Ausgabe 
10.9.1929
 
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Turnen, Sport und Spiel.

^auwettkamps im Kunstturnen.

Nach langen Verhandlungen steht es nunmehr fest, daß der geplante große G e r ä t e w e t t - kämpf im Kunstturnen zwischen den drei Großgauen des Mittelrheinkreises, den Gauen Rhein-Mosel (Koblenz), Frankfurt a. M. und Hes­sen (Gießen, Marburg, Bad-Nauheim) am 1 3. O k- tober in der Volkshalle zu Gießen zur Durchführung gelangt. Das in jeder Hinsicht als zufriedenstellend zu bezeichnende Kampfgericht setzt sich aus den bewährten Turnern Cratz (Mainz), Hofferberth (Darmstadt) und S ch a l- l e 5 (Wiesbaden) zusammen.

Die Neuner-Mannschaft des Gaues Frank­furt wird unter der Führung des bekannten Ge­räteturners M. Gebhard stehen. Als Führer des Gaues Rhein-Mosel wird W. Schmidt (Koblenz) genannt. Die Hessenmannschaft steht unter der Leitung des Gaumännerturnwartes M. Textor (Marburg). Die Gesamtleitung liegt in Händen des Gautürnausschuffes, dem einige Mitglieder der Gießener Turnerschaft zugeordnet werden sollen.

Die Gaumannschaften werden durch sog. Prü­fungsturnen vorbereitet, und durch Bewertung wird die Auswahlmannschaft zusammengestellt. Das erste Prüfungsturnen fand am vergange­nen Sonntag in Marburg statt. Einem mehr­gliedrigen Kampfgericht stellten sich unter Leitung von Gauoberturnwart Will (Gießen) nahezu 20 der besten Geräteturner des Gaues, die sich im Endresultat wie folgt gruppierten: 1. Fink (Mar­burg), 142J Punkte: 2. Sehrt (Großen-Linden), 124 P.; 3. Eckhardt (Nidda 123* P.; 4. Würtz (Krofdorf) 113* P.; 5. Textor (Marburg) 112 P.: 6. Keller (Burgsolms) 109i P.; 7. Volz (Bad- Nauheim) 107 P.: 8. Arnoth (Gießen) 102 P.; 9. Keßler (Großen-Linden 100 P. In dieser Zu­sammenstellung fehlen die hinreichend bekannten Turner Reuter (Gießen), Sinn well (Bad- Nauheim) G ö t s ch und Keil (Marburg). Ein zweites Ausscheidungsturnen findet am 28. Septem­ber in Gießen statt. Bei dieser Gelegenheit wird dann die Gaumannschaft in der Form, wie sie den Gau Hessen vertreten soll, zusammengestellt.

Handball beim Werbespieliag des Gaues Hessen (D. T.).

Mto. Jugend Tv. Wetzlar Jugend 7:1.

To. 1846 I To. Bad-Nauheim I 3:3.

Mtv. I Tv. Wetzlar I 6:2 (abgebrochen).

Tv. 1846 Jug. To. Bad-Nauheim Jug. 9:4.

Das Spiel 1846 I gegen Nauheim I endete un­entschieden. Gleich zu Anfang legten beide Mann­schaften ein sehr scharfes Tempo vor. Gießen war in der ersten Hälfte stark im Vorteil. Die Nau­heimer Hintermannschaft hatte alle Hände voll zu tun, um die wuchtig vorgetragenen, von der Läu­ferreihe gut unterstützten Angriffe des Sturmes der 1846er abzuwehren. Leider wurden nur zwei Er­

folge erzielt. Sichtliches Schußpech, mehrere Male war die Torlatte der Retter, bewahrte die Gäste in dieser Zeit vor einer höheren Niederlage. Mit 2:0 für Gießen wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause wurde das Spiel verteilter. Die fruchtlosen Angriffe des heimischen Sturmes wirkten etwas zermürbend auf die ganze Mannschaft. Nauheim konnte durch scharfe Schüsse ausgleichen unh sogar in Führung gehen. Doch gelang es den Gießenern bald darauf auszugleichen und den Schlußstand 3:3 herzustellen. Nauheims Mannschaft ist auch in diesem Jahre nicht zu unterschätzen. Ihr Fangoec- mögen ist glänzend, sie war darin, den 1846ern ziemlich überlegen. Besonders der Sturm war gut in Form, und lediglich ihrer guten Hintermann­schaft und dem Tormann, der wie immer auf der Höhe war, haben die Gießener das Unentschieden zu verdanken. 1846 spielte reichlich zerfahren. Manche Leute fielen ganz aus. Sie konnten weder laufen, noch fangen, noch zuspielen. Auch vermißt man einen gesunden Torschuß. Es ist klar, daß bei einer so ungenügenden Sturmarbeit die Hinter­mannschaft mit der Zeit überlastet wird und trotz großen Könnens nicht alles meistern kann. Anschei­nend fehlt dem Sturm das nötige Training, ohne das keine Erfolge kommen. Der Schiedsrichter leitete das Spiel einwandfrei.

Das folgende Treffen Mtv. gegen Wetzlar ent­täuschte etwas. Die Wetzlarer spielen nicht mehr mit demselben Elan, wie im vorigen Zahre. Der Sturm hat nicht mehr die alte Durchschlagskraft, er versteht nicht mehr zu schießen, dieses blitz­schnelle Ämspielen des Gegners, das glänzende Zuspiel, wie wir es in der letzten Runde oft bewundern konnten, fehlte vollkommen. Dem­gegenüber bot der Mtv. eine ansprechende Lei­stung. Der Sturm war schußfreudig, und auch die Hintermannschaft zeigte gutes Stellungsspiel. Rach Anpfiff entwickelte sich ein ziemlich gleich­wertiges Feldspiel. Durch Deckungsfehler der Wetzlarer Verteidigung und durch das wunder­bare Schußvermögen seiner Stürmer konnte der Mtv. bis zur Pause mit 5:2 in Führung gehen. Rach der Pause erhöhte er auf 6:2. Kurz nach dem sechsten Erfolg muhte ein Wetzlarer Spieler auf Geheiß des Schiedsrichters das Feld ver­lassen. Daraufhin brachen die Gäste das Spiel ab.\Ser Schiedsrichter hatte einen unglück­lichen Tag. Er leitete ganz unparteiisch, war aber in fast allen Entscheidungen von Pech verfolgt. Darunter litt das Spiel sehr. Trotzdem hätte Wetzlar das Spiel nicht abbrechen dürfen.

Die Zugendspiele, die vorher und nachher ausgetragen wurden, konnten viel mehr gefallen.

V. f. B.

Die Ligamannschast schlug ihren Ver­bandsspielgegner, F.-V. W a l l a u, am Sonntag mit 4:1 und gewann damit die ersten Punkte: Das Spiel enttäuschte insofern etwas, als man von der Platzmannschaft auf Grund ihres Sie­ges in Alsfeld eine bessere Leistung erwartet hatte. Wohl war sie ihrem Gegner in manchem,

besonders in der Ballbehandlung, überlegen: was jedoch stark vermißt wurde, war das genaue Zuspiel, mit dem sie noch vor acht Tagen gut gefallen konnte. Zeitweise war die Zusammen­arbeit zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen geradezu schlecht zu nennen. Aus der Hinter­mannschaft stach der nach längerer Pause erst­mals wieder spielende rechte Verteidiger hervor. Die Läuferreihe zerstörte recht gut und ließ den gegnerischen Sturm nur selten zur Geltung käm­men : in der Bedienung des Sturmes und üh Aufbau der Angriffsaktionen blieben jedoch viele Wünsche offen. Hierunter litt naturgemäß der gesamte Sturm, der im Rechtsaußen und dem Mittelstürmer seine besten Leute hatte. Zn der Vorschau war die Vermutung ausgedrückt wor­den, daß die in Gießen noch kaum bekannten Gäste wohl das ihr fehlende technische Können durch Wucht und Schnelligkeit ersehen würden. Sie haben jedoch am Sonntag bewiesen, daß sie beides recht gut vereinigen. Zhr Spiel ist un­gekünstelt, dafür aber forsch und sehr schneU. Auf eigenem Platz wird .Wallau,. selbst gegen stärkere Vereine, noch manchen Punkt gewinnen. Wenn einerseits eine gefällige Kombination und gut durchdachtes Spiel vermißt wurde, so ent­schädigte andererseits doch das bis zum Schluß anhaltende überaus flotte Tempo, sowie die Fairniß, mit der das Treffen von beiden Par­teien durchgeführt wurde. Selbstverständlich wurde hart gekämpft, jedoch ohne oaß die Gren­zen des Erlaubten überschritten wurden. Schieds­richter Henkel, Wetzlar, leitete korrekt und sicher. Mit 2:0 für D. s. D. ging es in die Pause. Der 4:1-Sieg und die damit errungenen beiden Punkte des V. f. V. sind ein erfreulicher Erfolg für die D. f. B.-Elf.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

o. Die vierte Senivrenmannschast unterlag am Sonntag auf dem Sportplatz Lie- bigshöhe der zweiten Elf Großen-Busecks 0:1. Die Gäste waren sehr eifrig bei der Sache, während es den Gießenern noch sehr an Zu­sammenspiel und Wettspielerfahrung mangelte. Eifriges, regelmäßiges Training ist hier am Platze, wenn die Derbandsspiele einigermaßen erfolgreich bestanden werden sollen.

Die 2. Z u g e n d gewann ihr erstes Pflicht­spiel gegen Grünbergs 1. Zugend mit 2:0.

Die 3. Z u g e n d verlor in einem Gesellschafts­spiel in Aßlar gegen die dvrtige sehr gute Zugend, wie nicht anders zu erwarten war, hoch mit 7:0.

19 00Zugend und Schüler kombiniert ge­gen eine gleiche Elf vom V. f. V. Friedberg sah die Einheimischen nach schönen Leistungen mit 3:0 siegreich, während sich die 2. Schüler- e l f der vorzüglichen 1. Schülermannschaft Gar­benteichs mit 3:1 beugen mußte.

Arbeiier-Turn- und Sportbund.

Preungesheim I Gießen I 5:1.

Zum fälligen Kreisklassenspiel mußte Gießens 1. Mannschaft am Sonntag nach Frankfurt-Preun­gesheim fahren. Während die Einheimischen in neuer Aufstellung antraten, hatte Gießen es vorge­

zogen, mit zwei Mann Ersatz die Fahr? anzulrek^ Der Beginn des Spieles brachte einen flotten, offe* nen Kampf, indem beide Gegner gleichwertig waren. Nach 20 Minuten konnte Gießen durch Strafstoß in Führung gehen, und diese bis Halb­zeit halten. Nach Seitenwechsel ging Preungesheim stark aus sich heraus und konnte durch Elfmeter den Ausgleich erzielen, dem es nach wenigen Mi­nuten das Führungstor folgen ließ und in ebenso kurzer Zeit das Resultat auf 3:1 stellte .Gießen fiel nun mächtig ab und konnte es trotz reichlicher Ab­wehr nicht'verhindern, daß die Platzbesitzer aus einem Gedränge zum vierten und kurz darauf zum fünften Tore tarnen und so die Gäste mit einer her­ben 5:1-Niederlage nach Hause schickten..

In den Waldungen der Gemeinde Beuern sand am Sonntag der

Herbstwaldlauf des 3. Bezirks

statt. Start und Ziel war bei allen Läufen der von herrlichem Wald umgebene Sportplatz. Nach Be­endigung des Waldlaufes fanden am Nachmittag leichtathletische Mannscyaftskämpfe statt, die gute Einzelleistunaen zeigten. Die Ergebnisse des Waldlaufes find:

Sportler über 18 Jahre, 5000-Meter* Laus: 1. Otto Balser, Gießen, 18,20; 2. Reinhold Belloff, Beuern, 18,47; 3. Otto Rüspeler, Gießen, 18,54 Min.

Turner und F u ßballer über acht« zehn Jahre, 1500-Meter-Lauf: 1. Willi Schardt, Watzenborn, 4,34; 2. Otto Balser, Gießen, 4:34,2; 3. Wilhelm ßeutner, Burkhardsfelden, 4:45,2 Min.

Sportler unter 18 Jahre, 1500-Meter- Lauf: 1. Wilhelm Hofmann, Alten-Buseck, 4,54; 2. Reinhold Belloff, Beuern, 4,56; 3. Hermann Leit­ner, AltenBuseck, 5,02 Min.

Sportler von 1 4 b i 5 16 Jahre, 1000- Meter-Lauf: 1. Otto Schneider, Beuern, 3,13; 2. Karl Opper, Daubringen, 3,14; 3. Ludwig Gilbert, Daubringen, 3,48 Min.

Sportlerinnen, 4X75 - Meter - Stafette^ 1. Heuchelheim 44,2; 2. Gießen 44,4 Min.

Resultate der Mann s cfj'a ftstämpfe, Sport« ler über 18 Jahre (4 Teilnehmer):

Schleuderball: 1. Krofdorf 164,16; 2. Heuchel­heim 159,14; 3. Staufenberg 154,46; 4. Herborn 137,12; 5. Beuern 135,20 Meter.

Kugelstoßen: 1. Heuchelheim 36,01; 2. Krof­dorf 35,96; 3. Staufenberg 35,92; 4. Beuern 31,05; 5. Herborn 30,21 Meter.

Weitsprung: 1. Staufenberg 22,90 ; 2. Heu­chelheim 22,27; 3. Krofdorf 21,95; 4. Herborn 20,56 Meter.

Sportler unter 18 Jahre (3 Teilnehmers Kugel st oßen: 1. Beuern 37,35; 2. Alten-

Vuseck 34,05; 3. Odenhausen 30,20 Meter.

Speerwerfen: 1. Odenhausen 123,39; 2« Beuerir 120,67; 3. Alten-Buseck 93,39 Meter.

Sportlerinnen über 18 Jahre: Weit- sprung: Heuchelheim 16,01 Meter; Kugelstoßen: Heuchelheim 23,90 Meter; Schleuderball: Heuchel­heim 105,60 Meter.

Sportlerinnen unter 18 Jahre: Hoch, fprung: Heuchelheim 4,75 Meter; 50-Meter-Lauf: Heuchelheim 33,2 Sek.

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Auto* und Fahrrad-Park am Circus.

Saatgetreide wird auf einer modernenPetkus"-Anlage gründlich gereinigt. Marl Rühl Troher Mühte bei Gießen. Obstversteigerung.

Am Donnerstag, dem 12. September b. 3., r- mittags 9/ Uhr, soll nach vor­heriger Zusammenkunft am südlichen Orts- ausgang von Langsdorf das gemeindliche Obst öffentlich meistbietend versteigert werden. 7433D

Hessische Bürgermeisterei Langsdorf.

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