Ausgabe 
10.7.1929
 
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Die 'Berliner Polizei habe einen übermatzr- gen Gebrauch vom Gummiknüppel gemacht. Das Dorgehen der Linksregierung habe dre Stu­denten erneut in starke Opposition zum Staat hineingetrieben. (Sehr wahr! ber der Deutschen Volkspartei.) Die Deutsche Dolksparter verurtcile die Demonstrationen, sehe aber die Schuld dafür in dem Erlaß des Staatsministeriums.

Abg. ponfick (Dtsch. Staff.) begründet den von seiner Fraktion, der Wirt­schaftspartei und den (Nationalsozialisten einge­brachten Mchtrauensantrag wegen der Rede des Ministers Grzesinski in Frankfurt a. M. und dre wegen des Kundgebungsverbots vorgelegten Mihttauensanträge gegen den Innenminister und den Kultusminister. Der Redner betont u. a., jeder, der einen Schlag mit dem Gummiknüppel erhielt, fei für sein Leben gefeit gegen das Auf­keimen von Liebe zu schwarz-rot-gold.

Abg. Or. Schwafzhaupi (ODP.) erläutert die Gröhe Anfrage seiner Fraktion zur Frankfurter Rede des Innenminrsters. Er sagt, er kritisiere die Frankfurter Rede vom Standpunkt einer Partei aus, die die Republrk bejaht als künftige Lebensform des deutschen Dolles. Die Frankfurter Rede Grzesinskis habe aber nicht dazu beigetragen, den Gedanken der Dclksgemeinschaft und des inneren Friedens zu pflegen. Der Minister droht mit der Diktatur des Proletariats. Störungen der Ordnung und Angriffe auf die Verfassung zu bekämpfen, ist dre Aufgabe des Innenministers, aber nicht, die Diktatur aufzurichten. Der Minister sagt, die Arbeiterschaft werde sich nicht mehr in den Arm fallen lassen, wenn sie ihre Gegner an die 2a- ternenpfähle hänge. Der Minister, der Hüter der öffentlichen Ordnung, kündigt also den Bür­gerkrieg an und verzichtet auf die staatlichen Machtmittel, um Ruhe und Ordnung wiederher- zustellen. Es handelt sich um eine vollständig überlegte Rede. Wir wollen nicht Diktatur, son­dern Recht und Freiheit des Volkes. (Beifall bei der Deutschen Dolkspartei.)

Ministerpräsident Or. Braun

bei den Kommunisten mit dem RufDer Zar von Preußen I" empfangen, führt etwa aus: Das Staatsministerium in feiner Gesamtheit muh es ablehnen, die Rolle eines Zensors über die auheramtliche Tätigkeit der einzelnen Mi­nister zu übernehmen. (Lärm bei den Deutsch­nationalen.) Zu den Anfragen und Anträgen wegen der Dorgänge anlählich der Knndgebun- gen am 28. Iuni habe ich nicht die Absicht, auf die Ausführungen des Abg. Steuer ein­zugehen, sondern ich gedenke diese Angelegen­heit mit dem Ernst zu behandeln, den sie ver­dient. Die Maßnahmen der preuhischen Regie­rung haben mit der Stellungnahme der preu­ßischen Regierung zum Versailler Friedensver­trag an sich nichts zu tun. .Ucber die Be­deutung dieses Diktats und seine verhängnis­vollen Folgen für Deutschland besteht nur eine Meinung im deutschen Volke. (Lebhafte Zustim­mung.) Die preußische Regierung hat nicht nur im Iahre 1919 bei der Reichsregierung ernsteste Vorstellungen gegen die Unterzeichnung des Vertrages erhoben, sondern auch im Staaten­ausschuh in Weimar dem Vorläufer des Aeichsrats die schwersten Bedenken gegen die Unterzeichnung erhoben.

Die Slaatsreglecung ist in der Beurteilung des Versailler Diktats einig mit all den Volks­genossen. die sich gegen die aus diesem Diktat für das deutsche Volk ergebenden schiver drücken­den Belastungen auslehnen, fc.nig ist sie somit auch mit ihnen in dem Bestreben, alle Erfolg versprechenden Mittel anzuwenden, die Kriegs­lasten des deutschen Volkes, seien sie finanzieller, wirtschaftlicher oder politischer Ratur, zu er­leichtern und schliehlich ganz zu beseitigen.

In der Schuldfraoe ist es Aufgabe der histori­schen Forschung, die Wahrheit zu ermitteln und das Mah von Schuld am Ausbruch des Krieges festzustellen, das auf jede der Regierungen der am Kriege beteiligten Länder entfällt. Aber wir sollten uns darüber keiner Täuschung hin­geben: Selbst wenn das Unmögliche gelingen sollte, nämlich die von manchen Volkskreisen behauptete blütenweiße Unschuld der Männer zu beweisen, die die Geschicke des deutschen Volkes vor dem Kriege leiteten, würden die Redarationsgläubiger nicht einen Dollar Nach­lassen von den Tributforderungen, die sie, ge­stützt auf die Macht des Siegers, nach altem Kriegsbrauch vom Besiegten fordern. Damit will ich nicht sagen, dah wir unterlassen sollten, gegen die Behauptung von der Alleinschuld Deutsch­lands am Kriege anzukämpfen. Das müssen wir schon tun im Interesse der historischen Wahr­heit und um die Ansprüche der Sieger der moralischen Verbrämung zu entkleiden. Die letz­ten zehn Iahre, so fuhr der Ministerpräsident fort, haben uns gelehrt, dah Erleichterungen weder durch Radau-Patriotismus noch durch na­tionalen Ueberschwang zu erreichen sind, sondern nur durch eine von tiefem Verantwortungs­gefühl getragene, nüchtern abwägende Verstän­digungspolitik. Ben Politikern und Parteien, die bereit sind, heute den B o u n g - P la n zu ak­zeptieren, sollte man zugestehen, dah auch sie lediglich aus politischem Verantwortungsgefühl handeln und sich der Zwangslage fügen.

Der Ministerpräsident verlas dann das Schreiben, das der R e i d? 5 i n n e n m i n i ft e r im Anschluß an einen Kabinettsbeschluß an die Länderregierun­gen gesandt hat und wonach angesichts der bevor- stehenden Reparationsverhandlungen gerade in die­sem Jahre darauf Bedacht genommen werden müsse, daß durch Kmidgebungen die eingeleiteten Verhand­lungen keine Störung erfahren. In dem Schreiben wird weiter auf die gemeinsame Kundgebung des Reichspräsidenten und der Reichsregie- r u n g verwiesen und erklärt, daß von der Beteili­gung an weiteren Kundgebungen und Maßnahmen aus Anlaß des 28. Juni abgesehen werden soll. In Verfolg dieses Schreibens, so erklärte der Minister­präsident, hat sich die preußische Staatsregierung der Reichsregierung angeschlostcn. Das war ein Ge­bot nationaler Disziplin. (Zustimmung bei der Mehrheit.) Es war selbstverständlich, daß, nachdem die Anordnung der Staarsregierung hinausgegangen war, die für alle Beamte und Institute galt, sie auch für die Universitäten gelten mußte. Eine Aus­nahme für die Hochschulen war nach Lage der Dinge unmöglich. Von einer Beeinträchtigung der akademischen Freiheit und Unabhängigkeit der Hoch­schulen tst keine Rede. Nichts liegt der preußischen Negierung ferner. (Gelächter rechts.) Die anschlie' ßenden Protestkundgebungen eines Teils der Ber­liner Studentenschaft sind leider zu groben Ges-ges Verletzungen ausgeartet (Abg. Buchhorn, D. Dp:

Strefemanns Echo in Paris.

Paris, 9. Iuki. (WTB.) Die Erklärun­gen Dr. Strefemanns, die derMatin" heute vormittag veröffentlichte, werden von der Abendpresse besprochen. DerTemps" scheibt: Die Räumung des Rheinlandes bleibt auf jeden Fall abhängig von den Bedingun­gen, unter denen die Reparationsrege­lung und die Schaffung der Fe st steklungs- und Ausgleichskvmmifsion erfolgen wird. Wenn Dr. Strefemann, wie er zu beab­sichtigen scheint, auf der bevorstehenden Konfe­renz die Saarjrage anschneiden will, täuscht er sich ganz und gar. Zunächst ist das Schicksal des Saargebiets durch den Friedensver­trag klar geregelt, und nichts kann gegenwärtig eine neue Prüfung vor Ablauf der für die Volksabstimmung vorgesehenen Frist rechtsertigen. Sodann hat auch die Saarfrage gar nichts mit der Rheinlandfrage zu tun. Die Lösung des Rheinlandproblems würde keineswegs die Lösung des Saarproblems beeinflussen können. Endlich handelt es sich bei dem Saarprvblem um eine ausschließlich zwischen Frankreich und Deutschland schwebende Frage, so dah es keinesfalls Sache einer internationalen Konferenz ist, sie zu lösen, ja, nicht einmal sie anzuschnei­den. Es ist zweifellos angebracht, daran zu er­innern, damit man sich anderweitig keinen ge­fährlichen Illusionen über die Möglichkeiten hin- gibt, das Konferenzprogramm könnte erweitert werden.

DasJournal des Döbats" fragt: Kann man den Doungplan prüfen, bevor ver­schiedene Angelegenheiten, die Mit dem Ver­sailler Vertrag zusammenhängen, geregelt sind? In dieser Frage, die mit der Ratifizierung der Schuldenabkommen nichts zu tun hat, ist die Regierung in einer gewissen Verlegenheit. Man sagt, wozu so viel Vorstudien, so viel verschiedene Konferenzen? Ein einziger Kongreß ge­nügt doch, der alles auf einmal regelt, ein Kongreß, wo die Mehrheit die Räumung des Rheinlandes beschließen wird! Wir verstehen die Gründe dieses Handels auch ohne die heutigen Erklärungen Strefemanns im Matin", wir find auch nicht ungehalten dar­über, die Bestätigung dieser deutschen Ansichten von Strefemann selbst zu erhalten. Es ist er­sichtlich, daß Deutschland auf der Konferenz er­wartet, alles, was es will, mit Hilfe der eng­lischen Regierung und mit Unterstützung des amerikanischen Beobachters, wenn ein solcher dort ist, zu erlangen. Es fordert trotz der Genfer Vereinbarungen die sofortige Räumung des Rheinlandes, und gegen jeden Schein des Rechts die Prüfung der Saar- frage. Was es interessiert, ist weniger eine Regelung der Reparationen, als eine politische Regelung."

Figaro" sagt: Die französische Regierung muß das Konferenzprogramm, das von vornherein feftumriffen bleibt, unerfchütter- l i ch f e st h a l t e n, unerschütterlich auch hin­sichtlich der Mobilisierung der deutschen Schul-

Zehn Mark!") Wenig würdig ist es, wenn man sich jetzt noch beklagt. Wer sich bewußt über Gesetze hznwegsetzt, muß auch den Mut haben, die Folgen auf sich zu nehmen. (Zustimmung bei der Mehrheit.) Es liegt nicht die geringste Veranlassung vor, die Polizeibeamten wegen ihres Vorgehens zu tadeln. Wenn ein Tadel beseitigt erscheint, trifft er die leitenden Polizeiorgane, Die nicht die notwendigen Vorkehrungen getroffen haben, um die Verletzung der Bannmeile zu verhindern. Im übrigen haben die Studierenden keinerlei Sonderrechte. Wenn fh die Wahrung der akademischen Freiheit verlangen. Dürfen sie nicht übersehen, daß sie diese Freiheit am besten sicherstellen durch Beachtung einer akademi­schen Disziplin. (Zustimmung bei der Mehrheit.)

Innenminister Grzesinski

erklärte, wie in der Frage der Durckjdrechung der Bannmeile lasse es die Rechte auch bei der Kritik an seiner Frankfurter Rede an Objektivität fehlen. Der Minister verlas den Hauptteil dieser Rede, insbesondere die Stelle, in der vom Laternenpfahl die Rede war. Diese Ausführungen hätten eine Warnung sein und zur Vorsicht mahnen sollen. Im übrigen seien die Ausführungen unvollständig wie­dergegeben worden. Allen denjenigen, die auf einen neuen Staat hofften, habe er sagen wollen, daß das ein Jrrglauoe sei, weil sich die Arbeiterschaft eine solche Aenderung nicht gefallen lassen würde. Der Minister betonte, daß er keinen Grund sehe, seine Frankfurter Aeußerungen einzuschränken. Die breiten Schichten des arbeitenden Volkes mühten sich darüber klar sein, daß im heutigen Staat der Machtwille vorhanden sei, die Republik zu schützen und einen gewaltsamen Umsturz zu verhindern. Eine gemeinsame Front des arbeitenden Volkes sei vorhanden, der sich im Notfälle das liberale Bür­gertum anschließen werde.

In der

Aussprache

betonte Abg. Brau denburg (Soz.), ange­sichts des Verhaltens der Studenten sei das Vor­gehen der Polizei korrekt gewesen., Abg. Bäcker (Dntl.) erklärte, die Ausführungen des Innenministers hätten nicht befriedigt. Abg. Lotter Haus (Ztr.) erklärte, der Erlaß des Staatsministeriums fei gerechtfertigt gewesen. Abg. Kasper (Komm.) betonte, die Parteien, die am 1. Mai dem Innenminister das Vertrauen ausgesprochen hätten, hätten kein Recht, ihm jetzt Vorwürfe wegen des Vorgehens gegen die Studenten zu machen. Abg. Buchhorn (D. Vp.) kritisierte die Ausführungen des Minister­präsidenten über die Kriegsschuld, die einen par­teipolitischen Einschlag gehabt hätten. Die Unter­drückung der Berliner Studentenkundgebungen komme einem Skandal gleich Abg. Falk (Dem.) sprach dem Kultusminister das vollste Vertrauen seiner Fraktion auch bezüglich feiner Haltung gegenüber den Hochschulen aus.

Die Abstimmungen über die Mißtrauens.- anträge sollen am Donnerstag vorgenommen werden. Rach 22 Ahr vertagte sich das Haus auf Mittwoch.

Sozialdemokratische Gegner des Konkordats.

Berlin, 10. Juli. (Prio.-Tel.) Sechzehn Mitglieder der Fraktion der SPD. Des Preußischen Landtages veröffentlichen als Gegner des Konkordates imVorwärts" eine E r - klärung, in der es zum Schluß heißt: ,Ln der Fraktion mit dieser Auffassung in der Minderheit

Den, die jeder Prüfung vorangehen muh, uner­schütterlich auch hinsichtlich der Organisierung einer effektiven Kontrollkommission.

Oeuvre" schreibt: Dr. Strefemann, der sich bereit erklärt, den französischen Interessen Rech­nung zu tragen, unterläßt es, daran zu erin­nern, daß der Versailler Vertrag das Schicksal der Saarländer in die Hand der Saarländer selbst legt, da er eine Volksabstimmung für 1935 vorgeschrieben hat; er glaubt auch nicht, dah die Frage in Lon­don gelöst werden könnte, er hofft nur, sie stel­len zu können. Wenn nun niemand und wer täte das? einen Zweifel hegt über das Ur­teil, das die Saarländer 1 935 fällen werden, warum sollten dann Frankreich und Deutschland nicht gerade im kommenden Iahre über das Saargebiet nicht verhan­deln ?

Deutscher Vorschlag zur Regierungskonferenz.

Paris, 9. Iuli. (WB.) Der deutsche Bot­schafter v. Hoefch hat im Verlauf feiner gestri­gen Unterredung mit Außenminister Driand über die Vorbereitung der Regierungskonferenz dem französischen Außenminister eine Auszeich­nung unterbreitet, die sich mit dem organi­satorischen Aufbau dieserKonserenz beschäftigt und diesbezügliche deutsch eVor« schläge enthält. Dieses Dokument ist, wie ver­lautet, auch in London Rom und Brüssel überreicht worden. Es wird der Vorschlag ge­macht, in beschleunigter Weise die im Anhang Rümmer 5 zum Boung-Plan vorgesehenen Or­ganisationskomitees zusammentreten zu lassen, und zwar, wenn irgend möglich, bereits am 15. Iuli in Berlin. Eine Entscheidung über diese Frage dürfte bereits in Den nächsten Tagen zu erwarten sein.

Kein Manöver -er britischen Rheinlandtruppen.

Eine offizielle Erklärung im Unterhaus.

London, 9. Iuli. (WB.) Im Unterhaus erteilte Der Staatssekretär für das Kriegswesen auf die Anfrage, ob für die nächsten drei Monate irgendwelche Anstalten zur Abhaltung von Manövern britischer Truppen aus deutschem Boden ge­troffen worden seien, folgende, von den Bänken der Regierungspartei mit Beifallsrufen auf­genommene Antwort: Bei der britischen Rheinarmee werden in diesem Iahr kei­nerlei Manöver oder Hebungen inner­halb des Drigadeverbandes durchgeführt werden. Die Regierung wünscht nicht, Der Zivilbevölke­rung absichtlich Unbequemlichkeiten und Belästi­gungen zu verursachen.

geblieben, fügen sie sich Dem Fraktionsbeschluh auf Abstimmungszwang, indem sie Die Geschlossenheit Der Fraktion unD Die Parteieinheit ihrer persönlichen Auffassung voranstellen."

Glückwunsch an den Papst.

Be r l i n , 10. Juli. (Prio.-TelA An Den Pap ft hat Das Für st bischöfliche IDelegaturamt Berlin folgendes Telegramm gerichtet:Mit Un­terzeichnung des Konkordates durch Eurer Heiligkeit Vertreter Nuntius P a c e 11 i und mit Dessen An­nahme Durch Den Preuhischen ßanDtog ist Die E r - richtung Des Bistums Berlin erreicht. Klerus unD über 500 000 Katholiken wissen, Daß wir bas langersehnte Ereignis Eurer Heiligkeit beson Derem Wohlwollen unD väterlicher Hirtensorge zu verDanken haben. JnDem Priester unD Gläubige Der bisherigen Dclegatur in tiefster Ehrfurcht Eurer Heiligkeit ehrerbietigsten Dank sagen, bitten wir für Das Gedeihen des neuen Bistums um Den aposto­lischen Segen."

Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren. Berlin, 10. Iuli. (WTB.) Der Arbeits­ausschuß für das deutsche Volks­begehren, dem eine große Anzahl nationaler Verbände angehören, trat heute im Herrenhaus unter dem Vorsitz Des Stahlhelm-Bundesführers S e l d t e zu einer ersten offiziellen Tagung zu­sammen. Rach Ansprachen des Bundesführers des Stahlhelms, S e l d t e, des deutschnationalen Parteivorsitzenden Geheimrats Hugenberg, des Reichslandbundpräsidenten, Reichsminister außer Dienst Schiele, und anderer wurden in das Präsidium u. a. gewählt: Minister a. D. Schiele, Franz ©albte, Oberstleutnant a.D. Düsterberg, Generalmajor a.Graf von der Goltz, Geheimrat Hugenberg, Adolf Hit- l e r, Präsident Hepp, Arbeitersekretär R ü f - f e r, Iustizrat El ah, Dr. Fritz Thyssen. Der Ausschuß faßte folgende zwei Entschlie­ßungen:

Der Reichsausschuß für das deutsche Volks­begehren übernimmt das vom Stahlhelm an­geregte Verßasfungsvolksb eg ehren als feine Aufgabe und wird feine Durchführung weitertreiben."

Der Reichsausschuß für das deutsche Volks­begehren stellt den Kamps gegen den auf dem erpreßten Kriegsfchuldbekenntnis aufgebauten Pariser Trtbutplan in die vorderste Linie seiner Aufgaben. Er wird mit allen gesetzlichen Mitteln, insbesondere mit Dem Mittel Des Volksbegehrens Dagegen kämp­fen, daß Die Ratschläge der Paris er Sach­verständigen zum Gesetz für das deutsche Volk erhoben werden. Er ruft alle Deutschen zum Widerstande gegen Den Pariser Tributplan auf.

Vor dem Urteil im Gimnes prozeh.

Eigener Drahtbericht DesGießener Anzeigers".

Berlin, 10. Juli. Nachdem nunmehr im S t i n - n e s - P r o z e ß Die Beweisaufnahme abgeschlossen worden ist, werden in Der nächsten Woche Die Plä­doyers Des Staatsanwalts und Der Verteidiger gehalten werden. Dazu dürften wegen der umfang­reichen Materie mehrere Tage notwendig sein, so daß mit der Urteilsverkündung frühestens am Freitag nächster Woche zu rechnen ist. Das Plci-

doyer des Staatsanwalts wird affSt TökdüHD nach einige Stunden in Anspruch nehmen, während Die Verteidiger für ihre Plädoyers mindestens drei Tage benötigen. Die Staatsanwaltschaft, Die gegen- roärtig mit Der Aufastung ihres Plädoyers beschäf­tigt ist, hat bis zum Beginn Der nächsten Woche noch einmal Die ganzen in Der DerbanDlung aufge- tauchten Fragenkomplexe zu üoerprüfen.

Schwierigkeit Der Prozeßmaterie läßt Daher im gegenwärtigen Augenblick noch keine Prognose über Die Höhe Der staatsanwaltschaftlichen Strafan­träge zu.

Aus aller Well.

Erfolgreicher Ozeanflug desPathfinder".

Madrid, 9. Iuli. (WTB.) Das 3 lug zeug Pathfinder", das gestern in Old Orchard zu einem Transozeanflug nach Rom ge­startet war, ist heule nach 21 Ahr bei der spani­schen Stabt Santander in der Röhe de» Stran­des gelandet. Das FlugzeugPathfinder" lan­dete nach Ueberfliegung von Camillas glatt auf dem Flugplatz Albericia. Die Flieger, die wegen Ben­zinmangels zur Landung gezwungen waren, erklärten, der Flug über den Ozean fei trotz des Rebels großartig gewesen. Sic beabsich­tigen, ihren Flug nach Rom am Mittwoch bei Tages­anbruch fortzusehen.

DerAmerikaEuropa-Flug über Grönland Das FlugzeugUntin Bowler" in Port Burwell.

Chikag o, 9. Iuli. (WTD.) Das Flug­zeugUntin Bowler" traf heute inPort Burwell an der Hudson Bay ein.

DieChikago Tribüne" erhielt über den Flug derllntin Bowler" folgenden von Wvoo gezeichneten Funkspruch:Eintrafen in Port Burwell Dienstag 6.10 Ähr morgens. Kämpf­ten in den letzten zwei Tagen mit Rebel, verweilten 36 Stunden lang auf dem Erdboden 40 Meilen südlich von hier, besseres Wetter er­wartend."

Große Unterschlagungen beim Deutschen Sängerbund

Der Untersuchungsrichter beim Landgericht Ber­lin 3 hat die Voruntersuchung gegen den Kassierer des Deutschen Sängerbundes Re dl in wegen umfangreicher Unterschlagungen eröffnet. Reb­lin wird von der Geschäftsleitung des Deutschen Sängerbundes beschuldigt, Mitglrederbeiträge in Höhe von 900 000 Mark unterschlagen zu haben. Die Voruntersuchung richtet sich nicht nur Darauf, die Höhe der von Reblin veruntreuten Gel­der zu ermitteln, sondern auch die Frage zu klä­ren, ob und in welchem Umfange leitende Per­sönlichkeiten des Deutschen Sängerbundes an den Unterschlagungen beteiligt gewesen sind.

Die Schiffsexplosion auf Der Nordsee.

Bei Dem in Der Nordsee untergegangenen Schiff handelt es sich um Den schwedischen Dampfer Botte", Der auf Der Fahrt von Schweden nach Rouen begriffen war. Die Besatzung Des Dampfers ist in Jmmingham gelanDet worden.

Angeheure Hitze in Reuyork und Washington.

Infolge der in N e u y c> rk herrschenden unae- heuren Hitze sind zahlreiche Personen vom H i tz schlag getroffen worden. Sieben Personen find Der Hitze bereits erlegen. Auch aus Den benach­barten StäDten werden viele durch Die Hitze oerx ursachte ToDesfälle gemeldet. In Washing­ton stieg das Thermometer auf 39 Grad Celsius.

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* Schnee Graupeln MeDeL R <ie*/itter.(§)Wlndslliie.-O Sdw leichter Osi y nissiger "5tia$0dwe$t A stürmischer nordv/ejk Die Pfeile fliegen mit dem winde. Oie oeioen Stationen stenenden zäl len geben die Temperatur an. Pie timen verbinden Ort« mit gleichen! auf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck

Wettervoraussage.

Das Hochdruckgebiet hat sich mit feinem Kern nach Süddeutschland verlagert und hier allenthalben auf- heiterndes Wetter gebracht. Unter seinem Einfluß bleibt zunächst noch das herrschende Wetter fort- bestehen. Die Temperaturen steigen infolge der un­gehinderten Sonnenstrahlung weiter an. Die Island- ftörung hat sich unter weiterer Vertiefung ihrer- Warmluft an Der VorDerseite über Den Britischen In­seln ausgebreitet unD ein ausgeDehntes Niederschlags- feld Dort erzeugt. Wahrscheinlich Dürften ihre Aus­läufer später namentlich mehr im nördlichen Teil Deutschlands zur Auswirkung kommen und dort vorübergehend stärkere Bewölkung, zunächst strich- weise Niederschläge, teils gewitterhafter Art, ver­ursachen.

Wettervorauvsage für Donnerstag: Zunächst vielfach heiter, später auftommende Be­wölkung, warm und trocken.

Wettervoraussage für Freitag: Be­wölkungszunahme, warm und Gewitterneigung.

Lufttemperaturen am 9. Juli: mittags 16,5 Grad Celsius, abends 13,7 Grad: am 10. Juli: morgens 9,5 Grad. Maximum 18,5 Grad, Minimum 5,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Juli: abends 16,2 Grad: am 10. Juli: morgens 13,2 Grad. Sonnenfcheindcwer 4 Stunden.