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Wer war eigentlich Ferrari? Don der Persönlichkeit dieses Mannes, dessen Damen fast jeder Markenfreund kennt, weih man nicht allzuviel. Als der Krieg ausbrach, befand sich ein in Paris ansässiger, reicher alter Sonderling auf Reisen in Serbien. Baron Philipp la Renotiere von Ferrari, wie sein etwas umständlicher Dame lautete, war der Sohn eines österreichischen Adligen und der italienischen Herzogin von Gal- liera. Da er in Paris im diplomatischen Dienst Oesterreichs stand, suchte er bei Kriegsbeginn Zuflucht in der Schweiz, muhte aber den größten Teil seiner weltbekannten Briefmarkensammlung in der Pariser österreichischen Botschaft zurucklassen. Der damals fünfundsechzigjährige alte Herr hatte den gröhten Teil seines Lebens als Einsiedler in dem berühmten Hause Rue de Darennes 37 zugebracht, das seine Mutter einst der Habsburger Monarchie vermacht hatte, damit ihr Sohn „auf österreichischem Boden" leben könnte. Länger als ein halbes Jahrhundert widmete sich Ferrari dort in stiller Zurückgezogenheit seiner philatelistischen Liebhaberei, der zuliebe er oft eine romantische Rolle spielte, ähnlich der des Kalifen von Bagdad, der gern unerkannt unter seinen Untertanen weilte.
Man erzählt sich, daß dieser Sohn wohlhabender Eltern auf der Suche nach seltenen Briefmarken nicht nur Reisen nach London, Wien oder anderen europäischen Hauptstädten unternahm, sondern sich häufig sogar in fast zerlumpte Kleider hüllte, um unbeachtet die entlegensten Gegenden von Paris zu durchqueren. Aus solchen Forschungsfahrten sollen ihn oft genug die Kutscher verspottet haben, so daß er schließlich jeden, der ihn als „Fuhre" annahm, mit einem Goldstück belohnte. Bei der Dergröhe- rung seiner Markensammlung, die von Jugend an bis ins hohe Aller nahezu den einzigen Lebenszweck des Marquis Ferrari bildete, scheute er keine Mühen und Kosten. Seine fast unbeschränkten Mittel, seine Ausdauer und sein Finderglück brachten ihm den Erfolg: als er das selbstgewählte schweizerische Exil aufsuchte, war seine in Paris zurückgebliebene Markensammlung die größte und wertvollste, die jemals seit der Einführung der Briefmarke im Jahre 1840 zusammengebracht worden ist. Sie enthielt mehr als 120 000 Marken und umfaßte damit wohl ungefähr alles, was in den vergangenen sieben Jahrzehnten an Postwertzeichen in allen Ländern der Welt zur Ausgabe gelangt ist. Wer nur einigermaßen sachkundig ist, weih, dah das eine bewundernwürdige philatelisttsche Herkulesarbeit bedeutet, die wohl niemals mehr wiederholt werden kann.
Um so schmerzlicher ist der Gedanke, der besonders für die deutsche Sammlerwelt mit diesen Markenschätzen verknüpft ist. Als Ferrari 1917 in Lausanne im Aller von 67 Jahren starb, hatte er seine ungeheure Sammlung testamentarisch dem deutschen Reichspostmuseum in Berlin vermacht, dessen vorbildliche Einrichtung vielleicht einst besonderen Eindruck auf ihn gemacht hatte. Der Krieg hat uns um diese unvergleichliche Erbschaft gebracht. Die französische Regierung lieh durch den Derwalter ausländischen Eigentums die Sammlung beschlagnahmen und in den Jahren von 1921 bis 1925 in Paris auf vierzehn öffentliche Auktionen versteigern. Diese Der- läufe hatten einschließlich der französischen Luxussteuer von 17,5 Prozent das erstaunliche Ergebnis von rund 8 Millionen Reichsmark, die Deutschland auf Reparationskonto gutgeschrieben wurden. Ein schwacher Trost, denn die berühmte und einzigartige Sammlung war damit für immer in alle Winde, in alle Weltgegenden zerstreut.
Dom 15. bis 26. April wird In Zürich die berühmte Sammlung griechischer Briefmarken aus dem Dachlah des Barons Ferrari versteigert, die testamentarisch dem deutschen Reichspostmuseum zugefallen war.
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Dre oberhessisch en Mitglieder der Hess. Landwirtschaftskammer. Bei den Wahlen zur Lanowirtschastskarmner für Hessen wurden aus der Provinz Oberhessen folgende Herren gewählt: Adolf Hensel in Dortelweil: Wilhelm Fenchel in Ober-Hörgern: Karl Breidenbach in Dorheim: Heinrich WUhelm Wolf in Düdelsheim; Heinrich Heihenröder in Dieder- Moos; Gustav Korell in Angenrod; Theodor
wenig das Handwerk zu legen. Ein- wir ihnen — in allen Fällen geht es ja nicht — ihren Irrtum ziemlich deutlich vor Augen stellen. Doch mehr wirkt Humor. Auf irgendeine Uebertreibung setze man einfach eine stärkere! Wer die Lacher auf seiner Seite hat, hilft mit, daß der Besserwisser, wenigstens für einige Zeit, ruhig bleibt. Bei harmlosen Gesprächen sollte man diesen Leutchen allerdings ihre Freude gönnen.
An Stammtischen und anderen ..geheiligten" Orten ist ja die Besserwisserei wohl heute nodj ziemlich in Blüte. Ich hatte einen guten Onkel, bet aucß zweimal in der Woche „seinen" Stamm- llsch besuchte. Vorher las er ganz genau die Zeitung, und bei Mitteilungen, die er für wichtig dielt, machte er halt, holte fein großes Konver- fatiol Slexikon hervor und fing an, sich vorzu- oetetten. Der geneigte Leser merkt schon, für was. -Denn also z. B. in der Zeitung vom Zigeuner- unwesen berichtet wurde, dann nahm der Onkel den Band mit dem Buchstaben Z und las nun alles, was da über die Zigeuner zu finden war So kam er gerüstet zum Stammtisch. Die Unterhaltung ging bald auf die Zigeunerplage über, wenn nicht, dann half der Onkel etwas nach oder fing selber von der Sache an, und nun war
Zeit, sein Licht leuchten zu lassen. (Gustav Frehtag erzählt uns ja auch in seiner „Derlore- nen Handschrift" von einer würdigen Dame, die mit Hilfe ihres Lexikons für Unterhaltung sorgte.) 0o hat sich der Onkel viele, viele Jahre lang gewissenhaft vorbereitet und genoß dementspre- djenb großes Ansehen bei der Safelrunbe.
Streng genommen fällt er ja gar nicht unter die Besserwisser: denn tatsächlich wußte er etwas. Schlimm war's nur, und das kam auch vor, wenn einer der anderen Stammtischbrüder irgend- rnaä an den Mitteilungen des Onkels auszusehen hatte. Denn dieser konnte doch nicht sagen, daß er heute nachmittag erst alles im Lexikon nachge- lesen hatte. Das gab bann einen Sturm im Wasserglas.
Wie ott sind wir Zeuge solcher Kleinigkeit», tampse un (Safe, in Der Bahn, am Stammtisch. Da ist Schweigen von unserer Seite meist das Gegebene und Klügste.
Dor einiger Zeit ging ich mit einem Bekannten an einem schönen WärzsomiLag spazieren.
Ferrari, König der Briefmarkensammler.
Universalerbe: Reichspostmuseum. Die vollständigste Postwertzeichensammlung derWelt. Ferraris zerstörtes Lebenswerk. Briefmarken als Kriegsentschädigung Von Max Büttner.
Aos der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 13. April 1929.
Oie Beffer-Wiffer.
Es scheint beinahe so, als ob die meisten ausgestorben wären: aber es kommt uns nur so vor. Ihre Blütezeit erlebten die Besserwisser während beö Krieges und während der Jnflatton. War irgendeine Dachricht noch so Rar und wahrheitsgetreu, sie mußten immer noch ihren Senf dazu geben. Einmal hatten sie einen guten Bekannten im Großen Hauptguartier, dann wieder waren ihnen aus dem neutralen Ausland „geheime" Mitteilungen gegeben worden. Wir tonnen sie uns noch alle vorstellen, wie sie mit wichttgem Gesicht und entsprechenden Handbewegungen, meistens flüsternd, ihre Deuigkeiten verzapften. Und sie fanden immer gläubige Zuhörer. In bewegten Zeiten sind ja fast alle Menschen geneigt, auch ganz unglaubliches Zeug für bare Münze hinzu- nehrnen.
Wenn wir genauer zuschauen, so finden wir sie immer noch, diese Rechthaber und Alleswisser. Sie sind nicht seltener geworden, sondern die Anlässe, über die sie uns belehren können, sind nur nicht mehr so zahlreich. Aber bei wichtigen Erfindungen, bei Derbrechen, bei großen Deuigkeiten und Unglücksfällen treten sie sofort in Erscheinung. Sie wissen stets, warum das so kam, wer der Schuldige ist und wie ein Erfinder zu der bestimmten Idee kam. Sie haben immer Ratschläge bereit, wie man dies und das
hätte vermeiden können, wie man in diesem einen Fall die Sache hätte machen müssen. Wenn man sie hört, besteht eigentlich die ganze Menschheit aus Dummköpfen, nur sie allein verstehen etwas.
Sind es nicht merkwürdige Käuze, diese Allesbesserwisser? Warum versteifen sie sich nur so fest auf ihre Ansicht und lassen andere Menschen kaum aussprechen'r Es ist nicht immer nur ®itel- feit, die sie so handeln läßt, sondern einfach Daturanlage und gewissermaßen ein — wenn auch übertriebenes — Rechtsgefühl. Haben diese Leute eine schwache Umgebung, die ihnen immer recht gibt, dann fühlen sie sich bald als Reine Halbgötter,
Wir sprachen von einer wohlgelungenen Ausführung in einem Liebhabertheater, der wir am Abend vorher beigewohnt hatten. Wir stellten allerdings auch fest, daß in dem Stück ziemlich starke Anleihen gemacht worden waren. Einige Witze und Scherzfragen waren einfach aus der Fremdensihung der Mainzer Karnevalsgefell- schaf t übernommen worden. Wir hatten im Rundfunk die Uebertragung gehört. Dur meinte mein Begleiter, diese Sachen seien dieses Jahr in Mainz gebracht worden, ich dagegen wußte (und weih es heute noch genau), daß es im vorigen 3ahre war. Verschiedene Umstände waren mir so gut im Gedächtnis geblieben, dah ein Irrtum meinerseits ganz ausgeschlossen war (und noch ist). Ich sagte also meinem Begleiter, dah er sich wohl irre. „Dein!" beharrte er, „es war in diesem Zahr." Was sollte ich machen? Mich wegen einer Sache, die ganz belanglos war, mit meinem Bekannten zanken? Zum ersten Male nach langer Winterszeit konnte man sich der warmen Sonne freuen, und ich sollte nun hier versuchen, jemand zu belehren, der nicht belehrt sein wollte? Dein! Dafür war mir der Sonntag doch zu fd>adc. Ich fcß to i e g also. Wir hatten auch bald ein anderes Gesprächsthema, und der Spaziergang verlief ohne jede Mißstimmung. —
sind halt merkwürdige Käuze, diese Besser- & Volksmund hat schon recht, wenn
daß sie noch mehr wüßten als der liebe Gott: denn dieser weih alles, diese aber wissen alles besser! w*
Daten für Sonntag, 14. April.
Sonnenaufgang 5.08 Uhr, Sonnenuntergang 18.54 a nS* iJT" Mondaufgang 733 Uhr, Monduntergana 0.07 Uhr. 3 ö
1854: der Bildhauer Max Kruse in Berlin geboren; — 1927: der Verlagsbuchhändler Johann Klasina in Bielefeld gestorben.
Die damaligen Pariser Dersteigerungen im Hotel Drouet bildeten naturgemäß jedesmal Sensationen für die große Philatelistengemeinde aller Länder. Von allen Orten kamen die Markenhändler und Sammler, um an der bedauerlichen Auflösung dieses Lebenswerkes teilzunehmen, das außer seinem Schöpfer und seinen beiden Sekretären vorher kaum jemand vollständig gesehen hatte. Die zahlungsfähigsten Liebhaber oder Geschäftsleute lieferten sich dort erbitterte „Auktionsschlachten", wie sie bis dahin im sonst so friedlichen Driefmarkenreich noch nicht vorgekommen waren. Vertreter verschiedener Regierungen Überboten sich gegenseitig, um seltene Postwertzeichen für ihre Museen zu erwerben. Ein als Sammler bekannter Tabakfabrikant aus Mülhausen im Elsaß hatte unter seinen Gegnern einen Beauftragten des Königs von Spanien. Deutsche und russische Interessenten wetteiferten um den Zuschlag einer großen Sammlung der sogenannten Semstwo- (d. h. etwa Landpost-) Marken, wie sie in dieser Vollständigkeit selbst in den zaristischen Archiven nicht vorhanden war. Bei aHebem kletterten natürlich die Preise in unwahrscheinliche Höhen. Der nordamerikanische Texttlindustrielle Arthur^Hind, den man heute den „amerikanischen Ferrari" nennt, erwarb die nur in einem einzigen Stück bekannte schwarz-rote Eincent-Marke von Britisch-Guhana (1856), die noch dazu an den vier Ecken beschnitten ist, zu dem phantastischen Rekordpreis von 1073 000 französischen Franken, was nach dem damaligen Wechselkurs der Summe von 32 500 Dollars entsprach! Eine der seltenen sog. Missionsmarken von Hawaii aus dem Jahre 1851 wurde für 156 000 Franken verkauft, und auch alle anderen großen Raritäten, wie z. D. Seltenheiten von Sizilien, Moldau-Rumänien usw., waren vorhanden und erzielten noch nicht dagewesene Preise.
Obwohl es sich bet den Pariser Versteigerungen um enorme Markenmengen gehandelt hatte, war man doch schon damals in Sachverständigen- und Sammlerkreisen der Meinung, es könne dort noch nicht die ganze Ferrari-Sammlung zum Derkau gelangt sein. Diese Auffassung hat erst jetzt eine Destätigung gefunden. Vor kurzem wurde aus der Schweiz das Auftauchen weiterer Markenbestände aus Ferraris Besitz gemeldet, die angeblich von den schweizerischen Behörden zur Sicherung der Erbschaftssteuer längere Zeit beschlagnahmt waren. Es gelang dann den Erben, gegen Hinterlegung einer großen Summe den Dachlah freizubekommen und ihn schweizerischen und englischen Handelsfirmen zur Verwertung zu überlassen. Bon einem Züricher Auktionshaus wird nun ein Teil dieser neuaufgetauchten Markenbestände versteigert. Dabei handelt es sich vor allem um eine große Griechenland-Spezialsammlung, die als die umfangreichste und wertvollste dieser Art gilt. Auch eins der ersten Londoner Markenhandelshäuser kündigt für die nächste Zeit öffentliche Verkäufe aus Ferraris früherem Besitz an.
Mit diesen Versteigerungen nimmt die Angelegenheit eine Wendung, die nicht mehr allein die Untere ff en der deutschen Markensammler berührt. Ferrari hatte in seinem Testament — soviel man weiß, ohne Einschränkung — feine Sammlung dem deutschen Reichspostmuseum zugespro- chen. Wer sind nun die neuerdings auftretenden „Erben", und wie sind ihre rechtlichen Befugnisse beschaffen? Das Reichspostmuseum selbst ist nach einer von ihm kürzlich erteilten Auskunft der Meinung, „die an die Schweiz zu entrichtende Erbschaftssteuer wäre weit höher gewesen als der Wert der in Lausanne lagernden Teile der Sammlung". Wird doch behauptet, daß die Erbschaftssteuer 400 000 Mar? betragen würde, während die berühmte Griechenlandsammlung nur 150 000 Mark wert fein fort. Dagegen befürchtet man in Kennerkreifen, dah sich nach den angezeigten Auktionen die Zahlung der Erbschaftssteuer durch die bisherigen Besitzer als außerordentlich glänzendes Geschäft erweisen werde! Das würde mithin heihen: ein Geschäft zum Schaden Deutschlands.
Wie dem auch sei — diese Sammlung, die etwas Ginmaliges war, wird weiter in Atome zersplittert. Unb keinem noch so zahlungswilligen philatelistischen Krösus wird es je gelingen, wieder ähnliche Schätze zusammenzutragen wie einst in leidenschaftlicher Lebensarbeit dem größten Briefmarkensammler aller Zeiten und Länder: Philipp de la Renotiere von Ferrari.
Wanderfahrten.
G'.eßen — hangelslein — Climbach — Allendorf.
Zu dieser Wanderfahrt benutzen wir blaue Striche, die uns auf der ganzen Strecke das Geleit geben. Wir beginnen unseren Marsch an der Unterführung in der Ederstraße, gegen dem Bahnkörper entlang zur Badenburg, wo wir rasten können. Das Zeichen führt uns durch das Badenburger Wäldcken, die Marburger und Daubringer Sttaße überschreitend, zum Hangelstein. Heber die Felsenkanzel, die Schöne Aussicht und die Schutzhütte geht es über den Daubringer Paß mit reizenden Blicken auf das Busecker Tal und die Rabenau mit den anschließenden Höhen. Ein gutes Stück später kommen wir über freies Feld, wo Vorsicht nötig ist; das Zeichen befindet sich an einem Grenzstein und weist uns nach links wieder zum Wald. Auf stillen Waldpfaden kommen mir nach geraumer Zeit am Aspenkippel, dem wohlerhaltenen Krater eines basaltischen Vulkans, vorbei, nach dem hochgelegenen Climbach, wo eine Rast am Platze ist. Von Climbach führt der Weg, der prächtige Aussicht in das Lumdatal, nach Nordeck und Winnen gewährt, nach unserem Endziel Allendorf. Dauer der Wanderung 4% Stunden.
Sofien furf — Greifenstein — Dianaburg — Leun — Station Braunfels.
Wir fahren mit dem Frühzuge nach Katzenfurt lSonntagskarte), gehen vorläufig ohne Zeichen durch Greifenstein, eine ehemalige französische Kolonie, und später an dem idyllisch gelegenen Forsthaus Langengrund vorbei. Bald daraus stoßen wir auf die Straße, die von Elgershausen kommt und mit blauen Strichen bezeichnet ist. Dieser Straße folgen wir jetzt nach links und gelangen durch schönen Hochwald bei mäßiger Steigung zur Dianaburg, einem einfachen Jagdschlößchen mit Aussichtsturm, daneben eine Försterei mit Wirtschaft. Die Aussicht vom Turm auf ein weites Wäldermeer sowie nach den Höhen des Westerwaldes, des Taunus und in unsere Gegend ist entzückend. Rote Striche führen uns über den Heisterberber Hof hinab zur Lahn, sodann durch Leun, an interessanten Fachwerkhäusern vorbei, zum Bahnhof Braunfels, von wo wir heimfahren. Dauer der Wanderung 4 Stunden.
Daten für Montag, 15. April
Sonnenaufgang 5.06 Uhr, Sonnenuntergang 18.56 Uhr. — Mondaufgang 8.27 Uhr, Monduntergang 1.22 Uhr.
1772: der Naturforscher Etienne Geoffroy Saint- Hilaire in Etampes geboren; — 1800: der britische Seefahrer James (Harte Roß in Balsorroch geboren; — 1832: der Dichter und Zeichner Wilhelm Busch in Wiedensahl geboren.
Gießener Wochenmarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 170 bis 190, Matte 30 bis 35, Wirsing 20 bis 50, Weißkraut 20 bis 30, Rotkraut 20 bis 35, gelbe Rüben 25 bis 30, rote Rüben 25 bis 30, Spinat 40 bis 50, Llnter-Kohlrabi 10 bis 15, Rosenkohl 70, Feldsalat 200 bis 300, Endivien 150 bis 300, Tomaten 80 bis 100, Zwiebeln 25 bis 30. Meerrettich 50 bis 150, Schwarzwurzeln 60 bis 90, Kartoffeln 6, ausländische Aepfel 50 bis 80, innläüdische Aepfel 30 bis 40, Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 50, Düsse 70 bis 80, junge > Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Tauben 100 bis 110, Blumenkohl 50 bis 150, Salat 30 bis 50, Salatgurken 130 bis 140, Lauch 15 bis 30, Rettich 20 bis 30. Sellerie 20 bis 100 Pf. das Stück; Radieschen 25 bis 30 Pf. das Bund; Kartoffeln 5,50 Mk. der Zentner.
ganze Reihe verzeichnen. Für auswärtige Schüler besteht in Verbindung mit der Schule ein Schülerheim und eine Kostgemeinschaft, die beide rege in Anspruch genommen wurden.
•• Schulperfonalie. Ernannt wurde der Lehrer Georg Wilhelm zu Dieder-Gemün- den, Kreis Alsfeld, zum Lehrer an der Volksschule zu Schwarz, Kreis Alsfeld, mit Wirkung vorn 15. April ab.
Rheinhessen.
WSD. Mainz, 12. April. Das hessische ®c- famtminifterium hat bestimmt, daß mit Wirkung vom 1. April d. I. ab die gesetzliche Miete in der Stadt Mainz auf 122 Prozent der gesetzlichen Friedensmiete festgesetzt wird.
preuhen.
Kreis Wetzlar.
-o- Lützellinden, 12. April. Die diesjährige letzte Brennholzversteigerung unserer Gemeinde fand am Donnerstag in dem in der Gemarkung Grohen-Linden gelegenen Markwald statt. Es wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Eichenscheiter 22 bis 26 Mark, Duchenknüppel 31 Mk., Fichtenknüppel 18 bis 20 Mk. je zwei Raummeter, Buchen- wellen 14 bis 18 Mk., Eichenwellen 12 bis 15 Mark, Fichten- und Kiefernwellen 8 bis 15 Mk. je 50 Stück.
Fünf Personen an Zleischvergifiung erkrankt.
WSD. Wetzlar, 12. April. In einem Hause der Gewandsgasse erkrankten 5Personen, drei Knaben, ein 17jähriges Mädchen und ein 76- jähriger Mann unter ruhrartigen Erscheinungen und wurden zunächst unter Tyvhusverdacht in das Krankenhaus eingeliefert. Die bakteriologische Untersuchung ergab, daß die Erkrankungen auf den Genuß von Freibank- f le i sch zurückzuführen sind. Indessen muh die Infizierung des Fleisches in dem betreffenden Haushalt selbst erfolgt sein, denn etwa 100 weitere Haushaltungen, die nachweislich Fleisch aus dem gleichen Verkauf erworben hatten, sind von Erkrankungen freigeblieben. Die Erkrankten befinden sich bereits über eine Woche in ärztlicher Behandlung und sind isoliert.
Schweres Autounglück.
WSD. Hadamar, 12. April. Heute nacht zwischen 3 und 4 Llhr ereignete sich auf der Alten Chaussee bei Hadamar ein schweres Autounglück, bei dem der Kaufmann Karl Mayer aus Hadamar den Tod fand. Der Kraftwagenführer Guckeisberger aus Hausen bei Hadamar wurde schwer verletzt. Die beiden hatten die Dacht durchzecht und gegen Morgen in betrunkenem Zustand eine Autofahrt unternommen.
Verhaftung von Eisenbahnräubern.
wsn. Kassel, 12. April. In letzter Zeit sind die kleinen Bahnhöfe in der Umgebung von Kassel, die während der Dacht nicht benutzt werden, durch Einbrecher heim- gesucht worden, die es besonders auf die Kassenbestände abgesehen hatten. Jetzt ist es dem Der» chärften Streif- und Fahndungsdienst der Reichs- bahndirektion Kassel in Verbindung mit dec Landeskriminalstelle Kassel gelungen, den Dieben das Handwerk zu legen. Die Täter, denen auch die übrigen Einbrüche zur Last gelegt werden durften, wurden in der Dacht zum Freitag ding’* eft gemacht, als sie in einen Güterschuppen des Bahnhofes Spangenberg eingedrungen waren und dort einige Genuß- und Lebensmittel entwendet hatten. Der Sicherheitsdienst der Reichsbahn, der zusammen mit einem Kasseler Kriminal- beamten sofort an Ort und Stelle die Unter» uchung aufnabm, stellte, als er mit einem Kraft- Wagen die Gegend abstreiste, auf der Landstraße nach Kassel zwischen Dörnhagen und Waldau zwei verdächtig aussehende Personen, die er sy- fort der Täterschaft überführte Der größte DrÄ
T Cellarius in Schotten; Otto Schneider T. irt Utphe: Konrad Jakobi in Rohrbach: Georg Heinrich Schwab in Dindsachsen; Eduard Lutz in Klein-Felda: Heinrich Weckler III. in Rockenberg; Friedrich Häuser III. in Dieder-Weisel; Albert Geyer in Hof Sassen: Wilhelm Kahl in Alten-Duseck.
" Straßensperre. Wegen Ausführung von Wasserleitungsarbeiten wird die Provinzial- straße - Ortsdurchfahrt Dannenrod vom 15. April ab auf 8 Tage für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Appenrod —Deu-^lrichftein.
** Die Hessische Aufbauschule in Friedberg. Wie aus dem Bericht der Schulleitung über das Schuljahr 1928'29 ersichtlich ist, wurden nach der Zählung vom 15. Mai 1928 an der Schule 140 Schüler unterrichtet. Davon waren aus dem Kreise Friedberg 48, Kreis Gießen 30, Kreis Alsfeld 14, Kreis Lauterbach 8, Kreis Schotten 10, Kreis Büdingen 18, aus Starkenburg 3, aus nichthessischen Orten 8. Dormai alt waren 31 Schüler, um ein Jahr alter als normal waren 95, um zwei Jahre älter 11, um drei Jahre und mehr älter 3. Die Reifeprüfung bestanden 8 Schüler. Im Laufe des Schuljahres wurden u. a. zahlreiche Besichtigungen, Vorträge, Filmvorführungen und Schülerfahrten zur Erweiterung des Gesichtskreises der Schüler unternommen. Turnen, Sport und Spiel wurden an der Anstalt eifrig gepflegt; die Mannschaft der Schule gewann bei den Schlagballwettkämpfen der Schulen um das Hessenbanner die Provinz- meisterschaft. An Stiftungen und Geschenken kann die Schulleitung in ihrem Bericht wieder eine ANZEIGEN
für die Tagesnummer des 6ießener Anzeigers werden zweckmäßig am Wachmittag vorher aufgegeben. Nash 9 Uhr vormittags kann die Aufnahme der Anzeigen auch in Ausnahmefällen nicht gewährleistet werden!
VERLAG DES GIESSENER ANZEIGERS
Zürich wird Mitte April von einem der bedeutendsten Driefmarkenhandelshäuser eine öffentliche Versteigerung veranstaltet, die geeignet ist, über die Kreise der eigentlichen Markensammler hinaus allgemeines Aufsehen zu erregen. Cs handelt sich um Teile aus der berühmten Ferrari-Sammlung, die ihr Schöpfer einst großzügig dem deutschen Reichspostmuseum vermacht hatte, die aber dann von Frankreich beschlagnahmt und auf Reparationskonto verrechnet worden ist.


