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Mehrbelastung, einschließlich be6 Anteiles der Gemeinde an Versicherungsprämien mit 10 Pro­zent, beträgt rund 3000 Mk und kann ohne Er­höhung der Steuersätze im Voranschlag 1929 ge­deckt werden. ..

Saubringen, 7. Aug. Der hiesige Man- ner-Turnverein, der dem Lahn-Diinsberg- Gau angehört, beteiligte sich an dem Schuler-Wett- turnen am vergangenen Sonntag in Londorf. Es errangen folgende Turner Preise: den 1. Preis er­hielt Heinrich Reif, 9. Preis Wilhelm R oll 13. Preis Heinrich K l e i n h e n n, 24. Preis Walther Henkel, 26. Preis Ludwig Schmidt, 30. Preis Karl Weimer, 36. Preis Erich Erb.

Y OH a i n a l a r, 7. Aug. Nachdem nunmehr die Kornernte vollständig beendet, ist man eifrig mit dem Einfahren des Kornes ^schäftigt. Be­hindert wird diese allerdings durch das auf der Ortsstraße zur Herstellung der Provinzialsträhe Mainzlar-Treis a. d. Lda. angefahrene Dek- tungdmaterial, wo ein Ausweichen der schwer­beladenen Fruchtwagen gegen Autos kaum mög­lich ist. so dah oft mehrere Wagen und Autos hintereinander die so eingeengte Fahrbahn pafsie- ren müssen. Glücklicherweise sind Hnglucksfalle bei diesem starken Verkehr bis jetzt noch nicht vorgekommen: zu wünschen wäre jedoch, dah die vorgesehenen Walzarbeiten bis zur Beendigung der Einfuhr zurückgestellt würden. Mit dem Schnitt vonHafer und Weizen hat man noch nicht begonnen. Ersterer liegt bei uns derart am Boden, dah an einen Gebrauch der Maschinen nicht zu denken ist und wohl nur das Mähen mit der Sense übrigbleibt, was aber die Ernte sehr in die Länge ziehen lgird. Da diese Lagerung erst mit den letzten Regenfällen eingetreten ist, hat die Entwicklung von Halm und Kömem nicht gelitten. Unsere seit August vorigen Iahres von Lehrer Sommerlad verwaltete zweite S ch u l st e l le ist nunmehr eirdgültig dem Lehrer A i k o l e i (Gonterskirchen im Kreise Schotten) übertragen worden. Da der frühere Wohnungs- Inhaber der Dienstwohnung diese bereits ge­räumt hat, so dürfte mit dem baldigen Bezug derselben zu rechnen sein.

Kreis Friedberg.

WSA. Friedberg, 7. Aug. Zum heutigen Schweine markt waren insgesamt 658 Tiere angetrieben. Es wurden bezahlt für 6 Wochen alte Tiere 30 bis 35 Mk., für 6 bis 8 Wochen alte Tiere 35 bis 40 Mk., für 8 bis 12 Wochen alte Tiere 45 bis 60 Mk. Das Geschäft war ziemlich flott, trotzdem verblieb aber etwas Ucberflanb. Im Stadtteil Fauerbach stürzte das dreijährige Söhnchen eines Milchkutschers in einen Topf mit kochender Milch. Das Kind ist im Krankenhaus feinen schweren Verletzungen erlegen. An einem Neubau in der Hanauer Straße stürzte ein Arbeiter aus Stockwerkhöhe vom Gerüst. Er wurde mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. An feinem Aufkom­men wird gezweifelt.

Kreis Büdingen.

# Nidda, 7. Aug. Der Kreisrinder­zuchtverein hielt in diesen Tagen hier seine i iesjährige Generalversammlung ab, zu er sich neben zahlreichen Interessenten auch ' er Vertreter des Landwirtschaftskammeraus- chusses für Oberhessen, Dr. Wagner, und er Direktor des Landwirtschaftsamtes Aidda, )r. geifert, erschienen waren. Der Vor- itzende, Beigeordneter Rieh, Heuchelheim, er­mattete den Iahresbericht, aus dem u. a. fol­gendes mitgeteilt sei: Der Kreisrinderzuchtverein Büdingen habe mit seiner Entwicklung im Ver­gleich zu den anderen oberhessischen Zuchtver­einen nicht Schritt gehalten, was in erster Linie auf die Haltung von schwarzbuntem Riederungs- vieh zurückzuführen sei, das unseren wirtschaft­lichen und klimatischen Verhältnissen nicht ent­spreche. Die richtige Rasse für unsere Gegend sei das Fleckvieh (Simmentaler). Die Rechnungs­

absage ergab einen Kassenbestand von 612,77 Mk. bei einer verzinslich angelegten Spareinlage von rund 950 Mk. Der Verein zählt gegenwärtig 286 Mitglieder. Der Voranschlag für 1929 sieht Gewährung von Prämien für gute Bullenhaltung und eine Iungviehprämiierung vor. Als Preis­richter wurde neben dem Vorsitzenden noch Bei­geordneter Kraft, Bleichenbach, bestimmt. Bei dem PunktWahl des Vorstandes" beschloß die Versammlung einstimmig, die Qlemter in den be­währten Händen der seitherigen Inhaber zu be­lassen. In der sich anschliehenden Aussprache über die Bedeutung der Herdbuchführung be­tonte Beigeordneter Rieß den Wert guter Zuchtstämme mit durchschlagender Dererbungs- fraft. Dr. Wagner, Gießen, sprach über die Bedeutung des Abstammungsnachweises an Hand verschiedener Ahnentafeln und berichtete dann über die grobe Münchener Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, die in bezug auf Viehzucht gezeigt habe, dah das Fleckvieh die Zukunft habe. Zum Schlüsse wurde noch be­stimmt, dah Anfang September eine Lehr- und Besichtigungsfahrt nach dem Versuchsgut Felgen­hof und nach Neu-Hlrichstein ftattfiiwen solle.

T Echzell, 7. Aug. Der Kraftwagen der Firma Max Schreiner von hier verun­glückte infolge Reifenbruchs. Dabei erlitt- der Wagenlenker Hch. Scheuermann derartige Verletzungen, dah er durch ein herbeigerufe­nes Auto in feine Wohnung gefahren werden mußte. ___

th. Leidhecken. 6. Aug. Von schönstem Sommerwetter begünstigt feierte am vergangenen Sonntag die hiesige freiwillige Feuer­wehr ihr Gründungsfest. Am Vormittag fand eine Hebung statt, deren Höhepunkt die Rettung zweier in Gefahr befindlicher Kinder bildete. Die Kritik durch die Herren Krers- feuerwehrinspektor Göckel und Kommandant Schneider, beiden von Büdingen, ermunterte die junge Wehr zu weiterem Ausbau ihrer Wirksamkeit. Hm 2 Hhr zog der Festzug durch die Dorfstrahen. Es nahmen daran teil die Schul­kinder unter Führung von Lehrer Loh, der Ortsvorstand, die freiwilligen Feuerwehren von Bingenheim und Reichelsheim, sowie der hiesige Musikverein, der Gesangverein und Krieger­verein. Die Nachfeier fand im Saal von Ioh. H e h statt, wo der Beigeordnete Wilh. Waas in seiner Festrede auf die Bedeutung des Tages und die Notwendigkeit der freiwilligen Feuer­wehr hinwies.

Kreis Schotten.

)( Ruppertsburg, 6. Aug. Am letzten Sonntag feierte unsere Schule ihr Iugend - fest, an dem die Einwohnerschaft sich sehr stark beteiligte. Auch aus den Nachbarorten waren Gäste erschienen. Posaunenchor und Männer­gesangverein wirkten mit. Im Mittelpunkt des ersten Teils der Veranstaltung stand eine An­sprache des Lehrers (Süden über die Bedeu­tung des Iugendwanderns und der Iugend- herbergen, die von passenden Deklamationen und Gesängen umrahmt war. Der zweite Teil war als öffentliche Derfassungsfeier gedacht.Rechte und Pflichten des Staatsbürgers, letztere beson­ders nach Artikel 163 der Reichsversassung", waren die Grundgedanken der Ansprache, welche in einem Hoch auf das deutsche Vaterland und mit dem Deutschlankllied ausklang. Dann folgten die Spiele der Schulkinder. Klasse II führte vier Reigen vor, Klasse III erfreute durch heitere theatralische Aufführungen. Gemeinsam gesungene Lieder und Vorträge des Posaunenchors füllten die Pausen aus. Die Gemeinde spendete zum Schlüsse jedem Schüler ein Würstchen und eine Brezel.

Kreis Alsfeld.

Z Dannenrod, 7. Aug. Am vergangenen Sonntag hielt die hiesige Schule auf der Tan­nenplatte neben den Schießständen des Krieger­und Schühenvereins Dannenrod ihr Iugend- f e st ab. Sehr zahlreich war die Beteiligung von

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hiesiger Gemeinde, wozu sich auch noch bM Be­such von auswärts eingefunden hatte. Hm 2*7« Hhr hielt der Ortsgeistliche Pfarrer K. F. Kalb- Henn- Maulbach einen Waldgottesdienst. Als­dann wies Lehrer Hartmann in seiner An­sprache auf Zweck uno Ziele des Iugendsestes hin. Die Schüler fangen nun das Lied:Mein Vater­haus." Nun folgten abwechselnd Spiele der Kna­ben und Singspiele der Mädchen. Zwischen den einzelnen Spielen wurden gemeinsam die alten schönen Volkslieder gesungen. Die Schüler trugen noch stimmungsvoll einige Gedichte vor. Das Stasfetten-Wettlaufen zwischen Knaben und Mädchen auf der Tannenplatte sand allenthalben Anklang: die Knaben errangen mit nur 3 Meter Vorsprung den Sieg. Für die Wettspiele und -kämpfe gab es Schulgebrauchsgegenstände als Preise. Die Gemeinde batte einen Betrag von 10 Mk. für Brezeln gestiftet. Nach den Dankes- toorten des Lehrers an alle, die mit zur Aus­gestaltung des Festes beigetragen hatten, wurde die eindrucksvolle Feier geschloffen, die alten noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Starkenburg.

WSN. D a r m fta b t, 7. August. Hauptmann a. D. Reinhard L o t he i s en.konnte in diesen Tagen auf eine 25jährige Tätigkeit als Ko­lonnenführer der § re ito tlligen Sa­nität sko l onnen Darmstadt zurückblicken, was dem Iubilar zahlreiche Ehrungen eintrug. Hauptmann ßotbeifen leitet außerdem die Ausbil­dung von Sanitätsmannschaften bei der hessi­schen Schutzpolizei, in den Schulen und die Aus­bildung von Werksangehörigen in der ersten Hilfeleistung.

Rheinhessen.

WSN. Mainz, 7. August. Bei einer Ex­plosion in der Ehe mischen Fabrik in Mombach wurden drei Arbeiter schwer ver­brannt in das Krankenhaus in Mombach ein­geliefert. Einer der Schwerverletzten, der Ar­beiter Philipp Hippel, Vater von fünf Kin­dern, ist nunmehr gestern seinen Verletzun­gen erlegen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

0 Ebersgöns, 4. Aug. In feiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Gerne in de rat mit der Beratung de s Haushaltsplanes für das Rechnungsjahr 192 9. Bei dem AbschnittEinnahmen" wurde beschlossen, Was­serzins in der bisherigen Höhe zu erheben. Zur Deckung der laufenden Gemeindebedürfnisse soll auf die staatliche Steuer vom Grundoermo- gen sowie auf die Gewerbekapital- und -ertrag­steuer ein Zuschlag von je 125 Prozent zur Er­hebung kommen. Um den beabsichtigten Bau einer Kanalanlage finanzieren zu können, wurde die Aufnahme eines kurzfristigen Kredits von 7000 Mark beschlossen. Als. Beiträge für die Kanalanlage soll von den Beteiligten zunächst ein Betrag von 1000 Mark auf Grund des Kommunal­abgabengesetzes zur Einzieyung gelangen. Bei dem AbschnittAusgaben" wurde zunächst beschlossen, den Bau eines neuen Backofens dem Back- ofenbauer Bungartz in Kirchhain zu feinem Kostenanschläge zu übertragen. Bei dem Titel W a s s e r le i t u n g" beschloß der Gemeinderat die Verlängerung der Rohrstränge in der Born­gartenstraße und in der Brühlgasse gemäß dem vom Kreistiefbauamt in Wetzlar ausgestellten Ko­stenanschläge durchzuführen. Die Arbeiten sollen öffentlich ausgeschrieben werden. Der Beschaffung eines Lichtbildapparates zur Ergänzung der Lehrmittel für die Schule wurde zugestimmt: die erforderlichen Mittel wurden in der Erwartung, daß der Staat einen namhaften Zuschuß gewährt, zur Verfügung gestellt. Fortbildungsschule unterricht soll, wie im Vorjahre, gemeinsam mit den Gemeinden Dornholzhausen und Nieder­kleen in Niederkleen abgehalten werden. Zur

Schaffung eines eHerfttn BkftatzdeS wurde die zinsbringende Anlage eines Betrages von zunächst 330 Mk. beschlossen. Die vom Kreis- tiefbauamt vorgeschlagene Kanalisierung des unteren Dorfes soll in diesem Jahre in der Born­gartenstraße, Triebelsgasse, Brühlgasse unb_ in der Hauptstraße vom Dorfeingang bis zur Griebels- gaste zur Ausführung kommen. Die Ausführung der Arbeiten soll zusammen mit der Erweiterung des Wasserleitungsortsnetzes öffentlich ausgeschrie­ben werden. Die Ausführring des restlichen Teiles der projektierten Kanalanlage mußte wegen Man­gels an Mitteln bis zum nächsten Jahre gurürf- plan in Einnahme und Ausgabe auf 47 000 Mark gestellt werden. Im übrigen wurde der Haushalts«

festgestellt.

Dillkrcis.

WSN. Dillenburg. 7. August. Der Bu- reaugehilfe Hahn aus Allendors wollte gestern nachmittag mit seinem Motorrad an der großen Kurve beim Feldbacher Hof feinen vor ihm fah­renden Freund überholen. Bei dem scharfen Tempo, das beide fuhren, wurde Hahn aus der Kurve geworfen und rannte mit seinem Rad gegen einen Daum. Gr zog sich hierher schwere Schädelverletzungen zu, denen er nach einigen Minuten erlag. Die Mitfahrerin flog auf einen Sandhaufen und kam mit leichteren Verletzungen an den Deinen davon.

Kreis Kirchhain.

WSN. Albshaufen, 7. Aug. Bei einem Brand auf dem Anwesen des Landwirts N a u brannten Scheune und Stallungen vollkommen nieder. Das Vieh konnte gerettet werden. Bei den Löscharbeiten ereignete sich ein schwerer H n - glücköf all. Zwei Feuerwehrleute wurden von einet einftürjenben Hauswand getroffen und schwer verletzt. Die beiden Verunglückten wurden der Marburger Klinik zugeführt.

Maingau.

Frankfurt a. M., 6. Aug. 85 Groß­handels-, Industrie- und Bankkauflcute aus Frankfurt a. M. und Umgebung traten dieser Tage hier zu einem Schulungslehrgang über Das Recht des Kaufmanns" zusammen. Behandelt wurden Grundfragen des bürgerlichen Gesetzbuches, das Kreditsicherungsgeschäft, das Grundbuch- und Hypothekenwesen, Handels­geschäfte und die verschiedensten Formen und Verfahren des Mahn- und Klagewesens vor den Gerichten. Kam dieser Lehrgang hauptsäch­lich für Buchhalter, Prokuristen und Korrespon­denten in Frage, so wird der nächste Lehrgang nur für Expedienten und Speditionskaufleute durchgeführt. Der Lehrgang wurde veranstaltet von der Kaufmanns schule des DHV. Frank­furt a. M.

WSN. Frankfurt a. M., 7. 2lug. Der Ma­gistrat hat sich mit der Frage des Hmbaues der Obermain brücke beschäftigt und in Würdigung eines sachtechnischen Gutachtens be­schlossen. Umbau und teilweise Erneuerung noch einige Zeit zurückzustellen. Beim Heberschrei­ten der Fahrbahn in der Mainzer Landstraße wurden ein Invalide und dessen Sohn von einem Motorrad ersaßt. Beide wurden verletzt und mußten durch die Rettungswache in ihre Wohnung verbracht werden. In der letzten Zeit hat eine H m o r g a n i f a t i o n deS Frankfurter E r h r u n g s w e s en s stattge­funden, indem sämtliche Gruppen dem Wirt­schaftsamt angeschlossen worden sind. Damit ist auch der Schlacht- und Diehhof dem Wirtschafts­amt unterstellt worden. Wie der neue Dezernent, Stadtrat ßingnau, in einer Besprechung mit den interessierten Kreisen, in der er auch den neuen Schlacht- und Viehhofdireltor B o u r m e c vorstellte, mitteilte, soll in Zukunft die wirtschaft­liche Note der ganzen Einrichtung mehr betont werden, zumal der Frankfurter Diehhof für den ganzen Rhein-Main-Dezirk eine Ausgleichsstelle zwischen Erzeuger, Handel, Gewerbe und Kon­sumenten geworden fei. Die Einrichtungen des

ÄMlWettMtSM.

Vornan von Edgar Wallace.

48 Fortsetzung. Nachdruck verboten.

42.

Diana vernahm die fürchterlichen Worte, ohne sich jedoch im ersten Augenblick über ihre De- beutung klar zu werden.

Inzwischen wird Mr. Holt aufgehört haben zu leben.'

Sie öffnete ihren Mund, um ihre Verzweif­lung hinauszufchreien, aber kein Ton entrang sich ihrer gepreßten Kehle. Sie hatte Larry ge­tötet I Ihre eigene Hand hatte den Hebel her­untergedrückt, der ihn ertränkte! Das war doch das Wort, das Iudd gebraucht hatte. Sie hatte ihn ertränkt aber wie denn nur? Als der Sinn der Worte ihr allmählich klar wurde, schwankte sie auf den Doktor zu und griff nach feiner Schulter, um sich zu stützen. Sie wollte nicht ohnmächtig werden, hielt sie sich selbst vor, sie wollte um feinen Preis ohnmächtig werden! Es mußte doch einen Weg geben, um Larry zu retten. Verzweifelt suchte sie mit ihrenSüden nach einer Waffe fand nichts: langsam wurde sie ruhiger. Es waren ja Wahnsinnige, mit denen sie zu tun hatte, und man mußte ihnen den Willen tun. Aber die Zeit war ja so kurz.

Von neuem drückte ihre Haltung gespannte Aufmerksamkeit aus, aber ihre Gedanken, ihre Augen arbeiteten unablässig, und als David Iudd sich nach vorn beugte, bemerkte sie etwas, das einen Strahl Hoffnung in ihr Herz brachte. Sein Iackett war offen und ließ gerade iroch ein Stückchen des weißen Hemdes sehen, dort, wo fein Arm aus der Weste herauskam. und gegen die weihe Leinwand hob sich eine scharfe, schwarze Linie ab. Sie blickte noch einmal hin und erkannte einen Selbstlader, den David in einem Halter unter der Achselhöhle trug. Sie erinnerte sich, von Räubern gelesen zu haben, die ihre Waffe in dieser Weise trugen, um sie bequem zur Hand zu haben. Vielleicht hatte David das auch gelesen!

Er war in der Mitte einer farblosen Liebes­szene, als ihre Hand nach vom schoß und den Griss erfaßte. Mit einem Ruck hatte sie ihn herausgerissen und sprang zurück. Das kleine Tischchen, auf dem die Mahlzeit für sie serviert worden war. stürzte krachend um.

Wenn Sie sich bewegen, töte ich Sie", tief sie atemlos.Oeffncn Sie sofort die Tür und lassen Eie ihn heraus."

Sie Sie haben meine Vorlesung unter­brochen". rief David mit der zitternden Stimme eines gekränkten Kindes. Der drohenden Ge­fahr schien et sich nicht bewußt zu fein.

Oeffncn Sie die Tür," keuchte sie.und be­freien Sie Larry Holt, oder ich schieße Sie nieder."

David runzelte die Stirn und legte seine Hand auf die Marmorplatte des Kamins. Sie sah, wie seine Finger einen Knopf berührten. Das Licht ging aus, und sie gab Feuer.

Der Schall der Explosion betäubte fie beix nahe. Im nächsten Augenblick hatten seine starken Arme sie ergriffen. Er warf sie auf den Stuhl und blickte wütend auf sie hinab.

Sie haben meine Vorlesung unterbrochen", er weinte beinahe, und Dr. Iudd blickte ängst­lich von ihr nach seinem Druder.Hub jetzt", sagte David verdrießlich,werde ich Sie nicht mehr heiraten."

Seine großen Hände packten sie um die Taille und hoben sie auf die Füße. In seinen Augen standen Tränen Tränen des verletzten Stolzes, der Demütigung. Dann, mit der plötzlichen Laune des Geisteskranken, stieß er sie von sich.

Ich denke, er wird jetzt tot sein, Bruder", sagte er. sich zu dem Doktor wendend, und dieser nickte mit einem Seufzer der Erleichterung.

Ia, jetzt ist er tot", antwortete er.Das Wasser steigt beinahe einen halben Meter in zwei Minuten, wie ich glaube.

In einer Minute fünfzig Sekunden", berich­tigte David.

Hm Gottes willen, schonen Sie ihn doch!" rief das junge Mädchen heiser.Ich will Ihnen geben, was Sie wollen alles, was Sie nur wollen. Mein ganzes Geld, alles, was ich besitze."

Ich glaube, Sie mühten ihn eigentlich sehen", David ließ die stehenden Worte Dianas un­beachtet.

Cs ist doch aber dunkel", sagte der Doktor mit Kopfschütteln.

Aber natürlich. Wie kann man nur so töricht fein und das vergessen! Wir schalten nämlich immer das Licht aus, sagte David, dessen Aerger ebenso schnell vergangen zu sein schien, wie er gekommen war.Das Wasser strömt sehr schnell durch die kleinen Löcher über dem Boden der Zelle. Wir pumpen es vom Dach des Hauses in den Keller. Wissen Sie. wir haben oben einen sehr großen Wassertank." fuhr er fort, ..und die Person, die wir ertränken, kann nicht hochsteigen, weil die Gewichte am Fuß sie fest­halten. Einmal gelang es einem Menschen, auf das Bett zu klettern erinnerst du dich noch daran?"

Sehr gut, antwortete der Doktor im Plauder­ton.Wir mußten beinahe drei Meter Wasser in die Zelle pumpen, bevor er starb."

Sie lauschte wie erstarrt. Hatte sie einen gräßlichen Traum, Alpdrücken würde fie nicht endlich erwachen!

Hub das nimmt so viel Zeit in Anspruch, um I den Keller wieder leer zu pumpen. Es war sehr 1 rücksichtslos von dem Mann. Er hatte u»ns so \ viel unnötige Arbeit bereitet, fuhr David fort, und zum erstenmal sah der Doktor ihn be­sorgt an. ,

Wir mußten das Bett trocknen, erzählte David in gleichem Ton weiter. ..Hast du ge­sehen, daß die Kette rostig geworben ist, Bru­der? Das ist gar nicht in der Ordnung. So etwas beleidigt meine Augen."

Er drehte sich zu Diana und sah sie gedanken­voll an.

Mein Weib", sagte er mit leiser Stimme, und in seinen Augen glühte ein plötzliches Feuer auf, bas sie erzittern ließ. «Mein Weib", sagte er noch einmal unb riß sie mit einem tierischen Schrei an sich.

I ch brauche Sie, Iudd!"

Er fuhr herum. Iemand hatte geräuschlos das Zimmer betreten der Revolver in seiner Hand war gerade auf sein Herz gerichtet.

Es war Larry Holt.

Keine Bewegung." sagte Larry.Widerstand ist nutzlos. ... Hören Sie das?"

Man vernahm das gedämpfte Geräusch einer brechenden Tür in der Halle.

Polizeibeamte ... sind schon im Haus," sagte Larry lakonisch.

Langsam schob David bas junge Mädchen von sich fort unb staub bem Eindringling gegenüber, den er unter seinen buschigen Augenbrauen her­vor finster betrachtete. Larry sah nicht, daß sich die Hand des Mannes bewegte so blitzartig schnell ging alles vor sich. Ein Lustzug fuhr an seiner Wange vorüber, die Wandtäfelung hinter ihm zersplitterte krachend, unb die beiden Schüsse erschienen dem halb ohnmächtigen Mäd­chen wie ein einziger.

David Iudd schwankte hochaufgerichtet einen Augenblick hin und her.

Meine wunderbaren Stücke," sagte er mit brechender Stimme. Dann, ohne ein weiteres Wort, brach er tot auf dem Boden zusammen.

David, David!" Dr. Iudd warf sich über ihn. David, nicht schauspielern! Ich will dir die besten Schauspieler für deine Stücke verschaffen. Ich kann es nicht ertragen, wenn du das machst! Du ängstigst mich, David! Sagen Sie ihm doch, dah er aufhören soll!"

Der große Mann blickte mit leichenblassem Ge­sicht flehend zu Larry Holt hinauf, der mit rauchendem Revolver in der Hand die beiden Männer betrachtete.

Mr. Holt, Sie haben doch Einfluß auf ihn," jammerte der Doktor mit tränenüberströmtem Gesicht.Ditte, sagen Sie ihm doch, er soll nicht schauspielern. Sagen Sie es ihm, bitte. Ich kann es nicht vertragen, wenn er das tut Es

ängstigt mich so sehr. Manchmal hat er stunden­lang in diesem Zimmer gespielt einzelne Szenen aus seinen wundervollen Stücken. Sie müssen ihn mal bitten, Ihnen etwas vorzulesen, Mr. Holt. DavidI Er schüttelte den Körper, aber David war für die Stimme seines Bruders unerreichbar.

Dann stand der Doktor auf unb ging auf Larry zu, legte feine große Hanb auf den Arm bes anberen ... wie ein verängstigtes Kinb. Larry war von ber Tragik der Geschehnisse so er­schüttert, daß er kein Wort hervorbringen konnte. Dieser erwachsene Mann, dessen brillanter Kopf soviel Pläne gesponnen, der ungeheuer viel ge­wagt hatte, war in diesem Augenblick wie ein kleines Kind.

Plötzlich erhob der Doktor den Kopf.

Es ... tut mir leib, sagte er heiser.Armer Iunge."

Er sah Larry Holt lange Zeit unb fest in die Augen.

Mr. Holt, ich habe mich absolut kindisch be­tragen, aber ich bin völlig bei Verstand. Ich übernehme die volle Verantwortung für alle meine Handlungen unb bie meines Brubers. Ich weiß ganz genau, was ich getan habe."

Harvey war in bas Zimmer gestürzt, war aber beim Anblick des Bildes, das sich seinen Augen darbot, still stehengeblieben. Larry winkte ihn heran.

Bringen Sie ihn fort, sagte er.

Ich wünschte, wir hätten Sie erledigen kön­nen," sagte Dr. Iudd, als er weggeführt wurde.

Das junge Mädchen lag in Larrys Armen und hatte das Gesicht an seiner Schulter verborgen.

Ieht sind wir am Ende unseres mühsamen Weges," flüsterte er, und sie nickte. Als sie in das Vestibül kamen, wandte sich der eine der Polizisten an ihn.

Wir haben den Diener verhaftet, Sir. Er war in einem anderen Teil des Hauses einge­schlossen."

Er hat nichts mit ber ganzen Sache zu tun, sagte Larry.Sie können ihn ruhig entlassen. Ich habe mir übrigens gar nicht einmal die Mühe gegeben, einen Haftbefehl gegen ihn zu beantragen.

Ein großer, hagerer Mann kam durch bie er­brochene Tür, die, wie Larry ausgefunben hatte, nach ben Räumen ber Dienstboten führte, und ergriff Dianas Hand.

<3ie haben Schreckliches durchwachen müssen^ Miß Stuart," sagte er. Sie erkannte ben Polizei­kommissar unb versuchte zu lächeln.Ich habe meinen Wagen hier. Du würbest auch besser mitkommen, Larry, Harvey kann ja bie nötigen Formalitäten gegen Dr. Iudd erledigen."

(Fortsetzung folgt.)