Ausgabe 
10.5.1929
 
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Oberhessen.

Stadtvorstandssihung in Alsfeld.

** Alsfeld, 8. Mai. Stadtvorstands-- I i tz u n g. In der am Dienstag abgchaltenen Sitzung befaßte man sich zunächst mit der Fortführung der allgemeinen Kanalisation. Wie der Vorsitzende ausführte, ist auch im Rechnungsjahr 1929 geplant, die allgemeine Kanalisation in der Stadt weiter zu fördern. Die noch dem Vorschlag des Kulturbauamts Gießen zur Kanalisierung in diesem Jahre vorgesehenen Straßen erfordern einen Kostenaufwand von insgesamt 47 630 Mk. Die Ka­nalisierung dieser Straßen wurde beschlossen, falls die Stadt zu den aufzuwendendcn Kosten einen Zu­schuß aus Mitteln der wortschaffendeu Arbeitslosen- sürsorge erhält. Unter dieser Bedingung wurde der vorgelegte Kostenvoranschlag genehmigt und der er­forderliche Kredit durch Kapitalaufnahme bewilligt. Sodann behandelte man die Ablösung der städtischen Anleihen. Dom Minister des In­nern ist in Uebereinstimmung mit der Stadt die Auf­wertung der städtischen Anleihen auf 16i v. .f). fest­gesetzt worden. In Ausführung dieses Beschlusses soll die Ablösung der alten Markanleihen in der Weise erfolgen, daß den Gläubigern in Höhe von 12* v. H. Kommunalsammelablösungsanleihe gege­ben und der Rest, d. h. der Unterschied zwischen 12*o. f). und 16i v. $). - 3$ o. H. in bar ousgehan- diot wird. Diese von der Finanzkommission vor- geschlagene Regelung wurde gegen zwei Stimmen angenommen. Die an der Friedhofserweite­rung beschäftigten Arbeiter sollen nach dem Vor­schlag der Baukommission auf ihr Gesuch hin den­selben Stundcnlohn erl-alten wie die ständig beschäf­tigten städtischen Arbeiter, d. h. 67 Pfennig. Dagegen wurde der Antrag auf Gewährung von Kinder- und Haushaltungszuschlägcn abgelehnt. Infolge Errich­tung des neuen Postgebäudes wird eine Verle­gung der Baufluchtlinie am Ludwigsplak, am Schwabenröderweg und an der Schellengasse notwendig. Der hierüber von dem Stadtbauamt vorgelegte Plan wurde genehmigt: die entsprechen­den Abänderungen sollen bei dem Ministerium be­antragt werden. Eine längere Aussprache entspann sich über den vom Stadtbauomt vorgelegten Vor­anschlag über die Ausbesserung des An­baues an der ehemaligen Stadtschule, welche auf 4660 Mark veranschlagt ist. Die Ver­sammlung war der Ansicht, daß die hohen Kosten für die Ausbesserung des Dachstuhles im Vergleich zu dem geringen Werte des alten Gebäudes zu hoch seien. Die Beschlußfassung über diese Angelegenheit wurde daher ausgesetzt, und es soll eine Ortsbesich­tigung durch die Baukommission stattfinden. Für eine unvorhergesehene Reparatur des Dachgiebels an der Walpurgiskirche wurde ein Betrag von 350 Mark bewilligt. An die Sitzung schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung an.

Oie Motorrad-Katastrophe bei Butzbach.

pb. Butzbach, 8. Mai. Die Ermittelungen über den am 18. April auf der Straße zwischen hier und Rieder-Weisel vorgekommenen schwe­ren Motorradunfall, bei welchem der 20- jahrige Kaufmann Hans Dinkel tödlich ver­unglückte, der 23jährige Karl Müller stark verletzt und der 19jährige Wilh. Balser in den Graben geschleudert und leicht betäubt worden war, sind nunmehr abgeschlossen. Karl Müller, der außer anderen Verletzungen auch einen Bluterguß über dem linken Auge erlitten hatte, soll dem Vernehmen nach auch noch unter den Folgen eines Aervenchoks zu leiden haben. Zu bewundern ist bei dem Unfall die Geistes­gegenwart, die Balser hatte, der obwohl er zunächst leicht betäubt war sofort seiner Sinne wieder mächtig wurde und die Aummer des Motorrades feststellte. Er hat folgende Dar- stcllung des unglücklichen Vorfalles gegeben: Din­kel, Müller und Balser sind abends gegen 10 Llhr auf der rechten Seite der Straße nach Rie- der°Weisel zu gegangen, und zwar auf dem Reitweg. Dinkel ging nach amtlicher Fest­stellung etwa einen Meter entfernt vom Reitweg auf der Asphaltstraße. Von hinten kommend, fuhr das mit zwei Personen besetzte Motor­rad in voller Fahrt zwischen Dinkel und Müller durch, so daß Dinkel nach links Und Müller nach rechts geschleudert wurde, wobei Balser durch letzteren einen Anstoß erhielt und in den Graben flog. Das Motorrad war s o schlecht beleuchtet, daß die drei Spazier­gänger keinen Lichtschein bemerkten, auch gab der Fahrer k e in Hupensignal. Balser, der sogleich wieder zu sich kam, sah das Motorrad, da es mondhell war, unweit der älnsallstelle stehen, eilte rasch hin und konnte die Rümmer des Rades fest stellen. Er ries den Fahrern noch zu, diese setzten aber das Motorrad in Gang und verdufteten. Bei der Rückkehr zu der Unfallstelle fand er Dinkel in einer Blutlache liegend vor, Müller lag besinnungslos da. Zu­fällig kamen aus der Richtung Rieder-Weisel zwei Autos, die er anhielt. Das eine Auto fuhr sofort nach Butzbach zur Polizei, die Dinkel mittels Trans- nortroaaen in das Johanniterhospital nach Rieder- Weisel bringen ließ. Im zweiten Auto befand sich ein Arzt, der sich der Verletzten annahm. Müller versuchte aufzustehen, was jedoch nicht gelang, er wurde im Auto des Arztes nach Butzbach m seine Wohnung verbracht, da die Verletzungen nicht lebens- gefährlich waren. Wie bereits früher angegeben, ist der Motorradfahrer der Spenglermeister Fisch aus Bad-Rauhei m.

Landkreis C eßen.

* Heuchelheim, 8. Mai. Am Sonntag ver­anstaltete in der Turnhalle die hiesige Orts­gruppe des Reichsbundes der Kriegs­beschädigten und Kriegerhinter­bliebenen die Feier ihres 10jährigen Be­stehens. Der Feier ging am Vormittag die K r e i s k o n f e ren z des Kreises Gie­

ßen voraus, bei der alle Ortsgruppen des Kreises Gießen durch Delegierte vertreten toaren. Rach Genehmigung des Geschäfts- und Kassen­berichts wurden die seitherigen Dorstandsmit- olieder in ihren Aemtern bestätigt. Aus dem Geschäftsbericht war insbesondere zu entnehmen, daß die Organisation auch im abgelaufenen Jahre hinsichtlich der Mitgliederzahl eine Zunahme er­fahren hat; auch konnten einige Ortsgruppen neu gegründet werden. Am Rachmittag fand dann Die Feier des 10jährigen Bestehens statt. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Heuchelheim, Lud­wig Volk mann, hielt die Begrüßungsan­sprache und wies auf die Bedeutung des Tages besonders hin. Er gedachte des durch schwere Krankheit am Erscheinen verhinderten Sekretärs Benner-Heuchelheim und gab der Hoffnung auf dessen baldige Genesung Ausdruck. Es folgte dann ein Referat des Bundesausschußmitgliedes, Frau Marie D e tz e l - Koblenz. In ihren mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen behandelte Frau D e h e l nicht nur die Kriegs­beschädigten- und Kriegerhinterbliebenenfrage, sondern auch die gesamte Sozialgesetzgebung. Sie gab ferner einen Lieberblick über die bei dem Reichstag cingebrachte 6. Rovelle zum Reichs- versorgungsgeseh. Ihre Ausführungen wurden ergänzt durch Gauleiter Momberger -Darm­stadt, der auch die Grüße und Wünsche des Gau- vorstandes und der Bezirksleitung Oberhessens übermittelte. Anschließend sand einW o h l t ä t i g- keitstonzert der Kapelle Weller-Ein- b r o d t aus Gießen zum Besten der Kriegerwai­sen statt. Es gelangten der Bedeutung des Tages entsprechende Musikstücke zum Vortrag. Die gu­ten Leistungen der 32 Mann starken Kapelle wur­den von allen Anwesenden beifällig ausgenom­men. Dem Vorstande der Ortsgruppe Heuchel­heim gebührt Dank für die Durchführung der gut besuchten Veranstaltung.

1 Lollar, 8. Mai. Am Sonntag fand hier der 1. ßieöertag des Bezirks 1 des Lahn- gaues im Hessischen Sängerbund statt. Die Vereine des Bezirks versammelten sich in der GastwirtschaftZum Schwanen". Rach dem ge- mcinsamen Gesang des deutschen Sängergrußes hieß der Vezirksvorsitzende, Berufsschullehrer Eberle, Sänger und Gäste willkommen. Er be­tonte, daß man nicht ein Sängerfest im herkömm­lichen Sinn mit dem iiblichen Drum und Dran ver­anstalten wolle, vielmehr solle der Liedertag dazu dienen, die Sänger einander näherzubringen, Freundschaft zu schließen, in Harmonie das deutsche Lied zu pflegen. Vorweg sei gesagt, daß der glän­zende Verlauf der Veranstaltung beweist, daß dieser Zweck wirklich erreicht worden ist. Der Vorsitzende des hiesigen Turn- und Gesangvereins, H a r b u s ch, begrüßte die Sänger namens des genannten Ver­eins, dem die Vorbereitung des Festes übertragen war. In mächtigen Akkorden erklangen nunmehr aus den Kehlen von etwa 400 Sängern unter Lei­tung des Gauchormeisters Kasten (Gießen) die beiden Massenchüre:Wo gen Himmel Eichen ragen" von Heinrich undSchenkenbachs Reiterlied" von Weber. Anschließend erfolgte die (am Mittwoch schon berichtete. D. Red.) Ehrung des Sängers Wahl vom Gesangverein Klein-Linden, dem der Gauvorsitzende K o ch (Gießen) die silberne Ehren­nadel des HSB. für vierzigjährige aktive Sänger­schaft übereichte. Der Geehrte dankte in bewegten Worten. Bei dem nun folgenden Einzelsingen der Vereine kamen durchweg ausgezeichnete Leistungen zu Gehör. Besonders erwähnt zu werden verdienen die gemeinsamen Chöre des Bauerschen Gesangver­eins aus Gießen mit etwa 80 Sängern und des Unionklubs von Wetzlar mit etwa 100 Sängern, welch' beide Vereine auch beim Hessischen Sänger­fest in Darmstadt gemeinsam ein Sonderkonzert veranstalten werden; ferner die heiteren Einzelge- fänge eines Wetzlarer Sängers. Gar zu bald schlug die Abschiedsstunde. Sangesbruder Kling (Wetz­lar) brachte vor dem Scheiden noch den Dank der Sänger an die örtliche Leitung, sowie an den Be- zirksoorsitzenden Eberle, zum Ausdruck. Die Ver­anstaltung darf als in allen Teilen aufs beste ge­lungen bezeichnet werden und hat wohl in allen Teilnehmern einen tiefen Eindruck hinterlassen. All­gemein würde schon jetzt der Wunsch nach einer gleichen Feier im nächsten Jahre laut.

! Mainzlar, 8. Mai. Auf dem hiesigen Bahnhof werden zur Zeit größere Mengen Ba­salt-Schotter und Kleinschlag zur Reueindeckung der Provinzialstraße Mainzlar- Treis a. d. Lda. ausgeladen. Der Transport von der Bahn erfolgt durch Lastkraftwagen an die Derwendungsstellen. Dabei fuhr dieser Wagen auf freier Straße plötzlich gegen das Fach­werk des Hauses Hauptstraße 13. wo­durch der Eckpfosten eingedrückt wurde und er­heblicher Sachschaden entstanden ist. Da an dem Gebäude Risse bis zum zweiten Stockwerk ent­standen sind, muhte es zum Teil gestützt werden.

ß i d), 8. Mai. DiepriooteBautätigkeit in unserer Stadt ist gegenüber dem Vorjahre etwas z u r ü ck g e g a n g e'n. Im ßaufe dieses Jahres wer­den sechs Wohnhausbauten errichtet, eine größere Anzahl Wohnhausbauten des verflossenen Jahres fertiggestellt und verschiedene Geschäftsumbauten vor­genommen. Daneben errichtet die Stadt den Post- tz a u 5 n e u b a u an der Bahnhofstraße. In nächster Nähe soll noch im ßaufe dieses Jahres ein Hotel- b a u erstehen. Auch auf dem Gibiete der S t r a ß e n- herstellung wird ständig weitergearbeitet. Zur Zeit läßt die Stadt die Hüttengasse und die Straße im Müllereck neu pflastern. Erfreulicherweise ver­schwinden hierbei wieder einige der recht unbeliebten Miststätten an der Häuserfront. Die Befestigung der neuangelegten und größtenteils bebauten Iahnstraße soll, nach zuverlässigen Informationen, in den näch­sten Wochen in Angriff genommen werden.

ß td), 8. Mai. Einer der ä l t e st e n E i n w o h - n e r unserer Stadt, Polizeidiener i. R. Heinrich S ch m i b t V., wurde am Dienstag zu Grabe getra­gen. Der Entschlafene stand im 84. Lebensjahre. Vorn Jahre 1868 bis Ende des Jahres 1919 bekleidete er das Amt eines Polizeidieners der Stadt und trat als­

dann in den wohlverdienten Ruhestand. Während seiner Amtstätigkeit nahm er an dem Feldzug 1870/71 teil.

Kreis Friedberg.

pb. Du h b a ch, 8. Mai. In der gestrigen Sitzung des Stadtrates wurden die Vor­anschläge der Stadtverwaltung, des Elek­trizitätswerkes und des Armenfonds vorgelegt und genehmigt. Der Voranschlag der Stadtverwaltung schließt in Einnahme und Ausgabe mit 538 250 Mk. ab. der Gesamt­umlagenbedarf beziffert sich auf 171 000 Mk. Der Voranschlag des Elektrizitätswerkes weist in Einnahme und Ausgabe den Betrag von 270 400 Mk. auf, der Voranschlag des Armen- f o n d s schließt in Einnahme und Ausgabe mit 13500 Mk. Das Vermögen der Stadt be­läuft sich auf 2 143 226.13 Mk., die Schuldver­pflichtungen betragen insgesamt 1 226 485,93 Mk.

Kreis Schotten.

\r Gedern, 8. Mai. Heute nachmittag er­eignete sich im Steinbruch der Gebr. Trai­ler ein schwerer Unfall. Das Lastauto des Echlossermeisters Karl O b c r h e i m fuhr dem Maschincnarbciter Jost mit dem Vorderrad über den rechten Oberschenkel und die rechte Leistengegend. Der Zustand des Verunglück­ten, der sofort dem hiesigen Krankenhaus zuge­führt wurde, ist recht bedenklich.

Kreistag des Kreises Darmstadt.

WSR. D a r m st a d t. 8. Mai. Aus den Be­ratungen des Kreistages Darmstadt ist von Interesse, daß der Stand der Kreis» finanzen auch in dem abgelaufenen Rech­nungsjahr ein guter geblieben ist, nachdem er bereits im Jahre 1927, dessen Endabschluß ge­nehmigt wurde, günstig abschloh. In dem neuen Kreisvoranschlag 1929/30 war es daher mög­lich, von der zunächst geplanten Heranziehung der Kreisgemeinden zu den Kosten der Landes- Heil- und Pflegeanstalten abzusehen. Auch die Kreis steuern wurden um 50000 Mk. auf 250 000 Mk. gesenkt. Eine Erhöhung der KreiSumlage konnte ebenfalls vermieden werden, trotzdem einige Ctatspositionen etwas reichlicher dotiert wurden.

Tagung des kath. Frauenbundes in Frankfurt am Main.

Weihe der Fraucn-Fricdenskirchc in Bockenhcim.

* Frankfurt a. M, 8. Mai. Die ersten schönen Frühlingstage des Mai hatten für die katholischen Frauen Deutschlands eine besondere Bedeutung durch die Jubiläumstagung des Katholischen deutschen Frauen­bundes zu Frankfurt a. M. und die Ein­weihung der Fra u en-F riedenskirche. Die Pioniere der katholischen Frauenbewegung erfaßten vor 25 Jahren zuerst die Idee des Bundes. In zäher, unermüdlicher Arbeit ent­stand aus kleinen Anfängen, dann immer mehr anwachsend und nun als große Frauenorgani­sation alle Teile Deutschlands erfassend, der katholische Frauenbund, dessen Vorsitzende Frl. Dr. Krabbel ist. Eine seiner größten, unver­geßlichen Führerinnen war die verstorbene Reichstagsabgeordnete Hedwig Dransfeld, die im Krieg das Gelöbnis gab, für unsere Ge­fallenen ein Ehrenmal durch eine Kirche zu er­richten und gleichzeitig den Gedanken des Frie­dens zum Ausdruck zu bringen. Zu beiden Feiern hatten sich am Samstag und Sonntag viele Vertreterinnen des In- und Auslandes in Frankfurt zusammengefunden. Die kirchlichen, staatlichen und städtischen Behörden nahmen durch ihre Vertreter lebhaften Anteil. Auch die Be­völkerung der Stadt Frankfurt war besonders zur Einweihung der F r a u e n - F riedens­kirche in Scharen herbeigeeilt, galt es doch, durch die Erbauung der Kirche einem dringenden Bedürfnis der Arbeitergemeinde Bockenheim abzuhelfen. Run steht dieses Bauwerk neuzeit­licher Kunst und Sachlichkeit auf der Ginn- Heimer Höhe, hineingestellt in das neuer- stehende Franffurt mit seinen Siedlungen und schönen gärtnerischen Anlagen. Der Kirche an­gegliedert ist ein Ehrenhof für die Ge­fallenen. Die Ramen unserer Helden können dort in die Säulen eingemeißelt werden. Eine riesengroße regina pacis, Königin des Friedens, über dem Cingcmgsportat fesselt den Blick des Beschauers. Hoch darüber ist ein Kreuz, das jetzt jeden Abend 9 Llhr elektrisch erleuchtet die Stadt überstrahlt, zu einem Gedächtnis für die Ge­fallenen. Architekt Herkommer aus Stutt­gart hat die Kirche erbaut. Der Entwurf zur künstlerischen Gestaltung der Altarwand ist von Prof. Eberz, München. Ganz besonders har­monisch ist die Abtönung der Farben im Innern der Kirche durch den Verputz, die Anbringung der Beleuchtungsanlagen und die wundervollen Lichtreflexe der Fenster, die besonders schön sich in den Fenstern der Krypta brechen. In letz­terer steht die in Stein gemeißelte Pieta von Ruth Schaumann. Run ist dieses zu Stein gewordene Gelöbnis katholischer deutscher Frauen vollendet. Die Bausumme, die durch die Infla­tion verlorengegangen war, ist durch Samm­lung kleiner und kleinster Spenden zum größten Teil gedeckt. Frauenliebe und Opfersinn werden auch weiterhin nicht versagen.

Bon der Marburger Llniversiiäi.

WSR. Marburg. 8. Mai. Die am letzten Jmmatrikulationstage festgestellte Zahl der S t u- dierenden des diesmaligen Sommer» semesters stellt sich auf insgesamt 3233 Män­ner und 780 Frauen, zusammen 4019. Sie ver­teilen sich auf die einzelnen Fakultäten wie

folgt: Theologen 368 Männer, 23 Frauen, Rechts- und Staatswissenschaftler 966 Männer und 37 Frauen, Mediziner 820 Männer und 116 Frauen, Philosophen 1079 Männer und 604 Frauen. Im letzten Winter­semester waren eS 2580 Männer und 523 Frauen, zusammen 3112 und im vorigen Sommersemester 2852 Männer und 610 Frauen, zusammen 3462 Studierende. Richt mit eingerechnet sind in diesen Zifscrn die Gasthörer, deren Zahl durchschnittlich etwa 50 beträgt.

Professor Wilhelm Lundström (Göteborg), der bekannte Vorkämpfer der auslandschwedischen Bewegung, atnb Deutschenfreund, hat anläßlich seines 60. Geburtstages dem Reichsvcrein für die Erhaltung des Schwedentums im Ausland die Summe ton 50 000 schwedischen Kro­nen für die Gründung eines schwedischen Lektorats an der Llniversität Mar­burg zur Verfügung gestellt.

Schweres Flugzeugunglück bei Kassel.

Drei Tote.

HJSlt. Kassel. 9. Itlai. Das auf dem J(ng von präg nach Rotterdam befindliche Flugzeug der Tschechoslowakischen Luftverkehrsgesellschaft ist heute zwischen 1 und 2 Uhr bei Literhagen, etwa 20 km südöstlich von Kassel, abgcsiürzt. Dabei wurde die Maschine zerstört. Der Kaufmann Franz Peters aus Münster, der Führer des Flug­zeugs, L e i t k e p (präg), und der Bordmonteur holik (Prag) kamen ums Le b c n.

Wie wir von Augenzeugen hören, ist das ab­gestürzte Flugzeug kur; vor Litcrhagen in einer dunklen Wolke anscheinend in eine Böe gera- t e n und bann abgetrubclL Die eine Trag­fläche hob s i ch hoch und dann sauste der Apparat mit der Spitze senkrecht na dj unten in einen Buchenwald hinein, wo er total zertrümmert ausgefunden wurde. Die drei Insassen hatten surchtbare Verstümmelungen davon­getragen. Die Leichen wurden heute abend von der Kasseler Polizei nach Kassel übergeführt.

Kassaoenkietterer in Bad Homburg.

WSR. Bad Homburg, 8. Mai. In der Rächt zum Mittwoch kletterten Fassadenakrobaten an zwei Dillen der Kaiser-Friedrich-Pro­menade an den Balkonsäulen der Vor­derfront in die Höhe und stiegen durch die offenstehenden Fenster im ersten Stock in die Wohnungen ein. Die Einbrecher haben so leise gearbeitet, daß die beiden 'Bewohnerinnen, welche im Bett lagen und schliefen, nichts von den nächt­lichen Besuchern merkten. Erst am Morgen muß­ten sie zu ihrem Schrecken die unangenehme Wahrnehmung machen, daß alle Schmuck­sachen und Portemonnaies von den Rachitischen verschwunden waren. Den Dieben fielen Wertsachen im Gesamt­beträge von 7000 Mk. in die Hände. Für die Wiedererlangung der Sachen hat dieHaupt- bestohlene eine Belohnung von 10 Proz. des Friedenswertes ausgesetzt.

Kreis Biedenkopf.

WSR. Gladenbach, 9. Mai. Auf der Dorf- straße in Hommertshausen ist ein vier­jähriges Kind von einem Auto über­fahren worden. Die Räder des Kraftwogens gingen dem Kind über den Hals, fo daß der Tod auf der Stelle eintrat.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Religionsgesellschasl. Sabbatfeier den 11. Mai. Freitag abend 7.25 Utzr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.55. Wochen­gottesdienst morgens 6.30; abends 7.

Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 11. Mai. Vorabend 7.45 Uhr; morgens 8.30; abends 8.15 und 8.55.

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