Ausgabe 
9.10.1929
 
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jrgarine

Nr. 257 Erster Blatt

179. Jahrgang

Mittwoch. 9. Oktober 1929

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Eichener Anzeiger

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Kolonien für Deutschland?

Der englische Zeitungskönig, der Herr der .Daily Mail", der Bruder des verstorbenen Propagandaführers im Kriege, Lord Rother - Ni e r e, macht seit 3ahr und Tag von sich reden, indem er einen Feldzug gegen die heutigen Vrenzen Ungarns, gegen die territo­rialen Bestimmungen des Trianon- Dertrages führt. Diese Bemühungen ha- Len ihm viele sensationelle Lleberschriften für seine Zeitungen, allerhand warme Dankkundge­bungen aus Ungarn und die Abneigung der Nachfolgestaaten eingetragen, die sich durch seine Propaganda in ihrem Besitzstand bedroht fühlen. Aber die englische Regierung hat es für nötig gehalten, mehrfach recht deutlich von dieser Mei­nung eines Einzelnen abzurücken, und im ganzen sehen wir heute so wenig, wie vor zwei oder drei Jahren irgendeine Bereitwilligkeit oder Möglichkeit, daß den gewiß berechtigten natio­nalen Anforderungen Ungarns Genüge geschehen würde.

Deshalb ist es mit einiger Borsicht aufzu­nehmen, wenn der gleiche Lord Rothermere sich neuerdings imDaily Mail" dafür einsetzt, daß Deutschland im Interesse einer Stärkung seiner republikanischen Regierung ein Teil seiner Kolo­nien zurückgegeben werde. Rothermere spricht in diesem Zusammenhänge von Kamerun und dem britischen Teil von Togo und trägt nicht gerade zur Stärkung des Eindrucks seiner Opfer­bereitschaft bei, wenn er diesen Borschlag der englischen Bevölkerung dadurch schmackhaft zu niachen sucht, daß diese Kolonien eine f inan» Stelle Belastung für die englische Regie­rung darstellten. Die ganze Kampagne mutet reichlich improvisiert an: der Lord hat zuvor eine vierzehntägige Autotour durch Deutschland unter­nommen, auf Grund deren er sich für koinpetent hält, der britischen Oeffentlichkeit ein Urteil über die wichtigsten Fragen der deutschen politischen Entwicklung abzugeben. Er hat im voraus seine Artikelserie angelündigt und im ersten Aufsatz nicht gerade Beweise eines tiefen Eindringens in die deutsche Volksseele geliefert, die er ver- nmtlich besonders in Hotels und anderen Gast­häusern während feiner eigenartigen und eiligen Autoreise gesammelt Ijat.

Den zweiten Aufsatz nennt erWird die Re­publik Bestand haben?" und fommt_ dabei zu einer bejahenden Antwort. Freilich fügt er die an sich sehr vernünftige Bedingung hinzu, daß Sie ehemaligen Feindmächte dazu beitragen müh­ten, um den guten Willen und die Versöhnung zu fördern und damit eine republikanische Re­gierung zu stärken, die solche Tendenzen vertrete. Änd so gelangt er denn auch zu seiner Anregung in bezug auf die Kolonialfrage. Umstände und Beweggründe für diese Aktion werden uns daran verhindern, ihr ein übermäßiges Gewicht beizu- Cegcn. Außerdem aber darf doch nicht unaus­gesprochen bleiben, daß eine künftige koloniale Betätigung Deutschlands nicht von Prestige- und irnachtpolitischen Gesichtspunkten getragen sein darf, sondern rein wirtschaftliche Not­wendigkeiten im Auge haben muh. Das heißt, es wird sich darum handeln müssen, Deutschland Arbeits Möglichkeiten und ein fehlendes Rohstoffreservoir für Iropische Produkte zu erschließen, die wir heute nit anderweitig dringend benötigter fremder Valuta und zu teuerem Preise kaufen müssen, so Daß dadurch unsere Volkswirtschaft, vor allem «cber auch die Fähigkeit für die Erfüllung von Reparationsleistungen sehr nachteilig beeinflußt wird. Ob gerade Die Verlust Po st en in der llolonialwirtschaftlichen Bilanz Englands und ein ffleiner Bruchteil unseres eigenen ehemaligen Ko­lonialreiches geeignet sind, diese Lücke unserer Volkswirtschaft auszufüllen, kann man füglich be­zweifeln.

Immerhin wird man die Aeußerungen des Zeitungslords als einen Beitrag zu der wachsen- Sen Erkenntnis der Lebensbedürfnisse Deutsch- Hands im Kreise seiner ehemaligen Gegner zu uen schärfsten gehörte dereinst der Rorthcliffe- Rothermeresche Zeitungstrust sich vormerken süssem

Paneuropa.

Herrioi über die Organisierung der Bereinigten Staaten von Europa. Wien, 8. Ott. (WTB.) Auf Einladung der Paneuropa-Union hielt nach einer Be­grüßung durch den Präsidenten Coudenhove Ka- lergi der frühere französische Ministerpräsident ch e r t i o t einen Vortrag über das ThemaDie Srganifierung Europas". Anknüpfend an die ton Briand vorgeschlagenen Vereinigten Staaten ton Europa erklärte er, daß diese Vereinigung, wie er sie sich vorstelle, nicht aus der Basis Bet Einheit, sondern auf der Basis des Zu­sammenschlusses begründet sein solle. Er widerlegte sodann die gegen dieses Projekt er­hobenen Einwände, daß sie sich gegen die Ver­einigten Staaten von Amerika richteten, fer­mer den russischen Einwand, daß die Ver­einigung der Staaten Europas eine heilige Al­lianz darstelle, und schließlich den einiger b riti- fcher Zeitungen, welche sich gegen das Pro­gramm Briands mit der alten historischen Idee des britischen Imperiums wendeten. Der wich­tigste Punkt im Plane Briands sei, die ratio­nelle Organisation der Produktion und des Austausches in Europa durchzu- fihren. Herriot trat dem von Briand dargelegten Vorbehalt bei, daß die Souveränität je­der Ration gewahrt bleiben müsse. Das

Die deulsch-ftanzößschen Besprechungen.

Oer Abgeordnete Paul Reynaud über seine Berliner Reise. Oas angebliche Militärbündnis. - Oas Auswärtige Amt von den Besprechungen unterrichtet.

Paris, 9. Okl. (1BIB. Funkspruch.) Der von seiner Reise nach Mexiko nach Frankreich zurückge- kchrle französische Abgeordnete Paul R e y n a u d, der der Partei Maginol angehörl, hat angesichts der Veröffentlichungen derRationalliberalen Korre­spondenz" Vertretern der französischen Presse Erklä- rungen über die In der deutschen Veröffentlichung erwähnten Verhandlungen gegeben.

Seine angeblichen Verhandlungen seien in Wirk­lichkeit nichts weiter gewesen als eine Stu­dienreise, die er im April nach Berlin unter­nommen habe, ebenso wie er sich einen Monat vorher nach London begeben habe. Line solche Reise lohne sich schon. Deutschland habe ein dop- pcltes Gesicht: Auf der einen Seite das offi­zielle, das friedliche Deutschland und auf der an­deren Seite eine fanatische Minderheit, die unter außergewöhnlichen Umständen die Regierung wieder übernehmen könnte. Da er sich über die Gefahr habe ganz klar werden wollen, habe er mit Män­nern aller Parteien, von der äußer­sten Linken bis zur äußersten Rechten gesprochen. Ls sei natürlich sehr leicht, diese pri­vaten Besprechungen als geheime Verhandlungen hinzustellen.

Ls sei wichtig, daß bei diesen Unterredungen deutscherseits von einem Militär­bündnis gesprochen worden sei, wie dies auch Arnold Rechbcrg in Paris getan habe, aber er habe sofort geantwortet, daß eine derartige Formel

London, 8. Okt. (WB.) Der Amtliche Britische Funkdienst veröffentlicht den Text der Einladung an Frankreich, Italien und Japan zur Teilnahme an der Seeabrüstungskonseren; in London. 3n die­ser Einladung, die von dem Außenminister Heu- de rs on an d ie Londoner Botschafter der oben genannten drei Mächte gerichtet worden ist, heißt es: Die insormellen Besprechungen über eine Abrüstung zur See, die In den letzten drei Monaten zwischen dem Premiermini- stcr und dem Botschafter der vereinig­ten Staaten in London staltgesunden haben, haben jetzt ein Stadium erreicht, in dem kein Punkt von einer derartigen Wichtigkeit noch ausstehl, daß dadurch einem Abkommen Hindernisse in den Weg gelegt würden. Es werden daun die vier in der Times" bereiks veröffentlichten Punkte aufgezählt, in denen die Regierungen Großbritanniens und der vereinigten Staaten im Laufe der Besprechungen zwischen Macdonald und Dawes zu einer vor­läufigen Verständigung gelangt sind. Wei­ter wird gesagt, daß die großbritannische und die amerikanische Regierung übereingekommen sind, die Konferenz in London zu Beginn der drit­ten Januarwoche zu eröffnen, und es wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Regie­rungen der drei oben genannten Mächte Vertre - ter zu der Konferenz entsenden werden. Auch die Vertreter der britischen Dominions seien zur Teilnahme an der Konferenz ausgeforderl worden. Die Ueberprüsung der gesamten Lage zur See liege im Interesse der allgemeinen Abrü-

Werk, so schloß Herriot, wird den Völkerbund fördern. Wenn Europa nicht sinken will, muß es sich beeilen, die vereinigten europäischen Staaten ins Leben zu rufen.

Die produktive ErWerdsiosenfürsorge.

Auf der Suche nach neuen Mitteln für den Winter.

Berlin, 8. Okt. (VDZ.) Wie in parlamentari­schen Kreisen erklärt wird, wird es eine der dem­nächst zu lösenden Hauptaufgaben des Reichstages sein, für den bevorstehenden Winter Mittel für die Aufrechterhaltung der produktiven Erwerbslosenfürsorge zu schaffen. Der zuletzt bereit­gestellte Betrag von 77 Millionen ist völlig er­schöpft. Da mit einem Steigen der Erwerbs­losigkeit in der üblichen Art für den Winter zu rechnen ist, wird die Schaffung eines neuen Fonds als eilige Aufgabe betrachtet. Die Verhandlungen darüber schweben auch schon seit einiger Zeit. Es wird sich einmal darum han­deln, rund 30 Millionen durch einen Nach­tragsetat für das laufende Geschäftsjahr frei­zumachen, und darüber hinaus im Wege des Vorgriffes auf das Etatsjahr 1930/31 weitere Beträge zu erhalten. Vor allem denkt man auch

von der französischen O e s s e n l l l ch k e i t niemals angenommen werden würde, viel­leicht könne man eine neuartigere Formel finden, etwa dadurch, daß die deutschen und die franzö­sischen Truppen dem Völkerbund zur Ver­fügung gestellt würden. Diese Maßnahme wäre dazu angetan, in Europa in sicherer und voll­ständiger Weise den Frieden zu wahren. Niemals habe er durchblicken lassen, daß Frankreich dem polnischen Korridor wenig Bedeutung bei­lege, er habe im Gegenteil den Deutschen, die ein Bündnis mit Frankreich wünschten, vorgehalten, daß sie doch in Frankreich einen loyalen Verbün­deten finden wollten, Frankreich halte also auch an seinem Bündnis mit Polen fest.

Die Reichsregierung sei über die Unter­redung am Tage nachdem sie stattfand, unter­richtet worden. Stresemann, mit dem er vor seiner Abreise eine längere Unterredung gehabt habe, habe nicht einmal hiervon gespro­chen. Er werde ihr wohl ebensowenig Bedeutung beigelegt haben, wie er, Reynaud, selbst. Man mache ihm, Reynaud, zum Vorwurf, daß er mit Deutschland gesprochen habe. In gewissen Kreisen habe es den Anschein, als ob bei einer Unterredung zwischen Deutschen und Franzosen unbedingt der Franzose cingewickelt werden müsse. Das wäre doch die Mentalität eines besiegten Volkes, Frankreich habe aber doch den Krieg gewonnen.

st u n g. Die britische Regierung beabsichtige, den drei Mächten über die auf der Konferenz zu be­handelnden Fragen Mitteilungen zu machen und werde sich freuen, entsprechende Mitteilungen der Mächte enkgcgenzunehmen. Es sei zu hoffen, daß es den auf dieser Konferenz vertretenen hauptsee- mächlen gelingen werde, zu einem Abkommen zu gelangen.

Macdonald in Washington.

Präsident Hoover über den Verlauf der Besprechungen zufrieden.

W a s h i n g t o n, 8. Okt. (WTB.) 3m Weihen Hause wurde heute mitgeteilt, daß die Bespre­chungen zwischen Hoover und Mac­donald noch andauerten; sie würden in freund­schaftlichstem Geiste mit aller Offenheit geführt. Keiner von beiden halte mit irgend etwas zurück, und Präsident Hoover hoffe, daß aus dem Be­suche eine größere Solidarität zwi­schen den beiden Völkern resultieren werde. Hoover erkenne besonders die freundliche, herzliche Mitarbeit der amerikanischen Presse an, die dadurch fast noch mehr nütze, als durch die Abmachungen zwischen den beiden Verhandlungs­führern erzielt werden könnte. Macdonald und seine Tochter siedelten heute vom Weißen Hause in die britische Botschaft über. Sie nahmen an einem Frühstück in der kanadi­schen Gesandtschaft und abends an einem Diner in der britischen Botschaft teil. Macdonald emp­fing die Chefs der hiesigen fremden Missionen.

an den Bau von Landarbeiterwohnun- gen durch die produktive Erwerbslosenfürsorge. Die Verhandlungen über die Höhe des zu bewil­ligenden Betrages werden nun innerhalb der Frak­tionen und bei den zuständigen Ressorts des Reichs­finanz. und des Reichsarbeitsministeriums geführt.

Reichswehr und Stresemann-Trauerfeier.

Berlin, 8. Okt. (Privat.) Zu verschiedenen Presseäußerungen im Zusammenhang mit der NichtbeteiligungderReichswehrander Trauerfeier und dem Trauerzug für Dr. Strese­mann, in denen behauptet worden ist, daß seiner­zeit bei der Trauerfeier für Rathenau Reichs­wehr einen Leichenkondukt gestellt habe, wird von zuständiger Stelle darauf hingewiesen, daß damals auf besondere Anordnung des Reichspräsidenten Ebert für den ermor­deten Reichsaußenminister Rathenau eine E h r en- ko m p a g n i e der Reichswehr gestellt worden fei. Es muß aber beachtet werden, daß es sich dabei lediglich um eine Ehrenkompagnie und nicht um einen militärischen Leichenkondukt oder eine Leichenparade gehandelt hat, die auf Grund der Bestimmungen über die Beteili- aung von Militär an Trauerseierlichkeiten nur für Staatsob erhäupter und militä- rische Vorgesetzte in Frage kommt.

OerHandelsverirag mitpolen

Bor der Wiederaufnahme der Verhandlungen.

Berlin, 9. Okt. (Priv.-Tel.) Wie wir erfahren^ hat sich der deutsche Gesandte in War- ch a u bereits gestern wieder nach Polen begeben, und es steht zu erwarten, daß es schon in diesen Tagen zur Wiederaufnahme der deutsch-pol­nischen Wirtschaftsoerhandlungen auf der Grundlage des deutschen Vorschlages kommen wird. Es ist an- zunehmen, daß die polnische Regierung morgen den deutschen Vorschlag beantwortet, wobei ie voraussichtlich, wie es ja auch schon in der pol­nischen Presse geschieht, das Fehlen der Schweinefrage besonders unterstreichen wird. Demgegenüber kann aber jetzt schon festgestellt wer­den, daß sich eine Erwähnung dieses Problems in dem deutschen Vorschlag schon deshalb erübrigte, weil die Schweinfrage durch das Angebot der M e i ft b e g ü n ft i g u n g s 11 a u f«J von vornherein herausfiel. Eine Abänderung der veterinär-polizeilichen Bestimmungen kommt schon deshalb nicht in Frage, weil dieselben ja für alle Staaten bestehen. 3m übrigen darf man die Polen daraus Hinweisen, daß gerade sie in der Liquidationsfrage alles Entgegenkommen vermissen ließen, das sie um so mehr jetzt von Deutschland verlangen. Wahrscheinlich wird auch die­ses Problem in diesem Zusammenhänge eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

Nie neuen Viehzölle.

Aus dem Handelspolitischen Ausschuß des Reichstags.

Berlin, 8. Okt. (VDZ.) Der Handelspolitische Ausschuß des Reichstags führte trotz Befchiuß- unsähigkeit eine Aussprache über die Zoll-An- träge durch, wobei Reichsernährungminister Diet­rich erklärte, die Bindungen gegenüber Schweden liefen am 15. Februar ab. Bis dahin müsse und werde eine Regierungsvorlage f ü r neue Fleisch- und Diehzölle ausgearbeitet sein. Weiter warnte der Minister die Hopfcnbauern, den Heb eranbau von Hopfen fortzusetzen, trotzdem durch die Prohibition in Amerika und andere Umstände der Bedarf weit zurück- gegangen sei. Bezüglich der Zollsätze schien am Ende der Debatte am meisten Aussichten ein A n - trag Hermes (Zentr.) zu haben, der von der Bayerischen Volkspartei und dem Bayerischen Bauernbund unterstützt wurde, und der in feinem wesentlichen Znhalt auch deutschnationale Forderun­gen berücksichtigt. Dieser Antrag fordert für Rind­vieh z u Schlachtzwecken 24,50 Mark, für Schafe 22,50 Mark Zoll pro Doppelzentner und für Rindfleisch einen Zollsatz von nicht unter 45 Mark. Nachdem festgestellt war, daß der Aus­schuß wegen des Fehlens der Linksparteien b e ° schlußunfähig sei, wurde die Weiterberatung auf Mittwoch nachmittag vertagt.

Eine 2Rcicf>£taftion zur Slühung des Roggenpreises?

Berlin, 8. Okt. (Priv.-Tel.) Dieser Tage tauchen verschiedentlich Gerüchte auf, die von einer neuen Aktion zur tütjung des Roggenprei- s e s wissen wollen. Es wird berichtet, daß man eine Art Reichsgarantie für eine Lombar­dierung von größeren Roggenmengen plane, wobei gegen diesen Vorschlag schon jetzt Ein­wände erhoben werden, und der Gegenvorschlag ge­macht wird, man solle auf dem Wege über ve r - billigte Düngermittelkredite helfend eingreifen. Wie wir aber von unterrichteter Seite hören, handelt es sich hierbei einstweilen nur um Erwägungen, denen bei den zuständigen Reichsstellen noch kein fester Plan zugrunde liegt. Erst die nächsten Tage werden Klarheit über diese an sich sehr dringliche Angelegenheit bringen können.

Der Oppelner Theaterzwischensall vor Gericht.

Oppeln, 8. Oft. (WTB.) 3m Pr. z-ß tcej.en der Ausschreitungen anläßlich des polnischen Tcheater-Gastspiels schilderte Thea.erdirektor Z u n a die Vorfälle im Theater und vor dem Bahnhof. Er gab an, im Tunnel des Oppelner Bahnhofs von drei Leuten angehalten und von einem derselben geschlagen worden zu sein. Er will auch gesehen haben, wie zwei weiter« Mitglieder des polnischen Theaters von den­selben drei Personen mit Schlägen bedacht wur­den. Eine positive Unterlage dafür, daß die Menge im Tunnel und auf der Strecke sowie vor dem Theater eine organisierte war, könne er nicht geben. Er vermute es aber. Der Angeklagte Zentner habe ihm entgcgengerufen: Das sind die Künstler, haut sie. Auch den Angeklagten Michaleczyk will er in der Menge, die ihn nach dem Bahnhof begleitete, erkannt haben. Der nächste Zeuge, Oberregisseur Stepniowski, führte il a. aus, daß er mit einem Kollegen und zwei Damen die Krakauer Straße entlang zum Bahnhof gegangen sei. Er und sein Be­gleiter seien dann von einer Truppe, die singend von einer Seitenstraße heranmarschierte, ver­folgt und belästigt worden. Am Bahnhof habe sie eine Menschenmenge erwar­tet, die eine drohende Haltung annahm. Als er von der Menge bedrängt die Treppe hinunterfiel, habe man ihm mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen und ihn getreten. Rach diesem Vorfall seien dann die Dahn- schutzbeamten gekommen und hätten die Menge

Die Einladung zur Abrüstungskonferenz der Seemächte. Zusammentritt für die dritte Januarwoche in London geplant.