Ausgabe 
12.7.1929
 
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erzleN. Die deutsch, belgischen Verhandlungen über das beschlagnahmte deutsche Eigentum dürften noch etwas längere Zeit in Anspruch nehmen.

Wiederaufnahme der englisch- russischen Beziehungen.

London, 11.2uli. (ID23.) Reuter. Die Regie- rung wird, wie verlautet, noch in dieser Woche die ersten Maßregeln zur Ingangsetzung des gesamten Apparates normaler Be­ziehungen ergreifen, der sich aus der Aner­kennung Sowjetrußlands ergibt, indem sie der russischen Regierung eine entsprechende Be­nachrichtigung zukommen läßt. Man hofft, daß be­reits gegen Ende des Monats sich schon ein Vertreter Rußlands in London befinden wird, um mit dem Staatssekretär des Auswärti­gen die zwischen beiden Ländern schwebenden Fra­gen ln direktem Gedankenaustausch zu erörtern, und man hofft ferner, daß bei diefem Gedankenaus­tausch eine zufriedenstellende Einigung erzielt wird.

England weist Trotzki ab.

London, 11. 3uIL (WD.) Der Staatssekretär des Aeuhern gab im Unterhaus bekannt, daß die Regierung beschlossen habe, Trotzki die Einreiseerlaubnis nach England nicht zu gewähren. Die Mitteilung des Staatssekretärs, der u. a. noch erklärte, daß der Entschluß der Regierung nach sorgfältiger Prü­fung aller Umstände erfolgt sei, wurde von der konservativen Opposition mit Händeklatschen begrüßt, während der Abgeordnete Wedgwood an den Staatssekre­tär die Frage richtete, ob ihm bekannt sei, daß seinerzeit auch Garibaldi, Mazzinc und Karl Marx die Erlaubnis erhalten hätten, nach England zu kommen. Gleich darauf warf auch der Abgeordnete Harris die Frage auf, ob es nicht eine allgemein gültige englische Tradition sei, daß man das Asylrecht als eines der heiligsten Güter Englands ansehe. Der Sprecher lehnte es ab, weitere Fragen dieser Art zuzulassen.

Ausgewiesen.

Berlin, 12.3uli. (Priv.-Tel.) Gestern vor­mittag wurde der Korrespondent des Berliner Tageblatt" in Belgrad zum Chef der politischen Polizei gerufen, wo ihm mitgeteilt wurde, er hätte in einem Zeitraum von drei Tagen das Land zu verlassen. Als er nach den Gründen fragte, wurde ihm ge­sagt, seine Ausweisung erfolge wegen des Artikels im Morgenblatt desB. T." vom 5. Juli 1929 mit der UeberschriftDie Massen­verschiebungen auf dem Balkan". Rähere An­gaben wurden abgelehnt.

Abgelehnte Mißtrauensanträge im preußenparlament.

Berlin, 11. Iuli. (DDZ.) Der preußische Landtag stimmte heute in seiner letzten Setzung vor den bis zum 15. Oktober dauernden Sommer­ferien über die verschiedenen Miß trauerns- a n t r ä g e wegen des Kundgebungsver- b o ts am Tage der zehnjährigen Wiederkehr des Versailler Diktats und wegen der Frank­furter Rede des Innenministers ab. Die Mißtrauensanträge der Deutschnationalen, der Kommunisten, der Wirtschaftspartei, Deutschen Fraktion und der Rationalsozialisten gegen das Staatsministerium wurden mit 214 Stimmen der Regierungsparteien gegen 187 Stimmen aller übrigen Fraktionen unter Beifall der Regie­rungsparteien abgelehnt. Bei der Abstimmung über das besondere Mißtrauensvotum gegen den Kultusmini st er, das von der Deutschen Fraktion, Wirtschaftspartei und den Rational-

AuslänMerKliegsfloüenbesuchindeuIscheiiMm

Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".

Berlin, 12.Juli. Die Sommermonate dienen seit jeher den Kriegsflotten der Mächte zu umfang­reichen Manöoern, aber auch zu Besuchsfahrten zu befreundeten Nationen. Dieser letzte Brauch, der vor dem Kriege sehr ausgiebig gepflegt wurde, während des Krieges indessen so gut wie aufgegeben werden mußte, hat sich inzwischen wieder stark belebt, und auch Deutschland, das in den ersten Jahren nach dem Kriege vom Besuch fremder Kriegsschiffe ausgeschlossen war, wird in seinen Häfen wieder viel von ausländischen Kriegsschiffen besucht. Auch Deutschland seinerseits schickt Teile seiner Flotte in befreundete Länder und nimmt damit wieder den gewohnten Anteil an den Gepflogenheiten der inter­nationalen Höflichkeit. Erinnert sei nur an die Aus­landreisen der KreuzerEmden" undBerlin", die um die ganze Welt führten, und die für das deutsche Ansehen im Auslande manche Lanze gebrochen haben.

In diesem Iahre, und zwar in den nächsten Monaten, werden die deutschen Häfen nun ihrerseits den Besuch von Kriegsschif­fen anderer Rationen in einem Umfange erhalten, wie dies seit Kriegsende noch niemals der Fall war. Erst kürzlich sind drei letti­sche Kriegsschiffe in den deutschen Häfen erschienen und haben dem Deutschen Reich ihre Aufwartung gemacht. Dor einigen Tagen passierte

eine englische Kreuzerdivision den Rordostseekanal und hielt sich aus diesem Anlaß in einem deutschen Hafen auf. Am 10. August wird abermals ein ausländisches Kriegsschiff in Hamburg eintreffen. Es ist dies das amerika­nische Flaggschiff der EuropadivisionRa- leigh", das sich nach den getroffenen Dispositio­nen neun Tage in dem deutschen Rordseehafen aufhalten wird. Einige Tage später, und zwar am 19. August, erwartet Kiel den Besuch zweier italienischer Panzerkreuzer und zweier italienischer Schulschiffe der Marine, die bis zum 24. August sich in Kiel aufzuhalten gedenken. Die beiden italienischen Panzerkreuzer Pisa" undBerzucclio" werden gleichfalls einige Tage in Kiel Aufenthalt nehmen und bei dieser Gelegenheit ebenso wie die anderen aus­ländisch^» Gäste offiziell durch die Vertreter der Reichsmarine und des Deutschen Reiches begrüßt und bewillkommnet werden. Aus Spanien wird Mitte August der Besuch von vier spanischen Zerstörern erwartet. Diese Kriegsschiffe werden zunächst Swinemünde besuchen und von dort aus auch den anderen deutschen Kriegshäfen ihren Besuch abstatten. Schließlich wird Ende Iuli noch der Besuch eines schwedischen U-Bootes und zweier schwedischer Segelschulschiffe erwartet. Während das U-Boot Kiel anlaufen wird, wer­den die Segelschulschiffe in Pillau erwartet.

Ein früherer französischer Finanzminister als Betrüger vor Gericht.

Paris, 11. Iuli. (WB.) Die Verhandlung gegen den früheren Finanzminister und Senator Klotz, die heute vor der Strafkammer begann, ist, da der Angeklagte in vollem Umfange gestän­dig ist, bereits beendet. Das Gericht hat sich Vor­behalten, das Urteil morgen zu verkünden. Die Anklage lautete auf Unterschlagung und Betrug, der darin besteht, daß Klotz zur Be­gleichung von Käufen und zur Sicherung von Darlehen Schecks ausgestellt hat, für die keine Deckung auf seiner Bank vorhanden war. Ur­sprünglich war er auch der Urkundenfälschung be­schuldigt, doch haben die Firmen, deren Unter­schriften gefälscht wurden, die Beschuldigung zu­rückgenommen.

In der heutigen Sitzung erklärte Klotz, er selbst habe die Aufhebung der parlamentarischen Immunität gegen sich beantragt. Er habe sich in einer außerordentlich prekären Lage befunden: man habe ihm den Kredit beschnitten, doch habe er den festen Willen gehabt, sämtliche eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen, was ihm aber dadurch unmöglich ge­macht worden sei, daß inzwischen die Strafverfol­gung eingeleitet wurde, und er sich deshalb nicht aus feiner peinlichen Situation befreien konnte. Er habe sich in dieser Periode seines Lebens in geistiger Verwirrung befunden.

Der einzige Zeuge, der vernommen wurde, be­lastete Klotz nicht, sondern suchte im Gegenteil psychologisch nachzuweisen, warum Klotz so tief gesunken sei. Der Zeuge erklärte, diejenigen, , die von K^oh Wechsel mft seiner : des' Zeugen Unterschrift erhalten hätten, hätten gewußt,

worum es sich handelt. Sie hätten gewußt, daß man Klotz persönlich einen Dienst habe leisten wollen.

Der Staatsanwalt erklärte, daß er nur mit großer Bewegung das Wort ergreifen könne, um den Zusammenbruch eines Mannes festzustellen, der Minister, Senator und Advokat gewesen sei. Er forderte vom Gericht eine den Straftaten entsprechende Verurteilung.

Der Verteidiger des Angeklagten, Torres, erklärte, Klotz habe sich infolge der Schwierig­keiten, in die er geraten war, in einer ver­zweifelten Lage befunden. Torres sprach auch von Klotz' politischer Karriere, von seiner Tätig­keit als Finanzmini st er im Kabinett Clömenceau, von der gewissermaßen sein Zusammenbruch datiere. Der Verteidiger suchte zu beweisen, daß er nicht das historische Wort gesprochen habe:Deutschland wird alles bezahlen", sondern daß die Vaterschaft für dieses Wort Lloyd George zukomme. Für den Ankauf der amerikanischen Kriegsvorräte sei auch nicht Klotz verantwortlich, sondern ein anderer Minister. 1924 sei seine Karriere zu Ende gegangen, und von da an habe der Abstieg begonnen. Das Gericht müsse alle Angeklagten in gleicher Weise beurteilen, aber man könne nicht behaupten, daß die Zivilehre von Klotz angetastet worden sei.

Klotz erhob sich und dankte seinem Verteidiger, worauf das Gericht die Urteilsverkündung auf morgen verschoo. Die Sitzung ist ohne jeden Zwischetzfall verkaufen.

sozialisten vorgelegt war, gaben die Kommunisten keine Karten ab. Auch von der sozialdemokrati­schen Fraktion beteiligten sich zwölf Abgeordnete, die für die Richtung König eintreten, nicht an der Abstimmung, so -daß in diesem Falle die Regierungsparteien nur 202 Sllmmen hatten, mit denen gegen 146 Stimmen der übrigen Gruppen die Ablehnung vollzogen wurde. Schließlich wurde noch der Mißtrauensantrag gegen den Innenminister wegen seines Verbots für Beamten, sich an Versailles-Kundgebungen zu beteiligen, mit 203 gegen 195 Stimmen ab» gelehnt.

Verhandlungen mit den evangelischen Kirchen.

Berlin, 11. Iuli. (DDZ.) Wie das Rach­richtenbureau des DDZ. meldet, empfingen der preußische Kultusminister Dr. Decker und der Staatssekretär im Kultusministerium Lammers heute in den Mittagsstunden den Präsidenten des evangelischen Oberkirchenrates, K a p l e r, den Vorsitzenden der Generalshnode Dr. Winkler und den Geheimen Konsistorialrat K a r n a tz zu Vorbesprechungen für die Aufnahme der Ver­handlungen zwischen den evangelischen

Gommerbekanntschasten.

Don Wilhelm Lichtenberg.

Man fährt natürlich in Urlaub, um ein bißchen Sonne, Luft, Wasser, zu haben. Aber man sagt auch, wenn man die ersten Entschlüsse zur Som­merreise trifft:Und vielleicht lernen wir auch ein paar nette Menschen kennen..." Ja also, dienet­ten" Menschen, die man kennenlernen will, ge­hören schon mit zur sommerlichen Erholung. Man rechnet mit ihnen, wie mit dem schönen Wetter.

Merkwürdig, in der Stadt gibt es nämlich keine netten" Menschen. Jedenfalls nicht die Spezies, die man mitnett" bezeichnet. Deshalb kann man sie auch wintersüber nicht gut kennenlernen. In der Stadt trifft man nur Menschen, die mit ein Teilchen jenes großen Mechanismus sind, den man Alltag, Geschäft, gesellschaftlichen Verkehr nennt. Man trifft also mit Leuten zusammen, denen man selbst was schuldig ist, oder die die Absicht haben, uns anzupumpen: oder mit Leuten, die man irgend­wie brauchen tonn; oder mit solchen, welche sich einbilden, daß wir ihnen nützen können. Man trifft Geschäftsfreunde und Berufskollegen, schon oder zu­künftige Verwandte, Mitbewohner und Stamm­gäste. Ja, abernette " Leut« sind das nicht. Sie sind Maschinenteilchen.

Geht man aber aufs Land, dann ist das plötz­lich anders. Der Mechanismus steht für eine Weile still und bewegt uns nur mehr ganz unsichtbar aus der Ferne. Geschäftsfreunde, Verwandte, Gläubiger, Schuldner, einflußreiche Persönlichkeiten, verflüchtigen sich nebelhaft in die Ferne, und man Hot es erfreulicherweise nur mehr mit Passagieren, Kurgästen, Sommerparteien und Touristen zu tun. Eben mitnetten" Menschen. Das heißt, ob sie vom September bis zum Mai nett sind, weiß ich nicht. In den Monaten ohneR" sind sic es.

Das netteste an ihnen ist aber, daß sie neuen Bekanntschaften nicht ausweichen, sondern einen ge­radezu unstillbaren Menschenhunger an den Tag legen. Am liebsten würden sie schon am ersten Tag des Sommeraufenthaltes sämtliche Gäste zu sich nehmen. Warum? Weil sie eben wie wir selbst erpicht sind aufnette" Menschen.

Sehr nett ist es freilich auch von ihnen, daß sie sich meist in unbekleidetem Zustand zeigen. Kleider haben nämlich eine merkwürdige distanzierende Eigenschaft. Ich alaube der Mann oder wahr­scheinlicher noch die Frau, welche vor grauen Zeiten den Lendenschurz zuerst vorbanden, haben zualeich das soziale Problem unserer Tage ausge- rollt. Badetrikots hingegen haben die wunderbare Eigenschaft, das Geschlecht der Meulchen gleichsam

zu neutralisieren. Vielleicht kann man auch sagen: Im Badetrikot ist jeder Menschnett". Oder sieht wenigstens so aus. Wirkt so.

Man muß auch bedenken, worüber man im Sommeraufenthalt spricht. Meist übers Wetter. Man politisiert nicht, redet nicht von Geschäften, disputiert nicht über moderne Literatur und stellt der Börse keine Prognosen. Also das Wetter! Noch niemals habe ich gehört, daß zwei Menschen über das Wetter gestritten hätten. Denn das Wet­ter ist schön, oder garstig. Und immer trifft man sich auf einer mittleren Linie. Und mit dem bekann­tenWetter" fängt im Urlaub jedes Gespräch an. Endet auch damit. Kein Wunder, wenn die Men­schen nachher auseinandergehen und wechselseitig konstatieren:Ein netter Mensch!"Ein reizender Mensch!" Und die Freundschaft ist geschlossen. Fürs Leben? Nein. Für die Sommerfrische. Was ent­schieden länger dauert.

Und bann was lernt man auch für Leute ken­nen! Die Titel der Herrschaften schwirren einem nur so um den Kopf wie ungefähr die Mücken, an denen ja gewöhnlich auch kein Mangel ist. Ader die Titel der Sommermenschen hinterlassen keinen schmerzhaften Stich. Im Gegenteil! Es ist eine Ehre, vomHerrn Generaldirektor" gestochen zu werden. Also Generaldirektor ist im Sommer ein jeder. Zumindest. Aber die meisten Leute sind noch viel mehr. Im Urlaub machen die Menschen, eins, zwei, drei, die verblüffendsten Karrieren. Die Dame im himmelblauen Badecape ist sogar eine berühmte Filmdiva! In der ganzen Welt kennt man sie. Nur gerade in unserer Sommerfrische nicht. Aber was ist unsere Sommerfrische schon ge­gen die ganze Welt...? Und der Herr im rotge- säumten Schwimmtrikot ist sogar ein Dichter! Einer der berühmtesten in Europa. Ich habe mir nur leider seinen Namen nicht gemerkt. Kurz, Zelebritä- ten, wohin man schaut. Tut nichts, daß man sich selbst ein wenig klein vorkommt neben diesen be- deutendsten Zeiterscheinungen. Denn es ist eine große Ehre, sich in ihrem Schatten braun brennen zu lassen. Aber im nächsten Herbst soll das anders werden! Man gelobt sich' Der Herr General­direktor hat schon gesagt, man müsse sich auch in der Stadt regelmäßig treffen, denn sonette" Men­schen findet man nicht so leicht. Recht hat er, der Herr Generaldirektor! Dreimal recht. Und die Film- diva wird uns auch mal zu einer Aufnahme mit- nehmen: und meine Frau hätte doch einen so prachtvollen Kopf und wie wär's selbst mit ein bißchen Filmen? Meine Frau senkt bescheiden den prachtvollen Kopf und sagt:Na, siehst du! In der Stadt käme kein Mensch daraus, daß ich filmen sollte. Man muß eben mir unter Menschen

gehen...!" Und der berühmte Schriftsteller kennt natürlich alle Verleger. Alle hören sie auf ihn. Und er will doch mal sehen... Und es wäre doch zu lä­cherlich... Und verlassen Sie sich nur auf mich.. .1 Siehst du," sagt man zu seiner Frau,da hockt man jahrelang in einer Stadt herum und trifft nicht einen netten Menschen, der einem ein bißchen helfen möchte.., Man muß nur aus dieser greu­lichen Umgebung herauskommen, und du sollst sehen, im nächsten Jahre bin ich schon ein berühm­ter Mann.. .u

Kurz, im Sommer, auf Urlaub, bietet sich einem das Leben in den reizvollsten Formen dar. Alles wird einem an den Strand geliefert. Wie in der Stadt die frischen Semmeln oder die Staubsauger.

Freilich, det Herbst bringt bann eine kleine Ent­täuschung. Man klingelt den Herrn Generaldirektor an, und er hat kein Telephon... Die Filmdiva muß rein aus dem Eskimoland gewesen fein, denn es kennt sie weit und breit fein Mensch in fünf bewohnten Erdteilen. Und der berühmteste Dichter gibt auch keine Antwort.

Tut nichts.Nette" Menschen waren es ja doch!

Woran auch die Tatsache nichts ändert, daß der Herr Generaldirektor in den Wintermonaten nur ein einfacher Buchhalter ist... Auch ein Buchhalter kann schließlichnett" sein. Wahrscheinlich war die Filmdiva auch keine Filmdiva. Auch Kontoristin­nen haben ihre Vorzüge.

Nur an den berühmten Dichter glaubt man, auch wenn die Blätter schon fallen. Denn Menschen, die überhaupt keine Antwort geben, sind in der Regel tatsächlich berühmte Dichter...

Hochschulnachnchien.

Zum Rektor der Rupprecht-Karls-Universität in H e i d e l b e r g ist für das Studienjahr 1929/30 der Professor der Hygiene und Mikrobiologie Dr. med. Emil Gotschlich gewählt worden. Dr. Gotschlich, gebürtig aus Beuthen, bekleidete nach Absolvierung seiner Studien eine Assisten- tenstelle am Breslauer Hygienischen Institut, leitete später das städtische Gesundheitsamt in Alexandrien (Aegypten), übernahm dann die Leitung des Preußischen Hygienischen Institutes in Saarbrücken und 1917 das Ordinariat der Hygiene an der Universität Gießen. 1926 kam der Gelehrte nach Heidelberg als Rachfolger von Hermann Kosse!. Prof. Dr. Ernst Robert Curtius in Heidelberg hat den an ihn vor einiger Zeit ergangenen Ruf auf den Lehr­stuhl der romanischen Philologie an der Universi­tät Dona als Dachfolger des Geh. Rats

Kirchen und dem preußis chen Staats- Ministerium, die das Ziel verfolgen,

nach Erledigung des Konkordats zu paritätischen Vereinbarungen mit den evangelischen Kirchen zu gelangen.

Es wurden demnächst nur technische Fragen be­sprochen und insbesondere festgelegt, daß die vor­genannten Herren Berhandlungssüßrer der evan­gelischen Kirchen sein sollten. Aus Grund der Pa­rallelverhandlungen mit der katholischen Kirche wie das DDZ.-Dureau hört, zu erwarten, daß nunmehr von evangelischer Seite zunächst in der Art die Wünsche der Kirchen borgetragen_ wer­den, wie es seinerzeit durch die Bischöfe für die katholische Kirche geschehen war. Darauf wird das preußische Kabinett, das am 13. August, wie be­reits gemeldet, zur Unterzeichnung des Konkor­dates zum ersten Male wieder voll zusammentritt, zu den Wünschen der evangelischen Kirchen Stel­lung nehmen und Richtlinien entwerfen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß unverbindliche Sachbe­sprechungen kleinerer Art schon in der Zwischen­zeit stattfinden, doch wird erst nach dem 13. August in den HauptverHandlun- g e n fortgefahren.

preußisches Geschenk an den Papst.

Berlin, 11. Iuli. (WB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preu­ßische Gesandte beim Vatikan am 11. Iuli dem Papst aus Anlaß seines 50jährigen Priester­jubiläums im Ramen der preußischen Staatsregierung ein Exemplar der in Heidelberg befindlichen ManessischenHank- schrift der deutschen Minnesänger überreicht.

Hessen und die Reichsreform.

Die Hessische Amtliche Pressestelle verbreitet unter der UeberschriftDie Zuständigkeiten der künftigen deutschen Länder" einen Be­richt über das Ergebnis der jüngsten Tagung der Länderkonferenz, die am 5. und 6.Juli in Berlin stattfand. Nach einer eingehenden Schilde- rung der verschiedenen Vorschläge, die gegenwärtig allerdings noch stark im Stadium der ersten Vor­bereitung stehen, kommt der Bericht der amtlichen Pressestelle zu folgender, für unser Hessenland grundlegender Feststellung:

Der Hessische Landtag hat sich in seiner März- tagung mit der Frage der Reichsreform und ihren Auswirkungen für das hessische Gebiet eingehend beschäftigt. Als Ergebnis der Aussprache konnte . Staatspräsident Dr. Adelung als die Auffassung der weitaus überwiegenden Mehrheit des Landtags feststellen, daß

weder ein Aufgehen Hessens in Preußen, noch der Anschluß an ein irgendwie zentralistisch zu- sammengefaßles Rorddeutfchland in Frage komme: für das hessische Gebiet werde vielmehr eine solche Regelung als tragbar anzusehen fein, die der Bevölkerung weitestgehende Selstver- waltung und damit die Möglichkeit gibt, die­jenigen Aufgaben, die nicht zentral erledigt zu werden brauchen, selbständig zu regeln und zu verwalten.

Es darf hiernach als ausgeschlossen angesehen werden, daß die hessische Bevölkerung es als an­nehmbar betrachten könnte, wenn das im r J; e i fi­rn a i n i f cf) e n Gebiet zu schaffende neue Land in feinen Zuständigkeiten auf den Stand einer preußischen Provinz herabgedrückt werden sollte. Insbesondere erscheint es ausgeschlossen, daß Hessen sich damit zufriedengeben könnte, wenn etwa die Absichten beständen, die Kulturoerwaltung und die gesamte innere Verwaltung der Zuständig­keit des Landes zu entziehen und durch eine zen­tralistische Verwaltung, wie sie für die preußischen Provinzen beibehalten werden soll, zu ersetzen.

Der amerikanische Botschafter im Schwarzwald.

Freudenstadt, 11. Iuli. (WTD.) Der amerikanische Botschafter in Berlin, Shurm an und Frau, sind heute zu 14tägigem

W. Meyer-Lübke angenommen. Dr. Curtius, dec besonders auf dem Gebiete der neueren französi­schen Literatur fachliterarisch tätige Romanist, ein geborener Elsässer, war bereits früher an der Bonner Uniberfität tätig, zunächst als Pri­vatdozent, später als Extraordinarius. 1919 wurde er Ordinarius in Marburg und ftijif Iahre später Fritz Reumanns Rachfolaer in Heidelberg. Prof. Dr. phil., Dr. theol. h.c. Enno Littmann in Tübingen hat den Rus j auf den Lehrstuhl der orientalischen Philologie in Göttingen als Rachfolger des verstorbenen Geheimrats M. Lidzbarski abgelehnt.

Der nichtbeamtete außerordentliche Professor Dr. Hans Mortensen in Göttingen ist beauftragt worden, vom 1. Oktober 1929 bis 30. September 1930 in der philosophischen Fa­kultät der Universität Marburg für den be­urlaubten Professor Dr. Schultze (Iena) die Geo­graphie in Vorlesungen und Uebungen zu ver­treten. Pros. Mortensen, dessen Spezialgebiet Ostpreußen-Litauen und Südamerika (insbeson­dere Chile) ist, studierte Geographie unter A. Penck (Berlin) und M. Friederichsen (Königs­berg) und habilitierte sich 1922 irr der Königs­berger Philosophischen Fakultät, wo er zugleich eine Assistentenstelle am Geographischen Institut bei M. Friederichsen belleidete. Bald darauf er­hielt Mortensen einen Lehrauftrag für Karto­graphie. 1923 fiedelte er nach Göttingen über, wo ihm ein Lehrauftrag für Wirtschaftsgeographie übertragen wurde. Vier Iahre später erhielt er die Ernennung zum nichtbeamteten a. o. Professor in Göttingen. Für das Fach der Physiologie erhielten von der medizinischen Fakultät der Universität Frankfurt a. M. die venia legendi Dr. med. Hans Ioachim Deuticke und Dr. med. Emil Lehnarzt. Privatdozent Dr. Deo- tike sprach in der öffentlichen AntrittsvorlesM über das ThemaDie Bedeutung des _5)cry Lungenpräparates für die Physiologie", während Dr. Lehnarh das ThemaDer Wirkungsmecha^ nismus des Insulins" behandelte. Der durch die Uebersiedelung von Prof. Herbert Koch nach Leipzig an der Universität Iena erledigte Lehr­stuhl der Archäologie ist dem ordentlichen Pro­fessor Dr. Camillo P r a s ch n i k e r an der deut­schen Universität in Prag angeboten worden. Dr. Praschniker, der aus Wien gebürtige Ar­chäologe, absolvierte seine Studien in Innsbruck, Berlin und Wien als Schüler von Hans Schra­der, Fr. Winter, E. Reisch und R. Kekule von Stradonitz.

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