Ausgabe 
12.2.1929
 
Einzelbild herunterladen

Montag, d. ss.fev.iS29 ,7» avcv.

Die MerzeiKnmg des Litwmow-NwtokM

Die Wetterlage.

au

verpflichtet hatte, lebte Äenderimaen ter *®er» fofsung vorzunehmen.

Stunden betragen.

Erfroren.

Berlin. 12. Febr. (WLB:-Funkspruch.) Am Montag früh wurden in einer Feldscheune in Schkeudiz bei Leipzig 4Persvn«ir. und zwar zwei Frauen und zwei Männer erfro­ren aufgefunden. 3n Hamburg tourte ein Mrähriger Schuhmacher, in Altona ein See­mann, in Dalse st bei Magdeburg ein Iljähri- ger Handwerlsbursche erfroren ausaciundcu. 3n Leipzig fand man einen 57jährigen Ober­kellner und in Sch übben in Pommern einen 81 Jahre alten Rentenempfänger erfroren auf. 3n den Wäldern Thüringens ist Hoch­wild rudelweise bis zu 20 Stück tot auf- gesunden worden. Der Wildbestand lei­det überall grossen Schaden. Schwächere Tiere werden von den zahlreich aufttelenden F ü ch s e n. die sich bis in die Dörfer wagen, zerrissen. Diele Handwerksburschen melden sich mit erfrorenen Jähen und Händen. Verschiedene Dörfer der Reumari sind ohne Wasser, da die Brunnen gefroren sind. Die Fische in den Dorfteichen sind erstickt.

Der erfrorene Kriegsblinde und sein Sund.

3n Duisburg wurde in der Röhe der Acker- söhre ein etwa bOiähriger M<rmr erfroren aufgesunden. Aach den polizeilichen Fest- stellun<?en handelt eS sich um einen Kriegs­blinden. Sein Führerhund hielt bei der Leiche Wache und versuchte reden anzufallen. der sich der Leiche nähern wollte. Erst nach Alar­mierung der Schnellhilse gelang es. den Hund, der feinem Herrn die Treue bis zum Tode hielt, zu entfernen. Dann erst konnte man die Leiche zur Friedhofshalle bringen.

abzielt, da« fahrlässige 'Verhalten bei der Ab­gabe gerichtlicher Aussagen nur noch in einem gegenüber dem geltenden Recht wesentlich ein­geschränkten Umfange unter Strafe

Frage der Amtsbezeichnungen für die gehobenen mittleren 'Veamten. Mau ist Ser Ansicht, daß man eine einheitliche Amtsbezeichnung für alle Beamten des gehobenen mittleren Dienstes schaffen müsse. 3n A-uslicht genommen hat man hierfür die Amts­bezeichnung121 m t m o n n". Man wünscht aber diese Frage tm Einvernehmen mit dem Reich zu regeln. Darüber schweben Verhand­lungen mit dem Reich. Erforderlichenfalls. wenn Mich sehr ungern, würde Preuhen die Frage auch ohne das Reich regeln.

Die Kälte hält an.

Starke Zugverspäiungen in allen Aschlungen. Jn Berlin werden Schulen geschloffen. - Zahlreiche Todesopfer der Kälte.

fahren eine so bemerkenswerte äußere und innere yniiäfyerurrg vollzogen haben.

2erB e r l. B v rf e n - C o u r i e r" schreibt^ Die Kirche hat das Vorrecht, geduldig sein zu tön- nen; denken die Westmächte in Kontinenten, so denkt sie dafür in Jahrhunderten. Sie hat ihre For­derung nach weltlicher Macht des Papstes einfach d e st e h e n lassen, bis ein neues Beben, gewal- l'gcr als das der Jahre um 1870, den Wall der Erdenmächte zerriß. Es gehört zu den Widersprä­chen, in denen sich das Weltschicksal gefällt, daß g e- rabe die letzte Steigerung de, Stoa ts- gcdanken», Mussolinis D i k t a t u r st a a t, dem Papsttum die verlorene Staatlichkeit zuruck- gibt. Dean von heute an ist Paust Pius XI. wieder t in Souverän. Seinweltliches' Reich umfaßt nur einige (dcbciudcgruppen, Straßen, Gärten; aber es i st e i n S t a a t.

Die Deutsche Dipkomatische-Politische Korrcspon- den; spricht von einem Ereignis von welthistorischer Bedeutung. Die deutschen Beziehungen zum Vatikan, die ja in jeder Hinsicht gute sind, werden durch die Neuerung sicherlich nicht be­einträchtigt. Vielmehr wird die wiedergewonnene staatsrechtliche Bewegungsfreiheit es dem Vatikan gestatten, seine sozialpolitische und auch staatspolitisch wohltätigen Einflüsse in erhöhtem Maße geltend zu machen, und man wird deshalb die Losung der römischen Frage als ein höchst bedeutendes und erfreuliches Ereignis begrüßen dürfen.

Oie Sprachenfroge in Südwestafnka.

Windhuk, 1.1. Febr. (WTD.) Wie hie Wind- Huker ^Allgemeine. Leitung" mühet, beabsich­tigen ünc deutschen Mitglieder der gesetzgebert- dsn Versammlung, eine Abordnung an die y ?r i n tt »t e-g f. e r ii ny zu emtfenhe». um das Ersuchen zu stellen, daß die deutsche Sprache nunmehr als dritte offizielle Sprache in CihDtoefu.riia neben englisch und kapholländisch cnrrZamü wird. Wan hat sich dazu ent chlossen, diesen Schritt jetzt zu unternehmen, da dar Ende der dreijährigen Frist herannoyt. innerhalb deren die Regierung sich

In Berlin.

Berlin, 11. Febr. (WTB.) Die in der ver­gangenen Rächt tn der Berliner Onnenstadt ge­messene Minimaltemprratur von minuS 25 Grad ist seit 1 855 nicht dagewesen. 3n den Außenbezirken unb in der weiteren Umgebung der Stadt sank das Thermometer bis auf minus 26 bis 30 Grad. Infolge des großen Frostes war der Eisenbahnverkehr sowohl auf den Stadt- und Borvrtstrecken w'e auch Im Betriebe nach auswärts großen Storungen un.erworseu. Die Fernzüge hatten Verspätungen bis zu drei Stunden und zehn Minuten, und zwar wurden die Strecken fast sämtlicher Richtungen dabei tn Mitleidenschaft gezogen. Zu Beginn des Berliner Rahverkehrs machte sich besonders un­angenehm bemerkbar, daß zahlreiche Wei­chen und Wosferkräne eingefroren waren. Außerdem hatte eine große Anzahl Lokomotiven durch den Frost Schaden genommen. Der Frühverkehr konnte daher nur sehr unregelmäßig einseyen. 3n verschie­denen Stadtgegenden Berlin- muhten die Schu­len geschlossen werden, da die Zentral­heizungsanlagen nicht die erforderlichen Winde st temperaturen auf bringen konnten. 3n besonders ungünstig gelegenen Klassenräumen sind nur vier bis fünf Grad Wärme erreicht worden.

Die Kältewelle im Reich.

Berlin. 11. Febr. (Priv.-Tel.) Am schärf­sten machte sich der Frost in Schlesien bemert- bar. Dort lagen die Temperaturen allgemein un­ter 30 Grad Külte, so Breslau minus 32 Grad, die niedrigste, bisher dort gemessene Temperatur. Reihe minus 36 Grad. Reinerz minuS 35 Grad. 3n Ostpreußen lagen die Temperaturen zwi­schen minuS 23 und 26 Grad. Das bedeutet eine geringe Milderung gegen gestern, wo in Kö­nigsberg minus 34 Grad gemessen wurden. Stettin meldete heule früh minus 29 Grad. 3n ganz Mitteldeutschland lagen die Temperaturen ähnlich tote in Berlin zwischen 25 und 31 Grad Kälte. 31 Grab wurden beispielS-

Eine Wendung im Osten?

Don unserer Berliner Redaktion.

Berlin. 11. Febr. Di« Unterzeichnung jenes Protokolls, durch das der Kellogg-Pakt zwischen Sowjetrntzland. Polen, ^Rumänien. Est­land und Lettland vorzeitig in Kraft ge­setzt worden ist, und das tert Ramen seines Ii^pirators, nämlich den des russischen stell- vertretenden Außenministers Litwinow trägt, ist nach zweierlei Richtung hin von besonderer Bedeutung. 51m dies zu begreifen, muh man schon etwas sorgfältiger zwischen den Zeilen jener Reden lesen, die Litwinow und der polnische Gesandte in Moskau. Patek. bei dieser Ge- legenheit gehalten haben. Ferner ist die Tatsache 6txf) von besonderer Bedeutung, daß Litauen ausdrücklich erklärt hat, sich n i ch t an der gemein- famen ülnterzeichnung in Moskau beteiligen zu wollen. Dies hat selbstverständlich zu einem gro­ßen Teil seinen Grund darin. bafo die polnisch- litauische Spannung ein Zusammenkommen litau­ischer und polnischer Vertreter unmöglich zuläßt. Weiter dürfte dies aber auch darauf znrückzu- führen sein, daß die übrigen Staaten außer Ruß­land in Moskau gleichsam als ProtögöS Polens auf traten. Wenigstens ging dies in nicht zu verkeimender Weise auS den Worten Pateks hervor.

Und hier liegt die besondere Gefahr, die aus bet an und für sich erfreulichen Tatsache erwächst, daß sich die Staaten im Osten zur sofortigen 3n» rrastsetz'mg der Kriegsächtung ?,u;ammengefunb?n haben. Lettland und Estland umschließen Litauen. daS jetzt völlig inetne n polnisch enInter- essenkreis eingekeilt ist. zumal es doch durch die LvStremrung von Wilna überhaupt keineBerbindungmehrmitRußland hat. Rußland seinerseits hatte selbstverständlich ein ganz besonderes Interesse daran, bor allem mit Polen in ein BertragSverhültnis zu kom-

toetfe in Dresden gemessen. Auch die Rord- s e e k n ft e wies für die dortigen Gebiete außer* ordentlich geringe Temperaturen von durchschnitt­lich 20 Grad auf. Die Hamburger See- warte maß in der vergangenen Rächt nnrms 21 1 Grad, fett Bestehen der Deutschen Seewarte (1876) der kälteste Tag. 'Auf den nord- friesischen Inseln und Helgoland herrsch* len durchweg Temperaturen von minus 15 Grad. Die Temperaturen im Rbeinlande betrugen zwischen minus 15 und minus 21 Grad. Frank­furt minus 21 Grad. Karlsruhe 20 Grad. 3n Bayern war die Durchschnittstemperatur mi­nus 27 Grad. Auch in den angrenzenden ßaiv bestellen Italiens. Frankreichs und

Französische Schulpropaganda im Saargebiet.

Wo bleibt her Schutz deS Völkerbünde-?

Saarbrücken, 11.Febr. (TU.) Don der Schul- Abteilung der Negierungskommlssion ist soeben bi« Verfügung erlassen worden, daß innerhalb der näch- sten Tage die Eltern sämtlicher Kinder im vierten Schuljahr darüber befragt werden sollen, ob sie ihre Kinder von Ostern an in die franzö° fische Schule schicken wollen. Unterzeichnet ist diese Verordnung von dem Dezernenten für das französische Schulwesen, du Paquier, einem Schweizer französischer Färbung, der unmittelbar dem tschechischen Mitglied ter Regierungskommission, V e s c e n s k i, der als Unterricl^sminister im Amt ist, untersteht. Durch diese erneute Werbetätigkeit hofft die Saarregierung, wieder einen stär­keren Besuch der französischen Schulen zu errei­chen. deren Hauptzweck darin besteht, daß die sran- zösische Propaganda behaupten kann, das Saar» gebiet sei ein z w «i s p r a ch i g e » L a n d mit Sym­pathien für Frankreich.

Laut dem Versailler Friedensvertrag tff den Saarbewohnern die Beibehaltung ihrer Schulen ausdrücklich im Paragraphen28 zuge- sichert. Nach Barograph 14 darf der Staat als Eigen­tümer der Saargruben Volksschulen oder technische Schulen für das Personal gründen und un­terhalten, worin der Unterricht in französischer Sprache erteilt werden darf. Sinngemäß darf dieser Paroaraph aber nur a u f das französische Personal angewenbet merben. Trotzdem und trog des wiederholten Widerspruchs de» Landesrates erteilt die Saarregierung noch immer unterBeru- fnng auf ihr« Verordnung vom 10. Juli 1920 den die darum einkommen, die Erlaubnis. Ihre Kinder in die französisch« Schule zu schicken, auch wenn sie in keiner Weise zum Staotsperional der Saargruben gehören. Diese fortgesetzte Partei- nähme der Saarregierung für die französische Schulpropaganda ist ein unerhörter Zustand, gegen den der Völkerbund energisch etnschreite« sollte.

stellen.

Ein Antrag auf (Staatszuschuß für das Gießener Gtadttheater.

Darmstadl, 12. Febr. Die Doll »parteilichen Abgeordneten Jean Birnbaum, Dr. Keller mid Dr. Riepolh HÄxm Im Landtag folgenden Antrag eingebracht Dir beantragen unter Zurück­ziehung untere* Antrag» Jtr. 16: der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu erfadjeu, daß dem Slodlshcatec zu Gießen ein S i aak r»z ns ch von 25 000 Mark gemährt nttb die l'ctt-Wmdc Summe In den Ilach^ragsetat für 1929 elnnrflellf mitt».

Neue AmtLchezeichnungLN in Preußen?

Berlin. 12. Febr. (Prüx-Del,) W.e der .2er- Itner LokalMizeiger" von zuständigen Stellen er­fahren haben will, schweben tn Preußen Ver­handlungen über die Reuregelung der Amtsbe­zeichnungen. Die Hauptrolle spielt hierbei die

Belgiens tourten ähnlich tiefe Temperaturen gemessen. Padua minus 11 Grab. Rancy minus 16 Grob, Brüssel minus 13 Grad.

Bedrohliche Waffernot in Wien.

Wien. 11. Febr. (WB.) Die Wassernot in- j folge der Vereisung der Quellen tm Hochgebirge, aus ber.cn die Wasferleitung gespeist wird, hat ein bedrohliches Ausmaß an­genommen. Wegen zahlreicher Wasser- und Gas­rohrbrüche und Zimmerbrände infolge Heber- Heizung muhte die Feuerwehr in den letzten zwei Tagen über 402mal auSrücken. Schulkinder von zarter Gesundheit sollen auf di« Dauer der Kälteperiode vom Schulbesuch befreit werben. 3m Eisenbahnverkehr macht sich «ine außergewöhnliche, seit langen Jahren hier nicht beobachtete Kälte vielfach durch Störungen geltend, da die Zusammenstellung und Heizung der Züge erschwert wird. Die meisten Fernzüge treffen mit Verspätungen «in. bi« bei d«n auS Pol«» ankommenden Zügen viel«

men. um auf diese Weise eine weitere Ausge­staltung der polnisch-russischen Beziehungen anzu- Babnen. Die baltisch-polnische Solidarität und Rußland sind zwei politische Faktoren tm Osten, die nicht unterschätzt werden dürfen.

Weiler muß aber auch beachtet werden, daß der Beitritt Rumäniens zu dem Mos­kauer Pakt gerade im Osten von rmntetrfer politi­scher Bedeutung ist. Rumänien hat bisher noch keine Beziehungen zu Rußland gehabt, die jetzt aller Wahrscheinlich leit nach eine unerhörte Förderung erfahren werben. Reben Litauen ist lediglich Finnland außerhalb dieses Bundes geblieben, weil anscheinend hier für Polen gewi.se Schwierigkeiten Vorlagen, ähnlich wie bei Lettlanü. wo es ihm allerdings gelang, dieselben durch irgendwelche, noch nicht bekannte Arrangements zu beheben.

Die Grundfrage, die bleibt, tst natürlich die, tote sich Deutschland weiterhin gegenüber dieser stark polnisch gefärbten östllchen Zrietens- allianz verhalten soll, bei der doch Rußland einen bestimmten Ausschlag gibt. ES scheint uns sehr angebracht, daß man sich doch einmal in den hiesigen Kreisen besinnen möchte, ein: sorg­fältige Lieberprüfung der deutschen Ruß­land-Politik vorzunehmen, die unter dem ver­storbenen hervorragenden deutschen Botschafter in Moskau, dem Grafen Brockdorff- Rautzau vielleicht doch etwas zu traditions­gemäß. unter dem Banne von Rapallo stehend, geführt worden ist. Gerade hier mutz aber in vollem Umfange die ganze Weltpolitik eingesetzt werden, weil mit der Zeit in dieser Gegend Pro­bleme erwachsen werden, an denen nicht nur Deutsch.and. wenn auch in erhöhtem Umfange, interessiert ist. Auf jeden Fall ist der Moskauer Pakt bei weiten ernster zu nehmen, als eS bis­her vielfach geschehen ist. Er stellt in gewisser Hinsicht eine politische Wendung im Osten dar.

Znnerpoliiische Atempause. Günstige Wirkung auf die AoaUlionSrriiiS.

Berlin. 12. Febr. (Priv.-Tel.) Die Ruhe- päuse, die im parlamentarischen Leben einge­treten ist, scheint sich nicht ungünstig auf die Klärung der in den letzten Tagen der ver- gangenen Woche völlig verworrenen Sttuatton in der Innenpolitik im Zusammenhang mit den KoalillvnSfragen auszuwirken. Irgend weiche 'Aktionen tocrteit von keiner Seite her unter­nommen, was vielleicht schon um deswillen von Vorteil ist, als die Ruhe nottoenbigetlDcifc zur Besinnung zwingt. 3m volksparteilichen La­ger hat man die Devise auSgegeben. auch während dieser Zeit steif zu bleiben, und es bat den An­schein. alS ob die anderen Parteien doch in gewisser Hinsicht größeres Gntgegenkom- ii e n zutage legen. Jedenfalls gibt eS weite Kreise in beiden Parlamenten, die arme innen zu können glauben. bah die Dvlkspariei doch noch schließlich zu ihre: gefor­derten Sitzen im Preußenkabinett fornmt. Das Zentrum hat eS gewiß zur Zeit nicht nötig, irgendwelche Initiative zu entfalten, so Loh tm wesentlichen der Schwerpunkt nach wie vor bet den Chefs der beiden Kabinette, dem Deichs- kauzler und den prenhischen Ministerpräsiden­ten, liegt.

Einschränkung der Eidesleistungen.

B e r l i n . 11. Febr. (WB.) Amtlich wird mit- qcteilt: Seit längerer Zeit sind in der OesscntUch- [cit Klagen über bas ülebermaß der Eibe, die in Zivil- und Strafprozessen geleistet werden, laut geworden. Schon der StrafrechtS- ausschuß deS vorigen Reichstages hat deshalb ,n einer Enlschliehung eine möglichst weite Gin- fchränkung der CideLlciftungen verlangt. Der «rntwurf eineS Sinsührungsgesetzes zum Allge­meinen Deutschen Strafgesetzbuch, den der Iustiz- miniftcr dem ReichSkabinett zur Beschlußsafsung vorgelegt hat. soll diesen Klagen durch eine grundsähliche Reuordnung des Eides abbelferi. Rach dem Entwurf ist der Zeugen- c i d nur noch in wenigen engbcgrenzten Fällen vorgesehen, tn allen übrigen Fällen wird er durch.eine uneidliche Bekräftigung, deren Anwendungsgebiet auch noch gegenüber dem des Eidos tm geltenden Recht erheblich ein­geschränkt ist. ersetzt. Die seit langer Zeit mu- ftrittenc. insbesondere in bet Rechtswissenschaft 'ebhaft erörterte FraLe nach der Strafbar- fett do« fahrlässigen FalschsideS inro den <Strasrechtsousscht:f' des Reichstogev gi Der 7-ochsten Zeit beschäftigen, dinier Berufung rmT die Regelung, die die Frage int österreichr- leben Recht gefunden hat, gehen die Destrebun- ,r(.n dahin, die Strafbarkeit deS fahrlässigen Fälschet des stark einzuschrünken. Der »ichsminister der Justiz hat in fachlicher Hebet- Einstimmung mit diesen Bestrebungen im Aus- schtih einen Vorschlag «nterbreitet der darauf

Aus alter Welt.

Schweres Eisenbahnunglück bei Bitterfeld.

Bitlerfelb, 12.Febr. |VV.) Gesten» abend tun vor Mitternacht fuhr der Schurllzug BerlinStuttgart, 21.03 ab Berlin. uach° dem er das Hallesignal in Gräfenhainichen über­fahren Halle, in der Station Burgkemnitz auf den SchlafwagenzngBeriiu Müuchen auf. Der vordere Teil eines Schlafmageu» wurde zum Idl eingedrückt. Die nerianfet, sind ein Toter und zwanzig Schwer- und Leichtverletzte zu beklagen. Bisher wurden vier Schwer- und dreizehn Leichtverletzte f c fTgeff eilt Die Verletzten stammen mit Ausnahme eines Mün­cheners. eines Amerikaners, eines Fabrikbesitzers aus Triest nnd eines Ulmer», fämlttch au» Berlin. Der Zugführer Katz vom D 233 Berlin (Anhalter Bahnhof), tst fo schwer verletzt worden, daß er i m Krankenhaus gestorben ist.

Vier Streckenarbeiter überfahren und getötet

Breslau. 11. Febr. (WTB.) Zwilchen Bres- lauRikolaiter und Breslau-Pöpelwih an der Strecke Breslau-Drachenberg sind vier mit GleiSarbeiten beschä'tlgke Arbeiter von «inem Triebwagenzuge überfahren und ge­tötet worden. Die Kolonne hatte den Trieb­wagen anscheinend nicht bemerkt, da die starke, durch den Frost verursachte Dampfentvick- l u n g einer Lokomotive auf einem RackHargleis ihn verschleierte.

Cin Höhlenbewohner.

Die Potsdamer Kriminalpolizei entdeckte im Walde nahe der Eaputh-Potsdamer Ehausiee in einem zur Höhle erweiterten Kanin­chen l o ch in ziemlich großer Tiefe eine» gänzlich verwahrlosten Höhlenbe­wohner, der halb erstarrt und so mitgenom­men war. daß er nicht mehr sprechen konnte. Er wurde nach dem Potsdamer Kran­kenhaus gebracht und dort als ein 38 Jahre alter Arbeiter Kehrn festgestellt, der bis zum April vorigen Jahres in Schöneberg wohnte und sich dann abmeldete, um auf Wanderschaft zu gehen. Wahrscheinlich wäre er, wenn er nicht entdeckt worden wäre, nachts erfroren.

Edison erfindet einen Ersatz für Gummi.

WieHerold Tribüne" ankündigt, beabsichtigt (£b<- fön anläßlich seines 82. Geburtstages, die Öffent­lichkeit mit einer neuen Entdeckung bekannt zn machen. Es handelt sich um eine krautartige Pflanze, deren Saft einen brauchbaren Ersatz für Gummi liefert. Die Pflanze kann wie Getreide cmgedaut werden: es ist jedoch nicht notwendig, sie jede» Jahr neu aurzufäen. da der Wurzelstock mehrere Jahre am Leben bleibt.

Brand in einem Kottbuser Kaufhaufe.

3m Kaufhaus« Dodanskl brach in der Abteilung Puppen und Emailwaren beim Anftouen einer gefrorenen Leitung infolge Explo­sion der dazu benutzten Spirituslompe Feuer E. Die Flammen fanden in den Materialien und ihren Strohverpackunaen reiche Nahrung, fo daß inn.r- halb weniger Minuten die ganze Etage fs glommen stand. Die Bekämpfung de» Brands roar wegen der starken Aiauchentwicklung un'rt wegen der herrschenden Kälte sehr ichwierig. 6ln Uebergreifen de» Brandes auf die Nachbargrund­stücke wurde verhindert Ein im dritten Stock woh­nender Mieter, auf dessen Wohnung die glom­men bereits übergegriffen hatten, trug schwe re Brandwunden davon Er wollte sich durch Sprung in das Sprungtuch retten, wurde ober durch Aufschlagen auf einen Balkon schwer dp : letzt. Seine 8rau konnte über die Nettungslciter geborgen werden, erlitt aber gleichfalls Verletzun­gen. Beide mußten dem Städtischen Krankenhaus zugefuhrt werden.

eWHWW4 e w«f.» H*» ewet*L » -»Ult. e*««**«**

»Vhw. e*tt>ei IC Oev.tter^v-wtrfi--^

eime. O* ed ww-ge- ö_

w Hfeoen *« dem w«. OW ooeen S&uonen st

♦CT »«Xr, tfie Tenperatwr an. vx t.»n.rn «rwMn Ort* mit -VtKne* m? " nfMrrecfce#**« leftaew«*

Wettervoraussage,

Voraussage für Mittwoch' Zeittv^ etwas bewölkt unk) strenger Frost.

Ausfichtav für Don ne rstag: 5ter'' wesentliche Asuderung der HkilCT-lxige.

Lufttemperaturen, am. U SsbcuOJ- mittags 1L2 ©rat) <SeIIiu£. abends 19.3 Grad LelsiuL; am 12- Februar: nwrgcnS --MM (Stab Lelsius. Maximum -- 15.2 Grad Eelstus. Minimum 22.1 Grad TelsiuS. Orbtetn* peraturen: am 1L Februar: abenbS of* Grad EelftuS; am 12. Februar: morgen-6-* Grad EelfiuS. Sonnenscheindauer Z*/* Stunoen.