Vorarbeiten zur Aeichsreform. Tagung der Unterausschüsse der Länder- konferenz.
Berlin, 6. Juli. (WTB.) 2lm 5. und 6.3uli berieten unter dem Dorsitz des Reichsministers des Innern Severing die beiden Unterausschüsse der Länderkonferenz über die Abgrenzung der Zustän - digkeit zwischen Reich und Ländern sowie die Organisation der Länder und den Einfluh der Länder auf das Reich Zugrunde lagen der Behandlung der Organisationsfragen das Demernschaftsreferat von Brecht (Preuhen), Poetzsch-Heffter (Sachsen), Bolz (Württemberg), Petersen (Hamburg) und der Zn- ständigkeitsabgrenzung das Gemeinschaftsreferat von Koch-Weser «Reich), Brecht (Preuhen) Remmele (Baden), Horion (Rheinprovinz)' ferner zu letzterem Fragenkomplex die Referate von Held (Bayern) und Remmel« (Baden).
gebilligt, weil man die nächste französische Maßnahme, die die Ratifizierung der Schuldenabkommen betrifft, abwarten will.
Oaladiers Vorbehalte.
Paris, 7. Juli. (WB.) Der Vorsitzende der Radikalen Partei, Da la vier, hielt gestern in Avignon vor dem Radikalen Bezirksoerband eine politische Rede. Er betonte, daß die Radikale Partei niemals Vertreter in die Regierung entsenden würde, solange Mitglieder der Fraktion Marin der Regierung angehörten. Was die interalliierten Schulden und den Youngplan bereffe, so könne die Radikale Partei einer Ratifizierung ohne Garantien und ohne die Gewißheit zu haben, daß die Sache der friedlichen Verständigung mit England und Deutschland einen neuen Antrieb erhalte, nicht zustimmen.
poincare gegen die Kammerausschüffe.
Paris, 6. Juli. (WTB.) In dem heute vormittag abgehaltenen M i n i st e r r a t wurde beschlossen, daß die Regierung gegenüber den Beschlüssen des Finanzausschusses und des auswärtigen Aus- schusses der Kammer über die Ratifizierung s- f r a g e an i h r e r vor diesen Ausschüssen wiederholt dargelegten Auffassung f e st h ä l t. Der von den Ausschüssen angenommene Text wurde einmütig als unannehmbar betrachtet. Die Regierung wird sich bei der Beratung in der Kammer ausführlich zu dieser Frage äußern.
Oie deutsch-belgischen Markverhandlungen.
Belgien lenkt ein?
Brüssel, 8. Juli. (TL1. Funkspruch.) Lieber bas Ergebnis der Verhandlungen betreffend die belgische Markfrage bewahrt die belgische Presse nach wie vor st r e n g st e s S t i lisch w e i g e n. Es kann jedoch versichert werden, dah die belgische Regierung ihre Forderung von 37 Jahren zu je 25 Millionen nicht mehr aufrechterhält, sondern bereit ist, in eine Ermäßigung dieser Zahl einzutreten. Eine bestimmte Summe ist allerdings noch nicht genannt worden.
Um Eupen und Malmedy.
Bonn, 8. Juli. (TU. Funkspruch.) Die Bereinigten Landmannschaften Eupen — Malmedy — Monschau traten in Bonn zu einer Tagung zusammen. Es wurde folgende Entschließung gefaßt und an das Auswärtige Amt, das Reichsministerium für die besetzten Gebiete und das Preußische Staatsministerium gesandt: „Die Jahresversammlung der Bereinigten ^gndmannschaften Eupen—Malmedy Monschau richtet an die Reichsregierung die dringende Ditte, bei den kommenden Verhandlungen mit Belgien dafür Sorge tragen zu wollen, dah der bei den belgischen Wahlen vom 26. Mai klar und unverfälscht zum Ausdruck gekommene Wille der abgetrenn- ten Gebiete, wieder mit dem deutschen Vaterlande vereint zu werden, gehört und mit allen Mitteln zur Geltung gebracht werde."
Zu der Tagung waren aus Reu-Delgien über 200 Gäste erschienen. Weitere Deutsche aus Reu-Belgien hatten sich angemeldet, muhten aber wegen ^Schwierigkeiten mit der belgischen Behörde im letzten Augenblick absagen.
Oie Flottenabrüsiungssrage.
Washingtons Standpunkt.
London, 7. Juli. (TL1. Funkspruch.) Der im allgemeinen gut unterrichtete Reuyorker Korrespondent des „O b s e r v e r" gibt eine neue Lesart der voraussichtlichen Entwicklung der Flottenabrüstungs - Verhandlungen. Danach hofft Präsident Hoover, dah dem Zusammentritt der technischen Sachverständigen der fünf Flottenmächte eine Besprechung der Staatsmänner der Vereinigten Staaten, Großbritanniens, Frankreichs, Japans und Italiens vorangehen werde, in der die Grundlagen für die späteren Arbeiten der Sachverständigen geschaffen und die möglichen Reibungsflächen bereits auf das gelingst mögliche Maß herabgedrückt werden sollten. Insbesondere solle das im Jahre 1927 in Genf so schädliche Mißtrauen ausgeschaltet werden. Amerika werde auf dieser in London abzuhaltenden Besprechung durch Botschafter Dawes und den Gesandten G i b s o n vertreten sein.
Präsident Hoover sei entschlossen, eine Verminderung und nicht lediglich eine Begrenzung der Ilotlenrüstungen zu erreichen. Sein vertrauen in die Erreichung dieses Zieles erwecke den Eindruck, dah er bestimmte Zusicherungen Macdonalds erhallen habe.
Washington glaube, dah die erste vorläufige Zusammenkunft der Staatsmänner in London eine Tagesordnung für die spätere Tagung der Sachverständigen ausarbeiten werde. Hoover lege dabei offenbar einen gewissen Wert darauf, daß dieses erste Zusammentreffen der Staatsmänner als eine Zusammenkunft und nicht als eine Tagung aufgefaht werde. Weiterhin bestünden starke Anzeichen dafür, dah die Erwartung einer solchen Zusammenkunft der Staatsmänner die amerikanische Regierung nicht davon abhalten werde, mit größter Geschwindigkeit das Kreuzerbauprogramm durch- zusühren.
Aeues schweres Unwetter in Bayern.
3m Chiemgau die Ernte wieder völlig vernichtet.
Traunstein, 6. Juli. (WTB.) heule nachmittag gegen 2 Uhr ging über viele Gegenden des Ehlemgaues ein neues schweres Hagel- u nw et ter nieder. Zehn Minuten lang prasselten riesige Hagelkörner auf die Fluren nieder. Mehrere Gemeinden wurden vollständig verhagelt. Die Ernte wurde zu 100 Prozent vernichtet, die Felder wurden dem Erdboden gleichgemacht. 3n dieser Gegnd wütet schon drei Jahre nacheinander der Hagel, so dah nun zum dritte nm al die Ernte vollständig vernichtet ist.
Gesamifchaven von vielen Millionen.
München, 6. Juli. (WTB.) Die Unwetter- k a t a st r o p h e, die vor kurzem fast ganz Bayern heimsuchle, ist noch viel größer, als die bisher bekanntgewordenen Meldungen erkennen liehen. Die gesamte Getreldernte, die Ob stund die Kartoffelernte sind in vielen Gegen- den nahezu vollständig vernichtet. Man rechnet mit einem Gcsamtschaden von vielen Millionen. Auch der Bayerische Wald ist durch das Unweiler schwer heimgesucht root- den. Der Schaden an Feldern, Wäldern und an den Slrahen ist ungeheuer. Durch die Gewalt des Unwetters wurden mehrere Personen verletzt. Am stärksten wütet der Sturm im Bayerischen Wald in den Städten Deggendorf und Zwiesel.
SchivereSchädenauchmVöhmen
Warnsdorf (Böhmen), 6. Juli. (WTB.) Die Llnwetterkatastrophe im nördlichen Böhmen am Donnerstag hat alle Befürchtungen übertroffen. Infolge der zerstörten Telephonlinien ist eä erst jetzt möglich, einen
Lieberblick über die angerichteten Schäden zu erhalten, die in die Millionen gehen. Auch Menschen sind dem Llnwetter zum Opfer gefallen. Das Riefen- und Wesergebirge, sowie das gesamte Elbtal wurden durch Wolkenbrüche und Hagelschlag aufs schwerste betroffen. Ganze Alleen sind um gelegt, Dächer abgedeckt und bis 50 Meter weit fortgeschleudert worden. Bei Königgräh liegen Hunderte von Bäumen auf der Straße und sperren den Verkehr. An vielen Stellen mußte Militär eingreifen und die Hindernisse beseitigen. Bei Pardubitz gab es sechs Tote. Ein Kirchturm wurde teilweise zerstört und zahlreiche Häuser abgedeckt. Die Zahl der Verletzten steht noch nicht fest. Die Saazer Hopfenanlagen wurden zu 80 bis 10 0 Proz. verwüstet. Auf den Straßen sieht man umgestürzte Lastwagen und Automobile. Bei Reuhaus entgleiste infolge des Sturmes ein Lokal- z u g, wobei zehn Personen zum Teil schwer verletzt wurden.
Schwerer Orkan über Sellmzona.
Basel, 8. Juli. (Funkspruch.) Lieber Bellinzona ist am Samstag abend ein heftiger Orkan niedergegangen, der etwa eine Stunde dauerte. Menschen wurden aus der Straße umgeworsen. Der für das große eidgenössische Schützenfest, das in diesem Jahre in Bellinzona stattfindet und in den nächsten Tagen beginnen soll, errichtete Schiehstand von etwa 200 Meter Länge wurde in die Luft gehoben und völlig zertrümmert. Auch die riesige F e st h a l l e, die vor einigen Wochen beim Aufbau schon einmal halb zerstört wurde, ist wiederum schwer beschädigt worden. 2m Gebiete von Lugano wurde die Ernte an verschiedenen Orten durch den Sturm völlig vernichtet. Am Eomersee wurde auf den Feldern erheblicher Schaden angerichtet. Ein Mädchen wurde durch Blitzschlag getötet.
Lieber beide Fragenkreise fand eine eingehende Generaldebatte statt. Daran schloß sich eine Spezialdebatte über die Zuständigkeitsverteilung. In ihr wurden verschiedene Abänderungsvorschläge mit wechselnden Mehrheiten, teils angenommen, teils abgelehnt. So war bad_ Stimmverhältnis für einen Liebergang der Gestütsverwaltung auf das Reich 6:5. In der Gesamtabstimmung wurde das Gemeinschaftsreferat mit 9:2 Stimmen angenommen. Eine neue Fassung wird demnächst veröffentlicht.
Oie Neuregelung der Ministerbezüge im Reiche.
Berlin, 8. Juli. (Priv.-Tel.) Der Gesetzentwurf über die Reuregelung der beamtenrechtlichen Stellung der Reichsminister wird von der Zeitschrift „Der Beamtenbund" veröffentlicht.
Im § 1 wird bestimmt, dah die Vorschriften des Reichsbeamtengesehes, des Reichshinterbliebenengesetzes, des Llnfallfürsorgegesetzes für Beamte und des Besoldungsgesetzes auf die Reichsminister und den Reichskanzler keine Anwendung finden.
Der § 2 regelt die Form bei der Ernennung eines Reichsministers.
Die Reichsminister dürfen dem Vorstand, Verwaltungsrat oder Aufsichtsrat eines auf Erwerb gerichteten Unternehmens nicht angehören, auch keine Nebenbeschäftigung, mit der eine Vergütung verbunden ist, berufsmäßig ausüben.
Weiter dürfen die Reichsminister während ihrer Amtszeit gegen Entgelt weder als Schiedsrichter tätig sein, noch außergerichtliche Gutachten ab- gebcn. Reichsminister, auch wenn sie nicht im Amt sind, dürfen über Llmstände, auf die sich ihre Pflicht zur Amtsverschwiegenheit bezieht, gerichtlich nur mit Genehmigung der Reichsregierung vernommen werden. Die weiteren Paragraphen regeln das Amtsgehalt, das Liebergangsgeld und die Amtswohnung.
Die Frage der Ministerpensionen wird im § 18 geregelt, der folgenden Wortlaut hat: Ehemalige Reichsminister erhalten von dem Zeitpunkt ab, bis zu dem ihnen Amtsbezüge zustehen, Llebergangsgeld. Das Liebergangsgeld wird für die gleiche Anzahl von Monaten gezahlt, für die der Berechtigte ohne Llnterbrechung Amtsbezüge erhalten hat, jedoch mindestens für ein Jahr und höchstens für fünf Jahre. Die nach Sah 1 sich ergebende Zeit erhöht sich um die Zahl der Monate, für die der Berechtigte von dem Monat ab, in dem er das 50. Lebensjahr vollendet hat, ohne Llnterbrechung Amtsbezüge erhalten hat.
Das Uebergangsgeld beläuft sich für die ersten drei Monate auf den vollen Betrag der Amtsbezüge, für die spätere Zeit auf die Hälfte dieser Beträge.
Minister, die bei Ausübung ihres Amtes oder im Zuscunmenhang mit ihrer Amtsführung ohne eigenes Verschulden eine ernstliche Gesundheitsschädigung erlitten haben, können eine R u h e - rente erhalten, die vom Reichspräsidenten auf Vorschlag der Reichsregierung bewilligt wird und 40 Prozent des Gehaltes nicht übersteigt. Darüber hinaus kann der Reichspräsident auf Vorschlag der Reichsregierung in Fällen besonderer Art eine solche Rente bewllligen. Stirbt ein Reichsminister, so stehen seinen Hinterbliebenen für drei Monate die vollen Ämtsbezüge und alsdann Hinterbliebenenbezüge zu.
Rach dem Entwurf wird das Gesetz rückwirkende Kraft nicht haben.
Vertagung -es Prozesses Ulitz?
W a r i ch a u, 7. Juli. (WB.) Dor frühere Ab- geordnete zum Schlesischen Sejm und Vorsitzende des Oberschlesischen Dolksbundes, Dr. Lllitz, gegen den d:e Gerichtsverhandlung für den 23. Juli angesetzt war, hat gestern dem Gericht Zeugnis vorgelegt, in dem seine Llnfahlgkett, rm Verlaufe der nächsten sechs Wochen einer Gerichtsverhandlung beizuwohnen, bestätigt wird. Das Gericht hat eine nochmalige ärztllche Llnterfuchung deS Gesundheitszustandes von Dr. Lllitz orig eorünet
Schüsse gegen ein bulgarisches Ministerauio.
Sofia, 6. Juli. (WTB.) Die Bulgarische Telegraphenagentur meldet: Heute um 1 Llhr nachts wurde auf der Straße Kritschin—Plov- div (Philippopolis), neun Kilometer von Plovdiv entfernt, ein Regierun gsauto, in dem sich der Präfekt des Bezirks Plovdiv, ein der Regierungspartei angehöriger Abgeordneter, der Generalsekretär im Ministerium für öffentliche Arbeiten und einige Polizeibeamte befanden, überfallen. Die Banditen feuerten etwa 20 Schüsse gegen das in voller Fahrt befindliche Auto ab. Dank der Geschicklichkeit und der Geistesgegenwart des Chauffeurs gelang es, zu entkommen. Der mit der Leitung des persönlichen Sicherheitsdienstes des Ministers für öffentliche Arbeiten W a s s i l i o f f betraute Beamte Simeon Alexandrow wurde von Ku- ?eln getroffen und erlag seinen Ver- e h u n g e n. Eine Stunde vorher hatte ein Regierungsauto auf der Fahrt nach Plovdiv dieselbe Stelle passiert, ohne von irgend jemanden angehalten worden zu fein. Auf dieser Fahrt kehrte der Minister Wassili off von Kritschin zurück, wo er in Gesellschaft des Ministerpräsidenten L i a p t s ch e f f der Eröffnungsfeier der Arbeiten für den Dau der neuen Staatsstraße Kritschin— Divlen beigewohnt hat. Der Ministerpräsident kehrte von Plovdiv mit der Eisenbahn nach Sofia zurück. Die Llnterfuchung ist im Gange, ohne jedoch vorläufig feststellen zu können, ob es sich um einen Lieberfall von Wegelagerern oder um ein politisches Attentat gehandelt hat.
Ein politisches Attentat?
Sofia, 8. Juli. (Funkfpruch.) Die Sonntagsblätter fordern von der Regierung energische Maßnahmen gegen die Attentäter.' Minister Wassilioff gab der Ansicht Ausdruck, dah es sich um ein politisches Attentat gehandelt habe, während in Sofia die Meinung verbreitet ist, daß der Anschlag von streiken- den Tabakarbeitern verübt worden ist, gegen die der Präfekt von Philippopel zu streng vorgegangen sei.
Kleine politische Nachrichten.
König Fuad von Aegypten ist von Genf kommend, gestern abend in Dijon eingetroffen. Er wird heute nach Paris Weiterreisen.
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König Aman Ullah von Afghanistan ist mit feiner Familie und einem zahlreichen Gefolge gestern an Bord des englischen Dampfers „Molton", von Indien kommend, in Marfeille eingetroffen Er beabsichtigt, am Montag, einer Einladung des Königs von Italien und Mussolinis folgend, nach Italien zu reisen.
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Der demokratische Reichstagsabgeordnete Schuldt - Steglitz hat in einem Schreiben an die Reichsregierung angeregt, Beamtenernennungen und Beförderungen alljährlich zum Verfassungstage auszusprechen, um auch so das Beamtenschicksal mit dem Festtag der Republik innig zu verflechten.
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In allen Kirchen Englands wurden gestern Dankgottesdienste für die Genesung des Königs abgehalten. Der König und die Königin, der Prinz von Wales und Mitglieder der königlichen Familie wurden in London aus der Fahrt zur Westminster Abtei von einer dichten Menschenmenge lebhaft begrüßt. Die Messe wurde vom Erzbischof von Canterbury zelebriert. Ihr wohnten die Minister und Exminister, ferner das diplomatische Korps bei. Auch der König von Spanien nahm an der Messe teil.
Aus aller Welt.
Eisenbahnunglück in Regensburg.
Regensburg, 7.Juli. (WB.) Gestern22.58 Llhr stieß bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Regensburg ein Personenzug auf eine dort stehende Schnellzugslokomotive. Durch den Aufprall entgleisten der Tender der Lokomotive des Personenzuge« und der Pack
wagen. Außerdem wurde die Stirnwand be8 vordersten Abteils des ersten Personenwagens zum Teil eingedrückt. Die Reisenden wurden von den Sitzen geschleudert, wobei 27 Personen leicht verletzt wurden, die sämtlich die Reise fortsetzen konnten. Durch die Entgleisung war im Bahnhof Regensburg die Ausfahrt behindert. Lieber die Llrsache des Llnglücks, die auf ein Versehen eines Beamten zurückzuführen sein dürfte, ist die Llnterfuchung eingeleitet. An der Llnfallstelle trafen sofort mehrere Aerzte sowie freiwillige Sanitätskolon- nen ein, die den Verletzten Hilfe zuteil werden ließen.
Flugzeugabsturz in Frankreich.
Paris, 8.Juli. (WTB. Funkfpruch.) Der fron« zösische Fliegerhauptmann Coudouret, der mit dem Flugzeug „Franc e" von Sevilla zu einem Transozeanflug starten wollte, aber nicht die Genehmigung des Luftfahrtministeriums erhallen hatte, steuerte gestern feinen Apparat nachFrank- reich zurück. In der Nähe von Angoulöme st ü r z t e dasFlugzeugab. Coudouret wurde getötet, seine Begleiter, zwei spanische Flieger, sind schwer verletzt worden.
Dampferunfälle an deramerikanifchenKüste
Die Passagiere gerettet
Boston, 7. Juli. (WTB. Funkspruch.) Am Sonntagfrüh stießen der Küstendampfer „Prince George" und der K ü st e n w a ch t - tutter „Agaffiz" im Nebel 65 Meilen östlich vom Bostoner Leuchtturm zusammen. Da Wasser in den Dampfer eindrang, wurden die 249 Passagiere wohlbehalten aus den Küstenwachtkutter gebracht und in Boston gelandet. Während die Besatzung an Bord blieb und langsam die Fahrt nach dem Bestimmungsort Boston fort- setzte.
P o r t l a n d (Maine), 8. Juli. (WTB. Funkspruch.) Infolge dichten Nebels stieß der P a s s a - a i e r d a m p f e r „P i l g r i m" an der K ü st e a u f. Die Passagiere wurden von einem Fischerboot an Land gebracht.
Panik bei einem Sportfest in Amerika.
Mehrere hundert Verletzte.
Detroit, 8. Juli. (WTB. Funkfpruch.) Bel einem von Regern veranstalteten Base-Ballspiel im Mack-Park wurde durch einen Brand, der anscheinend durch Entzündung von Gasolin, das unter den Holzgalerien! stand, hervorgerufen worden war, eine Pa - n i k verursacht. Einige Tausend Zuschauer flüchteten in wildem Gedränge von den Galerien, wobei mehrere Hundert Personen verletzt wurden. Lieber 100 haben schwere Arm-, Bein- und Schädelbrüche erlitten. Frauen und Kinder wurden niedergetreten. Diele Flüchtende erlitten Verletzungen, als sie den hohen Drahtzaun zu übersteigen versuchten, der den Spielplatz abgrenzte.
Berliner Börse.
Berlin, 8. Juli. (WTB. Funkspruch.) Nach der völligen Börsenruhe vom Samstag kam im heutigen Frühverkehr das Geschäft nur zögernd in Gang. Die Stimmung scheint aber weiter freundlich zu sein. Man kann wieder Interesse für Montanwerte feft- stellen, das noch durch den günstigen Rheinstahlbericht verstärkt wird, auch regt eine weitere leichte Entspannung des Geldmarktes an. Am Devisen- markt nannte man London gegen Paris 123,96, London gegen Mailand 92,68 bis 92,72, London gegen Spanien 33,60, London gegen Kabel 4,8490,
Oie Wetterlage.
©wolkenlos.® neuer Q halb bedeckt 8 wolkig, ®Gedeckt. «Regelt * Schnee e. Graupeln ■ MeDei K Gew1tter.@w1nd5t1iie.-O. seiv leichter Ost massiger Südsüdwest Q stürmische« «ordwes» Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen stenenden Zanten gehen die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichen® auf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck
Wettervoraussage.
Der tiefe Druck über der Ostsee hat sich unter weiterem Darometerfall zu einer Sturmzhklone entwickelt. Ihr Einfluß erstreckt sich über Deutschland, so dah sich der hohe, im Westen lagernde Druck wenig durchsetzt. Die Kaltluft der Störung wird vorläufig noch zu keinem ruhigen Wetter führen. Strichweise kommt es ferner zu leichten Schauern. Jedoch dürften im Laufe des morgigen Tages der Kaltluftzustrom abflauen und die Temperaturen langsam ansteigen, so daß eine gewisse Beruhigung der Wetterlage eintritt.
Wettervoraussage für Dienstag: Wechselnde Bewölkung mit Aufheiterung, zunächst noch kühl, jedoch im Laufe des Tages leichte Erwärmung, einzelne Schauer.
Wettervoraussage für Mittwoch: Weitere Erwärmung, wolliges Wetter, zeitweise auch aufheiternd, Reigung zu strichweifen Riederschlägen.
Lufttemperaturen am 7. Juli: mittags 16,2 Grad Celsius, abends 12,3 Grad: am 8. Juli: morgens 11,6 Grad. Maximum 18 Grad, Minimum 10,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Juli: abends 18,2 Grad: am 8. Juli: morgens 14,6 Grad Celsius^-^iederfchlag 0 nun,»— Sonnenfcheindauex
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