Oberheffen.
Landkreis Gießen.
chAusdemmittlerenLumdatal, 8. Aug. Gegenwärtig sind die Preise für fette Schweine im Steigen begriffen. Die Händler und Metzger bezahlen durchschnittlich 86 bis 88 Pf. für das Pfund Lebendgewicht. Es besteht große Nachfrage, während das Angebot sich sehr vermindert hat, ein Zeichen dafür, daß im zeitigen Frühjahr infolge der hohen Ferkelpreise nur wenige Schweine zum Mästen eingelegt wurden. Auf der seitherigen Höhe befinden sich immer noch die Preise für Ferkel. Für das Stück 6—7 Wochen alter Jungtiere werden 39 bis 43 Mk., für achtwöchige Tiere bis 45 Mk. geboten und bezahlt. — Schneller als in den seitherigen Jahren ist die Frucht herangereift. Bereits sind Korn und G e r st e im Seil. Weizen und Hafer werden gegenwärtig geschnitten. Obwohl der Halm noch nicht völlig ausgereift ist, sind die Kolben und Rispen in der Reife schon so vorangeschritten, daß beim Schneiden bereits die Körner ausfallen. Sollte die ttockene Witterung noch einige Tage anhalten, so wird mit Ende der laufenden Woche das meiste Getreide auf Haufen stehen. Man macht auch in diesem Jahre die Beobachtung, daß unsere Landwirte sich immer mehr mit Erntemaschinen versehen, um die teuren Arbeitskräfte zu sparen, die sich heuer die Landwirtschaft nicht leisten kann. Im allgemeinen ist die Ernte gut ausgefallen und ist mit einer guten Mittelernte vergleichbar. Bereits sind in einzelnen Gemeinden unseres Tales die Dreschmaschinen in Drttieb genommen worden. 2m allgemeinen ist man mit dem 'rttag an Körnern und Sttoh zufrieden. In den Gärten haben Bohnen und Gurken das rückständige Wachstum aus den kalten Wochen nachgeholt und zeigen recht schönen Stand. Leider treten die K o hl- wei h l i n g e auch in diesem Jahre erheblich auf, und es richten die ersten Raupen bereits großen Schaden an. — Die Ob st Pflanzungen, die im Borjahre keine nennenswerte Ernte brachten, zeigen Heuer einen recht guten Behang. — Die Hackfrüchte, Kartoffeln wie Dickwurz, sehen vielversprechend aus. In der letzten Zeit wurden die ersten Frühkartoffeln geerntet. „Odenwälder Blaue" und „Allerfrüheste Gelbe" bringen befriedigende Erträge.
# Hungen, 8. Aug. Die Fünfzigjahr- feier der Schulkameraden vom Jahrgang 1879 nahm einen in allen Teilen wohlgelungenen Verlauf. Es hatten sich dazu alle hier wohnenden und nahezu alle nach auswärts verzogene Schulkameraden und Schulkameradinnen eingefunden; an der Feier beteiligten sich 14 Männer und 17 Frauen. Noch Eintreffen der letzten Fünfziger wurde ein Festgottesdienst abgehalten. Auf Wunsch der Feiernden hielt Kamerad Pfarrer Bender, jetzt in Nieder-Saulheim, die Festpredigt. Der Nachmittag war dem geselligen Beisammensein gewidmet. Alterskamerad L. Schneider trug einen selbst- verfaßten Prolog vor, der lebhaften Beifall fand. Später stattete man auf dem Friedhof den vorher mit Blumen geschmückten Gräbern der bereits Heimgegangenen Kameraden einen Besuch ab, besichtigte das Schloß und die Parkanlagen und überzeugte sich von der Schönheit des hiesigen Kriegerdenkmals. Der Abend wurde durch Ein- zeloorträge, Gesänge, Zitherspiele und humoristische Gedichtvorträge verschönt <
Kreis Friedberg.
WSR. Friedberg, 8. Aug. Der Maurer Georg Wolf aus Rieder-Florstadt, der infolge eines Dohlenbruches von einem Reubau a b g e - stürzt ist, ist im hiesigen Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen.
WSR. Wölfersheim, 8. Aug. Am Schwelwasserbehälter des hiesigen Kraftwerkes wurden gestern abend Schweitzarbeiten ausgeführt. Durch einen Zufall entstand eine Explosion, welche den Deckel des Wasserbehälters in die Höhe schleuderte. Der Arbeiter Schutt aus Dorheim wurde dabei derart schwer an den Deinen und
am Kopfe verletzt, daß er tnS Friedberger Krankenhaus übergeführt werden mußte.
Kreis Büdingen.
? Aidda, 8. Aug. In den Kleinstädten Oberhessens gastiert zur Zeit der Zirkus Hagen- beck-Althoff. Es ist ein größeres Unternehmen, dessen Darbietungen das weit übersteigen, was man sonst auf diesem Gebiete im Lande sehen kann. Trotz der Erntezeit sind die Borstellungen sehr gut besucht. Der Zirkus verfügt über ein erstklassiges Pferdematerial und hat vorzügliche Artisten. Außerdem werden Elefanten, Löwen, braune Bären, Eisbären und andere Tiere vorgeführt.
Aus dem Riddatal, 8. Aug. Die übermäßig hohen Ferkelpreise in Verbindung mit guter 'Bezahlung der Mastschweine veranlassen die Landwirte, die Zahl der Zuchtttere zu vermehren. In dieser Maßnahme liegt eine große Gefahr, vor der nicht ernst genug gewarnt werden kann. Trotz starken Rückganges des Schweinebestandes haben sich die Zuchtschweine im allgemeinen nicht vermindert. Es darf erwartet werden, daß der seitherige Bestand ausreichend ist, die Wiederauffüllung der gelichteten Schweinebestände in absehbarer Zeit vorzunehmen. Eine Lieberfüllung der Stätte mit Zucht- und Mastschweinen würde dazu beitragen, einen Preissturz herbeizuführen, wie ihn das Jahr 1927/28 zeigte, das der Landwirtschaft schwere Erschütterungen brachte.
* Stockheim. 8. Aug. Beim Ausladen von Zementröhren auf dem Bahnhof Stockheim wurden zwei Arbeiter dadurch schwer verletzt, daß eine der Röhren ins Rutschen geriet. Der Arbeiter S ö p p erlitt einen Bruch des linken Armes, der Arbeiter LImsonst einen Schädelbruch und ebenfatts einen Armbruch. Rach der ersten ärztlichen Hilfeleistung wurden beide durch die Freiwillige Eanitätskolonne vom Roten Kreuz nach Gießen in die Chirurgische Klinik verbracht.
Kreis Schotten.
cP Aus dem Kreise Schotten, 8. August. Dis hinauf zu den höchsten Höhen unseres Kreises hat man mit dem Schnitt derHalmfrüchte begonnen, äleberall erscheinen auf den Feldern die bekannten „Puppen". Wenn sich auch in der letzten Zeit das Getreide etwas gelagert hat, so ist man mit dem Ertrag sowohl hinsichtlich der Körner wie des Strohes sehr zufrieden.
Kreis Wetzlar.
• Wißmar, 8. August. Bei den Ernte- arbeiten verunglückte hier eine Frau. Sie erlitt einen Oberschenkelbruch und mutzte der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden.
Kreis Marburg.
][ Marburg, 8. Aug. Der in den 40er Jahren stehende Fuhrunternehmer Louis Peilst ö ck e r aus dem nahen Dorfe Ockershausen wottte heute früh aus einer Lehmgrube an der Straße nach Cyriaxweimar einen Wagen Lehm abfahren. Plötzlich brach eine steile Erdwand in sich zusammen, wobei Peilstöcker so unglücklich von den Stein- und Erdmassen getroffen wurde, daß er auf der Stelle verschied. Der Verunglückte trug sich mit dem Gedanken, sein Fuhrwerk in den nächsten Tagen aufzugeben. Er hinterläßt eine Frau mit sechs zum Teil noch unmündigen Kindern. — Auf der Landstraße nach Cölbe, in unmittelbarer Rähe der Stadt, rannten gestern nachmittag drei Autos ineinander. Von den Insassen wurden zwei schwer und sechs leichter verletzt. Es entstand beträchtlicher Materialschaden. — In der Rähe der Llniversität, am Rudolfsplah, stießen ein Motorradfahrer und eine Radfahrerin zusammen. Die letztere trug einen Beinbruch davon.
Maingau.
WSR. Frankfurt a. M., 8. Aug. Gestern mittag ereignete sich bei der Deutschen Asphalt- Gesellschaft ein eigenartiger Betriebsunfall. Die Firma ließ durch drei Arbeiter einen großen Kessel innen von Kesselstein befreien und mit rostfreier Farbe bestreichen. Um diese Ar
beiten vornehmen zu können, mußten die Arbeiter in das Innere des Kettels steigen, wo sie nach kurzer Zeit Atmungsbeschwerden bekamen und aus ihrer Lage befreit werden mußten. Die Rettungswache trat in Tätigkeit, konnte jedoch einen der Arbeiter nicht erreichen. Dieser mußte durch die Feuerwehr, die mit Gasmaske
und Sauerstoffapparat den Kettel bestieg, her- ausgeholt werden. Ein Feuerwehrmann wurde hierbei bewußtlos. Das weitere Betreten des Kessels wurde untersagt. Der ebenfalls bewußtlose Arbeiter Claus wurde nach dem Krankenhaus verbracht. Anscheinend handelt eS sich um Vergiftung durch Farbgase.
Schach-Ecke.
Bearbeitet von W. Orbach.
Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktton des „Gießener Anzeigers".
Problem Nr. 224.
Don 3. Scheel.
Schwarz.
8
6
5
4
3
2
1
%
8
7
6
5
4
3
2
1
Weiß zieht und
8 h
a b
ab c d e f
d e f g h Weiß.
seht in zwei Zügen matt.
Weitz: 10 Steine. Kg2; Dbl; Td7; La8; Sg6; Bc3, c6. d6, e2, f5.
Schwarz: 8 Steine. Kd5; Da2; Le3; Sal, b5; Bc4, c5, e7.
Die beiden folgenden Partien wurden im Duisburger Meisterturnier gespielt:
Partie Nr. 145.
Damenbauernspiel.
Weiß: Samisch. Schwarz: Mieses.
1. d4, d5. 2. c4, c6. 3. Sc3, Sf6. 4. e3, eb. 5. Sf3, dxc4. 6. Lxc4, b5. 7. Ld3, ab. 8. 0-0, c5. 9. dx c5, Lxc5. 10. e4, Lb7. 11. Lg5, Le7. 12. De2, Seb. 13. Tfdl, Da5. 14. e5, b4. 15 exfb, gxfb. 1b. Ld2, bxc3. 17. Lxc3, Dh5. 18. Sei, Dxe2. 19. Lxe2, Sb4. 20. Lxb4, Lxb4. 21. Lf3, Tb8. 22. Tacl, 0-0. 23. Lxb7, Txb7. 24. Sd3, Le7. 25. Kfl, Td8. 2b. Ke2, e5. 27. b3, Tbd7. 28. f3, a5. 29. Sf2, Lb4. 30. Txd7, Txd7. 31. Sd3, Sdb. 32. Tc8+, Kg7. 33. Ta8, Lb4 Remis gegeben.
Partie Nr. 146.
Englisch.
Weiß: Dr. Anhe. Schwarz: Foerder.
1. c4, Sfb. 2. Sc3, eb. 3. e4, d5. 4. e5, d4. 5. eX fb, dxc3. b. bxc3, Dxfb. 7. d4. e5. 8. Dc2, Ldb. 9. f4!,e4. 10. Dxe4+, Kd8. 11. Sf3, The8. 12. Se5, Deb. 13. Ld3, fb. 14. 0-0, fxe5. 15. fxe5, hb. 1b. DH7, Le7. 17. Dxg7, Tg8. 18. Dxgb, Dxhb. 19. Lxhb, c5. 20. d5, Lh3. 21. Le4, Sd7. 22. db, Lg5. 23. Lh7!,Le3+. 24. Lxe3,TXg2+- 25. Khl, Tg4. 2b. Tgl, Sxe5. 27. Lg5+, Kd7. 28. Lf5+, Kxdb. 29. Lxg4, Lxg4. 30. h4, Lf3+. 31. KH2, Sxc4. 32. Tgfl, Le2. 33. Tf2, Tae8. 34. Tael, Lh5. 35. Txe8, Lxe8. 3b. Tf8, Kd7. 37. Lf4, Sbb. 38. Tf5, Kcb. 39. h5, Sd5. 40. Kg3, b5. 41. Kh4, a5. 42. Kg5,
Lxh5. 43. Kxh5, Sxc3. 44. Ld2, Sxa2. 45. Le3, b4. 4b. Txc5+, Kbb. 47. Tc2+, Kb5. 48. Txa2, a4. 49. Lei, Schwarz gab auf.
Lösung des Problems Ur. 220. Don G. W. Schandler.
1. De7—e8! usw.
26. Deutscher Schachkongretz zu Duisburg.
Ahnes Schachmeister von Deutschland.
In dem in der Zeit vom 8. bis 22. Juli abgehaltenen Schachmeistertumier um Hie Meisterschaft von Deutschland siegte der Berliner Schachmeister A h u e s mit 9 Punkten aus 13 zu spielenden Partien. Ahues war in manchen Partien vom Glück begünstigt. Rach dem ersten Surm sah es so aus, als wenn Orbach und Dr. An:,, die ersten Plätze belegen würden, denn beiü: standen nach der sechsten Runde mit 4Vz Puntten an der Spitze; im zweiten Teil des Turniers versagten jedoch beide Spieler infolge Indisposition vollständig: Orbach konnte in den folgenden sieben Runden nur l1/« Punkte! und Dr. Anhe 2V» Punkte erzielen; dabei verschenkte Orbach die Mehrzahl der Partien in besseren Stellungen. Der Schluhstand ist folgender: Ahues 9, Leonhardt 81/», Sämisch 8; Helling, Wagner, Richter und Dr. Seitz je 7Vs. Dr. A n tz e und Mieses je 7, B l ü - mich 61/«, Orbach 6, v. Holzhausen 41 /2, Foerder 4, Babel 1/i. In der Siegergruppe des Hauptturniers A touröe 1. und zugleich Meister des Deutschen Schachbundes: R o l l st a b, Berlin, mit 7 Punkten; 2. Ripke, Elberfeld,61Z2; 3. Weihgerber, Saarbrücken, 6; 4. bis 5. Platz, Köln, und Gebhardt, München, je 3l,'2; 6. Kapfer, Hamburg, 3; 7. Rodah, Blankenese, *2>U\ 8. bis 9. Kroll, Bochum, und Hussong, Ludwigshafen. 2m Hauptturnier B erzielten Gleichstand: Rödl, Rümberg, Dr. v. Ruß, Düsseldorf, und Engels, Düsseldorf, je 6 (diese Spieler müssen einen Stichkampf um den Deutschen Meistertitel austtagen); 4. Kapitänleutnant von Hennig, Borkum, 5x/2; 5. K r a m e r, Breslau, 4; 6. W. Koch, Berlin, 3'/-: 7. Epp ers, Hannover, 2; Sikor ski, Gleiwih, 1. Dimer, Hamburg, war ein vortrefflicher Turnierleiter.
Oie Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom RedakttonStifch.
Grillen.
Der Farmer und seine Frau wohnten dicht an der Dorfkirche. Eines heißen Sonntags saßen sie unterm Torweg und hörten das Gezirp der Grillen ringsum.
„Ich höre sie so gern zirpen," sprach der Farmer und fing sacht an einzunicken.
In diesem Augenblick begannen in der Kirche die Chorsänger eine Motette.
„Klingt es nicht wundervoll?" sprach die Frau des Farmers.
Er antwortete, halb im Schlaf: „2a, und das machen sie mit den Hinterbeinen."
3m Speisehaus.
1. Gast: „Obei^einmal Schellfisch mit Mostrich- tunle!" *
2. Gast: Ober, mir auch!"
3. Gast: „Ober, mir auch, aber frisch muß er sein!"
Ober (ruft zur Küche): „Dreimal Schellfisch mit Mostrich tun le, einmal muh er frisch sein!" (Lust. Dl.)
mm Mn m Mm.
Roman von Edgar Wallace.
49 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Sie fuhren nach Scotland Bard zurück, und Larry war während der ganzen Fahrt sehr schweigsam. Er sah an der Seite des jungen Mädchens, hielt ihre Hand in der seinen, uiid antwortete auf die Fragen des Kommissars in kurzer Weise und ohne weiter auf diese einzugehen. Erst im Bureau des Kommissars gab er seinen Gedanken Ausdruck.
„2ohn, ich hoffe, du wirst in deinem Rapport an die Regierung nicht behaupten, dah ich diesen Fall zu einem so günstigen Ende gebracht habe."
Sir 2ohn blickte ihn stirnrunzelnd und fragend an.
„Aber selbstverständlich werde ich das tun. Wer sollte es denn sonst gemacht haben?"
Larry legte seine Hand auf die Schulter des jungen Mädchens.
„Hier steht der beste Detektiv, den wir seit 2ahren in Scotland QJarö gehabt haben," sagte er einfach.
Diana lachte.
„Bist du aber dumm," neckte sie ihn, „ich soll es sein! Wer war denn wirllich der beste Detektiv, den du für die ilebemafjme dieses Falles hättest haben können?"
„Du," war seine Antwort.
Sie schüttelte den Kopf.
„Der beste Detektiv wäre Dr. 2udd gewesen, wenn du seine Dienste hättest in Anspruch nehmen können. Er war der beste, weil er mehr über diese Angelegenheit wußte, als wie wir alle, weil ihm alle die Geheimnisse bekannt waren, die wir aufzuklären versuchten, Lind ich war beinahe in der gleichen Lage wie er; ich hatte sozusagen meine Hände im Spiel. Als ich selbst erst einmal wußte, daß ich die gesuchte Clarissa Stuart war. machte es mir keine Schwierigkeiten, euch im Dunkeln zu lassen. Denn als sich herausgestellt hatte, daß die arme Emma — beinahe hätte ich ,Tante' gesagt —, die arme Emma Ward die Aufwärterin war, die meinen — meinen Vater gesehen und in einer solchen Aufregung ihre Stelle verlassen hatte, bestand für mich nicht der geringste Zweifel mehr, daß es sich wirllich um meinen Vater handelte. Hnb als das erst einmal feststand, war der Rest nicht mehr schwierig. Ich wußte, dah die Bande es auf mich abgesehen hatte. Rein, Larry, du hast wirklich Grotzartiges geleistet."
Larry schüttelte lächelnd den Kops.
„Schließlich ist es ja auch ganz gleich," sagte der Kommissar trocken, „wer die Lorbeeren einheimst."
„Wieso?" fragte Larry verwundert.
„Wenn sie man in der Familie bleiben, meine ich," war Sir 2ohns kurze Antwort, und das junge Mädchen errötete.
„Da steckt viel Wahres darin, Sir John," sagte sie. „Lind jetzt bringe ich ihn erst mal nach Haus."
Wenige Stunden später, sie war schon zu Bett gegangen und Larry saß mit seiner geliebten Pfeife friedlich und ruhig vor dem Kaminfeuer, kam Sunny mit einem Arm voll Wäsche in sein Zimmer.
„Zwei Kragen von Ihnen sind verloren gegangen, Sir."
„Lind der Mann, der die Kragen trägt, wäre beinahe auch verlorengegangen, Sunny," sagte Larry lachend. „Wissen Sie, was ich zuallererst in dem verwünschten Loch gedacht habe? Ob Sie auch die Rachricht zeitig genug erhalten würden, um die Morgenzeitungen abzubestellen."
„2ch hätte sie auf jeden Fall zurückschicken können," sagte Sunny nachdrücklich.
„Sie sind wirklich ein Gemütsmensch. Man hat Sie mit vollem Recht Sunny genannt. Lind, Sunny, was ich noch sagen wollte: ich werde bald heiraten."
„Ja, Sir," antwortete Sunny und zog die Brauen gedankenvoll zusammen.
„Run?" fragte Larry.
„3a, Sir", sagte Sunny bedächtig. „Ich glaube, Sie müssen sich neue Socken anschaffen. Man trägt sich in Monte Carlo sehr elegant."
„Weih Gott!" rief Larry, fügte aber schnell hinzu:
„Wir können doch nicht im Sommer nach Monte Carlo reisen, Sie Schafskopf I Da ist es doch viel zu heiß. Rein, ich werde nach Schottland fahren, wenn — hm — wenn ich verheiratet bin.“
Sunnhs Interesse war erweckt.
„Dann werden Sie aber einen Kiltt) nötig haben, Sir", sagte er.
43.
Zwei Monate später sah Dr. Judd auf dem Rande eines sehr schmalen Bettes und rauchte drei Zigaretten nacheinander. Cs war ein regnerischer Morgen, und das kleine Viereck Glas, durch das das Licht in die Zelle fiel, schien alle die trübe Melancholie eines grauen Morgens in sich vereinigt und das schwache Tageslicht in Blei verwandelt zu haben.
Der Doktor rauchte mit größtem Wohlbehagen
x) Kilt — der kurze Rock der Dergschotten.
— seit beinahe zwei Monaten hatte er keine Zigarette mehr gekostet. Jetzt öffnete sich die Zellentür, und Larry kam herein. Der Doktor sprang auf und grüßte ihn lächelnd.
„Es ist außerordentlich nett von Ihnen, daß Sie gekommen sind, Holt", sagte er. „Ich hatte eigentlich die Absicht, keinerlei Aussagen zu machen, aber in Hinsicht auf die besonderen Limstände scheint es mir nur billig zu sein, einem Mann in Ihrer Stellung, der eine so langwierige, schwierige» und ernsthafte Arbeit geleistet hat, volle Aufklärung zu geben."
Er war vollkommen aufrichttg, und Larry wußte dies.
„Don frühester Kindheit an lebten mein Bruder David und ich in dem bestmöglichen Verhältnis zueinander. David war meiner Sorgfalt anvertraut, war meine Verantwortung, war aber auch meine höchste Freude. Wir waren noch sehr jung, als wir unsere Mutter verloren, und unser Vater war ein exzentrischer Herr, der wenig mit kleinen Kindern anzufangen wußte. So wuchsen wir zusammen auf, besuchten dieselbe Schule, gingen zusammen auf die Liniversitctt, und ich glaube mit Recht sagen zu können, daß wir einander völlig genügten, daß wir niemand anders benötigten. Ich hatte eine Liebe, eine Bewunderung für David, die weit über menschliche Begriffe hinausging", sagte der Doktor leise und senkte das Haupt.
Larry nickte. Dieser hervorstechendste Charakterzug der beiden Manner war ihm bekannt.
„Hoffentlich nehmen Sie nicht an, dah ich Ihnen den Tod Davids nachtrage", fuhr er fort. „Ganz und gar nicht. Ich habe die Linvermeid- lichkeit erkannt und weih in meinem Innern, dah nichts David hätte retten können. Er starb so, wie er es selbst gewünscht haben würde, und in gewisser Hinsicht bin ich sogar froh, dah alles so gekommen ist, wie es eben kam. Bei den Verhandlungen habe ich die größten Anstrengungen gemacht, um dem Richter und den Beisitzern zu beweisen, dah ich geistig völlig gesund bin, und Ihre Ausführungen haben geholfen, eine Verurteilung herbeizuführen, die, wie ich wußte, unvermeidlich war. Wie ich schon sagte —" er kam noch einmal auf seine Jugendzeit zurück und erzählte Einzelheiten aus seinem Leben.
„Als mein Vater starb," fuhr er fort, „hinterlieh er uns die Greenwich-Versicherungs-Gesell- fchaft, eine kleine, heruntergekommene Firma, die kurz vor dem Zusammenbruch stand. Ohne weiteres und in vollkommenem Ernst gebe ich zu, dah ich niemals die LInverlehlichkeit des menschlichen Lebens respektiert habe. Für mich ist ein Mensch nichts weiter als irgendein animalisches Wesen — so eine Art wie der taube Lew", er
klärte er leichthin, und Larry konnte kaum einen Schauder unterdrücken, als er ihn in so gleichgültiger Weise diese menschliche Ruine erwähnen horte.
„Ich erzähle Ihnen das deswegen — bevor ich weitergehe —, damit Sie nicht eventuell irgend etwas wie eine Art entschuldigender Haltung von mir erwarten. Sollte dies der Fall fein, so werden Sie sicher enttäuscht werden. Das Geschäft, das mein Bruder und ich übernahm, war, wie schon erwähnt,, beinahe bankrott, und ich glaube, wir kamen zum erstenmal auf die Idee unserer späteren — hm — Operationen, als wir eine Versicherungssumme auszuzahlen hatten, die unser exzentrischer Vater niemals hätte übernehmen dürfen.
Die Grundidee unseres Planes stammt zu gleichen Teilen von David und von mir. Wir setzten dann drei Monate später unsere Ideen in die Praxis um, als wir einen Mann ertränkten, dessen Ramen zu erwähnen ich für unnötig erachte, da dies doch zu nichts führen würde und niemand durch seinen Tod in Verdacht gekommen ist. Wir hatten ihn in unserem eigenen Geschäft versichert — eine sehr einfache Sache —, ohne dah er die geringste Ahnung davon hatte. Der ärztliche Rapport stammte von mir, und David, der ein hervorragender Ingenieur, das war sein eigentlicher Beruf, und geschickter Zeichner war, zeichnete und unterschrieb alle die notwendigen Formulare im Rainen unseres Klienten. Wir hatten den Mann sehr sorgfältig ausgesucht. Er hatte keinerlei Freunde und stand im Rufe eines Einsiedlers und Sonderlings. Die Versicherungssumme war an einen fingierten Ramen zu zahlen, unter dem mein Bruder in Schottland lebte, wo er ein kleines möbliertes Haus gemietet hatte und nur zu dem Zweck dort lebte, um die Summe einkassieren zu können.
Mit seinem Tode machten wir ein außerordentlich gutes Geschäft, denn wir hatten sein Leben rückversichert und hatten daher weiter nichts zu tun, als von den anderen Gesellschaften das Geld einzuziehen. Mein Bruder war von flein auf poetisch veranlagt und schrieb während seines Aufenthaltes in Oxfort zwei oder drei Stücke, die aber von den Londoner Theatern abgelehnt wurden. Ich brauche wohl Ihnen gegenüber nicht besonders zu betonen,“ fügte er mit äußerstem Ernst hinzu, „dah diese Stücke ganz hervorragend waren, wenn auch natürlich nicht ganz so gut wie die, die ich dann im Macready-Theater zur Aufführung brachte".
„Das Macready-Theater war doch Ihr Eigentum, nicht wahr?^ fragte Larry, und der Doktor nickte zustimmend.
(Schluß folgt)
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