Kunst und Wissenschaft.
Earl Zuckmayer und Adam Antes Träger des Büchnerpreises.
WSN. Darmstadt, 11. Aug. Mit einer kleinen Feierlichkeit wurde heute vormittag der hessische Georg.Büchner-Preis durch Staatspräsident und Kultusminister Dr. Adelung an die diesjährigen Preisträger überreicht. Es sind der Dichter Carl Zuckrnayer, der „lebensvolle dramatische Gestalter heimatlichen Volkstums", und der Bildhauer Adam Antes, dem die Ehrung „in An- erkennung des gereiften und von klaren Formgedanken getragenen Schaffens" verliehen wurde.
Staatspräsident Adelung verwies auf den Sinn der Ehrung, die von der hessischen Volksvertretung seinerzeit beschlossen wurde, für Vertreter der Kunst, die auf ihrem Gebiete Hervorragendes leisten. Der Preis ist materiell bescheiden, aber sein Wert liegt darin, daß er vom Volke verliehen wird. Mit herzlichen Wünschen für ihr weiteres Schaffen übergab Dr. Adelung dann die Urkunden den beiden diesjährigen Preisträgern.
Carl Zuckrnayer dankte und gab der Freude darüber Ausdruck, die ihm die Ehrung bereitet habe. Es fei eine tiefgefühlte Freude für ihn, den Preis seiner Heimat zu erhalten, den Preis, dessen Name gerade der Jugend ein flammendes Symbol bedeute. Er betrachte ihn zugleich als eine Ermunterung, denn auch er fühle sich noch als Anfänger in seinem Schaffen. Ein glücklicher äußerer Erfolg habe ihm nicht nur den Lebensunterhalt, sondern auch die Freiheit seiner Arbeit gesichert. Aber er glaube, daß es ganz im Sinne des Preises und seiner Absicht liege, wenn der materielle Teil dieser Auszeichnung einem ringenden Talente zugute komme. Deshalb habe er sich entschlossen, die mit der Ehrung ver- bundene Geldsumme (5000 Mark) dem in Oberhessen lebenden jungen Dichter Anton Betzner weiterzugeben. Diese schöne Tat des Dichters fand volles Verständnis und Einverständnis, dem Staatspräsident Adelung noch einmal Ausdruck gab.
Wirtschaft.
Oie landwirtschaftliche Schuldenlast.
Die Entwicklung der Kreditverhältnisse der deutschen Landwirtschaft ist seit der Währungsstabilisierung einen so bedrohlichen Weg gegangen, daß dieses Kapitel der deutschen Kreditpolitik auch bei vorher uninteressierten Stellen immer stärkere Beachtung findet. Die Verflechtung der landwirtschaftlichen Betriebe mit der gesamten Volkswirtschaft ist so stark, daß eine ungesunde Entwicklung dieses einen Wirtschaftszweiges nicht ohne verderbliche Folgen auf anderen Gebieten bleiben kann. Man hat zwar in den letzten Iahren oft von der landwirtschaftlichen Verschuldung gesprochen, aber allgemeingültige Unterlagen waren bei der Vielzahl der Betriebe nur recht schwer zu erlangen. Die Untersuchungen des Enquete-Ausschusses haben ein Bild über die Lage des Wirtschaftsjahres 1925/26 gegeben, für 1926/27 liegen sie noch nicht einmal ausgewertet vor. Auch das Institut für Konjunkturforschung hat mit seiner Kreditquelle n st a t i st i k recht beachtenswerte Arbeit geleistet, die aber doch noch in mancher Beziehung ergänzt werden muh, um ein vollständiges Bild zu gewinnen. So ist es erfreulich, daß das Material und die Erfahrungen der Enquete-Arbeit zu einer neuen Erhebung ausgenuht worden sind, die von nun an jährlich fortgesetzt werden soll. Die Detriebsstelle beim Deutschen Landwirtschaftsrat, die zusammen mit den landwirtschaftlichen Duchstellen schon für den En- queteausschuh die meisten Untersuchungen durchgeführt hat, und über die größte Erfahrung auf diesem Gebiet verfügt, hat zusammen mit der Deutschen Ventenbank - Kreditanstal t für 1927/28 eine Untersuchung in etwa dreitausend aus dem ganzen Reich und allen Größenklassen ausgewählten typischen Betrieben angestellt, deren Ergebnisse in einer Veröffentlichung „Die Kreditlage der deutschen Landwirtschaft im Wirtschaftsjahr 1 9 2 7/28" vorliegen, und ausgezeichnete Aufschlüsse über die Höhe, Entwicklung und Gliederung der landwirtschaftlichen Verschuldung geben. Bei späteren Erhebungen wird es sicherlich möglich sein, die Ergebnisse noch schneller auszuwerten und zu veröffentlichen, als es jetzt schon geschehen ist. In sachlicher Beziehung ist an der Untersuchung von Interesse, daß die landwirtschaftliche Verschuldung in den einzelnen Wirtschaftsgebieten bei allen Größenklassen ein z i e m- lich gleichmäßiges Anwachsen zeigt, wobei die absoluten Derschuldungszahlen in Ost
deutschland zwar geringer sind als westlich der Elbe, aber durchschnittlich eine Verschuldung von 6 0 P rozeNt des steuerlichen Einheits- Werts kennzeichnen, während die westdeutschen Betriebe nur durchschnittlich mit 3 2 Pro- z e n t des Einheitswertes verschuldet sind. De- merkenswerterweise hat sich das Verhältnis der einzelnen Schuldenarten nur wenig verschoben. Durch Ablösung zurückgegangen find die Aufwertungsschulden, innerhalb der realen Verschuldung ist infolge der allgemeinen Maßnahmen der organisierte Realkredit gestiegen. Die weitere Fortführung der Erhebung wird für die praktische Kreditpolitik zweifellos noch mancherlei Anregungen und eine einwandfreie Grundlage zur Beurteilung der von staatlicher Seite erforderlichen Maßnahmen bilden können.
* D i e amtliche Großhandelsindex. Ziffer. Die auf den Stichtag des 7. August berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichs- amts ist mit 138,1 gegenüber der Vorwoche (138,4) leicht zurückgegangen. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,8 o. H. auf 132,6 (133,7) gesunken. Die Indexziffer für Kolonialwaren war mit 129,1 unverändert. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat sich leicht auf 131,7 (131,5) erhöht, während diejenige für industrielle Fertigwaren mit 157,5 keine Veränderung aufweist.
• Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Rach vorläufigen Berechnungen wurden in der Zeit vom 28. Iuli bis 3. August im Ruhrgebiet in sechs Arbeitstagen 2 432 461 Tonnen Kohle gefördert gegen 2 429 610 Tonnen in der vorhergehenden Woche bei ebenfalls sechs Arbeitstagen Die Kokserzeugung stellte sich in den sieben Tagen der Berichtswoche (in den Kokereien wird auch Sonntags gearbeitet) aus 648 984 Tonnen gegen 638 224 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die Prehkohlenherstellung auf 71 827 Tonnen bei sechs Arbeitstagen gegen 72 883 Tonnen in der vorhergehenden Woche. Die arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 28. Iuli bis 3. August 405 410 Tonnen gegen 404 935 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die tägliche Kokserzeugung stellte sich auf 92 712 (91 175) Tonnen, die arbeitstägliche Preßkohlenherstellung auf 11 971 (12 147) Tonnen.
* Kaliabsatz. Nach dem Wochenbericht der Gebr. Dammann Bank lautet die vorläufige Schätzung des Kaliabsatzes für August wieder auf 1 Mill, az (vorjähriger Augustabsatz 1 086 800 dz). Trotz des Absatzrückganges in den letzten beiden Monaten, der in der Hauptsache auf die Trans- portschwierigkeiten, hervorgerufen durch den niedrigen Wasserstand von Weser und Elbe, zurückzu- führen ist, ergibt sich für die ersten sieben Monate d. I. noch ein Mehr von 135 000 dz gegen 1928. Man darf hoffen, daß sich dieser Vorsprung in den nächsten Monaten wieder erhöht. Die Aussichten für das Herbstgeschäft, das gewöhnlich im September seinen Höhepunkt erreicht, werden jedenfalls günstig beurteilt.
* Zur Kontingentierungsfrage in der Fahrradindustrie. Die schwierige Lage, in der sich die deutsche Fabrradindustrie seit dem vorigen Iahre befindet und die sich auch in dieser Saison keineswegs gebessert, sondern allgemein noch weiter verschlechtert hat, macht die Rotwendigkeit, der bestehenden Ueberproduk- tion entgegenzutreten und eine Vereinbarung über die Höhe der Erzeugung der Fahrradindustrie zu treffen, immer dringender. Vor kurzem ist bereits in Dresden vom Verein deutscher Fahrradindustrieller e. V. zusammen mit einigen Außenseiterfirmen eine Versammlung ab- gehalten worden, in der die Rotwendigkeiteiner Kontingentierung erörtert und der Plan einer solchen aufgestellt wurde. Der Vorschlag, die Fahrradindustrie in einem Kartell oder Syndikat fest zusammenzuschließen, wurde von der Mehrheit der Versammlung abgelehnt. Run- mehr war auf den 13. August nach Frankfurt am Main eine neue Versammlung des Vereins einberufen worden, die sich weiter mit der Frage der Kontingentierung befassen sollte. Diese Sitzung ist jedoch bis auf weiteres verschoben worden, da erst mit den Fahrradteilfabrikanten besondere Verhandlungen geführt werden sollen.
* Londoner Zinnsyndikat. Infolge des Beitritts der Ropp-Tin zum Zinnshndikat erhöht dieses sein Kapital von 600 000 auf 1 Million Pfund durch Schaffung von 400 000 Aktien über je ein Pfund. 140 000 Aktien werden den Aktionären der Ropp-Tin angeboten.
* DTe Arbeitslosigkeit in England. Die Zahl der Arbeitslosen in Großbritannien betrug am 29. Iuli d. I. 1 154 100, das waren 31 457 mehr als die Woche zuvor und 150 871 weniger als zur gleichen Zeit im Iahre 1928.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 12. Aug. Tendenz freundlicher. — Zum Wochenbeginn war die Stimmung allgemein etwas freundlicher. Qkrf auf Saufträge lagen kaum vor, es bestand eher einiges Deckungsbedürfnis, zumal das Ausland wieder für einige Spezialpapiere stärkeres Interesse bekundete. Anregend wirkte heute vor allem die sehr feste ReuhorkerBör se vom Samstag trotz der Diskonterhöhung, so daß das Geschäft lebhafter war als in letzter Zeit. Stimulierend wirkte eine geringe Entspannung im Haag. Das Geschäft nahm aber am hiesigen Platze fein größeres Ausmaß an, nur einige Werte traten vorübergehend etwas in den Vordergrund. So konnten Glanz- st o f s a k t i e n ihre Aufwärtsbewegung mit plus 7 Prozent weiter fortsetzen. Am Elektro- markt gewannen AEG. 2 Prozent, Schurke r t 2,5 Prozent und Siemens 1,5 Prozent Farben eröffneten etwa 1 Prozent fester. Montanwerte waren vernachlässigt. Zur ersten Rotiz kam nur in Phönix mit plus 0,75 Prozent eine Rotierung zustande. Die besseren Beschäftigungsziffern und die Umsahsteige- rung des Kohlen-, sowie Eisenreviers wurden kaum beachtet. Erwähnenswert sind noch Zellstoff Waldhof und Deutsche Linoleum mit plus 1,5 Prozent. Bankwerte waren bis 1 Prozent schwächer. Im übrigen waren die Umsätze sehr bescheiden, doch überwogen gegenüber den Schlußkursen von Freitag die Besserungen. Renten still und zumeist etwas gebessert. Im Verlause litt die Börse wieder unter Auftragsmangel und die Urnsahtätigkeit schrumpfte aus ein Minimum zusammen. Es traten zumeist Rückgänge um Bruchteile eines Prozentes ein. Rur Glanz st offaktren konnten erneut 2 Prozent gewinnen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6,5 Prozent notiert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2020, gegen London 20,365, London gegen Kabel 4,8480, gegen Paris 123,97, gegen Madrid 33,10, gegen Mailand 92,75, gegen Holland 12,1040.
Berliner Börse.
Berlin, 12. Aug. Zu Beginn der neuen Woche konnte man an den Effektenrnärk- t e n eine wesentliche Beruhigung feststellen. Die Erhöhung der Londoner Diskontrate war ausgeblieben und die Erholung an der Reuhorker Börse vom Samstag fand ebenfalls Beachtung. Heute blieben Derkaufsausträge der Kundschaft ebenfalls aus» und obwohl anderseits keine große Kaufneigung bestand, wurden doch verschiedentlich Deckungen vorgenommen. Das Geschäft war zu Beginn der Börse außerordentlich ruhig. Im Grundton war die Tendenz aber allgemein freundlicher. Einiges Interesse, angeblich auch des Auslandes, bestand für E l e k t r o w e r t e. Aber auch bei einigen anderen Spezialpapieren betrugen die Erholungen bis zu 2,5 Proz. Stärker erhöht eröffneten Kunstseidenaktien, von denen Bemberg 6 Proz. und Glanz stoff 11,5 Prozent gewannen. In den drei erstmalig variabel gehandelten Papieren (Brown, Boveri & C o.. Rordseehochfischerei und Zell» stoffverein) war die Urnsahtätigkeit bei geringen Umsätzen klein. Deutsche Anleihen lagen etwas fester. Ausländer behauptet. Pfandbriefe sehr ruhig und fast unverändert. Der Geldmarkt war in sich leichter, die Sätze blieben aber unverändert. Tagesgeld 6,5 bis 8.5 Prozent, Monatsgeld 9 bis 10,25 Proz., Warenwechsel etwa 7,75 Prozent. Auch nach den ersten Kursen war das Geschäft ruhig und die Stimmung zunächst weiter freundlich, lieber den Stand der Haager Konferenz und den Grad der Spannung zwischen England und Frankreich lauteten die Pressenachrichten ganz verschieden und riefen eine gewisse Beunruhigung hervor: da die Spekulation im Geschäft auf sich angewiesen war, schwankten die Kurse hin und her, und schon die kleinsten Gewinne wurden von hier mitgenommen.
Frankfurter Getreidebörse.
Franks u rt a. M., 12. Aug. Trotzdem von den Auslandmärkten etwas höhere Kurse gemeldet wurden, war die Tendenz zu Beginn der neuen Woche am hiesigen Produktenmarkt zurückhaltend, da zum ersten Male in größerer Menge Weizen und Roggen neuer Ernte an den Markt gebracht wurde. Die erste Ro^z für Weizrn stellte sich auf 25,75 bis 26,60 Riss. Roggen neuer Ernte gab gegen die Vorwoche etwas nach. Etwas schwächer lagen ferner Futtermittel, während am Mehlmarkt die Preise behauptet blieben. Es wurden notiert: Weizen, neue Ernte, 26,75 bis 26,60; Roggen, neue Ernte, 21,25; Hafer, inländischer, 21,50 bis 21,75; Mais (gelb) für Futterzwecke 21,50 bis 21,75; Weizenmehl,
süddeutsches, Spezial 0 38,50 bis 41,25; Roggen- mehl 30 bis 31; Weizenkleie 10,50; Roggenkleie, 11,75; Erbsen 33 bis 50; Linsen 40 bis 110; Heu, süddeutsches, 10,50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 5, gebündelt 4,50; Treber, getrocknet. 18 bis 19 Mk. Tendenz: Ruhig.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a, M., 12. Aug. Auftrieb: 1462 Rinder (darunter 290 Ochsen, 106 Dullen, 633 Kühe, 422 Färsen), 516 Kälber, 57 Schafe, 3870 Schweine.. Es wurden notiert: Rinder (Ochsen): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 60 bis 63 Mk., (ältere) 55 bis 59; sonstige vollfleischige (jüngere) 50 bis 54; (Dullen): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 58; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 49 bis 53; (Kühe): jüngere, vollsleischige. höchsten Schlachtwerts 48 bis 51; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43 bis 47; fleischige 35 bis 42; gering genährte 30 bis 34; (Färsen — Kalbinnen, Iungrinder —): vollfleischige. ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 60 bis 63; vollfleischige 55 bis 59; fleischige 50 bis 54. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 76 bis 80; mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 75; geringe Kälber 62 bis 69. — Schweine: voll- fleischige Schweine von etwa 160 bis 300 Pfund Lebendgewicht 90 bis 93; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 88 bis 91 Mk. — Marktverkauf: Rinder ruhig, nahezu ausverkaust. Schweine rege, ausverkauft. Kälber und Schafe ruhig, geräumt.
Frankfurter Eiermarkt.
Frankfurt, 10. Aug. Die Tendenz war stetig. Die Preise verstehen sich unverzollt ab Station bzw. Grenzstation in Pfennigen und pro Stück: Bulgarische 10 bis 10,50; Italienische 11,50 bis 11,75; Holländische 11,25 bis 13,25; Südslawische 10,25 bis 10,50; Polnische 9 bis 9,25; Russisch. 10,50 bis 11,50; Dänische 11,50 bis 13,50; Bel gische 11,75 bis 12; Rumänische 10,25 bis 10,50; Schlesische 11 bis 11,50; Bayerische 10,75 bis 11; Norddeutsche 11 bis 12.
Letzte Nachrichten.
Macdonald fordert Revision des Houng-plans.
Haag, 12. Aug. (TU. Eigner Drahlbericht.) D? Telegramm, das der englische Premierminister Macdonald an den Schahkanzler Snowden gesandt hat, besagt, daß die Finanzkommissiii einen sehr ernsten Fehler machte, und daß die Aussichten für eine baldige Lösung sofort Schiffbruch er leiden mühten, wenn man sich nicht endlich dazu versiehe, den Bericht der Sachverständigen zu revidieren und den rechtmähigen Forderungen Englands entgegenzukommen. „Alle Parteien und Gruppen des Landes ohne Ausnahme unterstützen die Sache, die Sie führen, jede Zeitung steht hinter Ihnen, und alle Parteien im Unterhause unterstützen Sie ebenfalls. Ich hoffe sehr ernstlich, dah Ihre Kollegen in der Finanzkommission erkennen werden, daß sie die Lage in dem Sinne auszulegen haben, daß die elementarsten Erwägungen des fair play zwischen den beteiligten Ländern eine Revision gewisser Empfehlungen des Berichtes erfordern. Unsere bisherige Aktion für das Zustandekommen einer Regelung der europäischen Verhältnisse auf der Grundlage guten Willens beweist, daß wir wünschen, dah die Konferenz Erfolg hat, und zwar sowohl aus politischem wie auf finanziellem Gebiete, aber wir haben die Grenze der u n- gerechten Lastenverteilung erreicht."
Reichspräsident von Hindenburg in München.
München, 12. Aug. (WTD. Funkspruch.) Reichspräsident von Hindenburg, der auch In diesem Iahre seinen Urlaub in Bayern verbringt, traf heute vormittag 9.44 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Schnellzug i n München ein. Auf Wunsch des Reichspräsidenten war von einem offiziellen Empfang abgesehen worden. Der Reichspräsident wurde in seinem Salonwagen von General Hemmer und dem Vertreter der Reichsregierung in München, Gesandten von H a n i e l, begrüßt. Beim Verlassen des Bahnhofes wurde der Reichspräsident von einer zahlreichen Menschenmenge jubelnd begrüßt. In Begleitung seines Adjutanten Oberstleutnant von Hindenburg, begab sich der Herr Reichsprä ident nach herzlicher Verabschiedung von den Erschienenen im Kraftwagen nach Dietramszell.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent.
frranlnnt a M.
Berlin
Cchlub- KurS
l-Uhr Kurs
Schluß-s Anfang-
Kurs |
Kurs
Datum
9.8.
12.8.
9 8.
12.8.
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—
87,5
—
los..Rechlcn.........
52
52
51,7
51,8
Te»gl. ohne Auilos.-Rechte . . . 7% Franks. Hyp.-Bt. Goldps. un-
10,4
11
10,65
11
kündbar bU 1932.......
4Yi% Rheinische Hyp.-Bant Liqu.-
—
—
—
—
Goldpf............
A-E.G- dbg. Sorfdegfr Obligation.,
—
—
—
—
rückzahlbar 1932 .......
—
—
—
—
4% Schweiz. BundeSb -AnI.. . .
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—
—
—
—
—
—
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_
4,20% Qeslerr. Eilbcrrtc.....
2,4
—
2,5
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4% Oesterreich, cinheitl. Rte. . .
1,925
—
4% Ungarische Goldrte......
22,55
—
22,75
22,5
4% Ungarische StaatSr. v. 1910 .
19,75
—
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21,9
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4% Ungarische Kronentie.....
4% Türk. Zollanlcihe v. 1911 . .
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1,85
—
1,85
1,8
7,6
—
7,7
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7,525
—
7,85
_
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7,525
—
7,85
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4% Rumänen amtiert. Rte. . . . 4'/,% Rumänen Soldanl. von 1913
—
_
—
—
—
—
Allg. Deutsche Eisenbahn . .
Hamburg-Amerika Patel ... 8 Harnb.-Südam. Dampfsch. . . 8 Hansa Dampfschiff.....10
Norddeutscher Lloyd.....8
Ölig. Deutsche Ereditanfk. . . io Barmer Bankverein .... 10 Berliner HandelSgeseNsch. . . 12 Commerz- und Privat-Bant. 11 Darmst. u. Nattonalbant . . 12
Deutsche Bant......10
DUtonto-Gescllschafl BnL. . 10
Dresdner Bant......10
Melallban l........ d «eichtbant........12
—
—
_
122,5
—
122,25
121,25
—
—
_
114
—
114,4
113,5
126,5
——
126,5
126.5
128,25
—
128,25
128,25
210,5
—
211
207,5
184
182,5
184
182,5
277
—
277
274,5
169
—
169
167,5
154
—
153,75
153
160
158,75
160
159
306
—
306
301,5
Frankfurt a M.
Berlin
£d)lu6-|
i-Uhr
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Anfang.
Kur? |
Kurs
Kurs |
Kurs
Datum
9.8.
12-8.
98.
12-8.
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205,75
203,6
205
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Bergmann..... •
. . 9
231
—
231,75
228
Elektr. Lieferungen....
. 10
—
—
170
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Licht und Kraft .....
. 10
212,5
208
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Felten L Guilleaume. » . Ges. f. Elektr. Untern.. • •
. . 6
143
—
143,5
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—
215
210
Hamb. Elektr. Werte . . .
. 10
—
143,25
Rhein. Elektr.......
. . 9
—
153,5
_
Schics. Elektr..... •
. 10
—
—
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Schuckert........
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228,25
231,5
227,25
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. 12
388
383
388
383,5
Transradio .......
. . 8
146
Lahmeher & (So......
. 10
172
—
172
—
Buderu»........
. . 6
76
—
75,75
73,25
Deutsche Erdöl.....
. . 6
—
112,13
113,5
112,5
Essener Steintohle ....
. . 8
—
—
137,25
138,5
Gelsenkirchener ... s. H I 4
136,5
—
136,25
134,5
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. . 6
145
—
144
144
Hoesck Eilen.......
. . 8
—
—
130,75
127,75
§l|e Bergbau......
. . 8
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—
Klöcknerwerke......
. . 7
111,5
—
112,75
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—
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. . 5
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—
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106,4
Phönix Bergbau.....
. »y,
104
102,75
104
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Rheinische Braunkohlen... 10
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288
288,5
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—
124,75
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Bereinigte Stahlw . . .
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. . I
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112,5
—
112,5
65,9
232
238
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232
237
Kali Aschersleben . . .
Kali Westeregeln.....
Kaliwerk Salzdetfurth . .
. 10 . 10 . 15
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238
394
—
I ®. Farben.Industrie . . Dynamit Nobel.....
. 12 • . 5
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223,5
226,5
223,25
Scheideanstalt......
. . 9
156
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107
—
Goldschmidt ......
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—
Rütger-werke......
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85
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Banknoten
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—
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Heidelberger Gement ....
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—
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—
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—-
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—
—
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14
—
—
325
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Charlottenburger Wasser . .
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—
—
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Franks. Maschinen.....
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Mainkrastwerte......
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_
Gebr. Roeder.......
10
—
—
—
Voigt 4 Haeffner.....
. 8
—
221
222
—
Südd Zucker.......
. 8
152,9
152,5
152
—
Berlin, 9. August
Geld
Brief
Amerikanische Noten.....
4,174
4,194
Belgische Noten .......
58,23
58,47
Dänische Noten .......
111,48
Englische Noten........
20,315
20,395
Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
Berlin, 9- August
Geld
Brief
Französische Noten.....
167435
167,68
21,96
16,495
168,36
22,04
Italienische Toten......
111,48
59,11
111,92
59,35
Deutsch-Ocstrrr., 5100 Kronen
Rumänische Noten......
Ahipbifmt1
2,48 112,10 80,64
2,50
112,54
80,96
Schweizer Noten.......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten . .
61,12
61,36
12,42
12,48
Ungarische Noten ......
73,00
73,30
9. August
12- August
Amtliche 'Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Briet
Geld
Brief
Amst.-Rott.
167,94
168,28
168,12
168,46
Buen.-AireS
1,758
1,762
1,760
1,764
Brss.'Antw.
58,29
58,41
58,35
58,47
Christiania.
111,70
111,92
111,76
111,98
Kopenhagen
111,71
112,33
111,93
111,76
111,98
Stockholm ■ HMngfors.
112,55
112,39
112,61
10,536
10,556
10,543
10,563
Italien. . .
21,92
21,96
21,95
21,99
London. . .
20,344
20.384
20,35
20,39
Neuyork . .
4,1945
4,2025
4,1975
4,2055
Pari«
Schweiz ..
16,41
16,45
16,41
16,45
80,67
80,83
80,725
80,885
Spanien . .
61,30
61,42
61,49
61,61
Japan . . .
1,970
1,974
1,964
1,968
Rio de Jan. Wien in D-«
0,4975
0.4995
0,4975
0,4995
Oest. abgeft
59,08
59,20
59,11
59,23
Prag . . . .
12,408
12,428
12,419
12,439
Bclzrad . .
/, 363
/,377
7,366
7,380
Budapest. .
73,19
73,39
73,20
73,34
Bulgarien .
3,034
3,040
3,034
3,040
Lissabon ■ .
18,78
18,82
81,51
18,78
18,82
Danzig.-
81,35
81,36
81,52
Konstantin.
2,013
2,017
2,005
2,009
Athen. .
5,42
5,43
1,188
4,134
5,425
5,435
Canada
4,180
4,176
4,184
Urujnatj . -
4,126
4.126
4,134
Cairo . . •
20,865
20,905
20,87
20,91


