Ausgabe 
9.2.1929
 
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Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den S. Februar 1929.

Rechte Lebenstunst.

,.. und träumen beide von fremdem Glück. DaS ist der letzte Vers des alten, bekannten Gedichtes .Der König und der Landmann' von dem braven Johann Gabriel Seidl. ES klingt unS noch auS drr fernen Kindheit in den Ohren. War das Gedicht doch in jedem Lesebuch zu fin­den! QBlr nahmen eS hin als Kinder und machten uns weiter keine Gedanken darüber. Den tiefen Sinn erfaßten wir noch nicht. Erst das Leben zeigte uns. wie recht der Dichter hat.

Cln ewiges Wünschen, ein Sehnen nach einem leichteren LoS, nach einem schöneren Lebens- Inhalt erfüllt die Menschen. Wer ist eigentlich so recht zufrieden mit seinem Schicksal?

ES ist schon oft behauptet worden, die gute, alte Geit sei ganz mi'era el gewesen. Alles, was von ihr erzählt würde, sei übertrieben und mit einem Heiligenschein um:e en. 3n einem Punkte wird die Sache aber nicht stimmen. Ich glaube fest, daß die Menschen der alten Zeit zufrie­dener waren. 3a, sie mußten zufriedener sein; denn sie lebten viel abgeschlossener, entweder in ihren vier Wänden, auf drm Dorfe oder in der kleinen, engen Stadt. Sic lebten langsamer und hatten gar nicht so viel Möglichleiien, Ver­gleiche anzustellen. Das ist heule anders. Wir sehen zu viel, wir können im Augenblick da sein, vohin wir uns wünschen. Wegen jeder Kleinig­keit wechseln wir. Einmal sind wir da, «'n ander­mal dort, llnfcre Verven verlangen das. sagen wir zur Entschuldigung. Wir leben zu rasch, schauen in einem Tage (scheinbar) in mehr Ein­richtungen und Verhältnisse als ein Mensch früher in seinem ganzen Leben. Und unwillkürlich ziehen wir Vergleiche, wenn wir glauben, die .andern" hätten es besser. Das ist der Anfang der 11 n- »usriedenheit. Aber wie oft sehen wir nur oen äußeren Glanz, und tote schnell sind falsche Schlüsse gtzogenl

Da sitzt der Gleiche in dem fürstlich auSge- statteten Zimmer, in dem bequemen Ledersessel, raucht die schwere Habana und liest die Zeitung. Du siehst ihn, denkst dabei an deine Wohnung, und schon ist der Aeid du. Weißt du auch, welche Sorgen er beim Zeitungslesen hat?

Ein alter Landmann sagte einmal zu mir: .SS hat jeder sein Päckchen zu tragen I

Wir schauen zu viel hinauf. Es wäre viel besser für dich, wenn du deine armen, leidenden Mitmenschen ansähest. Denke an die, denen eS noch schlechter geht als dir! Du söhnst dich dann viel eher mit deinem Schicksal auS.

Wir Menschen sollen nur das tun, waS In unserer Macht steht, nicht aber unnötige Wünsche äußern und beständig Sätze beginnen mit .Hätte ich", oder .Wenn ich...". Das führt zu nrchts, höchstens \ur Unzufriedenheit, zum Äeid, und viele be dr t zerstören dir und den Deinen daS Leben, '^.r sollen uns nur das wünschen, was leicht in Erfüllung geht, dann werden wir nicht enttäuscht. Wer viel hat, wird viel verlieren. Wie manches stolze Gebäude. daS in der Inflationszeit in die Höhe wuchs, stürzte mit großem Gepolter zusammen!

DaS Leben zu genießen, ist eine große Kunst. Wenn die schönen Tage allzu oft kommen, ver­lieren sie den Glanz. .Dicht- ist schwerer zu »«tränen, als eine Reih? von schönen Tagen!"

Eine richtige, erhebende Feier fällt ja nie auf die vorgeschriebenen kirchlichen oder weltlichen Festtage. Wir können zu jeder Zeit inner» l i ch Feste feiern Alle unsere Gedanken müssen nur in einem andächtigen Gefühle zusammen- strömen, dann haben wir eine glückliche Feier­stunde, oder auch einen ganzen Festtag.

.Das Glück ist überall eher a i da. wo wir Menschen es suchen, und es ist da, wo wir es nicht suchen in der Zufriedenheit mit allem, was kommt und wie eS kommt." (Hansja ob.)

Keine der vielen .Wunschgeschichten", an denen wir ja so reich sind, gibt uns mehr zu denken als daS Märchen. .Der Wunschring" von Dolk- mann-Leandcr. Ter junge Dauer, dem es auch nicht recht glücken wollte, kam in den Besitz des Ringes, der ihm einen Wunsch gewähren sollte. Der geizige Goldschmied steckt dem schlafenden Dauern einen ähnlichen Ring an den Finger, stiehlt den echten, wünscht sich hunderttausend Taler und wird von dem Geldregen erschlagen. Daraus kommen die Erben und teilen. .Es ist doch ein großes Unglück, wenn der Segen so knüppeldick kommt." Der Dauer aber im Voll­gefühl seines mächtigen Ringes gebt mit frischem Mut an fein Tagewerk. Er hat Glück mit allem, was er angreift und schiebt den Wunsch immer noch hinaus, trotzdem seine Frau beständig drängt. Dic Zeit vergeht. Deide leben zufrieden und ver­gessen beinahe den Wunschring. Sie haben das Glück, an einem Tage zu sterben. Als eins der Kinder dem toten Vater den Ring abstreisen will, sagt der älteste Sohn: »Laßt dem Da er seinen Ring mit ins Grab nehmen. Er hat fein Lebtag seine Heimlichkeit mit ihm gehabt. Cs ist toojl ein liebes Andenken" So wurde der alte Dauer mit dem Ring begraben, der ein Wunschring sein sollte und kleiner war, aber doch so viel Glück In das Haus gebracht hatte.

So sollte jeder Mensch in seinem Innern das Gefühl haben, ich kann mir noch etwas wünschen, aber vorher will Ich einmal versuchen, aus eig­ner Kraft zum Ziele zu kommen, will nicht nach rechts und links schauen, sondern an die Worte Dismarcks denken:

.Wir sind nicht auf dieser Welt, um glücklich zu fein uab zu genießen, sondern um unsere Schuldigkeit zu tun. P-

Daten für Lonntaq, 10. Februar.

Svnnenausgang 7.24 Uhr, Sonnenuntergang 17.6 Uhr; Mond auf gang 8.17 Uhr, 2Honi) Unter­gang 17.45 Uhr.

1847: der Physiker Thomas Alva Edison zu Milan in Ohio geb.; 1919: die provisorische deutsche Reichsversaisung wird angenommen; 1923: der Physiker Wilselm Konrad Röntgen In München gestorben (geb. 1845).

Taten für Montag, ll. Februar.

Sonneitausgang 7.22 Uhr. Sonnenuntergang 17.8 Uhr; Mondausgang 8.35 Uhr, Monduntec- gang 19.2 Uhr.

1650: der Philosoph Rens Des:artes in Stock­holm gefL (geb. 1596); 1813: der Dichter Otto Ludwig in Eisseld geb. (geft. 1865); 1873: der Dichter Rudols Hans Dartsch in Graz geb.

Bornotizen.

TageSkalender für Samstag Stadttheater:Rathan der Weise", 15.30 bis 18.15 Uhr. Indischer Missionsfilm der Baseler Mission, 17 Uhr in der Stadtkirche. Verein der Freunde des humanistischen Gymnasiums:

VortragDie Antike und die Aufgabe unterer Erziehung, 8.15 Uhr, im Hörsaal des physi- kalischen Instituts. Reichsbund der Zivildienst, berechtigten: Außerordentliche Hauptversammlung, 20 Uhr, In DerStadt Lieh". Eisverein Gießen e. D.: Schlittschuhpreislauf, 2 33 Uhr. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße: »Polnische Wirtschaft, Es zogen drei Burschen . . Astoria-Licht-

spiele:Arizona Tiger". Maskenbälle der Vereine: Gießener Karneval-Gesellschaft, Cafe Leib, 20.11 Uhr. Dauerscher Gesangverein E. V.: 8.11 Uhr, in den Räumen des Gesell- schafisvereinS, Sonnenstraße. Gesangverein Heiterkeit", 8.11 Uhr, auf derLiebigshöhc. Mandolinen- und Gitarren-DereinReapolita", Gießen, Motorsportclub 1925: 19.69, Kath. Der» einshaus. Gießener Ruderklub Hassia 1906: 8.11 Uhr, in der Turnhalle. Gesangverein Concordia", karnevalistische Abendunterhaitung, 6.11 Uhr, im DereinslokalFrankfurter Hof".

* Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: .EharleyS Tante", 18 bis 20'/. Uhr. Indischer Missionssilm, 20 Uhr, Stadt- kirche. Gewerkschaft der Eisenbahn-Fahrbeam- ten: Versammlung, 3 Uhr, Hotel Hopfeld. Lichtspielhaus, Bahtchofstrahe: .Polnische Wirt­schaft / Es zogen Drei Burschen . . .". Astoria- Lichtspiele:Arizona Tiger." Maskenbälle Der Vereine: Große Gießener Karncvalgesell- schast, 7.11 Uhr, Liebigshöhe. Turnverein von 1846: Karneval. Konzert, 4.11 Uhr in der Turnhalle.

Stadttheater Gießen. AuS dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Fast g.ei<be;;ig mit Der Berliner 75. Iubiläumö-Auf- fuhrung von MolnarsOlympia" bringt ha8 Stadttheater Gießen die Erstaufführung dieser Komödie. Das Stück belommt dadurch einen be­sonderen Wert, daß Frau Auguste Prasch- Grevenberg als Gast die Rolle Der Eugenie spielt. Die Künstlerin hat sich gerade mit Diesem Rollen-Genre einen Damen in Der führenden Schauspleierwelt errungen. Das Gießener Thea- terpublilum, das die Künstlerin bereits von ver­gangenen Gastspielen her kennt, wird Wohl mit großem In « eise Die er Erstauf.ührung entgegen* sehen. Regie hat Oberfpielleiter Hans Tan­ne r t. Die Titelrolle der Olympia spielt Maria Koch. Ferner sind beschäftigt Frl. Fuhrmann und Dic Herren Goll. Gareis, Taimert, Bolck. Bühnenbild: Karl Löffler. Wegen Erkrankun­gen Im Personal ist die Aufführung vonDas Schwalbennest" am 13. Februar verschoben. Da­für wird die OperetteDie Tanzgräfin" von Robert Stolz gegeben, die ganz dem Fasching angepaßt ist. Die Titelpartie wird von einem Gast verkörpert, und zwar von der ersten Ope­rettensängerin Bert! Gräbener von Mcl.ini- Theater in Hannover. Die Busfopartie des Geigers Pista" singt Dorbert Fels, der das große Geigensolo selbst spielen wird.

Der Goethe-Bund teilt uns mit: Mit Rücksicht auf Den deutschen Dolksfeiertag am 24. Februar mußte Der für diesen Tag vor­gesehene Termin für Die 3. Morgenfeier im Kammerspielzyklus erneut verlegt werden. Dach schwierigen Verhandlungen ist eS uns gelungen, daS weitere Programm des KammerspielzylluS wie folgt festzulegen: Am Sonntag, 10. März, wird die bekannte Kammersängerin Anna Bahr-Mildenburg aus D und e.i ihre Bo - führungMusik und Gebärden" halten, und am Sonntag, 17. März, wird Dann als 4. Tag im

KmmnerspiekzyNnS etn Gastspiel von Erich Fi­schers Musikalischen Komödien ftaitflnDen. (Siehe heutige Anzeige.)

Gesellschaft für Erb - undVölker- künde. Dächsten Donnerstagabend in der Denen Aula Lichtbilder-Vortrag von Snrdienrat Dr. Thom (Berlin) über daS Thema:An Den Küsten DeS PolarmeereS zu Wasser, zu Land und im Flugzeug". (Siche heutige Anzeige.)

Die Elektrizität im Haushalt Die Ortsgruppe Gießen deS ReichSverbandes deS deutschen Elektro-Installations-Cewerb S ver­anstaltet am 20. Februar in Der Aula Der Uni­versität einen Vortrag über Die Vorteile der Elektrizität im HauShalt. (DähereS in Der heu­tigen Anzeige.)

Oberheffifcher Kunstverein. Dir derzeitige Ausstellung, welche Werke von Lenz- ErDhausen, Achenbach - Rmllel, Hecht- München, Käthe S p e n g e I Hamburg, L. Becker-Emmerlin g-DarmstaDt enthält, ist in der Derzeitigen Zusammensetzung nur noch Sonntag, 10. Februar, geöffnet. Dann tritt ein zunächst nur teilweiser Wechsel ein. Ein großes OelgemälDe von Karl Lenz wurde von Dem Verein für seine ständige Sammlung erworben, verbleibt aber vorerst noch in Der Ausstellung.

D i e Museen sind Sonntag zwischen 11 und 1 Uhr geöffnet.

Die Universitätsbibliothek forbert im heutigen Anzeigenteil zur Ablieferung von Bü­chern auf, die vor dem 20. Januar entliehen worden find. Ausgenommen von dieser Rücklieferungrpflicht sind die immatrikulierten Studierenden. Interessen­ten seien auf die Anzeige verwiesen.

Allgemeiner Deutscher Frauen­verein. In Der jüngsten Mitgliederversamm­lung des Allgemeinen Deutschen FrauenverernS, Or sgruppe Gießen, b eit Landgerichtsrat T m- pert einen Vortrag überEinteilung und Zu­ständigkeit Der deutschen Gerichte unD die Mit­wirkung Der Laien bei Der Rechtsprechung". Ein­leitend wies Der Vortragende kurz auf Die frü­here Duntscheckigkeit Des Deutschen Rechtes und Dann auf Die Vereinheitlichung durch Die Reich-» ge'etzgebung von 1869 biS 1900 hin. Sodann ging er auf sein eigentliches Thema ein. Hierbei ver­stand er es, trotz des etwas trockenen StoffeS, das Inter« sc Der Zuhörerinnen bis zum Schluß wach zu erhalten. Er wies auf Die hohe Ver­antwortung des Richterberufs hin und sprach sich im Anschluß an Die Besprechung Der Aende- rungen Der Gesetzgebung in Den letzten Jahren für die Mitwirkung Der Laien in Dem jetzt gelten­den Ausmaß aus.

hellere Lokalnachrichten Ira zweiten Blatt.

Aus dem Amtsverkündigungsblaii.

DaS AmtSverkünDigungSblatt D r. 9 vom 8. Februar enthält: Das Beschnei­den der Hecken. Kriegergräbersürsorge 1930. Aushändigung der Hessischen Dersassung.

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