«nmSgllch gemacht, in unserer Witte zu weilen. Ich hoffe, daß es Ihnen bei uns gut gefallt
Don jeher hat enge Verbundenheit bestanden zwischen den Städten und den Schützengesellschaften. Ihre Geschichte ist fast so alt, wie die der Städte. Offenbar ist dies kein Zufall, sondern das Ergebnis organischer geschichtlicher Entwicklung. Die Entstehung der Städte ist bedingt durch das Vorhandensein räum- lich zusammengeschlossener bürgerlicher Gemeinschaften, die einen wirtschaftlichen und politischen Machtfaktor darzustellen vermochten. Wenn auch eine Stadt im Rechtssiune nur durch die formelle Verleihung der Stadtrechte, also durch einen staatsrechtlichen Akt gegründet werden konnte, so beruhte doch die Wahrung und Weiterbildung chrer Rechte, die Erhaltung chrer Freiheit in erster Linie auf der Kraft und der^Tüchtigkeit ihrer Bürger, nicht nur in wirtschaftlichen Dingen, sondern vor allem im Waffenhandwerk. Daher fam den waffengeübten Schützengilden eine große Bedeutung zu für den Schuh der Stadt, den Schutz von Gut und Blut ihrer Bürger. Daneben Pflegten sie bürgerliche Geselligkeit und verschmähten auch nicht einen kräftigen Trunk, was auch heute noch voäommen soll. Es darf wohl ohne äleber- treibung gesagt werden, daß die Schützen- gesellschaften dadurch, daß sie die alten Sitten und Gebräuche lebendig erhielten, sehr wesentlich zur Erhaltung des deutschen Volkstums beigetragen haben, ja, daß sie eine wertvolle Schule der staatsbürgerlichen Erziehung und bürgerlichen Gemeinsinns sind.
In der langen Leibenszeit des deutschen Dolles hat es wohl wenig Zeitabschnitte gegeben, in denen eine derartige Gesinnung und derartige Erziehung dringender notwendig gewesen wäre, als gerade jetzt nach dem verlorenen Kriege, nach dem staatlichen und wirtschaftlichen Zusammenbruch. Seien wir uns darüber klar, daß eine Besserung unserer wirtschaftlichen, wie innen» und außenpolitischen Lage nur durch uns selbst, durch unsere eigene Kraft und Arbeit erfolgen kann. Voraussetzung dabei ist aber die Einsicht, daß jedermann seine Sonderinteressen zurückstellen muß hinter das allgemeine Wohl, daß alle Kreise unseres Dolkes einig Hand in Hand miteinander Zusammenwirken müssen zum Wohle unseres gemeinsamen Vater- landes, denn unsere Einigkeit ist das wertvoll st eälnterpfand für Deutsch- landsGrößeund Sicherheit. Auf Grund seiner geschichtlichen Entwicklung ist gerade der Deutsche Schützenbund in besonderem Maße berufen zur Mitarbeit an dieser hohen vaterländischen Aufgabe, der er gewiß, wie seither, auch in Zukunft gerecht werden wird zum Besten unseres Volles, zum Besten unserers Vaterlandes.
Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf das deutsche Vaterland und den deutschen Schützenbund schloß der Redner seine Ansprache.
Oer Derbandsvorsihende
Prof. Or. Popp, Frankfurt a. M. begrüßte die Festversammlung, dankte dem Vertreter der Stadt Gießen für die freundliche Begrüßung und den festlichen Empfang durch die Stadt, dem Schützenverein Gießen für die vortreffliche Ausrüstung des Festes, und sagte dann weiter:
Wenn der Ruf an deutsche Schützen geht: . Sammelt euch, dort wo das Banner steht I Kommt aus Baden, Wittelrhein und Pfalz, auch aus andern Gauen Deutschlands allenfalls, kommt zu edlem Wettstreit in die Hallen, wo die treuen Büchsen lustig knallen, das Geschoß, geführt von sichrer Hand wird entsandt zum Ziel im Scheibenstand I Dann ergreift uns Schützen stets ein wonnig Beben, läßt zum Festort hin uns eilig streben,
um mit Schützenbrüdern uns zu meffen und die Alltagssorgen zu vergessen.
So sind wir gekommen hier nach Gießen, wollen gern die Gastfreundschaft gemeßen, die ihr uns mit Herz und Sinn entgegenbnngt nützen die Stunde, die so schnell verrinnt. Wisset, das ist deutsche Schützenart, daß sie Sport und Kameradschaft paart, daß sie keine Standesgrenzen kennt und auch gern sich unpolitisch nennt 1 Lieb' Aug und Hand fürs Vaterland! Ist Schützenwahlspruch, altbekannt.
Ob Armbrust, Stutzen, ob Pistol, die Leistung stets uns gelten soll, und edler Sport soll uns begeistern die Waffe sicher zu bemeistem.
Sport heißt zwar Spiel, doch Fleiß und Kunst bringt hier allein dem Schützen Gunst.
Der Ehre gilt das höchste Streben, auch winkt der Becher noch daneben, dem forsch errungen und weingefüllt Stärkung und Freude dann entquillt. Lind Selbstvertrauen, Willenskraft Schühensport fürs Leben schafft, Heimatliebe, edlen Sinn, Kameradschaft als Gewinn!
Darum unser Schützensport hoch er lebe immerfort!
Insbesondere aber gelte unser Hoch der Stadt Gießen und dem festgebenden Gießener Schühen- verein. Sie leben hoch!
Nach einem launigen Trinkspruch des Gießener Schützen Rechtsanwalt Albrecht auf die Damen gab Bürgermeister Dr. Seid noch folgendes
Telegramm des Protektors Staatspräsidenten Or. Adelung bekannt: „Zu meinem großen Bedauern wurde ich durch drängende wichtige Dienstgeschäfte in Berlin verhindert, am 30. Verbandsschießen von Baden, Mittelrhein und Pfalz persönlich teilzunehmen. Ich entbiete den versammelten Schützen des Gaues meinen herzlichen Willkommengruß in Hessenlande. Wie schon vor einem Menschenalter die deutschen Schützenfeste unter dem Banner Schwarz-Rot-Gold die Einheit des Reiches aller Deutschen erstrebten, so möge auch Ihr Gaufest dazu beitragen, die Liebe zu unserem großen deutschen Vaterland zu pflegen und zu stärken. Sicherlich wird es auch der hessischen Heimat, insbesondere der schönen Provinz Oberhessen und seiner Hauptstadt Gießen neue, treue Freunde gewinnen. So grüße ich Sie mit den besten Wünschen für einen schönen Verlauf Ihres Festes.
Adelung. Staatspräsident."
Oer schießsportliche Wettkampf nahm dann auf den Schützenständen hinter dem Schützenhaus seinen Anfang, während die Gießener Militärkapelle unter der Leitung des Obermusikmeisters L ö b e r in der Dollshalle konzertierte und auf dem Festplatz und in den Festzelten sich ein reges Treiben entwickelte, das allerdings in den Abendstunden infolge großer Kühle sehr abflaute. Kurz nach 19 Uhr erfolgte in der Dolkshalle die Preisverteilung an die Sieger im Schnellfeuerschießen Auf die 30 0-Me ter- Feld scheibe wurden Sieger: 1. Heinrich Appel, Gießen, 15,20 Min.; 2. August Gunschmann, Darmstadt, 15,23 Min.; 3. August ©rüning, Heidelberg, 18,23 Min.; 4. Wilhelm Bender, Bockenheim, 19,20 Min.; 5. Wilhelm Müller, Karlsruhe, 22,15 Min.; 6. Iean Burck, Frankfurt a. M., 23,12 Min.; 7. Emil Thumann, Wiesbaden, 25,43 Min.; 8. Fritz Fuchs, Offenbach a. M., 28,10 Min.; 9. Christian Müller, Sprendlingen, 28,20 Min.; 10. August Hämel, Frankfurt a. M., 30 Minuten.
Die Kämpfe auf der 175-Meter-Stand- scheibe hatten folgendes Ergebnis: 1. Iean Bratengeier, Frankfurt a. M., 9,20 Min.; 2. Hermann Rada II., Bockenheim, 12,35 Min.; 3. Heinrich Rehm, Frankfurt a. M., 15,20 Min.; 4. Fritz
Atting, Wiesbaden, 16,20 Min.; 5. Willi Georg, Gießen, 17,02 Min.; 6. Artur Hoffmann, Mannheim, 17,35 Min.; 7. Fritz Schönberger, Darmstadt, 19,45 Min.; 8. Otto Seelig, Wiesbaden, 20,10 Min.; 9. Wilhelm Dollmetsch, Karlsruhe,
21,30 Min.; 10. Philipp Klee, Heidelberg, 21,42
Minuten. , ,
Der Rest des Abends war allenthalben froher Geselligkeit gewidmet, die insbesonders in der Volkshalle viele Teilnehmer vereinigte.
Sprachenbabel im Auswärtigen Amt.
Vor einem alten, wenig auffallenden Haus in der Mauerstrahe in Berlin hält ein elegantes Privatauto, dessen Rummernschild die Ziffer zwei trägt. Kundige wissen, daß das der Wagen des Reichskanzlers ist; der Chauffeur steigt aus, eilt in den ersten Stock des Hauses, gibt ein kleines Paket ab, nimmt ein anderes in Empfang. Reugierig liest man das Wohnungsschild: „Sprach e n d i e n st des Auswärtigen Amtes". Tritt man näher, so ist man erstaunt über die primitive Einrichtung, die sich von dem Pomp und der repräsentativen Ausstattung des Auswärtigen Amtes in der Wilhelmstrahe kraß unterscheidet. Der Diener führt den Besucher zunächst in eine kleine Küche, den „Warteraum" dieser wichtigen Dienststelle, die nicht gewohnt ist, fremde Gäste zu empfangen. Dann wandert man durch lange Korridore, an vielen nüchternen Diensträumen vorbei, in denen eine gewaltige Arbeit geleistet wird. Die Beamten erhalten täglich aus dem Auswärtigen Amt und auch aus anderen Reichsministerien lange Schriftstücke, meist in englischer oder französischer Sprache, die sie nun gewissenhaft ins Deutsche zu übertragen haben. Von Iahr zu Iahr mehren sich auch die spanischen Uebersetzungsarbeiten, entsprechend der wachsenden Bedeutung Südamerikas; nebenbei überträgt man portugiesische und italienische Schriftstücke. Aber, nicht nur aus fremden Sprachen wird überseht; schwieriger, doch nicht minder häufig, sind Uebertragungen aus dem Deutschen in die erwähnten Sprachen, eine Tätigkeit, die man sich bei Handelsverträgen kaum schwer genug vorstellen kann. Da gibt es technische Bezeichnungen für viele Güter des Zolltarifs, die nur der Fachingenieur kennt und für die es nicht leicht ist, den richtigen ausländischen Terminus zu finden. Einen Teil der besonders schwierigen Arbeiten besorgen sich freilich einige Ministerien selbst; so leitet im Reichsfinanzministerium der Oberregierungsrat Michaelis den Uebersetzungsdienst, und auch das Reichswehrministerium hat für diese Tätigkeit, zu der man dort viele militärische und strategische Fachausdrücke kennen muh, ihr eigenes Ressort.
Das große Bureau in der Mauerstrahe ist in seiner beträchtlichen Ausdehnung erst nach dem Kriege entstanden, um das Auswärtige Amt zu entlasten. Kürzere Schriftstücke überseht man sich in der Wilhelmstrahe selbst. Aber die babylonische Sprachverwirrung in der Weltdiplomatie ist im letzten Iahrzehnt so groß geworden, daß den Beamten des Außenministeriums diese Arbeit über den Kopf gewachsen ist. Im Mittelalter sprachen und schrieben bekanntlich Gelehrte und Staatsmänner lateinisch; da der glänzende Versailler Hof den Fürsten Europas als Vorbild diente, trat dann an die Stelle des Lateinischen die französische Sprache, die nun in den letzten Iahren aus ihrer privilegierten Stellung mehr und mehr verdrängt worden ist. Während es früher für einen Diplomaten genügte, gut französisch zu sprechen — es gab sogar eine Zeit, in der preußische, österreichische, bayerische und württembergische Gesandte an ihre vorgesetzten Ministerien nur in der Sprache Voltaires berichteten — ist heute englisch dem Französischen g l e i ch b e r e ch - t i g t an die Seite getreten, und mehrere Male haben die südamerikanischeii Völker schon gefordert, daß spanisch als dritte offizielle Sprache bei den Verhandlungen und für den
Schriftwechsel des Völkerbundes anerkannt werde. Aber im diplomatischen Dienst kommen jetzt noch viel mehr Fremdsprachen vor. Früher korrespondierten alle fremden Regierungen französisch, heute benutzt jedes Außenministerium im internationalen Briefwechsel nur seine eigene Sprache. Rumänien schreibt also an Dänemark rumänisch, und in Kopenhagen wird die Antwort in dänischer Sprache verfaßt. Dadurch ist in allen Ländern ein Heer von Llebersehern notwendig geworden.
Im Sprachendienst des Auswärtigen Amtes übersetzt man freilich nur in die und aus den am häufigsten vorkommenden Fremdsprachen. Für seltene Idiome übernimmt man dort nur die Vermittlung eines Äebersehers, sei es, daß man einen schwierigen arabischen Text dem eng mit dem Auswärtigen Amt zusammenarbeitenden Seminar für Orientalische Sprachen übergibt, sei es, daß ein persischer Vertragsentwurf einem Beamten in der Wilhelmstrahe zugewiesen wird, der diese Sprache beherrscht. Daneben muh der Sprachendienst des Auswärtigen Amtes auch noch für die Ausbildung der Attaches und der Stenotypistinnen auf fremdsprachlichem Gebiet sorgen. Seit Deutschlands Eintritt in den Völkerbund ist der Bedarf an Stenotypistinnen, die ohne Schwierigkeiten englische und französische Stenogramme aufnehmen können, ziemlich groh. Die Wilhelmstraße hat einen Teil ihrer besten Kräfte an das Genfer Bureau des Völkerbundes abgegeben, und viele Stenotypistinnen reifen regelmäßig im Gefolge der deutschen Delegationen, die zu den Tagungen des Völkerbundes und zu den internationalen Konferenzen fahren.
Der Außenstehende wird nun vermuten, daß zu den Beamten des Sprachendienstes auch die Dolmetscher gehören, deren Posten so begehrt sind, dah in jedem Iahr um die Osterzell: eine Flut von Anfragen in das Auswärtige Amt dringt, wie man Dolmetscher werden könne. Die jungen Leute, die sich in diesem Beruf ausbilden wollen, träumen meist davon, mit den Botschaftern und dem Außenminister in die verschiedensten fremden Länder zu reifen, berühmte Persönlichkeiten in Scharen kennenzulernen und alle Intimitäten der diplomatischen Verhandlungen zu erfahren. Ihnen muh eine große Enttäuschung bereitet werden! „E s gibt keine hauptberuflichen Dolmetscher", sagt der zuständige Referent des Sprachendienstes, „unb e s gibt auch kein staatliches Dolmetscherexamen, das zur Ausübung dieses Berufes ermächtigt!" Während des Krieges gab es allerdings staatliche Dolmetscherschulen, in denen die Dolmetscher für die Gefangenenlager und für die besetzten Gebiete ausgebildet wurden; aber diese Schulen sind inzwischen alle aufgelöst worden. Man kann lediglich nach beendetem Studium an dem Seminar für Orientalische Sprachen ein Diplom erwerben, das unter ilmftänöen nicht nur bestätigt, daß man die eine oder die andere orientalische Sprache beherrsche, sondern in dem auch die Kenntnis des Russischen oder des Spanischen bescheinigt wird; früher gab es an diesem Institut auch Diplome für Englisch. Diese Diplome sind zweifellos oft mit einer staatlichen Approbation als Dolmetscher verwechselt worden, die es überhaupt nicht gibt. Für Englisch und Französisch, über deren Kenntnis man sich nur durch das entsprechende Doktordiplom einer Universität aus-
MMMMRMSK.
Vornan von Edgar Wallace.
21 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Rottingham Place 304 war ein großes, gut aussehendes Gebäude von der Art, das von amerikanischen Reisenden besserer Stände mit Vorliebe aufgesucht wird. Larry und seine Begleiterin wurden in einen eleganten Salon genötigt, und wenige Augenblicke später erschien eine kleine, alte Dame mit weißem Haar.
,.Mrs. Portland, nicht wahr?" sagte Larry. „Mein Rame ist Holt, Inspektor Holt von Scotland Bord."
Ihr Gesicht drückte peinliche Bestürzung aus.
„Du liebe Güte, schon wieder! Ich hatte gehofft, die Polizei wäre nun endlich mit mir fertig. Mein Haus bekommt durch solche Besuche einen so schlechten Ruf, und ich habe schon iln« annehmlichkeiten gehabt. — Der arme Herr hat Selbstmord begangen, nicht wahr? Warum er das nur getan hat?" sagte sie kopfschüttelnd. „Ich kann das nicht begreifen. In der ganzen Zeit, wo er hier wohnte, habe ich ihn nie so vergnügt gesehen wie an dem Abend, wo er ins Theater ging. Gewöhnlich war er immer so finster und niedergeschlagen, dah es mich bedrückte, wenn ich ihn sah."
„Er war vergnügt, bevor er ins Theater ging? Ungewöhnlich vergnügt?" fragte Larry schnell.
Sie nickte.
„Hat er denn am Rachmittag irgendeinen Besuch gehabt?"
„Rein, Sir," sagte die alte Dame zu Larrys Enttäuschung. „Es ist niemand bei ihm gewesen. Ich habe ja dem Detektiv, den Sie hierhergeschickt haben, erzählt, dah Mr. Stuart niemals Besuch hatte. Er war am Rachmittag aus gewesen und kam etwas früher zurück, wie wir ihn eigentlich erwarteten. Ich hatte eine Reinemachefrau hier, und sie räumte gerade sein Zimmer auf. Ich merkte das aber überhaupt erst, als ich an feinem Zimmer vorbeikam und ihn mit jemand sprechen hörte. Das war so ungewöhnlich bei ihm, daß ich es meinem ersten Zimmermädchen gegenüber erwähnte."
„Wer war denn der .jemand'?" fragte Larry. Die Wirtin lächelte.
„Die Reinemachefrau," sagte sie. „Eine Frau, die ich ab und zu für Extraarbeit annehme. Das fiel mir ganz besonders auf, weil er sonst mit niemand sprach."
„Wie lange war denn die Frau in seinem Zimmer?"
„Beinah eine Stunde," war die überraschende Antwort.
„Eine Stunde? — Was hatte er denn eine ganze Stunde lang mit einer Aufwartefrau zu verhandeln?"
„Ich habe keine Ahnung," sagte sie kopfschüttelnd. „Die Sache ist mir noch sehr gut im Gedächtnis, weil die Frau weggegangen ist, ohne sich .ihren Lohn auszahlen zu lassen. Sie muß direkt fortgegangen sein, als sie aus Mr. Stuarts Zimmer kam — und sie hat sich nie wieder sehen lassen."
Larry zog die Brauen zusammen.
„Das scheint mir wichtig zu sein," sagte er. „Haben Sie mit Sergeant Harvey darüber gesprochen?"
„Rein, Sir," antwortete sie überrascht. „Ich dachte nicht, es wäre nötig, eine so kleine Haushaltssache zu berichten. Er hat mich nur gefragt, ob Mr. Stuart Besuch gehabt hat, und ich habe ihm wahrheitsgemäß geantwortet, dah niemand dagewesen ist."
„Wie hieß denn die Aufwärterin?"
„Das weiß ich auch nicht," antwortete die Wirtin. „Wir haben sie immer Emma genannt Ich habe mich gewundert, dah sie nicht zurückgekommen ist, denn sie hat ihren Trauring hier liegen lassen. Sie zog ihn immer ab, bevor sie anfing aufzuwischen. Für eine Frau ihres Standes war das ein ganz eigenartiger Ring, halb Gold, halb Platin und — halten Sie die junge Dame fest, Sir!" rief sie plötzlich.
Larry fuhr herum und fing das ohnmächtige Mädchen in seinen Armen auf.
Er legte sie auf das Sofa, und nach kurzer Zeit schlug Diana die Augen auf.
..Ich bin ein schrecklicher Idiot," sagte sie und versuchte, sich aufzurichten, aber Larry legte feine Hand auf ihre Schulter.
„Sie müssen noch einen Augenblick ruhen — was hatten Sie denn?"
„Ich glaube, die Lust im Zimmer ist etwas drückend," antwortete sie.
Das Zimmer war wirklich überwarm und schlecht gelüftet. Das war Larry auch ausgefallen, und die Wirtin entschuldigte sich, als sie das Fenster öffnete.
„Immer sage ich den Mädchen, sie sollen das Zimmer lüften," beklagte sie sich, „und niemals tun sie's. Es ist hier wirklich wie in einem Ofen. — Es tut mir sehr leid."
Larry hatte schon öfter Frauen in Ohnmacht fallen sehen, aber niemals vorher hatte ihm das einen solchen Schrecken eingejagt.
„So was Dummes ist mir noch nie passiert," sagte Diana, als sie sich langsam aufrichtete.
„Es ist besser, Sie fahren jetzt direkt nach Haus," sagte Larry besorgt.
Sie war noch immer sehr bläh, und die Tasse Tee, die ihr die Wirtin brachte, war ihr äußerst willkommen.
„Ich denke nicht daran, nach Haus zu gehen," sagte sie bestimmt. „Ich fahre mit Ihnen nach Todds Heim. Sie haben es mir versprochen, und sobald ich in die frische Lust komme, bin ich wieder ganz auf dem Posten. Wenn Sie mit mir durch den Regent Park fahren würden — er ist ja ganz in der Rähe — bin ich wieder so frisch wie vorher."
Langsam fuhren sie um den Park herum, und die Farbe kehrte in ihre Wangen zurück.
„Haben Sie mir nicht heute morgen gesagt, daß ich mich überarbeite?" lächelte Larry. „Mein kleines Fräulein, Sie haben sich zuviel zugemutet."
Sie schüttelte den Kopf.
„Es würde mir leid tun, wenn das wirklich Ihre Meinung wäre. Sv töricht bin ich wirklich nicht, um weiterzuarbeiten, wenn ich es nicht konnte. Dieser unwürdige Zusammenbruch in Ihren Armen sott nicht wieder vorkommen, älebrigens," fügte sie scherzend hinzu, „falls ich nun doch einen neuen Ohnmachtsanfall vor meiner Wohnung haben sollte, glauben Sie da nicht auch, es wäre besser, ich hätte Sie bei mir, als daß ich ganz allein wäre?"
„Da steckt ein Kern Wahrheit darin," sagte Larry feierlich. „Ich bin aber nicht der Ansicht, daß ein Besuch in Todds Heim die angenehmste Weise ist, den Rachmittag zu verbringen. Es riecht da nicht sehr gut, und was man zu sehen bekommt, ist wenig angenehm."
„Das macht mir nichts aus," sagte sie ruhig, „bitte, bitte, lassen Sie mich doch mitgehen."
Er ergriff leise ihre Hand, und sie leistete keinen Widerstand.
„Sie können gehen, wohin Sie wollen, Diana, und tun, was Sie nur immer wollen," sagte er leise.
Langsam hatte er sich nun auch von seinem Schrecken beruhigt, und es fiel ihm ein, daß er in der Aufregung vergessen hatte, sich den Trauring der Reinemachefrau zeigen zu lassen und noch weitere notwendige Fragen an die Wirtin zu richten.
Sie fuhren nach Piccadillh zurück, wo sie frühstückten, und dann nach dem Bureau in Scotland Vard. Vom Restaurant aus hatte Larry an Harvey telephoniert, der daraufhin Mrs. Portland durch seinen Besuch in erneute Verzweiflung gestürzt hatte. Er wartete in Zimmer 47 auf sie.
„Ich habe Emmas Spur gefunden," sagte er in so ernsthaftem Ton, dah Larry wußte, seine Ansicht über die Wichtigkeit der Unterhaltung, die Stuart mit der Frau gehabt hatte, war richtig gewesen. „Sie wohnt, oder vielmehr sie wohnte in Camden Town," sagte Sergeant Harvey, „bei einem pensionierten Soldaten und seiner Frau."
^Haben Sie sie gesehen?"
„Rein, Sir. Sie wohnt nicht mehr da. Seit der Rächt nach Stuarts Ermordung ist sie nicht mehr nach Hause gekommen."
Larry verzog das Gesicht.
„Hier ist die Erklärung, der eigenlliche Grund für den Mord zu finden," sagte er. „Die Auf- Wärterin Emma wird uns sehr viele und wichtige Enthüllungen machen müssen! Hat sie ihre Sachen aus dem Zimmer mitgenommen?"
„Rein, Sir. Und das ist ja das Merkwürdige an der Sache. Die Frau hat ihren Freunden gegenüber kein Wort erwähnt, dah sie fortgehen wottte, und hat auch nicht ein einziges Stück ihrer Sachen mitgenommen.“
„Sehen Sie ihren Ramen auf die Liste und benachrichtigen Sie sämtliche Polizeibureaus. Richt- Reues vom blinden Iake?"
„Rein, Sir."
„Auch nicht von Fred?"
„Rein, Sir."
„Die Wachsamkeit der städtischen Polizei ist ja an und für sich schon mehr wie in Anspruch genommen — arme Teufel —“ sagte Larry lächelnd, „aber wir müssen ihr doch noch den Ramen Clarissa Stuart empfehlen. Iung, hübsch, elegant angezogen, wohnt wahrscheinlich in einem erstklassigen Hotel. Recherchieren Sie überall, wo eine reiche, junge Frau sich aller Wahrscheinlichkeit nach aufhalten könnte, und erstatten Sie dann Bericht."
Harvey grüßte und ging hinaus. Larry stand an seinem Schreibtisch und blickte eine Zeitlang mißmutig auf diesen.
„Warum man mir eigentlich einen Schreibtisch in mein Bureau gesetzt hat, begreife ich nicht. Ich sitze ja niemals daran." Trotzdem lieh er sich in seinen Stuhl fallen und blickte zu dem jungen Mädchen hinüber.
„Run, Miß Ward," begann er, „jetzt können Sie zu all den anderen Räffeln ein neues hinzufügen. Emma ist genau so plötzlich und unerwartet verschwunden wie Flimmer Fred oder Stuart, und der Mann, der es fertigbekommen hat, Emma von der Bildfläche verschwinden zu lassen, ist derselbe, der beinahe Mrs. Weldvn ermordet hätte."
„Der blinde Iake?" fragte Diana.
„Das ist unser Mann," erwiderte er. „Eine schreckenerregende Figur in diesem Drama. Wenn ich an ihn denke, läuft es mir kalt über den Rücken."
„Was für ein Eingeständnis für einen Detektiv!" neckte sie ihn. „Er ist doch schliehlich auch nur ein Mensch."
„Hnb noch dazu ein verwundeter," sagte Larry lächelnd. „Flimmer Fred konnte schon seinerzeit sehr gut mit einem Messer umgehen, als ich ihm wegen der Messerstecherei mit seinem Rivalen Leroux auf. den Fersen war."
(Fortsetzung folgt.)
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WSA. D flattgefuntaw teilen Schöffe mann aus 2 gehensgei gen Betrug aus Lötzin und es ioar Umlauf zu bt nicht, motibie: wegen andere: bezahlen muh! los war - jk mancherlei ar denllichen Ob aus gedeckt toi
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