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Sürs der Vrovm^alhauptstadk.

Drehen. drn 12. Februar 1929.

Gedanken zum Karneval.

Wir tA^rbefsen werden Wohl manchmal als etwas langsam- bezeichnet. Wir können unS nun einmal nicht so schnell für etwas begeistern. Auch nicht für bas Fastnachtstreiben.Es liegt uns nicht." Vielleicht sind wir zu schwerblütig, und bloße Nachahmer wollen wir auch nicht sein. Denn einen ..echten" Karneval kann man eigent­lich nur am Rhein erleben. Wer sich einmal in Köln, Mainz ober auch München daS narrische Treiben ansehen wollte, der wurde unwiderstehlich mit in den Strudel gerissen. Es geht eine große tuggLstive Kraft von ihm aus. Wir können schon oer stehen, daß all die. die gewissermaßen mit 'fcr Muttermilch die Freude am Karneval in sich 'uinehmen, sich in diesen Tagen nichts Schöneres 7nlen können, als einen richtigen Fasching. Es gt unS also völlig fern, das Fastuachtstreiben i verurteilen. ES gibt ja auch große Gegner. ' da behaupten, die Menschenwürde könnte richt werden usw. 2ch glaube das nicht.

Daß daS närrische Treiben hauptsächlich in den iteen blüht, ist ganz natürlich. Die Mehr- mI tec Menschen ist nun einmal nicht für das rl.üchmatz. sondern für die Abwechsiung. Der vlnfcr wahrt lange, vom Morgen bis zum ''lbend stehen wir in der Arbeit. Wollen wir uns erholen, einen Dang machen, ist eS wie in den meisten Wintern so schlechtes Wetter, i'ah man nicht vor die Türe kann. So schaffen lich die Menschen eine Abwechslung. in gewissem Maße sogar eine Erholung, wenigstens für den, ter noch gesunde Nerven hat.

Auf Fasnacht sind wir ausgelassen. Das Wort sagt eigentlich alles. Schlimm wird'S na­türlich. wenn die Sache zügellos wird, wenn wir hören, daß von einigen ganz Tollen daS letzte Schmuckstück versetzt wird, nur damit sie den Faschingüball mitmachen können. Das ist wohl eine unerfreuliche Kehrseite der närrischen Tage, wird aber nicht die Regel darstellen.

jedenfalls wirkt in dem Fastuachtstreiben die große Freiheit in allen Dingen erlösend. Daß Lachen gesund ist. weiß jeder, und wie oft müssen wir lachen, wenn wir sehen, wie öffent­liche und staatliche Einrichtungen mitunter sehr treffend mit Witzdurch den Kakao ge­zogen" werden. Daß das Finanzamt fast regel­mäßig dabei ist, versteht sich. Aber auch Per- sönllchkellen, die im Vorterarunde des öffent­lichen Lebens stehen, müssen sich manchenHieb" gefallen lassen, Hst auch die Kritik stets negativ, so macht das gar nichts. Ein Körnchen Wahr­heit kann jeder darin finden.

Das zeigen uns auch die Kinder, Ahnen sollte man die paar lustigen RachmittagSstunden gön­nen. Denn nun können sie sich einmal richtig auf den Kopf stellen. In den meisten Fällen werden sie Erwachsene nachahmen. Die Kinder sind ja wunderbare Zauberkünstler. Man schaue sich deshalb ihr Spiel an. und lerne daraus für die Zukunft! Wirken ihre Späße nicht wie ein großer Hohlspiegel, in dem man alles vergröbert sieht? Hat nicht auch daS große Raten wer mag eigentlich hinter der MaSke stecken? feinen Reiz? Man kann seinem Freunde, aber <uch anderen, so schön. die Wahrheit sagen! Narrenfreiheit!

Andere wieder fühlen sich wie berauscht, wenn auch einmal als König oder Feldherr ein- ergehen können. Schließlich ist ja nur einmal m Jahre Karneval, und es muh auch Tage p»ben. an denen wir alles von uns werfen und richtig närrisch fein können.

Wünschen und hoffen wir, daß die Fastnachts- reuten federn daS bringen mögen, daS er sich ,vmr erträumt! Jedenfalls eine Abwechslung. Gleicht gar ein Ausspannen von harter, schwe­rer Alltagsarbeit! M.

OiepolizerlicheIrahrungSmittettonirolle im Jahre 1928.

Vom Polizelamt wird uns mitadellt: Die Rah- runasmitlelkontrolle wird im allgemeinen in ter Oef<enilichkeit wenig bekannt. Hin und wieder erschafft ein auffallendes Gerichtsurteil einen Einblick in diese wichtige Aufgabe der Polizei. Zn welchem weit größeren Umfang aber sich diese polizeiliche Tätigkeit im Laufe eliveS Jahres aUBtoirti. möge zur Beruhigung ter Bevölkerung und zur Warnung an gewissenlose Händler nach­stehende Schilteruirg zeigen.

Gs wurden im Zähre 1928 vom Polizeiamt Vieheu 510 Proben von Rahr - rungsmitteln und Genußmitteln dem Eh?mischen VntrrsuchiungSamt Gießen zur Rachprüsung übergeben. Es waren folgende ldie Zahlen ter Beanstandungen sind in Klam­mern genannt): Mehl-. Back- und Teigwaren 5 12). Konditorei war en. Fruchtsäfte. Obst und Obst- Eottfetixn 14 (6). Wurst- und Fleischwaren 30 (1), Milch und Wilchlonserven 429 (57). Butter und Käse 11 (2). Bier und Branntwein 10 (5). Wasser

und Mineralwasser 6 (1), Essig. Gewürze und Spe»sreiwaven 4 (1), sonstige Gebrauchs'.eg-m- stände 1 ().

Bon sämtlichen untersuchten Proben wurden beanstandet: 75 Proben ---- 14,7 Prozent. Wie die Aufstellung ersehen läßt, erstreckt sich ein sehr großer Teil ter llntersuchun.7,en auf Milch und Milchpräparate. Weiter wurden 904 Milchproten durch die RahrungSmitteckontrollleam^en vorge- prilft. Wegen RahrunaSmittcl'ä.'schung, insbeson­dere wegen Milchfälschung, wurden ganz erheb­liche Geldstrafen und in einem Falle 6 Wochen Gefängnis verhängt.

Außerdem tourten 1231 Revisionen in allen Gewerbebetrieben und Hand­lungen. in welchen RahrungSmittel zum Ver­lauf stehen, gelagert und hergestellt werden. z.D. auch in Backstuben. Mehlkammern und Wurst­küchen. auf Reinlichkeit, sachgemäße und vor­schriftsmäßige Behandlung der Ware Vv-nenom- men. Hier wurden zum Teil erhebliäte Mängel festac stellt. Es wurden größere Mengen ver­dorbener Fleisch- und Wurstwaren tiorgefunten und beschlagnahmt. Brotgewichtsrevi fi onen wur­den 284 vorgenommen, wobei auch das von aus­wärts zugefahrene Brot der Gewichtskomrolle unterzogen Worten ist. Brote, die Mindergewicht hatten, wurden weggenommen und die Bäcker zur Ai^eige gebracht. Auch auf die Kohlen, welche tn Säcken ten Verbrauchern zugefahren werten, wurde ein besonderes Augenmerk gerichtet. Straf­bare Fälle von Mindergewichten fomtien nicht festgestellt werden.

Ferner sei hier noch ertoapnt, daß ter Wochen­markt. der Straßenhantel, die Fleischeinfuhr und der Fleischtvansport unter dauernder polizeilicher Kontrolle stehen. Die Polizeibeamlen haben Wei­sung erchaltcn, diesem wichtigen Gebiet ihrer Tätigkeit unausgesetzt die schärfste Aufmerksamkeit zu widmen.

Gegen das Einfrieren der HauswasserleiLungen.

Vom GaS - und Wasserwerk wird uns geschrieben:

Das häufige Einfrieren von Wasserleitungen und die damit verursachten unnötigen Kosten ver­anlassen uns, auf die Vorkehrungen gegen daS Einfrieren von H a u s Wasserlei­tungen hlnziiweisen. 3n ten meisten Fällen genügt es bei starkem Frost nicht, wie die Rotiz im ..Gießener Anzeiger" vom 9. Febr. empfiehlt, Wasser an der Endzapfstelle strohhalmdick ab- laufen zu lassen, da doch in fast allen Gebäuden mehrere Leitungen von der Hauptleitung ab- Atocigen und somit immerhin die Möglichkeck be­steht, daß das Waslcr in den Zweigleitungen einfriert. Vielmehr soll man zur Verhütung von Frostschäden an den SnnenlcJhingen der Gebäude in erster Linie in allen Räumen, welche von Leitungen durchzogen werden, die F e n st e r, namentlich wahrend der Aachizeit, ge­schlossen halten. In allen der Kälte beson­ders ausgesetzten Gebäutetrilen bietck die Um­hüllung der Röhren, Ventile usw. m i t schlechten Wärmeleitern, wie 3ute, Wollcnzeug. Filz oder Ho-z. einen emvsehlens- toerten Schuh gegen das Einfrieren. Wo auch dieses Mittel nicht ausreicht, wird es notwendig, während der Rächt das Hauptdurch- gangsoentil zu schließen und die Hauptleitung im Innern des Gebäu- deS abends zu entleeren. Vor dem Wie- teranlassen des Wassers am Morgen >st das Entleerungsventil sorgfältig wie­der zu schließen. Besondere Aufmerksamkeit ist dem Frostschuh von Wasfermesiern zu widmen, da alle älnterhaltungs- und Erneuerungskosten der Messer, welche nicht durch ordnungsmäßige Llbnutzung veranlaßt worden sind, dem Abnehmer zur Last lallen und ihm in Rechnung gestellt werden.

Der Zrost behindert den Eisenbahn»Verkehr.

Der Frankfurter WSR.-Dienst verbreitet heute früh folgende, zweifellos von ter Reichsbahn­direktion Frankfurt a. M. inspirierte Mit­teilung:

Die überaus starke Kälte bereitet ter plan­mäßigen Abwicklung des Eisenbahn­verkehrs große Schwierigkeiten. Be­sonders sind eS die eingetretenen Vereisungen ter Signal- und Weichenanlagen, die große Ver­spätungen herbeiführen. Verspätungen bis zu einer Ginnte kamen gestern auf allen Strecken sowohl bei ten Schnellzügen, wie bei ten Per­sonenzügen vor. Ein Schnellzug von Berlin hatte eine Verspätung von zwei Stunden, und ein Schnellzug von München sogar eine solche von vier 6tunten. Ein Zug von Hanau konnte nur bis Frankfurt-Süd, je ein Zug von Friedberg, von Bad Homburg und von Cronberg nur bis Frankfurt-West gefahren werden. Die Reisenden mußten in direkt nachfolgende Züge umsteigen. Dei Verspätungen in einem so großen Ausmaß treten naturgemäß starke Verschiebungen

km Fahrplan etrt Die Reisenden werten gebeten, auf die außergewähnlich.n Verhältnis ie Rücksicht zu nehmen und bei eintretenten Schwie­rigkeiten ihren Unmut nicht an dem Bahn- Personal auszulassen, das auch infolge ter vielen Erkrankungen jetzt bis zum äußersten angestrengt tätig sein muh. Von ter Eilenbahnverwaltung wird alle- getan, was sich unter den obwalten­den Umständen nur irgendwie tun läßt.

Der Zugverkehr auf dem Bahnhof Gießen wickelte sich im Lause teS gestrigen Tages und heute früh, abgesehen von einigen Ausnahmen, im Nahverkehr im großen und ganzen planmäßig ab. wenn es auch bei einer Anzahl von Zügen naturgemäß Heinere Verspätungen gab. Dagegen ist der v - Zug­verkehr aus beiten Richtungen auch heute noch sehr empfindlich gestört: Verspä­tungen ter v-Züge von !>/- DU 2 ©hinten sind gegenwärtig an ter Tagesordnung und müssen natürlich in Kauf genommen werten. Daß ter Eisenbahndienst dadurch sehr erschwert wird, liegt auf ter Hand. Eine weitere Erschwerung des Dienstes auf unserem Bahnhof ist ater auch dar­auf zurückzuführen, daß von dem Dahnpersonal etwa ein Viertel an Grippe und an­deren Erkältungskrankheiten bat* niederliegt und ter Dienst dieser Beamten von ten anderen Eisenbahnern mit versehen wer­ten muh.

Gießener Wochcnrnarttpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochcmmarkt das Pfund: Butter 140 bis 170; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 25 biS 30; Weißkraut 20 bis 25; Rotkraut 25 bis 30; gelbe Rüben 20 bis 25; rote Rüben 15 bis 20; Spinat 50 bis 60; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 30 bis 35; Rosenkohl 60 biS 65; Feldsalat 200; Tomaten 80 bis 90; Zwiebeln 20 bis 25; Meer­rettich 50 bis 120; Schwarzwurzeln 50 biS 70; Kartoffeln ö,? bis 6; Aepfec 20 bis 40; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 100 bis HO; Suppenhühner 100 bis 120; Tauben 80 bis 85; Rüsse 70 bis 80; das Stück: Eier 18 bis 20; Blumenkohl 70 bis 140; Salat 40 bis 45; Endivien 40 bis 60; Lauch 15 bis 25; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 50 Pfemrig; ter Zentner: Kartoffeln 5 Mark.

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Stadttheater:Olympia", 20 bis 22 Vhr. Lichtspielhaus. Bahnhofstraße:Stolzenfels am Rhein". Astoria-Llchtspiele:Wespennest". Maslenbälle ter Vereine: Große Gießener Kar­neval-Gesellschaft. 8 .Uhr. Cafe Leib. V.f.D., 8.11 ilfjr, Liebigshöhe.

Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns ge­schrieben: Die heutige Aufführung von Mol­narsOlympia" beginnt um 20 Uhr. Gräfin Enge nie: Auguste Prasch-Grevenverg als Gast. Olympia: Maria Koch. Der Autor dürfte durch sein hier auf geführtes Lustspiel »Spiel im Schloß" noch allen Theaterfreunden in Erinnerung sein. Die Intendanz teilt Weiler mit, daß am Sonntag, 17. Februar, das Frankfurter Reue Operetten­theater mit ter PremiereDer Mikado", Operette in 2 Akten (14 Bildern) von W. S. Gilbert, Musik von Arthur Sullivan, gastieren wird.

Missionsvortrag. Missionar Si­mon von der Brütergemeinte will heute. Dienstag, abends 8 Uhr, in der Kapelle des Alten Friedhofs über die Missionsarbeit der Brüdergemeinde in Labrador sprechen. Der Red­ner ist über dreißig Zähre in Labrador tätig gewesen. Das Kirchlein ist gut geheizt. Siehe heutige Anzeige.

2. U. Von der Landesuniversität Gießen. Dem Dr. Fritz Heichelheim wurde die venia legendi bet der Philosophischen Fakultät, 1. Qlbtcilung, für das Fach ter alten Geschichte erteilt.

Die Kälte am heutigen Tage steht etwas hinter ter Temperatur von gestern zu­rück. Heute vormittag wurden etwa 19 Grad Celsius gemessen, gegen 22 Grad am gestrigen Vormittag. Allerdings bewegte sich der Baro­meterstand auch heute in den frühesten Morgen­stunden um 21 Grad herum.

' e> Görungen im Zecnsprechbetrieb infolge Frostes. Die starke Kälte der letzten Tage hat auch ten Fernsprechverkehr erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Zahlreiche Fern­leitungen zwischen unserer Stadt und tem Rord- osten Oterhesfens. ferner in Richtung Marburg usw. sind durch Zerreißen ter Telephondrähte gestört. Auch im OrtS-Fernsprechnetz ist bei einer ganzen Reihe von Leitungen Drahtbruch elnge» treten, jedoch sind diese Störunasfälle erfreu­licherweise nicht so zahlreich, wie die Schäden an den Fernleitungen. Die Telegraphenarbeit>rr-Ko- lonnen sind mit ter Beseitigung ter Störungen eifrig beschäftigt, wobei die Leute unter tem starken Frost natürlich ebenfalls empfindlich zu leiten haben.

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** Stet Rohrßrvchr- an Einem Tagt hatte da- DaS- und Wasserwerk gestern toi.'W zu verzeichnen. Davon waren Wasserrvhrbrüchc in ter Dammstraße und in der Moltkestraße; letz­terer trat gestern abend ein und war ziemlich erheblich. 3m Durggraben tourte ein kleiner Gaörohrbruch alSbald bemerkt und sofort repa­riert. Die 3nftanMe6ungdartel'.en an den neuer­dings geborstenen Wasserleitungen sind heute früh noch rege im Gange. Die Ocitung des GaS- und Wasserwerks bittet alle Bürger, ihr bei eintreten- ten Rohrbrüchen auf telephonischem Wege schnell­stens Rachricht zu geben, damit die Beseitigung ter Schäden sofort tn die Dege geleitet werden kann.

GetzeM der Hungernden Ml!

Schulpersonalien. Ernannt wurden ter ßebrer Fritz Mach zu Eich, Kreis Worms, zum Lehrer an der Volksschule zu Gießen; die Lehrerin Emilie Spitz an ter höheren Bürgerschule zu Als­feld, zurzeit kommissarisch an der Dollsschule zu Gießen, zur Lehrerin an dieser Schule, beide mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts.

* Auf dem Maskenball in Brand geraten. Bei einem am Samstagabend in Alten-Buseck abgehaltenrn Maskenball kam es zu einem aufregenden Zwischenfall, ter glücklicher­weise noch ziemlich glimpflich verlief. Ein als alter Schäfer" maskierter junger Mann von Wieseck beabsichtigte, sich eine Zigarette anzu­zünden. wobei ihm ein Bekannter ein brennen­des Streichholz zurelchle. Durch eine Unacht­samkeit geriet dabei ter lange Bart in Brand, der auch sofort die Lockenperücke erfaßte, so daß im Ru der ganze Kops teSalten Schäfers' in Hellen Flammen stand. Obgleich ihn die Rächst- stehenten sofort von seiner ,warmen Umhüllung^ befreiten, waren die in Gesicht und Racken ent­standenen Brandwunden doch so erheblich, daß der junge Mann von einem Arzt verbunden werden mußte.

Welkere Lokalnachrichten im zweiten Blatt

Oer Mainzer Rosenmontagszug.

WSA. Mainz. 11. Febr. Trotz ter grimmi­gen Kälte waren die reich beflaggten Straßen von einer nach Tausenden zählenden Zuschauer­menge ungefüllt, die mit Spannung ten Vor­beimarsch des Rosenmontagszuges erwartete. Der Vmzug stand unter tem Motto Die närrische Olympiade" und umfaßte unter seinen 111 Rummern etwa 30 große Grup­pen, die neben den verschiedenstenSportarten" die Ereignisse des letzten Zahres zum Gegenstand hatten. Man sah ein Ligaspiel Mars Sonne, Radiofimmel, den vierten Eisheiligen Robilo, Olympiaruterer.Rix wie Sport", tenbesten Schützen". Drachenflieger. Rekord im Halbebloose, ParisBerlin (ter Eiserne Gustav) usw. Da­neben begutachteten die sachverständigen Zu­schauer das Portal teS neuen Finanzamtes, eine städtische Dewilligungsmaschine, ten von ten Steuern bedrückten Michel und einen hohen Olympiatebesuch aus Aff-gar-nir-dran. Schal­lende Heiterkeit erregte eine überlebensgroße Figur vor einer mit Geldsäcken gefüllten Truhe mit ter Aufschrift:Meenz, was kost' dein Hu­mor?". Der unvermeidliche Aschermittwochkater beschloß hinter tem närrischen Ministerium die gut gelungene Parade.

Berliner Börse.

Berlin, 12. gebr. (WTD. Funkspruch.) Auch im heutigen Frühverkehr ist das Geschäft noch sehr ruhig. Trotzdem ist, nachdem Reuhork gestern entgegen den allgemeinen Befürchtungen seinen Diskont nicht erhöht hat, die Stimmung etwas zuversichtlicher und eher freundlicher und man erwartet allgemein Deckungen ter Baisse­spekulation. Bisher werten die Kurse etwa 2 Prozent über gestrigem Schluß gesprochen. Farben 250 Geld und Siemens 372 Geld.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Mittwoch, den 13. Februar.

JohanneLkirchc. Abends 6 Uhr: Passionsandacht; Pfarrer Dechtolsheimer.

Freitag, den 15. Februar.

Kapelle des Allen Ariedhof». Abends 6 Uhr: Passionsandacht; Pfarrer Lenz.

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