Ausgabe 
13.5.1929
 
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und die Anwesenheit einer so hohen'und erlesenen Patenschaft soll uns eine gute Vorbedeutung sein.

Regierungs-Baurat Metzger. Friedberg vom Hochbauamt Friedberg, der Architekt und Er­bauer des Instituts, schilderte dann die bauliche Ge­staltung dieses Hauses der LVissenschaft. Der Neubau erhielt eine eigenartige Grundrißgestaltung, die darin besteht, daß keine Flure angelegt wurden, wodurch die zentrale Lage der Wartehalle in Verbindung mit der neuartigen Anordnung der Ankleidekabinen und Untersuchungsräume eine außerordentlich schnelle Abwicklung der Untersuchungen, selbst bei stärkster Frequenz, und mit denkbar wenig Personal ge- wärhrleistet wird. Im Erdgeschoß sind die Unter­suchungsräume für die Patienten mit den dazu­gehörigen Kabinen untergebracht. Das Untergeschoß enthält die Räume für wissenschaftliche Versuche mit einem Badelaboratorium, das der wissenschaftlichen Untersuchung der Wirkung der verschiedenen Bäder­arten dient. Im Obergeschoß liegen der große Hör­saal, der Kursaal, ein Raum für Sammlungen und die nötigen Nebenräume. Der Hörsaal bietet über 200 Hörern Platz und ist auch ftir Lichtbildoorfüh- rungen eingerichtet. Ferner ist das Institut, nach den neuesten Grundsätzen der Technik erbaut, mit den modernsten wissenschaftlichen Apparaten ausgerüstet. Di« Gesamtkosten einschließlich des Mobiliars belau­fen sich auf 430 000 Mark. An der Ausführung waren fast durchweg hiesige Firmen und Handwer­ker beteiligt. Für die Anordnung und Gestaltung der Neuanlage mußte die enge örtliche Beziehung zu einer fo bedeutsamen Baugruppe, wie sie die Sprudelhofanloge darstellt, von grundlegender Be­deutung sein. Was diese Anlage und überhaupt die gesamten Badeanlagen Bad-Nauheims so wesentlich gegen andere Badeanlagen auszeichnet, ist neben den vollkommenen technischen Einrichtungen die Einheit­lichkeit ihrer Architektur. Ueberoll, man kann wohl sagen, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus, wird dies anerkannt, und es war deshalb für den Architekten Gebot, den Neubau in diesen gegebenen Rahmen einzufügen. Wohl mögen Vertreter der so­genannten neuen sachlichen Architektur anderer Mei­nung sein. Auch die Hessische Staatsbauverwaltung steht auf dem Standpunkt, daß bei den Bauaufgaben unserer Zeit ein eigener Ausdruck gefunden werden muß, daß aber dabei die Lebensanschauungen des eigenen Volkes und die Gegebenheiten der Natur des Landes zu berücksichtigen sind. In diesem Sinne ist der Neubau entstanden.

Mcdizinalrat Prof. Dr. Weber, Bad-Nauheim

der Leiter des Medizinischen Instituts. ging dann in längeren Ausführungen auf die bisherigen Ar­beiten des Medizin isch-balneologischen Instituts ein. Er schilderte die Zweckbestimmung der ein­zelnen Räume des Reubaues und umriß das Forschungsgebiet, das der ärztlichen Wissenschaft durch das Institut erschlossen wurde. Er zeigte an verschiedenen Beispielen (Liebertragung von nor­malen und kranken Herztönen durch Lautsprecher) die Fortschritte der Wissenschaft im Dienste des Kranken. Auf drei Gebieten werde in dem neuen Institut diese Möglichkeit geboten: auf dem Ge­biete der Diagnostik, der Forschung und des Llnterrichts, eine Dreiteilung, der die Gliederung des Baues entspreche. Von besonderem Interesse war von den weiteren Ausführungen Professor Webers die Mitteilung, daß die gemeinhin herr­schende Auffassung, die Tuberkulose sei unsere mörderischste Krankheit, ein Irrtum sei. An Hand von amerikanischen Statistiken wies der Redner nach, daß Herzleiden viel mehr Todesopfer for­dern.

Ge. Magnifizenz der Rektor der Landes-Universität Prof. Dr. Herzog überbrachte die Glückwünsche der Alma mater Ludoviciana mit folgender Ansprache: Es ist meinen Kollegen und mir eine hohe Freude, der Einladung des Herrn Finanzministers folgend, an der Einweihung des Staatlichen Medizini-

Vornan einer Nacht

Von Paul Rofenhayn.

26. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Die Sache liegt einfacher, Herr Präsident!" antwortete der Zeuge, indem er sich mühsam aus dem Sessel erhob; der Vorsitzende bedeutete ihm durch eine Handbewegung, seine bequeme Stel­lung beizubehalten.

Rur ich heiße Bruno Riedinger."

Lind der Ermordete?"

Der Ermordete hatte in Wahrheit einen russi­schen Ramen, den er zu verheimlichen wünschte."

Hier stimmt etwas nicht," warf der Staats­anwalt ein, indem er sich erhob.Die Kleider oes Ermordeten hatten taffächlich die Initialen B. R.

Ich wollte diese Llebereinstimmung eben er­klären. Der Ermordete hieß in Wahrheit Doris Remisow. Mit anderen Worten: Er hatte einen Ramen. dessen Anfangsbuchstaben zufällig mit Len meinen übereinstimmen."

Lind warum nannte er sich Bruno Riedinger?"

Ich sagte es schon: wegen der gleichen Ini­tialen."

Ich verstehe noch nimmer nicht," sagte der Vorsitzende kopfschüttelnd,die Initialen des Herrn Remisow waren doch schließlich der Kon­trolle der Oesfentlichkeit nicht zugänglich."

Remisow durste seinen Ramen nicht nennen; der Rame Remisow hätte augenblicklich die Auf­merksamkeit gerade derjenigen aus ihn gelenkt, denen er sich zu entziehen wünschte."

Das erklärt keineswegs, warum er sich just den Ramen eines Bekannten zulegtc. Hier liegt, vermute ich," der Vorsitzende wiegte unwillig Len Kopf,hier liegt irgend etwas zugrunde. Etwas Kriminelles. Warum hat Remisow sich gerade Ihren Ramen zugelegt, Herr Riedinger?"

Riedinger machte eine hilflose Handbewegung. Wenn ich Ihnen aus diese Frage mit der vollen Wahrheit antworten soll, so muß ich Ihnen sagen: Ich weiß es nicht. Wir sahen eines Abends zusammen in einem kleinen Restaurant. In unserem Gespräch stellte sich heraus, daß wir die gleichen Initialen haben; Remisow, der schon ein bißchen angeheitert war, machte mir lachend den Vorschlag: Ich möchte'ihm erlauben, meinen Ramen zu führen."

»Was antworteten Sie auf diesen Vorschlag?"

Ich nahm ihn zunächst nicht ernst; ich glaubte, das wäre so eine gleichgültige und scherzhafte Angelegenheit, wie man sie wohl bei einem Glas Punsch bespricht."

2lls Sie nun aber merkten, daß es keine gleich, gültige Angelegenheit war?"

»Run daß Remisow sich verfolgt fühlte, hatte er mir bereits gestanden. Ich wollte das meinige dazu tun, ihn zu retten."

schen Instituts in Bad-Rauheim teilnehmen und dem jungen Geburtstagskind die Glückwünsche der Ludwigsuniversität aus den Lebensweg mitgeben zu können. Wir fühlen uns dabei auch als Tauf­paten, da in dem neuen Staatshaushalt das In­stitut zugleich als Medizinisch-balnevlogisches Lkniversitätsinstitut erscheinen und sein Leiter als planmäßiger Professor seinen Sitz in der Medizinischen Fakultät haben wird, wofür wir der Staatsregierung zu großem Dank verpflich­tet sind. Damit werden freundnachbarliche Be­ziehungen zwischen Gießen und Bad-Rauheim fest geknüpft, die schon bestanden haben, ehe das berühmte Herzbad zum Hessischen Staat kam. Die oberhessische Gesellschaft für Ratur- und Heil­kunde hat schon in der Mitte des vorigen Iahr- hunderts Sitzungen in Bad-Rauheim cchgehalten. Der Botaniker Höck und der Geologe Ludwig haben diese Deziebungen besonders gepflegt, und der Chemiker Will hat Quellenanalhsen gemacht. Mit der wachsenden Bedeutung des Rauheimer Kurbetriebs für die Therapie, besonders der Herzkrankheiten, hat die Universität diesem Lehr­fach immer intensivere Beachtung geschenkt. Die Balneologie ist als Llrtterrichtsfach in den medi­zinischen Unterricht ausgenommen worden und wird regelmäßig von der therapeutischen, geo­logischen und chemischen Seite behandelt. Ganz besonders freuen wir uns daher, in dem Gei ter des neuen Institutes einen langjährigen Kollegen zu beglückwünschen, der nun bald voll der Un­sere sein wird. Aber neben den wissenschaftlichen Wünschen, deren Dolmetsch der Herr Dekan der Medizinischen Fakultät fein wird, möchte ich noch einem menschlichen Wunsch Ausdruck geben. Für uns Gießener. Dozenten wie Studenten, ist Bad-Rauheim nicht nur eine Heilstätte für die Kranken und eine Lehrstätte für die AerUe. son­dern auch ein lieblicher Erholungsort, oen wir immer schon gern aufsuchen. Ietzt werden wir erst recht für unsere Pflicht und unser gutes Recht halten, Bad-Rauheim als Universitäts­bad zu stiller Erholung und fröhlichen Festen aufzusuchen. Möge dieses neue Band immer fester werden zum Rutzen und zur Freude für beide Teile!

Der Dekan der medizinischen Fakultät Prof. Dr. med. Herzog, Gießen

überbrachte in herzlichen Worten die Grüße und Glückwünsche der hessischen Landesuniversität zu diesem Festtage der medizinischen Wissenschaft, wies dann darauf hin. daß der Leiter des Medi­zinischen Instituts gleichzeitig planmäßiger außer­ordentlicher Professor und Fachvertreter für Bal­neologie in der medizinischen Fakultät zu Gießen sein werde, und begrüßte namens der FiUultät diese Symbiose mit Bad-Rauheim aufs wärmste und dankte dem hefsischen Finanz- und Kultus­ministerium für diese glückliche, in einsichtsvoller Zusammenarbeit getätigte Lösung. Hierauf sprach der Redner in großen Zügen über die Bedeutung der Balneologie im medizinischen LInterricht, und schloß seine Ansprache mit dem Wunsche,daß die mit diesem neuerrichteten Institut geschaffene Verbindung der hessischen Landesuniverfttät und des hessischen Landesbades sich auswirken möge zum Heile der leidenden Menschheit, zum Wohle unseres Volkes. Mögen die Llniversität Gießen und das Bad Rauheim in diesem Institut ein dauerndes Gemeinsames besitzen, das sich unter beider Pflege entwickeln möge zu einer weiteren befonderen Blüte an dem Baume der Kultur unseres lieben Hessenlandes."

Weitere Glückwunschansprachen

hielten der Präsident des Direktoriums der Deichsversicherungsanstalt für Angestellte Dr. von Olshausen, Berlin; Bürgermeister Dr. Ahl, Bad-Rauheim, im Ramen der Stadtver­waltung Bad-Rauheims, der zugleich der Re­gierung namens der Stadt herzlichen Dank sagte für dieses neue Werk und den ständigen Aus­bau des Bades, Sanitätsrat Dr. Hahn, Bad-

Hm. Hat er Ihnen für die Lleberlassung Ihres Ramens Geld geboten?

Rein. Herr Präsident."

Hat er Ihren Paß an sich genommen?"

Rein."

Sie hatten also im Grunde kein Risiko?"

Richt das geringste."

Welcher Art waren nun eigentlich Ihre Be­ziehungen zu Remisow?"

Zögernd antwortete Riedinger, mit einem schnellen Blick auf Marfa Ermolieff:

Llnsere Beziehungen waren ganz äußerliche."

Das alles klingt nicht sehr plausibel."

Eine andere Frage," sagte der Staatsanwalt. Ist Ihnen der Rame Fedor Sokoloff bekannt?"

Fedor Sokoloff...?" Riedinger sah unschlüssig hinüber zu Marfa Ermolieff, die, eine tiefe Falte zwischen den Augenbrauen, an ihm vorbeisah.

Run, Herr Riedinger?"

Der Rame Fedor Sokoloff ist mir nicht be­kannt."

Der Staatsanwalt drehte den Kopf zu der Angeklagten hinüber; er sah, daß ein befreiter Ausdruck in ihr Gesicht trat und er blickte hinüber zu Bruno Riedinger. der schweigend vor sich niedersah.

Sie haben uns ein Telegramm geschickt, Herr Riedinger. ein Marconitelegramm von Bord der Eva Sullivan". In diesem Telegramm verspre­chen Sie uns eine wichtige Aussage. Daß sie wichtig ist oder daß Sie sie zum mindesten für wichtig halten, geht aus der Tatsache hervor, daß Sie mitten aus der furchtbaren Katastrophe hier­hergeeilt sind. Was also haben Eie uns Lleber- raschendes zu sagen?"

Alles blickte auf Riedinger, der sich, vielleicht in einem Anfall von Schwäche, in seinen Sessel zurücklehnte und die Hände schwer auf die Polster­lehnen fallen ließ.

Ich kann mir denken, daß dies alles Sie sehr angreift. Falls es Ihnen lieber ist, könnten wir Sie vielleicht morgen ..."

_Rein, nein, wehrte Riedinger ab, mit einer Stimme, die plötzlich matt und gebrochen klang.

Im Zuhörerraum entstand eine leise LInruhe. Der Präsident blickte hinüber und grüßte erstaunt, indem er sich halb erhob.

Es war Linda Andersen. Die Frau des Polizei­präfekten.

Ich bin gekommen," sagte Riedinger,um Sfjnen zu sagen, daß Marfa Ermolieff...." er blickte hinüber zu der Angeklagten, die beide Hände gegen ihn erhob, so als ob sie ihm Schweigen gebiete; indem er leise, vielleicht un­bewußt, den Kopf schüttelte, fuhr er fort:

. -. Laß Marfa Ermolieff unschuldig ist."

Daß Marfa Ermolieff..." wiederholte der Vorsitzende; er sah hinüber zu den beiden Ver­teidigern, die fast gleichzeitig aufgesprungen waren

Rauheim, als Vorsitzender der Vereinigung der Bad-Rauheimer Aerzte. Dr. O e h 1 e r m a n n als Vertreter der Hessischen Aerztekammer und Ge­heimrat Professor Dr. Sommer, Gießen, als Vertreter der Allgemeinen ärztlichen Geselffchaft für Psychotherapie.

Eine Ehrenpromotion.

Am Schlüsse der akademischen Feier würdigte der Dekan der medizinischen Fakultät der Landes­universität Gießen die hohen Verdienste des Ministerialdirekwrs Heinrich Schäfer zu Darmstadt um die Schaffung des neuen Medi­zinischen Instituts, und gab bekannt, daß an­gesichts dieser großen Verdienste die medizinische Fakultät der LandesuniversitätHerrn Hein­rich Schäfer in Darmstadt, Ministerialdirektor im Hessischen Ministerium der Finanzen, den tat­kräftigen Freund der medizinischen Fakultät an der Landesuniversität, der. nur von sachlichen Erwägungen geleitet, allzeit als wohlwollender Förderer der Bestrebungen der Fakultät sich er­wiesen hat. der zielbewuht und unermüdlich da-

und auf den Zeugen zugingen.Sie sagen, daß Marfa Ermolieff unschuldig ist. Run gut.wir wollen gern hören, was Sie uns darüber Räheres mitzuteilen haben. Daß ein Mord geschehen ist, steht freilich fest. Marfa Ermolieff ist unschuldig. So sagen Sie. Wer also hätte die Tat Ihrer Meinung nach begangen?"

Bruno Riedinger erhob sich mühsam. Er schien dem Blick der Angeklagten auszuweichen; er stützte sich mit der Linken auf 2ne Lehne des Sessels; die rechte Faust hatte er in die Hüfte gestemmt. Man sah. daß es ihm Mühe machte, sich aufrecht zu halten.Wer der wirkliche Täter ist... nun wohl, Herr Vorsitzender, es hat keinen Zweck, einen Menschen schonen zu wollen, es wäre ein Verbrechen, einen Schuldigen der Strafe zu entziehen wenn ein Llnschuldiger an seiner Stelle büßen soll."

Wie von Marfas Blick angezogen, wandte er sich plötzlich zurück.

Dort stand Marfa, hochaufgerichtet, und schrie in den Saal hinein:

Ich verbiete dir, den Ramen zu nennen!

Aus dem Zuhörerraum kamen laute Ausrufe; mehrere Männer waren aufgesprungen, alle sahen auf Riedinger, auf Marfa Ermolieff.

Der Vorsitzende preßte das Taschentuch auf die Stirn und sagte mit leiser, doch scharfer Stimme:

Warum soll Herr Riedinger den Ramen des Schuldigen nicht nennen?

Fedor Sokoloff erscheint.

Roch eine Frage;" Doktor Iulsrud, der zweite Verteidiger, trat an Riedingers Tisch heran.Cs ist in dem allgemeinen Tumult kaum bemerkt worden: Wie kommt es, daß die Angeklagte Die mitdu" anredet, Herr Riedinger?"

Riedinger machte eine ratlose Handbewegung; aber der Vorsitzende kam Iulsrud zu Hilfe.

Der Herr Verteidiger hat recht. Ich mutz seine Frage in aller Feierlichkeit noch einmal stellen. Welches sind Ihre Beziehungen zu der Ange­klagten Marfa Ermolieff? Wie kommt es, daß sie du zu Ihnen sagt?"

Die Erklärung," sagte Riedinger.die Erklä­rung, die ich Ihnen dafür geben kann, ist, wie ich glaube, ebenso kurz wie einleuchtend. Marfa Ermolieff sagt du zu mir, weil sie meine Frau ist."

Ihre Frau?" wiederholte der Vorsitzende fas­sungslos.

Wieder entstand lärmendes Gemurmel; ein paar 6er Geschworenen standen auf und traten lebhaft gestikulierend an die Barriere.

Ihre Frau?" wiederholte der Vorsitzende mit einer Stimme, aus der unverkennbar Erschütte­rung klang.Marfa Ermolieff ist Ihre Frau...? Das rückt die ganze Angelegenbeit in ein völlig neues Licht. Die Angeklagte ist Ihre Frau demnach müssen Sie mit diesen Dingen verwoben

für etngetreten ist. trotz größter Schwierigkeiten, daß -um Heil der Kranken in Bad-Rauheim das medizinisch-balneologische Institut errichtet und damit der hessischen Landesuniversität eine neue Forschungsstätte gegeben werden konnte, ehren­halber zum Doktor der Medizin ernannt Hal."

Der Ausklang des Festtages.

Rach den Dankesworten Dr. Schäfer« schloß die Feier, der dann ein Rundgang durch das In­stitut folgte. Hierauf versammelten sich die Fest­teilnehmer im Epeisesaal des Kurhauses zu einem von der Regierung gegebenen Essen. Finanz­minister Dr. Kirnberger brachte dabei einen Trinkspruch aus auf alle, die Bad-Rauheims Forderung mit unterstützen. Staatspräsident a. D. Lllrich pries die Hellkrast der Bad-Rauheimer Quellen, die er in 35jährigein Gebrauche selbst erfahren habe. Kreisdirektor R e ch fh i e n . Fried­berg. dankte der hessischen Regierung namens der Gäste für die großzügige und herzliche Gast­freundschaft. Eine gemeinsame Kaffeetafel im Kurgarten beschloß den Tag.

fein, Sie müssen viel mehr wissen, als es bisher den Anschein hatte. Warum erfahren wir erst jetzt, wie die Dinge liegen? Welchen Grund hatte Ihre Frau, es zu verheimlichen, daß sic die Gattin des Zeugen Riedinger ist? Das alles sind Fragen, deren Beantwortung ich von Ihnen fordere, Herr Zeuge! Sagen Sic mir klipp und klar: Wer ist nach Ihrem besten Wissen der Täter?"

Während Bruno Riedinger sich von neuem in seinem Sessel aufrichtete, während ihn die An­geklagte gespannt, angstvoll, mit einem nervösen Zucken ihrer Augen betrachtete während sich die Atmosphäre dieses Saales von Sekunde zu Sekunde fühlbar verdichtete, geschah jener selt­same Zwischenfall, der den Ereignissen dieser Rächt, dem ganzen Verlauf dieses Prozesses mit einem Schlage Die entscheidende Wendung gab.

Eben flüsterte jemand man wußte nicht, von der Geschworenenbank, vom Zuhörerraum . man hörte nur das Flüstern eines Ramens. man hörte deutlich, Latz die Stimme wisperte:

Fedor Sokoloff -"

Da geschah es plötzlich, daß ein Iustizsoldat mit einer hastigen Llnbekürnmertheit. die fast , respektlos wirkte, die hohe Tür öffnete und in sichtlicher Erregung auf den Vorsitzenden zutrat. Er hielt eine Karte in der Hand, die ihm der Vorsitzende mit einer gleichgültigen Frage ab­nahm. Während der Präsident den Ramen laS, der auf dieser Karte stand, sah ihm der Iustiz­soldat ins Gesicht. Der Präsident las den Ramen zum zweiten Male; dann stand er auf und sagte mit vor Erregung vibrierender Stimme:

Wissen Sie, meine Herren, was auf dieser Karte steht?" Er sah dem Iustizsoldaten ins Gesicht und herrschte ihn an:Ist der Herr wirk­lich draußen?"

Gewiß, Herr Präsident."

Der Vorsitzende warf die Karte mit einem harten Ruck auf den Tisch und sagte in den Saal hinein, mit einem Blick, der die Angeklagte, die Geschworenenbank, den Zuhörerraum, umfaßte:

Auf Lieser Karte steht, Latz Fedor Sokoloff draußen ist und um seine Vernehmung bittet."

Fedor Sokoloff," wiederholte der Staats­anwalt; er sah die beiden Verteidiger an, die seinen Blick achselzuckend, hilflos erwiderten; der Vorsitzende stand noch immer, er hatte die Karte wieder in die Hand genommen und las den Ramen, als ob er an eine Täuschung glaube, an einen Sput, an einen Scherz; alles sprach, rief, schrie durcheinander, jemand, vielleicht ein Ge­schworener, war an die Barriere des Zuschauer- raumes getreten; wieder blickte der Vorsitzende hinüber. Dort drüben stand bleich, mit halbge­schlossenen Augen. Linda Andersen; er grüßte mit einer Verbeugung hinüber, die Linda mit abwesendem Lächeln beantwortete.

(Fortsetzung folgt.)

Tumen, Sport und Spiel.

Opelbahnrennen m Rüsselsheim.

Etwa 20 000 Zuschauer waren gestern aus der engeren und weiteren Umgebung bei schönem Wet­ter gekommen, um dem zu einer allgemeinen Po­pularität gewordenen Opelbahnrennen, die diesmal vom Allgemeinen Deutschen Automobil-Club ge­meinsam mit dem Deutschen Motorradfahrer-Der- band veranstaltet wurden, beizuwohnen.

Der mit großer Spannung erwartete Reoanche- kampf zwischen dem bekannten früheren BMW- Fahrer S o e n i u s (Köln) und dem Italiener Vertun kam nicht zustande, denn beide Fahrer kamen in sämtlichen Rennen infolge dauernder Ma­schinendefekte überhaupt nicht zur Geltung.

Im ersten Rennen der Maschinen nicht über 250 can über 22,5 Kilometer fiel Soenius gleich nach dem Start aus. Ein harter Kampf entspann sich dann zwischen Bartels (Waldkirchen) auf DKW., Frentzen (Köln) auf U.T. Iap und Zündorf (Köln) auf DKW. Bartels mußte jedoch später auf« geben, und Winkler (Chemnitz) auf DKW., der sich inzwischen langsam an die Spitzengruppe her­angearbeitet hatte, ging als Sieger aus diesem Ren­nen hervor. Klasse Ä, nicht über 250 can, 22,5 Kilo­meter: 1. Winkler (Chemnitz) auf DKW. 11:33,2 Minuten, 2. K. Frentzen (Köln) auf U. T. Iap 11:34,0 Minuten, 3. E. Zündorf (Köln) auf DKW. 12:07,3 Minuten.

Auch das zweite Rennen, Motorräder mit Seiten­wagen, nicht über 600 ccm über 18 Kilometer, nahm einen interessanten Verlauf. Rösenbeck (Frank- furt a. MH auf New Hudson ließ sich die hart er­kämpfte Führung nicht mehr nehmen und siegte in 10:46,0 Minuten überlegen. Klasse F, nicht über 600 can mit Seitenwagen über 18 Kilometer: 1. E. Rösenbeck (Frankfurt a. M.) auf New Hudson 10:46,0 Minuten, 3. Fr. Beeidert (Viernheim) auf Norton 12:31,4 Minuten, 3. I. Möritz (München) auf Viktoria 12:50,0 Minuten.

Im Rennen 3 Der Klasse ß nicht über 350 ccm über 30 Kilometer fiel von Den 16 gestarteten Maschinen schon Der größte Teil im ersten Sta­dium des Rennerts aus. Rach dem die beiden Kanonen S oenius und Vertu a hatten auf­geben müssen, siegte nach schönem Rennen Ulmen (Düsseldorf). Klasse B nid# über 350 ccm über 30 Kilometer: 1. Ulmen (Düsseldorf) auf Veloeette 14:13,2. 2. E. Gerlach (Weil i. D.) auf Standard 14:19,3. 3. H. Kiemet (Vaihingen) auf U. T. Iap 14:20.2.

Das Rennen der Deiwagenklasse bis 1000 ccm über 22,5 Kilometer nahm in der vorletzten Runde, nachdem Kürten (Düsseldorf) den Sieg fo gut wie sicher in der Tasche hafte, ein jähes und vorzeitiges Ende. Der Offenbacher BMW.»

Fahrer QRunf fuhr auf den Kölner Gosse auf Torna? Iap, der infolge einer Kerzenstörung stoppen mußte, in voller Fahrt auf, so daß sämt­liche Fahrer herausgeschleudert und die Ma­schinen in Brand gesteckt wurden. Trotz des starken Zusammenpralls erlitt nur Munk leichte Verletzungen; die übrigen drei Fahrer kamen mit Dem Schrecken davon. Kürten (Düsseldorf, auf Torna? wurde zum Sieger erklärt.

Von Den im fünften Rennen Der Klasse C bis 500 ccm über 45 km gestarteten elf Fahrern konnten nur vier durchhalten. Auch hier fiel Soenius nach Der 11. Runde toieber aus; ebenfalls hafte Dertua unter einer kurzen Stö­rung zu leiden, kam aber bald wieder ins Ren­nen und belegte sogar noch den driften Platz. R ü 11 g e n . Der lange Zeit stark mit Zündorf KU kämpfen hatte, wurde in Der vorletzten Runde aus Dem Rennen geworfen, so daß Zündorf. Der durch eine Handverletzung außerordentlich be­hindert war, dennoch Den Sieg erringen formte. Klasse C nicht über 500 ccm über 45 km: 1. E. Zündorf. Köln, auf DKW. 20:43.3 ; 2. Ed. Kratz. Oberohmen, auf BMW. 21:31,1; 3. Vertun, Mailand, auf Frera 23:38,1.

Im sechsten und letzten Rennen Der Maschinen bis 1000 ccm über 45 km ging wieder Rütt - gen, Erkelenz, auf Standard mächtig in Füh­rung; er konnte seinen Vorsprung auf über eine OhinDe ausdehnen. mußte jedoch wiederum kurz vor Schluß des Laufes aufgeben. Zwischen Zün­dorf und Ulmen entspann sich Dann ein er­bittertes Ringen um Den ersten Platz, der Ul­vi e n zufiel. Klasse D-E bis 1000 ccm über 45 km: 1. Ulmen, Düffeldorf, auf Veloeette 21:40,0; 2. M. Kiemet. Vaihingen, auf U. T. Iap 21:57,0; 3. Zündorf. Köln, auf DKW.

Die schnellste Durchschnittszeit des Tages wurde von Zündorf. Köln, mit 128,2 km gefahren.

Westdeutsche Fußball-Meisterschaft.

40 000 Zuschauer wohnten am gestrigen Sonn­tag im Duisburger Stadion Dem Spiel um Die Westdeutsche Fußballmeisterschaft bei. in dem sich Fortuna Düsseldorf und Schalke 04 gegenuberstanden. Schalke 04 konnte mit 3:1 al« verdienter Sieger aus dem Treffen hervorgehen.

Eine Ueberraschung gab es in Der Runde der Weister, wo sich in Rheydt Borussia Mün­chen-Gladbach und Kassel 03 trafen. Bei Borussia mußten verschiedene Ersatzleute einge­stellt werden, die sich jedoch nicht bewährten. Kassel 03 legte bis zur Pause zwei Tore vor. doch konnte Borussia ein Tor aufholen, so daß bis zur Pause das Spiel 2:1 stand. In der zweiten Spielhälfte gelang Dann Dem Rheinmeister

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