Nachdem Pfarrer 'Blum. DernSheim, über „Di e ethische Bedeutung der Genossenschaften für Volk und Land" gesprochen unN reichen Beifall geerntet hatte, berichtete der Verbandsvorsihende Dr. Rolden. Frankfurt a. OIL, über den Stand der Raiffeisen-Bewegung in Hessen. Aus seinen Ausführungen ging hervor, daß in Hessen inS- gesamt 235 genossenschaftliche Vereine mit 20 000 Mitgliedern bestehen, und zwar 52 in Rheinhessen. 56 in Starkenburg und 170 in Ober- Hessen. Der Gesamtumsatz der Genossenschaften im letzten 3ahr betrug 50 Millionen. Davon entfielen auf den Bezirk Ludwigshafen 32, auf Frankfurt 18 Millionen. Die Spareinlagen seien auf 4.3 Millionen Mark gestiegen, davon 3.12 im Bezirk Ludwigshafen und 1,18 Millionen Mark im Bezirk Frankfurt-Oberhessen. Die gesamten vermittelten Warenbezüge hätten den Betrag von 5 Millionen Mark erreicht (3,2 für Ludwigshafen, 1,8 für Frankfurt) erreicht. Der Getrcideumsah sei auf 100 000 Zentner (35 000 für Ludwigshafen- Odenwald und 65 000 für Frankfurt-Oberhessen) gesteigert worden. Die übrigen verkauften Produkte der Landwirtschaft in den Gebieten beliefen sich auf den Betrag von 65 000 Mk. (5000 für Ludwigshafen-Odenwald und 60 000 für Frankfurt-Oberhefsen). Auch seinen Ausführungen wurde reicher Beifall gezollt.
Landespferdezuchtverein für Hessen.
Am Rachmittag fand im Fürstensaal die Generalversammlung des Landespferdezuchtvereins für Hessen statt, die der stellvertr. Vorsitzende Oekonomierat Fritsch (Dilshofen) mit der Begrüßung der Ehrengäste eröffnete. Erschienen waren u. a. Provinzialdirektor Gebhardt und Ministerialrat Lucius.
Aus dem von Oekonomierat D e t t w e i l e r (Kleinwinternheim) erstatteten 3ahres- h e richt ging hervor, daß in der Provinz
Oberhessen 157 Züchter, in Starkenburg 165 und in Rheinhessen 72, 18 außerhalb Hessens wohnende Züchter dem Verband angeschlossen sind, außerdem in 12 Pferdezuchtvereinen über 600 Mitglieder. Mit den hessischen Reitervereinen sei eine Arbeitsgemeinschaft ausgenommen und diesen für Turnier- und Leiftungsprüfungen für hessische Zuchtpferde Prämien gegeben worden. Die Pferdemärkte, besonders in Darmstadt und Gießen, hätten sich sehr gut eingeführt. Der Verein geht mit einem Kassenbestand von 5450 Mark in das neue 3ahr. Die Regularien und der Voranschlag für 1929 wurden debattelos erledigt.
Der seitherige Vorsitzende, Oekonomierat Müller (R e u h o f), wurde wegen seines jahrzehntelangen hervorragenden Verdienstes um die hessische Pferdezucht zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Bei der Vorstandswahl wurde dann zum ersten Vorsitzenden Oekonomierat Fritsch (Dilshofen), zum zweiten Vorsitzenden Oekonomierat D e t t w e i l e r (Kleinwinternheimgewählt, und zu Beisitzern Walther (Reichelsheim) und Hermann K n e l l in Heimersheim (Rheinhessen). Landstallmeister a. D. Sch orte dankte im Ramen der hessischen Reiterjugend für die Zuschüsse durch den Lanbespferdezucht- verein und die der Landwirtschaftskammer.
Univ.-Prvf. Dr. K r a e m e r (Gießen) referierte darauf unter Vorführung eines reichhaltigen und instruktiven Lichtbildmaterials über die Entwicklung bei Warm-und Kaltblutpferden. 3n Hessen besäßen wir heute zwei Drittel Kaltblutpferde, der Rest verteile sich auf Halb- und Warmblüter. Bei der Züchtung müsse vor allem Rücksicht auf die Futter-, Haltungs-, Zucht- und Bodenverhältnisse genommen werden, um Fehlschläge möglichst zu vermeiden. Der Redner erläuterte dann in eingehenden Ausführungen die einzelnen Entwicklungsvorgänge bei Warm- und Kallblutpferden.
Gegen abend traten die hessischen Warmblutzüchter zu einer Sonderversammlung zusammen, um Einzelfragen der Zucht zu erörtern.
Turnen, Sport und Spiel.
Gau-Tumausschuß Hessen D. T.
—v— Unter dem Vorsitz des Gauoberturnwarts Wilhelm Will (Gießen) hielt am Sonntag der Turnausschuh des Gaues Hessen D. T.. dem die sechs Dezirksturnwarte und alle Fachwarte des Gaues angehören, eine Sitzung in Gießen ab.
Der seitherige 2. Dezirksturnwart Lang iLang-Göns) wurde kürzlich von seinem Bezirk (Friedberg-Butzbach-Usingen) nach dem Rücktritt des langjährigen und verdienstvollen Leiters Fritz Hartmann (Dad-Rauheim) zum 1. Bezirks- turnwart gewählt und nunmehr in sein Amt eingeführt, wobei der Gauoberturnwart ausführte, daß dieser Bezirk durch den Zuwachs von Vereinen. insbesondere aus dem kürzlich aufgelösten Feldberggau, an Arbeitsumfang an der Spitze der Unterverbände des Gaues steht.
3n eingehenden Erörterungen nahm dann der Turnausschuh Stellung zur Entwicklung der S p i ei b e w c g u n g. die neuerdings im Mittelrheinkreis Anlaß zu schärferen Maßregeln bis hinaus zum Ausschluß aus der D. T. gegeben hat. Sm Anschluß an umfassende Darlegungen des Dezirksvertreters. Studienrat Thierolf (Friedberg), beauftragten die Vorsitzenden der Gauvereine auf ihrer letzten Tagung die technische Leitung, alsbald Richtlinien für den Spielbetrieb im Gau zu geben. Dabei kam der Turnausschuh zu der Auffassung, daß die Turnspiele und insbesondere auch die Kampfspiele in der seitherigen Weise durch die Verbände weiter zur Durchführung gelangen sollen: unter keinen Umständen aber kann der Gau Auswüchse, wie sie da und dort auf Spielplätzen in Erscheinung zu treten beginnen, billigen. Die Kampfbegeiste- rung macht bei dem Torwurf des Balles nicht halt, sondern sie wogt nicht selten darüber hinaus gegen die Person des Gegners, verschont auch den Schiedsrichter nicht, überträgt sich auf die Zuschauer und ist selbst noch in Spielberichten, mitunter schon in der Vorschau, deutlich zu spüren. Durch eine Umkehr vom Punktespiel zum Freundschaftsspiel, selbst wenn sie organisatorisch vom Gau aus möglich wäre, wird der gleiche Spielinhalt nur unter anderem Ramen. etwa des Prestiges, wieder auftauchen. Eine Lösung des ganzen Fragenumfanges laht sich daher nur durch
eine straffere Spielerziehung erwarten. 3n diesem Sinne wird der Gauspielwart beauftragt, die gründliche Ausbildung der Schiedsrichter in jeder Weise zu fördern und für Uebcrwgchung iyrer Tätigkeit zu sorgen, xumal die Spielregeln in rascher Entwicklung begriffen sind und dadurch die Spielentscheidungen erschwert werden. Auf der anderen Seite wird der Gauspielwart mit Unterstützung der Gauleitung, der zuständigen Vereine und nicht zuletzt jedes einzelnen Turnspielers dahin wirien. daß Selbsterziehung und turnerische Unterordnung den Spielplatz beherrschen und daß die Spielberichte in sachlicher und nüchterner Ferm hinausgegeben werden. Schließlich sollen die D^rbandsspielrunden schon im Frühherbst begonnen werden, um den Spielern mehr Zeit und bessere Platzverhältnisse als im Winter offen zu hallen, und die Vereine sollen ihren Aufwand für die Spielabteilungen jährlich im voraus festlegen, während die Spieler einen monatlichen Sonderbeitrag billigerweise leisten können.
Als volkstümliche Hebungen für das Gauturnfest zu AI s f e l d am 20. bis 22. 3uli werden Hangeln, Weitsprung und Kugelstoßen ausgewählt, für die Dezirksfeste Weitsprung, Stabhochsprung, Kugelstoßen und 100- Meter-Lauf, für das Gau-Frauenturnen 75- Meter-Lauf, Weitsprung und für die Oberstufe Kugelstoßen.
Zur Reuwahl ihres Gauwartes werden die Volksturner demnächst in ihrer Uebungsstunde Stellung nehmen. Zum Schluß wurden die Pflichtübungen an den Geräten für die Gauveranstaltungen festgesetzt.
Handball im Gau Hessen.
Turnverein 1846 Gießen.
Als nächster Gegner ist für kommenden Sonntag die Stadtmannschaft W e i l b u r g zu einem Freund- schaftsssiel gegen die 1. Mannschaft des Turnvereins 1846 Gießen nach hier verpflichtet worden. Die Spielstarke der Gäste ist völlig unbekannt, so daß eine Boraussage über den Ausgang des Spieles nicht möglich ist.
Die 2. Mannschaft hat To. Wetzlar 2 im Der» bandsspiel gegen sich. Wetzlar ist sehr spielstark und hat in letzter Zeit gute Erfolge erzielt. 1846 tritt in verstärkter Aufstellung an.
Lache Bajazzo r
ZRoman von J. Schneider-Koerstl.
Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa.
42. Fortsetzung Nachdruck verboten.
Er erhob sich taumelnd, mit einer tiefen Schramme, die ihm von der rechten Wange dem Munde zu lief. Sie blutete nicht sonderlich stark, brannte nur unangenehm schmerzhaft.
Mit einer wahren Verbissenheit schritt er trotzdem noch einmal der gähnenden Oeffnung zu. Run erst rechtl Er mußte doch daraufkommen! Wenn er seine Lampe holte? Seine Fahrradlaterne mit dem großen Scheinwerfer bot genügend Helle.
Die Rächt war lange, und e8 störte ihn niemand bis zum Morgen.
Mehr tastend, als im sicheren Schreiten, erreichte er die Baracke.
Die Türe aufstoßend, verhielt er an der Schwelle den Fuß. Von einer der Kisten, die hier aufeinandergestapelt lagen, erhob sich Maria Richt- Hofens schlanke Gestatt.
Schweigend, mit hängenden Annen, ein tiefes Rot auf den Wangen, sah sie ihm entgegen.
„Maria, wie konntest du das tun!“ warnte er, peinlich berührt.
Es war nicht ausgeschlossen, daß sich jemand in der Rahe befand, dann waren die Folgen für sie gar nicht auszudenken.
.3ch wollte nur Abschied von dir nehmen! 3ch reife morgen früh!" 3hre Stimme bebte in tränenverschleiertem Unterton.
Ohne etwas zu erwidern, drückte er die Türe hinter sich zu und kam die wenigen Schritte bis zu ihr herüber. „3ch möchte kein Licht machen. Man könnte dich von draußen sehen. Vorhänge habe ich keine." Er sah dabei nicht nach ihr, sondern nach dem halberblindeten Fenster, das dem Bette gegenüber in die Hvlzwand eingefügt war.
„Man darf es ruhig sehen, daß ich bei dir bin, 3oachim. 3d) habe sogar damit gerechnet."
„Sprich keinen Unsinn, bitte,“ wehrte er erregt. .,3ch werde dich zurückbegleiten! Hoffentlich sieht uns niemand."
„Din ich dir lästig?“
Keine Antwort.
„3oachiml“ 3hre beiden Hände lagen hilflos ohne jede Regung im Schoße verschränkt. „3ch habe mir die Knie wundgelegen vor Gott, daß er dich mir zurückgibt. Er hat mich nicht erhört. Run will ich mir selber helfen. Laß mich bei dir bleiben. Rur ein paar Stunden, 3oachim —“
Mit hartem Griff hatte er ihre Arme unter* gefaßt und sie zu sich aufgerissen, noch ehe sie fertigzusprechen vermochte.
Seine Augen bcannten in solch verzehrendem Begehren in die ihren, daß diese sich senkten in würgender Scham. „Hab' Erbarmen — —"
Sie lag in seinem Arm wie in Eisenklammern. 3mmer enger preßte er sie an seinen Körper. „Du! Weißt du, was du gesagt hast? Weißt du das? 3ch bin nur ein Mensch, Maria! Kein ©ott! Hast du das bedacht, als du zu mir kamst? Run mußt du die Folgen tragen."
Sie fühlte ihr Gesicht weit zurückgedrängt und wie fein Mund den ihren suchte und daran hasten blieb. Sein hastig jagender Atem mengte sich mit dem ihren.
Mit geschlossenen Augen wartete sie, bis er sie verderben würde.
Aber im selben Momente lockerte sich der Griff, mit welchem er sie umfaßt hielt. Mit klaren Augen, nur ein wundes Zucken um den Mund, sah er auf sie nieder. „Geh! 3ch weih nicht, ob es dein oder mein Engel ist, der mein (Blutt im Zaume hält. Vielleicht sind es beide gemeinsam." Und als sie wie erstarrt keiner Bewegung fähig war, strich er gütig über ihr Blondhaar. „Hast du noch immer nicht genug von mir? Run, wo du gesehen hast, was ich für einer bin. Erst wollte ich dein Geld und in der vergangenen Minute hätte ich beinahe vergessen, daß du nicht
Tabellenstand der Meisterklasse am 6. Januar.
Spiele
gew. unentsch. verl. Pkt.
Tv. Wetzlar
Mtv. Gießen
10
6
2
2
14
10
5
3
2
13
To. Großen-Bufeck
7
4
1
2
9
To. 1846 Gießen
10
3
2
5
8
Tv. Bad-Nauheim
9
3
1
5
7
Tuspo Marburg
8
1
1
6
3
Tabellenskand der A-fUaffc 1 Spiele gew.
Turng. Friedberg 10 9
am 6. Januar, unentsch. oerl.
1 0
Pkt. 19
Tuspo Butzbach
10
8
0
2
16
To. Wetzlar,
11
6
1
4
13
To. Heuchelheim
12
4
2
6
10
Tv. W.-N.-Girmcs
10
5
0
5
10
Mtv. Gießen
13
4
1
8
9
Tv. Nidda
8
2
2
4
6
To. 1846 Gießen
10
2
0
8
4
Tabellenstand
Tv. Lauterbach
der A-filaffe Spiele gew.
8 6
2. Vogelsberg, unentsch. oerl.
2 0
Pkt. 14
To. Alsfeld
6
3
3
0
9
To. B-Gemünden
7
2
0
5
4
To. Schlitz
6
1
1
4
3
Tv. Gedern
6
1
0
5
2
D. f. B. Handball.
Rach längerer Pause tritt die Handballmann- schaft wieder auf den Plan. Sie trägt am nächsten Sonntag ein fälliges Rückspiel gegen die Hand- ba'lelf deS Turnvereins Garbenteich auf dortigem Platz aus. Der Gastgeber ist Weister des hiesigen Gaues des Allgemein-rn Turnerbundes. Trotzdem darf man der V, f. B.- Elf, wenn sie sich nur einigermaßen zusammenfindet und die gleichen Leistungen aufbringt wie in ihren Verbandsspielen, einen Sieg über den Turnermeister zutrauen.
Spielvepeinigung 1900 Gießen.
ö. Am kommenden Sonntag treten alle Senio- renmannsch asten der Spielvereinigung 1900, Gießen, auf dem Sportplatz an der Lieoigshöhe Derbandsspielgegnern entgegen. Hierbei sind die Spiele der ersten und der dritten Mannschaft insofern von Bedeutung, als sie ausschlaggebend auf die weitere Gestaltung der Wertungstabelle der diesjährigen Meisterschaftsspiele sind.
Gegner der L i g a m a n n s ch a s t ist die Liga- elf vom Sportverein 1920, Herborn, eine körperliche und schnelle Mannschaft, der es gelang, im Vorspiel in Herborn eine schwache Mannschaft 1900’3 mit 4 : 2 geschlagen nach H.^use zu schickem Aber auch über die meisten anderen Teilnehmer der Verbandsrunde (Wetzlarer Sportverein!) konnte Herborn siegreich bleiben, so daß es heute mit nur sechs Derlu ftp unkten den zwei- ten Tabellenvlatz innehat, während 1900 durch die beiden Mi'jersolge vom zweiten auf den vierten Platz zurückgesallen ist. Den Schlußspielen in der zweiten Beftrlsilasse kommt nunmehr ganz andere Bedeutung zu, nachdem die Svielsystem- kommisfion des Westdeutschen Spielvervandes ein anderes Spielshstem zur Annahme gebracht hat, wodurch den vier Tabellenersten der zweiten Dezirksllasse der Auifstieg zur 1. Dezirksklasse sichergestellt ist. Man merkt dies schon allenthalben. Harte Kämpfe und zähes Aushalten schwacher Mannschaften kennzeichnen die allgemeine Lage. Die Mannschaft der Gießener ist auch im Spiel gegen Herborn infolge Erkrankungen noch nicht komplett und wird daher die größten Anstrenguingen machen müssen, am den Sieg zu erringen und damit den Gegner vom zweiten Platz zu verdrängen.
Leichter dürften die Reserven 19 0 0’8 über die Zweite Herborns Sieger bleiben, da sie ja auch das Vorspiel in Herborn gewannen. Beide Mannschaften treffen sich vor dem Ligaspiel.
Vormittags gibt es ein Lokaltreffen: 19 00 Dritte gegen V. f. B. Dritte. Diese Mannschaften sind die Besten in ihrer Gruppe. Die Blauweißen verloren das Vorspiel auf dem Waldsportplatz, sind aber sonst ungeschlagen. Ein Sieg 1900’6 ergebe Punktgleichheit mit D. f. D.
». f. B.
Am kommenden Sonntag trägt die Ligamannschaft auf eigenem Platz das Derbands- rückspiel gegen die Liga des V. f. R. D u tz d a ch aus. Das Vorspiel endete mit einem 3: l»€ieg Gießens. Butzbach steht spielkulturell zwar nicht auf besonderer Höhe, gilt dafür aber als eine der härtesten und energischsten Mannschaften des LahnkreiseS, und versteht es auch, sich gegen technisch bessere Mannschaften mit Erfolg zu behaupten. So mußte sich vor kurzem auch die Spiel- Dereinigung 1900 mit 1:2 geschlagen bef :nnen und damit den Butzbachern zwei wertvolle Punkte
überlassen. Ebenso hatte der Wetzlarer Sportverein gleich zu Anfang der Vorrunde Mühe, wenigstens einen Punkt retten zu können. Die Gäste haben vor Beginn der Saison ihre Elf stark verjüngt und sollen sich in letzter Zett im Zuspiel recht gut verbessert habm. Trotz allem werden sie jedoch kaum in der Lage fein, den Siegeszug der bis jetzt ungeschlagenen V. f. Bev zu unterbrechen. Voraussetzung für einen Sieg Gießens ist aber, daß sein Sturm bedeutend mehr Schuhkrast aufbringt als bisher, andernfalls er sich gegen die massive Vertttdigung des Gegners kaum wird durchsetzen tonnen. Wenn die übrigen Mannschaftsteile so arbeiten wie in dm letzten Spielen, werden sie auch gegen Butzbach ihrer Ausgabe gerecht werden. 3n Anb.'tracht der Bedeutung des Spiels für beide Mannschaften wird es einen scharfen Kampf geben, dessen Verlauf und Ausgang bis zu einem gewissen Grad einen Rückschluß auf das derzeitige Starkeverhältnis der beiden Gießener Vereine, die sich in einigen Wochen im Verbands rückspiel gegenüb erstehen werden, zulassen. ,
Butzbach hat seine Ligareservemann- schäft von den Punktspielen zurückgezogen, so daß die V. f. B.-Ligaroserve ohne Gcgner ist.
5>ie ©ritte ist auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe Gegner der gleichen der Spiel- oeretnigung und sollte im besten Falle knapp gewinnen können.
Die vierte Mannschaft tritt in Steinbach gegen besten Erste an und wird g?gen die eifrige Platzmannschaft alles aufbieten müssen, wenn sie um eine Riederlage herumkommen will.
Fußball in Heuchelheim.
Kommenden Sonntag empfängt der Sportverein 1920 Heuchelheim die erste Mannschaft von F. C. Teutonia Laubach zum fälligen Rückspiel. Daß Laubach ein nicht zu unterschä ;ender Gegner ist, haben die Heuchelheimer bei dem Vorspiel in Laubach gesehen: lagen doch die Laubacher bei Halbzeit noch mit 4:3 Toren in Führung, und erst nach schwerem Kampfe konnten für Heuchelheim die Punkte gerettet werden.
z. (£. Teutonia Steinberg.
Am kommenden Sonntag tritt Lollar mit seiner 2. Mannschaft in Steinberg zum Verbands-Rück» spiel an. Der Platzverein muß sich anftrenßen, wenn er ehrenvoll gegen die im Kommen befindliche zweite Mannschaft von Lollar abschneiden will. Der Ausgang ist offen.
Turnverein Lollar.
Sportabtcilung.
Am vorigen Sonntag hatte die Lollaver erste Mannschaft die gleiche des V. f. R. L i ch zu Gast und konnte die in Lich erlittene 2:1-Riederlage mit einem 3:0-6ieg wettmachen.
Kommenden Sonntag weilen die Einh-imischen als Gast zum fälligen ‘Tkrbanbdrüdfbtd bei der gleichen des 1. F. C. Großen-Bufeck. Dieser Gegner darf nicht unterschätzt Werdern zumal er auf seinem kleinen Platz schwer zu schlagen ist. Vergessen hier die Lila-Weißen besseres und ruhigeres Zusammenspiel, sowie die Hauptsache, das Schi ßen, so werden sie die erste Riederlage in der Rachrunde nach Hause bringen.
Fußballklub 1926 Großen-Duseck.
F.C. 26 Großen-Buseck I — Lollar L
F.C. 26 Großen-Buseck II — Ettingshausen II.
Am nächsten Sonntag treffen sich diese Mannschaften zum fälligen Verbandsfpiel.
LollarS Mannschaft ist als achtbarer Gegner im weiten Umkreis bekannt und dürfte am kommenden Sonntag in Großen-Buseck großes 3ntereffe Hervorrufen. Obwohl die Gaste im Vorspiel Sieger blieben und die härtere und körperlich stärkere Mannschaft besitzen, wird Gr.- Duseck alles aufbieten, um ein ehrenwertes Resultat herauszuholen. Hoffentlich wird der Schiri Hans Fischer (Gießen) das Spiel in den Händen behalten.
Die zweite Mannschaft empfängt die gleiche von Ettingshausen. Beide werden sich als gleichwertige Mannschaften einen zähen Kamps liefern, bei dem der Glücklichere Sieger bleiben wird.
D. f. n. Lich.
Am nächsten Sonntag empfängt Lich die 1. Mannschaft vom Sportverein Ettingshausen. Das Vorspiel hatte «’nen unentschiedenen Ausgang (22). Es treten hier also zwei gleichstarke Mannschaften an, doch kann man Lich ein Plus zuschreiben, zumal es auf eigenem Platze spielt.
mein Weib bist! Solch einen Menschen hättest du zum Mann bekommen, Maria! Geh, Kind, eh' es zu spät ist!“
Sie regte sich nicht.
„Komm," mahnte er bittend. „Ich bringe dich nach Hause. Rimm erst noch meinen Mantel! Du frierst sonst.“
Eine unerklärliche Schwäche machte sie taumeln. Halt suchend, fiel sie gegen eine der Kisten und schlug an die eisen besetzte Kante.
Er kniete schon vor ihr, fühlte warmes, rieselndes Blut, daS seine Finger glitschig machte und über seinen Aermel rann. 3n dem Dunkel, das in dem Raume herrschte, konnte er nur tasten. Er griff nach feinem Mantel und zerrte ihn vom Halen, ihn ihr als Kissen unter das Haupt zu schieben.
,.3ch hole Wasser, Maria!“ Er fuhr aus den Knien auf und drückte auf den Knopf seiner Taschenlampe.
Wit geschlossenen Augen, bis in die Lippen verblaßt, lag sie vor ihm.
Als er die Türe aufriß, um nach dem Brunnen zu laufen, der in dünnem Strahl Wasser aus einem Holz rohr spie, prallte er mit Diebow zusammen, der eben eintreten wollte.
„Da bist du ja, mein Lieber,“ sagte dieser erfreut. Sie duzten sich seit Tagen.
Alles Blut drängte Hettingen jäh nach dem Gehirn. Blitzschnell übenegte er. Maria hilflos siegen lassen, durfte er nicht: sie konnte sich möglicherweise verbluten. Gr wußte nicht, wie weit es fehlte und ob die Schramme gefährlich war. Ebensowenig durfte Diebow um ihr Hiersein wissen. 3hre ganze Weibesehre stand auf dem Spiel.
„Es ist nett, daß du kommst." würgte er mit Mühe heraus und zeigte bittend nach einet roh gezimmerten Dank, welcher die Hütte als Sehne diente. „3ch hole nur eben noch den Krug mit Wasser für morgen zu meiner Frühtoilette I — Dann komme ich, und setze mich zu dir.“
„Wollen wir nicht lieber hineingehen. Achim? Es ist ziemlich kühl draußen."
Hettingens Stimme kam vom Brunnen her. wo er eilig Wasser schöpfte. „Drinnen haben wir keine Sitzgelegenheit, auch kein Licht! 3ch komme im Augenblick, Kurt!“
Diebow schüttelte verständnislos den Kops. al6 Hettingen, vom Brunnen zurückkehrend, ihm die Türe vor der Rase zuschnappte.
Etwas verärgert Netz er sich auf die unbequeme Bank fallen und grub mit feinem Stock Figuren in den Sand zu seinen Füßen.
Plötzlich horchte er auf. Drinnen glaubte er ein leises Flüstern zu hören, dem wieder tiei?.e Stille folgte. Dann wieder halbverhattene Laute, die in Schweigen verebbten. Sollte Hettingen? — Aber nein, das war ja gar nicht möglich!. Z^rir Sorte dieser Männer gehörte er nicht.
Kommentare tauchten auf und tiefen Zweifel wach: Warum schlief er seit Tagen nicht mehr in der Villa? Warum hier draußen, wo niemand sein Tun und Lassen beobachten konnte? Zu Hause konnte er keinerlei Begleitung mitbringen! Aber hier!
Eine ganz niederträchtige Gemeinheit wäre das von ihm. Ob es eines der Bellinzoner Mädchen war, das sich ihm hingab?
Hettingens glänzendes Bild verblaßte vor seinen Augen. Er war doch möglicherweise nicht das, als was er ihn bisher angesehen hatte, der Edelmann ohne Fehl und Tadel, für den ihn die Mutter hielt.
Die Türe hinter ihm knarrte. 3oachim trat heraus und ließ sie wieder in den Riegel klappen. Diebow konnte in dem herrschenden Dämmer zwar sein Gesicht nicht genau erkennen, aber die Stimme kam ihm bedenklich schwankend vor.
„T*it du nun dem geheimnisvollen Phänomen schon auf die Spur gekommen?" frug er mit leichtem Spott.
Hettingen schüttelte den Kopf. „3ch muß «S erst noch herauSbringen. Hast du Lust, mit zum Tunnel hinaufzusteigen-" '
(Fortsetzung folgt.)


