadt, 12.März. Der Rhein Mainische Gastwirte Verband (Hess' scher Landesverband) hielt heute eine aus aller. Tellen des Landes stark besuchte Versammlung ab. um zu der von der Reichsrcgierung geplanten Biersteuererhöhung Stellung zu nehmen Nach eingehenden Referaten von Rechtsanwalt Dr. Mattern Darmstadt) und Ingenieur Brand' (Frankfurt a.M.), wurde einstimmig folgendePro testkundgebung angenommen:Die am 12. März 1929 in Darmstadt versammelten Dertre ter des hessischen G a st w i r t s g e w e r b e- sprechen einmütig ihre höchste Entrüstun darüber aus, daß der Fehlbetrag des Rcichsham Holts wiederum durch eine Steuer gedeckt werde soll, die einseitig auf die Schultern eines einzelner. Gewerbes gelegt wird. Wenn die Aufbringung der deutschen Kriegsschuld die Erhebung weiterer Steuern notwendig macht, so ist es ein Gebot der Gerechtigkeit, daß diese Steuern gleichmäßig auf alle Schultern verteilt werden. Die Erhöhung der Bier st euer würde nicht nur eine unge­rechtfertigte einseitigeHeranziehung eines einzelnen Gewerbes zur Deckung der öffentlichen Lasten bedeuten, sondern es wurde auch das Gastwirtsgewerbe, das ohnedies schon schwer unter dem Druck von Sondersteuern steht, von denen andere Gewerbe verschont sind, zum Erliegen bringen. Die Erhöhung der Biersteuer müßte auch eine derartige Verteuerung des Biers zur Folge haben, daß das Bier zum Luxusgetränk wohlhabender Schichten werden würde. Die geplante Erhöhung der Biersteuer ,ft deshalb eine Ungerechtigkeit gegenüber dem Ga st wirtsgewerbe; sie gefährdet besten Existenz und ist außerdem im höchsten Grade un­sozial. Die Vertreter des Hessischen Gastwirtsgewer­bes fordern deshalb, daß lebe weitere einseitige Belastung des Gewerbes, die dieses dem Ruin zu­führt, unterbleibt, und daß ein erhöhter Finanz­bedarf des Reichs, der Länder und Gemeinden in erster Linie durch eine gleichmäßige Bla st u n g aller Berufs st ände gedeckt wird. Das hessische Gastwirtsgewerbe erhebt ferner Ei n - spruch gegen die Pläne des Deutschen Städte tag s, die die Wiedereinführung der gemeindlichen Getränkesteuer zum Ge­genstand haben. Bei der jetzt schon bestehenden Be­lastung der Getränke ist eine weitere Belafiung durch gemeindliche Getränkesteuer völlig untragbar.

Turnen, Sport und Spiel.

Turnverein von 1846 Gießen.

Schwimmabteilung

Am nächsten Sonntaa, nachmittags 3 älhr, tritt die Schwimmaoteilung des T.V. 1 8 4 6 im Städt. Schwimmbad mtt einem Werbe- und Schauschwimmen an die Öffentlichkeit. Außer den Schwimmerinnen und Schwimmern der Abteilung werden wie man uns schreibt bedeutende Kräfte auf Dem Ge­biete des Turnerschwimmens mitwirlen. So weist das Schauspringen eine erstklassige Besetzung auf, da es gelungen ist, die Frankfurter Riege für Kunstspringen, der die D. T.-Meisterin A n n i Kapp, sowie der Meister der Aelteren, Hem­mer, und Sieger auf großen D.T.-Schwimm- festen und Meisterschaften, wie Wilhelmine Der- be ul, Hermann Stork, Demhold und andere an­gehören, für diese Veranstaltung zu gewinnen. Außerdem haben Heinrich Schmidt T-G. Offenbach, 3. Sieger im Turmspringen für Turner in Köln, sowie die 1. Wasserballmannschaft des Turn- und Fechtklubs Hanau (Gauverbands- meifter 1928) ihr Erscheinen zugesagt. Die Dar­bietungen der Abteilung, wie Reigenschwimmen. Figurenlegen, Springen usw. sind durchsetzt mit Staffelweltkämpfen der Turner gegen den Turn-

Ehrenpreis und der Verleihung der Denicker-We- daille anschlvh. Die Preußische Akademie der Wissenschaften und viele bedeutende Körperschaf­ten wählten ihn zum Korrespondierenden oder Ehrenmitglied. Die Stadt Marburg, in der er fo lange gewirkt hatte, ehrte ihn durch das Ehren­bürgerrecht; Fürsten und Landesherren des Deut­schen Reiches überreichten ihm Orden und Ehren­zeichen. Der Kaifer erhob ihn 1901 in den erb­lichen Adelsstand. Im Jahre 1903 erfolgte von Behrings Ernennung zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem PrädikatExzellenz".

Zu früh für die Wenschhett starb er am 31. März 1917. Seine irdische Hülle ruht im Mausoleum in Warburg a. 6. L.. unweit der von ihm begründeten Behrmgwerke, im tiefen Frieden der Vatur. lieber fein Grab hinaus lebt weiter fein Werk. Vicht zu heilen, sondern vorzubeugen schien ihm von jeher die vornehmste Aufgabe des Arztes. Er löste sie für feinen Teil. 3n feinem Diphtherie-Schutzmittel hinterlieb er eine Waffe stärker selbst als die der Bekämpfung der Diphtherie. Diese letzte und genialste Schöpfung Behrings, das Auftreten der Diphtherie durch Impfung unmöglich zu machen, beschäftigt ge­rade in unseren Tagen in stärkstem Maße die ge­samte Aerzteschast und die Oessenllichkett.

Entscheidungskdmpf in Mexiko.

von AMERIKA

können größere Truppenansammlungen nicht ma- növerieren, die Marschbewegungen sind beschwer­lich, und ein Teil der Soldaten begeistert sich weniger für die Sache, für die er kämpft, als für die Vorteile, die sich ihm bieten. Der General, der den besseren Sold und die bessere Verpflegung zu geben vermag, kann auch mit dem größeren Anhang rechnen. Defertationen sind an der Tagesordnung. Bataillone, die heute unter den Rebellen kämpfen, gehen morgen zur Regierung über, sind aber vielleicht übermorgen wieder im Lager der Aufständischen, oder sie gehen in die Berge, vereinigen sich mit den Desperados und widmen sich dem lukrativen Danditenhandwerk und dem Plündern von Eisenbahnzügen.

Mexiko zählt ungefähr 15 Millionen Einwoh­ner, wovon aber nur etwa 10 vH. reine Weiße find. Die übrigen sind Mischlinge oder In­dianer, die im entfernten Westen, in QJufatan, noch sehr wenig mit der Kultur in Berührung gekommen sind. Ein großer Tell der Indios befand sich bis vor kurzem noch in einem Hörig­keitsverhältnis zu den großen Grundbesitzern. Die radikale Regierung von Calles wollte nicht nur mit allen Mitteln die Herrschaft der katholischen Kirche brchen mit Mitteln, die schließlich in blutige Verfolgungen ausarteten, sondern sie versuchte auch die Macht der Großgrundbesitzer zu vernichten und die Indios zu emanzipieren. In den Jndustrie- distrikten, namentlich im Petroleumgebiet von Tampico, setzte mit Unterstützung des Arbetts- Ministers Morones, eine halb syndikalistische, halb bolschewistische Propaganda ein. Die ver­schiedensten Elemente, deren Interessen durch die Regierung verletzt worden waren, sammelten sich auf dem Boden einer unversöhnlichen Feindschaft gegen die Zentralregierung in Mexiko, nament­lich gegen Calles, und der Ausbruch der Revo­lution wurde unvermeidlich.

Wenige Sage vor dem Pronunciamento der Generäle hatten sich die Parteien der Opposition in Queretaro in Queretaro wurde der un­glückliche Kaiser Maximilian von Meriko, der Bruder des Habsburgers Franz Joseph, er- schossen versammelt und dort mag auch das Programm der Revolutionäre festgesetzt worden sein. Die Glaubensfreiheit und der Religions­friede sollen demnach in Mexiko wiederhergestellt werden. Da der größte Teil der Indios und der Landbevölkerung streng katholisch gesinnt ist, so findet dieses Versprechen die Zustimmung der meisten Mexikaner. Es erscheint aber wahrschein- Studien und ein überraschendes Devbachtungs- vermögen machten sich schon damals bei ihm be-

lich, daß überhaupt mit dem radikalen KurS der letzten Regierungen aufgeräumt und die Herr- schäft der ,Hidalgos" und der großen Grund- befitzer erneuert werden soll. Die Aufständischen sind gut bewaffnet und verfügen über aus- reicheiche Geldmittel-

Wenn die Regierung in Wafhing ton sich auch streng neutral verhält und dem Präsi­denten Portes GU ihre Sympathie aussprechen lleß, so mögen die reichen Oelinaanaten der Ver­einigten Staaten, denen die meisten Petroleum­quellen in Mexiko gehören, doch ihre eigenen Ziele verfolgen, wie sie das häufig genug in Mittel- und Südamerika getan haben, und mögen die Revolution finanzieren. Expräf ident General Huerta, der wiederholt fein Land mit Bürger­krieg überzog, lebt in den Vereinigten Staaten unv hat dort viele Freunde. Wie immer der Aufstand auch enden mag, ob nun die Regierung oder die Generäle siegen, so wird er nicht den Abschluß der Wirren bringen, sondern nur eine Epoche im Jahrzehnte dauernden Kampfes bedeu­ten. Man wollte in Mexiko,! das in einigen Teilen noch in Gedankengängen wie vor 300 Jahren lebt, die Errungenschaften der modernsten Demo­kratie einführen. Der Versuch mußte mit revo- lutionären Explosionen und Blutvergießen be­zahlt werden.

Oie Beisetzung des Darmstädter Oberbürgermeisters.

WSV. Darmstadt, 13. März. Unter ^ahl- reicher Te.eiligung der Bevölkerung fand heute vormittag auf dem Waldfriedhof die Bei­setzung des am Sonntag verstorbenen Ober­bürgermeisters der S.adt Darmstadt, Dr. Gläs- sing, statt. Gemäß einem Wunsche des Ver­storbenen war von einer größeren Trauerkund- gebung abgesehen worden. Als gegen 11 Uhr der Sarg mit der sterblichen Hülle Dr. Glässings vor der Halle aufgebahrt wurde, versammelten sich um ihn neben den Farnttienangehörigen die Spitzen des Staates und der Stadt, Staats­präsident Adelung, die Minister Leu sch- ner und Kirnberger. Landtaaspräsidentund Bürgermeister Delp. Bürgermeister Müller, Ritsert und Buxbaum (Darmstadt). Ober­bürgermeister G r a n z i e n (Offenbach) als Ver­treter des Hessischen Städtetages, Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Ritzel (Michelbach) für den Hessischen Landgemeindetag, die Ober­bürgermeister von Gießen, Frankfurt und Mainz, Dr. Keller, Dr. Landmann und Dr. Külb, inmitten der in Wichs erschienenen Studentenschaft die Spitzen der Technischen Hoch­schule. außerdem Vertreter zahlreicher Korpora­tionen, die Stadtverordneten und Zahlreiche Land- tagsabgeordneie. Vach der Rede des Stadt- Pfarrers Lautenschläger legte Bürgermeister Müller (Darmstadt) für feine Kollegen und die Stadtbeamten einen Lorbeerkranz am Sarge des verstorbenen Oberbürgermeisters nieder. Ihm schloß sich eine Reihe von Kranzniederleg'mgen von Vereinen und Verbanden an. Die Einseg­nung war von musttalischen und Chorvorträgen des Vereinten Sängerbundes umrahmt, Vach einem Choral am offenen Grabe schloß sich über der sterblichen Hülle eines Mannes die Erde, der sich in jahrzehntelanger Arbeit große Ver­dienste um die S adt Darmstadt und ihre Bürger­schaft erworben hat.

Anläßlich des Ablebens des Oberbürgermei­sters Dr. Gl äs sing versammelten sich gestern mittag die Stadtverwaltung und Stadtverord­neten, sowie Vertreter der städtischen Beamten, Angestellten und Arbeiter zu einer außer­ordentlichen Stadtverordnetenfit- zung. Der verwaiste Platz des Oberbürger­meisters war pietätvoll mit einem schlichten Kranz geschmückt, übet den die goldene Amtskette der Stadt Darmstadt gelegt war. Mit tiefem Ernst folgte die Trauerversammlung der Gedächt­nisansprache. die Bürgermeister Müller hielt, und die nach einer formellen Inkenntnis­setzung der Stadtvertretung von dem plötzlichen Ableben des Stadtoberhauptes eine warme Wür­digung der Verdienste des Toten enthielt. Stadi-

heit dem Diphtherie-Heilserum ebenbürtig zur Seite steht. Darüber hinaus widmete der große Gelehrte sein ganzes Leben der Tuberkulose­forschung. Die Fülle der ihn beherrschenden Probleme drängte zur Schaffung von Arbeits­stätten. in denen der Forscher jederzeit seine Gedanken und Pläne in die Wirklichkeit um­sehen konnte.

In M a r b u r g an öer Lahn gründete Behring im Jahre 1904 vorbildliche eigene Forschungs­institute und Laboratorien zur Serumgewinnung, die er später unter dem *21 am enB ehring- werke" zusammenfaßte. Dis zu seinem Tode leitete er selbst das heute in de; ganzen Welt bekannte Werk, dessen Sera überall gebraucht werden.

Emil von Behring gehört zu den seltenen Er­scheinungen in der Wttt großer Geister, die trotz heftiger Kämpfe die volle Anerkennung ihres Werkes erleben durften. Zahllos waren die Ehrungen, die ihm bereitet wurden. Das Institut de France und die Pariser Academie de Mediane überreichten ihm schon 1890 Ehrenpreise von 50 000 und 25 000 Franken, denen der französische Staat die Ernennung zum Offizier der Ehren­legion folgen lieh. England ehrte ihn durch die Ehrenrnttgliedschaft des Royal Institute of Public Health, das ihm die große goldene Harben-We» daille verlieh. In Anerkennung feiner Leistungen überreichte ihm der König von Italien das Kommandeur-Kreuz der Italienischen Krone. 2n den Vereinigten Staaten von Vordamerika wurde er Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Science und der New-York Academy of Me­diane Oesterreich-Ungarn, Rußland, die Türkei, Rumänien, Schweden, Belgien und andere Staa­ten erhoben ihn zum Ehrenmitglied ihrer bedeu­tendsten wissenschaftlichen Gesellschaften. Als im Jahre 1901 zum ersten Male der Nobelpreis verteilt wurde, fiel die Wahl auf Behring als den bedeutendsten Forscher der Welt auf medi­zinischem Gebiete.

Es war nur selbstverständlich, daß in Deutsch' land Wissenschaft und öffentliches Leben nicht zurückstanden, ihn nach Gebühr zu ehren. Bereits 1893 erhielt er den Titel Professor, 1895 wurde er Geheimer Medizinalrat. Im gleichen Jahre verlieh ihm die Senckenbergisdie Vaturforschende Gesellschaft in Frankfurt a. W. die Tiedemann- Medaille mit einem Ehrenpreis, der sich 1897 die Würzburger Medizinische Fakultät mit einem

JMäfa moros

aber der Pistolenschuß, mit dem der jetzt Hingerichtete Fanatiker Jose Toral den erwähllen Präsidenten Obregon ermor­dete, hatte jede Vermittlung unmöglich gemacht. Die auf gefeit f<bten Leidenschaften fanden kein Ventil zur Enlladung und wieder brach der Bürgerkrieg in Mexiko aus.

Die Vachrichten über den Verlauf der Kämpfe lauten verworren. Die ersten Erfolge der rebelli-

merkbar.

3m Jahre 1882 tritt er mit einer yrundlegen- den, völlig neuen Anschauung über die Wirkung öer bakterientötenden Mittel hervor und widmet die nächsten Jahre der intensiven Arbett auf diesem Gebiet. Hier liegen die Wurzeln zu der späteren großen Entdeckung der Dlutserumthera-ie, deren Anerkennung und Durchführung Behring ein ganzes Leben voller Kampf und Arbett ge­widmet hat. _ ,

Er verläßt nun die milttararztliche Laufbahn, wird Wissenschaftlicher, experimentiert unter den schwierigsten wirtschaftlichen Verhältnissen und gibt im Winter 1890 seine bahnbrechende Ent­deckung der Blutserumtherapie be­kannt. Diese Entdeckung gipfelt in der Fest­stellung. daß dem Blutserum erkrankt gewesener Tiere die Fähigkeit innewohnt, andere Tiere von der gleichen Krankheit zu heilen. Bei der Diph­cherie erwies sich diese Erkenntnis, übertragen auf den Menschen, als ein durchschlagender Er­folg. der zum Sieg wurde, als es ihm im Jahre darauf gelang, die ersten diphtherie­kranken Kinder in der von Dergmannschen Klmtt in Berlin mit dem Behringschen Diphtherie-Heil­serum zu retten. Das Problem war gelöst. Run galt es. Widerstände und Mißverständnisse schwie­rigster Art wegzuräumen und der Serumcherapie den Weg frei zu machen zum Wohle der ganzen Menschheit. Zu überzeugend waren die Beweise der Richtigkeit seiner Anschauungen, als daß Gegnerschaft und Veid den Siegeszug der großen Entdeckung hätten hemmen können. Auf der ganzen Welt bestätigten die durch das Diph'.herie- Heilserum erzielten Erfolge die Richtigkeit der Behringschen Lehre. Die Diphtheriekrankheits- ziffern sanken überall, wo der Arzt zum Diph­therie-Heilserum griff: der Menschheit war eine Geißel abgenommen, die unter den Kindern am schrecklichsten gewütet hatte. Run kam es darauf an, Heilsera in größtem Waßstabe zu goto innen, um sie der gesamten Kulturwelt zugängig zu machen. In kurzer Zett verwendeten die meisten Aerzte der Welt das Behringsche Heilmittel im erfolgreichen Kampfe gegen die Diphtherie.

An dieser Stelle sei erwähnt, daß es Behring zusammen mit Kitasato bereits 1890 gelungen war, das Wundstarrkrampfserum her- zustellen, daS in seinem Wert für die Allgemein-

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Oer Anknüpfungspunkt.

Ich treffe in Wien den k. u. k. Dragonerrittmeister a. D. Iuhaszi de Strzwicz-Südsturm, dürr und vor­nehm:Servus!" sagt er,bist verheiratet?"

Nein!"

Na, Zeit wär's schon dazu!"

Ja, wenn man keine hat"

Was red'st denn: keine hat! Alsdann da stehn lauter vierstockhohe Eckhäuser. Na also! Da sagt dir doch dein gesunder Menschenverstand, die müssen jemandem aehören. Na schaust! Und diese Haus- besiker müssen doch Töchter haben."

IAber"

A was! So sind die jungen Herren! Zu meiner Zeit da hättest geschaut! Ein' Anknüpfungspunkt mutz man haben, weißt. Also paß auf:, du gehst einfach in so ein Eckhaus und sagst: Fräulein fein gewiß aus Wien? Und dann sagt sie: Natürlich: Na und dann sagst: Ich bin net aus Wien! Schaust, I da hast du einen Anknüpfungspunkt, das übrige geht eh von selbst."

| Heinrich Zillich.

Die Wirren in Mexiko

Don E. von llngern-Sternberg.

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Das Aufstands-

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