Ausgabe 
11.11.1929
 
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Das Gefallenendenkmal m L,eu/ge-lern.

w Leihgestern, b. vtoo. Weben unserer Kirche be|muet |id) aus ihrer r^ieii i'ang^ette eine aa der ureiit|itk ouue eiwa 1z mietet mtntnue Grünanlage mit |ü)unen, uiten ioaumen und Buichwerl. Durt, gegtiiuoer Dein auehrwuroigen Turm, der im oahie 19Uö bei der <jei|tuiung uer aiten Kirche durch einen >chweren o>cu)itier)iurm als einziger Bauteil unoerieyrt blieb das Dach des chauptichisfes wurde damals vom W.no abge­hoben und fiel teils in das schiss, teils aus Bachoar- gebaude soll nun dasLentmalsurdteim !ä5 e 111 r i e g gefallenen Sohne der G e - meinde Leihgestern errichtet werden.

Der Zugang zu dem zurückuegenven Denkmals­platz erfolgt durch einen breiten uverwolbten Mauer­bogen in oer matziven üunfrieuigung des Kirchen Platzes von der Strage aus. Der ki>eg fteigt Ziemlich start an und führt zur Zeit nach dem hinter den Anlagen bzw. hinter der Kirche gelegenen Friedhof. Zur Ueberwindung der Steigung werden zum Teil vorhandene Stufen dicht hinter dem (iuigangstor bienen, zum Teil werden neu anzulegende Treppen den Zugang zum hoherliegenden ^rieohof einesteils, zum Denkmal andererseits gestatten.

Das Denkmal steht ai|o erhöht zur Straße, etwas zurück, ist von der Straße aus fichtbar und bildet eine in sich geschlossene Anlage vor dem Fried­hof. Diese Anlage wird einen Ehrenfriedhof bilden, in dessen Mitte auf einem Stustnsvckel sich ein schlichter Obelisk erheben wird, ähnlich wie bei bem vor einigen Wochen in Rodheim a. d. Horloff eingeweihten Gefallenendenkmal. Die fast quadra- tische Hofanlage ist auf der halben, bem Friebhof zu­gekehrten Seite mit Mauerwerk abgeschlossen, bas in der Richtung des Zugangs zum Denkmal von der Straße aus, hinter dem Obelisk, einen breiten Durch­blick nach dem Friedhöfe zu offen läßt. So werden zwei Mauerwinkel gebildet, die die Schrift- tafeln für die 4 2 Gefallenen aufzunehmen haben. In rückwärtiger Verlängerung der Um­fassungsmauern, sowie nach dem Eingang zu gerichtet bilden quadratische Pfeiler größere Maueröffnungen. Pfeiler und Mauern, mit Hölzern überdeckt, sind zu einer Pergola zusammengezogen, über die sich später wilder Wein oder sonst ein Rankengewächs hinziehen soll. Die vordere Hälfte des De n k m a l h o f e s zeigt niedere Ummauerung und wiederum in Achsenmitte vor dem Obelisk, also gegenüber dem Durchblick nach dem Friedhof, die Freitreppe zum Denkmalsplatz. Der Obelisk ruht, wie schon gesagt, auf breit- gelagertem Treppensockel, dessen oberste Stufe als breite Platte evtl, zur Aufstellung von Rednern, Fahnenabordnungen oder dergleichen ausgebildet ist. Die Innenwände des Ehrenhofes, die eigentlichen Denkmalskörper hufeisenförmig umfassen, sind im Zusammenhang auf den genannten Pfeilern durch Wandlisenen gegliedert, die einen gewissen Rahmen für die Schrifttafeln bilden.

Als Material für die künstlerischen Bauteile wurde dichte, Helle Basaltlava, wie sie in den Londorfer Brüchen vorkommt, gewählt. Der Denkmalsunterbau trägt die Widmung der Gemeinde an ihre gefallenen Söhne, und auf einem besonderen Schriftenquader, der zum Schaft des Obelisken überleitet und auf vier Kugeln über quadratischem Sockelkörper ruht, die Worte:

Vergeßt die Toten nicht, sie taten ihre Pflicht, gaben Leben und Blut mit tapferem Mut."

Die Vorderseite des Obelisk wird ein Eisernes Kreuz im Eichelzweig mit den Jahreszahlen 1914/1918 in Bronze schmücken. Den weiteren künst-. lerischem Schmuck bilden die mit deutscher B e - s ch r i f t u n g versehenen Ehrentafeln, die von dem ortsansässigen Steinmetzmeister Schrader ausgeführt werden. Sämtliche Steinlieferungen und die Anfertigung des Obelisken wurde dem Stein­bruchbesitzer M. Sch m i e d e k n e ch t (Londorf) über­tragen. Die Treppenstufen zum Denkmal sowie zum Friedhof werden ebenfalls von Schrader angefertigt. Die Erd- und Maurerarbeiten führt Maurermeister Faber (Leihgestern) aus, die übrigen Arbeiten sind noch nicht vergeben. Das gilt im besonderen von den Zimmer- und Gärtnerarbeiten. Auf den gärtnerischen Schmuck der gesamten Anlage wird besonderer Wert gelegt; er ist mit ein Bestandteil des Denkmals.

Lieber die Finanzierung des etwa 10000 Mark kostenden Denkmals sei mitgeteilt, daß aus Gemeinderücklagen seit drei Jahren und durch die dankeswerte Opserbereitschaft fast aller Leihgesterner Bürger bei einer kürzlich veran­stalteten Bürgerspende ein Denkmalsfonds zwischen 4000 bis 5000 Mk. bereits vorhanden ist und die Gemeinde als solche mit ihren rund 1800 Einwohnern nur noch den Kostenrest decken müßte. Die große Mehrheit der Gemeinde steht hinter dem Mehrheitsbeschluß des Gemeinderats auf Erbauung des hier beschriebenen Ehrenmals. Unter der bewährten Leitung des Regierungs- Daurats Kuhlmann vom Staat!. Hochbauamt wird das bereits im Grundbau begonnene Denk­mal seiner Vollendung entgegengehen. Für uns in der Gegenwart möge dieses Ehrenmal ein schlichtes, äußeres Zeichen des ® an- k c s darstellen, den die Gemeinde Leihgestern ihren gefallenen Söhnen schuldig ist, und späteren Generationen möge es einesteils ein Vorbild für gewissenhafte Pflichterfüllung, andererseits ein Symbol des Friedens sein.

Tumen, Sport und Spiel.

Herbstwaldlaus des Turngaues Hessen.

o Gestern vormittag gaben sich die Lang- streckenläuser des Gaues Hessen ein Stelldichein in Gießen, um, den Herbstwald- lauf zum Austrag zu bringen. Die Veranstaltung, der auch der Oberturnwart des Gaues, Wilh. Will (Gießen), beiwohnte, wurde von dem Gauwart für das Volksturnen, flimmer (Kloster Haina), ge­leitet. Der Lauf ging von dem llnioersttätsfportvlatz aus und erstreckte sich in abgestuften Längen durch anschließende Teile des Schiffenberger Waldes. Der Streckendienst wurde von dem Männerturnverein Gießen durchgeführt, insbesondere von den Turnern Mohr und Loh. Als Sieger ging durchs Ziel in der Turner st ufe (1911 und früher geboren) über 5000 Meter: Karl Schaaf, Tv. Bernsfeld, mit 16 Min. 42 Sek.; es folgten in kurzen Abstän­den Willi Koch, To. Grünberg, Hans Koch, Mio-. Gießen, Ernst Otto, Tv. Rieder-Ohmen und Ru­dolf V o 11 m ü 11 e r, Tv. Schlitz. In der Jugend­oberstufe (1912 und 1013 geboren) siegte über 2500 Meter: Werner Langemohl, Tv. Heuchel­heim, mit 10 Min. 54 Sek. kurz vor Wilhelm Hanke, Tv. 1846 Gießdn. Die Strecke von 1500 Meter der Jugendunterstufe (1900 und 1915 geboren) gewann Waldemar Köhler, Tv. Hun­gen, in 6 Min. 13 Sek.

Fußball in Hessen-Hannover.

Die gestrigen Fußballspiele in Hessen-Han­nover hatten folgendes Ergebnis:

SC. 03 Kassel gegen Kurhessen Kassel 5:2.

Kurhessen Marburg Hermannia Kassel 2:2.

Süddeutsche Fußballmeisterschaft.

Wiederum gab es gestern mehrfach in Süd­deutschland, namentlich aber in den Gruppen Eüdbayern und Rhein, recht unerwartete Re­sultate.

Der Bezirk Main-Hessen hatte in der Gruppe Main das wichtigste Treffen in

der Begegnung F. Sp. V. gegen Eintracht Frank­furt. Eintracht gewann mit 1:0, aber nicht als bessere, sondern nur als glücklichere Mannschaft. Rotwcih Frankfurt erfocht gegen Germania Bie­ber ein 1:0, das Rotweib wieder auf den 2. Ta- bellArplah brachte. Dagegen holte sich Union Riederrad in Hanau eine unerwartete 1:2-Rie­derlage beim 1. F. C. 1893. Kickers Offenbach ver­besserten ihre Lage durch ein 5:1, das sie in Griesheim gegen die Sp. Vgg. 02 erzielten. Auch die Gruppe Hessen hatte ihre <5en* fation. Wormatia Worms erlitt ihre erste Rieder­lage, denn sie kehrte aus Mainz vom F. Sp. D. 05 mit 0:1 geschlagen zurück. Quemannia Worms dagegen erfocht mit 4:0 einen sehr glatten Sieg über den 1. H. C. 03 Langen. Dem S. V. Wies­baden hätte man etwas mehr als ein 3:1 über den S. D. 98 Darmstadt zugetraut. Hassia Dingen und V. f. L. Reu-Isenburg trennten sich mit einem torlosen 0:0.

Dom BezirkDahern meldete die G r u p p e Rordbahern klare Siege der Spitzenmann­schaften. 1. F. C. Nürnberg gegen Sp. Vgg. Hof 6:1, F. V. 04 Würzburg gegen Sp. Vgg. Fürth 0:4. V. f. R. Fürth wurde vom 1. F. C. Bayreuth mit 0:2 geschlagen, und Bayern Hof teilte mit dem A. S. R. Nürnberg 3:3 die Punkte. Die Gruppe Südbahern warf alle Vor­ausberechnungen über den Haufen, denn Teutonia München erzwang auf eigenem Platz ein 2:2 gegen Bayern München und Jahn Regensburg erzielte das gleiche Ergebnis gegen S. V. 60 München. Wacker München machte sich durch ein 2:1 gegen den D. S. V. München mit diesem punktgleich.

Städtekampf im Kunstturnen.

Der Städtekampf im Kunstturnen zwischen Essen und München, der gestern in Mün­chen ausgetragen wurde, endete mit einer Nie­derlage von Essen. München brachte es auf

952 Punkte gegen 897 Punkte der Essener. Mit diesem zweiten Sieg hat nun München endgültig den vom Essener Oberbürgermeister gestifteten Silberschild gewonnen.

Deutscher Schwimm-Derband.

Der Gesamtvorstand des Deutschen Schwimm- Verbandes hielt am Samstag und Sonntag in Leipzig eine Sitzung ab, die verschiedene wichtig« Beschlüsse faßte. So erklärte sich der DSD. be­reit, auf Grund der Entschließung des Deutschen Turntages mit der Deutschen Turner- schäft in Verhandlungen über die Grün­dung eines gemeinsamen Ausschus- s e s dieser beiden Verbände zu treten. Von Wichtigkeit sind auch verschiedene Neuerun­gen auf dem Gebiete der Wasserball - und der Amateurbestimmungen. Die deut­schen Meisterschaften 1 930 sollen in laufender Reihenfolge in Süddeutschland zum Austrag fommen. und dies wahrscheinlich in München. Der Verbandstag 1930 findet in Braunschweig statt.

Oie deutschen Leichtathleten aus Japan zurück.

B e r (i n, 9. Nov. (WB.) Die d e u t s ch e L e i ch t- athletikinannschaft, die im Länderkampf gegen Japan große Erfolge errungen hat, ist heute früh von ihrer Japanreife wieder in Berlin einge­troffen. Exzellenz Dr. Lewald begrüßte die Ja- panfahrer im Namen des Deutschen Reichsaus- fchufses, Dr. Diem stattete den Dank der Länder- mannschast für den herzlichen Empfang ab. Zum Schluß ergriff Botschaftsrat Sakura von der ja­panischen Botschaft das Wort zu einer Ansprache, die in einem Hoch auf die deutsch-japanischen Sport­beziehungen ausklang.

ITO Einbrüche nachgewiesen!

WSN. Frankfurt a. M., 9. Nov. Die Kri­minalpolizei hat nach langen Vernehmungen die Geständnisse der vor einigen Wochen verhafteten beiden Villeneinbrecher derart erweitern können, daß bisher 170 Einbrüche geklärt und eingestanden wurden. Von dem be­schlagnahmten Diebesgut, das auf dem Polizei­präsidium ausgestellt war, ist der größte Teil von den rechtmäßigen Besitzern reklamiert und abgeholt worden. Was zurückgeblieben ist und noch auf dem Polizeipräsidium lagert, sind Dinge, die keinen allzu großen Wert haben und wohl auch kaum von den Besitzern reftamiert werden dürften.

(Schluß des daklionellen Teils.)

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Dienstag, 12. November, 20 Uhr, Universität II. Stock rechts, Hörsaal 44.

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