Einzelbild herunterladen

in der Hauptsache des schweizerischen schweizerischen Ra-

lehrter auf naturkundlichem nalen Ruf genoß. 2hm ist auch das Zustandekommen Raturschutzbundes und des tinalparkes zu verdanken.

die wundervolle goldklare Haarwaachseife für jedes Haar, auch als Shampoon

Aus der provinzi'Maupissadi

Gießen, den 9. April 1929.

Lebenskünstler.

Kinrstler zu werden, Künstler zu fein, erfordert in der Regel viel Geld, viel Mittel; um aber Lebenskünstler zu sein, braucht man nicht reich zu sein.

Aber eines mutz man können nämlich die Kunst erfassen, das Leben zu meistern. Diese Kunst aber ist schwer zu lehren und noch schwerer zu lernen. Diele vermeinen Wohl, sie zu besitzen, aber noch sind sie weit davon entfernt. Hier hat das Glück entschieden, es gibt kein Vermeinen um diese Kunst, entweder man hat sie, oder hat sie nicht. Manchem Menschen ist sie schon als Mitgift in die Wiege gelegt worden. Diese haben die Gabe, über allem noch Blumen blühen zu sehen, an allem die schone Seite herauszufinden, in allen Lebenslagen den Kopf hochzuhalten und sich nicht unterkriegen zu lassen.

Jene Menschen sind wie die Sonne selbst, auf- heiternd und wärmespendend für die andern. Sie freuen sich an der Blume, die auf dem Schutt­haufen oder zwischen umwuchcrademTInkraut wächst ebenso, wie an jener, die des Gärtners Hand hegte und Pflegte. Sie freuen sich an der Wolke, die am Firmament golden oder düster dahinzieht. Die erste Amsel im Frühling, die erste Sommer- rose, die letzte Herbstzeitlose, ja die Blumen, die der Frost an die Fensterscheiben malte, all diese Dinge werden ihnen zum schönen Erlebnis, das ost lange nachklingt. Sie freuen sich an dem Alltag und finden das wenig Schöne heraus, das andere nicht sehen. Sie freuen sich aber auch noch an den Mitmenschen und glauben 618 zuletzt an das Gute in ihnen.

Lebenskünstler sind immer froh; ein Lächeln verklärt ihr Antlitz zu allen Stunden, und es ist als ob sie im Innern eine Lampe trügen, bie all ihre Wege hell macht. Richt selten haben sie ein Lied auf den Lippen, dessen Klang nach- hallt und uns lange in Erinnerung bleibt.

Lebenskünstler sind Sonnen- und Sonntags­kinder, und wer mit ihnen zusammentrifft mag er noch so griesgrämig sein dem wird ein Teil ber Freude und Sonne abgegeben, daß auch seine Seele froh und leuchtend wird.

Lebenskünstler sind die Reichsten der Erde, denn sie tragen ein Stückchen Himmel in sich.

v. D.

Gießener Schulbenchie.

2n Basel st a rb im Alter von 73 Jahren Dr. Paul S a r a s i n, der als Sammler und Oe«* Gebiet internatio-

Kunst und Wissenschaft

Paul Sarafin f.

Geheimrat hutzerl 70 Jahre all.

Geheimrat Edmund Hutzerl, der Begrün-» der der Phänomenologie, emeritierter ordentlicher Professor der Philosophie an der Universitär Freiburg, konnte am Montag seinen 70. Ge­burtstag feiern. Hutzerl habilitierte sich 1887 in Halle, wurde 1901 außerordentlicher Professor in Göttingen und bekam dort 1906 das Philo­sophieordinariat. 1916 wurde er als Rachfolger Windelbands nach Freiburg berufen. Eine Be­rufung nach Berlin als Rachfolger von Ernst Tröltsch im Jahre 1923 lehnte er ab. Hutzerl ist einer der führenden deutschen Philosophen der Gegenwart.

die Schülerinnen gerne turnen und Spork trei­ben, zeigt die rege Beteiligung an den Reichs- jugenowettkämpfen, an denen 87 Schülerinnen der Anstalt teilnahmen, wovon 45 Diplome bzw. Ehrenurkunden erhielten. Die B. D. A.-Gruppe der Studienanstalt entfaltete auch im Berichts­jahre eine rege Tätigkeit; sie zählte 465 Schü­lerinnen, von denen 27 an der Pfingstfahrt nach Gmunden tellnahmen. Wie seit langem verschickten einige Klasse auch im Berichtsjahre Weihnachts­pakete an bedürftige Familien. In dem Bericht wird zum Schlüsse noch einer Reihe von Freun­den der Anstalt herzlich gedankt für Bücherstif­tungen und sonstige Schenkungen an Lehrmit­teln usw.

Dateu für Mittwoch, 10. April.

Sonnenaufgang 5.17 Uhr, Sonnenuntergang 18.47 Uhr. Mondaufgang 5.46 Uhr, Monduntergang 19.44 Uhr.

1864: der Komponist Eugen d'Albert in Glasgow geboren.

Gießener Wochenmarktpreise.

Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 180 bis 200, Matte 30 bis 35, Wirsing 20 bis 50, Weißkraut 20 bis 30, Rotkraut 20 bis 35, gelbe Rüben 25 bis 30, rote Rüben 25 bis 30, Spinat 50 bis 80. Unter-Kohlrabi 10 bis 15, Feldsalat 250 bis 300, Endivien 150 bis 300. Tomaten 80 bis 100 Zwiebeln 25 bis 30, Meerrettich 50 bis 150, Schwarzwurzeln 60 bis 90, Kartoffeln 6, ausländ. Aepfel 50 bis 80, inländ. 30 bis 40, Honig 40 bis 50, Rüsse 70 bis 80, Dörrobst 35 bis 40, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Tauben -90 bis 100 Pf. das Pfund; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Eier 11 bis 13, Blumenkohl 70 bis 160, Salat 40 bis 60, Salatgurken 130 bis 140, Lauch 15 bis 30, Rettich 20 bis 30, Sellerie 20 bis 100 Pfennig das Stück; Radieschen 30 bis 40 Pf. das Bund; Kartoffeln 5,50 Mk. der Zentner.

Bornotizen.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

W. Sch. in O. Der Arbeitgeber (in diesem Falls die Gemeinde) hat den Beitragsanteil des Dersicher» teu diesem bei jeder Lohnzahlung in Ab '.g zu brin­gen. Sind Abzüge bei einer Lohnzah.ung unter­blieben, so dürfen sie nur noch bei der nächsten nach­geholt werden, es sei denn, daß der Arbeitgeber ohne eigenes Verschulden außerstande gewesen ist, die Beiträge rechtzeitig au entrichten. Ist der Ver­sicherte bei dem beteiligten Arbeitgeber nicht mehr beschäftigt und hat dieser keinen Lohn mehr zu zah­len, so ist ein Abzug nicht mehr möglich. Abschlags­zahlungen gelten jedoch nicht als Lohnzahlungen. Sind solche gewährt worden, so kann der Einzug der Beitragsanteile bei der Abrechnung etwa am Schlüsse eines Vierteljahres noch erfolgen.

Hebamme. Eine Gemeinedehebamme kann nur dann im Weg« der Disziplinarbestrafung, wie er für Gemeindebeamte vorgesehen ist, ihres Dienstes entlassen werden, wenn sie in schwerer Weise ihre Berufspflichtcn verletzt, oder sich wiederholt durch ihr Verhalten der Achtung und des Vertrauens, die ihr Beruf erfordern, unwürdig erweist. Dazu kom­men als weitere Gründe Alter und unverschuldete Krankheit. Ein Religionswechsel kann keinen Ent­lassungsgrund bilden.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Verkehrshindernis au dec Ecke Marburger Strafte* Miesecker Meg.

Man berichtet jeden Monat von den Verkehrs? sündern; aber man läßt unnütze Verkehrshindernis-' bestehen.

So steht z. B. die alte Bretterhalle an der Ecks Marburger Straße-Wiesecker Weg, welche doch ge­wiß keine Zierde des Straßenbildes bedeutet, als nutzloses Verkehrshindernis. Es wäre im Interesse sämtlicher Kraftfahrzeugführer und des ganzen Ver­kehrswesens, wenn diese, der Stadt Gießen gehörige Bretterhalle, entfernt würde. Man würde die Er­haltung dieser alten Bretterhalle wohl verstehen können, wenn sie einem größeren Nutzen Djentc. Auch wäre schon mancher Unfall an dieser Stelle vermieden worden und wird auch noch mancher vermieden werden, wenn sich die Stadtverwaltung zur Entfernung dieser alten Bretterhall^ entschließen würde, da diese jede Uebersicht in die genannten Straßen versperrt. St.

Berliner Börse.

B e r l i n, 9. April. (WTB. Funkspruch.) Nachdem es gestern abend in Frankfurt ziemlich fest und ver- hältnismäßig lebhaft gewesen war, bekam die Ten­denz im heutigen Frühoerkehr durch die schwache gestrige Neuyorkec Börse einen kleinen Dämpfer. Das Geschäft blieb sehr gering. Kurse taxierte man roenity verändert. Am Devisenmarkt nannte man: London gegen Mailand 92,87, London gegen Berlin 20,4713, London gegen Kabel 4,8545, Kabel gegen Berlin 4,2170. ________________

U. vgs. 2000 biS 3000 Mark unkrk-. schlagen zu haben. Er will die Gelder zum Teil zu seiner Gehaltsausgleichung kurzerhand behalten haben, da er bedeutend mehr als den erhaltenen Lohn zu beanspruchen gehabt habe. Einen anderen großen Teil hat er angeblich einem Familienglied seines Chefs auf Bitten eingehändigt; dieses soll sie aber zu Privat­zwecken benutzt und den Eingang der Firma verschwiegen haben. Die Beweisaufnahme ergab die Unwahrheit beider Behauptungen. Der An­geklagte ist nicht vorbestraft; er besitzt sehr gute Zeugnisse seiner früheren kaufmännischen Stel­len. Seine wirtschaftliche Lage war zur Zeit der Unterschlagungen eine schlechte. Mit Rück­sicht auf noch andere Strafmilderungsgründe er­kannte das Gericht trotz des großen Vertrauens* mitzbrauchs und der Höhe Der unterschlagenen Gelder nur auf eine Gefängnisstrafe von 5 Wochen.

Ein Radfahrer war auf der Frankfurter Straße! von einem Krastradführer, der ihn übe-rholen wollte, von hinten angefahren worden und zu Fall gekommen. Gegen letzteren wurde Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung erhoben, da ersterer sich infolge des Falls verletzt hatte. Er wurde aber sreigesprochen, denn die Beweis­aufnahme ergab, daß der Verletzte plötzlich seine Fahrtrichtung geändert hat, ohne dies durch Ausstrecken seines Arms oder dergleichen kund­zutun, während der andere Fahrer in gehörigen Entfernung vorschriftsmäßig mehrmals Signal und die Absicht des Lieberholens zu erkennen gegeben hat. Er trug deshalb an dem Zu­sammenstoß keine Schuld.

Wie alljährlich, so haben auch beim Schlüsse des jüngsten Schuljahres die Leitungen der höheren Schulen unserer Stadt einen Bericht über das Schuljahr 19 2 8/29 herausgegeben. Aus den uns übersandten Be­richten geben wir folgenden Auszug:

Im Landgraf - Ludwigs-Gymna­sium haben nach dem Bericht über das ver­flossene Schuljahr 25 Schüler und zwei Nicht­schüler die Reifeprüfung bestanden. Am 15. Mai 1928 verzeichnete die Anstalt einen Schulerbestand von 188, darunter fünf Mädchen und zwei Gast­schüler; das bedeutet gegen 1927 einen Rückgang von acht Schülern. Das Gymnasium konnte dank der Opferwilligkeit der Stadt Gießen in dem Schuljahre einen Lichtbildapparat anschaffen, mit dessen Hilfe es möglich sein wird, in Zukunft in allen Fächern in erhöhtem Matze den Unter­richt durch Anschauung zu beleben und zu ver­tiefen. Jedoch wird dazu die Einrichtung der Verdunklung der Aula, die beantragt ist, sowie Die Anschaffung eines ausreichenden Bildmate­rials in den kommenden Jahren noch erforder­lich fein. In dem Bericht wird u. a. hervor­gehoben, daß die Beteiligung am Unterricht in der Kurzschrift auch im letzten Schuhahre recht gut war. Die Schulgruppe des BDA hat sich im verflossenen Jahre lebhaft betätigt, an der Pfingstfahrt des Vereins nach Gmunden nahmen 18 Mitglieder der Schulgruppe teil. Die Erneue­rung der Schülerbüchereien nahm dank des Sor^ derbeitrages, den die Elternschaft bewilligte, auch im verflossenen Jahre einen erfreulichen Fort­gang. Der Bericht hebt dabei zahlreiche Stif­tungen durch die Schüler und eine 2luzahl wert­voller Schenkungen durch Freunde der Anstalt besonders hervor. ,

Das Real-Gymnasium verzeichnete nach der Frequenz-Feststellung vom 15 Mai v. I. 366 Schüler; im Laufe des Schuljahres traten 9 ein, 11 traten aus, so daß am Ende des Schul­jahres ein Bestand von 364 Schülern verblieb Die Reifeprüfung bestanden 33

Sport fand an der Anstalt eifrige Pflege. Gute Resultate wurden in den Wettspielen gegen Mannschaften der Universität, Gießener, Wetz­larer und Rauheimer Schulen erhielt. Einige Schüler gehören dem Gießener Ski-Klub an auch in der Iugendgruppe des Vereins für Luftfahr , sowie im Rudersport wirken Schuler der Anstalt mit. Der Schulgruppe des V. D. A. gehören 300 Schüler an, von denen an der Pfingstfahrt nach Gmunden 12 teilnahmen. Im Laufe des Berichts­jahres wurden in die Schülersparkasse des Real- qhmnasiums von Schülern 1200 Mark eingezahlt. Der Bericht betont, daß es zu begrüßen wur^ wenn noch mehr Schüler von dieser erziehlich wertvollen Einrichtung Gebrauch machten. <jum Zwecke der Belehrung wurden eine Reche von Klassen im Laufe des Schuljahres in Museen, Ausstellungen, gewerbliche und industrielle lagen geführt. Zahlreiche Schüler beteiligten sich an dem Vertrieb und Erwerb von Losen z Förderung wohltätiger Zwecke, ebenso unterstutz ten sie die Lierschuhvereinsbestrebungen. Fmr Z Wendungen an die Bibliothek und d e Samm­lungen der Schule wird in dem Bericht wännster Dank ausgesprochen. (Der.verdienstvolle Leiter der Schule, Oberstudiendirektor Henk, der seine ganze Kraft stets in hingebungsvoller Wei e Der ihm anvertraute Anstalt widmete,

1, Mai auf Grund des Llltersgrenzrgesetzes in Den

Ruhestand. D. Red.)

Die Studienan st al t zahlte am 15. Mm vorigen Jahres 609 Schülerinnen, im Laufe De Schuljahres traten 18 em, 23 schaden aus W daß am Ende des Schuljahres 604 öerblieDen. Rach dem Stande vom 15. Mai waren 463 lerinnen von Gießen, 87 .aus anderen h H fd) Orten, 58 aus nicht-hessischen deullchen Orten und eine aus Dem Auslande. ® e bestanden 11 Schülerinnen, ^ni Benchtsiahre fan ,J den eine Reihe von Lehrausflugen statt, ferner wurden die Kunstausstellung und die Schatze dev Museums besichtigt. Die in den fricheren Iah ren getroffenen Maßnahmen, dm Schulerinnm neben der geistigen auch eine torperliche Aus fcilDuna zu geben, wurden auch im Beucytsiayre gefördert. In erster Linie kommt hierfür- der Turnunterricht in Betracht der nach Den Grunds sähen neuzeitlicher Gymnastik erteilt wird. Daß

Rheinhessen.

WSR. M a i n z, 8. April. Am Samstagabend kurz nach 11 Uhr wurde der radfährende ar­beitslose 35jährige Schmied Stefan Sprin­ger aus Mainz-Kastel auf Der Wiesbadener Straße von dem Personenauto eines Reise­vertreters von hier erfaßt und überfahren. Der Reisevertreter, der das Auto selbst steuerte hielt sofort an und brachte den anscheinend Schwerverletzten hierher ins Städtische Kranken­haus. Dort ist Der Verunglückte infolge eines Schädelbruchs kurz nach der Einlieferung gestorben. Der Autolenker behauptet, daß er in der Mitte der sehr breiten Straße gefahren sei, als plötzlich unmittelbar vor seinem Wagen der Radfahrer aufgetaucht wäre. Ehe es ihm möglich gewesen sei, den Wagen anzuhalten, sei das Unglück geschehen. Er bestreitet, daß irgend ein Verschulden seinerseits vorliege. Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern vor­mittag auf Der Biebricherstraße zwischen Der Pionierkaserne und der Kaiserbrücke. In Dem Augenblick, als gegen 11 Uhr eine Biebrich-Schier- steinex elektrische Straßenbahn die Biebricher- stratze kreuzte, fuhr der 20 Jahre alte Zimmer­mann Wilhelm Roth aus Hochheim a. M. mit seinem Motorrad in voller Fahrt ge- genden Straßenbahnwagen. Er wurde eine kurze Strecke mitgeschleift und erlitt Dabet schwere Verletzungen und Brüche an bei­den Deinen. Die Sanitäter Der französischen Pio­niere nahmen sich sofort des Verunglückten an, verbanden ihn und brachten ihn mit einem Sani­tätsauto hierher ins Städtische Krankenhaus.

Kleine Strafkammer Gießen.

* Gießen, 5. April,

Ein Kaufmann aus Wiesbaden war vom Amtsgericht wegen fahrlässiger Körperverletzung und üebertretung der Paragraphen 17 und 18 Der Kraftfahrverordnung zu einer Geldstrafe von 75 Mark verurteilt worden. Gegen dieses Urteil verfolgte der Angeklagte Berufung mit Dem Antrag auf Freisprechung. Die Beweis­aufnahme ergab, daß er als Führer eines Autos einen Radfahrer angefahren hatte, so daß dieser zu Fall kam und Verletzungen erlitt. Seine Behauptung, Der Verletzte sei mit un­beleuchtetem Fahrrad gefahren, wurde widerlegt. Das Berufungsgericht stellte fest, daß Der Ange­klagte sowohl gegen Die polizeilichen Vorschriften verstoßen hat, als auch Die Schuld an Den Ver­letzungen des Radfahrers trage; er hätte als Autofahrer entweder halten oder doch so lang­sam fahren müssen, daß er jederzeit zu halten imstande war. Seine Berufung wurde kosten- fällig zurückgewiesen. ~

Gelegentlich eines Sängerfestes auf demHoyc- rodskvpf gerieten Die jungen Burschen zweier Orte im Vogelsberg in Streit; es kam auch zu Tätlichkeiten, es wurde mit Stöcken geschlagen, und einer Der Burschen, Der sich zurückgehalten hatte, erhielt einen Stich. In erster Instanz wurden von Den fünf Angeklagten drei frei- gesprochen, während die beiden übrigen zu Geldstrafen von 50 und 200 Mark ver­urteilt wurden. Die beiden Verurteilten und die Staatsanwaltschaft legten gegen das Urteil des Amtsgerichts Berufung ein. Rach eingehender Beweisaufnahme, Die dadurch noch erschwert wurde, daß Die meisten Teilnehmer zur Zeit Der Tat betrunken waren, sprach Das Berufungs­gericht zwei Angeklagte von Strafe und Kosten frei; Die Drei übrigen erhielten Geldstrafen von 30, 50 und 150 Mark. Von Bedeu­tung ist, Daß sich in der zweiten Instanz heraus- stellle, daß ein anderer Angeklagter das Messer gebraucht hatte, als in Der ersten Instanz auf Grund Der Zeugenaussagen als erwiesen ange­nommen wurDe.

Amtsgericht Gießen.

" Gießen. 5. April. Ein bei einer hiesigen CBaufirma beschäftigter kaufmännischer Angestell­ter, Der namentlich Den Geldverkehr mit einer großen Anzahl Mieter zu regeln hatte, Wurde Überführt, nach und nach durch Richtablieferung und Verausgabung eingenommener Mietbeträge

Tageskale nDerfürDienstag. Stadt­theater:Die Frau in der Wolke", 20 bis 22 Uhr. D. ch. V.: Monatsversammlung, 8.30 Uhr, imBay­rischen Hof". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Das gottlose Mädchen". Astoria-Lichtspiele:Das Feld- gericht von Gorlice".

Stadttheater Gießen. Aus dem Gtadttheaterburean wird -uns geschrieben: Die heutige VorstellungDie Frau in Der Wolke" von Lernet-Holenia (einmaliges Ensemble-Gast­spiel Der Wiener Burg) beginnt um 20 Uhr. Morgen 20 Uhr ist Die Erstaufführung von Georg KaisersOktobertag". Intendant Dr. P rasch, Der nach der erfolgreichen Urauf- führung von Leonhard FranksKarl und Anna" seinerzeit verunglückt ist, führt morgen wieder das erstemal Regie. In Berlin, München, Bre­men, Leipzig, Frankfurt ... es gibt wohl keine Stadt, in Der derOktobertag" nicht ein aus­gesprochener Erfolg war. Das Schauspiel wird sicher auch in Gießen einen tiefen Eindruck hinter­lassen. Die weibliche Hauptrolle der Catherine spielt Trude Heß, den Partner Franz Arz­dorf. Den Cosie stellt Ebert-Grassow dar, Den Leguerche Knur. ES wirken ferne, mit Schubert-Jüngling und De Castro. Das Bichnenbild ist von Karl Löffler entworfen und hergestellt. , , ,

Das nächste Operettengastspiel im S tadttheater. Aus dem Stadttheater- bureau wird uns geschrieben: DaS nächste Gast­spiel des Reuen Operetten-Theaters Frankfurt a. M. ist am.Freitag. 12. April. Zur Aufführung gelangt letztmalig die OperetteDer Mikado', Musik von Artur Sullivan. Die Besetzung ist die gleidje wie bisher mit den Damen Domes- Orth, Itter, Wiesner und Milberg und den Her­ren Rador, Reul, Diestel, Hanschmann, Schreiner und Vetter.

" Forstpersonalien. Verseht wurden: Der Amtsvorstand des Forstamts Mörfelden, Forstrat Ferd. Günther zu Mörfelden, in glei­cher Diensteigenschaft in das Forstamt Butzbach; Der Amtsvorstand des Forstamts Mönchbruch, Forstmeister Karl Deuster, in gleicher Dienst­eigenschaft in das Forstamt Schotten. In Den RuhestanD tritt am 1. Mai auf Grund des Altersgrenzegesetzes der Oberforstmeister Eduard Beyer zu Butzbach.

** Eine Bitte Des Tierschutzvereins an Die Fuhrwerksbesitzer. Der Gießener Tierschutzverein, Kaiserallee 1, bittet Die Fuhrwerks­besitzer um Mitteilung, wenn Die Wegeoerhältnisse bei Neubauten, Straßenanlagen, SanDgruben, Müll- abladestellen und an anderen Orten sich in so schlech­tem Zustande befinden, daß die Zugtiere Ueberan-- ftrengungen ausgesetzt sind. Der Tierschutzverein will sich bemühen, an den zuständigen Stellen auf eine Ausbesserung der Fahrwege hinzuwirken. Der Name der berichtenden Fuhrwerksbesitzer wird von dem Tierschutzoerein streng vertraulich behandelt werden, so daß also kein Fuhrherr Unannehmlich­keiten zu befürchten hat. Der Tierschutzverein wird von sich aus eine Besserung Der Wegeverhält- nisse bei Den zuständigen Stellen anregen. Die er­betenen Mitteilungen liegen auch im eigenen Inter­esse Der Fuhrherren, Da Durch immer wiederkehrenDs lleberanftrengungen Das Pferdematerial geschädigt wird und Geschirre und Wagen in erheblichem Maße abgenutzt werDen.

Eine 4Vg Jahre alte AuSw an­drer in, die den Eltern nach Amerika n a ch r e i st. Die weite Reise über Den Ozean hat gestern eine kleine Auswanderin von Al­te n - D u s e ck angetreten. Das 4 Vgjährige Töchterchen eines vor etwa 2 Jahren nach Amerika ausgewanderten jungen Ehepaares, Karl Bolz und Frau Marie, geb. Kahl, wel­ches seinerzeit bei Den Großeltern in Obhut ver­blieb, folgt nunmehr auf Wunsch Der Eltern, Die inzwischen in Amerika eine aussichtsvolle Existenz gesunden haben, diesen in Die neue Hei­mat nach. Emen fürsorglichen Reisebegleiter hat das Kind in einem Freund und Kollegen seines Vaters, Dem jungen Landwirtschaftslehrer Bernbeck aus Gießen, der ebenfalls nach Amerika auswandert, gefunden. Die besten Wünsche der Gemeinde Alten-Buseck begleiten Die Scheidenden in Die neue Heimat.

** Die Be kümpfung Der Schnaken- plage mirD den GrunDstückseigentümern in einer Bekanntmachung Der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil in Erinnerung gebracht. Interessenten mögen Der Bekanntmachung ihre Aufmerksamkeit schenken.

** Der Hessische Landesverbands- iaq der Sattler und Tapezierer findet m Gießen vom 13. bi-- 15.D.M. statt. Die Gießener Sattler und Tapeziererinnung, welche die Tagung übernommen hat, rechnet mit einem Besuche von 400 bis 500 auswärtigen Gästen.

* Gründung eines Verbandes der Reichsbahn - Assistenten. Auf einer aus 12 Reichsbahn-Direktionsbezirken besuchten Ver­tretertagung in Köln wurde beschlossen, zur besse- ren Vertretung der Belange der Gruppe Der Assistenten, Betriebs-Assistenten und Anwärter der Deutschen Reichsbahn Den Verband der Assi­stenten neuer Art, Betriebs-Assistenten und An­wärter der Einheitslaufbahn (abgekürzt: A. R. A) zu gründen. Der Verband wird im Rahmen des Deutschen Beamtenbundes errichtet. Seinen vor­läufigen Sitz hat der neue Verband in Münster (Westfalen).

** Neue Bestimmungen für Die Aus - watlDerung nach Nordamerika. Wie uns die hiesige Vertretung der Hamburg-Amerika-Linie, das Reisebureau Loeb, mitteilt, hat Die Regierung Der Vereinigten Staaten von Amerika vor kurzem ein Gesetz erlassen, Demzufolge AuslänDer, Die aus irgenDeinem Grunde von Der amerikanischen Em- wanderungsbehörde Deportiert wurden, von einer späteren Zulassung in die Vereinigten Staaten aus­geschlossen sind, ungeachtet dessen, ob die Deportie­rung vor oder nach Inkrafttreten dieser neuen Be­stimmung stattgefunden hat. Eine Ausnahme hier­von bilden Personen, Die gleich bei her ßanbung in einem amerikanischen Hasen von Der Einwande- rungsbehörde Deportiert werDen. Solche Personen können frühestens nach Ablauf eines Jahres zur ßanbung zugelassen werden, wenn die Gründe, dis ihre Deportierung veranlaßt haben, nicht mehr be­stehen. Die Hamburg-Amerika-Linie und ihre Ver­tretungen sind zu weiteren Auskünften bereit.

ANZEIGEN

für die Tagesnummer des Gießener Anzeigers werden zweckmäßig am Itachmittag vorher aufgegeben. Nach 9 Uhr vormittags kann die Aufnahme der Anzeigen auoh in Ausnahme­fällen nicht gewährleistet werden!

VESLA6 DES 6EESSENER ANZEIGERS