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Kirche und Schule.
s. Inheiden, 11. Dez. Dieser Tags fanb hier eine Tagung der Pädagogischen Arbeitsgemeinschaft Lich- Hungen im neuen Schulhaus statt. 3m Mittelpunkt stand eine llnlerrichtsprobe in Erdkunde, die Lehrer Silh (Inheiden) in der Oberklasse abhielt. CBc= handelt wurde die oberrheinische Tiefebene als Landschaft und ihre Besiedlung. In der Aussprache beschäftigte man sich kritisch mit den verschiedenen Methoden des erdkundlichen Unterrichts. Es ist anzustreben, daß die Schüler selbst den Gedanlengang der Betrachtung eines Gebietes angeben und sich, so weit als irgend! möglich, die geographischen Erkenntnisse selbst aus dem Kartenbild erarbeiten. Kreisschulrat Kinkel hob hervor, daß man natürlich zuerst dem Lernenden bestimmte Wege, geographischen Denkens ausweisen müsse, und erläuterte dies an Beispielen. Lehrer Roth (Klein-Linden) empfahl zur Bereicherung erdkundliche Lesestoffe in lebensvoller Schilderung. Rach einer Pause hielt Lehrer H e s s i n g e r (Trais-Horloff) einen Vortrag über die körperliche Züchtigung in der Schule, an den sich ebenfalls eine ausgedehnt« Aussprache anschloß. Man war sich darin einig, daß cs Wohl anzustrcben sei, unter Anwendung anderer Strafmittel ohne die Züchtigung auszukommen. Solange jedoch auch das Elternhaus sie noch anwende, könne auch die Schule, wenigstens in hartnäckigen Fällen, nicht allgemein auf dieses Strafmittel verzichten. Rachmittags schloß sich eine Konferenz des Bezirkslehrervereins Hungen an. Es wurden die Satzungen des Kreisvereins beraten und weitere innere Vereinsangelegenheiten behandelt.
Große Strafkammer Gießen.
* Gießen, 10. Dez. Ein auswärtiger, vielfach wegen Diebstahls vorbestrafter und auch jetzt wieder wegen des gleichen Delikts in einer auherhessischen Strafanstalt einsihender ^Arbeiter" war wiederum des Diebstahls im wiederholten Rückfall beschuldigt. Ein Gastwirt in einer kleinen oberhessischcn Stadt gewährte ihm auf sein Rachsuchen ein Rachtlager. Bei seinem Weggehen am andern Morgen hieß er zum Dank
für das bewiesene Entgegenkommen das im Schlasraum stehende Fahrrad des Wirts mitgehen. Er wurde alsbald gefaßt und vom Bs- zirlsschöffengericht Gießen am 9. Oktober 1929 zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt, und zwar unter ausdrücklicher Verneinung mildernder Umstände. Gegen dieses Urteil verfolgte der Angeklagte Berufung mit dem Ziel der Umwandlung der Zuchthaus- in Gefängnisstrafe. Die Beweisaufnahme — im Gegensatz zur ersten Instanz legte er in zweiter Instanz ein umfassendes Geständnis ab — ergab das gleiche Bild wie früher. Da der Staatsanwalt mit Rücksicht auf dieses Geständnis und darauf, daß es sich hier um einen Gelegenheit^diebstahl handelt, mildernde Umstände befürwortete, gab auch das Gericht der Berufung statt und erkannte mit Rücksicht auf die Jugend und die eben erwähnten Umstände trotz der Vorstrafen und des Vertrauensmiß- brauchs auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr.
Kunst und Wissenschaft.
Die Erde in Ralur, Kultur und Wirtschaft.
Die geographische Wissenschaft rüstet sich, in einem Standardwerk unter Führung des Gießener Universitätsprofessors D r. Fritz Kl u t e und mit Unterstützung namhafter Geographen Deutschlands, Oesterreichs, der Schweiz, Hollands und anderer Länder den heutigen Stand der Erdkunde aufzuzeigen. In einem „Handbuch der geographischen Wissenschaft" (Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion, Wildpark-Potsdam) will diese verhältnismäßig junge, aber wirklichkeitsnahe und universale Disziplin der Wissenschaften — vor kaum 100 Jahren durch Alexander von Humboldt und Karl Ritter begründet — nicht allein den engeren Fachgenossen, sondern auch den Wirtschaftskreisen und dem Naturfreunde durch eine Gesamtdarstellung dienen. Zu den Mitarbeitern gehören meist jüngere, darstellungsbegabte Geographen, die ihr Gebiet durch vielfache Reisen aus eigener Anschauung kennen, wie überhaupt alle Anschauungsmittel, welche die moderne Technik der Wissenschaft gegeben hat, hier herangezogen werden sollen. Interessant ist, daß gegenwärtig die französische erkundliche Wissenschaft auf gleichem Gebiet angestrengt tätig ist: hier wird die deutsche geographische Wissenschaft zeigen, daß sie in dem Wett
streit der Nationen ihre führende Stellung zu behaupten gewillt ist.
Me Deckung des Hanauer Defizits.
WSR. Hanau, 11. Dez. Der Magistrat der Stadt H a na u hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, zur Deckung des voraussichtlichen Fehlbetrags von 600000 M k. der Stadtverordnetenversammlung folgende Vorschläge zu machen: Einführung der Diersteuer vom 1. Januar 1930 ab, Erhöhung des Gaspreises um 1 Pf. auf 22 Pf., Erhöhung des Wasserpreises um 2 auf 28 Pf., Erhöhung der Lichtstrompreisarbeitsgebühr um 2 auf 24 Pf., Erhöhung des Kleinkraftstrompreises um 1 Pf., ferner Erhöhung der Grundvermögenssteuer um 70 auf 370 v. H., der Gewerbeertragssteuer um 40 auf 490 v. H. und der Gewerbekapitalsteuer um 100 auf 1100 v. H. Der Magistrat erhofft aus diesen Erhöhungen eine Mehreinnahme von 300000 M k. im laufenden Rechnungsjahr, so daß damit die Hälfte des Fehlbetrages gedeckt sein würde.
Rundfunkprogramm.
Freitag, 13. Dezember.
11 bis 12: Schallplattenkonzert. 12.15: Schallplattenkonzert: Klavier-Konzerte. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Der Lehrling in den kaufmännischen Berufen", Vortrag von Berufsberater Klesper vom Arbeitsamt Frankfurt a. M. 16 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Briefkasten. 18.15: Bücherstunde. 18.35 bis 19: Don Stuttgart: „Wesen und Bedeutung des ärztlichen Rezeptes". 19.05: Don Stuttgart: „Die neuere Entwicklung der Reichsbahn", Dortrag von Reichsbahn-Dizepräsident Honold, Stuttgart. 19.30: Don Stuttgart: Diolinsoli, Georg Deer- wald. 20.15: Don Stuttgart: Land im Rücken, Kammerspiel in drei Akten von Herbert Schesf- ler. 21,15 bis 22.15: Von Stuttgart: Volkstümlicher slawischer Abend des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22.30: Unterhaltungskonzert.
Samstag. 14. Dezember.
10.30: Schallplattenkonzert. 11.15: Schulfunk — Musik: „Das geistliche Volkslied", vorgetragen von Studienrätin Cilla Geis. 13.30 Schallplatten
konzert: Heiteres Wochenende. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Liederkranze. 16 bis 17.45: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Verkäufer und Käufer alter Bücher", Vortrag von Max Rieder- lechner. 18.35 bis 19: Spanischer Unterricht. 19.05: Gabentisch deS Rundfunks — Das Mikrophon in Warenhaus und Läden. 19.30: Trio- Konzert. 20.15 bis 22.10: Don Dortmund: Bunter Abend. 22.25: Don Kassel: „Unter Junggesellen", eine heitere Stunde. 23.30: Tanzmusik.
Aus dem Amtsveekündigungsblati.
• Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 89 vom 6. Dezember enthält: Sonntagsruhe. — Dienstnachrichten. — Zweiter Volksentscheid. — Erlaß einer Wiesenpolizeiverordnung für den Kreis Gießen. — Das Buch „Die Jugend und der neue Staat". — Werbewoche des D. D. A. — Versetzung der Beamten in den Ruhestand.
* Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 90 vom 10. Dezember enthält: Die Wahlen zum Provin'ialtag 1929. — Strahensperre-Auf- hebung. — Aufklärungsschrift „Deutsch die Saar immerdar". — Verordnung über die Ausdehnung der Angestelltenversicherungspflicht. — Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft in der Gemarkung Gießen und Gemarlungsleil Wißmar. — Bekämpfung der Schnakenplage. — Das Buch des ehemaligen Direktors des Römisch- Germanischen Zentralmuseums. — Schäferei- sahung der Gemeinde Harbach. — Dienstnach- richten.
Kirchliche Nachrichten.
Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in bet Synagoge (Südanlage): Samstag, 14. Dezember. Vorabend: 4.30 Uhr; morgens 9; abends 4.35 und 5.15 Uhr.
Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 14. Dezember. Freitag abend 4 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 5.15; Wochengottesdienst morgens?; abends 4 Uhr.________________________________________
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Freie Auswahl Vorbehalten.
Gießen, den 7. Dezember 1929.
Hessisches Kulturbauamt.
H. Steinbach, Regierungsbaurat.
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Montag, den 16. Dezember 1929
Schweine- und Krämermarkt.
Zum Markt zugelassen sind Tiere aus unverseuchten Gemeinden. Die Herkunft der Tiere ist durch Ursprungszeugnisse nachzuweisen. Für Händleroieh ist Nachweis der Quarantäne erforderlich. Der Austrieb hat in der Zeit von 8lA bis 9% Uhr vormittags stattfinden. 10162D
Lich, den 10. Dezember 1929.
Hessische Bürgermeisterei Lich.
G e i L
Das wäre eigentlich richtig!
F.S1CHHAPT
Ä 3 i r
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Denn Leitungswasser ist kalkhaltig und harff damit können Sie keinen wirklich guten Kaffee machen. Kalkhaltiges Wasser wertet die Bohnen schlecht aus, das ist ganz natürlich.
Aber: nehmen Sie „Webers Carlsbader“ zum Kaffee. Das macht Ihr Leitungswasser zum Kochen tauglich, wertet die Bohnen besser aus und hält
^febers macht den Kaffee besser- das steht fest!
die Duftstoffe zusammen!
So gelangt das ganze köstliche Kaffee-Aroma bis
in die Tasse — bis auf den
Tisch.
Das ist so! Das merken Sie beim ersten Schluck.


