Ausgabe 
10.7.1929
 
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Seit Jahrzehnten dte bevorzugte Nahrung für SAugfinge, die nicht gestillt werden oder die entwöhnt werden »Olten. Unübertroffen bei allen Verdauungsstörungen besorgtere bei BrecbduectitaB und Oerrokatanh,

Reit- und Zahriurnier

und Prämienmarkt in Alsfeld.

Alsfeld, 9. Iuli. Am Sonntag fand bas im Zusammenhang mit dem Prämien- markt eingerichtete 5. Reit- und Fahr­turnier des Alsfelder Reit- und Fahrvereins unter Mitwirkung der Reiter- Abteilungen Angenrod, Büßfeld, Eudorf, Rieder- Gemünden, Reibertenrod, Romrod unter der Lei­tung des Rittmeisters a. 'S). Graf v.Bredow statt. Rach einer bereits am Samstagnachmlttag abgehaltenen Vielseitigkeitsprüfung in Form eines Geländeritts, an dem etwa 20 Reiter teilnahmen, wurden am Sonntagnachmittag auf dem Renn- plahgelände die einzelnen Konkurrenzen unter guter Beteiligung ausgetragen, bestehend in Ab­teilungswettbewerb, Reiterprüfung, Jagdspringen, Gruppenspringen, Trabreiten und einem Galopp­rennen, Eignungsprüfung für Arbeitspferde im Gespann. Die Preisverteilung fand 'abends im großen Saale desDeutschen Hauses" statt, wobei Oberlandsiallmeister a.D. Schörke, Darmstadt, eine Ansprache über die Bedeutung des Reit­sportes für die jugendlichen Landwirte hielt. An die Preisverteilung schloß sich ein gutbefuchter Reiterball an.

Am Montag fand sodann der Prämien- markt statt, der vom Wetter begünstigt war und sich eines sehr guten Besuchs aus dem Kreise Alsfeld und aus den Rachbarkreisen erfreute. Besonders stark waren die Schwälmer aus dem

** Ernennungen beim Polizeiamt Gießen. Durch Verfügung des Hessischen Mini­steriums des Innern wurden mit Wirkung vom 1. April d.J. ernannt: Kriminalsekretär Karl H of» mann zum Kriminalpolizeimeister, die Kriminal» Hauptwachtmeister Gustav Holzigel und Ludwig Modus, sämtlich bei dem Polizeiamt Gießen, zu Kriminalsekretären.

** Vorschriftsmäßige Müllgefäße! Nachdem die Ortssatzung sowie die Polizeiverord­nung über die Reinigung der Straßen und das Wegschaffen des Mülls in der Stadt Gießen er­lassen ist, werden alle Einwohner oom Städtischen Trefbauamt aufgefordert, die vorschriftsmäßigen Müllgefäße umgehend zu beschaffen. Nach dem 1. August 1929 wird Müll aus unvorschriftsmaßt- gen Gesäßen nicht mehr entleert. (Näheres ist aus der gestrigen Bekanntmachung zu ersehen.)

** Wohnungseinbrüche und Fahr­raddiebstähle. Der Polizeibericht meldet: Am 7. d. M. wurden in der Stadt Gießen Zwei Woh­nungseinbrüche ausgeführt. Den Dieben fielen im ersten Fall 50 Mark, im letzten Fall 443 Mark und 130 Mark altes Silbergeld, bestehend aus 1», 2-, 3-

wechselten mit gesellschaftlichen Zusammenkünften und Beranstaltungen ab. 2n einer eindrucksvollen Versammlung wurde die parlamentarische Arbeit der Frau von den Abgeordneten verschiedener Rationen behandelt. Selbstverständlich bildete die Verhütung zukünftiger Kriege einen wichtigen Bestandteil aller Besprechungen: es wurde eine Eingabe an den Völkerbund verfaßt betr. die Einberufung der Abrüstungskonferenz, Abschaf­fung des Angriffskrieges und der militärischen Besetzung. Eine gewisse Enttäuschung bereitete eine Kundgebung für Frieden und Völkerbund, denn hier zeigte sich wieder deutlich, wie weit wir noch von einer wirklichen Befriedung der Welt entfernt sind. Dem Völkerfrieden diente auch eine Feierstunde in der Volksbühne. Sie gipfelte in dem SchlußwortDie Waffen nieder" und erhielt einen weihevollen Abschluß durch den Schlußchor der neunten Symphonie. Erwähnt sei noch, daß sich die Tagung mit den Wünschen eines neuen Bundes befaßte, open door council benannt, dessen Gründerinnen die gesundheit­lichen Schutzgesehe für Arbeiterinnen aufgehoben sehen wollen: diese Forderungen wurden jedoch großer Mehrheit abgelehnt. N. M.

Verband

Hessischer Zustizbureaubeamten.

Am vorigen Sonntag hielt der Verband hessischer Iustizbureaubeamten seine diesjährige, außerordentlich gut besuchte 2 ah - resversammluna unter der Leitung des Vorsitzenden Dost, Mainz, im Llniversitätscafö in Gießen ab. Zu der Tagung waren u. a. der Vorsitzende des Verbandes hessischer Verwal­tungsbureaubeamten, W e y r i ch, Darmstadt: der Vertreter des Verbandes der Beamten des mitt­leren Äenstes, W e h l a n d, Darmstadt, unb als Vertreter des Iustizsekretärverbandes, Eisen­hauer. Darmstadt: Michel, Darmstadt, und Schneider. Mainz, erschienen.

Aus dem Geschäftsbericht des Vorsitzen­den ging hervor, daß die Mitgliederzahl des Verbandes im vergangenen Jahre wesentlich ge­stiegen ist und sich heute auf etwa 350 Personen belauft, Heber die finanziellen Angelegenheiten und die Sterbekasse des Verbandes berichtete der Rechner 2 o st, Mainz, der dabei ein Barver­mögen der Organisation im Betrage von 894 Mk. ausweisen konnte. Rach einer Aussprache über den Geschäfts- und Kassenbericht wurde dem Rechner und dem Vorstand Entlastung erteilt.

Hierauf beschäftigte man sich in eingehender Debatte mit der Frage der Verschmelzung des 2ustizsekretar-Verbandes mit dem Verband hessischer 2ustizbureau- be amten. Der Delegierte Acker, Offenbach am Main, erstattete den Bericht über die Vor­verhandlungen, anschließend wurde eine große Reihe von Cinzelfragen des erstrebten Zusammen­schlusses erörtert. Rach mehrstündiger Aussprache wurde folgender Beschluß gefaßt:Der 2ustiz- sekretar-Verband schließt sich dem Verband hessc- scher 2ustizbureaubeamten an unter Beibehal­tung des letzteren Ramens. Die Mitglieder ge­nießen sofort alle Rechte der Vollmitglieder (Sterbekasse usw.), die Aktiven und Passiven wer­den mit übernommen." ,

Anschließend wurde die Frage des Beitritts zum Hessischen Beamtenbund in längerer Aus­sprache erörtert, von einer Beschlußfassung jedoch zunächst abgesehen.

Bei der R e u w a h l des Vorstandes bat der seitherige Vorsitzende D o st, Mainz, mit Rücksicht auf seine angegriffene Gesundheit von seiner Person abzusehen, obwohl die Versamm­lung ihn einstimmig wieder mit dem Vorsitz des Verbandes betrauen wollte. 2n Anbetracht des Wunsches Dosts wurde er von der Führung des Verbandes entbunden, und zum 1. Vorsitzenden Schäfer, Darmstadt, gewählt. Das Amt des 2. Vorsitzenden wurde dem seitherigen Führer Dost, Mainz, mit dessen Zustimmung übertragen. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind: 1. Rechner Jost, Mainz: 2. Rechner Vogel, Offenbach: 1. Schriftführer Scharmann, Darmstadt: 2. Schriftführer Siher, Gießen: Beisitzer Firn­haber, Gießen: Reichert, Mainz, und Michel, Darmstadt.

Eine Anzahl Anträge, die der neue Vorsitzende Schäfer, Darmstadt, bekanntgab, wurden dem Vorstand zur weiteren Behandlung übergeben. Hierauf wurde der vom Rechner 2 o st, Mainz, ausgearbeitete Voranschlag genehmigt, ferner als Ort für die nächstjährige Tagung Mainz bestimmt.

und 5-Markstücken Sn Ne Hande, d« wurden fern« 1 gestohlen: Ein Herrenrad, MarkeLindcar", Fabr.- Rr. 47 137, Rennlenkstanae, schwarzer Rahmenbau und rote Schlauchreifen. Auf der Fahrradglocke be­findet sich die Aufschrift Forbach-Ruttershanfen: ein Herrenrad, MarkeDürkopp", schwarzer Rahmen» bau, schwarze Felgen, am hinteren Schutzblech ist eine Beule, die schwer auszubiegen ist. Ferner: aus einem Personenkraftwagen eine Lederjacke aus dun­kelbraunem Nappaleder, innen mit Tinte gezei» net Dr. W.

** Oberhefsifche Gesellschaft für Ratur - und Heilkunde. Die Raturwissen- schaftliche Abteilung der Gefellschast hält am Donnerstag, 11. b. M., im großen Hörsaal des Physikalischen Instituts eine Sitzung ab. (- heres in bet gestrigen Anzeige.)

Darietö-Abend beim Schützen- fest. Für heute abenb 20 Uhr ist von der Lei­tung deS Gießener Schützenfestes im Rahmen bes Programms eine große Varüetö-Dvrführung in der Volkshalle angesetzt, in der Frankfurter und Wiesbadener Künstler und Künstlerinnen, im ganzen 27 Personen, eine reichhaltige Darbie­tungsfolge abwickeln werden, wobei u. a. Equili- bristik, Akrobatik, 2ongleurkunst, Türkische Gym­nastik, Kraftakte, Revue und Ballett zu iyrem Rechte kommen sollen. Der Besuch der Veranstal­tung und die Beachtung der heutigen Anzeige sei

Streife ZiegenyrM Ersten 99 wärest Äffi« trieben: 156 Ziegen, 141 Pferde, 197 Stück Rind­vieh (darunter 40 Dullen zur DersteigeruÄg), 403 Ferkel, 26 Schafe. Das zur Prämiierung vor­geführte Tiermaterial wies gegen früher eine wesentliche Besserung auf, tote die Preisrichter feststellen konnten. Vor Beginn der Vorführung der prämiierten Tiere hielt der Vorsitzende des Landtoirtschaftskammer - Ausschusses für Ober­hessen. Oekonomierat Breidenbach, eine An­sprache, in der er auf die Wichtigkeit der Tier­zucht für den Betrieb der Landwirtschaft be­sonders hintoies und der Hoffnung Ausdruck ver­lieh, daß für die darniederliegende deutsche Land­wirtschaft bald wieder bessere Zeiten kommen möchten, da ohne eine gesunde Landwirtschaft bad Deutsche Reich nicht existieren könne. Rach Be- enbigung bcr Prämiierung fanb eine Dullen- auktion bes Lanbwirtschaftskammer-AusschusfeS für Oberhessen statt, zu welcher 40 Dullen bet: hessischen Fleckviehrasse aufgetrieben waren. Von ber ben Oemeinben unb Zuchtgenossenschaften hierburch gebotenen Gelegenheit, gute Zuchttiers zu erwerben, würbe reger Gebrauch gemachte bic meisten Tiere würben verkauft. Der Höchsts Preis, ber für einen Dullen erzielt würbe, be­trug über 1000 Mk. An Prämien für prämiierte Tiere, Pferbe, Rindvieh, Ziegen unb Schafe tarnen rund 4400 Mk. zur Auszahlung. 2m An­schluß an die Marktveranstaltung vereinigten sich die Preisrichter unb die sonst von der Stadt ge­laßenen Gäste im HotelDeutsches Haus" zu einem Festessen, wobei Bürgermeister Dr. V ö l s i n g die Begrüßungsansprache hielt. Für die Landwirtschaftskammer hielt deren Präsident. Oekonomierat Hensel, eine Ansprache, worin er die Bedeutung der Prämienmärkte für die Hebung ber Viehzucht würdigte unb ber Stadt Alsfeld insbesondere seinen Dank aussprach für die großzügige und mustergültige Ausgestaltung des Alsfelder Prämienmarktes, ber unter ben Oberhessischen Markten eine führenbe Rolle ein­nähme. Für den Kreis Alsfelb sprach KreiS- direktor Dr. Stammler, ber besonbers bie guten Beziehungen zu bem benachbarten preußi­schen Kreise Ziegenhain unb ben Bewohnern bei Schwalmtales in treffenben Worten hervorhob. Für bie Züchter sprach Oekonomierat Müller, Reuhof, anerfennenbe Worte.

Die Veranstaltung, ebenso wie bas Reit- unb Fahrturnier, bars auch in diesem 2ahre wieder als in allen Teilen wohlgelungen gelten.

Strafkammer Gießen.

Gießen, 9.2uR. Ein kleiner Fabrikant aus der Gege-nd von Ortenberg war vom Dezirks- schöffengerlcht Gießen zu sechs Monaten Gefäng­nis wegen Konkursverbrechens verur­teilt worden. 2lls er merkte, daß er sich in seiner Drahtzieherei nicht halten konnte unb bem Äon* kurs entgegen ging, ließ er burch seine Mutter eine erdichtete Konkursforderung von mehreren tausend Mark geltend machen. Außerdem hat er keine Handelsbücher geführt. Gegen das ilrteil verfolgte er Berufung. Inzwischen war er vom gleichen Gericht zu zwei Wochen Gefängnis ver­urteilt worden, weil er es unterlassen hatte, für: seine Arbeiter Marken zu kleben unb die ein* behaltenen Beträge für sich verwendet hatte. Auch hiergegen verfolgte er Berufung, unb die beiden Sachen wurden verbunden und heute ge­meinsam verhandelt. Da das Vorbringen deS Angeklagten, seine Mutter, eine Landwlrtswltwe, bie derartige Beträge aus ihrem kleinen Betrieb niemals herauswirtschaften konnte, fei ihm diesen Betrag wirklich schuldig gewesen, auch heute widerlegt wurde unb auch im übrigen bie ersten Urteile zutreffenb waren, würben bie Berufun­gen zurückgewiesen. Zugunsten des Angeklagten würbe nur festgestellt, baß bie Nichtführung ber Handelsbücher nicht in Hinterziehungsabsicht er­folgt war. Für bas Strafmaß war bies ohne CBcbeutung. Aus beiben Strafen wurde eine ®e- samtgefängnisstrafe von sechs Mo­naten einer Woche gebildet.

Ein gewerbsmäßiger Bettler, ber vom Amtsgericht Friebberg zur Uebertoeifung an die Landespolizeibehörde (Arbeitshaus) verur­teilt worden war, verfolgte gegen das Urteil Be­rufung. Er hatte keinen Erfolg.

n Deutschen Sängerbund c beim Landgericht Der. lng gegen den Kassierer des Re dl in wegen Zungen eröffnet & slcitung des Deutschen Mglicderbeitrage in unterschlagen zu haben, et sich nicht nur darauf, Mn veruntreuten Gel- auch die Frage zu klä- ÜJnfange leitende Per« n Sängerbundes an den gt gewesen sind.

i aus der Nordsee.

r untergegangenen Schiss en schwedischen Dampser chrt von Schweden nach Besatzung des Dampfers id worden.

lyork und Dafhinglon.

)orf herrschenden unge» he Personen oom hitz- . Sieben Personen sind i. Äoch aus ben benafy ife durch die Hitze ver» neidet. ÄN WVM- >x auf R Grad Celsius.

Erstes oberhessisches preishüien bei Hungen.

Das von ber Ortsgruppe Gießen unb llmgegenb des Vereins für Deutsche Schäferhunde vor einigen Tagen bei Hungen veranstaltete Erste oberhessische Preis­hüt e n , bas den hohen Wert des hochgezüchteten Deutschen Schäferhundes für bas Hüten ber Schafherbe beweisen sollte, hattewie man uns in Ergänzung unseres kürzlichen Derrchtes noch mitteilt einen vollan Erfolg. Die Dewer- tung ber Leistungen ber vorgeführten Hunde ergab folgenbes Resultat (D. vorzüg­lich; s. g. sehr gut; g. ---- gut):

1. Alldeutscher Schäferhund .,Schallo". Besitzer und Führer Schäfer Binzer, Kirch-Göns. Wan­derpreis des ehern. Großherzogs, Ehrenpreis unb 15 Mk. _

2. Arnanba v. b. Bodequelle, Bescher und Führer Schäfermeister Grtmer, Northeim. D. Ehrenpreis unb 15 Mk.

3. Meta v. Scheuerschloß, Bescher Karl Scheer, Kassel, Führer Schäfer Scheel?. Borken. V. Ehren­preis unb 15 Mk.

4. Norma v. Tief en weg, Besitzer Hch. Ra­benau. Staufenberg, Führer Schäfer OSäumler, Staufenberg. D. Ehrenpreis unb 15 Mk.

5. Dirnbel v. Herzog Heban, Besitzer O. G., Gießen, Führer Schäfer Pfannkoch, Nibba. B. Ehrenpreis unb 15 Mk.

6. Prinz, Bescher unb Führer Otto Hofmann, Steinheim; s. g. Ehrenpreis unb 10 Mk.

7. Lux, Bescher unb Führer Schäfer Wirth, Wetterfelb; s. g. Ehrenpreis unb 10 Mk.

8. Prinz, Besitzer unb Führer Hch. Treut. Glau- berg; s. g. Ehrenpreis unb 10 Mk.

9. Prinz. Führer unb Besitzer Otto Klaus, Hungen; s. g. Ehrenpreis unb 10 Mk.

10. Greif, Besitzer unb Führer Hch. Danbev- heibt, Dillingen: s. g. Ehrenpreis unb 10 Mk.

11. Prinz, Besitzer unb Führer Schäfer Dmzer, Kirchgöns; s. g. Ehrenpreis unb 10 Mk.

12. Erich v. Zuchtgut, Besitzer E. Düthe, Fritz- lar, Führer Schäfer Kunzemann. Fritzlar; s. g.

13. Nixe v. Detershagen, Bescher unb Führer Schäfer Kunzemann, Frchlar: s. g.

14. Asta v. b. Bodequelle, Bescher unb Führer Schäfermeister Ertmer, Northeim: g. Ehrenpreis und 5 Mk .

Daten für Donnerstag, 11. Juli.

Sonnenaufgang 3.55 Uhr, Sonnenuntergang 20.15 Uhr. Monbaufgang 9.37 Uhr, Monbuntergang 23.02 Uhr.

1700: Stiftung bcr Akademie ber Wissenschaften in Berlin; 1897: ber schwedische Ingenieur S. A. Andrse steigt auf Spitzbergen im Freiballon zur Fahrt nach dem Nordpol auf.

Bornotizen.

lägest alenber für Mittwoch: Schützenfest: Varietö-Abend. BäckervcreinFrüh auf": Versammlung, 20,30 Uhr. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Der lustige Witwer",Tommy wird Filmstar" unbLiebe macht seekrank".

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Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Papierkörbe in den Gießener Strafen.

Ein Anblick scheußlich und gemein, Drum z>:h' der Magistrat sie ein."

Christian Morgenstern.

Es war ein guter Gedanke, daß die Straßenbau- Verwaltung, ehe sie sich zur Anschaffung richtiger Papierkörbe entschloß, zunächst einmal durch einen Versuch feststellen wollte, ob sich die Sache auch lohne, ob die lieben Gießener auch von den Papierkörben Gebrauch machen würden. Und der billigste Weg dafür war es zweifellos, wenn einfach alte Marmeladeneimer, die ja überall lästig Herumliegen, genommen, rot und weiß ange­strichen unb an einem In die Erde gerammten Pfahl aufgehängt wurden. Schön sah es ja nicht aus, aber drastischer konnte gar nicht gezeigt werden, zu welch schrecklichen Folgen das achtlose Herumwerfen von Papier usw. schließlich führen kann. Aber wir sind jetzt genug bestraft: wir haben begriffen und bitten bie Straßenbauoerwaltung, bie zur Abschreckung aufgestellten Blechtöpfe, durch die Straßen unb Anlagen entstellt werden, schlimmer entstellt werden, als sie durch noch soviel Herumliegendes Papier je entstellt werden könnten, schleunigst wieder entfernen zu lassen unb die richtigen Papierkörbe auf­stellen zu lassen, würdig einer Stadt, die seit Jahren mit Eifer und Erfolg an ihrer Verschönerung ar­beitet. Professor Dr. E. G.

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empfohlen. .

Abonnementskonzert der Reichs- wehrkapelle. Das 5. Abonnementskonzert des Mufikkorps vom 1. (Hess.) Ball. 15. 2nf.- Reg. war trotz ber vorübergehend ungünstigen Witterung sehr gut besucht, was ein Zeichen für die allgemeine Beliebtheit ber Darbietungen ber Reichswehrkapelle ist. Einen befonberen An­ziehungspunkt des Programms bilbeten bie Vor­träge be6 als Sollst gewonnenen Posaunenvlr- tuofen Alfred Günther vom Hessischen San» desthectter in Darmstabt; Günthers künstlerische Leistungen dürften vielen Musikfreunben vom letzten Sommer her noch in guter Erinnerung sein. Das Konzert bedeutete sowohl für Obermufik- meister Löber mit feiner Kapelle wie für den Solisten einen vollen Erfolg. Das feinsinnig zu- sammengestellte Programm enthielt u. a. Werke von Meherbeer, Weder, Sulgini unb Richard Wagner. Der Solist Alfred Günther spielte zu­nächstEoncertino für Posaune", bann eine ita­lienische Walzer-Arie von Alschausky. Die Dar­bietungen waren sowohl technisch wie musikalisch ausgezeichnet, unb bie begeisterten Zuhörer muß­ten mit zwei sehr beifällig aufgenommenen Zu­gaben belohnt werden. Auch bas Musikkorps selbst mußte sich zu mehreren Zugaben verstehen, wobei Obermusikmeister Gober u. a. mit flotten Militärmärschen aufwartete, bie ja ihre Wirkung nie verfehlen.

Allgemeiner Deutscher Frauen­verein, Ortsgruppe Gießen. Heber bie Berliner Tagung des Weltbundes siir staats­bürgerliche Frauenarbeit berichtete Frau Dr. S e i b in ber jüngsten Sitzung ber Gießener Orts­gruppe bes Allgemeinen Deutschen Frauenver- eins, als deren Delegierte sie an ber Konferenz teilgenommen hatte. Es war wie man uns mitteilt für die sehr zahlreich erschienenen Zu­hörerinnen eine große Freude, auf diese Weise doch ein wenig teilnehmen zu können an den gro­ßen Eindrücken dieser ereignisvollen 2unitage. Frauen aus 43 Ländern waren in Berlin zu- fammengefommen, um das 25. 2ohresfest ber Gründung des Weltbundes zu feiern. Die Betei­ligung am Kongreß und bie Teilnahme ber Be­völkerung an ben einzelnen Veranstaltungen wa­ren höchst erfreulich. Es ist an blefer Stelle nicht möglich, näher auf all bas 2ntereffante einzu­gehen, was die Vortragende von ihren Eindrücken berichtete. Diskussionen über Fragen der weib­lichen Polizei, der Staatsangehörigkeit der Ehe­frau unb ihr Selbstbestimmungsrech t auf biesem Gebiet, der Frau als Wählerin, über das Pro­blem der unehelichen Mütter, über die Forderung der gleichen Sittlichkeit für Mann und Frau und viele andere schwerwiegende Verhandlungen

Tagung der Freunde der Technischen Hochschule.

WEN. Darmstadt, 8.Juli. Die Vereini­gung von Freunden der Technischen HochschulezuDarmstadt hielt hier ihre dies­jährige 11. Hauptversammlung bei guter Beteiligung ab. Der Vorsitzende der Vereinigung, Professor Dr. L. Berl begrüßte zunächst die Erschienenen, dem sich im Namen der Hochschule Rektor Professor Dr. R a u anschloß. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß die Vereinigung jetzt 566 Mitglieder zählt. Einer großen Anzahl von Firmen, Persönlichkeiten und der Otto-Bernd-Stiftung wurde für Geld unb sachliche Zuwendungen lebhafter Dank ausgesprochen. Ebenso wurde der geschäftliche Teil debattelos erledigt. Neu- aewählt in den Vorstandsrat wurden Ministerialrat Löh lein, Staatsrat Hesse, Oberbürgermeister Mueller Bürgermeister Buxbaum und Direktor Dr E. Wiß (Höchst a.M.). Anschließend sprachen Reichsbahnoberrat M. F ü ch s e l (Berlin) über Schweißen im Rohrleitungs-und Stahlbau Dipl.° Jng. Falck (Siemensstadt) überAnwendung der Lichtbogenschweißung im Maschinenbau' und Prof. Dr H e i d e b r o e k (Darmstadt) überTechnik, Wirtschaft unb Kultur". Am Nachmittag fanden Be­sichtigungen des Schlohmuseums, des Kekule-Jim- mers im Chemischen Institut der Technischen Hoch­schule unb bes Liebighauses statt. Am Abenb waren die Teilnehmer Gäste des Staatsmimsterlums und der Stadt Darmstadt im Orangeriegarten.

Starkenburg.

WSN. Bensheim, 9. Juli. Nachdem vor eini­gen Tagen zwischen bem Innenministerium unb ber Stadtverwaltung Verhandlungen ftattgefunben hat­ten, um ben ungebeckten Fehlbetrag im Haushaltsplan 1929 zu beseitigen, bie aber ohne Ergebnis blieben, befaßte sich der Stabtrat erneut mit bem Etat. Die Sprecher bcr einzelnen Fraktionen sprachen sich aber gegen jebe wei­tere Steuererhöhung aus, so baß der Haushaltsplan erneut abgesetzt wer­den mußte. Die Finanzkommssion soll nunmehr neue Vorschläge ausarbeiten, da das Innenmini­sterium einen ungedeckten Haushalts­plan nicht genehmigt.

Das amerikanische Vorbild.

WSN. Rüsselsheim, 9. Juli. Die Opel- werke haben einer Reihe von Werkmeistern und Vorarbeitern ihrer Automobilbauabtei- ung den Auftrag gegeben, auf ihre Kosten eine längere Reise nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika zu unterneh­men, um in Detroit die Automobilwerke ber General Motors Cooperation zu besichtigen, die dortigen Arbeitsmethoden zu studieren und ihre Einführung in den Opelwerken durchzuführen.

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Ass ber Vrovknzkalhauptstabt.

Dießen, den 10. 2uli 1929.

Konzert der Kuban-KosaLen in der Volkshalle.

Die Leitung des Schützenfestes hatte mit ber Ver­pflichtung der Kuban-Kosaken einen sehr ge­schickten Griff getan. Die große Festhalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Das ist eigentlich nicht oerwunderlich, denn der Chor der Kuban-Kosaken hat in der letzten Zeit einen wesentlichen Erfola an Öen andern reihen können unb ist heute, was seine Leistung betrifft, dem bekannten und gefeierten Don- Kosakenchor ebenbürtig an die Seite zu stellen. Seine Ehordifziplin ist vorbildlich und die vier Stimmen in sich gut ausgealichen. Die Tenöre sind recht gut besetzt und die Bässe, die bekanntlich immer eine Hauptstärke der Kosakenchöre sind, sind auch [)icr vortrefflich und geben dem Gesamtklang, dem sich die Mittelstimmen entsprechend angleichen, eine feste unb sichere Basis. Eine vorbildliche Atemtechnik ermöglicht eine gleichmäßige schwankungslose Ton- qebuna selbst im leisesten Piano der oft langsamen und schwermütigen Sätze. Der Leiter, Leonid J w a- n o f f, versteht es ausgezeichnet, dynamische Ab­schattierungen wirkungsvoll zu verwenden, und der Chor wirb in feiner Hand zu einem sicher folgenden wandlungssähiaen Instrument.

Die Dortragfolge wies im ersten Teil Kirchenge- sänge und im zweiten und dritten Teil weltliche Lieder auf. Gewiß wäre der Eindruck, besonders des ersten Teils in anderem Rahmen von tieferer Wir­kung gewesen, als er hier zwischen Biergläsern unb im Tabakrauch, der dem Stimmklang selbstver­ständlich auch nicht förderlich war, sich ergab, aber dennoch war der Eindruck recht gut. Die weltlichen Lieder unb unter diesen wiederum die rhytbmisch bewegteren konnten iyre Wirkuna nicht verfehlen. Der Beifall steigerte sich von Lied zu Lieb, unb Abendgeläute",Der Kuckuck" unb berMaßhol­der" mußten wiederholt werden. Ein Beweis für die große Aufmerksamkeit war die absolute Ruhe bei den einzelnen Programmnummern. Den Beschluß machte ein Chor mit Solotanz und eine durch an­haltenden stürmischen Beifall verlangte Zugabe. Jedenfalls ein genußreicher Abend, für den man der Festleitung dankbar sein kann.

Anschließend wurde das Programm für den Variete.Abend am Mittwoch bekanntgegeben, und dann schwang die Jugend auf der Bühne bas Tanz­bein und schwingt es bei der Niederschrift dieser Zeilen jedenfalls noch. 8.

Berliner Börse.

B e r l i n, 10. Juli. (WTB. Funkspruch.) Nachdem sich gestern gegen Abend ohne erkennbaren Grund eine Sonderbewegung in Siemens und Reichsbank durchsetzen konnte, ist auch im heutigen Frühverkehr ein freundlicher Grundton unverkennbar. Die Um- «teit war aber wieder sehr gering, so daß das bendniveau nicht Immer ganz erhalten zu sein scheint. Nachrichten von Belang liegen nicht vor, auch Kurse sind noch nicht zu hören. Am De­visenmarkt nannte man London gegen Paris 123,97, London gegen Mailand 92,76. London gegen Spa­nien 33,46, London gegen Kabel 4,8525, London gegen Berlin 20,3740, Kabel gegen Berlin 4,1985.

Sprechstunden der Redaktion

11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen.

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