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Tages in der Kommission, um Devisen für seine Patronenfabrik zu erwerben! Neben der Devisenverteilung hatte die Kommission aber noch eine andere Aufgabe. Sie überwies nämlich jeden Monat recht bedeutende Summen nach
K I Aeuyork an den russischen Botschafter, der die
Kriegslieferungen der amerikanischen Munitionsfabriken — vor allem die Lieferungen der Sprengstoffirma Dupont — zu bezahlen hatte. Nicht ein einziges Mal wurden die Geldbeträge im persönlichen Auftrag des -Zaren nach Aeuyork oder nach London überwiesen.
Als im Februar 1917 die erste Revolution den Zaren entthronte, wurde die Kommission für Devisenverteilung nicht aufgelöst: sie siedelte l* j , | sogar aus den bescheidenen Räumen, die sie bis dahin im Kciegsministerium innchatte, in das inzwischen beschlagnahmte prunkvolle Palais des Großfürsten Michael Alexandrowitsch über. Dir Kerenski-Regierung, die sich für die Parole „Krieg bis zum siegreichen Ende" entschloß. ließ ebenso wie ihre Amtsvorgängerin größere Dollarbeträge nach Aeuyork überweisen. Daher rührt wahrscheinlich der Anspruch Kerenskis auf einen Teil der in Aeuyork deponierten Summe, auf die natürlich der Privatmann Kerenski kein Anrecht hat. Als im Oktober die bolschewistische Revolution ausbrach, wurde die Devisenkommission aufgelöst, und ihr Vorsitzender, der General Michelson, starb ein Jahr später als Bettler auf einer Straße Petersburgs. Sofort nach dem bolschewistischen Umsturz wurden die Gelder der russischen Regierung in den Ententeländern beschlagnahmt. Offenbar wollen jetzt die [N,: < verschiedenen Erben des Zaren und der Zaren
regierung versuchen, die „bis auf weiteres" beschlagnahmten Summen zurückzugewinnen. 3n , neutralen Staaten konnten die diplomatischen Vertretungen der Zarenregierung die aus derselben Quelle — der Devisenkommission — gespeisten Bankdepots aufbrauchen. Ein russischer Militärattache borgte seinem Kollegen in einem anderen Land einen recht ansehnlichen Geldbetrag zu Spekulationszwecken. Als er auf Rückzahlung drängte, erhielt er die Antwort, daß sein Schuldner das Geld der rechtmäßigen russischen Regierung auszahlen werde, falls einmal eine
. - solche ans Ruder kommen sollte!
, Die eigentlichen ..Zarengelder" — Privatver-
mögrn des Hauses Romanow — sollen vor langer Zeit in London deponiert worden sein, und zwar zur Zeit Peters des Großen. Eingeweihte wissen freilich, daß in der Baring Brothers Bank, deren Mitinhaber Lord Revel- stoke vor kurzem verstorben ist. kein Zarengeld mehr vorhanden ist. Peter der Große hatte tatsächlich eine Million Taler bei Daring deponiert: diese Summe wurde im Laufe von zwei Jahrhunderten durch Lieberweisungen verschiedener Zaren bedeutend erhöht. Als die erste Revolution im Jahre 1905 ausbrach und die Herrensitze russischer Aristokraten in Flammen standen, wurde die russische Gesellschaft von einer Panii ergriffen. Russische Fürsten verkauften ihre Güter an reichgewordene Geschäftsleute und überwiesen das Geld ins Ausland. Der Zar mißbilligte diese Politik und wollte seinen Hofleuten ein gutes Beispiel geben. „Schämen Sie sich", sagte er eines Tages dem Hofminister Graf Fredericks, „so wenig Vertrauen zum russischen Volk zu haben. Es wird nichts geschehen, und ich habe, um die Leute eines Besseren zu belehren, mein ganzes Vermögen von London in unsere Staatsbank "überweisen lassen." Es fällt in der Tat auf. daß keiner von den rechtmäßigen Erben des Zaren, also vor allem seine Mutter und seine Schwestern, die Erbschaft antreten konnte — aus dem einfachen Grund, weil kein Erbe vorhanden war. Der ehemalige Finanzminister Bark, der Schöpfer des Devisenabkommens, der als tüchtiger Finanzmann in englischen Finanzkreisen die besten Verbindungen hatte, ist zur Zeit Generaldirektor einer großen Londoner Bank. Als die verstorbene Zarin-Mutter sich in Geld-
Dänwnen dsr Zeit.
Roman von Arthur Brausewetter.
28. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Sieh, sieh," erwiderte sie und blinzelte mich mit einem halb nachdenklichen, halb neckischen Blick an. „dann habe ich Sie doch nicht so unrecht eingeschäht. 3a, man muh vor 3hnen auf der Hut sein ... ich habe es mir manches Mal gesagt. Aber daß Sie bei uns so lange ausgehalten haben! 3ch glaubte, Sie nach der Rückkehr von unserer Winterreise nicht mehr hier vorzufinden. Sie haben mich durch 3hr Aushalten bei uns in Verwunderung gesetzt."
. „Das kam vielleicht von meiner Liebe zur ländlichen Arbeit, die ich stets jeder anderen vorgezogen habe."
„Aber diese trostlosen 3ahre —"
„Da muß man wohl erst recht aushalten. Schließlich bin ich doch Soldat gewesen."
Run hatte ich doch die Arbeit abbrechen lassen müssen. Halb beladen stuckerten die letzten Wagen dem Hofe entgegen.
Sie bot mir einen Platz in ihrem Einspänner. 3n scharfem Trabe fuhren wir durch den strömenden Regen. Keiner sprach ein Wort.
Aber als wir dicht an die Einfahrt gelangt waren, wandte sie sich mit einer schnellen Bewegung zu mir: „3ch habe 3hnen noch etwas mitzuteilen. Sie sollen es zuerst wissen. 3ch habe mich gestern mit Herrn von Dornin verlobt. Leben Sie wohl."
3mmer noch hallen mir ihre Worte durch die Ohren, immer noch höre ich ihr „Leben Sie wohl."
Was.wollte sie damit sagen? Daß sie wiederum aus dem Hause gehen würde? Oder daß sie annahm, daß ich meine Stellung bei ihrem Vater aufgeben würde?
Oder — etwas anderes?
Daß sie einen Strich machen wollte unter alles, was je zwischen uns gewesen, so wenig es auch war?
Oder war es gar nicht so wenig?
3ch weih es wirklich nicht. Mein Kopf ist mir so schwer, meine Gedanken wandern immer ab, kommen immer auf das eine und selbe zurück.
Lind nur das eine weiß ich: daß eine Darbara Hollwede nie einen anderen als einen mit der ausgesprochenen Herrennatur heiraten würde. Ich aber war im letzten Grunde der Angestellte ihres Vaters und blieb es ihr.
Oder war es doch nicht so? Sollte die Rot ihres Vaters ...?
3ch wurde in diesem Hin und Wider unterbrochen. Der Diener erschien und bat mich zu Herrn Hollwede, der mich zu sprechen wünschte.
nöten befand, fetzte er ihr aus eigenen Mitteln eine Rente aus. Wäre ein Zarenvermögen tatsächlich vorhanden gewesen, hätte Dark es am besten verstanden, den Erben zu ihren Rechten zu verhelfen. 3m kommenden amerikanischen Prozeß kann es sich also nur um die erwähnten Gelder der Devisenkommission handeln. Die De-
Ich fand ihn, eine Zigarette rauchend, behaglich in einem Klubsessel ausgestreckt. Aber auf seinem gebräunten Gesicht lagen Schatten, die alle seine Kunst mcht zu scheuchen vermochte, und seine Sprache strebte vergeblich den gewohnten sorglich leichten Klang an.
„3ch habe Sie heute noch nicht sprechen können," begann er, „weil ich den Besuch eines Grohkaufmanns hier hatte, mit dem ich wichtige geschäftliche Dinge zu verhandeln hatte. Lind damit ich es gleich sage: Ich habe Tannenwalde verkauft."
Er bemerkte mein Erschrecken, ließ mich aber, wie er es in solchen Fällen immer tat, nicht zu Worte kommen, sondern fuhr schneller und ohne jede Llnterbrechung fort: „Gewiß, Sie sind erstaunt. Sie werden einwenden, daß es heute ein eigen Ding ist, einen so schönen Desih zu veräußern, daß es im Widerspruch zu meinen Grundsätzen steht. 3ch verstehe das, habe mir Aehnlichcs selber gesagt. Aber man wird älter ... meine Tochter wird über kurz oder lang doch heiraten ... da wird mir Tannenwalde für mich und meine Frau zu groß. Ein kleineres ertragreiches Gut ... das wäre das Richtigste."
Er zündete sich eine Zigarette nach der andern an, rauchte sie in hastigen Zügen, was er nur tat, wenn er stark nervös war, sprach unverdrossen weiter von seinen Plänen, seiner Zukunft, dem außerordentlichen Geschäfte, das er trotz aller Geldentwertung mit diesem Verkauf gemacht, zuletzt auch von mir: daß ja nun leider unser Zusammenarbeiten ein Ende hätte, daß es immerhin möglich wäre, daß der neue Desitzer... zwar wüßte er nicht, ob er überhaupt seinen dauernden Wohnsitz hier nehmen würde ... jedenfalls wollte er sich erkundigen und ein gutes Wort für mich einlegen ...
Aur das eine sagte er nicht: Daß er neue, unheilbare Fehlschläge in einer gewagten Spekulation gemacht, und daß der Verkauf Tannenwaldes seine letzte verzweifelte Rettung gewesen.
Armer Herr Hollwede 1 Armes Tannenwalde — I Wie nannte es doch vorhin die schöne Darbara? Ach ja ... „die Rache des Landes!" So sagte sie
Hier brechen die Aufzeichnungen ab.
Als Klaus Körber am Tage nach jener Llnter- redung Herrn Hollwede sein Ausscheiden aus der Tannenwälder Wirtschaft angezeigt, kam ihm der Gedanke, nach Derlin zu fliegen. Wenn er des Morgens in der Frühe in Königsberg startete, so konnte er schon des Mittags in Derlin sein. 3a, so wollte er es machen ... und zwar unverzüglich.
Drittes Duch.
Ein schwerschwüler, gewittcrgeladener Morgen brütete über dem Devauer Flugplatz, als Klaus
träge harren der rechtmäßigen russischen Regierung, mit der Amerika und England über die Abrechnung und Zurückzahlung des Devisenabkommens verhandeln wollen. Daß alle An- sprüche der prozessierenden Privatpersonen abgewiesen werden, kann kaum einem Zweifel unterliegen.
Körber mit dem Auto von Königsberg eintraf. Drei Flugzeuge, zwei Eindecker und ein stattlicher Zweidecker des Deutschen Aero Lloyd, lagen zum Start bereit. Das eine sollte nach Memel, ein zweites nach Moskau und ein drittes über Danzig nach Derlin und München fliegen.
Aber der Start verzögerte sich. Man wollte erst die Entwicklung des Wetters abwarten.
Da klärte sich der Himmel auf, die Witterungsberichte lauteten günstig, der Flug konnte beginnen.
Man warf die Propeller an, einen nach dem andern, manchmal auch mehrere zugleich, und sie sausten und brausten, daß der von ihrem Riesenatem erschütterte Rasen in eine heftige Wellenbewegung geriet und wie in toller Angst davonzuwirbeln schien. Aber sie kümmerten sich nicht darum. Ohrenbetäubend war ihr Lärm und doch von eigener, wilder Melodie.
Schon setzte sich der erste der Riesenvogel in Bewegung, lief, hüpfte, sprang in rasender Geschwindigkeit über die weite Fläche dahin, wandte sich, hob die Flügel, stieg hoch in die Lüfte, verschwand in dunstigen Fernen.
3etzt war Klaus an der Reihe. Mit einer fast fieberhaften Spannung, denn er flog zum ersten Male, sah er allem zu: wie man die kleine Aufstiegleiter hinunterließ, das Gepäck verstaute, der Pilot sich die Haube aufsetzte, die Handschuhe anzog — dann saß er mit drei anderen Fahrgästen, einem jungen Paar, das wohl seine Hochzeitsreise in die Lüfte antrat, und einem sehr nüchtern und prosaisch dreinschauenden Warschauer Kaufmann in dem weichfedernden Sessel. Hoch hoben sich die gewaltigen Tragdecks, trugen ihn in die Lüfte.
Hier und da zuckte noch ein Blitz durch die schwefelgelbe Wolkenwand, greifbar wie in nächster Rähe. Dann teilten sich die Wolken, wichen, schwanden — hell leuchtete und lachte ein seidenblauer Himmel.
Die 3ungvermählten drückten sich die Hand und küßten sich im Geiste. Der Warschauer Kaufmann rechnete und überlegte, welche Geschäftsgänge er den Rachmittag in Berlin noch machen könnte.
Er aber dachte nichts, wollte nichts, gab sich ganz dem wundervollen Gefühle hin, so, aller Erdenschwere enthoben, hoch in den Lüften zu schweben, den balsamischen Duft der Höhe und der Freiheit zu trinken.
Bald ließ er den Blick unter sich, bald in die Weite schweifen. Das Vergangene wurde lebendig, halb war es Wirklichkeit, halb mit den leichten weihen Wvlkenschleiern dahinfliehender Traum.
Als ginge es ganz langsam vorwärts, ja als stünde er fest in der Luft, mit so ruhiger Sicherheit bewegte sich der Fokker, stieg bis fünf»
gen nicht in dem Betrieb auf der eingleisigen Streck^ sondern auf der zweigleisigen Strecke Frankfurt- Hauptbahnhof—Frankfurt-West ihre Ursache hätten, daß also der zweigleisige Ausbau der Strecke Frank- flirt a. M.—Rödelheim—Cronberg eine Gewähr nicht bietet, ganz abgesehen davon, daß Mittel für den zweigleisigen Ausbau nicht zur Verfügung ständen.
Der immer dringend geltend gemachte Wunsch nach einem
verbilligten Vororttarif im Personenverkehr für die Städte des Rhein-TNain-Gebietes,
wie er in Berlin und Hamburg seit langer Zeit be- steht und erst seit kurzem durch Einführung von Fahrscheinheften versuchsweise in Bremen, Breslau und Stuttgart zugelassen worden sei, wurde damit begründet, daß wohl der Versuch in den letztgenannten vier Städten abgeschlossen und auch befriedigend ausgefallen sein müsse, sonst sei er wohl abgebrochen worden, und der gegenwärtige Zustand sei ein Tarifvorrecht für einzelne Großstädte zum..Nachteil anderer. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. erklärte, daß das Ergebnis des Versuchs, wie es nach der verhältnismäßig kurzen Zeit sich darstelle, als günstig nicht gerade bezeichnet werden könne. Sie sei auch bereit, dahin zu wirken, daß, wenn ein endgültiges Ergebnis in dieser Richtung fcststehc, der Versuch abgebrochen und nicht einzelnen Großstädten, nur weil sie Dersuchsstädte waren, ein Tarifoorrecht zugestanden werde.
Oberheffen.
Synagogeri-Hunderijahrfeier in Treis.
gm. Treis a. d. Lumda, 11. Sept. Am 14. und 15. d. M. feiert die hiesige israelitische Religionsgemeinde das 10 0- jährrge Bestehen ihrer Synagoge, verbunden mit der Einweihung des renovierten Gotteshauses. Aus den Akten der seinerzeit kurfürstlich-hessischen Polizeidirektion in Marburg, der Treis damals zugeteilt war, ist zu entnehmen, daß die erste Anregung zu dem Synagogenbau im Iahre 1824 gegeben worden ist. Am 18. November 1824 berichtete der Gemeindeälteste, Manus Wetzstein, der Vorfahre einer noch heute in Treis ansässigen Familie, persönlich in Marburg über die Notwendigkeit eines Synagogenbaues. Der Kreisdirektor Hille befürwortete in einem Schreiben vom 27. November 1824 an die kurfürstliche Regierung in Kassel das Gesuch: „... Das anliegende Protokoll ergibt die Notwendigkeit der Errichtung einer Synagoge... die Gemeinde hat Gelegenheit, das dazu passende Haus des dahier als Polizeisergeant angestellten Heinrich Decker für 450 Gulden anzukaufen... 418 Gulden werden durch freiwillige Subskription aufgebracht..." Die Genehmigung der Regierung traf ein, aber es dauerte immerhin noch fast fünf 3ahre, bis das alte Haus abgerissen und die Synagoge nach den Plänen des ilni- versitätsbaumeisters Coester aus Marburg errichtet wurde. Der Neubau kostete 1670 Gulden, und war für die damalige Zeit nach den noch vorhandenen Plänen eine architektonische Zierde. Zum 50. 3ubiläum, 1879, wurde das Gotteshaus renoviert. In den letzten Wochen war man wieder eifrig dabei, das Gebäude in einen würdigen Zustand zu bringen.
Oie Lauterbacher moderne Kläranlage.
"Lauterbach, 11. Sept. Dieser Tage wurde im Deisein des Gemeinderats die neuer- baute Kläranlage in Detrieb gesetzt. Diese ist nach dem System „Emscher Drunnen" erbaut und stellt eine nach neuzeitlichen Grundsätzen geschaffene Anlage dar. Damit ist unsere AbwäsVerklärung in großzügiger und technisch einwandfreier Weise als gelöst zu betrachten. Die von Seiten der Llnterlieger in Angersbach, Salzschlirf usw. hauptsächlich während der trocke-
hundert Meter, ja weit darüber, sank und hob sich dann wieder.
Weiß, gelb, grün, blau gesprenkelt, wie ein buntgewobener Teppich in immer neuer Beleuchtung und Farbentönung lagen da unten Felder und Wiesen, reihte sich, in wundervoller Symmetrie aufgebaut. Gehöft an Gehöft. Die Wälder erschienen, je nachdem der Fokker höher oder niedriger sich hielt, wie niedliche Buschpflanzungen oder wie weich sich schmiegende Mooshügel. Dazwischen zogen sich perlmutterschimmernde Streifen Wassers. Flüsse oder kleiner Seen und Teiche. Lieber die Gipfel der dunklen Bäume aber glitt der Schatten des Fokkers dahin, wie eine große Taube. Lind alles, was man da unter sich sah, war wie aus dem Spielkasten eines Knaben aufgebaut.
3e länger er flog, um so mehr lichtete sich das Dunkel in Klaus' Seele, um so freier atmete er. um um so mutiger sah er den neuen Llfern entgegen, an die dieser Flug ihn tragen sollte.
Das ganze Leben erschien ihm wie ein Spiel, das ein Kind ersonnen und das gar mcht verdiente. so ernst und tragisch genommen zu werden. Llnd in all das leuchtete von oben aus Himmelsbläue und rastlos wandernden Wolken ein stiller Fingerzeig der Ewigkeit hinein und wies in andere Welten.
Das Haff war erreicht. An grünenden Llfern duckten sich die Häuser von Pillau. 3m silbernen Geträufel seiner Wogen, von wallenden, webenden Spihenschleicrn leise hin und her bewegt, breitete sich das Meer. Wie zwei spitze Zungen leckten die beiden Molen in die Llnendlichkeit der Fluten.
Lind wieder flog da unten die Taube. Diesmal wie der Geist Gottes, der über den Wassern schwebt. Fort ging es in majestätischem Fluge zwischen Haff und Meer, Weichseldurchstich und Aickelswalde wurden überquert. Die Türme von Weichselmünde und Neufahrwasser tauchten auf, schwanden. Flächen weitete nsich, bewaldete Hügel winkten, verloren sich in kühle Dämmerung. Ein alter Bekannter hob das truhige Haupt, ließ seltsame Empfindungen in Klaus' Seele wachwerden, St. Marien. Mit ihren Türmen und Spitzen wuchs die alte Hansestadt Danzig aus dem Dunste empor. Ein kurzer Aufenthalt auf dem Langfuhrer Flugplatz. Dann hob der Fokker aufs neue die Flügel. Wenige Stunden später blinkte und gleißte im Nachmittagsgolde die Siegessäule von Berlin.
Das Wetter war nicht von Bestand. Ein unwirscher Regen empfing Klaust als er sich in das unweit vom Bahnhof Friedrichstraße gelegene, nicht große, aber still vornehme Hotel Ellermann begab, an dessen 3nhaber, einen Iugendfreund, ihn Willfried von Oertzen mit warmen Worten gewiesen.
(Fortsetzung folgt.)
SnMgung des Lmdeseiserrbahnrats.
WEN. Frankfurt a. M.. 11. Sept. Heute fand die diesjährige Herbsttagung des Landes- e i s e n b a h n r a t e s für die Reichsbahndirektionsbezirke Frankfurt (M.), Kassel und Mainz in Frankfurt (M.) statt.
Reichsbahndirektionspräsident Dr. Roser von Frankfurt (Main) eröffnete die Versammlung und begann nach statutenmäßigen Feststellungen die sachlichen Verhandlungen mit Ausführungen über
das Ergebnis der Beschlüsse und Anregungen der vorherigen Sitzung.
Er erwähnte, daß die Prüfung des Antrags auf Freigabe der in Frankfurt (M ain) in die l)-Züge einzustellenden Schlafwagen zu einem Ergebnis im Sinne des Antrags nicht habe führen können. Die betrieblichen Gründe, die der Freigabe der Schlafwagen vor Einstellung in die Züge widersprechen, seien nach wie vor gegeben und könnten auch nicht durch eine besondere private Versicherung der die Wagen betretenden Schlafwagengäste ausgeräumt werden, ganz abgesehen davon, daß Verhandlungen mit Versicherungsgesellschaften ergeben hätten, daß eine Grundlage für die Höhe des Versicherungsbetrages kaum zu ermitteln sei.
Dem Antrag, den von Norden nach Süden verkehrenden Feriensonderzügen in Darmstadt einen Halt zu geben, habe die Fe- riensonderzugkonferenz 1929 in Baden-Baden mangels Bedürfnisses nicht entsprochen.
Der Tagung war erstmals eine Sitzung des Ständigen Ausschusses zur Verhandlung verschiedener Anträge vorausgegangen. Veranlassung dazu bot vor allem der Antrag, auf dem Weg durch den Distelrasentunnel auf den bisher noch bestehenden
Zuschlag von 7 km über (Ein im perfonen- wie im Güterverkehr zu verzichten.
Der Vorsitzende berichtete, der Ausschuß habe auf Grund einer eingehenden Prüfung der Rechts- und Sachlage den Mehrheitsbeschluß gefaßt. daß er unter der Voraussetzung, daß eine gleichmäßige Behandlung im ganzen Reichsbahngebiet sichergestellt werde, dem Antrag nicht zu- stimm'en könne und der Ansicht sei, daß der Antrag nicht weiter verfolgt werden solle. Die eingehende Aussprache im Landeseisenbahnrat ergab abweichend von der Entschließung des Ständigen Ausschusses den Antrag.
die Tarife auf der Strecke durch den Distelrasen- tunnel im Nahverkehr, etwa zwischen Saffet und Frankfurt a. TU., unter Zugrundelegung der
kürzesten Strecke zu berechnen.
Dem Antrag wurde mit Stimmenmehrheit äuge ft i m m t. Die Reichsbahndirektion Frankfurt am Main sagte Prüfung zu.
3n dem Ständigen Ausschuß war neben einer großen Anzahl von Fahrplanwünschen auch ein seitens der Landwirtschaft gestellter Antrag behandelt worden, der darauf abzielt, im 3ntereffe einer
Frachtverbilligung von Obst und Gemüse den Zubringerdienst von den Sammelsteüen nach den Eisenbahnstationen durch Lastkraftwagen der Reichsbahn
zu bedienen. Es war dabei auf Versuche Bezug genommen worden, die bereits in der Reichs
bahndirektion Trier angestellt werden. Die Vertreter der Reichsbahn führten aus, daß sie sich ihrer Pflicht um das Wohlergehen der Landwirtschaft bewußt seien unh die beteiligten Reichsbahndirektionen dem Antrag wohlwollend ge- genüberständen und bereit seien, ihn zu prüfen. Sie würden nach Abschluß der Trierer Versuche von sich aus darauf zurückkommen.
Die Verhandlung über den im Ständigen Ausschuß behandelten Antrag auf
Verbesserung
des Nahverkehrs im Rhein-Main-Gebiet
durch Einlegung von eilzugmähigen Triebwagens rächten ergab, daß der Antrag das größte Interesse der beteiligten Verwaltungen erwecke, andererseits aber finanzielle und betriebliche Schwierigkeiten entgegenstehen. Vorortverkehre seien im allgemeinen für die Reichsbahn Verlustbetriebe, wie Berlin und Hamburg beweisen. Da die Kosten eines Triebwagen-Kilometers (1,40 bis 1,60 RM.) nicht unbedeutend seien, sei es zweifelhaft, ob die Selbstkosten durch entsprechende Besetzung gedeckt würden. Der Erfahrung nach werde sich das Projekt für die Reichsbahn zu einem Verlustbetriebe gestalten. Es wäre angebracht, unter den beteiligten Städten nach Breslauer Muster etwa einen Zweck verband zu gründen, um die Reichsbahn gegen etwa entstehende Ausfälle im Garantiewege zu sichern. Die Versuche in Breslau seien durch die Frostverhältnisse des letzten Winters gehemmt worden und noch nicht abgeschlossen. Zum mindesten aber müßte auf die meist von den Städten ausgehenden Anträge auf Einrichtung von mit der Schiene konkurrierenden Kraftwagenlinien verzichtet werden. Dem Antrag auf Einführung eines 20-Minuten- verkehrs zwischen Frankfurt(M.) Hauptbahnhof und Frankfurt-Höchst ist schon im Ständigen Ausschuß entgegen gehabten worden, daß, wie schon früher im Landeseisenbahnrat betont, er aus betrieblichen und verkehrlichen Gründen nicht möglich sei.
Dem lediglich im Landeseisenbahnrat behandelten Antrag, auf der in das Eigentum des Reiches übergegangenen
Ohrntalbahn-Strecke
Kirchhain (Bezirk Kassel) — Nieder-Ofleiden durchzutarifieren, konnte eine Aussicht auf Erfolg nicht gestellt werden. Diese Bahn ist Kleinbahn, und auch nach dem Uebergang auf das Reich und mit Zustimmung des Reichsverkehrsministers nicht als eine Bahn des allgemeinen Verkehrs anerkannt worden. Die an der Bahn selbst gelegenen Werke seien an sich tarifarifd) nicht ungünstiger gestellt, als die an der Reichsbahn gelegenen Werke, weil die Tarife der Ohmtalbahn denen der Reichsbahn entsprechen. Dem Nachteil der doppelten Abfertigungsgebühr fei durch verschiedene, mir für die Kleinbahn geschaffene Ausnahmetarife für Steine, Holz und Milch begegnet. Der Antragsteller erklärte sich mit den Erklärungen der Reichsbahn befriedigt.
Dem bereits wiederholten Antrag des zweigleisigen Ausbaues der Teilstrecke
Frankfurk a. M.-Rödelheim—(Kronberg
wurde die in früherer Sitzung gemachte Ausführung entgegengehalten, daß die in der Verbindung Frankfurt a. M.—Cronlerg entstehenden Verfpätun-
u. 5 schüler Dolkssc etorff für tai Leichr stufe (?- einem 5 aus je । bei bet ferner l gefötitf SaÜtou (19 bis llebunf nehrner Punkt; hervor mel : den), Linden 4. mit Lohn- Linden. Linden) Friede/ Willi © Erwin C 70 P. ' 69 P. ilnterfti vvlkstiu onS W ballwei Lauf (1 in der . Ml, b ersten Lang je 55 S (et, 4. 53 P. E 49 Y. q Sei uni Dilhedn 9- mit 4 Ludwin Lehrers allen U ton daniensv lügung ( ' All rcn sind wissig vc^ucht u
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