Ausgabe 
12.8.1929
 
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Kunst und Wissenschaft.

Earl Zuckmayer und Adam Antes Träger des Büchnerpreises.

WSN. Darmstadt, 11. Aug. Mit einer kleinen Feierlichkeit wurde heute vormittag der hessische Georg.Büchner-Preis durch Staatspräsident und Kultusminister Dr. Adelung an die dies­jährigen Preisträger überreicht. Es sind der Dichter Carl Zuckrnayer, derlebensvolle dramatische Gestalter heimatlichen Volkstums", und der Bild­hauer Adam Antes, dem die Ehrungin An- erkennung des gereiften und von klaren Form­gedanken getragenen Schaffens" verliehen wurde.

Staatspräsident Adelung verwies auf den Sinn der Ehrung, die von der hessischen Volksver­tretung seinerzeit beschlossen wurde, für Vertreter der Kunst, die auf ihrem Gebiete Hervorragendes leisten. Der Preis ist materiell bescheiden, aber sein Wert liegt darin, daß er vom Volke verliehen wird. Mit herzlichen Wünschen für ihr weiteres Schaffen übergab Dr. Adelung dann die Urkunden den beiden diesjährigen Preisträgern.

Carl Zuckrnayer dankte und gab der Freude darüber Ausdruck, die ihm die Ehrung bereitet habe. Es fei eine tiefgefühlte Freude für ihn, den Preis seiner Heimat zu erhalten, den Preis, dessen Name gerade der Jugend ein flammendes Symbol bedeute. Er betrachte ihn zugleich als eine Ermunterung, denn auch er fühle sich noch als Anfänger in seinem Schaffen. Ein glücklicher äußerer Erfolg habe ihm nicht nur den Lebensunterhalt, sondern auch die Freiheit seiner Arbeit gesichert. Aber er glaube, daß es ganz im Sinne des Preises und seiner Absicht liege, wenn der materielle Teil dieser Auszeichnung einem ringenden Talente zugute komme. Deshalb habe er sich entschlossen, die mit der Ehrung ver- bundene Geldsumme (5000 Mark) dem in Oberhessen lebenden jungen Dichter Anton Betzner weiter­zugeben. Diese schöne Tat des Dichters fand volles Verständnis und Einverständnis, dem Staatspräsi­dent Adelung noch einmal Ausdruck gab.

Wirtschaft.

Oie landwirtschaftliche Schuldenlast.

Die Entwicklung der Kreditverhält­nisse der deutschen Landwirtschaft ist seit der Währungsstabilisierung einen so be­drohlichen Weg gegangen, daß dieses Kapitel der deutschen Kreditpolitik auch bei vorher un­interessierten Stellen immer stärkere Beachtung findet. Die Verflechtung der landwirtschaftlichen Betriebe mit der gesamten Volkswirtschaft ist so stark, daß eine ungesunde Entwicklung dieses einen Wirtschaftszweiges nicht ohne verderbliche Folgen auf anderen Gebieten bleiben kann. Man hat zwar in den letzten Iahren oft von der landwirtschaftlichen Verschuldung gesprochen, aber allgemeingültige Unterlagen wa­ren bei der Vielzahl der Betriebe nur recht schwer zu erlangen. Die Untersuchungen des Enquete-Ausschusses haben ein Bild über die Lage des Wirtschaftsjahres 1925/26 ge­geben, für 1926/27 liegen sie noch nicht einmal ausgewertet vor. Auch das Institut für Kon­junkturforschung hat mit seiner Kreditquel­le n st a t i st i k recht beachtenswerte Arbeit ge­leistet, die aber doch noch in mancher Beziehung ergänzt werden muh, um ein vollständiges Bild zu gewinnen. So ist es erfreulich, daß das Ma­terial und die Erfahrungen der Enquete-Arbeit zu einer neuen Erhebung ausgenuht worden sind, die von nun an jährlich fortgesetzt werden soll. Die Detriebsstelle beim Deutschen Land­wirtschaftsrat, die zusammen mit den land­wirtschaftlichen Duchstellen schon für den En- queteausschuh die meisten Untersuchungen durch­geführt hat, und über die größte Erfahrung auf diesem Gebiet verfügt, hat zusammen mit der Deutschen Ventenbank - Kreditan­stal t für 1927/28 eine Untersuchung in etwa dreitausend aus dem ganzen Reich und allen Größenklassen ausgewählten typischen Betrieben angestellt, deren Ergebnisse in einer Veröffent­lichungDie Kreditlage der deutschen Landwirtschaft im Wirtschaftsjahr 1 9 2 7/28" vorliegen, und ausgezeichnete Auf­schlüsse über die Höhe, Entwicklung und Glie­derung der landwirtschaftlichen Verschuldung ge­ben. Bei späteren Erhebungen wird es sicherlich möglich sein, die Ergebnisse noch schneller aus­zuwerten und zu veröffentlichen, als es jetzt schon geschehen ist. In sachlicher Beziehung ist an der Untersuchung von Interesse, daß die landwirt­schaftliche Verschuldung in den einzelnen Wirt­schaftsgebieten bei allen Größenklassen ein z i e m- lich gleichmäßiges Anwachsen zeigt, wobei die absoluten Derschuldungszahlen in Ost­

deutschland zwar geringer sind als westlich der Elbe, aber durchschnittlich eine Verschuldung von 6 0 P rozeNt des steuerlichen Einheits- Werts kennzeichnen, während die westdeut­schen Betriebe nur durchschnittlich mit 3 2 Pro- z e n t des Einheitswertes verschuldet sind. De- merkenswerterweise hat sich das Verhältnis der einzelnen Schuldenarten nur wenig verschoben. Durch Ablösung zurückgegangen find die Auf­wertungsschulden, innerhalb der realen Verschuldung ist infolge der allgemeinen Maß­nahmen der organisierte Realkredit gestiegen. Die weitere Fortführung der Erhebung wird für die praktische Kreditpolitik zweifellos noch mancher­lei Anregungen und eine einwandfreie Grund­lage zur Beurteilung der von staatlicher Seite erforderlichen Maßnahmen bilden können.

* D i e amtliche Großhandelsindex. Ziffer. Die auf den Stichtag des 7. August berech­nete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichs- amts ist mit 138,1 gegenüber der Vorwoche (138,4) leicht zurückgegangen. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,8 o. H. auf 132,6 (133,7) gesunken. Die Indexziffer für Kolonialwaren war mit 129,1 unverändert. Die Indexziffer für indu­strielle Rohstoffe und Halbwaren hat sich leicht auf 131,7 (131,5) erhöht, während diejenige für indu­strielle Fertigwaren mit 157,5 keine Veränderung aufweist.

Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Rach vorläufigen Berechnungen wurden in der Zeit vom 28. Iuli bis 3. August im Ruhrgebiet in sechs Arbeitstagen 2 432 461 Tonnen Kohle gefördert gegen 2 429 610 Tonnen in der vor­hergehenden Woche bei ebenfalls sechs Arbeits­tagen Die Kokserzeugung stellte sich in den sie­ben Tagen der Berichtswoche (in den Kokereien wird auch Sonntags gearbeitet) aus 648 984 Ton­nen gegen 638 224 Tonnen in der vorhergehen­den Woche, die Prehkohlenherstellung auf 71 827 Tonnen bei sechs Arbeitstagen gegen 72 883 Ton­nen in der vorhergehenden Woche. Die ar­beitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 28. Iuli bis 3. August 405 410 Tonnen ge­gen 404 935 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die tägliche Kokserzeugung stellte sich auf 92 712 (91 175) Tonnen, die arbeitstägliche Preßkohlenherstellung auf 11 971 (12 147) Tonnen.

* Kaliabsatz. Nach dem Wochenbericht der Gebr. Dammann Bank lautet die vorläufige Schätzung des Kaliabsatzes für August wieder auf 1 Mill, az (vorjähriger Augustabsatz 1 086 800 dz). Trotz des Absatzrückganges in den letzten beiden Monaten, der in der Hauptsache auf die Trans- portschwierigkeiten, hervorgerufen durch den nied­rigen Wasserstand von Weser und Elbe, zurückzu- führen ist, ergibt sich für die ersten sieben Mo­nate d. I. noch ein Mehr von 135 000 dz gegen 1928. Man darf hoffen, daß sich dieser Vorsprung in den nächsten Monaten wieder erhöht. Die Aus­sichten für das Herbstgeschäft, das gewöhnlich im September seinen Höhepunkt erreicht, werden je­denfalls günstig beurteilt.

* Zur Kontingentierungsfrage in der Fahrradindustrie. Die schwierige Lage, in der sich die deutsche Fabrradindustrie seit dem vorigen Iahre befindet und die sich auch in dieser Saison keineswegs gebessert, sondern allgemein noch weiter verschlechtert hat, macht die Rotwendigkeit, der bestehenden Ueberproduk- tion entgegenzutreten und eine Vereinbarung über die Höhe der Erzeugung der Fahrradindu­strie zu treffen, immer dringender. Vor kurzem ist bereits in Dresden vom Verein deutscher Fahrradindustrieller e. V. zusammen mit eini­gen Außenseiterfirmen eine Versammlung ab- gehalten worden, in der die Rotwendigkeiteiner Kontingentierung erörtert und der Plan einer solchen aufgestellt wurde. Der Vorschlag, die Fahrradindustrie in einem Kartell oder Syn­dikat fest zusammenzuschließen, wurde von der Mehrheit der Versammlung abgelehnt. Run- mehr war auf den 13. August nach Frankfurt am Main eine neue Versammlung des Ver­eins einberufen worden, die sich weiter mit der Frage der Kontingentierung befassen sollte. Diese Sitzung ist jedoch bis auf weiteres ver­schoben worden, da erst mit den Fahrradteil­fabrikanten besondere Verhandlungen geführt werden sollen.

* Londoner Zinnsyndikat. Infolge des Beitritts der Ropp-Tin zum Zinnshndikat erhöht dieses sein Kapital von 600 000 auf 1 Million Pfund durch Schaffung von 400 000 Aktien über je ein Pfund. 140 000 Aktien werden den Aktio­nären der Ropp-Tin angeboten.

* DTe Arbeitslosigkeit in Eng­land. Die Zahl der Arbeitslosen in Großbri­tannien betrug am 29. Iuli d. I. 1 154 100, das waren 31 457 mehr als die Woche zuvor und 150 871 weniger als zur gleichen Zeit im Iahre 1928.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 12. Aug. Tendenz freund­licher. Zum Wochenbeginn war die Stimmung allgemein etwas freundlicher. Qkrf auf Sauf­träge lagen kaum vor, es bestand eher einiges Deckungsbedürfnis, zumal das Ausland wieder für einige Spezialpapiere stärkeres In­teresse bekundete. Anregend wirkte heute vor allem die sehr feste ReuhorkerBör se vom Samstag trotz der Diskonterhöhung, so daß das Geschäft lebhafter war als in letzter Zeit. Stimulierend wirkte eine geringe Ent­spannung im Haag. Das Geschäft nahm aber am hiesigen Platze fein größeres Ausmaß an, nur einige Werte traten vorübergehend etwas in den Vordergrund. So konnten Glanz- st o f s a k t i e n ihre Aufwärtsbewegung mit plus 7 Prozent weiter fortsetzen. Am Elektro- markt gewannen AEG. 2 Prozent, Schur­ke r t 2,5 Prozent und Siemens 1,5 Prozent Farben eröffneten etwa 1 Prozent fester. Montanwerte waren vernachlässigt. Zur ersten Rotiz kam nur in Phönix mit plus 0,75 Prozent eine Rotierung zustande. Die besse­ren Beschäftigungsziffern und die Umsahsteige- rung des Kohlen-, sowie Eisenreviers wurden kaum beachtet. Erwähnenswert sind noch Zell­stoff Waldhof und Deutsche Linole­um mit plus 1,5 Prozent. Bankwerte waren bis 1 Prozent schwächer. Im übrigen waren die Umsätze sehr bescheiden, doch überwogen ge­genüber den Schlußkursen von Freitag die Besse­rungen. Renten still und zumeist etwas ge­bessert. Im Verlause litt die Börse wieder unter Auftragsmangel und die Urnsahtätigkeit schrumpfte aus ein Minimum zusammen. Es tra­ten zumeist Rückgänge um Bruchteile eines Pro­zentes ein. Rur Glanz st offaktren konnten erneut 2 Prozent gewinnen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6,5 Prozent notiert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dol­lar 4,2020, gegen London 20,365, London gegen Kabel 4,8480, gegen Paris 123,97, gegen Madrid 33,10, gegen Mailand 92,75, gegen Holland 12,1040.

Berliner Börse.

Berlin, 12. Aug. Zu Beginn der neuen Woche konnte man an den Effektenrnärk- t e n eine wesentliche Beruhigung fest­stellen. Die Erhöhung der Londoner Diskontrate war ausgeblieben und die Erholung an der Reuhorker Börse vom Samstag fand eben­falls Beachtung. Heute blieben Derkaufsausträge der Kundschaft ebenfalls aus» und obwohl an­derseits keine große Kaufneigung bestand, wur­den doch verschiedentlich Deckungen vorgenom­men. Das Geschäft war zu Beginn der Börse außerordentlich ruhig. Im Grundton war die Tendenz aber allgemein freundlicher. Einiges Interesse, angeblich auch des Auslandes, bestand für E l e k t r o w e r t e. Aber auch bei einigen anderen Spezialpapieren betrugen die Er­holungen bis zu 2,5 Proz. Stärker erhöht er­öffneten Kunstseidenaktien, von denen Bemberg 6 Proz. und Glanz stoff 11,5 Prozent gewannen. In den drei erstmalig varia­bel gehandelten Papieren (Brown, Boveri & C o.. Rordseehochfischerei und Zell» stoffverein) war die Urnsahtätigkeit bei ge­ringen Umsätzen klein. Deutsche Anleihen lagen etwas fester. Ausländer behauptet. Pfandbriefe sehr ruhig und fast unverän­dert. Der Geldmarkt war in sich leichter, die Sätze blieben aber unverändert. Tages­geld 6,5 bis 8.5 Prozent, Monatsgeld 9 bis 10,25 Proz., Warenwechsel etwa 7,75 Pro­zent. Auch nach den ersten Kursen war das Geschäft ruhig und die Stimmung zunächst weiter freundlich, lieber den Stand der Haager Konferenz und den Grad der Spannung zwischen England und Frankreich lauteten die Pressenachrichten ganz verschieden und riefen eine gewisse Beunruhigung hervor: da die Speku­lation im Geschäft auf sich angewiesen war, schwankten die Kurse hin und her, und schon die kleinsten Gewinne wurden von hier mitgenommen.

Frankfurter Getreidebörse.

Franks u rt a. M., 12. Aug. Trotzdem von den Auslandmärkten etwas höhere Kurse ge­meldet wurden, war die Tendenz zu Beginn der neuen Woche am hiesigen Produktenmarkt zu­rückhaltend, da zum ersten Male in größerer Menge Weizen und Roggen neuer Ernte an den Markt gebracht wurde. Die erste Ro^z für Weizrn stellte sich auf 25,75 bis 26,60 Riss. Rog­gen neuer Ernte gab gegen die Vorwoche etwas nach. Etwas schwächer lagen ferner Futtermittel, während am Mehlmarkt die Preise behauptet blieben. Es wurden notiert: Weizen, neue Ernte, 26,75 bis 26,60; Roggen, neue Ernte, 21,25; Hafer, inländischer, 21,50 bis 21,75; Mais (gelb) für Futterzwecke 21,50 bis 21,75; Weizenmehl,

süddeutsches, Spezial 0 38,50 bis 41,25; Roggen- mehl 30 bis 31; Weizenkleie 10,50; Roggenkleie, 11,75; Erbsen 33 bis 50; Linsen 40 bis 110; Heu, süddeutsches, 10,50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 5, gebündelt 4,50; Treber, getrock­net. 18 bis 19 Mk. Tendenz: Ruhig.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a, M., 12. Aug. Auftrieb: 1462 Rinder (darunter 290 Ochsen, 106 Dullen, 633 Kühe, 422 Färsen), 516 Kälber, 57 Schafe, 3870 Schweine.. Es wurden notiert: Rinder (Ochsen): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 60 bis 63 Mk., (ältere) 55 bis 59; sonstige vollfleischige (jüngere) 50 bis 54; (Dullen): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 58; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 49 bis 53; (Kühe): jüngere, vollsleischige. höchsten Schlachtwerts 48 bis 51; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43 bis 47; fleischige 35 bis 42; gering genährte 30 bis 34; (Färsen Kalbinnen, Iungrinder): vollflei­schige. ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 60 bis 63; vollfleischige 55 bis 59; fleischige 50 bis 54. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 76 bis 80; mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 75; geringe Kälber 62 bis 69. Schweine: voll- fleischige Schweine von etwa 160 bis 300 Pfund Lebendgewicht 90 bis 93; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 88 bis 91 Mk. Marktverkauf: Rinder ruhig, nahezu ausverkaust. Schweine rege, ausverkauft. Kälber und Schafe ruhig, geräumt.

Frankfurter Eiermarkt.

Frankfurt, 10. Aug. Die Tendenz war stetig. Die Preise verstehen sich unverzollt ab Station bzw. Grenzstation in Pfennigen und pro Stück: Bulgarische 10 bis 10,50; Italienische 11,50 bis 11,75; Holländische 11,25 bis 13,25; Südslawische 10,25 bis 10,50; Polnische 9 bis 9,25; Russisch. 10,50 bis 11,50; Dänische 11,50 bis 13,50; Bel gische 11,75 bis 12; Rumänische 10,25 bis 10,50; Schlesische 11 bis 11,50; Bayerische 10,75 bis 11; Norddeutsche 11 bis 12.

Letzte Nachrichten.

Macdonald fordert Revision des Houng-plans.

Haag, 12. Aug. (TU. Eigner Drahlbericht.) D? Telegramm, das der englische Premierminister Macdonald an den Schahkanzler Snow­den gesandt hat, besagt, daß die Finanzkommissiii einen sehr ernsten Fehler machte, und daß die Aus­sichten für eine baldige Lösung sofort Schiffbruch er leiden mühten, wenn man sich nicht endlich dazu ver­siehe, den Bericht der Sachverständigen zu revidieren und den rechtmähigen Forde­rungen Englands entgegenzukommen.Alle Par­teien und Gruppen des Landes ohne Ausnahme unterstützen die Sache, die Sie führen, jede Zeitung steht hinter Ihnen, und alle Parteien im Unterhause unterstützen Sie ebenfalls. Ich hoffe sehr ernstlich, dah Ihre Kol­legen in der Finanzkommission erkennen werden, daß sie die Lage in dem Sinne auszulegen haben, daß die elementarsten Erwägungen des fair play zwischen den beteiligten Ländern eine Revision gewis­ser Empfehlungen des Berichtes erfor­dern. Unsere bisherige Aktion für das Zustande­kommen einer Regelung der europäischen Verhält­nisse auf der Grundlage guten Willens beweist, daß wir wünschen, dah die Konferenz Erfolg hat, und zwar sowohl aus politischem wie auf finanziellem Gebiete, aber wir haben die Grenze der u n- gerechten Lastenverteilung erreicht."

Reichspräsident von Hindenburg in München.

München, 12. Aug. (WTD. Funkspruch.) Reichspräsident von Hindenburg, der auch In diesem Iahre seinen Urlaub in Bayern verbringt, traf heute vormittag 9.44 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Schnellzug i n München ein. Auf Wunsch des Reichspräsi­denten war von einem offiziellen Empfang ab­gesehen worden. Der Reichspräsident wurde in seinem Salonwagen von General Hemmer und dem Vertreter der Reichsregierung in München, Gesandten von H a n i e l, begrüßt. Beim Ver­lassen des Bahnhofes wurde der Reichspräsident von einer zahlreichen Menschenmenge jubelnd begrüßt. In Begleitung seines Adjutanten Oberstleutnant von Hindenburg, begab sich der Herr Reichsprä ident nach herzlicher Verabschie­dung von den Erschienenen im Kraftwagen nach Dietramszell.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent.

frranlnnt a M.

Berlin

Cchlub- KurS

l-Uhr Kurs

Schluß-s Anfang-

Kurs |

Kurs

Datum

9.8.

12.8.

9 8.

12.8.

6% $t. iHeldjeanldhe o. iyz, . . Di. Anl.-Ablös.-Schuld mit Au»-

87,5

87,5

los..Rechlcn.........

52

52

51,7

51,8

Te»gl. ohne Auilos.-Rechte . . . 7% Franks. Hyp.-Bt. Goldps. un-

10,4

11

10,65

11

kündbar bU 1932.......

4Yi% Rheinische Hyp.-Bant Liqu.-

Goldpf............

A-E.G- dbg. Sorfdegfr Obligation.,

rückzahlbar 1932 .......

4% Schweiz. BundeSb -AnI.. . .

4% Oeslerreichische Goldrte.. . .

_

4,20% Qeslerr. Eilbcrrtc.....

2,4

2,5

4% Oesterreich, cinheitl. Rte. . .

1,925

4% Ungarische Goldrte......

22,55

22,75

22,5

4% Ungarische StaatSr. v. 1910 .

19,75

4'/,% deSgl. von 1913.....

21,9

»

_

4% Ungarische Kronentie.....

4% Türk. Zollanlcihe v. 1911 . .

4% Türkische Bagdadbahn-Anl.,

1,85

1,85

1,8

7,6

7,7

Gerte 1...........

7,525

7,85

_

4% desgl. Serie 11.......

7,525

7,85

_

4% Rumänen amtiert. Rte. . . . 4'/,% Rumänen Soldanl. von 1913

_

Allg. Deutsche Eisenbahn . .

Hamburg-Amerika Patel ... 8 Harnb.-Südam. Dampfsch. . . 8 Hansa Dampfschiff.....10

Norddeutscher Lloyd.....8

Ölig. Deutsche Ereditanfk. . . io Barmer Bankverein .... 10 Berliner HandelSgeseNsch. . . 12 Commerz- und Privat-Bant. 11 Darmst. u. Nattonalbant . . 12

Deutsche Bant......10

DUtonto-Gescllschafl BnL. . 10

Dresdner Bant......10

Melallban l........ d «eichtbant........12

_

122,5

122,25

121,25

_

114

114,4

113,5

126,5

126,5

126.5

128,25

128,25

128,25

210,5

211

207,5

184

182,5

184

182,5

277

277

274,5

169

169

167,5

154

153,75

153

160

158,75

160

159

306

306

301,5

Frankfurt a M.

Berlin

£d)lu6-|

i-Uhr

Schluss

Anfang.

Kur? |

Kurs

Kurs |

Kurs

Datum

9.8.

12-8.

98.

12-8.

A.E.G..........

. . 8

205,75

203,6

205

203

Bergmann.....

. . 9

231

231,75

228

Elektr. Lieferungen....

. 10

170

169

Licht und Kraft .....

. 10

212,5

208

212,25

207,25

Felten L Guilleaume. » . Ges. f. Elektr. Untern..

. . 6

143

143,5

141,6

. 10

215

215

210

Hamb. Elektr. Werte . . .

. 10

143,25

Rhein. Elektr.......

. . 9

153,5

_

Schics. Elektr.....

. 10

181,5

Schuckert........

. . 8

231,5

228,25

231,5

227,25

Siemen» 4 Halste ....

. 12

388

383

388

383,5

Transradio .......

. . 8

146

Lahmeher & (So......

. 10

172

172

Buderu»........

. . 6

76

75,75

73,25

Deutsche Erdöl.....

. . 6

112,13

113,5

112,5

Essener Steintohle ....

. . 8

137,25

138,5

Gelsenkirchener ... s. H I 4

136,5

136,25

134,5

Larpener ......

. . 6

145

144

144

Hoesck Eilen.......

. . 8

130,75

127,75

§l|e Bergbau......

. . 8

218

Klöcknerwerke......

. . 7

111,5

112,75

110,5

Köln-Neuessea......

. . 9

127

125

Mannesmann......

. . 8

118,5

118,75

117,25

Manöselder.......

. . 7

_

140,75

138,5

Lberschles. Eisenb. Bedarf.

. . 5

_

Lberschles. KokSwerke . . .

. . 6

107,4

106,4

Phönix Bergbau.....

. »y,

104

102,75

104

102,7.,

Rheinische Braunkohlen... 10

Rheinstahl ... f. % Jahr 4%

Riedeck Montan......7.2

288

288,5

285,5

124,75

124,75

123,13

Bereinigte Stahlw . . .

Ctatil Minen......

. . I

. 2 sh

112,5

112,5

65,9

232

238

395

111,5

65,13

232

237

Kali Aschersleben . . .

Kali Westeregeln.....

Kaliwerk Salzdetfurth . .

. 10 . 10 . 15

732,5

238

394

I ®. Farben.Industrie . . Dynamit Nobel.....

. 12 . 5

226,13

223,5

226,5

223,25

Scheideanstalt......

. . 9

156

75

107

Goldschmidt ......

. . b

Rütger-werke......

Metallgesellschaft.....

. . 6

. 11

85

126,25

82,75

84,75

126

83,5

Banknoten

Frantsuri a Du

Berlin

Schlug-!

Kur« 1

i-Uhr Kurs

Schluh-I Ansang.

Kurs |

fiur:

Datum

98.

128.

9-8.

12 8.

Philipp Hotzmann ....

_ /

106

108

Heidelberger Gement ....

Gement Karlstadt.....

10 . 8

133,5

132,5

Wayb & Freitag......

10

100,75

Schultheis Payenhoser . . .

15

-

302,5

299

Cftroettc.........

12

235,75

232,5

Ver. Glanz stoss......

18

416,5

409,5

421

418

Bemberg.........

Zellstoss Waldhos.....

Zellstoff Ajchasscnburg . . .

14

325

318

12

236,5

235

239,5

12

154,5

156

-

Charlottenburger Wasser . .

7

108,5

106

Dessauer Ga».......

. 8

194,13

191,4

Daimler Motoren.....

. 0

51,75

53,5

Deutsche Maschinen-Fabrik .

. 0

56,5

53,75

Adlerwerke Kleoer.....

. 6

49

50

50

Ludw. tioeroe.......

10

203,5

Rat. Automobil......

. 0

--

22,75

23

Drenftctn & Koppel ....

. 5

91

Leonhard Tietz......

. 6

206,75

Bamag-Meguin......

. 0

Franks. Maschinen.....

Grttzner.........

. 6 11

56

64

Heyligenstaedt ......

. 0

64,13

-

Iunghan».........

. 4

106

64,25

Lechwerte........

. 8

106,25

Mainkrastwerte......

. 8

-

Miag...........

10

125,5

124,5

Jtelarlulmer.......

. 8

-

Peter« Union.......

. 8

120

_

Gebr. Roeder.......

10

Voigt 4 Haeffner.....

. 8

221

222

Südd Zucker.......

. 8

152,9

152,5

152

Berlin, 9. August

Geld

Brief

Amerikanische Noten.....

4,174

4,194

Belgische Noten .......

58,23

58,47

Dänische Noten .......

111,48

Englische Noten........

20,315

20,395

Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

Berlin, 9- August

Geld

Brief

Französische Noten.....

167435

167,68

21,96

16,495

168,36

22,04

Italienische Toten......

111,48

59,11

111,92

59,35

Deutsch-Ocstrrr., 5100 Kronen

Rumänische Noten......

Ahipbifmt1

2,48 112,10 80,64

2,50

112,54

80,96

Schweizer Noten.......

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten . .

61,12

61,36

12,42

12,48

Ungarische Noten ......

73,00

73,30

9. August

12- August

Amtliche 'Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Briet

Geld

Brief

Amst.-Rott.

167,94

168,28

168,12

168,46

Buen.-AireS

1,758

1,762

1,760

1,764

Brss.'Antw.

58,29

58,41

58,35

58,47

Christiania.

111,70

111,92

111,76

111,98

Kopenhagen

111,71

112,33

111,93

111,76

111,98

Stockholm HMngfors.

112,55

112,39

112,61

10,536

10,556

10,543

10,563

Italien. . .

21,92

21,96

21,95

21,99

London. . .

20,344

20.384

20,35

20,39

Neuyork . .

4,1945

4,2025

4,1975

4,2055

Pari«

Schweiz ..

16,41

16,45

16,41

16,45

80,67

80,83

80,725

80,885

Spanien . .

61,30

61,42

61,49

61,61

Japan . . .

1,970

1,974

1,964

1,968

Rio de Jan. Wien in D-«

0,4975

0.4995

0,4975

0,4995

Oest. abgeft

59,08

59,20

59,11

59,23

Prag . . . .

12,408

12,428

12,419

12,439

Bclzrad . .

/, 363

/,377

7,366

7,380

Budapest. .

73,19

73,39

73,20

73,34

Bulgarien .

3,034

3,040

3,034

3,040

Lissabon .

18,78

18,82

81,51

18,78

18,82

Danzig.-

81,35

81,36

81,52

Konstantin.

2,013

2,017

2,005

2,009

Athen. .

5,42

5,43

1,188

4,134

5,425

5,435

Canada

4,180

4,176

4,184

Urujnatj . -

4,126

4.126

4,134

Cairo . .

20,865

20,905

20,87

20,91