Ausgabe 
9.3.1929
 
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In mancher Beziehung hat er daS Feld frei ge­macht für die Arbeit eines Größeren. der ihm nun folgt.

Amerika ist fest überzeugt und die Welt er­wartet und hofft, daß Herbert Hoover die­ser Größere sein wird. Die Eigenschaften dazu hat er. Die Antrittsrede ist der ganze Mann. Wer in die Dinge tiefer hineinblickt fühlt auch daS, was diesem sogenannten hunderprozentigen Amerikaner schon von der heutigen Generation unterscheidet und über sie hinauZführt. Die An­trittsrede ist eine Friedensbotschaft. Sie stellt ferner das Programm einer wirtschaftlichen Demokratie auf. Eie ist schließlich von einem kon­struktiven Idealismus getragen, der, wie gesagt, und ohne daß das die heutige öffentliche Meinung in Amerika bereits vollkommen erfaßt, in die Zukunft hineinweist und)rt. Was das prak­tisch bedeutet, drinnen und draußen, in Land­wirtschaft, Handelspolitik, Verhältnis von Ka­pital und Arbeit drinnen internationaler Ge­richtshof, Abrüstung, Südamerika, Kelloggpakt usw. draußen, davon wird nun bald mehr zu sprechen sein.

Der Präsident hat sein Kabinett um die­sen mißverständlichen Ausdruck zu gebrauchen, zu­sammengesetzt. Es ist so ausschließlich guter Durchschnitt und nicht mehr, daß man deut­lich spürt, Hoover wolle die Hauptsache selber machen. Heber das Durchschnittsmah ragen Wohl nur der Finanzminister Mellon, den Hoover vor­läufig aus dem alten Kabinett beibehalten hat, und der neue Innenminister hervor, zu dem er seinen nahen Freund W i l l b u r, den Präsiden­ten der Stanford-Universität, gemacht hat. Der Außenminister S t i m s o n kennt Europa so gut wie gar nicht. Das beweist wohl ganz deutlich, daß der Präsident die europäischen Fragen s i ch s e l b st zur Behandlung vorbehält. Zu dem Ka­binett im ganzen aber zitieren wir einen immer­hin recht bedeutungsvollen Satz, der sich in einem in derHeuen Zürcher Zeitung" veröffentlichten Artikel von Hoover selbst findet:Von den zwölf Männern der Kabiüetts, dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und den Mitg'iedern haben sich neun ihren Lebensweg ohne irgendwelche Erbschaft gebahnt und acht von ihnen haben sogar als Handarbeiter begonnen." Dicht nur die Vollständigkeit gebietet hinzuzu­sehen, daß unter diesen zwölf Männern, die heute das Kabinett bilden, eine große Anzahl sehr reicher Leute ist, das eine wie das andere gehört gleichmäßig zu dem Bild. Die neue me­xikanische Revolution und die Kon­ferenz der Sachverständigen in Paris stellt den neuen Präsidenten unmittelbar vor außenpolitische Aufgaben. Er braucht in beiden sich nicht besonders zu exponieren, aber er wird an beiden zeigen können, was er will und wes Geistes Kind er ist.

Aus der provinzialhaupistadt.

Gießen, den 9. März 1929.

Oie Hessen im Weltkriege.

Der im Hessenlande und weit darüber hinaus bekannte Major a. D. D e i ft, int Kriege Da- taillonssührer im Infanterie-Regiment Hr. 168, der schon im Iahre 1926 die militärischen Kreise durch sein groß angelegtes WerkDas deutsche Soldatenbuch", Deutschlands Wehr und Waffen im Wandel der Zeiten von den Germanen bis zur Reuzeit erfreut hat, und der wohl als einer der besten Kenner des deutschen Uniform- und Waffenwesens bezeichnet werden kann, hat im Verlag von Dr. Wilhelm Glaft & Co., Berlin- Charlottenburg, ein neues Prachtwerk heraus­gegeben.Die Hessen im Weltkrieg" (127). Es handelt sich hier nicht um ein kriegs- wissenschaftliches Werk, es soll kein Konkurrenz­unternehmen für das vom Reichsarchiv heraus- gcg.bene WerkDer Weltkrieg 1914 bis 1918 ober die von der gleichen Stelle veröffentlichten EinzelschrittenDie Schlachten des Weltkriegs" fein, sondern ein Volksbuch im eigentlichen Sinne des Wortes. Seift hat in übersichtlicher und klarer Weise auf Grund eines ungeheuren Materials, das vielfach nur mühsam zu be­schaffen war, einmal eine Liebersicht über sämt­liche Truppen und Behörden in den Kriegs­formationen im Bereiche der früheren Groß- herzogtich Hessischen 2Z. Divilion gegeben eS wurden nicht weniger wie 405 verschiedene For­mationen in diesem Divisionsbereich aufgestellt und ferner von 27 Kriegsformationen eingehende Darstellungen über Entstehung, Zusammensetzung, ferner eine Fülle von Berichten über einzelne Knegsbandlungen und Kriegserlebnisse gebracht, die nicht nur von Offizieren aller Grade, sondern auch von Mannschaften geliefert wurden und oft in dramatischer und erschütternder Weise die gewaltigen Taten widerspiegeln, die unsere Hessen im Weltkrieg vollbracht haben. Eine auf eingehendem Quellenstudium beruhende Wieder­gabe der Schlacht bei Reuchäteau macht das Buch noch besonders wertvoll. Hier ist ein Buch geschaffen worden, das in bisher wohl einzig dastehender Weise eine Zusammenfassung alles dessen gibt, was ein deutscher Dolksstamm an Zahl der Truppen und an Leistungen im Felde vollbracht hat. Es handelt sich hier nicht um ein Buch voll trockener Zahlen und Darstellungen von Gefechtshandlungen, sondern um ein Ge­dächtnis- und Crinnerungsbuch, daS voller Leben ist und mit dem Herzen geschrieben wurde, dos man immer wieder zur Hand nehmen kann, ohne es jemals voll auszuschöpfen. Reben der Fülle von Tatsachen und Erlebnissen bringt das Werk aber eine Fülle vorzüglicher Photo­graphien und mehrere Kunstdruckblätter, die so sinnig ausgewählt sind, daß sie das Leben des Feldioldaten im Graben. Gefecht, in der Ruhe und im Quartier wiedergeben. Mancher Kriegs- teilneftmer wird sich selbst ober Kameraden, mit ftenen er zusammen war, wieder erkennen, oder Orte finden, an die sich für ihn Erinnerungen ernster oder heiterer Art knüpfen. Diese« wunder- volle Buch sollte eigentlich in keiner Volks- ober Vereinsbibliothek, ja in keinem Haus fehlen, in dem sich ein Kriegsteilnehmer des Hessenlandes befindet, zumal auch die vorbildliche Ausstattung, die der Verlag dem Werke angebeiften lieft. eS zu einem Schmuckstück jeder Bücherei macht

L. G.

Tretet btm Tierschuh-Derein bei!

Der Gieftener Tierschutz-Verein, Kaiserallee 1. schreibt uns:

Ein überladener Wagen an einer schwierigen Stelle deS Weges, keuchende, verängstigte Pferde, bemüht, das Unmögliche zu leisten, über die ab­gekämpften Tiere em Regen von Plllschenhi ben und Schimpsworten... Wer kennt es nicht, dies

Bild der alltäglichsten Tierquälerei? Wem schlägt nicht das Herz schneller und wem steigt nicht der ehrliche Wunsch auf:Wenn ich helfen könnte, daß das endlich anders würde!" Aber wie? Der einzelne kann so wenig tun: Zeit, Er­fahrung, Einfluß. Geschick fehlen. DieS Bild ist nur eines und längst nicht daS schlimmste aus der langen, traurigen Kette tierischer Leiden.

Schon lange arbeiten die Tierschutzvereine daran, den Tieren Recht und Erleichterung zu schaffen, sie zu schützen vor Mißhandlungen. Aus­nutzung. unnZt'.ger Todes ein und den zahllosen Qualen, die ihnen aus gewohnheitsmäßiger Hn- überlegtheit der Menschen zugesügt werden. I m Verein wird auch die schwache Kraft des einzelnen stark. Deshalb bittet der Gießener Tierschutzverein alle, die ein liebendes und ritterliches Herz für die wehr­lose Kreatur haben, sich der wachsenden Tier- schuhbewegung nicht zu verschließen und ihn durch Mitgliedschaft zu unterstützen.

Daten für Sonntag, 10. März.

Sonnenaufgang 6.27 Uhr, Sonnenuntergang 17.55 Uhr. Mondaufgong 6.40 Uhr, Monduntergang 16.44 Uhr.

1788: der Dichter Joseph von Eichendorff in Lubo- witz geboren; 1873: ber Romanschriftsteller Jakob Wassermann in Fürth geboren.

Daten für Montag, 11. März.

Sonnenaufgang 6.26 Uhr, Sonnenuntergang 17.57 Uhr. Mondaufgang 6.56 Uhr, Monduntergang 18.03 Uhr.

1544: der italienische Dichter Torquato Tasso in Sorrent geboren.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150180, Matte 3035, Wirsing 40 bis 50, Weißkraut 3035, Rotkraut 3540. Gelbe Rüben 2025. Rote Rüben 2025, Spinat 80, Hnter-Kohlrabi 1015, Grünkohl 4550, Ro- senkohl 75SO, Feldsalat 250300, Endivien 150, Tomaten 8090, Zwiebeln 25, Meerrettich 50120, Schwarzwurzeln 90100, Kartoffeln 7, Aepfel 30- 40, Dörrobst 35-40, Hüffe 70 bis 80, Honig 4050, junge Hähne 100110, Sup­penhühner 100120, Tauben 8085 Pf. das Pfund. Käse 10 Stück 60-140 Pf. Eier 20 bis 22, Blumenkohl 80160, Salat 4045, Lauch 25 bis 50, Rettich 2030, Sellerie 20100 Pf. das Stück. Radieschen 40 Pf. das Bund. Kar­toffeln 6,50 Mk. pr. Ztr.

»

** Personalien. Ernannt wurden: Der Kreisarzt, Med.-Rat Dr. Eduard Balser in Alsfeld zum Kreisarzt des Kreisg.sur.d^eitsamtes Bübingen, der Amtsarzt Med.-Rat Dr. Richard Schad in Worms zum Kreisarzt des Kreis- gesundheitsamtes Alsfeld unter Belassung ihrer Amtsbezeichnung als Medizinalrat; der Genbar- meriemeifter Franz Szczerbowski in Lauter­bach zum Ocnoarmcrictommiffar, dieGendarmerie- hauptwachtmeister Wilhelm L i st m a n n zu Gre­benau und Heinrich Wilhelm L i h i u s zu We­nings zu Genbarmeriemeistern; der Polizeihaupt- waa)tmeister Fritz Rust zu Bad-Rauheim zum Polizeimeister.

Anmeldung versicherungspflich­tiger Betriebe und Tätigkeiten. Las Versicherungsamt der Stadt Gießen verössentlicht im heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung über die Anmeldung unfallversicherungtpslichti- ger Betriebe und Tätigkeiten. Die Anmeldung muß spätestens bi- zum 15. April erfolgt fein. Höheres über die wichtige gesetzliche Vorschrift ist aus der Bekanntmachung zu ersehen.

** Den Frühjahrs-Pferdemarkt in Gießenam 20. März betrifft eine Bekanntmachung ber Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil. In­teressenten feien auf diese Veröffentlichung besonders hingewiesen.

" Die Museen sind am Sonntag zwischen 11 und 1 Uftr geöffnet.

* Reichswettkochen. Der vom städtischen Gaswerk unter Mitwirkung ber ®i;ßencr Frauen­vereine geplante Gaskochwetlstreit im Cafe Leib am 12. und 13. März hat bei der Gießener Frauenwelt das größte Interesse hervorgerufen. Da die Gießener Damen etwas Aehnliches noch nicht erlebt hatten, waren sie bei den Meldungen anfangs etwas zaghaft. Bei Meldeschluß war jedoch die gewünschte Zahl von Teilnehmerinnen überschritten. So werden an den beiden vor­gesehenen Tagen 22 Damen zumStart" antreten und einheftiges Rennen um den Sieg" liefern, zumal wertvolle Preise in Aussicht stehen. 'Auch bas schaulustige Publikum Damen sowie Her­ren soll auf feine Kosten kommen. Konzert, Preisraten und lustige Filmvorführungen, so­wie manche nette tlleberraschung werden in zwangloser Reihenfolge beim Gaskochwettstreit angenehme und schöne Stunden bieten. Siehe heutige Anzeige.

Ei n neues Gewächshaus für den botanischen Garten. Der hessische Mi­nister für Kultus und Bilbungswesen hat dem Landtag eine Vorlage über Errichtung eines neuen Cewächshauses für den botanischen Garten der Landesuniversität zuaehen lassen, in der es u. a. heißt: Die Landesunwersität hat die Errich­tung eine« neuen Gewächshauses für den botani­schen Garten in Gießen beantragt. Auf die Not­wendigkeit einer neuen Anlage ist von der Di­rektion des botanischen Gartens schon früher hin­gewiesen. von ber Anforderung der hierfür er­forderlichen Mittel ist jedoch bisher mit Rücksicht auf die durch die Finanzlage des Landes be­dingte Rückstellung anderer neuer Bauvorhaben Abstand genommen worden. Da eine Beseiti­gung ber an dem seitherigen Gewächshaus fort- schreitenden Mängel kostspielige Reparaturen er­fordern würde, die bei ihm sonst noch vorliegen­den Mißstände dadurch aber nicht behoben wür­den. kann eine gründliche Abhilfe zweckmäßiger Weise nur durch ein neues Gewächshaus ge­schaffen werben, zu dessen Errichtung ich nunmehr im Einvernehmen mit dem Herrn Finanzminister die Bereitstellung der Mittel im Rs. 1929 erbitte. Zur Begründung meine« Antrages beehre ich mich, bas Folgende darzulegen: DaS vorhanbene Gewächshaus sicht schon über 70 Iahre. Dieses Alter allein macht e« schon verständlich. baß die Baukonstruktionen erncuerung«bcbürfiig gewor­den sind und die ganze Anlage für einen zeit­gemäßen Garten- und Lehrbetrieb nicht mehr ge­eignet ist. Die Einrichtungen (Stellagen, Galerien usw.) sind zum großen Teil verrostet und bau­fällig und bedrohen dadurch Leben und Gesund­heit der im Gewächshaus beschäftigten Personen, sowie der in den Räumen anwesenden Besucher. Die alte Doppelfensterverglasung macht die Räume in hohem Maße lichtarm. Der Heizbetrieb es werden fünf Kessel geheizt ist umständ­lich und zu teuer. Eine Regelung der Tempera­

turen in einer dem Wachstum der Pflanzen dienlichen Weise ist nicht möglich. Durch diese und andere Mißstände werben die gärtnerischen Leistungen herabgesetzt, wissenschaftliche Arbeiten überhaupt unmöglich gemacht. Zu der nicht mehr länger aufschiebbaren Einrichtung einer Zentral­heizung kommt die Hottoenbigleit der Errichtung nach Cage der Verhältnisse unterirdischer Arbeitsräume, die den Vibrationen des Straßen­verkehrs entzogen sind und feinere mikrosko­pische Unterfudjungen und Meßarbeiten zulassen. Die Gesamtkosten ber neuen Anlage sinb von dem Hochbauamt Gießen auf 64 000 Mk. ver­anschlagt.

Befähigungsnachweis für die Bühnenlaufbahn. Zwischen dem Deutschen Dühnenverein und der Genossenschaft deutscher Bühnenangchörigen wurde ein Abkommen ge­troffen, wonach Schüler, die von Privatlehrern oder Privatschulen ausgebildet sind, nur in den Bühnenberuf ausgenommen werden, wenn sie einen Befähigungsnachweis seitens einer Prü­flings stelle besitzen. Zuständig für den hiesigen Bezirk ist die Prüfungsstelle in Frankfurt a. M.

"DerDauerscheGesangiereinha e wie man uns berietet, feine -tüitgueoer unu auswärtigen Gast: am verflossenen Sonntag, im Anschluß an das öffentliche Konzert am Ha^mit- tag, ßu einem Familienabend in das Katholische Dereinshaus geladen, der sehr gut besucht war. Der erste Vorsitzende, Bell off, sprach nach kurzer einleitender Begrüßung über Zwecke und Ziele des deutschen Männergesanges und dessen Entwickelung in den letzten Jahrzehnten, wobei er feine in nahezu 40jähriger aktiver, führender Tätigekit als Sänger gewonnenen Eindrücke ver­wertete. Seinen Ausführungen wurde mit regem Interesse gefolgt. Eine angenehme Ueberraschung wurde den Anwesenden zuteil, als ber beliebte und bekannte Heimat- und Dialektdichter Georg Heft einige feiner hervorragenden Mundart­dichtungen zum Vortrag brachte. In seinem erst am Rachrnittag entstandenen «Gruß den Dauern und Hachklänge zum Konzert" schllderte er in ausgezeichneter Weife die Verbundenheit der Dauern auf dem Land und derDauern" In der Stadt, wobei er dazu in geschickter Weise den Leitgedanken des am Nachmittag gesungenen Cho­resIm deutschen Geist und Herzen sind wir eins" und ausDeutschland mein Vaterland" den Satz:Allüberall wo Deutsche wohnen, soll der Geist der Eintracht thronen", verwendete. Unge­teilter Beifall wurde Herrn Heß für seine Kunst in Dichtung und Vortrag gezollt. Wie schon öfters, hatten sich aktive Mitgileder vorn Man­dolinen- und GitarrenvereinReapolita" zur Uebernahme eines Teiles der musikalischen Unter­haltung bercitgefunben. Auch sie ernteten, wie immer, für ihre gewählten Darbietungen reichen Beifall. Weitere gesangllche Vorträge eines be» freunbeten Bariton, sowie bie Ueberraschung mit bemVetter aus Bremen" gestalteten ben Abend noch abwechselungsreicher. Der Familienabenb wird allen Beteiligten in guter Erinnerung bleiben.

"DerAllgemeineDeutsche Frauen« verein, Ortsgruppe Gießen, widmete seine Märzsihung den Fragen ber Berufswahl. Herr Bues, feit Dezember 1928 Vorsitzender des Gieftener Arbeitsamtes, sprach über das ThemaBerufsberatung und Berufsausbildung". Er behandelte zuerst die historische Entwicklung der Arbeitsnachweise und der Arbeitslosenver­sicherung, und erläuterte dann die Ziele und Methoden der Berufsberatung. -Dic.c Einrichtung ist vor allem bestrebt, den richtigen Menschen auf den richtigen Platz zu bringen. Hier muß auch die Schule vorbereitend eingreifen, indem sie zur Beruf-ethik erzieht und in die Berufskunde ein­führt. Hauptsächlich aber soll die Schule die Kinder ber Oberklassen sorgfältig beobachten und der Berufsberatungsstelle Mitteilungen über ihre Eindrücke zugehen lassen. Die Aemter haben auch Elternabende eingeführt, in denen die Lehr­gänge und die Aussichten auf bem Arbeitsmarkt besprochen werben. Gute Erfolge sind mit den psychotechnischen Eignungsprüfungen erzielt wor­den; sie werden in kurzem auch in Gießen ein­geführt. Anschließend an die Ausführungen deS Herrn B u e s sprach die Leiterin der weiblichen Berufsberatungsstelle, Fräulein Kolb, über die Probleme der weiblichen Berufswahl. Die Red­nerin betonte namentlich die Schwierigkeiten, die daraus entstehen, daß zahlreiche Frauenberufe bei ber Eheschließung nicht weiter au3geübt wer­den können. ES kommt aber leider auch noch sehr häufig vor, daß bie Mütter au3 Mangel an Einsicht und au3 falscher Sparsamkeit sich einer gründlichen Ausbildung ihrer Töchter wider­setzen. Fräulein Kolb sprach sodann noch über die Aussichten der einzelnen Frauenberufe, so­wie über die Art der Vorbereitung und Aus­bildung. Die Aussprache, die sich an ihre Aus- führungen anschloh, war Jeftr lebhaft, blieb aber teilweise nicht im Rahmen des eigentlichen Themas. H. M.

' Der HubertuS-Verein weid­gerechter Iäger, Sitz Gießen, hielt am Mittwoch imHessischen Hof" seine sehr gut besuchte Monatsversammlung ab. Das rege In­teresse der Mitglieder galt vor allem dem Punkt ..Wildverluste und Wildfütterung". Wenn auch die statistischen Erhebungen noch nicht abgeschlos­sen sind, fo ergeben die vorliegenden Meldungen doch, daß die Wildverluste durch die Winterkälte und den Hunger in unserer Gegend durchaus er­träglich sind. Vorliegende Berichte aus Vogels- bergrevieren ergeben allerdings ein wesentlich ungünstigeres Bild. ES konnte mit Genugtuung festgestellt werden, daß In den weitaus meisten Revieren gefüttert worden ist, eine Tatsache, die der Verein nicht zum wenigsten seiner Tätigkeit zuschreiben darf, da Winterfütterung in früheren Iahren in vielen Revieren etwas älnbekanntes war. Sehr interessant und lehrreich waren die Erfahrungen mit den einzelnen Futtermitteln, die gereicht wurden. Von allen Seiten wurde nur jetzt, nach der langen Zeit der Trocken­fütterung und Trockenäsung, die große Gefahr kommender Wildverluste betont, die bann einzu­treten pflegen, wenn eS draußen wieder grünt und sprießt. Diese Gefahr zu einer gierigen Annahme der Grünäsung liegt besonders jetzt nach diesem aufterordentlich harten Winter vor. Empfohlen wurde die alsbaldige reichliche Her­richtung von Salzlecken, sowie die Weiterfüt­terung, besonders mit Hafer. Don dem Ergebnis der zur Zelt angestellten Erhebungen wird e« ab')äugen, ob und welche Rotmaßnahmen bezüg­lich der 3agbau8Übung etwa getroffen werden müssen. Festgestellt wurde, daß die Pressemel­dung bett, allgemeines Schonjahr durch Reichs­gesetz falsch ist. Die diesjährige VerbandSjugend- vrüfung wird am 27. April stattfinden. Eine aufterordentlich wichtige Frage behandelte dann Studienrat Holzel in einem Referat über

.Jtrafcen und Krähenbekämpfung". Die Krähen haben sich in den Kriegs- und Rachkriegsfahren derart vermehrt, daß sie in landwirtschaf 'x«r und jagdlicher Hinsicht eine Gefahr da .stell en, die hohe wirtschaftliche Werte vernichten, ^us einem planmäßigen Vorgehen von S aats wegen ist in Hessen aus verschiedenen Gründen wieder einmal nichts geworden. Also bleibt nur der Weg der Selbsthilfe. Der Verein wird seine Mit­glieder mit Material versorgen, durch daS jeher Revierinhaber über die wichtigste Methode der Krähenbekämpfung unterrichtet wird. Mit herz­licher Teilnahme gedachte die Dersamm.ung des Ablebens des Anatomiedieners i. R. Balser, der den meisten Mitgliedern vertraut war und sich allseitiger Hochachtung erfreute. Unvergessen wird es bleiben, mit welcher Sorgfalt und Liebe Herr Balser alljährlich die Rehlronen sauber und schön aufsehte und damit eigentlich Die letzte Handlung vollbrachte, die zum Strecken eines Stückes Schalenwild gehört. Der Verein wird durch einen Iagdkranz feinen Gefühlen Ausdruck verleihen. Schließlich konnte Oelonomierat Hoff­mann noch herzlicher Weidmannsdank für die weitere Ausschmückung des Iägerstllbchens durch S.iftung zweier Hirschgeweihe gesagt werden.

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 10. März.

8.30 bis 9.30: Von Kassel: Morgenfeier, veran­staltet von Der Ev. Christusgemeinde Kassel-Wil- he.mshöhe. 11 bis 11.30: S unde der Jugendbewe­gung:Wo schließe ich mich an?" Vortrag von Dezirksjugendpflegcr Grebenstein. 11,30 bis 12: Elternstunde:Richt für die Schule, sondern für das Geben!, Vortrag von S.udiendirektor Dr. Fr. Majer-Leonhard. 12 b.S 13: Eine S unde in einer Verkaufsschule. 13,10: Bruckner-ZhlluS. 7. Sinfonie in kl-Dur. 14,30 bis 15,30: Stunde der Iugend: Aus dem deutschen Märchenborn, vorgetragen von Hanna Längen: Aus 1001 Rächt: Saids wunderbare Schicksale. Für Kinder vom vierten Iahre ab. 15.30 bis 17: Konzert de« Rundfunkorchesters: Operetten. 17 bis 18: Stunde des Landes. 18 b s 19: Von Königswusterhausen: »Das Problem deS Einheitsstaates". Vorträge von Relchsjustizminister Koch-Weser (18 bis 18.30) und Ministerpräsident Held, München (18.30 biS 19). 19 bis 19.45: S unde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung. 19.45 biS 20.15: Sportnachrichten. 20.30: Konzert deS Vene­zianischen S.reichquartettS. Anschlieftend: Von Kassel:Das Idyll". Daraufhin bis 0.30: Tanz­musik.

Montag, 11. März.

6.30: Morgengymnastik. 12.30: Schallplatten­konzert: Orchesterstücke. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Von fremden Ländern und Völkern, vorgetragen von Lehrer Fr. Voigt.Mit Eslimos auf der Seehundjagd". Für Kinder vom 12. Iahre ab. 15.55 bis 16.05: Hausfrauen­dienst. 16.35 bis 18.05: Von (Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 b'.S 1830: Lese­stunde. 18.30 bis 19: Ernst Toller. Vorlesung aus eigenen Werken. 19 bis 19.30: Von Kassel- Heinrich Lersch. Vorlesung aus eigenen Werken. 19.30 bis 19.45: Englische Literaturproben. 19.45 bis 20.15: Englischer Sprachunterricht. 20.15: Von O.uttgart: Volkstümliches Konzert. Anschließend: Rach 0 uttgart:Die neue Zeit". Darauf: Schall­plattenkonzert: Buntes Programm.

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5. Klaste 32. Preubisch-LüddeuNche (25b. Preutz.) Ktaßen-LvNerir

Ohne Gewähr Nachdruck verdaten

Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf bie Lose gleicher Nummer in ben beiden

Abteilungen 1 und II

25. Fiedungstag 8. Mörz 1929

Ön bet 'Vormittagsziedung wurden Gewinne über 150 M. gezogen

4 n 10000 W. 65791 185569

4 ©tto.une tu 5000 W. 146877 353112

6 »twinne eu 3000 <UL 308224 384831 396179 16 ©etoinne in 2000 'm. 1045 107717 209786

256328 315909 336761 339661 344860

30 ero.nnt .U 1OOO rn. 29328 43120 113080

138452 186375 202526 213001 273848 283855 325172 326621 334637 354479 360754 380831

80 ®ffomne fu 500 <ML 5266 19863 22942 27413 30190 33122 35821 36425 46791 48983 59818 62353 66905 70285 98158 101711 113134 145731 170494 176265 191610 197809 238613 242941

246721 249657 265861 267749 282759 283481

295012 306280 310187 311358 315063 326177

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252 tu 300 M 432 5208 5390 12511 17350 24927 25489 25773 30589 34376 40271 41802

42783 47690 53924 56297 58969 61251 62034

63688 64258 67337 74066 79384 82425 83890

91428 92041 93559 93875 97242 98082 106573 106601 107203 107489 108247 113473 118308

121784 131604

149295 157622

171284 174481

189346 193656

215150 220332

235708 236345

254054 254510

269366 269678

288142 293197

302875 304343

315453 316655

324822 325432

342238 346942

358251 361010

387119 395015

131661 136487 159130 160041

174800 174943 197112 198245 222458 222843 236862 248375 259778 263232 269890 271619 297598 297846 304709 304861 322471 322749 326496 335375 348002 348229 364087 371135

398529

141283 143578 185128 167184 181183 181310 204009 213442 224147 224620 250240 250245 263758 267295 277282 284632 298884 301767 312518 313909

323660 324490 339871 341058

349585 361872 378354 380066

3n der Nachmittogsziedung wurden Gewinne über 150 M. gezogen

117829 127205

190501

170693

213974 216410

356605 392565

104110 105476

251830

313265

114607

186638

233219

299924

348249

118250 207664 241714 306694 352945

244340

312088

156991

216630

273022

337955

393282

102151

217898

188235 221559 275102 33B280 399374

105878 130042 149899 178566 219573 236139 264838 279236 296571 323010 360378 369042 396825

107414 132690 158802

182320 222800 242332

265443 286119 298481

341033 361611

369596 399636

124999 145954

176210 194050 230748

259121 271459

289439 318854 354521

368909 380322

2 ®rtrtnn» gw 25000 W. 354588

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122940 162475 168682 201982 210812

18371 155732

925613

4298 6290 29491

8 in 3000 W.

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14 ®e»1nne m 2000 M.

178281 188165 241795

30 Octoinn» tu 1000 4)k.

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