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Unterden wenigen Standardsorten des deutschen Zigaret- ten-Marktes gewinnt 6treiling-Anslese im­mer größere Bedeu­tung, während so vie­le nen auftauchende Marken nach kurzer Zeit wieder versin­ken. Das kennzeich­net die erstaunliche Treffsicherheit, mit welcher der Raucher die Qualität einer Zigarette beurteilt. Wer Greiling-Aus­lese einmal probier-

Berlin. 9. Jan. (WTB. Funkspruch.) Di­schwache Neuyorker Börse und auch die Haltung an *........... heutigen Frühoer-

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Wenn Hre EmMlungsanzeige in derSamstagönummer desGießenerAnzeiger- durch sorgfältige und wirlsame Sahausstattung werbe« soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Donnerstag in der Geschästsstelle auf!

Und Frauenhände wühlen, fühlen, Augen suchen, prüfen ruhige, berechnende, aufgeregte, kühle, zielbewußte, hemmungslose und praktische Frauen kaufen, kaufen. In der Inventur. Bei der einzigen Gelegenheit, etwashalb geschenkt" zu bekommen. Aber das alte Kinderwort gilt auch hier: was ge­schenkt ist, bleibt geschenkt. Denn o Kehrseite der Medaille! Umtausch ist nicht gestattet.

Also Vorsicht, meine Damen! Denn hier gibt's keine Nachsicht. Eva von Massow.

Jubiläum des Gießener Gymnasiums.

Beim diesjährigen Schulbeginn nach Neujahr waren 50 Jahre verflossen, daß das Gieße- ner Gymnasium in sein jetziges Heim an der Südanlage verlegt worden war. Dor 50 Jahren, beim Schulbeginn nach Neujahr 1879, zog das Gymnasium, das damals unter der Geltung des Geheimrats Schiller stand, aus dem alten Hause am Drand. dem jetzigen Rv- gierungsgebäude, in den Neubau an der ®üi>* anlage um. Anläßlich dieser Verlegung war eine große öffentliche Feier vorbereitet, die aber we­gen der Landestrauer um die kurz vor Weih­nachten 1878 verstorbene Großherzogin Alice ab­gesagt wurde. .

Am Drand herrschte damals sehr viel Lärm, hervorgerusen durch das Exerzieren der Sol­daten und die Nekrutenausbildung im Winter. Das militärische Leben spielte sich seinerzeit noch zum großen Teil auf dem Brandplcch vor der Schule ab, da der Kasernenhof für die Ausbil­dung der Soldaten nicht genügte. Auf dem Brandplatz ertönten gerade während der Unter­richtsstunden die lauten Kommando- und sonstigen Rufe, die mit der Soldaten ausbildung verknüpft sind. Die größere Ruhe in der Südanlage und in der Dismarckstraße war angesichts der Ver­hältnisse auf dem Brandplatz ausschlaggebend für den Wechsel des Schullokals.

Die Verlegung des Gymnasiums in das neue Heim in der Südanlage brachte der Anstalt manche erfreuliche Neuerung: so den Zeichensaal: den Raum für den naturkundlichen Unterricht, dem damals als Neuheit das Gas zum Experi- menticrtisch zustätten kam: die Luftheizung, wenn es auch eine Zeitlang dauerte, bis hier aUed klappte: die Gasbeleuchtung und die bis dahin in Gießen noch nicht dagewesenen zweisitzigen Schulbänke, zu denen sich die Schüler die Tinten­gläser nach vorgeschriebenem Muster selbst mit- bringen mußten, was ohne manchen schwarzen Fleck auf den Kleidern und ohne beschmierte Hände nicht abging. Die schuleigene Turnhalle war prächtig eingerichtet: vorher fand der Turn­unterricht in der einzigen Turnhalle Gießens statt, die in der Südanlage an der Stelle der jetzigen Töpelmannschen Buchhandlung stand. Die Wasserversorgung geschah aus einem Brunnen mit Pumpe auf dem Schulhof. Gleichzeitig mit dem Schulhaus war die Direktorwohnung an der Dismarckstraße errichtet worden. Ter Pedell hatte seine Familienwohnung im Schulgebäude

Don den damals an der- Anstalt angestellten Lehrern lebt in Gießen heute noch der Gymnasial­oberlehrer i. P. D r. R o e s e. Die Ober­prima von 1879 bestand nur aus vier Schülern. Diese waren die ersten Abiturienten tm neuen Gymnasium: von ihnen leben heute noch Kom­merzienrat Schirmer und Professor Hüter. Gießen, die beiden anderen sind bereits verstor­ben. Die feierliche Entlassung der Abiturienten fand In jenen Jahren regelmäßig am 21. März bei hem öftentlichenActus" zur Dorfeier von Kaisers Geburtstag statt.

passieren, aber noch gefährlicher ist es hier morgens und abends in der Dunkelheit. Die Beleuchtung der verkehrsreichen Licher Straße ist an dieser Stelle völlig ungenügend und bedarf dringend einer Besse­rung. Ferner ist unbedingt erforderlich, daß im Winter die nähere Umgebung des Brunnens durch Streuen von Viehsalz oder Sand in einen Zustand versetzt wird, der ein Ausrutschen und Fallen der Fußgänger ausschließt. Es ist ein glücklicher Zufall, daß an dieser Stelle nicht schon größere Unfälle passiert sind, zumal hier auch die elektrische Straßen­bahn ganz dicht am Bürgersteig vorbeifährt. Auf­gabe der zuständigen städtischen Dienststelle ist es, hier etwas Durchgreifendes zum Schutze der Straßen­passanten zu tun.

Baubeginn am Studentenheim. Dor einigen Tagen ist mit den Bauarbeiten für das schon seit längerer Zeit geplante Bauwesen des Studentenheims begonnen worden. Zur Zeit sind die Ausschachtungsarbeiten im Gange. Das Gelände kommt bekanntlich am Leihgesterner Weg auf einem früheren Zimmerplatz in der Achse der Ludwigstraße zu stehen und wird von hier aus, da das Gebäude nach der Rückseite sich terrassenförmig erheben wird, einen guten Ein­druck machen. Die durch Ausschreibung zur Der- gebung gekommenen Erd- und Maurerarbeiten werden von der Firma H. Weimer aus- geführt. Die Bauleitung liegt in den Händen des Architekten Ernst Schmidt.

* Städtische Brennholzver steige- r u n g. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung im Stadtwald, Bezirk des Försters Arft, wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 18 Mark, Eichenscheiter 12,80 Mark, Buchenknüppel 12,50 Mark, Eichenknüppel 8,50 Mark, Buchenstöcke 9 Mark. Eichenstöcke 6 Mark je Raummeter, Buchen- reifer 30 Mark, Eichenreiser 16 Mark je 100 Wellen; Bohnenstangen 8,20 Mark je 100 Stück.

** Eine moderne Selbstanschluß- Fernsprechanlage soll auch auf dem hiesigen Bahnhof eingerichtet werden. Die jetzige Fern­sprechanlage des Bahnhofs verfügt über rund 250 Anschlüsse und Nebenanschlüsse.

** Die Operetten-RevueDrunter und Drüber" im Lichtspielhaus. Bahnhofstraße, war auch gestern wieder sehr zahlreich besucht. Die Auffüb-ung, bei der man erfreulicherweise das üble Bild ..Hochzeits­nacht" gestrichen und 'auch sonst noch einige kleine Kürzungen vorgenommen hatte, die dem Gan en nur zugute kamen, fand erneut den wohlverdien­ten lebhaften Beifall der Besucher.

Berliner Börse.

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kehr verstimmend. Geschäfte sind noch nicht zustande gekommen. Die Tendenz ist etwas unsicher. Nur Spezialwerte, so Montane, scheinen etwas gefragt zu sein. Kurse sind noch pW zu hören

Aus der Provinzialhaupistadt

Gießen, den 9. Januar 1929.

Inventur - Ausverkäufe.

Noch immer war es das Verhüllte, das mehr lockte, als das offen Gezeigte. Und so lockten in den letzten Tagen die vielfach verhüllten Schaufenster der Geschäfte mit einem fpannunggebenden Reiz ohnegleichen. Der Boden war also vorbereitet. Und als bann die Hüllen fielen, waren Phantasien zur Wirklichkeit, ja sogar von ihr noch überflügelt worden.

Nicht alle Blütenträume waren zu Weihnachten gereist. Unerfüllte Wünsche waren geblieben. Aber sie hatten sich aufgerichtet und angeklammert an dem Zauberwort: Inventurausverkäufe. Und verdichteten sich nun, greifbare Gestalten anneh­mend, vor den hüllenlos gewordenen Schaufenstern. Fabelhaft, einfach fabelhaft. Seidene Kleider. Mit langen Aermeln, mit kurzen Aermeln, mit gar kei­nen Aermeln. Mit Spitzen vorn, mit Spitzen hinten, mit Spitzen seitlich; mit gar nichts oben, mit gar nichts unten, mit allem überall ... ent­zückend.

Unglaublich, einfach unglaublich, aber wahr! Es gibt Flauschmäntel für spottwenig Geld. Es gibt feibengejüttertc Mäntel mit Pelzkragen für kaum mehr und wenn es Katzenfell ist, und Kunst­seide, und Kunstwolle auch dieKunst" hat doch schließlich ihren Wett (so niedrig sie allerdings im Kurse steht). Und man begreift nicht. Aber wozu schließlich Dinge begreifen, die man einfach und ge­trost nach Hause tragen kann? Es gibt ja auch Hüte für buchstäblich wenige Pfennige, und die ehrlichen alten Baskenmützen sind auf dieselbe Pfenniglinie gesunken. Warum auch nicht? Es überlebt sich alles, selbst Baskenmützen.

Werden sich die Traversstoffe halten? Keiner weiß es, und der kluge Mann baut vor er gibt sie zum halben Preis weg, zum drittel, zum viettel.

Ach, und Schuhe! Hat Aschenbrödel schönere ge­tragen, als diese Drokatschuhe, die für wenige Mark ausgeboten stehen? Lack und Chevreau, in Beige, Rosa, Blau, Grün man steht vor den Fenstern und sieht die Schühchen Leben bekommen. Seiden­strümpfe wachsen auf, Kleidersäume, Tüll, Seide, Blumen, Musik, feslliche Menge ...

Alles zu haben, alles den Wunfchträumen nahe- gerückt, durch das Zauberwort: Jnoenturaus- 0 e r k ä u f c.

Und der Sturm auf die Festungen beginnt. Die Verkäuferinnen sind gewappnet. Bis an die Zähne. Mit Festigkeit und Liebenswürdigkeit, mit Gewand- heit, Umsicht und Erfahrung.Bitte, gnä* Frau, hier, Größe 46. Crepe-Satin, von 115 auf 59,80 heruntergefetzt." Es ist lindgrün, und di«gnä' Frau" hatte sich fest vorgenommen, nur Grau ober Beige zu wählen, aber von 115 auf 59,801 55 Mark gespart ...

Auch die kleine blonde Frau Elli wird von diesem Spartrieb überwältigt. Sie wollte ein einfaches Iumperkleid kaufen, aber das einzige, das ihr ge­fiel, hatte ihr eine Schnelleredirekt vor der Nase weggeschnappt. Unerhött! Aber, hier ihre suchen­den Hände erfaßen das Preisschildchen eines Spitzenkleides; 150 Mark ist durchgestrichen, blau überschrieben: 75 Mark. Und das Kleid ist ein Ge­dicht! Erwirb es, um es zu besitzen! Um fo mehr, als sie nicht bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit in ihremLachsfarbenen" kommen kann.

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Oer neue Schotiener Kreiödirekior.

Wie wir hören, ist als ÄretsblrcMor für den Kreis Schotten, als Nachfolger des In den Ruhestand getretenen Kreisdirektors Geheimrats Boeckmann, vom Innenministerium der Regie- rungsrat Dr. Iann-cheppenheim ausersehen. Seine Ernennung dürfte dieser Tage amtlich ver­kündet werden.

Oie Schlachtungen im Gießener Schlachthof.

Im Jahre 1 9 2 8 wurden in unserem Schlacht» h 0 f folgende Schlachtungen vorgenommen: Ochsen 113 (1927: 119), Bullen 31 (42), Kühe 843 (782), Iungrinder 2135 (1867), Pferde 88 (84), Schweine 12 959 (11 180), Kälber 6509 (6007), Schafe 477 (484), Ziegen 102 (94), Ziegenlämmer 5 (10), Spanferkel 8 (10), Schaflämmer 3 (1).

Bornotizen.

TageskalenderfürMittwoch. Stadt­theater:Charleys Tante", 19.30 bis 22 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Berliner Revue Drunter und Drüber". Astoria-Lichtspiele:Der Posträuber von Nevada".

Stadttheater Gießen. Aus dem Stadt- theaterbureau wird uns geschrieben: Die Aufführung vonCharleys Tante" beginnt heute um 19.30 Uhr. Freitag, 11. Januar, geht als dieswöchige Pre- mlere Otto ErnstsFlachsmann als Erzieher" In Szene. Es wirken mit die Damen Heß, Jüngling, Scherer und die Herren Arzdorf, Baft6, de Castro, Gareis, Gehre, Haeser, Linkmann, Ritter, Tannert, Dolck, Wesener. Bühnenbild: Karl Löffler. Spiel­leitung Julius Bast6.

Eine Bachfeierstunde des Orga­nist enEmanuelNowotny findet dieses Jahr wieder im Rahmen der Volkshochschule am Donners­tag, 10. Januar, 20 Uhr, im Studentenheim, Burg­graben statt. Herr Nowotny spielt geeignete Werke Bachs auf dem Klavier und gibt hierzu Erläute­rungen. Siehe gestrige Anzeige.

Die Dortrags-Dereinigung schreibt uns: Der außerordentlich große Beifall, den die bekannte Rednerin Frau Emma K 0 t t - mann aus Stuttgart im vergangenen Winter mit ihrem Schwarzwald Vortrag gefunden hatte, hat die Leitung der Vortrags-Vereinigung ver­anlaßt, von ihrem Grundsatz, Redner nicht in aufeinanderfolgenden Jahren sprechen zu lassen, in diesem Falle Abstand zu nehmen. Die Vortra­gende ist eine treffliche Führerin durch unsere deutsche Heimat. Sie weih durch ihre tiefemp­fundenen Naturschilderungen, ergänzt durch eine große Anzahl h rvvrragcn er Aufnahmen, ihrem Dortrag eine besondere Note zu verleihen. Somit ist ein hochinteressanter Dortragsabend zu er­warten. (Siehe heutige Anzeige.)

GroßeGießenerKarneoal-Gesell- schäft. Am nächsten Sonntagnachmittaa findet zur Eröffnung der diesjährigen Karnevalsaison auf der Liebigshöhe ein großes karnevalistisches Konzert statt. Den Freunden des karnevalistischen Frohsinns sei diese Veranstaltung zum Besuche empfohlen. (Siehe heutige Anzeige.)

** Von der Licher Straße. Am Anfang der Licher Straße steht auf dem rechten Bürger­steig ein eiserner Brunnen, der vornehmlich in der wärmeren Jahreszeit zur Wasserentnahme beim Tränken der Zugtiere dient. Aber auch im Winter wird der Brunnen benutzt; das beweist die um den- selben herum befindliche glatte Eisfläche. Diese Stelle ist tagsüber bei Frostwetter schon schwer zu

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