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Die 'Berliner Polizei habe einen übermatzr- gen Gebrauch vom Gummiknüppel gemacht. Das Dorgehen der Linksregierung habe dre Studenten erneut in starke Opposition zum Staat hineingetrieben. (Sehr wahr! ber der Deutschen Volkspartei.) Die Deutsche Dolksparter verurtcile die Demonstrationen, sehe aber die Schuld dafür in dem Erlaß des Staatsministeriums.
Abg. ponfick (Dtsch. Staff.) begründet den von seiner Fraktion, der Wirtschaftspartei und den (Nationalsozialisten eingebrachten Mchtrauensantrag wegen der Rede des Ministers Grzesinski in Frankfurt a. M. und dre wegen des Kundgebungsverbots vorgelegten Mihttauensanträge gegen den Innenminister und den Kultusminister. Der Redner betont u. a., jeder, der einen Schlag mit dem Gummiknüppel erhielt, fei für sein Leben gefeit gegen das Aufkeimen von Liebe zu schwarz-rot-gold.
Abg. Or. Schwafzhaupi (ODP.) erläutert die Gröhe Anfrage seiner Fraktion zur Frankfurter Rede des Innenminrsters. Er sagt, er kritisiere die Frankfurter Rede vom Standpunkt einer Partei aus, die die Republrk bejaht als künftige Lebensform des deutschen Dolles. Die Frankfurter Rede Grzesinskis habe aber nicht dazu beigetragen, den Gedanken der Dclksgemeinschaft und des inneren Friedens zu pflegen. Der Minister droht mit der Diktatur des Proletariats. Störungen der Ordnung und Angriffe auf die Verfassung zu bekämpfen, ist dre Aufgabe des Innenministers, aber nicht, die Diktatur aufzurichten. Der Minister sagt, die Arbeiterschaft werde sich nicht mehr in den Arm fallen lassen, wenn sie ihre Gegner an die 2a- ternenpfähle hänge. Der Minister, der Hüter der öffentlichen Ordnung, kündigt also den Bürgerkrieg an und verzichtet auf die staatlichen Machtmittel, um Ruhe und Ordnung wiederher- zustellen. Es handelt sich um eine vollständig überlegte Rede. Wir wollen nicht Diktatur, sondern Recht und Freiheit des Volkes. (Beifall bei der Deutschen Dolkspartei.)
Ministerpräsident Or. Braun
bei den Kommunisten mit dem Ruf „Der Zar von Preußen I" empfangen, führt etwa aus: Das Staatsministerium in feiner Gesamtheit muh es ablehnen, die Rolle eines Zensors über die auheramtliche Tätigkeit der einzelnen Minister zu übernehmen. (Lärm bei den Deutschnationalen.) Zu den Anfragen und Anträgen wegen der Dorgänge anlählich der Knndgebun- gen am 28. Iuni habe ich nicht die Absicht, auf die Ausführungen des Abg. Steuer einzugehen, sondern ich gedenke diese Angelegenheit mit dem Ernst zu behandeln, den sie verdient. Die Maßnahmen der preuhischen Regierung haben mit der Stellungnahme der preußischen Regierung zum Versailler Friedensvertrag an sich nichts zu tun. .Ucber die Bedeutung dieses Diktats und seine verhängnisvollen Folgen für Deutschland besteht nur eine Meinung im deutschen Volke. (Lebhafte Zustimmung.) Die preußische Regierung hat nicht nur im Iahre 1919 bei der Reichsregierung ernsteste Vorstellungen gegen die Unterzeichnung des Vertrages erhoben, sondern auch im Staatenausschuh in Weimar — dem Vorläufer des Aeichsrats — die schwersten Bedenken gegen die Unterzeichnung erhoben.
Die Slaatsreglecung ist in der Beurteilung des Versailler Diktats einig mit all den Volksgenossen. die sich gegen die aus diesem Diktat für das deutsche Volk ergebenden schiver drückenden Belastungen auslehnen, fc.nig ist sie somit auch mit ihnen in dem Bestreben, alle Erfolg versprechenden Mittel anzuwenden, die Kriegslasten des deutschen Volkes, seien sie finanzieller, wirtschaftlicher oder politischer Ratur, zu erleichtern und schliehlich ganz zu beseitigen.
In der Schuldfraoe ist es Aufgabe der historischen Forschung, die Wahrheit zu ermitteln und das Mah von Schuld am Ausbruch des Krieges festzustellen, das auf jede der Regierungen der am Kriege beteiligten Länder entfällt. Aber wir sollten uns darüber keiner Täuschung hingeben: Selbst wenn das Unmögliche gelingen sollte, nämlich die von manchen Volkskreisen behauptete blütenweiße Unschuld der Männer zu beweisen, die die Geschicke des deutschen Volkes vor dem Kriege leiteten, würden die Redarationsgläubiger nicht einen Dollar Nachlassen von den Tributforderungen, die sie, gestützt auf die Macht des Siegers, nach altem Kriegsbrauch vom Besiegten fordern. Damit will ich nicht sagen, dah wir unterlassen sollten, gegen die Behauptung von der Alleinschuld Deutschlands am Kriege anzukämpfen. Das müssen wir schon tun im Interesse der historischen Wahrheit und um die Ansprüche der Sieger der moralischen Verbrämung zu entkleiden. Die letzten zehn Iahre, so fuhr der Ministerpräsident fort, haben uns gelehrt, dah Erleichterungen weder durch Radau-Patriotismus noch durch nationalen Ueberschwang zu erreichen sind, sondern nur durch eine von tiefem Verantwortungsgefühl getragene, nüchtern abwägende Verständigungspolitik. Ben Politikern und Parteien, die bereit sind, heute den B o u n g - P la n zu akzeptieren, sollte man zugestehen, dah auch sie lediglich aus politischem Verantwortungsgefühl handeln und sich der Zwangslage fügen.
Der Ministerpräsident verlas dann das Schreiben, das der R e i d? 5 i n n e n m i n i ft e r im Anschluß an einen Kabinettsbeschluß an die Länderregierungen gesandt hat und wonach angesichts der bevor- stehenden Reparationsverhandlungen gerade in diesem Jahre darauf Bedacht genommen werden müsse, daß durch Kmidgebungen die eingeleiteten Verhandlungen keine Störung erfahren. In dem Schreiben wird weiter auf die gemeinsame Kundgebung des Reichspräsidenten und der Reichsregie- r u n g verwiesen und erklärt, daß von der Beteiligung an weiteren Kundgebungen und Maßnahmen aus Anlaß des 28. Juni abgesehen werden soll. In Verfolg dieses Schreibens, so erklärte der Ministerpräsident, hat sich die preußische Staatsregierung der Reichsregierung angeschlostcn. Das war ein Gebot nationaler Disziplin. (Zustimmung bei der Mehrheit.) Es war selbstverständlich, daß, nachdem die Anordnung der Staarsregierung hinausgegangen war, die für alle Beamte und Institute galt, sie auch für die Universitäten gelten mußte. Eine Ausnahme für die Hochschulen war nach Lage der Dinge unmöglich. Von einer Beeinträchtigung der akademischen Freiheit und Unabhängigkeit der Hochschulen tst keine Rede. Nichts liegt der preußischen Negierung ferner. (Gelächter rechts.) Die anschlie' ßenden Protestkundgebungen eines Teils der Berliner Studentenschaft sind leider zu groben Ges-ges Verletzungen ausgeartet (Abg. Buchhorn, D. Dp:
Strefemanns Echo in Paris.
Paris, 9. Iuki. (WTB.) Die Erklärungen Dr. Strefemanns, die der „Matin" heute vormittag veröffentlichte, werden von der Abendpresse besprochen. Der „Temps" scheibt: Die Räumung des Rheinlandes bleibt auf jeden Fall abhängig von den Bedingungen, unter denen die Reparationsregelung und die Schaffung der Fe st steklungs- und Ausgleichskvmmifsion erfolgen wird. Wenn Dr. Strefemann, wie er zu beabsichtigen scheint, auf der bevorstehenden Konferenz die Saarjrage anschneiden will, täuscht er sich ganz und gar. Zunächst ist das Schicksal des Saargebiets durch den Friedensvertrag klar geregelt, und nichts kann gegenwärtig eine neue Prüfung vor Ablauf der für die Volksabstimmung vorgesehenen Frist rechtsertigen. Sodann hat auch die Saarfrage gar nichts mit der Rheinlandfrage zu tun. Die Lösung des Rheinlandproblems würde keineswegs die Lösung des Saarproblems beeinflussen können. Endlich handelt es sich bei dem Saarprvblem um eine ausschließlich zwischen Frankreich und Deutschland schwebende Frage, so dah es keinesfalls Sache einer internationalen Konferenz ist, sie zu lösen, ja, nicht einmal sie anzuschneiden. Es ist zweifellos angebracht, daran zu erinnern, damit man sich anderweitig keinen gefährlichen Illusionen über die Möglichkeiten hin- gibt, das Konferenzprogramm könnte erweitert werden.
Das „Journal des Döbats" fragt: „Kann man den Doungplan prüfen, bevor verschiedene Angelegenheiten, die Mit dem Versailler Vertrag zusammenhängen, geregelt sind? In dieser Frage, die mit der Ratifizierung der Schuldenabkommen nichts zu tun hat, ist die Regierung in einer gewissen Verlegenheit. Man sagt, wozu so viel Vorstudien, so viel verschiedene Konferenzen? Ein einziger Kongreß genügt doch, der alles auf einmal regelt, ein Kongreß, wo die Mehrheit die Räumung des Rheinlandes beschließen wird! Wir verstehen die Gründe dieses Handels auch ohne die heutigen Erklärungen Strefemanns im „Matin", wir find auch nicht ungehalten darüber, die Bestätigung dieser deutschen Ansichten von Strefemann selbst zu erhalten. Es ist ersichtlich, daß Deutschland auf der Konferenz erwartet, alles, was es will, mit Hilfe der englischen Regierung und mit Unterstützung des amerikanischen Beobachters, wenn ein solcher dort ist, zu erlangen. Es fordert trotz der Genfer Vereinbarungen die sofortige Räumung des Rheinlandes, und gegen jeden Schein des Rechts die Prüfung der Saar- frage. Was es interessiert, ist weniger eine Regelung der Reparationen, als eine politische Regelung."
„Figaro" sagt: Die französische Regierung muß das Konferenzprogramm, das von vornherein feftumriffen bleibt, unerfchütter- l i ch f e st h a l t e n, unerschütterlich auch hinsichtlich der Mobilisierung der deutschen Schul-
„Zehn Mark!") Wenig würdig ist es, wenn man sich jetzt noch beklagt. Wer sich bewußt über Gesetze hznwegsetzt, muß auch den Mut haben, die Folgen auf sich zu nehmen. (Zustimmung bei der Mehrheit.) Es liegt nicht die geringste Veranlassung vor, die Polizeibeamten wegen ihres Vorgehens zu tadeln. Wenn ein Tadel beseitigt erscheint, trifft er die leitenden Polizeiorgane, Die nicht die notwendigen Vorkehrungen getroffen haben, um die Verletzung der Bannmeile zu verhindern. Im übrigen haben die Studierenden keinerlei Sonderrechte. Wenn fh die Wahrung der akademischen Freiheit verlangen. Dürfen sie nicht übersehen, daß sie diese Freiheit am besten sicherstellen durch Beachtung einer akademischen Disziplin. (Zustimmung bei der Mehrheit.)
Innenminister Grzesinski
erklärte, wie in der Frage der Durckjdrechung der Bannmeile lasse es die Rechte auch bei der Kritik an seiner Frankfurter Rede an Objektivität fehlen. Der Minister verlas den Hauptteil dieser Rede, insbesondere die Stelle, in der vom Laternenpfahl die Rede war. Diese Ausführungen hätten eine Warnung sein und zur Vorsicht mahnen sollen. Im übrigen seien die Ausführungen unvollständig wiedergegeben worden. Allen denjenigen, die auf einen neuen Staat hofften, habe er sagen wollen, daß das ein Jrrglauoe sei, weil sich die Arbeiterschaft eine solche Aenderung nicht gefallen lassen würde. Der Minister betonte, daß er keinen Grund sehe, seine Frankfurter Aeußerungen einzuschränken. Die breiten Schichten des arbeitenden Volkes mühten sich darüber klar sein, daß im heutigen Staat der Machtwille vorhanden sei, die Republik zu schützen und einen gewaltsamen Umsturz zu verhindern. Eine gemeinsame Front des arbeitenden Volkes sei vorhanden, der sich im Notfälle das liberale Bürgertum anschließen werde.
In der
Aussprache
betonte Abg. Brau denburg (Soz.), angesichts des Verhaltens der Studenten sei das Vorgehen der Polizei korrekt gewesen. —, Abg. Bäcker (Dntl.) erklärte, die Ausführungen des Innenministers hätten nicht befriedigt. — Abg. Lotter Haus (Ztr.) erklärte, der Erlaß des Staatsministeriums fei gerechtfertigt gewesen. — Abg. Kasper (Komm.) betonte, die Parteien, die am 1. Mai dem Innenminister das Vertrauen ausgesprochen hätten, hätten kein Recht, ihm jetzt Vorwürfe wegen des Vorgehens gegen die Studenten zu machen. — Abg. Buchhorn (D. Vp.) kritisierte die Ausführungen des Ministerpräsidenten über die Kriegsschuld, die einen parteipolitischen Einschlag gehabt hätten. Die Unterdrückung der Berliner Studentenkundgebungen komme einem Skandal gleich — Abg. Falk (Dem.) sprach dem Kultusminister das vollste Vertrauen seiner Fraktion auch bezüglich feiner Haltung gegenüber den Hochschulen aus.
Die Abstimmungen über die Mißtrauens.- anträge sollen am Donnerstag vorgenommen werden. Rach 22 Ahr vertagte sich das Haus auf Mittwoch.
Sozialdemokratische Gegner des Konkordats.
Berlin, 10. Juli. (Prio.-Tel.) Sechzehn Mitglieder der Fraktion der SPD. Des Preußischen Landtages veröffentlichen als Gegner des Konkordates im „Vorwärts" eine E r - klärung, in der es zum Schluß heißt: ,Ln der Fraktion mit dieser Auffassung in der Minderheit
Den, die jeder Prüfung vorangehen muh, unerschütterlich auch hinsichtlich der Organisierung einer effektiven Kontrollkommission.
„Oeuvre" schreibt: Dr. Strefemann, der sich bereit erklärt, den französischen Interessen Rechnung zu tragen, unterläßt es, daran zu erinnern, daß der Versailler Vertrag das Schicksal der Saarländer in die Hand der Saarländer selbst legt, da er eine Volksabstimmung für 1935 vorgeschrieben hat; er glaubt auch nicht, dah die Frage in London gelöst werden könnte, er hofft nur, sie stellen zu können. Wenn nun niemand — und wer täte das? — einen Zweifel hegt über das Urteil, das die Saarländer 1 935 fällen werden, warum sollten dann Frankreich und Deutschland nicht gerade im kommenden Iahre über das Saargebiet nicht verhandeln ?
Deutscher Vorschlag zur Regierungskonferenz.
Paris, 9. Iuli. (WB.) Der deutsche Botschafter v. Hoefch hat im Verlauf feiner gestrigen Unterredung mit Außenminister Driand über die Vorbereitung der Regierungskonferenz dem französischen Außenminister eine Auszeichnung unterbreitet, die sich mit dem organisatorischen Aufbau dieserKonserenz beschäftigt und diesbezügliche deutsch eVor« schläge enthält. Dieses Dokument ist, wie verlautet, auch in London Rom und Brüssel überreicht worden. Es wird der Vorschlag gemacht, in beschleunigter Weise die im Anhang Rümmer 5 zum Boung-Plan vorgesehenen Organisationskomitees zusammentreten zu lassen, und zwar, wenn irgend möglich, bereits am 15. Iuli in Berlin. Eine Entscheidung über diese Frage dürfte bereits in Den nächsten Tagen zu erwarten sein.
Kein Manöver -er britischen Rheinlandtruppen.
Eine offizielle Erklärung im Unterhaus.
London, 9. Iuli. (WB.) Im Unterhaus erteilte Der Staatssekretär für das Kriegswesen auf die Anfrage, ob für die nächsten drei Monate irgendwelche Anstalten zur Abhaltung von Manövern britischer Truppen aus deutschem Boden getroffen worden seien, folgende, von den Bänken der Regierungspartei mit Beifallsrufen aufgenommene Antwort: Bei der britischen Rheinarmee werden in diesem Iahr keinerlei Manöver oder Hebungen innerhalb des Drigadeverbandes durchgeführt werden. Die Regierung wünscht nicht, Der Zivilbevölkerung absichtlich Unbequemlichkeiten und Belästigungen zu verursachen.
geblieben, fügen sie sich Dem Fraktionsbeschluh auf Abstimmungszwang, indem sie Die Geschlossenheit Der Fraktion unD Die Parteieinheit ihrer persönlichen Auffassung voranstellen."
Glückwunsch an den Papst.
Be r l i n , 10. Juli. (Prio.-TelA An Den Pap ft hat Das Für st bischöfliche IDelegaturamt Berlin folgendes Telegramm gerichtet: „Mit Unterzeichnung des Konkordates durch Eurer Heiligkeit Vertreter Nuntius P a c e 11 i und mit Dessen Annahme Durch Den Preuhischen ßanDtog ist Die E r - richtung Des Bistums Berlin erreicht. Klerus unD über 500 000 Katholiken wissen, Daß wir bas langersehnte Ereignis Eurer Heiligkeit beson Derem Wohlwollen unD väterlicher Hirtensorge zu verDanken haben. JnDem Priester unD Gläubige Der bisherigen Dclegatur in tiefster Ehrfurcht Eurer Heiligkeit ehrerbietigsten Dank sagen, bitten wir für Das Gedeihen des neuen Bistums um Den apostolischen Segen."
Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren. Berlin, 10. Iuli. (WTB.) Der Arbeitsausschuß für das deutsche Volksbegehren, dem eine große Anzahl nationaler Verbände angehören, trat heute im Herrenhaus unter dem Vorsitz Des Stahlhelm-Bundesführers S e l d t e zu einer ersten offiziellen Tagung zusammen. Rach Ansprachen des Bundesführers des Stahlhelms, S e l d t e, des deutschnationalen Parteivorsitzenden Geheimrats Hugenberg, des Reichslandbundpräsidenten, Reichsminister außer Dienst Schiele, und anderer wurden in das Präsidium u. a. gewählt: Minister a. D. Schiele, Franz ©albte, Oberstleutnant a.D. Düsterberg, Generalmajor a.Graf von der Goltz, Geheimrat Hugenberg, Adolf Hit- l e r, Präsident Hepp, Arbeitersekretär R ü f - f e r, Iustizrat El ah, Dr. Fritz Thyssen. Der Ausschuß faßte folgende zwei Entschließungen:
„Der Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren übernimmt das vom Stahlhelm angeregte Verßasfungsvolksb eg ehren als feine Aufgabe und wird feine Durchführung weitertreiben."
„Der Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren stellt den Kamps gegen den auf dem erpreßten Kriegsfchuldbekenntnis aufgebauten Pariser Trtbutplan in die vorderste Linie seiner Aufgaben. Er wird mit allen gesetzlichen Mitteln, insbesondere mit Dem Mittel Des Volksbegehrens Dagegen kämpfen, daß Die Ratschläge der Paris er Sachverständigen zum Gesetz für das deutsche Volk erhoben werden. Er ruft alle Deutschen zum Widerstande gegen Den Pariser Tributplan auf.“
Vor dem Urteil im Gimnes prozeh.
Eigener Drahtbericht Des „Gießener Anzeigers".
Berlin, 10. Juli. Nachdem nunmehr im S t i n - n e s - P r o z e ß Die Beweisaufnahme abgeschlossen worden ist, werden in Der nächsten Woche Die Plädoyers Des Staatsanwalts und Der Verteidiger gehalten werden. Dazu dürften wegen der umfangreichen Materie mehrere Tage notwendig sein, so daß mit der Urteilsverkündung frühestens am Freitag nächster Woche zu rechnen ist. Das Plci-
doyer des Staatsanwalts wird affSt TökdüHD nach einige Stunden in Anspruch nehmen, während Die Verteidiger für ihre Plädoyers mindestens drei Tage benötigen. Die Staatsanwaltschaft, Die gegen- roärtig mit Der Aufastung ihres Plädoyers beschäftigt ist, hat bis zum Beginn Der nächsten Woche noch einmal Die ganzen in Der DerbanDlung aufge- tauchten Fragenkomplexe zu üoerprüfen.
Schwierigkeit Der Prozeßmaterie läßt Daher im gegenwärtigen Augenblick noch keine Prognose über Die Höhe Der staatsanwaltschaftlichen Strafanträge zu.
Aus aller Well.
Erfolgreicher Ozeanflug des „Pathfinder".
Madrid, 9. Iuli. (WTB.) Das 3 lug zeug „Pathfinder", das gestern in Old Orchard zu einem Transozeanflug nach Rom gestartet war, ist heule nach 21 Ahr bei der spanischen Stabt Santander in der Röhe de» Strandes gelandet. Das Flugzeug „Pathfinder" landete nach Ueberfliegung von Camillas glatt auf dem Flugplatz Albericia. Die Flieger, die wegen Benzinmangels zur Landung gezwungen waren, erklärten, der Flug über den Ozean fei trotz des Rebels großartig gewesen. Sic beabsichtigen, ihren Flug nach Rom am Mittwoch bei Tagesanbruch fortzusehen.
DerAmerika—Europa-Flug über Grönland Das Flugzeug „Untin Bowler" in Port Burwell.
Chikag o, 9. Iuli. (WTD.) Das Flugzeug „Untin Bowler" traf heute inPort Burwell an der Hudson Bay ein.
Die „Chikago Tribüne" erhielt über den Flug der „llntin Bowler" folgenden von Wvoo gezeichneten Funkspruch: „Eintrafen in Port Burwell Dienstag 6.10 Ähr morgens. Kämpften in den letzten zwei Tagen mit Rebel, verweilten 36 Stunden lang auf dem Erdboden 40 Meilen südlich von hier, besseres Wetter erwartend."
Große Unterschlagungen beim Deutschen Sängerbund
Der Untersuchungsrichter beim Landgericht Berlin 3 hat die Voruntersuchung gegen den Kassierer des Deutschen Sängerbundes Re dl in wegen umfangreicher Unterschlagungen eröffnet. Reblin wird von der Geschäftsleitung des Deutschen Sängerbundes beschuldigt, Mitglrederbeiträge in Höhe von 900 000 Mark unterschlagen zu haben. Die Voruntersuchung richtet sich nicht nur Darauf, die Höhe der von Reblin veruntreuten Gelder zu ermitteln, sondern auch die Frage zu klären, ob und in welchem Umfange leitende Persönlichkeiten des Deutschen Sängerbundes an den Unterschlagungen beteiligt gewesen sind.
Die Schiffsexplosion auf Der Nordsee.
Bei Dem in Der Nordsee untergegangenen Schiff handelt es sich um Den schwedischen Dampfer „Botte", Der auf Der Fahrt von Schweden nach Rouen begriffen war. Die Besatzung Des Dampfers ist in Jmmingham gelanDet worden.
Angeheure Hitze in Reuyork und Washington.
Infolge der in N e u y c> rk herrschenden unae- heuren Hitze sind zahlreiche Personen vom H i tz • schlag getroffen worden. Sieben Personen find Der Hitze bereits erlegen. Auch aus Den benachbarten StäDten werden viele durch Die Hitze oerx ursachte ToDesfälle gemeldet. In Washington stieg das Thermometer auf 39 Grad Celsius.
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* Schnee Graupeln ■ MeDeL R <ie*/itter.(§)Wlndslliie.-O Sdw leichter Osi y nissiger "5tia$0dwe$t A stürmischer nordv/ejk Die Pfeile fliegen mit dem winde. Oie oeioen Stationen stenenden zäl len geben die Temperatur an. Pie timen verbinden Ort« mit gleichen! auf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck
Wettervoraussage.
Das Hochdruckgebiet hat sich mit feinem Kern nach Süddeutschland verlagert und hier allenthalben auf- heiterndes Wetter gebracht. Unter seinem Einfluß bleibt zunächst noch das herrschende Wetter fort- bestehen. Die Temperaturen steigen infolge der ungehinderten Sonnenstrahlung weiter an. Die Island- ftörung hat sich unter weiterer Vertiefung ihrer- Warmluft an Der VorDerseite über Den Britischen Inseln ausgebreitet unD ein ausgeDehntes Niederschlags- feld Dort erzeugt. Wahrscheinlich Dürften ihre Ausläufer später — namentlich mehr im nördlichen Teil Deutschlands — zur Auswirkung kommen und dort vorübergehend stärkere Bewölkung, zunächst strich- weise Niederschläge, teils gewitterhafter Art, verursachen.
Wettervorauvsage für Donnerstag: Zunächst vielfach heiter, später auftommende Bewölkung, warm und trocken.
Wettervoraussage für Freitag: Bewölkungszunahme, warm und Gewitterneigung.
Lufttemperaturen am 9. Juli: mittags 16,5 Grad Celsius, abends 13,7 Grad: am 10. Juli: morgens 9,5 Grad. Maximum 18,5 Grad, Minimum 5,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Juli: abends 16,2 Grad: am 10. Juli: morgens 13,2 Grad. •— Sonnenfcheindcwer 4 Stunden.


