Ausgabe 
12.1.1929
 
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Aus ver Pwvinzialhaupisiadt

Gießen, den 12. Januar 1929.

Am warmen Ofen.

Manche Leute behaupten, daß die Winter in früheren Jahrzehnten strenger gewesen wären. Wenn ich an meine K.ndheit zurückdenke. will es mir auch so scheinen. Wir konnten uns doch immer wochenlang mit den Schlittschuhen auf dem Eise tummeln, und in den lebten Jahren kam es vor, daß es kaum an einigen Tagen ge­froren hatte. Jedenfalls ist uns ein strammer Winter immer willkommen. Es freuen sich nicht nur unsere Wintersportler, sondern vor allem auch unsere Kinder. Gerade im Wechsel dec Jahreszeiten liegt der Hauptreiz.

Wie einförmig mag es in den Ländern des Südens sein, mit dem ewig blauen Himmel und dem Sonnenschein Tag für Tag! Wie muß da die Hitze schlaff machen. Da lobe ich mir unfern kernigen deutschen Winter und spreche mit Clau­dius:Der Winter ist ein rechter Mann, kern- lest und aus die Dauer."

Wann wird am meisten geistig gearbeitet? Wann lesen wir am liebsten in den Büchern? 2m Winter. Die Südländer kennen ihn nicht, wissen nichts von der Schönheit einer Schneelandschast, ahnen auch nicht, wie wohlig uns das geheizte Zimmer umfängt, wenn wir aus der frischen Dinterlust heimk.chren. wie gern wir uns dann an den warmen Ofen se en!

Es hat lange gedauert, bis wir so weit waren, daß wir unsere Zimmer, ja un'ere Hauser, mit Wärme erfüllen konnten. Wie mögen unsere Vorjahren in ihren Hütten gefroren haben, wenn auch in der Mitte des Raumes ein starker Holz­knorren brannte! Kein Schornstein im Haus: schwer legte sich der Rauch aus Äuge und Lunge. 2ln welche idyllischen Bilder denken wir beim Anblick der hochragenden Burgen. Und wie unge­mütlich ist es da oft int Winter gewesen. Die kleinen Räume wurden von einem offenen Kamine erwärmt, die Fenster und Türen mit Teppichen Verhängt, und doch pfiff der kalte Rordost durch das kleinste Löchlein. Der Rittersaal wurde wohl nie geheizt, kalt und verlassen lag er da.

Dann kamen die gemauerten Oefen, d e Kachel­öfen, wie wir sie noch heute in alten Häusern finden. Aber auch sie wurden abgelöst von einem Stoff, der unser Zeitalter beherrscht: vom Eisen. Zn allen möglichen Formen und Abarten tauch­ten die eisernen Oefen auf, vom kleinsten Ka» noncnofen bis zum vollende'en Dauerbrenner. Ihnen schlossen sich für große Häuser Dampf- und Warmwasserheizungen an. und heutzutage sind auch Gasöfen und c'ektrifche Heizungen nichts Reues mehr. Wir können uns wirklich nicht über Mangel an Heizunginöglichkeiten beklagen.

Wenn ich zu wählen hätte, nähme ich mir einen großen Kachelofen, wie sie früher Mode waren. Aber er dürfte nicht so verlassen irg?ndwo im Zimmer stehen, sondern er müßte in die Wand eingebaut, mit ihr und der Täfelung dahinter verwachsen sein. Raiürlich müßte er Tag und Rächt brennen. Bei seiner milden Wärme konn­ten ihn auch die Kinder ansassen und brauchten nicht immer wie bei den eisernen in e n'ger Entfernung stehen zu bleiben und zu rufen: Heiß! Heiß!

Auch die offenen Kamine werden wieder beliebt, wenn auch die Flamme nur zum Schein darin brennt. Es ist ja ganz poetisch, wenn wir die Flamme, das Sinnbild des Lebens, so züngeln sehen. Aber ein Freund sagte mir, daß diese rriobernen Kamine kaum genug Kraft hätten, das Zimmer zu heizen.Borne schwitzt man und hinten klappert man mit den Zähnen," so etwa drückte er sich aus.

Als ich noch ein Kind war. stand in unserer Stube ein alter eiserner Ofen. Er hatte vier Beine und vier Türchen und war nicht nur zum Heizen, sondern auch zum Kochen eingerichtet. Wir brannten damals nur Holz, und am schönsten war cs, wenn die Abenddämmerung hereinbrach. e-8 im Zimmer ganz dunkel wurde und nur die hellen Flammen die Umgebung des Ofens von Zeit zu Zeit mit ihrem goldenen Schein beleuch­teten. 2n dem Ofen selbst brotzelte es immer, ein* mal kochte die Mutter da ihre Kartoffeln und Hüben fürs Dich, dann wieder etwas Rahrhaftes stür die Menschen. Zwischen den Töpfen aber lagen stets einige Aepfel von der alten bekannten Sorte, von den Maatäpseln. Sie waren ganz dunkelbraun, fast schwarz, und hatten sehr hartes Fleisch. Deshalb brieten wir sie. Das gab dann ütmer einen Duft in dem engen Zimmer, der mir noch heute verführerisch in der Rase liegt. Wenn wir so durchfroren von dem Eise heimkamen und konnten unS über unsere warmen Aepfel her­machen I

An den Türchen war auf der einen Seite ein Baum, darunter stand eine Frau, auf dem andern war ein Zäger. Wir hielten diese beiden Men- sitzen immer für Adam und Eva, war doch ein Apfelbaum dabei! Aus den oberen Türchen waren ADci Schalen mit Früchten und Blumen. Ganz

unten an den Füßen stand: DuderuS Soehne. Sochne las ich als Abcschütz und wußte mir darunter nichts vorzustellen.

Am Abend wurde es aber am allerschönsten. Dann stellten wir den Tisch vor den Ofen, wir Kinder kamen auf die Holzbank. Die Rachbarn fanden sich ein, und unser Großvater, dec in seinem bequemen Korbstuhl hinter dem Ofen saß. erzäylte. Märchen hat er uns nie erzählt, aber von seinen Wanderungen, er war als Hand- werksgesell weit in der Welt herumgekommen. von alten Zeiten. Es waren ost starke Schnurren darunter. So weiß ich noch eine, die mir schwer zu schaffen machte. Es war dir Geschichte der zwei Wölfe, die sich gegenseitig aufgefressen hatten, daß nur noch die zwei Schwänze auf dem Boden lagen! *

Wenn dann der kalte Rordwind ums Haus fang, rückten wir eng zusammen, und die Alten kramten ihre Erinnerungen aus von früheren kalten Wintern, von 1879, als die Kulte im März noch einmal wiedergekehrt war und der Saft schon in den Bäumen stand. Wie da in den sternklaren bitterkalten Räch'.en die Bäume vom Frost getütet wurden, wie es knallte, wenn die Rinde sprang, gerade als ob mit Kanonen ge­schossen würde.

Wir Kinder sahen und lauschten, aßen unsere Aepfel oder knackten Rüsse. Es waren schöne Abende, und gern hatten wir unfern alten Ofen, wenn er auch Risse und Sprünge aufwies. Äber sie wurden immer wieder mit dickem Zwetschen- mus verschmiert, dann ließ das Rauchen schon nach.

Im Rätsel heißt es:3m Winter schauen sie mich alle an!" Co war es auch bei unserm Ofen. Aber im Sommer schauten wir ihn auch an; denn in dem kühlen zugigen Raum hob unsere Mutter diedicken" Würste auf, und gar manches Stück wurde von uns abgesäbelt.

Za. wir hatten ihn sehr gern, unfern alten Ofen, fast so gern wie den K.r,chbaum hinter den Scheunen, wenn die roten Früchte daran hingen und der Rachbar gerade ins Feld gefahren war!

P.

Oer Wiesecker Autoverkaus.

In unserer Nummer 4 vom 5. Januar berichteten wir eine Wiesecker Mitteilung, nach welcher der Verkauf der Kraftomnibusse des Ge­meindeverbandes Wieseck - Alten -B u - f e cf an die KraftverkehrsgesellschaftHessen" durch Rücktritt der letzteren von dem geplanten Kaufe ge­scheitert sein sollte. Hierzu teilt uns der Vorsteher des Gemeindeoerbandes Wieseck-Alten-Buseck jetzt mit, daß dieser Bericht nicht zutreffe. Wie wir von der Leitung des Gemeindeverbandes weiter erfah­ren, wird der Autobetrieb, wie von uns ge­meldet, zur Zeit noch von dem Gemeinde- verband geführt, da die Uebertragung der Betriebskonzefsion von dem Ge­meindeverband auf die Kraftverkehrs-Gesellschaft Hessen" von der Regierung noch nicht genehmigt ist. Dies habe seinen Grund darin, daß die Re­gierung beabsichtige, eine Vermittlungs- akti 0 n zwischen Gießen und Wieseck vorzu­nehmen, wozu sie sich durch das Konzessionsgesuch der Stadt Gießen zum Dau der elektrischen Stro- ßenbahn bis dicht vor Wieseck veranlaßt sehe.

Daten für Sonntag, 13. Januar.

1749: der Dichter Friedrich Müller (Maler Müller) in Kreuznach geboren; 1859: der Schriftsteller Karl Bleibtreu in Berlin geboren.

Daten für Montag, 14. Januar.

1742: der Astronom Edmund Kalley in Greenwich gestorben; 1850: der Schriftsteller Pierre Loti in Rochefort für Mer geboren; 1874: Philipp Reis, der Erfinder des Telephons, in Friedrichsdorf bei Homburg gestorben; 1905: der Physiker Ernst Abbe in Jena gestorben.

Bornotizen.

Tageskalender für Samstag. Krie- geroerein Gießen: 55. Stiftungsfest, 8 Uhr, im Caf6 Leib. Turnverein von 1846: Monatsversammlung, 9 Uhr,Zum Andres". Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Der Scheidungsanwalt". Astoria Licht- fpiele:Das Geheimnis des Vulkans".

TageskalenderfürSonntag: Stadt­theater:Und das Licht scheinet in der Finsternis", 18 bis gegen 21 Uhr. Vortrags-Vereinigung: LichtbildervortragDer Bodensee", 8 Uhr, Neue Aula der Universität. Pilgermissiongemeinschaft: Bibel­kurs, 2.30 Uhr, Löberstraße 14. Volkshochschule: Musikabend im Singsaal des Realgymnasiums, 8 Uhr. Obst- und Gartenbauverein Gießen: Vor­trag von Palmengarten', rektor Krauß (Frankfurt am Main), 3.30 Uhr, im Saale des Casö Leib. Gießener Karneval-Gesellschaft: Karnevalistisches Konzert, 4 Uhr nachmittags, auf derLiebigshöhe". Lichtspielhaus, B"'nhofstraße:Der Scheidungs­anwalt". Astoria-Lichtspiele:Das Geheimnis des Vulkans".

Stadttheater Gießen. Aus dem Stadt- theaterbureau wird uns geschrieben: Morgen Sonntag, 13. Januar, wird zu ermäßigten Prei­sen als FremdenvorftellungUnd das Licht

scheinet in der Finsternis* von Leo R. Tolstoi gegeben. Spielleitung: Oberfpielleiter Hans Tannert. Diese Auf.ührung ist die letzte dieses Werks. Für die nächste Woche ist wiederum ein Operetten-Gastspiel deS Frankfurter Reuen Operettentheaters festgesetzt. Am Dienstag, 15. Zanuar, gelangt das Alt-Wiener SingspielDas Schwalbennest" zur Ausiührung. Zn der Zubi- läumsaufjührung zu Lesiings 2.0. Geburtstag am Mittwoch, 16. Januar, spielt Dr. Ludwig W ü l l- ne r einmalig als Gast den Rathan. Spiel­leitung hat Karl D 0 l ck, die Bühnenbilder sind von Karl Löffler hergestellt. Ein Ereig­nis in der nächsten Woche wird ferner die Ur­aufführung von Leonhard Franks Schauspiel Karl und Anna" sein. Die Uraufführung, die gleichzeitig in Paris in Szene geht, wird sicher im Reich großes Aufsehen erregen. Regie führt Intendant Dr. P r a s ch.

Stadt Mission Löberstraße. Morgen, Sonntag, mittag 1.30 Uhr, Sonntagsschule, nachmit­tags 2.30 und abends 8.15 Uhr Bibelkurs von Pfar­rer C h r i st l i e b (Heidelberg). Von Montag bis Mittwoch, vormittags 10 Uhr, nachmittags 2.30 und abends 8 Uhr, ebenfalls Bibelkurs, gehalten durch Pfarrer C h r i ft l i e b (Heidelberg. Man beachte die gestrige Anzeige.

Vortrags. Vereinigung. In der Dor- trags-Dercinigung spricht am kommenden Montag die durch ihre früheren Vorträge hier bestens be­kannte Rednerin Emma K 0 t t m a n n. Der Vortrag wird sicherlich bei jedem Dortragsdesucher wieder großen Anklang finden. (Siehe heutige Anzeige.)

Obst-undGartenbauoerein. Morgen, Sonntag, nachmittag spricht im Saale des Cafe Leib der Palmengartendirektor Krauß (Frankfurt a. M.) überDahlien, Gladiolen, Knollenbegonien und Nelken". Zu dem Vortrag haben auch Gäste Zutritt.

Kriegerverein Gießen. Die Feier des 55. Stiftungsfestes findet heute abend im Saale des Caf6 Leid statt. Mit der Feier werden Ehrungen von Mitgliedern für 25- und 40jährige Zugehörigkeit zum Verein verbunden fein.

Die Große Gießener Karneval- Gesellschaft eröffnet ihre diesjährigen karnevali­stischen Darbietungen morgen nachmittag mit einem karnevalistischen Konzert auf derLiebigshöhe". In­teressenten seien auf diese Veranstaltung noch einmal besonders hingctoiefcn.

Freie Schneiderin nun g Gießen. Am Dienstag, 15. Januar, findet abends in Ho­tel Hindenburg ein LiHtbi'drrvorträg über das Thema: ..U. S. A. 9 Zabre im Strudel des amerikanischen Lebens" statt. Man beachte die heutige Anzeige.

Wocherrmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 140 bis 170; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 15 bis 20; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 20 bis 25; gelbe Rüben 15 bis 20; rote Rüben 15 bis 20; Spinat 35 bis 40: Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 25, bis 30; Rosenkohl 40 bis 60; Feld­salat 120 bis 150; Tomaten 80 bis 90; Zwiebeln 15 bis 20; Meerrettich 50 bis 150; Schwarz­wurzeln 50 bis 70; Kartoffeln 5; Aepfel 20 bis 40; Dirnen 10 bis 30; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 100 bis 110; Suppenhühner 100 bis 120: Rüsse 60 bis 80; das Stück: Eier 18 bis 20; Blumenkohl 60 bis 120; Endivien 25 bis 35; Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 50 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3,80 bis 4,50 Mark.

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* * Die Museen sind am Sonntag zwischen 11 und 1 Uhr bei kleinen Eintrittspreisen geöffnet.

* D ie Gießener Frühjahrsmesse findet vom 7. bl3 14. April statt. Zm heutigen Anzeigenteil werden bi? Schausteller aufgefor- dert, ihre Gesuche um Platze auf der Messe bis zum 15. Februar bei der Stadtverwaltung ein­zureichen. Die Znteressenten f.t n auf diese Be­kanntmachung besonders hin^ewiesen.

* * Städtische Brennholzversteige- rung. Bei d?r gestrigen Drennholzverstcigerung im Stadtwald (Bezirk des Försters Geisel) wur­den im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Kie- sernrundfcheiter 13.20, Kie ernknüppel 10., Kie- sernsiöcke 7. Mk. je Raummeter; Kielernreiscr 15 Mark je 100 Wellen.

** Kochvorträge des Elektrizitäts­werks. Don der Direktion des städtischen Elek­trizitätswerks wird uirs geschrieben: Gegenüber den bisherigen Kochmethoden bietet das elektrische Kochen wesentliche Vorzüge. Cs gestattet sparsame Kochweise und genaue Temperaturregelung. Um das elektrische Kochen mehr und mehr bekannt zu machen, beabsichttgt das Elektrizitätswerk, in seinem Derforgungsgebiet, d. h. in der Stadt Gießen sowohl, wie in den an sein Ueberlandnetz angeschlossenen Gemeinden, in der Zeit vom 21. Januar bis 20. Februar Vortrage mit Kochvor- führungen zu veranstalten. Ort und Zeit dieser Veranstaltungen wird durch Anzeige noch be­kanntgegeben.

* * Volkshochschule. Wir machen an dieser Stelle nochmals darauf aufmerksam, daß die Hörer

des Wintersemester» forofe Me neueintretenben Hörer au dem am Sonntagabend stuck findenden Musilabend freien Eintritt haben. (Nähere» siehe heutige An- zeige.)

" Schulpersonalien. Ernannt wurden: der Lehrer Adolf M e r g 0 11 an der Volksschule zu Rioda zum Rektor an dieser Schule; der Lehrer Alfred Jung zu Betzenrod, Kreis Schot­ten, zum Lehrer an der Volksschule zu Biebeln­heim, Kreis Oppenheim, beide mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts; die Studienassessoren Dr. Karl F l ö r i n g auS Friedberg und Dr. Fr. Kömmerer aus Büdingen zu überplanmäßigen Etudienräten mit Wirkung vom 1. Zanuar 1929 ab.

ee OrtSgewerbeverein. Der Gewerbe- Verein hielt am Donnerstagabend eine Mit­gliederversammlung ab, die sich in der Haupt­sache mit zwei Fragen, der des neuen Gewerbr- Hauses und der der Altersversicherung im Hand­werk, beschäftigte. Der Vorsitzende konnte bei der ersten Frage einleitend darauf Hinweisen, daß der Gewerbeverein das Recht habe, noch bis Aum Anfang August 1931 die seitherigen Räume im Gewerbehaus für seine Zwecke zu benutzen, daß er also ohne Ueberstürzung die Beschaffung eines neuen Heims in die Wege leiten könne. Hierfür bestehen drei Möglichkeiten: der Haus­bau, der Hauskauf und das Mieten entsprechender Räume. Zn der Aussprache wurden die ein­zelnen Möglichkeiten mit den bereits vorliegen­den Angeboten besprochen und der Vorstand be­auftragt, vorerst einmal die Möglichkeit der Raummietung zu prüfen. Die Frage der Alters­versicherung im Handwerk beschäftigt augenblick­lich alle Handwerkskammern im Reich. Für Hessen wurde sie im Rovember eingehend auf einer Handwerkerversammlung in Offenbach er­örtert, für den Kreis Gießen im Dezember auf einer Dezirksversammlung in Gießen. Die Vor­schläge zu ihrer Lösung sollen aus den einzelnen Bezirken bis Ende Zanuar bei der Handwerks­kammer eingereicht werden, damit sie von dieser endgültig beraten werden können. Zn der Aus­sprache wurde namentlich die Lage der über 65 Oahre alten, erwerbsunfähigen Handwerker ein­gehend be-andelt und die Ansicht vertreten, daß man für ihre Unterstützung einen besonderen Fonds an sammeln sollte.

Das glaubt keinHutmache r. Auch in Oberhessen ist der SahDas glaubt kein Hut­macher" eine gebräuchliche, wenn auch unver­standene Redensart; man wendet sie an, wenn je­mand etwas Unglaubliches erzählt. Llllem An­schein nach hat diese Redewendung mit der Zunft der Hutmacher als solche nichts zu tun. Ein Ar­tikel in der neuesten Rümmer desPfälzischen Museums" weist darauf hin, daß in den Rhcin- landen das Hutmachergewerbe in früheren Zahr- hunderten von Kalvinisten ausgeübt wurde, die aus Frankreich ausgewandert waren und zu der ernheiinischen katholischen Bevölkerung in einem konfesji mellen Gegensätze standen. So ist es wahrscheinlich, daß das WortDas glaubt kein Hutmacher" ursprünglich in dem Sinne ver­standen wurde:Das glaubt kein Kalvinist".

Oie Wahlen

zum Landeskircheniag.

Das Ergebnis der im Dezember 1928 ftattgefun- denen Wahlen zum Landeskirchentag liegt jetzt vor. Darnach erhalten von den 54 durch Wahl zu bestimmenden Sitzen (die 6 Berufungen sind noch nicht trfolgt und bleiben unberücksichtigt; die Zahlen in Klammern nennen das Wahlergebnis von 1922) die Kirchlich-Positive Vereinigung 19 (22) Sitze, die Hessische Evangelische Vereinigung 20 (19) Sitze, die Freie Volkskirchliche Vereinigung 14 (13) Sitze und der Bund für lebendige Kirche 1 (0) Sitze. Die Hessische Evangelische Bereinigung ist somit die stärkste Gruppe im neuen Landeskirchentag ge­worben.

Aus Oberhessen gehören der Kirchlich-Posi­tiven Bereinigung 12 Abgeordnete an, aus Starkenburg und Rheinhessen 7. Die Hessische Evangelische Bereinigung ist aus Ober­hessen mit 11, aus Starkenburg und Rheinhessen mit 9 Abgeordneten vertreten. Die Freie Volks­kirchliche Bereinigung hat ihre 14 Man­date nur in Starkenburg und Rheinhessen, ebenso entfällt der eine Sitz des Bundes für leben­dige Kirche nach dort.

Berliner Börse.

Berlin, 12. 3an. (WTB.-Funkspruch.) Ge­schäfte sind im heutigen Dormiltagsverkehr noch nicht zustande gekominem Die Tendenz ist etwas unsicher und, soweit bis jetzt au erkennen ist, eher etwas schwächer. Die Zahl der Arbeits­losen, die zwei Millionen erreicht hat, verstimmt sehr stark. Man hört A. S. G. 184.60, Siemens 416 bis 417, Z.-G.-Farben 262.50 bis 263. Am Devisenmarkt hört man: Londrn-Paris 124.11, London-Kabel 485.03, Mailand 92.70, Brüssel 34.9013, Spanien 29.70, Dollar 4.2070.

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