Ausgabe 
11.10.1929
 
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Kerriol über die Orgamsation Emopas. Ein Vortrag des ehemaligen französischen Ministerpräsidenten vor der Vaneuropäischen Union.

hatte. Erbitten Berichtigung durch Berliner presse, i gerichtliches vorgehen wegen Ver­leumdung, Abkürzung der Reise wegen un­günstiger Schiffsverbindung schwer möglich und sachlich bedenklich.

Oer Pelzkauf des Oberbürgermeisters.

Gegenüberstellung Max Sklareks mit dem Buchhalter Lehmann.

Berlin 10. Okt. (WB.) Wie eine Berliner Kor­respondenz meldet, ist der Pelzverkauf des Oberbürgermeisters heute Gegenstand der Untersuchung durch den Dernehmungsrichter Land- gcrichtsratDr. Lubliner gewesen. Max Sklarek, der in Gegenwart des Buchhalters Lehmann hier­über vernoinmen wurde, wollte sich zunächst an den Vorgang nicht recht erinnern, und erst auf Vorhaltungen des Vernehmungsrichters entsann er sich der Einzelheiten. Sklarek erklärte, bei dem Riesenau/smaß seiner Geschäfte könne er sich an die genaue Preisstellung nicht erinnern. Wenn jedoch der Mantel für Frau Böß ihn selber 4 0 0 0 Mark gekostet hätte, dann habe er süjxerlich auch den Auftrag gegeben, dem Oberbürgermeister die Rechnung in der vol­len Höhe von 4000 Mark zuzustellen. Sollte die Rechnung aber nur auf 400 Mark gelautet haben, so könne es sich lediglich um einen Schreibfeh­ler handeln. An die Abmachung, daß der Ober­bürgermeister für wohltätige Zwecke 1000 Mark stiften wolle, weil ihm der Preis für den Pelzmantel zu gering erschienen sei, konnte sich Sklarek nach seiner Behauptung gestern nicht erin­nern. Der Buchhalter Lehmann widersprach den Angaben Sklareks auf das energischste, und es kam zu dramatischen Szenen, da Lehmann Sklarek mehrmals der Lüge bezichtigte. Erst dach einiger Zeit konnte Dr. Lubliner die beiden Angeschuldigten beruhigen und in der sachlichen Vernehmung fortfahren. Max Sklarek wiederholte seine Darstellung, daß er die Stadtbank kei­neswegs getäuscht habe. Er behauptete, daß ihm die Kredite auf Grund des Mono­polvertrages von der Stadtbank x u = gesagt und daß die Rechnungen usw. lediglich Formalitäten gewesen seien. Die Staatsan­waltschaft wird schon in den nächsten Tagen aller Wahrscheinlichkeit nach den Kreis der Ange- s chuldigten weiter ausdehnen. Die Staatsanwaltschaft hofft, daß sie diese Untersuchung in sieben bis acht Tagen abgeschlossen haben wird, und will dann dem Magistrat mitteilen, daß seinen Untersuchungen dann nichts mehr im Wege stehe. Allerdings ist es fraglich, ob der Magistrat von sich aus Disziplinaruntersuchungen wieder aufnehmen wird, da inzwischen der Disziplknaroer- nehmungsrichter des Oberpräsiden- t e n Oberregierungsrat T a p o l s k i seine Unter­suchungen ausgenommen haben dürfte.

Ein deuischnationater Antrag im Landtag.

Berlin, 10. Okt. (T.-U.) Die Deutschnatio­nale Dolkspartei hat im preußischen Landtag fol­genden Urantrag eingebracht: Bach Zeitungs­nachrichten beabsichtigt der Oberbürgermeister von Berlin Dr. Böß seine Amerikareise nicht ab­zubrechen, obwohl aus den bisherigen Ent­hüllungen über die Angelegenheit Sklarek bereits feststeht, daß in der Berliner Stadtverwaltung eine grün dliche Nachprüfung darüber dringend erforderlich ist, wie weit pflicht­widriges und eigennütziges Ver­halten leitender Beamten dazu beige­tragen hat. daß durch unsaubere Betrugsgeschäfte Mtllionenbeträge zum Schaden der Steuerzahler verlorLngehen konnten. Sn diese Untersuchung muß auch das Ver­halten des Oberbürgermeisters Dr. Böß selb st einbezogen werden, da auch ihm in der Presse öffentlich der Vorwurf bedenklicher Beziehungen materiel­ler Art^u denGebrüdern Sklarek ge­macht worden ist.

Sn Anbetracht dieser Verhältnisse ruft die Ab­sicht des Oberbürgermeisters, seinen Aufenthalt in Amerika nicht abzukürzen, stärkstes Be­fremden hervor, zumal ein weiteres Verblei­ben im Auslände keineswegs im Interesse des Ansehens der deutschen Selbstverwaltung liegen kann, nachdem die Angelegenheit Sklarek auch in der Auslandspresse wiedergegeben worden ist. Wir beantragen deshalb, der Landtag möge be­schließen, die Staatsregierung zu ersuchen, den Oberbürgermeister von Berlin auf dem Dienstaufsichtswege zur unverzüg­lichen Rückkehr nach Deutschland zu veran­lassen.

Oie Rennwetten der Sklareks.

Neben dem eigentlichen Geschäftsbetrieb der Ge­brüder Sklarek, der von den Büchersachverständigen gerade unter die Lupe genommen wird, erweist sich auch die Ausdehnung des Verfahrens auf den Sportbetrieb der Sklareks notwendig, insbesondere sollen die Verbindun­gen der Sklareks mit den Buchmachern einer Prüfung unterzogen werden. Es wird nämlich be­hauptet, daß die Sklareks einer Reihe von Leuten Gelder haben zukommen lassen, aber nicht durch direkte Zuweisung, sondern dadurch, daß sie bei ihnen Wetten Mitnahmen. Für diese Leute ist also angeblich von den Sklareks gewet- t e t worden. Diese Freunde erhielten aber nur ben Gewinn ausgezahlt, während sie am Ver­lust nicht beteiligt waren. Hier liegen ganz be­stimmte Beschuldigungen vor, die von sachkundigen Beamten jetzt nachgeprüft werden.

Oisziplinaruntersuchung des Oberpräsidenten.

Berlin, 11. Okt. (Priv.-Tel.) Unbeschadet der strafrechtlichen Untersuchung wird jetzt auch der Oberpräsident der Provinz Bran­denburg und von Berlin als Kommunalauf- sichtsbehörde in die Angelegenheit Sklarek ein­greifen. Als Disziplinaruntersuchungsrichter ist Oberregierungsrat Tapvlski vom Snnenmini- sterium in Aussicht genommen. Er soll sofort seine Tätigkeit beginnen. Er gilt auf dem Gebiete dieser Spezialuntersuchungen als sehr versiert, da er erst vor kurzer Zeit die recht schwierige Untersuchung über die Geschäfte des Scheuer- Konzerns geführt hat. Der neue Disziplinar- untersuchungsrichter wird festzustellen haben, ob Beamte und solche Personen, die als Beamte be­zeichnet werden müssen, wie z. B. die Direktoren der Berliner Stadtbank, Handlungen vorgenom-

B er lin, 10. Okt. (WTD.) Auf einet Ver­anstaltung der Paneuropäischen Union hielt der ehemalige französische Ministerpräsident Edouard H e r r i o t einen Vortrag überDie Organi­sation Europas" vor einem mehr als tausend­köpfigen Publikum. Graf Coudenhove-Ka- l e r g i leitete den Vortrag mit einem Hinweis auf das Zusammenwirken Herriots, Macdonalds und Stresemanns auf der Londoner Dawes- Konferenz 1924 ein und verwies darauf, daß die jüngsten Genfer Erklärungen Briands und Strese­manns der Durchführung der Sdee einer Vereini­gung der europäischen Mächte dienten und daß eine Paneuropa-Konferenz der euro­päischen Regierungen die Folge sein müsse. Sn warmen Worten gedachte Graf Coudenhove der Wirksamkeit Dr. Strese­manns, dessen Andenken durch Aufstehen der Versammelten eindrucksvoll geehrt wurde.

Herriot erinnerte ebenfalls an die Wirksam­keit Dr. Stresemanns. Briand seinerseits habe die Notwendigkeit festgestettt, unter den Völkern Europas das zu schaffen, was er mit einer B u n d e s b e z i e h u n g" bezeichnete, das heißt, die Bildung einer Vereinigung, die zwar vor­wiegend wirtschaftliche Ziele verfolge, aber auch sozial und politisch zu wirken habe. Es handele sich nicht um eine so enge Union wie die der sprachlich und kulturell zusammengehöri-. gen Vereinigten Staaten von Nordamerika: auch das Beispiel Staliens und der Schweiz sei nicht schlüssig, und selbst die Geschichte des Deutschen Zollvereins müßte mit Vorsicht auf die neuen Sdeen übertragen werden. Von einer Bedro­hung der Snteressen der Vereinigten Staa­ten sei keine Rede. Amerika verstehe sehr wohl das eigene Snteresse, das in einer Kräftigung und Gesundung und finanziellen und wirtschaft­lichen Entwicklung seines großen Kunden Europa besteht.

Ein zweiter Einwand beruhe auf einem Wort Chamberlains,aus ben noch zerstreuten Lappen den kaiserlichen Mantel für das ursprüng­liche Vaterland zu weben". Das fei die Auffassung eines ins Ungeheure vergrößerten Venedigs, in dem

men haben, die die Einleitung eines Disziplinar­verfahrens notwendig machen. Vorläufig richtet sich die Tätigkeit des Disziplinaruntersuchungs- richters nicht gegen bestimmte einzelne Personen, sondern das Ergebnis der ersten Untersuchung wird erst dazu führen, ob das Disziplinarver­fahren gegen einzelne Beamte eingeleitet wird oder nicht.

Preußens Giaatsvoranschtag.

Ein Sparerlatz des Finanzmrnifters Höpker-Aschoff.

Berlin, 11.Oft (V.D.Z.) Der neue preu­ßische Staatshaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1930 wird Ende Oktober bzw. An­fang November vorliegen. Bei den augenblicklich vom Finanzministerium mit den übrigen Ressorts geführten Verhandlungen über die Ausbalancierung des kommenden Etats hak sich ergeben, daß infolge der absoluten Auswirkung der letzten Besol­dungserhöhung von 1927 hauptsächlich beim Kultusministerium für die Lehrer und beim Innen­ministerium für die Polizeibeamten zwangs­läufige Mehrausgaben entstehen, die, im Verein mit Mindereinnahmen, nament­lich bei der Forstverwaltung, die preußenregierung zwingen, abermals bei den sachlichen Aus- gaben Abstriche zu machen. Unter diesen Um­ständen war es noch nicht möglich, Steuer- »nilderungen vorzusehen, bei denen Preu­ßen ja überhaupt absolut vom Reiche abhängig ist. Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff hat in einer aus­führlichen Denkschrift gegenüber dem Reichsfinanz- ministerium feine Ansichten über die nach Annahme des poung-plans durchzuführende Steuerre­form entwickelt. Er hat sich dabei im wesentlichen für die Diedererteilung des Zuschlags­rechtes zur Einkommen ft euer bei den Ko mmunen eingesetzt. Es ist Voraussetzung einer Neuregelung des staatlichen Laftenausgleiches mit den Kommunen, der eine Senkung der Real- ft e u e r n bringen sollte, daß der endgültige Reichs- finanzausgleich, dessen Geburtsstunde immer noch nicht zu ersehen ist, verabschiedet ist.

Dr. Höpker-Aschoff hat zur Vorbereitung des Etats für 1930 den einzelnen Ressorts Richtlinien zugehen lassen, in denen er, laut D.A.Z., den Grund­satz aufstellt: Es ist anzustreben, die Zahl der beamteten und nichtbeamteken Kräfte um 10 v. h. zu vermindern. Reber die zur Erreichung dieses Zieles zu ergreifenden Maßnah­men ist bereits bei den Haushaltsberatungen volle Klarheit zu gewinnen, damit ihre wirksame Durch­führung bei Beginn des neuen Rechnungsjahres gewährleistet ist. Die in diesen Richtlinien empfoh­lene Sparsamkeitsmahregel stützt sich auf die Pa­ragraphen 40 bis 43 des Besoldungsgesetzes von 1927, worin ausdrücklich vorgesehen war, daß nach Möglichkeit jede drille freiwerdende Stelle nicht wieder beseht werden soll, und wonach neue planmäßige Stellen nur mit Zu st im mu ng des Finanzmini- sters errichtet werden sollten. Diese im Reichs- geseh enthaltenen Bestimmungen gelten auch für die Länder. Dr. Höpker-Aschoff fordert die Res­sorts auf, die Schaffung neuer planmäßiger Stellen grundsätzlich abzulehnen und ebenso höher- gruppierungen von Beamken und Angestell­ten von vornherein abschlägig zu bescheiden.

Drei Berliner Hochschüler in Polen als Spione verurteilt.

Lemberg, 10. Okt. (WTB.) Das Lemberger Landgericht erkannte drei Berliner Hochschüler, Kuhnke, Hahn und Franze, die wegen Er­kundung der LageDerdeutschen Sied­lungen t n Ostpolen im April verhaftet worden waren, für schuldig, nach Polen in der Absicht gekommen zu sein, für deutsche Regie­rungsstellen politische und wirtschaftliche Ermitt

die Meere als Kanäle angesehen würden. Aber die eigenen Interessen Englands machten es zweifel­haft, ob diese Auffassung auf die Dauer haltbar sei, und die Aeußerungen des englischen Handelsmini- sters Graham in Genf, der für das wichtigste Element der ganzen englischen Wirtschaft, die Kohle, die Schaffung eines Komitees zur Aufteilung der Förderung gefordert habe, zeige die beginnende Er­kenntnis. Der dritte Einwand endlich, der rus­sische, ist nach Auffassung Herriots am besten mit dem Beispiel der französischen Revolution zu wider­legen, die schließlich in eine Befestigung des Privateigentums als Träger der wirtschaft­lichen Kraft ausgemündet habe und sicherlich auch in Sowjetrußland Nachahmung nach dieser Richtung hin finden werde. Damit entfalle aber der Einwand gegen eine mögliche Mitbeteiligung eines künftigen Rußland an einer europäischen Konstruktion.

Hcrriot gab dann Motivefür die Vereinheit­lichung Europas: die Verengerung der Verkehrs­beziehungen, wie Verkürzung aller Raum- distanzen. den schon bestehenden Snternat io- nalismus der Wirtschaft. Er gab eine Ucbersicht über die bereits bestehenden inter- natiottalcn, besonders deutsch-französischen Kar­telle als Beweis dafür, daß die Wirtschaft eine Verschränkung und Vereinheitlichung Europas längst begonnen, z. T. durchgeführt hat. Das zweite Beispiel sei die internationale Repara­tionsbank, die in der vorgesehenen Form einen Ausgleich und eine Unterstützung kapitalarmer europäischer Länder bezwecke. Politisch schließ­lich sollten Briands Vorbehalte durchaus be­rücksichtigt werden. Die Souveränität jedes Volkes müsse unangetastet blei­ben, und die Rasseneigentümlichkeit und kulturellen Qualitäten jedes Vol­kes sollten sogar Förderung erfahren. Der Schicksalsschlüssel für Europa sei die deutsch- französische Zusammenarbeit. Die Kraftvergeudung. Zersplitterung und Rivalität in der heute bestehenden Form seien ein Anachro­nismus, der beseitigt werden müsse, wenn man nicht einen völligen Niedergang Europas her­beiführen wolle.

hingen anzustellen. Das Urteil lautete a u f j e fünf Monate Gefängnis, die durch die fast halbjährige Untersuchungshaft als a b g e - büßt gelten. Sn der Begründung des Urteils wird als mildernder Umstand die Tatsache her- i vorgehoben, daß durch die Betätigung der Ange­klagten dem polnischen Staat kein Schaden erwachsen ist, ferner, daß die An­geklagten nicht vorbestraft sind und sich gut ge­führt haben. Es ist an^unehmen, daß die Staats­anwaltschaft keine Berufung einlegen wird. Da das Urteil auch die Landesverweisung zur Folge hat, dürften die drei Hochschüler, falls die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft nicht noch Lieberraschungen bringt, schon morgen abend die Heimreise antreten.

Ein deutscher Vorschlag an Moskau und Nanking.

Freilassung der beiderseitigen Gefangenen.

Berlin, 10. Okt. (WB.) Die deutsche Regierung hat als Schutzmacht für die Sowjetinteressen in China und für die chinesischen Interessen im Gebiet der Sowjetunion den Regierungen in Moskau und Nanking Vorschläge unterbreitet, die dahin gehen, daß beide Regierungen aus.Gründen der Mensch­lichkeit auf die im Zusammenhang mit dem gegen­wärtigen Konflikt gegen Privatpersonen getroffenen Maßnahmen verzichten.

Es handelt sich in erster Linie um die Frei­lassung der von beiden Teilen internierten oder gefangen gesetzten Angehörigen des anderen Staates sowie um ihre A m - neftierung. Den Regierungen wird dabei zur Erwägung gestellt, gegebenenfalls diesen Personen eine angemessene Frist zum Verlassen des Ge­bietes zu setzen ober sie in angemessener Weise i n ihre Heimat zurückzu befördern. Die Anregungen beziehen sich auf bie Behanblung des Privateigentums der in Rede stehen­den Personen. Im Falle der beiderseitigen Zustim­mung hat sich die deutsche Regierung vorbehalten, beiden Regierungen weitere Vorschläge für die praktische Durchführung zu unterbreiten.

Aus aller Welt.

Das Reichsehrenmal.

Die Kommission für das Reichsehrenmal ist, nach­dem Bad Berka unb bie Stabt Eisenach mit ihren vorgeschlagenen Plätzen besichtigt worden wa­ren, am Rhein eingetroffen. Die Kommission be­steht aus dem Vertreter der Reichsregierung Mini­sterialdirektor Kißling, dem Vertreter des Lan­deshauptmanns Landesrat B u ß l e y , dem Vertre­ter des Oberpräsidenten Oberregierungsrat Flach ferner Geheimrat Professor Bodo von Ebhardt, Architekt Professor Greil (Dresden), Maler D e 11- m a n n sowie Bildhauer Hosäus aus Berlin. Von Niederlahnstein aus fuhren bie Herren nach bem Lichterkop f", ben bie Stabt Niederlahnstein für bie Errichtung bes Reichsehrenmals zur Verfü­gung gestellt hat. Von hier aus begab sich bie Kom­mission nach Braubach zur Marksburg unb von dort am folgenden Tage nach Ehrenbreitstein, bann nach Bopparb unb nach Lorch zur Toteninsel. Nach biefer kurzen Informationsreise werden in ben nächsten Tagen von ber künstlerischen unb prakti­schen Seite her bie Projekte erneut einer Prüfung unterzogen werben.

Eine Stresemann-Straße in Berlin.

Der Magistrat hat beschlossen, in besonderer An­erkennung der Verdienste des verstorbenen Reichs­außenministers Dr. Stresemann die König- grätzer Straße zwischen dem Potsdamer Platz unb dem künftigen Halleschen Ring in Strese - mann-Strahe umzubenennen.

kein Strafantrag gegen Oberst Michailow.

Wegen des Schmuckdiebstahls bei der französischen Botschaft, der von der Berliner Kriminalpolizei vollständig aufgeklärt worden ist, wird, wie der Sohn des französi­schen Botschafters mitteilt, gegen den ehemaligen russischen Oberst Michailow, der als Portier in der Botschaft angestellt war, kein Strafan- i trag von Herrn de Margerie gestellt werden.

Michailow wurde aber aus den Diensten der Bot­schaft sofort entlassen. Michailow will Ber­lin verlassen und sich in Belgrad eine neue Exi­stenz suchen.

Deutsche Reparationsarbeiten in Südostfrankreich.

Die Arbeiten zur Anlegung eines Stauwerks am Verdon-Fluß im französischen Alpen­vorland zur Nutzbarmachung der Wasserfälle zur Erzeugung elektrischer Kraft, das auf Grund des Reparationslieferungsvertrages unter deut­scher Beteiligung ausgeführt wird, haben be­gonnen. DerMalin" schildert, wie sich die deutschen Sngenicure und Arbeiter zwischen ben Ortschaften Castellane unb Castillone a n ge­fiebert unb ein richtiges deutsches Dorf von 800 Einwohnern gegründet haben.

Der Münchener Goldmacher.

Der Goldmacherkunst Tausends wird in M ü n - chen allerschär f st es Mißtrauen ent­gegengebracht. Ein früherer Mitarbeiter von Tau­send, F. v. Rebai, der in derMünchener Tele­gramm-Zeitung" seine Tätigkeit ausführlich schildert, wurde auf Wunsch von Tausend zu den Versuchen in der Hauptmünze h e r a n g e z o g e n. Die Staatszeitung" erfährt dazu, daß Rebai seinem Meister" eine Schachtel Zigaretten g e - bracht habe. Es sei nicht bekannt, ob die Schachtel einer ebenso eingehenden Untersuchung unterzogen wurde, wie Tausend und v. Rebai selbst.

Komtesse Monroy vor Gericht.

Vor dem Großen Schöffengericht Berlin-Lich­terfelde begann der Prozeß gegen die 23jährige Kom t«sse Hela Monroy wegen des Su- welenlxebstahls bei ihrer Tante, der Gräfin Hermersberg, wegen schwerer Urkundenfälschung und Betruges. Die Angeklagte wohnte in Lichter­felde in der Villa ihrer Tante, der verwitweten Gräfin Hermersberg. Sie war ohne Ver­mögen und empfand dies Wohl um so schmerz­licher, als sie mit dem gleichfalls vermögens­losen Rittmeister a. D. von Wedel verlobt war. Sie unternahm mit ihm kostspielige Reisen. Um die Ausgaben dafür bestreiten zu können, eignete sie sich heimlich ihrer Tante gehörigen wertvollen Schmuck an und versetzte ihn. Als dte Gräfin das Fehlen ihrer Schmuckstücke ent­deckte, erstattete sie gegen den unbekannten Dieb Strafanzeige. Die polizeiliche Untersuchung führte zu dem aufsehenerregenden Ergebnis, daß Kom­tesse Monroy die Diebin war. Sie wurde verhaftet. Kurz danach nahm sich ihr Verlobter, der nach den Angaben der Angeklagten von dem Diebstahl nichts gewußt hatte, und aufs peinlichste berührt war, das Leben. Der Angeklagten wird ferner zur Last gelegt, ihrem alten Diener Abraham 50 Mark entwendet zu haben. Eine Nachtragsklage wegen schwerer Urkundenfälschung gründet sich darauf, daß die Angeklagte eine Bürgschaft für Schulden übernommen hatte, die von Wedel beim Bank­haus Heinrich Emden & Co. hatte. Sie erzählte bei der Dank von einer italienischen Erb­schaft und zeigte den Brief eines Fürsten Hohenlohe vor, der ihr Derfügungsrecht über größere Vermögensworte beweisen sollte, in Wirklichkeit aber gefälscht war. Zur Ver­handlung sind u. a. Fürst Hohenlohe, Kammer­präsident von Kleefeld, Gräfin Hermersberg unb verschiedene Suweliere als Zeugen und Sach­verständige geladen.

Die Weiierlaae.

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Wettervoraussage.

Die Sslan'ostörung ist unter Vertiefung nach Skandinavien weitergewandert und hat sich zu einer Sturmzyrlone entwickelt. An ihrer Süd­seite bringen unter lebhaften Winden ozeanische Luftmassen nach bem Kontinent vor, bie zunächst Erwärmung brachten, später jedoch, wenn sie beim Weiterzug des Tiefs aus höheren Breiten kommen, wieder Abkühlung verursachen werden. Unter bem Einfluß ber Ozeanluft wird weiterhin Bewölkung vorherrschen, und zeitweise treten Niederschläge auf. Durch den anhaltenden Dor- überzug der Störungen im Norden wird der unbeständige Witterungscharakter erhalten, und der Einfluß des hohen Druckes über Frankreich kommt höchstens in Süddeutschland durch vor­übergehende Aufheiterung zur Geltung.

Wettervoraussage für Samstag. Unbeständiges Wetter mit Regenschauern, all­mählich wieder kühler.

Wettervoraussage für Sonntag. Wechselnd wolkig mit zeitweiser Aufheiterung, vereinzelte Schauer.

Lufttemperaturen am 10. Oktober: mittags 11 Grad Celsius, abends 9,3 Grad; am 11. Oktober: morgens 10,9 Grad. Maximum 11,2 Grad, Minimum 9,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Oktober: abends 10,2 Grad: am 11. Oktober: mor­gens 10 Grad Celsius. Niederschlag 0,7 mm. Sonnenscheindauer % Stunden.