Münzenberg unv Trais-MünzenVerg bürchgesührt werden. 3n letzterer Gemeinde wurde besonders gutes Jungviehmaterial gezeigt. An den Bericht schloß sich der sehr interessante Vortrag des Gutsbesitzers Hensler, der es verstand, seinen Standesgenossen klarzumachen, in welcher Weise sie Vorgehen mühten, um aus sich selbst heraus ihren Betrieb wieder wirtschaftlich hochzubringen. Er betonte u. a., der Zusammenhalt, die Ausbildung der Söhne und Töchter, und die Intensivierung des Betriebes seien vor allem anderen die Grundbedingungen, um hochzukommen. Seine Worte wurden trefflich illustriert durch die Filmvorführung, die zeigte, in welcher Weise in Oberbaden vorgegangen wird. Hieran schloß sich eine längere Aussprache, die noch manches Beherzigenswerte brachte.
Kreis Schotten.
/Gedern, 15. April. Die kürzliche ordentliche Generalversammlung des Rindviehversicherungsvereins Gedern wurde von dem Vorsitzenden, Landwirt Wilhelm Junker, eröffnet und geleitet. Der Rechner, Wilhelm Karl Ruhl, erstattete zunächst die Rechnungsablage für das Jahr 1928. Die Rechnung wurde für richtig befunden und daraufhin dem Rechner Entlastung erteilt. Als Rechnungsprüfer für das laufende Jahr wurden Christian Geher und Christian Reinhard gewählt. Bei der Wahl der beiden Schätzer erhielten August Roll 26, Heinrich Zimmer 22 Stimmen. Der Verein zählt zur Zeit 66 Mitglieder, welche zusammen 214 Stück Großvieh versichert haben. Von je 100 Mk. Schätzungswert werden im Jahr 30 Pf. Prämie bezahlt, wofür bei einem Schadenfall die Hälfte des Taxationswertes ausbezahlt wird. Es konnten im verflossenen Jahre 2702,60 Mk. als Entschädigungen an Mitglieder ausbezahlt werden. Mit der Rindviehversicherung ist gleichfalls auch eine Versicherung von Kälbern verbunden. Hierbei ist die Prämie 1,50 Mk. pro Stück und die Entschädigung 25 Mk. Cs wurde beschlossen, zu dem im Mai stattfindenden Prä- miierungsmarkte einen Preis im Werte von 20 Mark zu stiften. — Der Pferdeversicherungsverein Gedern hat sich auch im letzten Jahre außerordentlich gut entwickelt. Jetzt konnten wieder neun Pferde neu' in die Versicherung ausgenommen werden, so daß nun im ganzen 379 Tiere mit einer Taxationssumme von 1038 750 Mk. versichert sind. Als Prämie wird 0.5 Prozent des jeweils taxierten Kapitalwertes erhoben. Aus 30 hessischen und angrenzenden preußischen Ortschaften kommen die beteiligten Landwirte, um von dieser segensreichen Einrichtung Gebrauch zu machen. Sollte einmal die Prämie nicht zur Deckung eventueller Schäden ausreichen, dann wird der Rest prozentual auf die Versicherungssumme ausgeschlagen. Gar manchem bedrängten Landwirt konnte schon durch diese Selbsthilfe trotz der niedrigen Prämie durch 75 Prozent Schadenersatzleistung geholfen werden.
J- Sellnrod, 10. April. Am Sonntag wurden in unserem Gotteshaus die diesjährigen Konfirmanden des Kirchspiels durch den Verwalter unserer verwaisten Pfarrei. Pfarrer König (Groß-Eichen) eingesegnet. ES waren diesmal 21 Konfirmanden (aus Sellnrod 3 Knaben und 7 Mädchen; aus Altenhain 6 Knaben und 5 Mädchen; aus Schmitten 0). Der Konfirmationsgottesdienst war sehr gut besucht, die Kollekte für das hessische Krüppelheim in Rieder- Ramstadt ergab den ansehnlichen Betrag von 22 Mk.
Kreis Alsfeld.
--er. Homberg a. d. O h m, 10. April. Auf dem heute hier abgchaltenen Schweinemarkt waren 377 Stück Ferkel uufgetrieben. Für 6—8 Wochen alte Ferkel wurden pro Stück 35—45 Mark, für 8—13 Wochen alte 40—50 Mark und für Läufer 45—55 Mark gezahlt. Trotz des zahlreichen Besuchs
war der Geschäftsgang schleppend; cs verblieb demzufolge auch Ueberstand.
Kreis Lauterbach.
• Lauterbach, 10. April. Ein HnglüdS- fall mit tödlichem Aus gang ereignete sich gestern hier in der Freiherrlich Riedeselschen Brauerei. Der auf dem Speicher beschäftigte 27 Jahre alte unverheiratete Mälzereiärbeiter Rochus Otterbein stürzte aus bis jetzt noch nicht geklärter Ursache ineinentiefenAuf- zugsschacht hinunter, auf dessen Grund er mit zerschmetterten Gliedern tot liegen blieb. Das jähe Hinscheiden des bedauernswerten jungen Mannes erregt allgemein lebhaftes Mitgefühl.
Kirche und Schule.
— Grünberg, 10. April. Die Oster kon- ferenz des Dekanates Grünberg fand gestern hier statt. Die Andacht wurde von Pfarrer Schwalm (Burg-Gemünden) gehalten. Der Dekan eröffnete die Konferenz und begrüßte die erschienenen Pfarrer, besonders den nach Ober« Ramstadt versetzten Pfarrer Nürnberger (Oberoffleiden), den das Dekanat ungern scheiden sieht. In seiner neuen Tätigkeit wünschte er ihm und im Ramen der anderen Kollegen alles Gute. Die geschäftlichen Angelegenheiten, die darauf erledigt wurden, nahmen einen breiten Rahmen ein, besonders wurden dabei auch die Aufgaben der Pfarrämter bei dem Kür- chennotgeld besprochen. Hierbei war die Anwesenheit des Superintendenten, Oberkirchenrates Wagner (Gießen) besonders wertvoll, weil er die nötigen Aufklärungen geben konnte. Der Vortrag wurde von Pfarrer G u ß m a n n (Ober- Ohmen) gehalten über: „Die Dibelstunde, ihre Rotti/en&igfe’it und ihre Auf- g a b e". Der Referent verstand es, die Probleme klarzulegen, so daß sich eine anregende Aussprache anschloh, an der sich auch der Superintendent beteiligte. Die praktische Seite des Themas wird der Referent in der Pfingstkonferenz auf besonderen Wunsch der Konferenz in einem neuen Referat behandeln. Dekan Schmidt (Grünberg) schloß gegen 12 Ähr die Konferenz.
Große Strafkammer Gießen.
- Gießen, 9. April. Mehrere Einwohner von Bauernheim waren am Amtsgericht in Friedberg von der Anklage des Aepfeldiebstahls freigesprochen worden, da das Gericht ihrer Behauptung, sie hätten die bei ihnen vorgefundenen Aepfel von abgeernteten Baumstücken „gestoppelt", Glauben geschenkt hatte. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hatte sich, da auch Jugendliche beteiligt waren, die große Strafkammer nochmals mit der Angelegenheit zu befassen. Durch die Beweisaufnahme hielt sie die Angeklagten für überführt, mehrere Zentner Aepfel im Feld entwendet zu haben und verurteilte die erwachsenen Angeklagten zu Geldstrafen, während die jugendlichen mit einer Verwarnung davonkamen.
Ein Dienstknecht hatte in Schlitz seinem Dienstherrn Scheckformulare entwendet, diese mit dessen Ramen versehen und versucht, sie in Verkehr zu bringen. Er war deshalb von dem Schöffengericht zu einer Gefamtgefängnisstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hat er mit der Begründung Berufung verfolgt, daß nicht er, sondern ein anderer die Formulare gestohlen habe. Die Strafkammer kam ebenfalls zu der Ueberzeugung, daß nur der Angeklagte den Diebstahl ausgeführt haben könne, ermäßigte aber die (Strafe auf die Hälfte. Bei der Strafe wegen Urkundenfälschung behielt es sein Bewenden.
Erfolg hatte die Berufung des Pferdehändlers Julius St. gegen ein Urteil des erweiterten
Schöffengerichts, das ihn wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt hatte. Die Strafkammer konnte sich von der Schuld des Angeklagten nicht überzeugen und sprach ihn daher von Strafe und Kosten frei. Die anderen Mitangeklagten hatten ihre Berufung gegen das schöffengerichtliche Urteil vor der Verhandlung zurückgenommen.
Schöffengericht Gießen.
• Gießen, 10. April. Ein hiesiger Kraftwagenführer fuhr am 16. Rovember 1928 von Lollar nach Gießen. Es war dunkel und es regnete; die Straße war naß. In der Gegend der Wellersburg wurde er nach seinen Angaben von den Scheinwersem eines entgegenkommenden Autos geblendet. Er fuhr langsamer weiter. Plötzlich sah er vor sich auf etwa zwei Meter zwei Radfahrer. Er bremste sofort, konnte aber nicht verhindern, daß der Lastwagen ins Schleudern kam und so die Radfahrer erfaßte. Einer von ihnen verstarb an den hierbei erhaltenen Verletzungen. Das Gericht verurteilte den Chauffeur wegen fahrlässiger Tötung an Stelle einer Gefängnisstrafe von vier Wochen zu 30 0 Mark Geldstrafe. Er hätte, als er geblendet wurde, entweder halten ober doch so langsam fahren müssen, daß er auf der Stelle hätte halten können.
Wegen Sittlichkeitsverbrechen wurde ein Arbeiter aus der Wetterau zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte sich mehrfach an einem neunjährigen Mädchen vergangen. Das Urteil wurde allseits anerkannt. AchlZahre Zuchthaus für einen Totschläger.
WSR. Mainz, 10. April. Das Schwurgericht befaßte sich gestern mit einer Anklage gegen den vorbestraften 28jährigen Maurer Hrch. Dietz aus Gauersheim, wohnhaft in Kriegsheim bei Worms, wegen Totschlags. Dietz hatte vor ungefähr zwei Jahren die geistig minderwertige Tochter des 70jährigen Kleinbauern G g. Hartmann geheiratet. Weil sein Schwiegervater mehrere Aecker und ein Haus nicht an ihn überschreiben ließ, entstanden zwischen seinem Schwiegervater und ihm fortgesetzte Streitigkeiten. Am Abend des 13. Oktober v. I. kam es wieder zu einer Auseinandersetzung, und der Schwiegervater begab sich in die Gewann Lochpfad, um dort zu übernachten. Der Angeklagte folgte dem alten Manne nach und schlug ihn mit seinem Spazierstock so lange auf den Kopf, bis der Bedauernswerte kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Hartmann wurde in seine Wohnung verbracht, wo er bald darauf starb. Dietz wurde noch in der Rächt verhaftet und legte später vor dem Untersuchungsrichter ein Geständnis dahin ab, daß er von seinem Schwiegervater angegriffen worden sei. Der Staatsanwalt beantragte zehn Jahre Zuchthaus. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu acht Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust.
3m D-3ug bestohlen.
WSR. Kassel, 10. April. Auf der Fahrt von Wiesbaden nach Kassel wurde einer Kasseler Aerztin aus einem Abteil zweiter Klasse des V-Zuges ein schwarzer Lackkoffer mit ärztlichen Instrumenten und Kleidungsstücken entwendet, als sich die Aerztin im Speisewagen aufhielt. Der Vorfall zeigt wieder, daß es gefährlich ist, Reisegepäck ohne Aufsicht im Abteil zurückzulassen.
Zilmbrand in einem Kasseler Kino.
WSR. Kassel, 10. April. Gestern abend geriet plötzlich im hiesigen Metropoltheater während der Vorstellung der Film inBrand, so daß die Vorstellung unterbrochen und das
Theater geräumt werden mußte. Der Brand konnte leicht gelöscht werden. Der Vorführer trug Brandverlehungen an den Händen davon.
Kunst und Wiffenschast.
„Karl und Anna" in Paris.
Das Theater an der Avenue in Paris brachte am Dienstagabend die Generalprobe von Leonhard Franks Vierakter „Karl und Ann a“. Es war seltsam, die französischen Schauspieler als deutsche Gefangene zu sehen, doch waren die Gestalten gut getroffen. Das vollbesetzte Haus folgte mit Spannung der ausgezeichneten Darstellung. Der Dichter, der in der Loge des deutschen Botschafters der Vorstellung beiwohnte, konnte ebenfo wie die Schauspieler für den warmen Beifall danken.
Hochschulnachrichten.
Es sind folgende Ernennungen erfolgt: der a. o. Profefsor Dr. Wilhelm Mommsen in Göttingen wurde zum ordentlichen Professor der neueren Geschichte an der ilnioerfität Marburg als Rachfolger von Geheimrat W. Busch, und der Privatdozent Dr. Karl Lehmann- Hartleben in Heidelberg zum ordentlichen Professor der Archäologie an der Universität an ü n ft e r als Rachfolger von Prof. A. Sans ernannt.
Berliner Börse.
Berlin, 11. April. (WTB.-Funkspruch.) Der heutige Frühverkehr zeigte vorläufig ein stilles und unsicheres Bild. Rachdem die Regierungskrisis aber beigelegt ist, dürfte die Spekulation, die gestern auf die Dollarbewegung hin stärker realisiert hatte, heute eher zu Rückkäufen schreiten. Kurse sind bisher noch nicht zu hören. Man taxiert sie zu gestern abend wenig verändert. Am
Kirchliche Nachrichten.
Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 13. April. Vorabend 7 Uhr; morgens 9; abends 7.25 und 8.05.
Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 13. April. Freitag abend 6.50 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 8.05; Wochengottesdienst morgens 6.45; abends 6.30.
UND ZURÜCK
14. bis 17. April 1929
DZ EZ EZ DZ DZ
758 944 ab Gießen an 2106 M M
906 1110 an Frankfurt ab 19»° 2100 2226
Ausführliche Prospekte u. Messeausweise durch
S. Loeb, Gießen, Seltersweg 93
imiiiunr
so*
rniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinm.i.HMM
gk wvvp '
.................................................
MAGGI5,
Fleischbrühwürfel
...... .„niniinilllllllllllllB
Für das am 29., 30. Juni il 1. Juli i tn Heuchelheim stattfindende Bezirks Turnfest der Freien Turnerichnit ist I
8265V
der gesamte
Astoria-Lichtspiele
MeivMtMeo,rlevMlleM
Oberstadt 2, Telephon 37
Geschäftsstunden von 8—13 u. 14V,-18 Uhr.
Zur Nebenstelle Lick gehören die Gemeinden: Albach, Bellersheim. Bettenhausen, Birklar, Burkhardsfelden, Dorf- Güll, Eberstadt, Garbentetch, Hattenrod, Grüntngen. Hungen. Jnhetden, Langsdorf, Mufchenhetm, Ntedcr-Bessingen, Nonnen- roch, Obbornhofen, Ober-Besstngen, Stein- bnch, Trais-Mfinzenberg. 132571)
Suxplatz
in Größe von 1000-1200 qm zu vergeben. Angebote sind bis zum 18. Avrll an Freie Turnerichaft, Heuchelheim zu richten.
I Scher n-, sttasier-, Wolf-, Moichiueu
• und Tiich-zn.O
Messer schleift
Ab heute bis einschließlich Sonntag:
sowie alle einschläg. Reparaturen
Das grobe Doppel-Programm?
Eddy Polo in: Ist Eddy Polo MIM? Sensations- und Abenteurerfilm in 7 Akten. ' Ferner:
Das MilliaröenTeslament
Sensationsdrama in 6 Akten.
In der Hauptrolle: Albert Stelnrück.
3253C
Otto Heyöer,
Babuboistraße 64.
Freibank.
Freitag, den 12. April, von 8 Uhr ab 3055 U Fleisch verkauf.
SauimonB wünscht sich m. etwa 10000 M. an gesundem Unternehmen tätig zu beteiligen. Schr. Ang. u. 02135 a. d. G. Anz.
AUSWANDERER
4 Rückvergütung
Pfd. 0.74
Pfb. 0.72
Schade «&
Süstgrabe
9. Mai
22. Mai
5. Juni
25. Juni
6. Juli
20. Juli
Edamer Käse in ganzen Kugeln.
D. „Cleveland“ D. „Thuringia“ .
D. „Westphalia" D. „Cleveland“. D. „Westphalia* D. „Thuringia“ .
Vvris- Abküilag
belieben sich wegen aller
Einzelheiten zu wenden an:
HAMBURG-
AMERIKA LINIE
Hamburg 1, Alsterdamm 25 oder die Vertretung in:
Gießen
Reisebüro Loeb
Seltersweg 93 Ecke Südanlage
Feinst, gekocht. Schinken v< pfb. 0.65 Cervelatwurst Holsteiner...'/.Pfd. 0.55 Plockwurst schnittfest........'/. pfd. O.5O
HAMBURG-AMERIKA
LINIE
*^äB(AMADA
Näcaste Passagier-Abfahrten:
Lampenschirm
-Gestelle in neuesten Formen und allen Größen -Seiden, Satin, in allen Farben, auch gemustert -Zutaten, wie Kordel, Fransen, Quasten, Batist usw. -Anfertigung in eigenem Atelier schnellstensI
S Modehaus alomon Schulstraße 4 3287A


