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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Nr. 59 Dritter Blatt
Montag, März 1929
Hessischer Verkehrs-Verband.
Der Gesamtvorstand des Hessischen Verkehrs-Verbandes trat am Freitag in Darmstadt zu wichtigen Verhandlungen zusammen. Der Vorsitzende berichtete zunächst über die rege Tätigkeit des Verbandes. Der zum zweiten Male herausgeaebene „Hessen-Kalender" wurde als eine besonders gelungene, werbemäßig stark wirkende Publikation begrüßt. ®8_ besteht Einverständnis darüber, daß auch für das nächste Jahr ein Hessen-Kalender in womöglich noch verbesserter Form herausgebracht wer- den soll.
Die Odenwald-Reliefkarte, die den gesamten Odenwald und die angrenzenden Gebiete bis westlich Mainz un) Worms und nördlich Offenbach und Frankfurt darstellt, befindet sich zur Zeit im Druck. Eine Reliefkarte für Oberhessen wird in diesem Jahre von dem Verband in Angriff genommen. Gemeinsam mit dem Rheinischen Verkehrs-Verband gibt der Hes- sissche Verkehrs-Verband ein Rhein-Panorama heraus, das in Bälde erscheint.
Wiederholt wurde vom Hessischen Verkehrs- Verband darauf hingewiesen, welch' hohe Bedeutung einer genauen Fremdenverkehr s- st a t i st i k innewohnt. Leider werden die diesbezüglichen Bestrebungen in manchen Gemeinden noch immer nicht genügend unterstützt. Die erforderlichen Meldungen müssen vollständig und pünktlich erstattet werden, wenn die Einrichtung der Fremdenverkehrsstatistik Wert haben soll.
Ein eingehender Bericht wurde über die Entwickelung der Derkehrsverbindungen erstattet. Hierbei wurde ausgeführt, daß der neue Fahrplan der Reichsbahn im Zeichen einer starken Vermehrung der FD-3 ü g c einerseits und der leider zuschlagspflichtigen E i l- z ü g e anderseits steht. Abschließend wurde die nachstehende Entschließung einstimmig gefaßt:
„Der Gesamtvorstand des Hessischen Verkehrs- Verbandes begrüßt die Absicht der Reichsbahn, die Anzahl der besonders schnellfahrenden Fern- tzüae zu erhöhen. Die Vermehrung der FD»3uge liegt gleichermaßen im Interesse der Förderung des Reiseverkehrs wie im eigenen Vorteil der Reichsbahn, die auf diese Weise dem steigenden Wettbewerb des Flugzeugs und des Kraftwagens in zweckmäßiger Weise entgegen- tritt. Die ernstesten Bedenken müssen indessen dagegen geltend gemacht werden, daß zum 3toede der Vermehrung der FD-3 ü g e b e- stehende Schnellzüge, zumal solche mit der dritten Klasse, beseitigt werden. Ein derartiger Ausbau der besonders beschleunigten Durchgangsverbindungen auf Kosten anderer Verbindungen dürfte mit den Grundsätzen einer gesunden Dertehrspoliiik nicht zu vereinbaren sein. Gegen die unbegreifliche Absicht der Reichsbahn, wichtige Fv-Züge in Bad-Rauheim, dem internationalen Kurort von Weltruf, ohne Halt durchfahren zu lassen, muß entschieden Verwahrung eingelegt werden. Unter anderen zahlreichen berechtigten Verkehrswünschen hält der Gesamtvorstand des Hessischen Verkehrs-Verbandes durchgreifende Verbesserungen des Fahrplans zwischen Mainz und Worms einerseits und D a r m st a d t, dem Odenwald und der B e r g st r a ß e anderseits für dringend geboten. Insbesondere ist es notwendig, der Herstellung günstiger Anschlüsse an den Rheinverkehr in der Richtung nach Darmstadt, dem Odenwald und der Bergstraße ein besonderes Augenmerk zuzuwenden. Das lei- der auch im kommenden Sommer im Fahrplan noch nicht enthaltene zweite Paar Odenwald— V e ck a r - E i l z ü g e ist zur Verkehrsbedienung des östlichen Odenwaldes und des mittleren Veckartales eine dringende Aotwendigkeit."
Aachdern weiterhin interne Organisationsfragen eingehend erörtert waren, wurde als Tagungsort für die diesjährige Hauptversammlung Darmstadt bestimmt.
Reich-Versicherungsanstalt für Angestellte.
Aus dem Bericht für das Geschäftsjahr 1 9 2 8 (eingeklammert sind die Fahlen des Jahres 1927 angegeben) ist u. a. zu erwähnen:
Am 31. Dezember 1928 liefen 72 751 (60 926) Ruhegelder mit 10 245 (8145) Kinderzuschüssen, 46 459 (39 523) Witwen- und Witwerrenten und 30 513 (27 363) Waisenrenten. Insgesamt waren im Berichtsjahre 65 067 (60 288) Leistungsan träge zu bearbeiten.
Der Gesamtaufwand für dieRenten- l e i st u n g e n, Abfindungen und Veitr^serstat- tungen betrug im Jahre 1928 105 Millionen Mark. Im Jahre 1927 betrug er 78,4 Millionen Mark, wozu noch die einmalige Zahlung zur endgültigen Abgeltung für Rentenaufwendungen an Angestellte aus der Invalidenversicherung mit 33 Millionen Mark trat.
Die 3ahl der Anträge von Versicherten auf Heilverfahren stieg auf 106788 (92 794). Hiervon entfallen auf ständige Heilverfahren 65 396 (58 889), auf nichtständige Heilverfahren (Iahnersah ufw.) 41 392 (33 905). Es wurden 38 716 (34 374) ständige Heilverfahren durchgeführt. Die durchschnittliche Dauer der Kuren betrug in den Lungenheilstätten 96 (91) Sage, in den Sanatorien 31 (31) Sage und in
den Bädern 29 (31) Sage. Die Zahl der Anträge auf Gewährung von Zuschüssen zu Heilverfahren für tuberkulöse, tuberkulosgesährdete und rachittsche Kinder von Versicherten und für Waisenrentner betrug 6032 (6812). Zuschüsse wurden bewilligt in 3894 (4878) Fällen. Für die Gesundheitsfürsorge wurden insgesamt 18,9 Millionen (17,1 Millionen) Mark aufgewendet.
Die Gesamtbeitragseinnahme betrug fast 317 Millionen (280 Millionen) Mark. Die Beiträge betragen etwa 5 Prozent des durchschnittlichen Monatsverdienstes gegen 7 Prozent in der Vorkriegszeit. Die Zahl der Versicherten wird für Ende 1928 auf 3,3 Millionen geschätzt.
Die Vermögensverwaltung strebte an, die verfügbaren Mittel sicher und zu volkswirtschaftlich und sozial nützlichen Zwecken anzulegen und sie möglichst gleichmäßig den Kreisen und Wirtschaftszweigen wieder zuzuführen, aus denen sie kamen. Ganz besonders wurde der Wohnungsbau gefördert. Die hierfür langfristig zur Verfügung gestellten Mittel betrugen rund 100 Millionen (75 Millionen) Mark.
Die gesamten Verwaltungskosten beliefen sich auf rund 11,3 Millionen (9,6 Millionen) Mark. Der Gesamtaufwand einschließlich der Kosten des Deitrags- und Ueberwachungsverfah» rens, der an die Reichspost zu leistenden Vergütung für den Markenverkauf, der Kosten der gesamten Rechtsprechung sowie aller Abschreibungen auf das Dienstgebäude und Inventar betrug 3,5 (3,4) Prozent der Beitragseinnahme (ohne Zinseneinnahme).
Karlsruhe gefallen lassen mußte. Die Rürn- berger lieferten ein sehr schlechtes Spiel und wurden 2:3 geschlagen. Seit ihrer lläglichen Riederlage gegen die Spielvereinigung Fürth haben sich die Karlsruher wesentlich verbessert.
Schwaben Augsburg behauptete seine Spitzenstellung durch ein klares 5:1 gegen den F.C. Freiburg. Der Kampf war nur in den ersten 15 Minuten ausgeglichen, später wurden die Augsburger unzweideutig Herr der Lage.
Das Stuttgarter Ortstreffen zwischen dem V.f.D., auf dessen Platze gespielt wurde, und den Kickers endete erwartungsgemäß mit dem Siege der Gäste. Die Kickers gewannen mit 3:1 Soren, waren aber nicht besser, als die mit Ersah kämpfenden Platzherren, verstanden jedoch ihre wenigen Sorgelegenheiten gut auszunuhen. Handball im Bezirk Main-Hessen.
Polizei-Sportverein Darmstadl endgültig Main-hessischer Meister.
Im Entscheidungsspiel um die Dezirksmeister- schast von Main-Hessen der D. S. B. im Handball schlug am gestrigen Sonntag der Polizei- Sportverein Darmstadt den Sportverein Mainz 05 9:4. Darmstadt war dem Gegner in jeder Phase des Kampfes durchaus überlegen, und nur der sehr gute Mainzer Torhüter verhinderte eine noch höhere Riederlage. Polizei Darmstadt ist damit endgültig Dezirks- meister von Main-Hessen und vertritt den Bezirk in den Spielen um die süddeutsche Meisterschaft. Mitteldeutsche Schneeschuh- Meisterschaften des A. T. B.
Unter Beteiligung der Akademischen Sum- verbindungen aus Jena, Halle, Leipzig. Gießen. Frankfurt a. W., Darmstadt, Sübingen, Freiburg veranstaltete der Akademische Turn- bund in Oberhof (Thüringen) seine ersten mitteldeutschen Schneeschuhmeister- schäften unter starker Beteiligung der in Thüringen ansässigen Alten Herren des ATD. Die Veranstaltung verdient deshalb besondere Beachtung. well sie die erste Schneeschuhmeisterschaft ist, die überhaupt bisher von einem studentischen Verbände ausgetragen wurde, und weil der Tradition des ATB. gemäß, der als einziger studentischer Verband der DT. angehört, Mitglieder örtlicher Turnvereine teilnahmen. Der Wertung wurden die Bestimmungen des DSV. zugrunde gelegt; die Erfolge sind sehr beachtenswert. Rur einem der bekannten Schneefchuhläu» fer der Oberhofer Turner gelang es, die Leistungen der ersten ATBer zu übertreffen. Her- vorzuheben ist neben der ausgezeichneten Leistung des Siegers Piller -Darmstadt, der sich auf der Strecke verlausen und dadurch einen Zeitverlust erlitten hatte, das gute Abschneiden des Referendars Müller-Jena, der in sämtlichen Wettbewerben erfolgreich war. Im Langlauf wurde er bei der Allgemeinbewertung 5., in der Klasse der Alten Herren bis 35 erster, im Lenk- rodelrennen und im Einerrodelrennen auf der Bobbahn 2. Den Ehrenpreis der Gemeinde Oberhof für den Sieger im Langlauf erhielt cand. ing. Piller- ATV. Alemannia-Darmstadt; den Ehrenpreis des Stadt- und Landkreises Gotha für den der Alten Herren über 35 Studienrat Ebener (ATV. Gothania-Iena). St. R. Rode g a st stellte im Rodelrennen auf der Bobbahn mit 2 Min. 46 ©et einen neuen Bahnrekord aus! Erwähnt sei noch, daß auch die ATV. Rheinfranken, Gießen, mit stud. med. vet. Dapp den zweiten Sieger im Langlauf stellte.
Stirnen, Sport und Spiel.
Fußball in Hessen-Hannover.
Kurhessen Kassel — Sportklub 03 1:6.
Das zweite Entscheidungsspiel um die Be - zirks Meisterschaft zwischen Kurhcsscn Kassel und Sp. El. 03 fand am gestrigen Sonntag vor 5000 Zuschauern statt und brachte eine große Ueberraschung. 03 hatte einen besonders guten Sag und war im Angriff und in der Verteidigung sehr gut aufgelegt. Bei Kurhessen machte sich besonders geltend, daß die Mannschaft, in der ersten Hälfte ihren Halbrechten durch eine Verletzung verlor. Zu Beginn der zweiten Spielhälfte machten die Kurhefsen den Fehler, das System aufzugeben und spielten nur mit zwei Läufern. Dadurch kam dec Angriff von 03 stark in Schwung und konnte sich voll entfalten. Die meisten Erfolge resultierten aus dem guten Zusammenspiel des linken Flügels. Das Spiel nahm bei dem schweren Boden einen guten Verlauf und wurde von dem Rürnberger Schiedsrichter Maul einwandfrei geleitet.
Zwischen beiden Mannschaften ist nun, nachdem Kurhessen das erste und 03 das zweite Entscheidungsspiel gewonnen hat, ein Entscheidungskampf erforderlich, welcher wahrscheinlich am nächsten Sonntag in Kassel auf neutralem Platz zur Austragung kommt.
Fußball in Güddeutschlaud.
Runde der Meister.
Hier konnte gestern bas gesamte Programm zur Abwicklung kommen. Der Doppclkampf der beiden main-hessischen Vertreter gegen die beiden bayerischen Meister endete mit einem überlegenen Siege der Bayern.
Eintracht Fran k f u r t wurde auf eiaenem Platze von Bayern München 1:5 geschlagen und könnt- sich nur bis zur Paule hatten. Allerdings spielte sie mit reichlichem Ersatz.
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Noä) schlimmer erging esWormatiaWorms, die gegen den 1. F. C. N ü r n b e r g 0:6 verlor. Die Wormser Hintermannschaft konnte die Nürnberger Kombinationsmaschine nicht zum Stehen bringen.
BorussiaNeunkirchen mußte Germania Brötzingen bereits bei Halbzeit einen 1:2-Dor- sprung einräumen und konnte dann nichts mehr ausrichten, da sich Brötzingen auf intensive Derlei- bigung verlegte.
K.F.V. Karlsruhe und D. f. L. N e ck a r a u lieferten sich ein Treffen, das stark unter ben Bobcn- Verhältnissen und ber bcrben Spielweise beider Mannschaften litt. Trotz eigenen Platzes verlor Karlsruhe mit 3:4 Toren.
Die Rangliste der Meisterklasse hat sich nicht geändert.
Runde der Zweiten und Dritten.
In der Gruppe Rvrd fielen die Spiele Union Riederrad gegen V. f. R. Mannheim und F. Sp. V. 05 Mainz gegen D. f. L. Reu-Isenburg des schlechten Bodens wegen aus.
Der 1. F. C.07 Idar spielte diesmal weit unter seiner sonstigen Form, so daß der F. S p v. Frankfurt einen klaren Sieg mit 3:1 Toren nach Hause bringen konnte.
S.V. Waldhof-Mannheim und Saar 05 Saarbrücken lieferten sich im Mannheimer Stadion ein torreiches Treffen, das die nach der Pause überlegenen Mannheimer mit 6:3 Treffern gewannen.
In der Gruppe Süd gab es einige lieber» raschungen. Auch die Tabelle erlitt nicht unwesentliche Aenderungen.
Zunächst gewann die S p. D g g. Fürth in München gegen den S. D. 186 0 mit 3:0 Soren etwas sehr knapp. Man halle den Fürthern eine deutlichere Leistung zugetraut.
Im höchsten Maße be rembenb wirkt jedoch die Riederlage, die sich der 2k. S. V. R ü r n - berg auf eigenem Platze seitens Phönix
Oie Liebe
derBrigitta Hollermann
Vornan von Elisabeth Ney.
Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale).
3 Fortsetzung Nachdruck verboten.
„Run, ich hoffe. daS gnädige Fräulein wird der allen Hanna, die sie schon als Kind auf den Armen getragen hat, nicht böse sein, wenn sie mal eine Andeutung macht. Wir wissen es ja alle, daß das gnädige Fräulein Brigitta heute noch Braut wird."
„Braut!" Leise hatte es Brigitta ausgerufen. „So, weißt du es also schon, Hanna," sagte sie dann, zu der alten Dienerin gewendet. ..Run ja, doch bin ich dir nicht böse. Papa hat es also schon ausgeplaudert?"
„Der Geheimrat sagte es uns nicht, sondern die gnädige Frau Mutter selbst."
„Mama, oh, bann hat sie auch nichts mehr ^^Cin^glückliches Leuchten huschte über Brigittas
zitternder Hand schob sie einige Löckchen °UrS)er Herr Doktor ist aber auch ein schöner, stattlicher Mann," plauderte die Alte redselig weiter.
„Findest du das auch. Hanna?" fragte CBrigitta lächelnd; und plötzlich umschlang sie die alte Dl^ ne rin und wirbelte sie in wildem Tanz .durch das Zimmer. Dann drückte sie die ganz fdjtoinbltg gewordene Alte auf einen Stuhl nieder unD gab ihr einen schallenden Kuh auf die runzligen Wangen. , .
„Hanna, alle Hanna," jubelte sw. ..bist du je im Leben schon einmal so glücklich gewesen l
„Einmal schon, als ganz junges Ding, aber bann starb er plötzlich, unb bann kam ich vcllo hierher ins Dvktorhaus," antwortete bte Alte, noch immer nach Luft schnappend.
„H^nna, Hanna, wo steckst du nun wieder so lange? 'So hilf mir doch, mein Schuh will nicht zugehen!" riß sie die Stimme der ungeduldigen Isa aus dem Gespräch.
Hanna stob ab.
Fast zu gleicher Zeit wurde die Sür, die zum Korridor führte, hastig auf gerissen.
Die Geheimrätin stand im Zinimer und duckte prüfend auf Brigitta.
Sie schien zufrieden zu fern.
Frau Evelyn selbst sah heute unendlich schon aU'Sa5 silbergraue Kleid mit ben matten Rosen hob ihre prachtvolle, schlanke Gestalt vorteilhaft
hervor. Aus ihren Augen aber leuchtete ein unnatürliches Feuer.
„Gut so, mein Kind," lobte sie gönnerhaft. „Ich freue mich, daß du dich verständig zeigst unb beiner Ellern Wunsch in jeder Weise entgegenkommst."
„Mama, so willigst auch du ein?" fragte Brigitta, mit Tränen der Freude in den Augen.
Frau Evelyn wurde einer Antwort enthoben, denn soeben steckte Isa ihren rotblonden Buben- kops lachend durch den Türspalt.
„Ist es erlaubt?" fragte sie, kokett herein- tänzelnd.
„Ich bin schon lange fertig, komm nur, Isa, und laß dich anftaunen,“ antwortete Brigitta, die Schwester entzückt betrachtend.
„Wie ich dich beneide!" rief diese, die ältere Schwester erstaunt musternd. „Wenn ich doch auch erst einmal so weit wäre! Verloben denke ich mir wundervoll Uebrigens ist der Doktor ein ganz famoser Junge. Elegant und flott. Ich freue mich auf meinen Schwager. Gott ja, alle meine Freundinnen werden mich um den Flirt mit ihm beneiden. Du hast doch nichts dagegen, liebe Brigitta?"
Diese sah etwas erstaunt auf die junge Schwester und antwortete nicht.
„Isa, schäme dich," klang es jetzt tadelnd von Frau Evelyns Lippen. Aber, als sie jetzt die Schleppe aufhob und aus dem Zimmer rauschte, lächelte sie beglückt zu Isa, ihrem Liebling hin.
„Unten fahrt das erste Auto vor, hörst du. Brigitta. O, ich beneide dich glühend. Du wirst nun bald wissen, wie ein richtiger, wirllicher Verlobungskuh schmeckt!" rief Isa, jetzt schnell zur Sür eilend. „Du, Brigitta," sagte sie dann plötzlich, unschlüssig stehenbleibend, „eigentlich sollte ich es dir ja nicht verraten, denn ich fürchte, daß du dann leicht eifersüchtig werden könntest. Ra, nun ist's schon einerlei, er — er hat mich auch schon einmal geküßt. Aber ganz in Ehren, nach einem Vielliebchen. Bist du nun böse?"
„Rein, nein,". stammelte Brigitta, leicht erblassend, und Isa sprang, laut lachend, zur Sür hinaus.
„Er hat Isa geküßt!" sagte Brigitta leise vor sich hin. „Rein, ich glaube es ihr nicht. Iso
Aber die glückselige Stimmung in ihr war doch etwas verflogen.
Langsam verlieh sie das Zimmer und stieg die Sreppe ins Vestibül hinab, um bei ber Be- grühung ber Gäste zugegen zu sein.
Plötzlich aber leuchtete es in ihren herrlichen blauen Augen hell auf, denn sie hatte ihn, den Geliebten, entdeckt, der soeben den Mantel abgelegt hatte unb nun suchend um sich blickte.
Vergessen war ber Kuh, ben er angeblich 3fa gegeben hatte.
„Hans-Jörg." jubelte sie leise, unb stanb im nächsten Moment an des Geliebten Seite.
„Ich muh Ihnen sofort etwas sagen, Fräulein Brigitta," flüsterte dieser, völlig in Andacht vor ihrem holdseligen Anblick versunken.
Brigitta errötete leicht.
„Kommen Sie in ben Wintergarten," flüsterte sie.
Wenige Minuten später fanden sich die Liebenden allein.
„Liebes, gnädiges Fräulein," stammelte ber junge Arzt, erregt ihre Hanb fassend. „Lassen Sie mich schnell sprechen, es bleibt uns nicht viel Zeit. Sie ahnen wohl schon längst, bah ich Sie innig liebe. Vielleicht hätte ich mit meiner Werbung noch gewartet, aber nun geht es nicht mehr anders. Vorhin hörte ich durch Zufall, dah Sie sich heute mit Doktor Fritz Beilinger verloben würden. Ist das wahr, kann das wirklich wahr fein? Ich beschwöre Sie, Brigitta, sprechen Sie, sagen Sie mir die Wahrheit! Alles ist gespannt auf die Veröffentlichung dieser Verlobung, und ich kann es nicht glauben! Dieser Beilinger u ib Sie?"
„Doktor Beilinger?" stammelte (Briqi'ia verwirrt und erschrocken zugleich. „Es nvj. bcftmimt ein Irrtum fein; ich denke nicht daran. Wie kommen nur alle daraus?"
„So ist es nicht wahr, geliebtes Mädchen!" jubelte Hans-Jörg Eggenbrccht. alies um sich her vergessend. „So barf ich noch hoffen?"
Holb errötend stand "3r‘ v.t'a vor ihm unb vermochte nur stumm j racir.
Da riß der jun-:? Die geliebte Mädchengestalt fest an r.; , und ihre Lippen fanden sich im innige/ Kuh.
„Sag', ba 5 Du mich lieb hast, sag', dah bu nie dem anderen gehören willst, sag', dah die anderen alle gelogen haben, geliebtes Mädchen. Laß es mir nur ein einziges Mal aus deinem Münde vernehmen."
„Ich hab' dich unsagbar lieb," flüsterte Brigitta. sich e .g an seine Brust schmiegend, „und werde nur immer dir gehören; alles andere ist frei erfunden."
„Run erst weih ich gewiß, dah du mein bist!" rief Doktor Eggenbrecht, sie heiß küssend. „Komm, laß uns zu deinem Vater gehen."
„Richt jetzt," bat Brigitta lächelnd. „Pa ahnt es schon, er machte mir heute eine Andeutung."
„Woher?" fragte Eggenbrccht erstaunt.
„Ich weih es selbst nicht, Liebster," antwortete Brigitta. „Ich nahm an, dah du mit ihm gesprochen hattest."
„Kein Wort, mein Herz; aber dies wird sich ja alles noch aufklären."
„Ich werde eS sofort Pa allein sagen. Er wird unser Glück barm während der Safel öffentlich verkünden," Jagte Brigitta zärtlich.
„Sue es, mein Liebling, unb nun gib mir noch einen Kuß, denn leider sitzen wir bet ber Sasel nicht zusammen."
„Richt beisammen?" fragte Brigitta erstaunt. „So hat man es nicht geändert, und Doktor Dei- linger ist mein Sischherr?"
„So ist es, Brigitta. Ich führe deine Schwester Isa zu Sisch."
„Isa?"
Ein Schatten huschte über Brigittas rotglühendes Gesichtchen.
„Was hast bu, Liebling?" erfunbigte sich HanS- Iörg Eggenbrecht erstaunt.
„Küss' sie nie wieder", flüsterte Brigitta, noch heißer errötend, und eilte schnell davon.
Der junge Arzt sah ihr kopfschüttelnd nach.
Wen sollte er nicht küssen?
Etwa Isa. die kleine raffinierte, rotblonde Here?
f ittc sie nie berührt.
iieltsam — wie kam Brigitta nur auf einen solchen Einfall?
„Pa, lieber, süßer, einziger Pa", flüsterte in diesem Moment Brigitta Hollermann ihrem Vater mit jubelnder Stimme ins Ohr, „du kannst dann beim Rachtisch unsere Verlobung verkünden. Ich bin ja so glücklich! Aber weshalb soll ich mit Fritz Beilinger zusammensihen?"
„Dies wird sich wohl so gehören, kleine Gitta", antwortete der alte Geheimrat zerstreut, da et fein Kind, seine Aelteste gar nicht mehr recht begreifen konnte.
Brigitta und dieser Beilinger, ein Paar! —
llnbenlbar! Wie war das alles nur so urplötzlich gekommen? Was hatte diesen Umschwung in ihr hervorgebracht? Brigitta, das feine, stille, zarte Geschöpf, und dieser krasse, egoistische, heimtückische Mensch!
Oder sollte Brigitta doch für ihn ein Opfer bringen; tat sie es vielleicht nur, um ihren Vater zu retten?
Wieder kroch ihm ein eisiger Schauer durch alle Glieder. Da aber tauchten gerade für einen Moment Brigittas glückstrahlende Augen vor ihm auf, und er verwarf jeden Argwohn.
Rein, das Unfaßbare beruhte auf Wahrheit! Brigitta liebte den Mann, der fein grimmigster Feind war!
Ein Seufzer hob seine Brust, und er wandt sich wieder den Gästen zu.
Doktor Hans-Jörg Eggenbrecht und Brigitta Hollermann aber waren vorhin im Wintergarten nicht unbeobachtet geblieben. Sie hatten in ihrem ersten Liebcsrausch nicht Isas rotblonden Bubikopf gesehen, der für einen Moment dicht in ihrer Rahe, zwischen den großen Fächern einer Palme, hervorlugte und die Liebenden belauscht hatte.
(Fortsetzung folgt)


