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lika war bis auf den letzten Platz gefüllt. Zahl­reiche Korporationen und die katholische Studen- teirschast in Wichs waren mit ihren Fahnen erschienen und boten ein lebendiges, farbenpräch­tiges Blld. Als Vertreter des Reichs- Präsidenten war Reichsminister Schätzet, für den Reichskanzler Staatssekretär P ü n d e r. und für den Reichsminister des Auswärtigen Staatssekretär Dr. von Schubert aiüoesend, ferner vom Auswärtigen Amt der Valllan-Ae- ferent Meher-Rodehüser. weiter bemerkte man den früheren Reichskanzler Qllatj, die Mini­ster von Tuärard, Giesberts und Stei­ger, vom diplomatischen Korps den französi­schen. den italienischen, den japanischen und den türkischen Botschafter, sowie den polni­schen Gesandte,: und zahlreiche Mitglieder die­ser diplomatischen Vertretungen. Den feierlichen Akt umrahmten Gesänge des St. Hedwigs-Kir­chenchors unter der Leitung von Pius Kalt.

JrankreichunddierömischeArage.

Eine Niederlage der Pariser Diplomatie.

Basel, 12. Febr. (TU.) Die gesamte schweize­rische Presse läßt sich in spaltenlangcn Berichten über die Vorgänge in Rom und die Unterzeichnung des Abkommens zwischen dem Vatikan und dem Quirinal unterrichten, wobei übereinstimmend die außerordentliche Bedeutung des Abkommens für die Stellung Italiens als künftige Schutzmacht der katholischen Christen- heit int Orient an Frankreichs Stelle beroorgehoben wird, Hierbei wird einheitlich zum Ausdruck gebracht, daß die Auswirkungen dieses Abkommens sich unmittelbar gegen die Stellung Frankreichs im Orient richten werden. Von besonderem Interesse ist hierbei die Auffassung der sonst Frankreich ausgesprochen freundlich gegenüberstehendenBasler National- Zeitung", die schreibt: Frankreich hat eine schwere politische Niederlage erlitten. Alle in Paris fühlen sie; fast niemand aber wagt dies offen aus­zusprechen. Der Friedensschluß zwischen Ouirina! und Vatikan verschiebt nicht bloß sehr wichtige Fak­toren der politischen Richtung zuungunsten der Franzosen, sondern er erschüttert auch viele Vor­aussetzungen, auf denen die französische Diplomatie baut.

Aufhebung desGendeverbois? Postalische und politische Bedenken gegen die Freigabe deS Amaieursendenö

Berlin, 12. Febr. Bei der Reichspost sind augenblicklich Erwägungen darüber im Gange, ob eine grundsätzliche Freigabe des Amateursendens, das bisher wegen des Telegraphenmonopols unö aus po­litischen Gründen verboten war, durchgeführt werden könne. Bisher ist schvit aufBetreiben des Aeichsinuemninisterrums hinsichtlich der il­legalen Besitzer von Sendeavpara- ten. deren es nach den amtlichen Ermittlungen rund 500 gibt, allzu strenge Verfolgung

Nr. 37 Erstes Blatt

179. Jahrgang

Mittwoch, 13. Zebruar 1929

Erscheint täglich,autzei Sonntags und Feiertags Beilagen Die Illustrierte lyietzener Familienblättci Heimat im Blld Die Scholle.

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. DerairtworUich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilletön Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An­zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen.

Amerika und der Kellogg-Patt.

Steine Neigung für ein rk-asfenausfuhrverbor imÄricgSfatt.

Washington, 12. Febr. (WB.) 3m Weißen Haus wird erklärt, daß eine vom Senator Cap- per eingebrachte Entschließung, die ein Embargo t Beschlagnahme. ^luSfuhroerbot) auf Waffen. Munition und sonstiges Kriegsmaterial gegen olle Staaten fordert, die den Kellogg Pakt ver­letzen, vom Präsidenten dein Prinzip nach sehr sympathisch begrüßt wird. Coolidge hält jedoch die praktische Durchführung eines derartigen Embargos für ein Problem, das einer sorgfältigen Prüfung bedürfe, ehe die Regierung dazu Stellung nehmen könne. Zu berenten sei iebenfalls die Erwägung, daß durch ein solches Embargo die kleineren Staaten, die selbst feine Waffen Herstellen, gegenüber den großen Rächten unter Llmstänten benachteilig t werden. 3n den Kreisen des Dundessenais spricht sich die Mehrheit gegen die Resolution Copper .ms, da man sie als Wiederbelebung des Dom Bundessenat bereits ab gelehnten Grund- sahes der Sanktionen bezeichnet und man sie auch deshalb für gefährlich hält, well die Ent­scheidung darüber, ob bei einem Konflikt ein bestimmter Staat der Angreifer sei, .eicht als u nn ou t ra l e H a n d l u n g ausgelegt werten könne.

Afast-Lothringen und derB.S.A.

Berlin 12. Febr (WTB.) Der Verein 'n r das Deutschtum im Ausland teilt mit: 3n seiner letzten ftaimnvrrete über die .lsah-lothringische Frage hat ter frmizösische Ministerpräsident Poincure. wie sich aus dem nunmehr vorliegenden amtlichen Text er= aibt, Aeuherungen getan, die auf eine Ver­bindung des Vereins für das Deutschtum im Auslande mit der autonomistischen Bewegung hindeuten sollen. Der VDA weist diese unwahren Unter Adlungen mit aller Schärfe zurück und stellt mit aller Gnt- schiedenheit und ohne iede Einschränkung fest, baß er keinerlei .Unterstützungen für üe autonomistische Bewegrmg gegeben hat unö uch in keiner Verbindung mit dieser Bewegung steht.

Der durch den Colmarer Prozeß bekannt ge- -aorbene, berüchtigte Polizeispitzel RieHk hat seinerzeit versucht, durch ausgesprochen fran- .vsenfeindliche Briefe den VDA festzulegen, na- -lürlich ohne reden Erfolg. Trotzdem ist anläßlich des Colmarer Prozesses die Behaich- aing einer Unterstützung durch den VDA wie­der aufgetauchl. ohne daß irgendein Be- o e t 3 d u für erbracht werden konnte. Der 7>DA sieht bas Verhältnis der Elsaß-Lothringer -ii Frankreich als eigenste Angelegenheit des c-'lfaß-lothringischen Voltes an.

Orst Johann von Liechtensteins.

"Wien, 12. JcUv. 2t m 2Ron(üg ist J.ü r ff 3o- 13a n n II. von Liechtenstein im Alter von 89 Jahren aus feinem Schlosse Felsberg gestorben. Zürst Johann ist im Jahre 1840 geboren und folgte i-rinem Vater im Jahre 1858 tu der Regierung i'tlnes Landes. Fürst Johann hat also über 70 Jahre negiert, was wohl kaum ein Gegenstück in der Ge- jchichte der regiecendeil Häuser haben dürfte.

Der Fürst war e i n c r ö c r r e ichste n R e - qc iiten (v 111 0 pa 5, zugleich Besitzer eines der ' hönsten weltbekannten ÄZiencr Barock-Paläste und L*:r darin unt<rbebrachten berühmten Galerie Liech : nsteln. Der Fürst galt als ein außerordentlich frei­gebiger Souverän, der seine reichen ihm zur Ver- 1 igung stehenden Mittel häuf.g zur Unterstützung 1 Notleidender Untertanen verwandte, wie er auch dnuernd einen Teil der otaatslaflen aus eigener Tasche bestritt, so daß Liechtenstein zu den wenigen iniicklichen Ländern gehört, die eine sehr g e - ringe Steuerheia ft un g haben. Erst un lämgfi hat der Fürst bei dem großen Bankkrach der Sparkasse von Vaduz, der Hauptstadt seines Lan- ö'-s, einen Betrag von 1 Million Schweizer Fran- . fiii gestiftet und so die Sanierung ermöglicht. Als achfolger übernimmt der 76jährige Bruder, Prinz Z^auz von Paula, die Regierung des Londes.

Dieses Fürstentum Liechten,.ein ist eine ber Sncmaiien des europäischen Staatenlebens. 2m '-ahre 1866 vergaß man es beim Friede.tsschluh n 't Preußen, so daß es theoretisch bis heute noch :"it dem Deich im Kriege ist. 1919 vergaß man es bei. der Aufnahme in den Völkerbund. Dieser cruoeräne Staat war früher verwaltungsmäßig ai Oesterreich angegliedert. Post und Münze s innen von den Oesterreichcrn überiwmmen. Der hrchste österreichische Verwa tungsbeamte, der in i Vaduz, der 10)0 Einwohner zä,lenden Haupt- III it abt dieses Landes, residierte, hatte einen ange­nehmen Postern Er bezog sein Gehalt als öfter» ! 'e chischer Regierungsbeamter und bekam außer» s lc2n einen anständigen Zuschuß aus der Privat

Latrllle des schwerreichen Fürsten. Rach dem IP üege. als es der öfterreichischen 'Währung

Liecht ging, vollzog Liechtenstein seinen wirt- 'Laftlichen und währungspv i i'chen Anschl ß an hu Schweiz. Aber Schweizer Kanton will .'"'chtenstein um feinen Preis werden. Reisende, dieses Land kennen, finden es wunderschön, ie überhaupt der Oberrhein seine großen land- .'astlichen Reize hat.

Mchsbankpräsident Dr. Schachts erßes Siuofe vor den Sachverständigen.

Paris, 12.Febr. (K1B.) Die Reparationsjach- verständigen hatten heute vormittag eine Sitzung abgehalten, die von 11 bis 12.45 Uhr dauerte und an der auch die beiden stellvertretenden Delegierten der vertretenen Länder teilnahmen. Rachmittags 11 tu 3 Uhr ist der Ausschuß wieder um zu einer Sitzung zusarnntengetreten. lieber die Sitzung be­richtet die Agentur l)aua5: Die Beratungen haben mit einem sehr vollständigen, länger als eine Stunde dauernden Expose des Reichsbankpräsi­denten Dr. Schacht über die allgemeine Lage in Deutschland begonnen. Im Anschluß an dieses Expose habet, die Experten in einem Meinungs­austausch d i e steuerlichen Lasten und die Löhne in den verschiedenen, an dem Reparations­problem interessierten Ländern verglichen- Diese allgemeine Aussprache über die Zahlungsfähigkeit Deutschlands wird im Verlause des morgigen Tages fortgesetzt werden. Man hebt mit Genugtuung her- vor, daß die Atmosphäre der Herzlichkeit und des gegenseitigen Vertrauens, die bereits zu Beginn der Sonferen; zum Ausdruck gekommen ist, anhall, da die Sachverständigen von dem Willen, prakttsche Arbeit zu leisten, und so schnell wie möglich zu einem Abschluß zu kommen, beseelt sind. Verschiedene, rein technische Beschlüsse, tour- den gleichfalls in der heutigen Nachmittagssitzung gefaßt. So hat der Ausschuß beschlossen, keine regel- mäßigen offiziellen Mitteilungen an die presse auszugeben.

DasJournal des Dcbals" stellt fest, daß die Delegierten, als sie non Journalisten mit Fragen bestürmt wurden, sich geweigert hatten, irgend etwas zu erklären. Der Sitzungssaal ist überdies von dem übrigen Hotel vollkommen isoliert; ans diese Weife soll jede Jndiskretton vereitelt und eine unbehinderte Diskussion ermöglicht werden. Jede Delegation darf übrigens unter ihrer eigenen Verantwortung, soweit es notwendig erscheint, zur Vervollständigung der Jnformatton und um dem Geiste der Billigkeit Genüge zu tun, Sachver­ständige, die nicht Delegierte sind, zur Verneh­mung zuziehen. In Anwendung dieses Grundsatzes ist heute vormittag bereits der Direktor für wirt­schaftliche Fragen bei der Bank von Frankreich, 6 u e 6 n a y , vor den Sachverständigen au sschnß berufen worden, um ergänzende Aufschlüsse zu geben.

Schachts Erklärungen.

Die falsche Bettiletlung der deutschen Wirtschaftslage.

Paris, 13. Febr. (Priv.-Del.)Watin' glaubt über den Inhalt dcr gestern vom Reichsbank- präsideirten Dr. Schacht über die Wirtfchaftslage Deutschlands im Rcparationssachverftändlgenaus- schuß gemachten Aussührlm ',en folgendes berichten zu können: Dr. Schacht habe um Prüfung der Frage gebeten, ob es zutreffe, daß zu De° ginn des fünften Zahlungsjahres die deutsche Wirtschaft, wie es die Dawessachverständizen 1924 Voraussagen zu können glaubten, wieder ihren normalen Stand erreicht habe.

Am Schluß seiner Ausführungen habe Dr. Schacht diese Frage dahin beantwortet, daß nach seiner Ansicht die Sanierung nicht in der ßy- pothetisch festgesetzten Zeit habe erreicht werden können. Dr. Schacht hübe es sich angelegen sein lassen zu beweisen, daß die Sachverständigen den Lebensstandard des deutschen Volkes fehlerhaft beurteilen, wenn sie sich nur auf die Statistiken oder gar nur auf die Eindrücke berufen, die sie in gewissen be­günstigten Verkehrszentren sammeln können.

In Wirklichkeit lebe das deutsche Volk w e n i g e t gut a 15 fr ü her, seine Steuerlasten seien schwerer als vor dem Kriege, es habe viele Arbeitslose. Die Löhne seien nur in er gern Ausmaß erhöht worden, und zwar erst in­folge des Zuströmens von Auslandanleihen, die nach der Stabilisierung der Mark eine Erhöhung der Produktion und des Verbrauches hervorgerufen hätten. Hierbei habe Dr. Schacht die Lasten hervor­gehoben, die auf seinem Lande infolge der Amorti­sierung der Auslandanleihen ruhten, und er habe weiter auf das Defizit der Handelsbilanz hingewie­sen. Der öeut|'d) Delegierte Kost! habe seinerseits besonders die schwierige Lage in der deutschen Landwirtschaft betont.

Unangebrachte Kritik.

Pariser Blätter gegen die Berhandluugs- metßodcn

Paris, 13. Febr. (WTB. Funkspruch.) Einige Morgenblütter wenden sich dagegen, daß sich dcr Sachverständigenausschuß in eine Diskussion der S t a t i st i k e n einläßt.Die wirtschaftlicher, steuerlichen.unb sozialen Angelegenheiten des Re­parationsproblems," so schreibtExcelsioi",b e - rühren_so eng die juristische und poli» tksche Seite der Frage, daß man sich, wenn man sie zu vertiefen sucht, der Gefahr aussetzt, eine k 0 st b a r e Zeit zu verlieren und die Ler Handlungen von ihrem wahren Ziele, nämlich dem Dawesplan zu vervollständigen und die endgültige Regelung des Reparationsproblems von dem wirt- schoftlichsn Gebiete abzulenken. Vielleicht ist es nicht überflüssig hinzuzufügen," so fährt das Blatt fort,daß bei der Festsetzung ber interalliierten

Schulden Amerika niemals eine spätere Revision auf Grund der Zahlungsfähigkeit seiner Scyuldner ins Auge gefaßt habe.

Steuer-Mstung und Lohnhöhe.

Fragwürdige Merkmale deutscher Leistungsfähigkeit.

Berlin, 13. Febr. ($51.) Zu dem Beschluß dcr Sachverständigenkonferenz in die Beratung über das deutsche Realeinkommen und die deutsche Steuerbelastung einzutreten, schreibt dieD. A. Z." u. a.: Die Frage der Steuerbelastung werde im deutschen Falle dadurch schwierig ge­staltet, daß die deutschen Steuerleistungen z u einem erheblichen Teil Tribut­leistungen seien, also nicht wieder in die Volkswirtschaft zurückflössen, und daß der Einfluß der Auslandanleihen auf die Frage der steuerlichen Leistungsfähigkeit dadurch natürlich von sehr großem Einfluß sei.

In Frantreich werde mit Vorliebe darauf hinge­wiesen, daß das Realeinkommen des deutschen Arbeiters bei weitem höher sei. als das des französischen und daß der deutsche Lebens­standard den srailzösischen weit übertreffe. Man übersehe dabei, bah die deutsche Konjunltur und das deutsche Lohnniveau wesentlich auf die Anleihen ausgebaut feien, und daß die deut­schen Löhne heute in weitem Umfange von den Schlichtern festgesetzt würden. 'Bei dieser Lohnfestsetzung ergebe die Lohnhöhe iso­liert einen Maßstab, der nur mit größter Vorsicht für Schlüsse irgendwelcher Art ^benutzt werden dürfe. Hier werde die Schwierigkeit viel­leicht nicht so klar auf dem Gebiet der Statistik Hegen, als in der wichtigen Frage, toie die Statistiken a us ihren wirtschaftlichen Voraussetzungen zu deuten feien. Rötig sei nur, daß die Llusgangspunlte auch wirklich Ausgangspunkte bleiben und nicht zu End­punkten der Tlntersuchung würden.

Der neue Kirchenstaat.

Mit dem ant 11. Februar 1929 ab­geschlossenen Vertrag zwischen dem P-rpst und denr Königreich Italien werden die fdtt 1870, der Auslösung des Kirchenstaates unterbrochene«^ diplomatischen Beziehungen zwischen den Veriragsgegnenr wieder aufge- ironunen. Gleichzeitig entsteht der Kirchenstaat von neuem als territoriales Gebilde, wenn auch in sehr bescheidenen Grenzen. Das Kerngebiet des Kirchenstaates befindet sich im Rordwesten der Stadt Rom und besteht aus dem vatikanischen Palast, Sitz des Papstes, sowie einigen anliegenden Gebäuden, der Peterskirche. dem Petersplatz und den ausgedehnten Anlagen der vatikanischen Gärten. Außerdem tourten der päpstlichen Kurie ihre Besitzungen in ter Stadt Rom (die Paläste der Cancelleria, ter päpstlichen Kollegien und der Lateranpalast, die Basiliken Santa

Maria Maggiore, San Paolo fuore le mura und San Giovanni im Lateran) sowie einige Villen außerhalb der Stadt, gewissermaßen als erterritorialeExklaven zugebilligt. Der Bahnhof St. Peter der Ualienischen Cisenbahrren wird als Grenzbahnhof des Kirchmstaates dienen.

Festessiimmung in Rom.

Huldigungen fürPapst.^önigundMudsolini

Rom, 12. Febr. (Tel.) -3n ter Peters­kirche fand am Dienstag die Feier der 7. Wiederkehr ter Krönung des Papstes Pius XI. statt. In den Straßen wehen die Flaggen Jtalieirs, ter Stadt Rom und die weih- gelbe des Papstes. Durch die geschmückten Stra­ßen zog schon am frühen Morgen eine unüber­sehbare Menschenmenge zur Peterskirche. Der P a p st wurde mit stürmischem Jubel begrüßt. Die Kirche war bis auf den letzteir Platz teseht. Sn ter Diplomatenloge bemerkte man auch den König von Schweden. Obschon der Papst gestern öffentlich erklärt hatte, daß er heule den Segen urbi et orbi mit Rücksicht dar­auf, daß die Aussöhnungsurkunden noch nicht von Den zuständigen Faktoren ratifiziert seien, nicht erteilen werde und obwohl eine gleich­lautende Stole des päpstlichen Maestro di camera in den Blättern erschien, lieh sich ter Papst dennoch bestimmen, angesichts der taufcnDcu von Zuschauern, die auf dem Petersplatz im Regen ausharrten, auf der Empore der äuße­ren Fassade von St. Peter im Strahen- kostüm zu erscheinen, um der Menge den ein­fachen Segen zu erteilen. Alsdann nahm der Papst Abschied von Der Menge durch Winken mit ter Hand und schließlich dadurch, daß er seinen großen Hut abnahm und damit der Menge zuwinkte.

Heute nachmittag wurde dem König aus Anlah ter älnterze'.chnung des Abkommens mit dem Heiligen Stuhl eine große Huldigung dar- gebracht. Eine riesige Menichchrmenge, unter ter sich zahlreiche Faszistengruppen mit Standarten befanden, füllte den Platz vordem Quirinal und die ganze Umceoung des Schlosses. Unter begeistertem Jubel erschienen Der König und die K 5 nigin mit dem Generalsekretär ter Fafzistischen Partei, Turati, den Vertretern ter obersten faszistischen 'Behörden und Dem Gou­verneur von Rom auf dem Balk-n und dankte der Menge für die Huldigung. Da die Degeiste- rang nicht aufhören wollte, muhte das Königs­paar sich immer wieder zeigen. 3m Anschluß hieran begab sich die Menge zum Palazzo E h i g i. wo sie einig« Zeit verweilte und Mussolini zujubelte.

Jubiläumsfeier in Berlin.

Berlin, 12. Febr. (WTB.) Aus Anlaß des Krönungs-3ubiläums Papst Pius XL hiett heute vormittag ter päpstliche Runtius Mon­signore P a c e l 11 in ter 6t Hedwigs-Kirche das feierliche Pontifikalamt ab. Die int hellsten Kerzenschimmer erstrahlende Bast

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