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Nachdruck verboten
Ohne Gewähr
1. Ziehungstag
8. August 1929
10 ®etolnne su 2000 M.
Gewinn« »u 300 M. 2819
23018 26683 27682 28641 34385 39308 41444 46801
61345 63731 64049 70515 80184 82021
109160 111082
Im Gewinnrade verblieben: 2
Prämien zu je
251762 266221 276387
317246 317331 325671
20560
36985
68874
89119
97220
161872
234057
286646
Samstag.
Damenverein d. Hardt, 20i
240 । 19615 35811 68968 81614 96056
118371 141942
166549 203166 208328 244763 270434 286285 304584 328359 337356
357179 374073 390870
136106
226446
284207
60680 86467
118060 135904 153693 169625 196807 229906 251699 282416 297893 308712 336437
380665
100473
119809
139300 155738
183884 204243 237789
252966
283589
298722
314395
337240
392160
169704
233365
284736
377944
119975 145555 159648
187985
216780 238473 256889
283598
299091
316042 337642 392609
125986 146205
159865 188369 218825
238952 274687
283613
302205
316484 365314
394193
112993 128921 146614 163963 193721
221354 244988 275822 287967 303049 326.397
370662
307262
13889 31512
54411
77312
93992
16743 34631
68420 78834
94353 115088 139903 150081 192244 208217 244024 267509 283292 302194 323897 335471 365660 372250 390577
117310
131539 147684
169599
194794
224815
249018
280242
297368
307852 329857
380029
29381
40626
70320
91737
113728
137304 146375
187990 205359 225236 267145
282073
299239 323318 335442 345528
370551
387299
20910
40082
69765
90145 104251
13288
30287
53161
76980
93147
119606 143225 167714 203712 209647 259886 273269 287783 311039 333367 337399 357567 378963 392912
120339 146019
176475
204722 216008
264070 275012
287853 312069
333567
340317 359131
380222 394548
108736
128005 146163
183196 205058
217543
265560
278838
296475 318503
334988 345111
359170 382972
395925
In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen
4 Gewinn« ,u 10000 M. 193832 209568
2 Gewinn« ju 6000 M. 205205
2 Gewinn« ju 3000 M. 50647
Gewtnnauszug
5. Klasse 33. Preußisch-Süddeutsche (259. Preutz.) Klassen-Lollerie
7094 106871 240647
Aus der provinzialhauptfiadt
Gießen, den 10. August 1929.
Oie Kunst des Schauens.
„Gabelsberger": Vereinsabend a.
Uhr. — Kavallerie-Verein: Monatsversammlung, im Vereinslokal. — Verein ehem. L.J.R. 116: Versammlung bei Kam. M. Schrader. — Reichsbund der Zivildienstberechtigten: Monatsversamm- lung, 20.30 Uhr, „Stadt Lich". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die wunderbare Lüge der Nina Petrowna".
304302 314194
32 Gewinne ju 1000 M. 22084 24657 46636 66738 84614 168029 177646 244212 246021 291306 291898 292944 343771 353369 354370 385018
60 Gewinne ju 600 Dl. 3066 7003 69945 74348 89846 94099 115107 140293 141903 157454 157655 173292 191395 195264 197809 205096 207535
216003 218976 219675 221896 260839 261850
283837 315913 330273 330398 374960 377222
379272
— Tageskalender für
Kurzschriftoerein von 1861 und
toissermahen schärfst. .
Deshalb nimm, wenn's irgend geht, cm ©nj- zenbuch mit, und versuche, einen Baum, oder gar eine Landschaft mit dem Stift festzuhalten. Du glaubst, du kannst das nicht? Aber versuche es doch einmal! Dann erst lernst du wirklich schauen, übst ein Auge, lernst auf das Hauptsächliche 'achten. Gar manches Vorurteil verschwindet. Auf -einem Gemälde sahst du den Himmel grün. Das gibt es doch nicht. Wirklich? Geh einmal hinaus und schau, wenn ein Gewitter naht. Du wirst anderer Ansicht werden.
Ein Maler gab mir einmal den Rat, die Landschaft umgekehrt zu betrachten. 3ch sollte meine i Beine spreizen und dann durch diese Oeffnung, also gewissermaßen auf dem Kopf, die Gegend I vor mir ansehen. Das gab ein ganz anderes Bild. Oder halte ein Auge zu: wie flächenhaft erscheint alles.
So kannst du dich im Schauen üben, und du wirst tausend neue Einzelheiten entdecken.
Wer nicht gelernt hat, eine Landschaft in ihrer Gesamtheit, oder umgekehrt, das kleinste Stückchen Ratur in seiner Einzelheit genau zu beobachten, wer nicht auf das Farbenspiel und den Lichtwechsel qchtet, der kann auch nicht mitspre- chcn, wenn wir Kunstwerke, Gemälde u. a. betrachten. Richt die Maler dürfen uns erst zeigen, wie eine Landschaft aussieht, das müssen wir selber gelernt haben. Man kann sich dazu zwingen. Dann aber haben wir, wenn wir mit Muhe schauen, den wirklichen Genuh. Das Schöne kommt nicht zu uns, wenn wir flüchtig Hinsehen. Rur durch ernste, aufmerksame Betrachtung gelingt es uns, eine Landschaft usw. in uns aufzunehmen. Es ist wie überall im Leben: Richts kommt von selber, soll es ein wahrer Genuh sein. Wir können das wahre Schauen weder im sausenden Auto, noch vom 0-Zug aus lernen. Wir müssen wandern und stille stehen, dann erst geniehen wir und können mit Gottfried Keller sagen:
trinkt, o Augen, was die Wimper hält, von dem goldnen Lleberfluh der Welt!
B.
Gießener Wochenmarktprcise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190—200, Matte 30—35, Wirsing 20 bis 25. Weihkraut 20—25, Rotkraut 25—30, Gelbe Rüben 15—20, Spinat 20—30, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen, grüne, 20—25, gelbe 20—25, Erbsen 15—20, Mischgemüse 10—12, Tomaten 20 bis 35, Zwiebeln 10—20, Pilze 35—40, Kartoffeln 6, Frühäpfel 25—30. Falläpfel 4—5, Bir-
je über zwei Stunden zur bequemen Besichtigung des Ricderwald-DenkmalS, Besuch der Winzer- stuben usw. Rach abermaliger 2* xstündiger Dampferfahrt wird Koblenz erreicht, woselbst weitere zwei Stunden den Teilnehmern zur Verfügung stehen, um sich die Sehenswürdigkeiten von Koblenz, Deutsches Eck, Weindorf mit Ausstellung usw. anzusehen. Ankunft in Giehen 22.08 4lhr, so dah alle auswärtigen Teilnehmer rechtzeitig ihre Anschluhzüge erreichen. (Rähercs im heutigen Anzeigenteil.)
"Der Kellncrvereine. V. 1 9 0 4 feierte dieser Tage sein 25. Stiftungsfest. Am Dienstag fand im Dercinslokal ein Degrühungsabcnd statt, welcher bei bester Stimmung harmonisch verlief. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich die Bannerweihe am Mittwoch im „Hindenburg". Der musikalische Teil wurde von Mitgliedern der Kapelle des 1. (Hess.) Datl. 15 Lknf.-Reg. vortrefflich bestritten. Der Vorsitzende des Vereins, Gust. Ruhl, wies in seiner Begrühungsan- sprache auf die Treue der Mitglieder und das gute Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Gastwirtsgewerbe hin. Frau Ruhl überinittelte die Glückwünsche der Damen des Vereins und übergab das von diesen gestiftete Banner. Die Wciherede hielt Zimmermann-Offenbach. Er sprach von den großen Anforderungen, welche in der heutigen Zeit an die im Gastwirtsgcwcrbe tätigen Personen gestellt werden, denen nur verhältnismäßig geringe Zeit zur Ruhe und Erholung zur Verfügung stünde. Die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse wirkten sich auch im Gastwirtsgewerbe aus, deshalb müsse man auf eine Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls innerhalb des Vereins bedacht sein. Ein besonderes Gepräge erhielt die Bannerweihe durch Gesangsvorträge des hiesigen Quartettvereins, der auch im Laufe des Abends noch mit einer Reihe schöner Darbietungen auf- wartete. Als Zeichen der guten Beziehungen zu
I dem festgebenden Verein wurden diesem mit anerkennenden Worten wertvolle Geschenke überreicht von der Schühengefellschast 1926, den Vereinen „Llferkritik" und Ruderklub „Hassia", von der Gastwirteinnung, dem Vorstand und Aufsichtsrat des Seltcrssprudels Augusta Viktoria, sowie von Einzelpersonen. Anschließend an die Bannerweihe fand ein Festessen statt. Die weiteren Ansprachen brachten da»s gute Verhältnis innerhalb des Vereins und gegenüber den Gastvereinen zum Ausdruck. Eine besondere Ehrung wurde den Gründern des Vereins, Karl Busch und Heinrich Ruhl, zuteil, die zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Am Donnerstagabend sand auf der Lie- bigshöhe ein gastronomisches Sommerfest statt, dessen stimmungsvolle Durchführung in der Hauptsache den abwechslungsreichen Darbietungen der Kapelle des l. Batl. 15. 3nf..Regt. unter Leitung von Obermusikmeister Löber zu verdanken war. Die musikalischen Darbietungen wurden unterbrochen durch eine Reihe von Ansprachen; außerdem trug Frau Ruhl ein der Feier angepaßtes Gedicht wirkungsvoll vor. Den I 2ll»schluh des Abends bildete ein schön verlaufener Ball. Am Freitag früh fanden sich die Teilnehmer noch zu einem „Leisen Abtrunk" im „Deutschen Hof" zusammen.
8n der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen
2 ®«tDinne ju 10000 M. 198478
6 Gewinn« ju 5000 M. 51980 119353 384983
4 Gewinn« ju 3000 W. 132468 334417
16 Gewinne ju 2000 M. 42932 135003 235181 280380 301839 311029 335182 398230
34 Gewinne »u 1000 M. 16036 40939 54226 135410 161653 174683 181737 190506 213759 246552 255614 285974 334573 373831 378048 383591
— Tageskalcnder für Sonntag. Verfassungsfeier 1929, 15.15 Uhr, Volkshalle. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die wunderbare Lüge der Nina Petrowna".
— Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Am Dienstag. 13. August, wird dem Gießener Theaterpublikum eine interessante Reuer-
können. In gleicher Weise wird von feiten der Landwirtschaftskammer auch bei den Hack- und sonstigen Früchten verfahren.
** Der Krank em st and am 1. Juli. Rach der Zusammenstellung des Hauptverbandes deutscher Krankenkassen (Sih Berlin) betrug die Zahl der arbeitsunfähig Erkrankten am 1. Juli bei einer Mitgliederzahl von 5 852 343 (3 173171 männlich, 2 679 172 weiblich) 3,60 v. H. (3,40 v. H. männlich, 3,85 v. H. weiblich). Das bedeutet gegenüber den Ziffern vom 1. Juni eine Zunahme von 0,17 v. H. (3,21 männlich, 3,69 weiblich, im Mittet 3,43 v. H.). Die Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen (Stadt) hatte am 1. Juli bei 10 964 Mitgliedern (6193 männlich, 4771 weiblich) gegen den 1. Juni eine Abnahme von 0,39 v. H. zu verzeichnen, nämlich 3,11 v. H. der gesamten Mitgliederzahl (2,55 v. H. männlich, 3,84 weiblich). Die Ziffern vom 1. Juni lauten: Mitgliederzahl 11 153 (6379 männlich, 4774 weiblich), Krankenziffer 3,50 v. H. (3,31 männlich, 3,75 weiblich). Bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse Giehen (Land) hingegen stieg die Krankenziffer bei 8651 Mitgliedern (6163 männlich, 2488 weiblich) von
2,44 v. H. am 1. 3uni (2,24 v. H. männlich,
2,95 v. H. weiblich) um 0,57 v. H., also am
1. 3uli auf 3,01 v. H. (2,69 v. H. männlich, 3,78
v. H. weiblich).
** Letzte volkstümliche Rheinfahrt. Das Hapag-Reisebureau Gießen veranstaltet am Sonntag, 25. August, seine letzte diesjährige volkstümliche Rheinfahrt. Die Abfahrt mit Sonderzug erfolgt 6 älhr 32 Minuten früh mit Haltestellen in Großen-Linden, Lang-Göns, Butzbach. Bad-Rauheim und Friedberg. Ab Mainz mit Sondersalondampfer unter Begleitung von zwei Musikkapellen nach Rüdesheim und Aßrnanns- hausen. An beiden Orten ein Aufenthalt von
500000, 2 Gewinne zu fe 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 2 zu je 100000, 4 zu je 75000, 8 zu je 50(XX), 14 zu je 25000, 84 zu je 10000, 162 zu je 5000, 444 zu je 8000, 774 zu je 2000, 2084 zu je 1000, 4478 zu je 500.. 11566 zu je 300 M.
388876
62 öetotnne ju 500 TO. 24915 28221 53868 68128 89997 70165 71424 75278 87606 108002 120515 --- ------ ------ 172977 187896 224856
842114 ______
194 Gewinne »u 300 M. 2624 6087 8386 10216 10280
befestigt.
* Tödlicher Ausgang eines FaMilien st reite s. Der Polizeibericht meldet: 3n I der Liebigstraße wohnte der 48jährige zur Zeit arbeitslos gewesene Gärtner S. mit seiner Ehefrau, zwei erwachsenen und drei schulpflichtigen Kindern. S. war dem Trünke ergeben, worunter die Familie stark zu leiden hatte. Auch gestern hatte S. dem Alkohol wieder reichlich zuge- sprochen. Wegen Ablieferung des Verdienstes seines ältesten, 22jährigen Sohnes kam S. mit diesem vor der Wohnung in einen Wortwechsel, der anschließend in der Wohnküche zu Tätlichkeiten ausartete. Rachdem die sich Schlagenden von der Mutter und dem jüngeren Sohne getrennt waren und etwas Ruhe eingetreten war, stürzte der Vater von hinten auf den ahnungslos zum Fenster' hinausschauenden Sohn und packte ihn im Genick, um ihn zum Fenster hinauszustürzen. Der Sohn setzte sich zur Wehr und es kam zwischen beiden zu einem Ringen, wobei der Vater auf den Boden stürzte und mit Händen und Füßen um sich schlug; der Sohn wurde dabei am Schienbein verletzt. Durch die Vorgänge erregt, schlug der Sohn dem Vater mehrmals mit der geballten Faust ins Gesicht, worauf dieser sich plötzlich verfärbte und leblos am Boden liegen blieb. Die Todesursache steht zur Zeit noch nicht einwandfrei fest. Der Täter wurde kurz nach der Tat festgenommen und sofort einem Verhör unterzogen. Soweit bis jetzt festgestellt werden konnte, soll der Sohn an sich sehr friedliebend und der Haupternährer der Familie sein. | Fast seinen ganzen Verdienst lieferte er der ( Mutter ab.
* Betriebsunfall. Ein Arbeiter der Brauerei Denninghoff zog sich im Betriebe dieser Firma eine Schlagaderverlehung zu und mußte in die Chirurgische Klinik verbracht werden. Er hatte einen Kasten mit Bierflaschen getragen, ist dabei zu Fall gekommen und in eine Flasche gestürzt.
• Schulpersonalie. 3n den Ruhestand tritt auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten am 1. September d. 3. der Lehrer Georg H ö ch st an der Volksschule zu Odenhausen, Kreis Gießen.
" Die Museen sind am Sonntag von 11 bis 13 Uhr geöffnet.
* • Anlagenkonzert findet, wie bereits kurz mitgeteilt, morgen. Sonntag. 11 älhr in der Südanlage durch das Musikkorps des 1. (Hess.) Batl., 15.3nf.°Rgts. unter Leitung von Obermusikmeister Löber statt. (Rur bei günstiger Witterung.) Dortragsfolge: 1. Armeemarsch I, 10; 2. Ouvertüre zur Oper „Zampa", G. Herold; 3. Fantasie aus dem Musikdrama „Das Rheingold", R. Wagner; 4. Ungarische Rhapsodie Rr. 1 (in k^-Dur), Franz Liszt; 5. Armeemarsch I, 73.
" D i e Saatenanerkennungen, die von der hessischen Landwirtschaftskammer als zuständiger Behörde jährlich durchgeführt werden, sind nunmehr abgeschlossen. Diese Arbeiten müssen auf das sorgfältigste ausgeführt werden. Wird doch von den angekörten Feldern das Saatgut gewonnen, das unsere Landwirte im nächsten 3ahre zur Ansaat ihrer Felder von den Saatbaustellen der Landwirtschaftskammer beziehen. Rach dem diesjährigen Stand der angekörten Felder zu urteilen, wird das zu gewinnende Saatgut von guter Beschaffenheit sein.
** Landwirtschaftliche S orten- und Düngungsversuche. Zur Zeit werden überall im Lande von den Ackerbautechnikern der Ackerbau- und Grünlandabteilung der Landwirtschaftskammer für Hessen die Sorten- und Düngungsversuche zu Winter- und Sommergetreide geerntet. Die Ergebnisse dieser Versuche, die sehr viel Mühe und Arbeit kosten, werden den hessischen Landwirten zur Verfügung gestellt, damit sie die für ihre Verhältnisse in Frage kommenden Sorten bei unserem Getreide anbauen
Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.
Verantwortlich für Lokales: i. V. Dr. Th yriot.
Manche Leute glauben, eine Landschaft sei erst bann betrachtenswert, wenn Berge und Schnee- gipfel zum Himmel ragen. Eisfelder sich tocit» hin ausdehnen, dunkle Schluchten auftauchen, und steil abfallende Felswände drohen. Die See finden sie langweilig, ebenso die Heide.
Solche Leute tun mir leid. Sie haben nicht gelernt, eine Landschaft wirklich zu schauen. BKir« um auch in die Ferne schweifen? Wir brauchen nicht in die Schweiz oder an die See zu rcifen. Denn es ist überall schön, wenn wir uns nur Mühe geben wollten und uns richtig umblickten.
Von deinem Fenster aus schaust bu in deinen oder in des Rachbars Garten. Oder richtiger, du schaust gar nicht mehr hin; denn du weist ja, tote er ausiieht. Wirklich? Hast du schon einmal die verschiedenen Abtönungen und Farbenwirkungen beobachtet: am frühen Morgen, wenn noch die Tautropfen an dem Gemüse und an den Blumen glänzen, am heißen Mittag, wenn alles im Son- venlicht gebadet ist. am Dachmittag. wenn die Schatten länger werden, oder am Abend, wenn die Sonne zur Ruhe geht, bei bedecktem Himmel, wenn Wolken dahinjagen, bei Regenwetter, un Winter, wenn alles vom Schnee bedeckt ist, oder gar bei Mondenschein? Rein? Dann ver- fuche es einmal Es ist der 'Mühe wert. I j^^r alte hilfsbedürftige Meister einen I
Die Landschaft muß gar nicht so großartig sein, Fonds von60000 Mark zur Verfügung zu ^m uns zum Staunen zubringen. Setz dich nur ^Nen. Meister von über 65 3ahren, die in be- an den Waldrand, und schaue sn das kleine Tal bürfti Verhältnissen leben, sollen daraus eine vor dir! 3n leichten Stu, en steigt das Land an. monatIicbc Rente von etwa 50 Mk. erhalten. Die Wiesen wirken, weil sie iin Scha ten llegen finb bereits eine ganze Menge Gesuche hierzu viel freier, grüner als die Wecker mit Klee und eingelaufen. Einstweilen bedeuten 50 Mk. nur frucht, die noch die Sonne tri,ft. ^eber dem einen bescheidenen Zuschuß, aber eventuell können reifenden Getreide beginnt der ‘JSalD -wie er f ätcr höhere Unterstützungen verteilt werden,
Siehst du jetzt die blaue Farbe? DerWald j£[lg Opferwilligkeit der Meister dies gc- ift doch grün? Auf dem Dilde des berühmten giIt öic alten Meister vor bitterster
Malers aber war er blau. 3etzt siehst du es bewahren
auch- Schau wie er sich scharff gegen den Wend- Redner ging dann zu der bedeutsamen
?bhcbt! Run verschwindet das Blaue. I 5rage bec Altersversicherung für das Der Wald steht .inster. Aber di« Wolken' werden |clbftänbige Handwerk und Gewerbe über. Er von der Sonne geküßt. -Ueberhaupt die ^twickelte das Problem der Versicherung und ^o"en! stundenlang kann E" da schaE, und bic Aussichten ihrer praktischen Verwirk-
rmmer wieder wechselt das Bild. Der Sonnen- fid)ung Nachdem die Schwierigkeit, ja llnmöglich- untergang ist auch etwas für stch .-Un-n^lich! einer Zwangsversicherung in Gestalt der sagtest du neulich als du daf ^lld m der Mappe invaliden- und Altersversicherung der Arbeiter betrachtetest. Und nun? 3st s nicht so? Leuchte ^kennzeichnet worden war. kam der Redner auf incht alles Ringsum? Richt nur der Simmel Vorteile einer freiwilligen Versicherung zu scheint zu brennen, sondern auch Baume. Strau- Unb empfahl hier vor allem die auf
un& rast fiA «in PBinn- die Bedürfnisse des Handwerks eingestellte Le-
Du schaust zur Erde. Da läßtsich en SP bens- und Rentenversicherungs-Anstalt fürHand-
Icin am Faden von einer glanze zum Boden Gewerbe. Die Beamten und die Ar-
herab. da lau.t eine Ameise, tragt vielleicht ^ben ihre Altersversicherung. Die Ein-
eme Last, die das Mehr,ache hres' «J* gliederung des Handwerks in eine Zwangsver-
gewichtes darstellt, da sitzt .Heup,erdchen. fid)crung toäre falsch. Rur eine Versicherung
?uppl weg ist es. Mehr^gls Oinfz fl 15$ auf Gegenseitigkeit kommt in Betracht,
sprang es. als es selbst mißt Da rennen go be wurden ferner Organisütionssragen behan-
Kafer. schweben Schmetterlinge, summen B e URÖ babei bedauert, daß der Handwerker-
nen und Hummeln 3a, die einsamste Stelle auf ^b den Wert der Organisation nicht erkannt | der Wiese, am Wegrand, ist Nicht tot, s habe. Die Handwerker müßten hinein in die Poll- I
lebt taufcnbiacf). Du kannst schauen, wohn tischen Parteien, um die Gesetzgebung in ihrem willst- . . _ «y,., 3nteresse beeinflussen zu können. Die Beamten-
Sieh einmal die Baume, die dort stehen. D habe durch ihre straffe Organisation ihre
glaubst, emc Eiche zu kennen. Hast du schon cm« berechtigten Forderungen durchgesetzt. Rur auf mal den dicken, zerrissenen Stamm angesehenund m ß iönne auch das Handwerk sich wie- dem Auge immer we- ter. gle.ten las en? * sichere.Existenz und eine bessere Zu- Wie die unteren Aeste sich wuchtig aus dem star- schafstn. Rach lebhaftem Beifall dankte
ken Stamm abzweig^.ww sie wieder gesonderte Vorsitzende Becker dem Redner für seine
Teile bilden, em Leben scheinbar für sich fuhren, oruafübrunaen bann die Zweige, die Dlätterl Wie sie alle zum ^usmy^ng^ Kisker,
Licht btängen! Run rauscht der Daum im Wrnda ^3 Versicherungsanstalt für das
So,ort ändert sich das Dild. Dausend Sarden ^fbständige Handwerk 'und Gewerbe, über die tauchen au,. Sinmal &iet, einmal borl ein San. 8 un6 Dorteile der Anstalt. Gestützt
nenkreIschen. Jetzt erglänjen die Matter hell. Fittiche Del,stiele, schilderte er deren be.
«tun. dann wieder ''egen ste 'M Schatten der l Einrichtungen. Die Tatiache,
anderen Ganze Teile leuchten au, wenn,&ie „k 8L^stsver,ichernngsanstalt für Hand. Sonne durchdringt, die ?^de scheint z _ werk und Gewerbe ihren Versicherten nach der Wolken kommen wieder ein anderes D ld. D s Inflation eine hundertprozentige Aufwertung hart steht die Eiche. __ f n hat zuteil werden lassen, wurde besonders unter-
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Schönheiten, °8tdeckst du erst wenn du awmer!. 9 ^nVo3ortra?'folgte eine lehr lebhafte Aus. fam und lange Zeit hmschaust. deine B cke g | sbrache. Tapeziermeister Dock und Bauunternehmer Becker sprachen über die Möglichkeit einer Altersversicherung der älteren Meister. Die Schreinermeister Weinert und Lenz sprachen im Ramen der Versammelten den Dank für die Bemühungen der Führer des Handwerks um das Zustandekommen einer Altersversicherung aus. Besonderen Beifall fanden die Ausführungen Lautenbachers über die grundsätzlich beschlossene Altershilfe für alte bedürftige Handwerker, die nicht mehr Aufnahme in einer Altersversicherung finden können.
So gestaltete sich die Versammlung zu einer einmütigen Kundgebung für den Gedanken einer baldigen praktischen Lösung der Frage einer Altersversicherung für Handwerk und Gewerbe. Bauunternehmer Becker schloß die Tagung mit herzlichen Dankesworten an alle Redner des Llbends.
Daten für Sonntag, 11. August.
Sonnenaufgang 4.38. Sonnenuntergang 19.31. Mondaufgang 12.25. Monduntergang 22.14.
1656: der Heerführer Octavio Piccolomini in Wien gestorben; — 1778: der Turnvater Friedrich Ludwig 3ahn in Lanz geboren; — 1919: Verkündigung der Weimarer Verfassung; — der amerikanische Großindustrielle Andrew Carnegie in Stockbridge gestorben.
Daten für Montag, 12. August.
Sonnenaufgang 4.40. Sonnenuntergang 19.29. Mondaufgang 13.39. Monduntergang 22.23.
1848: der Begründer des Eisenbahnwesens George Stephenson in Taptonhouse gestorben; — 1901: der Polarforscher Adolf Erik Ror- denskjöld in Dalbhö gestorben.
Vornotizen.
nen 10—30. Sauerkirschen 40—50, Heidelbeeren s scheinung geboten. Die Wiener Presse spricht 35—40, Stachelbeeren 20—25, 3ohannisbccren 20 | sich äußerst lobend über ,D ö f i r 6“, die neue, bis 25. Himbeeren 40—45, Pflaumen 15—20, dreiaktige Komödie von Sacha Guitrh aus.
Zwetschen 25— 30, Mirabellen 30—35, Reine- . ♦
clauden 30—35, Honig 40—50, 3unge Hähne M . tl ..____
120—130, Suppenhühner 100—120 Pf. das Pfund. ?on den S t r a h e n h e r st e l l u n g s- Tauben 70-90, Eier 14. Blumenkohl 30-80, ^be/ten. Die Reustabt ist un Unterbau fer-
Salat 10-15 Salatgurken 15-50, Einmachgur- tiggestellt und harrt nach erfolgtem Trocknen des
kn 2-4? Endivien 15-25. Ober-Kohlrabi 10 Asphaltbelags. Zur Zeit werden hier die Burger-
bi« 12 Paueb 10—15 Rettick 10—20 Sellerie steige links und rechts mit neuem Asphalt per-
^15' Ä m. Ääk 10 6tüd H f?6en; Die Herrichknngsarbesten dee ®eftanlage
Pfennig. Radieschen das Bund 10-15 Pf. Apri- smd letzt in Angriff genommen. Der- Straßen eil
ko en 40-50, Pfirsiche 60-65 Pf. das Pfd. Kar- rechts der Fahrbahn hat man aufgebrochen, um
tnffeln 5—5 50 Mk her Zentner Kabellegungsarbeiten vornehmen zu können. Die
tofseln 5-5.50 ^ilk. per Zentner. gleichen Arbeiten sind in folgenden Straßen vor-
Altersversicherung für Handwerk und genommen: Walltorstrahe (von der Draugasse iAomorfio ab), Rordanlage mit dem Anschluß an die West-
anlage. Der Bürgersteig der Goethestraße (rechte
Am Donnerstagabend versammelten sich un Seite) zwischen Südanlage und Löberstrahe wird Hotel Hindenburg auf Einladung der Hessi- ebenfalls asphaltiert. 3n der Friedrichstraße, schen Handwerkskammer-Reben- zwischen Frankfurter Straße und Röntgenstrahe, stelle Gießen zahlreiche Handwerker aus Gießen wird an der Ausbesserung der Fahrbahn gcar- und den Rachbarorten. Bauunternehmer D e ck e r, beitet. Die Kaiserallee zwischen Ludwigsplah der die Versammlung leitete, begrüßte besonders und Moltkestrahe ist zur Zeit gesperrt. Hier wird den Redner des Abends, Landtagsabg. Schreiner« fccr Schienenstrang der elektrischen Straßenbahn meister Hans 2a u te n b ach^e r aus Dieburg. mit gebrannten Kunststeinen (Schlackensteinen) neu „Die Möglichkeit einer auskömmlichen Altersversicherung für das selbständige Handwerk und Gewerbe, sopie die neue Altersfürsorge der Hessischen Handwerkskammern", das war das Thema, über das der Redner in klarer, ausführlicher Wcise referierte. Die Vollversammlung der Handwerkskammer — so führte er aus — hat beschlos-


