fentanken Ser Finanzkommission, aus Juristen und aus Delegierten der Datenbanken bestehen sollte. Schon am nächsten Tag beschloß der Rat die Schaffung dieses Komitees, dessen Vorsitz Dr. Pospisil, der Vorsitzende des Finanz- komitees, übernahm. Dann wurde es vorläufig still um den Plan. Erst am 16. Wärz 1927 hörte die Oeffentlichkeit wieder etwas von dem ganzen Projekt; an diesem Tag ergingen nämlich die Einladungen für eine Konferenz, die am 23. 3uli 1927 in Genf stattfand. Dort wurden keine wichtigen Beschlüsse gefaßt. Die Konferenz nannte sich zunächst vorsichtshalber nur »Studienkomitee". Ihre dringendste Aufgabe sah sie darin, sich in zwei Llnterkommissionen zu spalten, deren eine aus den Vertretern der Danken und deren andere aus Juristen bestand. Eifrig wurde debattiert, vorgeschlagen und verworfen. Endlich schien man sich geeinigt zu haben, aber die Beschlüsse der i Studienkommission wurden dem Dölkerbundsrat I erst vier Monate später, am 10. Dezember 1927, unterbreitet. Die Denkschrift dieser Kommission |
wird nun die Grundlage der Vereinbarungen bilden, die jetzt angenommen werden sollen. Der Völkvrbundsrat brauchte nun weitere zwei Monate zum Studium des Berichts; erst am 6. Dez. 1927 kam er dazu, die Einberufung der internationalen Konferenz zu beschließen. Um nun bei keiner Regierung anzustoßen, wurden die Richtlinien der Studienkommission den Notenbanken aller Länder mitgeteilt, und auch die einzelnen Regierungen wurden informiert, um etwa entstehende Bedenken äußern zu können. Erst als man aus den meisten Ländern Zustimmungserklärungen erhalten hatte, glaubte man, die Konferenz veranstalten zu dürfen. Hoffentlich nimmt die Ratifizierung der Konvention nicht ebensoviel Zeit in Anspruch!
3m Gegensatz zu anderen Staaten wird Deutschland nicht erst eine neue Zentralstelle zur Bekämpfung des Falschgeldwesens schaffen müssen, da diese schon seit einer Reihe von Jahren besteht. 3n enger Zusammenarbeit mit der Falschgeldabteilung der Reichsbank und den internatio
nalen Polizeistellen ist der deutschen Zentralstelle schon manch guter Fang geglückt. Bevor der Dölkerbund die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit erkannte, hat man sie in Deutschland praktisch erprobt. Dem deutschen Dezernat wurden nicht nur gefälschte deutsche Noten, sondern auch ausländische Nachahmungen übergeben, und von Berlin aus wurden oft die ausländischen Regierungen gewarnt. Die deutsche Zentralstelle besitzt heute eine Art von Münzmuseum denn von jeder Fälschung, die dort eingeliefert wird, behält sie ein Exemplar zurück, das in einer Kartothek registriert wird. Mit diesem Verzeichnis können die Beamten feststellen, in welchen Gebieten die gleiche Fälschung bereits aufgetaucht ist. Dadurch gewinnt man wertvolles Material zur Verfolgung der Falschmünzer, denen man nachweisen kann, daß sie nicht — wie sie fast immer behaupten — nur einzelne Geldstücke, sondern größere Mengen gefälscht haben.
stattfindende Sportfest des Bezirkes, bas auf den 9.3unt festgelegt ist. vorbereitet werden soll.
Arbeiier-Tuni- und Sporibund.
Dieseck I — Heusenstamm I 0:8.
Der Spchenführer der Tabelle, Heusenstamm I, weilte zu seinem letzten Spiele um den Aufstieg am Sonntag in Wieseck. Rach Spielbeginn sah man sofort ein flottes, offenes Spiel. Wohl trat die technische und taktische Ueberlegenheit der Gäste mehr und mehr zutage, jedoch dauerte eS eine volle Viertelstunde, bis es dem flinken Rechtsaußen gelang, eine prachtvolle Flanke zum ersten Tor für seine Farben zu buchen. Wenige Minuten später lenkte ein Verteidiger der Einheimischen einen Strafstoß durch Kopfball über den herausgelaufenen Tormann aum zweiten Tor ein. Wiesecks Hüter ließ kurz darauf den Ball Mm drittenmal passieren. Bei Halbzeit führte Heusenstamm bereits 4:0. Rach Seitenwechsel patte Wieseck nicht mehr viel zu sagen, außer einigen Durchbrüchen, die aber imrfter von der ballsicheren Verteidigung der Gäste in Ruhe abgewehrt wurden. Der Sturm des Gegners ver- stand e» aber, in prachtvollem Spiel dem Hüter der Einheimischen noch viermal das Nachsehen zu geben. So mußte Wieseck sich am Schlüsse mit ö:O geschlagen bekennen.
Lollar I — Naunheim I 0:2.
, hatte am Sonntag zum ersten Serienspiel Naunheim I auf eigenem Platze zum Gegner. Naunheim trat mit einer stark verjüngten Elf auf den Plan, so daß man schon sicher auf einen Sieg Lollars riet. Der Spielbeginn zeigte jedoch, daß Naunheim mit feiner Umstellung einen günstigen Griff getan hatte. Wohl drückte Lollar manchmal beängstigend, es konnte aber nicht verhindern, daß die Gäste bald in Führung gingen. Auch die schärfere Spielweise hinderte nicht den zweiten Erfolg, und so mußte Lollar trotz aller Anstrengungen beim Schlußpfiff des Unparteiischen mit obigem Resultat den Gästen die Punkte überlassen.
Heuchelheim I — wehlar I 2:1.
3n Heuchelheim standen sich diese beiden Gegner gegenüber. 3n flottem, scharfem Spiel, in dem beide Tore gefährliche Besuche bekamen, gelang es keiner Partei, vor Seitenwechsel etwas zu erreichen. Nach Halbzeit ging Heuchelheim mehr aus sich heraus und konnte bald in Führung gehen. Kurz darauf erzielte es sein zweites Tor. Nun wachte Wehlar auf und lag ständig im Angriff. Ein Elfmeter brachte Wetzlar fern einziges Tor. So konnte Heuchelheim mit viel Glück die beiden ersten Punkte behalten.
Großen-Linden I — Gießen! 1:4.
Gießen Kreisklasienmannschaft- trug in Großen- Linden ein Pslichtspiel aus. Gießen, das das Spiel nicht ernst nahm, trat mit Ersatz an. Bald nach Anstoß merkte man jedoch, daß auch Grohen- Linden gegen stärkere Gegner zu spielen versteht. Obwohl Gießen technisch überlegen war. glichen die Einheimischen dies durch stärkeren Eifer aus. Gießen ging bald in Führung, aber ebenso schnell glichen die Einheimischen aus. Bei diesem Stande blieb es bis Halbzeit. Nach Seitenwechsel drückte Gießen mehr und mehr. Ein Selbsttor brachte ihnen bald wieder die Führung, dem kurz darauf das dritte Tor focg.e. Nun wachten die Einheimischen wieder auf, tonnten jedoch nichts mehr erreichen, während Gießen seine Torzahl auf vier erhöhte.
CeunI — Rodheim I 2:0.
Vach einem recht schar,en opiel, in dem beide Dore öfters in gefährliche Bedrängnis geriet-..!, konnte Leun als glücklicher Sieger das Felo verlassen und die ersten Punkte für sich buchen.
Odenhausen — Hachborn 1:5.
2lm Souncag ua,cn fup oeioe Gegner zum Serienspiel. Odenhausen als Neuling des Ar- beiter-Turn- und Spvrtbundes lieferte ein gleichwertiges Spiel. Die Gäste konnten in der 20. Minute den ersten Treffer einsenden. Kurz darauf glich der Mittelstürmer von Odenhausen durch einen scharfen Schuß aus. Nach Halbzeit legten die Gäste stark los und in einem kurzen Abstand fielen die 5 Tore.
Die übrigen Spiele.
Auch Oppenrou tonnte mit einem 2:0°Sieg über Staufenberg die ersten Punkte mit nach Hause nehmen.
Amerh war jetzt unbemerkt zu ihm getreten, und auf eine nahe Anhohe deutend, sagte er lächelnd:
„Gleich morgen fahre ich da hinauf, lieber Eggenbrecht. Sehen Sie, ganz da droben links das große, weihe Haus ist das Kinderheim, wo 3hr kleines Mädelchen gut aufgehoben sein wird."
Hans»3örg folgte unwillkürlich Amerys Blick, und bei dem Anblick des Hauses auf der Höhe überkam ihn plötzlich wieder die eigentümliche, sehnsüchtige Unruhe.
„3ch komme mit Ihnen, bester Amery!" sagte er schnell.
„Nein, nein, lassen Sie mich den alten Doldenkamp erst einmal allein aufsuchen. Geht alles gut. bringen wir dann schon am Nachmittag Ihren kleinen Liebling hinauf auf den stlllen Derg» frieden. Ich denke, daß Sie dann beruhigt und völlig ohne Sorgen ab reisen werden."
Eggenbrecht antwortete nicht und starrte noch immer unverwandt auf das stille, weiße Haus da oben, bis der Dampfer eine Wendung machte und es seinen Dlicken entschwand.
»Ah right!" begrüßte Amerh am nächsten Mittag seinen bereits ungeduldig wartenden Freund. „Es ist alles in schönster Ordnung. Der alte Doldenkamp ist zwar ein wenig llapprig Und wunderlich geworden, aber dafür habe ich in die herrlichsten deutschen Frauenaugen gesehen, die es wohl überhaupt geben kann. Märchenaugen sind es, tief, treu und wahrhaftig. Sie gehören Der wunderschönen deutschen Schwester Drigitta an, die das Kinderheim leitet."
„Drigitta?" fragte Eggenbrecht zusammen - zuckend. „Wie seltsam. Amerh! Isa rief in ihrer Todesstunde, daß ich ihr Kind Drigitta bringen sollte. Freilich meinte sie damit Drigitta Hollermann, ihre Schwester. Nehmen wir es als ein gutes Omen für meine Reise."
-Na, also, lieber Freund, endlich leuchten Ihre Augen wieder einmal wie in alten Zeiten. Diese Drigitta wird ihnen wohl ebenso gut wie Brigitta Hollermann gefallen. Herrgott, ich wünschte, ich wäre ein Dabh, um mich von ihr betreuen zu lassen. Das liebe Madel hatte Tränen in den Augen, als ich ihr erzählle, daß ich ihr heute nachmittag ein lleines mutterloses, deutsches Mädelchen von wenigen Wochen brächte."
>>®ie machen mich direkt neugierig, lieber Ame- ri>.u antwortete Eggenbrecht gedankenverloren.
(Schluß folgt)
Turnen, Sport und Spies.
Iugendopferiag des W. S. V.
Gau Gießen-Wetzlar — Gau Marburg 2:2.
1. Jugend v. f. V. — 1. Jugend Dillenburg 3:0.
Trotz des wenig einladenden Wetters hatten sich zu den Jugendopferiagsspielen am Sonntag doch rund 800 Zuschauer auf dem Waldsportplatz einge- funden, die wohl sämtlich von dem gebotenen Sport befriedigt gewesen sein dürften. Schade daß das Spielfeld durch den Schneefall in einer so schlechten Verfassung war; die Leistungen der Spieler waren bei gutem Boden noch entsprechend bessere gewesen.
Die Aufstellung der beiden Gaumannschaften lautete: Gießen-Wetzlar: Tor: Dingel (23. f. 23.), Verteidigung: Denner I. und Denner II. (Sportverein); Läuferreihe: Hausrats Henrichs und Henrich (alle V.f.B.), Sturm: Balser, Böttiger, Haupt, Fehling u. Kleinke (alle V.f.B.l; Marburg: Tor: Schmidt (Germania), 23erteidigung: Merlau (Germania) und Naumann (Ockershausen), Läuferreihe: Happ (Germania), Berndt und Pfeil (beide V. f. B.- Kurhessen), Sturm: Böttner, Fischer (V. f. D.-Kur- Hessen), Diefenbach (Ockershausen), Adorf und Wag- ner (Germania). Allgemein hielt man die Gäste-Elf als stärker und sprach ihr deshalb auch die größeren Siegesaussichten zu. Es waren sogar nicht wenige, die ihr einen sehr hohen Sieg voraussagten. Um so größer war dann die Ueberraschung, die der Spielverlauf brachte.
Etwas weniger Pech auf der Seite Gießen-Wetz- lars, und Marburg hätte mit einer empfindlichen Niederlage den Heimweg antreten können. Daß es nicht so kam, war nicht das Verdienst der Gäste, die durchaus nicht als schlecht bezeichnet werden dürfen, sondern tatsächlich ein ausgesprochenes Schubpech der einheimischen Stürmer, die zusam- men nicht weniger als fünfmal an die Torlatte schoflen. Der gegnerische Angriff war bedeutend glücklicher, obgleich er auch einen Lattenschuß ver- zeichnen mußte, da er durch die beiden Eigentore des Tormanns und des Mittelläufers zu zwei billigen Erfolgen kam. In der Gesamtleistung war Gießen-Wetzlar ohne Zweifel besser, fein Zuspiel war genauer, der Aufbau seiner Aktionen durch- dachter und diese planmäßiger und vor allem ein- heitlicher durchgeführt. Dagegen fehlte es bei Marburg stark am nötigen Zusammenhang, seine Spieler, einzelne recht gut, fanden sich nur selten zu einer Einheit zusammen.
Der Spielverlauf war vom Anfang bis zum Schluß sehr interessant und ergab eine Menge span- nender Momente. Trotz des schweren Bodens wird beiöerfeits von vornherein stark auf das Tempo gedrückt. Die Einheimischen finden sich sehr bald und sind etwa zwanzig Minuten leicht feldüberlegen, ohne zählbare Erfolae erzielen zu können. In dieser Zeit hülle das Resultat bereits 2:0 für Gießen- Wetzlar lauten können, wenn die Querlatte es nicht verhindert hätte. Ein Strafstoß, vom Halbrechten der Platzelf scharf und placiert geschossen, ergibt das Führungstor für diese. Marburg gleicht bald bar- auf durch Eigentor des Schlußmanns der Hiesigen, der einen von rechts exakt hereingegebenen Eckball selbst ins Tor drückt, aus. Gießen trägt wieder eine Reihe forscher Angriffe vor, fein Sturm zeigt sich
aber schußunsicher und verpaßt einige gute Gelegen- Heiken. Wieder ist die Torlatte zweimal im Weg. Erst ein Strafstoß, ebenfalls vom Halbrechten verwandelt, ergibt erneut die Führung für Gießen, deren es sich jedock nicht lange erfreuen kann, da die Gäste durch ein Eigentor feines Mittelläufers zum zweitenmal zum Ausgleich kommen. Nach der Pause das gleiche Bild. Bei leicht überlegenem Feldspiel Gießen-Wetzlars wechselnde Angriffe und Heraus- arbeitung zahlreicher Torchancen beiderseits, ohne daß etwas am Resultat geändert wird, obgleich sowohl die eine, wie die andere Stürmerreihe, die der hiesigen Mannschaft etwas mehr, oft Gelegenhell hierzu hat. Daß Gießen-Wetzlar beim Stand von 2:2 einen zugesprochenen Elfmeter und damit den sicheren Sieg verschenkt, ist eine schöne Geste, die den Charakter des Treffens unterstreicht. Der Kampf bleibt durch den raschen Wechsel der Situationen stets interessant und endet mit dem für Marburg glücklichen Resultat von 2:2.
Der Gau Gießen-Wetzlar darf auf die hervor- ragende Leistung seiner Elf, die sich dem spielstarken Gegner überlegen gezeigt hat, stolz sein. Beiden Mannschaften gebührt ein Gesamtlob für den trotz widriaer Bodenverhältnisse gezeigten guten Sport und für ihre Fairnis, mit der sie das an jeden Spieler große Anforderungen stellende Spiel durch- führten. Schiedsrichter Spetf harbt (V. f. B.) leitete korrekt und sicher. Dem Treffen voraus ging eine Begrüßung ber Mannschaften burch ben Gau- vorstanb, womit gleichzeitig eine befonbere Ehrung des ältesten mikwirkenben Spielers, R. Kleinke (23. f. S. Gießen), oerbunben würbe.
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Dor dem Spiel der Aktiven standen sich die ersten Jugendmannschafken vonV. f. B. und Dillenburg gegenüber. Auch hier wurden trotz ber schlechten Verfassung bes Spielfelbes an- sprechenbe Leistungen gezeigt. V. f. D. ftanb in stark oeränberter Aufstellung, die sich aber gut bewährte. Seine Spielweife war routinierter als die Dillen- burgs, bas in ber Verteidigung seine Stärke hatte. Das Resultat von 3:0 für V. s. B. entspricht dem Spielverlauf.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
5. 1900s' zweite Iugenbelf weilte am Sonntag als Gast bei der ersten Iugendrnann- schaft oeS Sportvereins Lollar und brachte einen 4:1 Sieg mit nach Hause.
Ueberraschend ist der 2:0 Sieg der ersten Schüler elf über die gleiche Mannschaft des Vereins für Bewegungsspiele Friedberg, zumal das Spiel auf dem unbekannten Platz in Friedberg stattfand. Die Neulinge in der blauweihen Els bewährten sich recht gut und hatten mit den Hauptanteil an dem schönen Sieg.
Handball der O. T.
1. GaugruppenmeiNerfchaft im 9. kreis ber D. I. Io. Frankfurt a. M.-Nieberrab — To. Grotzen-Bufeck 9:0 (4:0).
Der nach Ansicht bes Kreisprefleverireters augenblicklich stärkste Verein des Maingebiets konnte den Gau-Heflenmeister mit klarem Klassenunterschied schlagen. Die oberhessische Mannschaft fand sich nach der neunwöchigen Spielpause schlecht zu- sammen, so daß die Ueberlegenheit Niederrods nur im Spielaufbau bestand. Im Einzelkampf waren sich die Spieler beider Seiten gleichwertig. Gegenüber der sicheren Arbeit ber Niederraber Verteibi- gung konnte sich der Gästesturm nicht entfalten, hatte aber trotzdem zwei sichere Tore erzielen können. Die 23erteibigung war dem Rotationsspiel des gegnerischen Snnentrios nicht gewachsen, im Gegensatz zur Läuferreihe, die eine ihrer besten Leistungen zeigte.
Tv. Vorwärts Cangeu I. — To. v. 1846 I. 1:3 (1:3).
Diese Mannschaften standen sich am Sonntag auf dem älniversitätsspielplatz gegenüber. Mit der Verpflichtung von Langen hatte 1846 gut gewählt. Die Mannschaft zeigte ein recht beachtliches Können und war ein sehr ritterlicher Gegner. Anscheinend waren die Gäste den schweren Boden, der noch dazu völlig aufgeweicht war, nicht gewöhnt. Sie konnten das schnelle Tempo, daS sie anfangs vorlegten, nicht durchhalten und waren genötigt, die letzten 20 Minuten nur mit 10 Mann zu spielen, da ein Spieler wegen Verletzung ausscheiden mußte. 1846 spielte sehr eifrig, und dieser Eifer ließ sie auch das Spiel gewinnen. Technisch war besonders der Sturm dem Gegner nicht gewachsen. Zwar sah man gute Einzelleistungen, doch die Zusammenarbeit ließ viel zu wünschen übrig. Die Angriffe bauten sich gu primitiv auf, so daß die gegnerische Deckung, besonders in der zweiten Halbzeit, alle Torgelegenheiten vereitelte. Die Hintermannschaft war wie immer gut und hielt den gefährlichen ßange- ner Sturm jederzeit im Schach. Das Spiel war ziemlich ausgeglichen. Alle Tore fielen in der ersten Halbzeit. Da Langen später nur noch zehn Mann im Felde hatte, wurde Gießen überlegen, doch kam der Sturm zu keinem Erfolg mehr. Schiedsrichter Langsdorf von Bad-Nauheim leitete einwandfrei.
Oie deutschen Meisterschaften im Zechten wollen in diesem Jahre die D. T. und der Deutsche Fechterbund vom 10. bis 12. Mai gemeinsam in Stuttgart au« tragen.
OeuischeZugendkrastBezirkOberheffen
Die Deutsche Iugendkraft (DIK.), zusammengeschlossen im Reichsverband für Leibesübungen in katholischen Vereinen, hält für den Bezirk Oberhessen, den zur Zeit die Abteilungen in Dießen, Marburg und Wetzlar bilden, am 21. April in Gießen einen Führerkursus ab. Verbunden mit diesem Führerkursus ist eine Bezirkstagung, auf der das in diesem Jahre in Wetzlar
Sportverein 1928 Sarbenteich.
Die für vorigen Sonntag angesagten Gesellschaftsspiele des Sportvereins 1928 Garbenteich gegen den Fußballklub Großen-Buseck und V.f.R. Lich kamen wegen Spielverbots des W.S.V. infolge Anordnung deS IugendopfertageS nicht zum Aus trag.
Oie Liebe derBrigitta Hollermann
Vornan von Elisabeth Ney.
Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale).
25 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
SS war vier Tage vor Doktor HanS-Iörg Eggenbrechts Abreise nach der alten Heimat.
Er hatte an diesem Tage mit Amery, der inzwischen aus Hongkong zurückgekehrt war, eine mehrstündige Autofahrt gemacht, und schlenderte nun langsam zu Fuß der Villa von Salden zu.
Da stand plötzlich und unvermittelt Doktor Schmidtborn vor ihm.
„Dem Himmel sei Dank, daß ich Sie endlich treffe!“ rief er aus.
»Was gibt eS, lieber Kollege, ist etwas passiert?" fragte Eggenbrecht bei dessen ernster Miene, von nervöser Unruhe befallen. „Geht es meinem Kinde nicht gut?"
.Rein, Eggenbrecht, das Kind ist gesund: aber leider ist es ebenfalls eine traurige Nachricht die ich Ihnen überbringen muh. Ich suche Sie schon feit heute mittag. Frau von Salden ist Plötzlich ernstlich erkrankt."
Eggenbrecht erbleichte.
„Erkrankt, nicht möglich!" rief er erschrocken. -Doch heute früh verließ ich Frau Ri in strahlender Frische."
„Wir haben bereits seit einer Woche einzelne leichtere Cholerafälle in der Kolonie," antwortete der Arzt mit eigentümlicher Betonung.
Doktor Eggenbrecht prallte zurück, denn er hatte mit einem Schlage die furchtbare Wahrheit erfaßt.
„Frau von Salden ist —", stammelte er tonlos.
»Ja, allerdings, sie ist an Cholera erkrankt," sagte Schmidtborn ernst. „Gott sei Dank handelt es sich scheinbar um einen ganz leichten Fall: doch ist es ratfam, wenn Sie das Haus nicht mehr betreten.“
„Das Kind!" rief Eggenbrecht mit vor Todesangst bebender Stimme.
„Es ist bereits mitsamt der Amme im deutschen Krankenhause. Ich veranlaßte dies alles sofort Wir können nichts tun, als abwarten."
es
„Wir wollen eS nicht hoffen, bester Eggenbrecht. Doch kommen Sie, eS hilft Ihnen nichts anderes, wir müssen Sie ebenfalls auf mindestens acht Tage in Quarantäne stecken. Auch Herr von Salden ist bereits als verdächtig isoliert worden. Für tüchtiges Pflegepersonal an Frau Ris Krankenlager ist bereits gesorgt. Ich selbst übernehme heute die Nachtwache."
„Kann ich Ihnen nicht helfen, lieber Dchmidt- bom?"
„Olein, lieber Freund. Denken Sie jetzt um Ihres Kindes willen nur an sich, dies ist Ihre nächste Pflicht, und eilen Sie sofort, um dort nach dem Rechten zu sehen."
„Herrgott, meine Reise: in vier Tagen geht der Dampfer!" rief Eggenbrecht bestürzt.
„Sie muh natürlich vorläufig unterbleiben, lieber Kollege. Verteufeltes Pech nennt man das. Doch auf Wiedersehen, ich muh zur Kranken zurück."
Der Arzt eilte davon, und HanS-Iörg Gggen- brecht rief nun hastig ein Auto herbei, daS ihn aus schnellstem Wege zum Krankenhause brachte.
Diesmal verfuhr das Schicksal gnädig mit ihm. Wenn er auch seine Sehnsucht, die ihn zur Reise nach Europa drängte, bezwingen muhte, so hatte er doch wenigstens die große Freude, daß sein Kind von der furchtbaren Krankheit verschont blieb. Er selbst und auch von Salden wurden schon nach acht Tagen von der Quarantäne befreit.
2ti von Salden schwebte indes lange zwischen Leben und Tod, bis dann doch endlich eine Besserung in ihrem Zustand eintrat, die für ihr Auskommen hoffen ließ.
Doktor Eggenbrecht bewohnte einstweilen mit von Salden, dem Kind und der Amme wieder seine eigene Villa.
Eines Tages aber riet ihm Doktor Schmidtborn ernstlich, der sich immer mehr häufenden Cholera- fälle toegen, Schanghai zu verlassen und einstweilen nach Hongkong überzusiedeln.
Eggenbrecht besprach sich daraufhin mit seinem Freunde Amery.
„Thunderstorm!" ries dieser da, plötzlich auf* springend, aus. „Da fällt mir etwas ein. Wir haben doch in Hongkong ein deutsche« Missionshaus. dem ein tadellos geleitetes erstklassiges Kinderheim angegliedert ist. Wenn Sie Ihre Reise
Gleich darauf trennten sich die Freunde.
Und am nächsten Morgen reiften Hans-Jörg Eggenbrecht in Amerys Begleitung mit Kind und Amme nach Hongkong.
Die Reise verlies ohne jeden Zwischenfall.
Je mehr man sich dem Ziele näherte, desto nervöser wurde Eggenbrecht.
Ein ihm selbst unerklärliches, eigentümliches Gefühl bemächttgte sich seiner, als der Dampfer „Dritania" langsam durch die kleinen Insel- S'Uppen glitt, Die dem eigentlichen Hafen von ongkong vorgelagert waren
Mit einem Schlage erstand der Tag seiner Abreise nach Schanghai wieder vor seinem geistigen Auge: damals, als Frau Ri geschrieben hatte, daß Isa ein Kind erwarte.
Mit wieviel Hoffnungen war er an diesem Tage heimgekehrt, und nun war alles so ganz anders gekommen!
lind wieder wie damals sah er das Bild ‘-Brigitta Hollermanns vor sich auftauchen; jenes süße, blasse Gesichtchen das ihn auf der Heimfahrt zu Isa ständig verfolgt hatte.
Heute wehrte er sich nicht mehr dagegen heute gedachte er ihrer in bittersüßen, angstvollen Ge- fühlen
Wo mochte sie jetzt augenblicklich weilen? In wenigen Tagen trat er endlich die Fahrt an, die ihm Gewißhett in feiner Qual um sie bringen I wurde. |
„Entsetzlich^ wenn es angesteckt wäre; ich sah, I nicht mehr länger verschieben wollen fo bringen tote 5rau Ri eS noch heute morgen im Arme Sie doch die Kleine in diesem Heim unter. Wie ®ie — I ich kürzlich hörte, ist dort eine deutsche Schwester
bie Leiterin. Das Haus liegt auf einer Anhöhe von Hongkong in bester, reinster Lust, die dem Kind am zuträglichsten sein kann. lleberlegen Sie sich doch einmal meinen Vorschlag."
„Amerh, Sie sind wirllich unbezahlbar. Was gibt es da noch lange zu überlegen. Ich werde alles zur Abreise veranlassen Schon morgen früh verlassen wir Schanghai."
„Recht so, lieber Freund; und wenn Die nichts dagegen haben, so begleite ich Sie, da ich Herrn Missionar Doldenkamp, der ebenfalls ein Deutscher ist, schon seit Jahren sehr gut kenne."
„Dank, lieber Amerh. Was konnte mir lieber sein als Ihre Begleitung. Diesen Liebesdienst werde ich Ihnen nicht fo leicht vergessen."
Amery wehrte lächelnd ab, und sagte: „Christenpflicht, lieber Eggenbrecht; ich tue gern."


