Filmindustrie eng verknüpft. Sie stoßen nach allen Dichtungen vor, das eine Ziel im Qluge: ihre neue Macht zu konstituieren. Sie sind vor allem an den Erfolgen des Tonfilms und an der Verdrängung des stummen Films lebhaft interessiert. Sie wollen gleich beim ersten Ansturm dem Tonfilm die Basis für immer breitere Expansion sichern.
Diese Tatsachen gewähren einen Einblick hinter die Kulissen der großen Tonfilmsensation und werfen ein Licht auf die im Hintergrund versteckten eigentlichen Motoren des Kampfes zwischen Tonfilm und dem stummen Film.
Eegen diese Offensive haben sich nun die Filmproduzenten Amcrikas, die ihre glänzendenExisten- zen bedroht sehen, zusammengeschlossen. Der Filmkrieg entbrennt. Wer da Sieger bleiben wird - das wäre nicht die richtige Fragestellung, denn solche Kämpfe zweier wirtschaftlich starker Gegner enden gewöhnlich mit einem Kompromiß. Wenn es auch den Elektrokonzernen nicht gelingen sollte, die heutigen Filmkönige zu entthronen, zielen sie darauf ob, zumindest mit ihnen die Herrschaft zu teilen.
So sicht das amerikanische Problem: stummer Filin oder Tonfilm, von der Rähe aus. Dor diesem finanziell-industriellen Kampf sind alle ästhetischen Einwendungen und Postulate ohnmächtig. Jene Faktoren werden auch allein über die Zukunft, jedenfalls über die nächste Zukunft, des stummen Films und des Tonfilms, entscheiden. Ihre Sprache ist mächtiger als die noch so eindringlichen und bedeutungsvollen 'künstlerisch-kritischen Ermahnungen. 3. St.
Tumen, Sport und Spiel.
V. f. B.
Ani Himmelfahrttag empfängt die Liga- m an n sch ast die Liga des D. f. L. Frankfurt a. M. - S ü d (Sachsenhausen) xum Gesellschaftsspiel. Die Gäste gehören zur süddeutschen Kreisliga und haben in der verflossenen Der- bandsspiclserie recht gute Ergebnisse erzielt. So konnten sie u. a. dem jetzigen Kreismeister, D.f.B. ^Friedberg, durch ein Pinentschieden und einen Sieg drei Punkte abnehmcn. Die bekannten jFranksurter „Germanen" mußten ebenfalls eine Niederlage von ihnen hinnehmen. Auch sonst geht den Gästen ein guter Ruf voraus. Dor allem sollen sie einen guten Kombinationsfußball spielen und auch technisch auf der Höhe sein. D.f.B. hat auch diesmal wieder die dienstlich verhinderten Böttiger und Henrichs zu ersehen, steht aber im übrigen in stärkstmög- lichster Aufstellung. Die Mannschaft muß schon in sehr guter Form sein, wenn sie gewinnen will. Tie Leistung, die sie am vorletzten Sonntag gegen „Germania" Fulda aufbrachte, wird kaum hinreichen, den spielstarken Frankfurtern auch nur ein Unentschieden obzuringen. In erster Linie müssen die Einheimischere bedeutend mehr Energie rrnd Begeisterung ausbringen, wenn sie ihr auf beachtenswerter Stufe stehendes spielerisches Können entsprechend in zählbare Erfolge um- schen wollen. Der Ausgang des Treffens ist offen.
Die spieleifrige A. - H. - M a n n s ch a f t hat siü) den Alten Herren des Braunfelser Sportvereins zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet, und sollte aller Doraussicht nach -einen klaren Sieg mit nach Hause bringen, vorausgesetzt, daß ihr die Gastgeber tatsächlich auch nur „Alte Herren" entgegenstellen.
Don der 2 u g e n d a b t e i lu n g ist am Donnerstag nur die zweite Mannschaft auf dem Plan. Sie hat im Pflichtspiel auf eigenem Platz Heuchelheims erste Jugend zum Gegner. D.f.B. wird im besten Fall nur knapp gewinnen können.
Daten für Donnerstag, 9. Mai.
1525: der italienische Kirchenkomponist Giovanni Picrluigi da Palestrina geboren (gestorben 1594); — 1760: Graf Nicolaus Ludwig von Zinzendorf, Stifter der Brüdergemeinde in Herrnhut, gestorben (geboren 1700); — 1796: Joseph Meyer, der Gründer des Bibliographischen Instituts, in Gotha geboren (gestorben 1856); — 1805: Friedrich von Schiller in Weimar gestorben (geboren 1759).
Daten für Freitag, 10. Mai.
1885: der Dramatiker Fritz von Unruh in Koblenz geboren; — 1904: der Afrikareisende Henry Morton Stanley (James Rowland) in London gestorben (geboren 1841).
Sprechstunden der Redaktion
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.
Wirtschaft.
Oie Lage der Kunstseideindustrie.
In der gestrigen Generalversammlung der Der- einigte Glanzstoff-Fabriken A.-G. in Elberfeld machte der Vorsitzende einige allgemeine Ausführungen über die Lage der Kunstseide- i n d u st r i c. Es unterliege wohl keinem Zweifel, so führte er u. a. aus, daß sich die Kunst- fcideindustrie gegenwärtig in einer Krise befinde. Der große Aufschwung im Iahre 1927 fjabc in allen Ländern zu einem wahren Gründungsfieber neuer Kunstseidefabriken und zu gewaltigen Produktionserweiterungen geführt, die sich allmählich im Iahre 1928 auswirkten. Es sei eine Ileberpro- d u k t i o n in den normalen und Durchschnittsqualitäten entstanden. Der plmstand, daß etwa die Hälfte des deutschen Bedarfs an Kunstseide auch im Iahre 1928 von ausländischen Produzenten befriedigt wurde, zeige, daß die deutsche Industrie an sich in der Lage wäre, ihre ganze Produktion auf dem deutschen Markt unterzubringen. Trotz der Störung auf dem Kunstseidemarkt im allgemeinen habe die Gesellschaft ihre führende Rolle auf dem Gebiete der Qualitätsseiden in verstärktem Matze fortgesetzt. Was den Gesamtmarkt und die Gesamtindustrie anlange, so werde es im Augenblick nicht möglich sein, die Krisenerscheinungen durch eine angemessene Erhöhung der reduzierten Preise zu überwinden. Erfreulicherweise hätten sich in den letzten Wochen bereits Anzeichen einer Besserung bemerkbar gemacht. Die Absatzzifsern seien erheblich gestiegen. Trotz dieser Anzeichen einer Besserung feien für die deutsche Kunstseideindustrie noch Probleme zu lösen, vor allem die Frage des Z o l l s ch u h e s und weiter die Frage einer Intercssenverständigung der Produzenten sowohl auf den deutschen, toie auf den internationalen Märkten. Es dürfe von den deutschen Produzenten erwartet werden, daß die eingeleiteten Derhandlungen über eine wirksame Derständigung zu einem gedeihlichen Abschluß führten. Was die internationale Derständigung betreffe, so sei dieses Problem bereits nach verschiedenen Richtungen bearbeitet worden. Die Frage sei für Glanzstoff von um so gröberer Bedeutung, als die Gesellschaft 1928 ihre ausländischen Interessen wieder ganz erheblich erweitert habe. In dieser Richtung der internationalen Regelung liege auch die Gründung der amerikanischen Finanzgesellschaft, der Associated Rayon Corporation, ein Geschäft, das der Glanzstoffgesellschaft finanziell erheblichen Ruhen gebracht habe.
Die G.-D. genehmigte den vorgelegten Abschluß gegen 2 Stimmen und bei Stimmenthaltung eines Aktionärs.
*
* Bon der Frankfurter Börse. Zn den Monaten Juli und August fällt die Wertpapierbörse an Samstagen aus.
* Der Saaten ft and im Deutschen Reich Anfang Mai. Durch das vorherrschend kalte und rauhe Aprilwetter ist das Pflanzenwachstum allgemein stark gehemmt worden. Die Entwicklung der Wintersaaten bleibt daher gegen normale Iahre erheblich zurück; doch lauten die 'Beurteilungen über den Stand der Saaten, von einigen Gebietsteilen in Westdeutschland abgesehen, nicht ungünstig. Weniger günstig wird zur Zeit über den Stand der Futterpflanzen und Wiesen berichtet, die bis jetzt nur ein sehr mäßiges Wachstum aufweisen. Die Aussaat des Sommergetreides hat sich bei den ungünstigen Witterungsverhältnissen stark verzögert. Sie konnte bis jetzt nur in Süddeutschland und in den niederen Lagen Mitteldeutschlands beendet werden. Die Bestellung von Kartoffeln ist nunmehr fast überall im Gange. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 2 == gut, 3 — mittel, 4 — gering ergibt sich im Reichsdurchschnitt folgende Begutachtung: Winterroggen 2,9 (Dormonat 2,8), Winterweizkn 3,0 (2,9), Winterspelz 2,6 (2,6), Wintergerste 3,5 (3,3), Klee 3.2, Luzerne 3,0, Bewässerungswicsen 3,2, andere Wiesen 3 4. Die Auswinterungsschäden sind, soweit eine Beurteilung bereits möglich war, bei Winterweizen ziemlich umfangreich, bei Wintergerste sehr erheblich, bei den übrigen Fruchtarten halten sie sich in mäßigen Grenzen.
* R.A.G. 5,41 Mill. M k. Derlust. Der Iahresabschluß der Rationalen Automobil-Gesellschaft A.-G., Berlin-Oberschöneweide, weist nach Derrechnung des Gewinnvortrages von 451 957 Mk. und des ordentlichen Reservefonds von 1 855 286 Mk., sowie nach Abschreibungen von 20 Prozent auf Halb- und Fertigfabrikatc in Höhe von 2 525 845 Mk., die mit Rücksicht auf die ungeklärte Lage geboten erschienen, einen Verlust von 5 408 479 Mk. aus, der auf neue
Rechnung vorgetragen werden soll. Als Ursache der ungünstigen Lage der deutschen Automobilindustrie wird die durch eine verfehlte Zollpolitik besonders begünstigte Auslandinvasion bezeichnet. Die technische Leistungsfähigkeit der R. A. G. beweise die Steigerung des plmsahes auf 50 Mill. Mark, aber teilweise zu unauskömmlichen Preisen.
* Emag Elektrizitäts A.-G., Frankfurt a. M. Der Aufsichtsrat schlägt der auf den 29. Mai einzuberufenden G.-D. eine erhöhte Dividende von 8 (i. D. 7) Prozent vor. Die Gesellschaft war im abgelaufenen Geschäftsjahr gleichmäßig gut beschäftigt, und es konnte eine erhebliche plmsahsteigerung erzielt werden. Im neuen Iahre sei der Auftragseingang größer als im Dorjahrc.
* Lederwerke Martin Zimmer, A.-G., Offenbach a. M. In einer Gläubigeroersammlung der Gesellschaft, über deren Vermögen das gerichtliche Bergleichsoerfahren eröffnet wurde, kamen die Gründe, die zu den Schwierigkeiten geführt haben, nochmals ausführlich zur Erörterung. Die oorgelegte Bilanz sei unhaltbar, und der Status müsse revidiert werden. Nach Befriedigung der gesicherten Gläubiger verbleibe für die ungesicherten voraussichtlich nur eine geringe Abfindung.
* Faber 8- Schleicher, A.-G., Offenbach a. M. Nach dem Bericht stieg der Absatz der Gesellschaft im Jahre 1928 im In- und Auslande. Aus dem nach 127 000 (68 000) Mark Abschreibungen verbleibenden Reingewinn von 190 000 (160 000) Mark werden bekanntlich 10 (8) o. H. Dividende auf 1,40 Millionen Mark Aktienkapital verteilt und 66 000 (63 000) Mark vorgetragen. Auftragsbestand und -Eingang im neuen Jahre seien bis jetzt zufriedenstellend. Die Generalversammlung genehmigte den Abschluß.
Frankfurter Börse.
F rankfurt a. M., 8. Mai. Tendenz freundlich. — Gleich zu Beginn der heutigen Börse machte sich, nachdem schon zum Schlüsse der gestrigen Abendbörse Jnteressenkäufe vorlagen, eine freundlichere Stimmung bemerkbar. Man war hinsichtlich der Pariser Konferenz — obwohl hauptsächlich von französischer Seite die Taktik angewandt wird, die Verhandlungen immer noch hinauszuschieben, da eine Uneinigkeit hinsichtlich der Verteilung der Annuitäten besteht — weiter opti- m i st i s ch gestimmt, da man in Börsenkreisen der Ansicht ist, daß ein günstiges Endergebnis nicht mehr in Frage gestellt werden kann. Kurz vor Beginn des offiziellen Marktes setzte eine starkeAufwärts- beroegung ein, doch gaben die Kurse zur ersten Notierung wieder leicht nach, da eine Bestätigung von verschiedenen kursierenden Gerüchten ausblieb. Das Geschäft nahm aber wieder recht lebhafte F o r m e n an. Spezialwerte waren führend, besonders für Salzdetfurth bestand mit plus 4,75 v. H. Interesse. Auch Elektrowerte waren lebhafter gefragt, da hier das Ausland mit Kalifaufträgen an den Markt kam. Schlickert gewannen 4,5, Siemens 3,5, Licht & Kraft 3 und AEG. 2 v. H. Interesse bestand noch für J.-G.-Farben, die 3,75 v. H. höher lagen. Auch Zellstoffwerte gewannen bis zu 3,5 v. H. Am Montanmarkt waren die Umsätze sehr bescheiden, doch gingen die Besserungen bis zu 1,5 v. H. Am Bankenmarkt war das Geschäft ebenfalls klein. Deutsche Linoleum plus 1,5 v. H., aber ohne nennenswerten Umsatz. Gleich nach Festsetzung der ersten Kurse schritt die Spekulation zu I n t e r e s s e k ä u f e n , und die Kurse konnten sich durchschnittlich um weitere 2 v. H. erholen. Glanzstoff plus 3,5 v. H., Renten still. Deutsche Anleihen behauptet. Am Auslandsrentenmarkt bestand für Anatolier bei anziehendem Kurse lebhafteres Interesse. Im Verlaufe unterlag die Börse mehrfachen Schwankungen. Zeitweise lagen die Kurse weiter höher, doch gingen die Gewinne in gewissem Maße wieder verloren, aber die anfänglichen Besserungen blieben erhalten. Teilweise lagen die Kurse sogar noch bis 2 v. H. über Anfang. Die Stimmung blieb freundlich, eine gewisse Nervosität war jedoch nicht zu verkennen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2162, gegen Pfund 20,464, London gegen Kabel 4,8522, gegen Paris 125,20, gegen Mailand 92,61, gegen Madrid 33,75, gegen Holland 12,07.
Berliner Börse.
Berlin, 8. Mai. Die heutige Börse eröffnete in fester Haltung. Die Kurse waren zwar nicht ganz so fest, wie man vorbörslich erwartete, die Gewinne gegen gestern mittag gingen aber immer noch bis zu 3 v. H., vereinzelt darüber hinaus. Auch heute lagen Aus landorders vor, aber nicht mehr so viel wie gestern und nur für wenige Papiere. Die Börse bekundete eher Abgabeneigung, doch wurde immer noch vorsichtig operiert. Im übrigen dürste immer noch ein bei einigen Papieren ziemlich erhebliches Decouvert bestehen, so daß es keine Schwierigkeiten macht, die Kurse mit geringen Anforderungen nach oben zu manipulieren. Wenn auch nichts besonderes aus Paris vorlag, so hielt doch die
günstige Beurteilung der Lage an. Zu beachten bleibt u. E. immer noch der Geldmarkt, an dem auch heute noch keine Erleichterung cingetreten ist. Tagesgeld nannte man mit 8,5 bis 10,5 v. H. und nur vereinzelt darunter mit 8 v. H. Monatsgeld war sogar eher noch steifer mit 9 bis 10 v. H. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer geschäftslos. Anatolier etwas fester. Pfandbriefmarkt gehalten. Nach den ersten.Kursen wurde die Tendenz unsicher, und die Notierungen gaben meist leicht nach. Gerüchte, daß die Verhandlungen in Paris zu einem Abschluß gekommen seien, fanden bisher keine Bestätigung.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 8. Mai. Der Produktenmarkt verkehrte heute auf die wiederum flauen Auslandmeldungen, namentlich auf den starken Preisrückgang in Winnipeg, in stärkster Zurückhaltung und wieder ausgesprochen flauer Haltung. Die Preise sind im allgemeinen, außer für Brotgetreide, bei dem ziemlich knappen Inland- angebot und sehr beschränkter Rachfrage wieder 0,25 Mark weiter rückgängig. Es wurden notiert: Weizen 24; Roggen 22,75; Sommergerste für Drauzwecke 23,75 bis 24; inl. Hafer 23,75; Mais (gelb) für Futterzwecke 21,50 bis 21,75; Weizen- mehl, süddeutsches Spezial 0, 31,75 bis 32,25; Roggenmehl 30 bis 31; Weizenkleie 12,75; Dog- genkleie 13,25 Mk. Tendenz: flau.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
F r a n k f u r t a. M., 8. Mai. Auftrieb: 55 Rinder, 1148 Kälber, 120 Schafe, 540 Schweine Cs kosteten: Kälber: beste Mast- und Saug- kälber 78 bis 82, mittlere Mast- und Saugkälber 73 bis 77, geringe Kälber 65 bis 72; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 72 bis 76, von etwa 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 73 bis 76, von etwa 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 74 bis 77, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfd. Lebendge- wicht 70 bis 75. Marktverlauf: Bei allen Dieh- gattungen anfangs rege, später abflauend, aus- verkauft. Beste Mastkälber über Rotiz.
Letzte Nachrichten.
Oie Folgen des Attentats von Kowno.
Der Reffe des Ministerpräsidenten gestorben.
Memel, 8. Mai. (MTB. Funkspruch.) 3m Laufe der Rocht ;um Dienstag und des gestrige« Tages wurden 58 Personen verhaftet und weitere Haussuchungen vorgenommen. Gestern nachmittag sand auf dem Platze der Unabhängigkeit an der Garnisonkirche eine Protestkundgebung statt, der einige tausend Personen beiwohnten, wie gestern in den Abendstunden zu hören war, ist d e r kleine Reffe von woldemaras feinen Verletzungen erlegen. Auch der Gesundheitszustand des Hauptmanns Virbickas ist besorgniserregend. Sämtliche Vertreter des diplomatischen Korps haben woldemaras ihr Beileid und gleichzeitig ihre Genugtuung über seine Rettung zum Ausdruck gebracht. 3n der Stadt und im ganzen Lande herrscht Ruhe.
Professor Einstein Ehrendoktor von Paris.
Paris, 8. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die Universität Paris hat Professor Einstein die würde eines Dr. h. c. verliehen.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Donnerstag, den 9. Mai. Christi Himmelfahrt.
Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker. — 3o- hanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausseid.— Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz. — Elifabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas. — Klein-Linden. 9; Hauptgottesdienst. — wieseck. 9.30. — Alten-Buseck. 10. — Kirchberg. 10: Kirchberg. — Hausen-Garbenteich. 10: Hausen; 1: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst. — Lich. 9.30: Missionar Kaufmann; 10.45: Kindergottesdienst; 3: Missionsfest in der Weilbach; Missionar Kaufmann. — Kloster Arnsburg. 10: Stiftsdechant Kahn.
katholische Gemeinden.
Mittwoch, den 8. Mai.
Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte.
Donnerstag, den 9. Mai. Christi Himmelfahrt.
Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 2: Vesper mit Segen. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt.
SountagflötruftM. 'llcr.ite u. Uvotbeken am 9.5.29 S.-R.l)r.Schlievhake. vr. Steinreich. Hirschapokheke.
Zahnarzt: Dr. Schöttler. 13D
Lombardzinsfuß 8,5 Prozent.
Berlin 7- Mai
Geld
Brief
französische
Noten. . .
e .
16.48
16.54
Holländische Italienische Norwegische
Noten . . .
Noten . . .
• • .
169,12
22,12
169,80
22,20
Noten......
112,03
112,47
Deutsch-Oesterr-, ä 100 Kronen
59.06
59.30
Rumänische
Noten . . .
2,515
2,535
schwedische 9/otcn . . .
112,25
81.14
112.69
81,46
Schweizer Noten ....
Svanische Noten ....
60,03
60.27
Tschechoslowakische Noten . .
12,48
12,54
ungarische Noten ...
• •
73,20
73,50
Devisenmarkt Berlin
-Frankfurt a. M.
Telegraphische
Auszahlung.
7. Mai
8- Mai
Amtliche Notierun
Amtliche Notierung
Geld
Bne
Geld
Brief
Ämit.-Ron-
169,26
169.60
169,34
169,68
Buen.-Aires
1,772
1,776
1.771
1.775
Brss.-Antw-
58,46
58,58
58,47
58.59
Chriitiania.
112,29
112,51
112,33
112,53
flopznbaocn
112,01
112,45
112,29
112,51
Stockholm -
112,51
112,73
112,55
112.77
Helsingsors-
10,585
10,604
10,588
10,608
Italien. . .
London. . .
.2,065
22,105
22,07
22,11
20,432
20,472
20,441
20,481
Ncunork . .
4,2105
4,2185
4,2125
4,2205
Paris....
Schwei; . .
16,455
16,495
16,455
16,495
81,115
81,275
61,16
81,32
Spanien .
59,69
59,81
60,06
60,18
Japan . ..
1,885
1,389
1,884
1,888
Rio de Jmr.
0,502
0,504
0,500
0,502
Die» in D--
£cft. abgcit
59,135
59,255
59,195
59,315
Prag . . . .
12,461
12,481
12,466
12,486
Belirad . .
7,407
7,421
7.407
7,421
Budapest. -
73.41
73,35
73,40
73,54
Bul'aricn
3.044
3,050
3,047
3.053
Lissabon -
13,38
18,92
18,90
18,94
Danz'g. - .
81,66
81,82
81,69
81,85
Konsl ntm.
2,060
2,064
2,056
2,060
Athen. . .
5,455
5,465
5,455
5,465
Cauada
4,183
4,191
4,182
4,190
Uru uan .
4,076
4,084
4.076
4,084
Cairo • ■ -
20,955
20,995
20.966
21,006
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angesührien Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent
ntanffurt a M.
Benin
Schluss, ftitte
l-Uhr. Kure
Schluss-fAnsang
Muts
Kurs
Datum
7.5.
85.
7 5.
8 5-
6% Di. Neichsanleihe o. 192/ .
Dl. Ant.-Ablos.-Schulb mit Aus
87,25
—
87,5
—
los.-Rechlen
51,8
51,8
52
51,9
10,9
Tesgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 7% Franks. Hl,V -Bk. lSoldps. un
10,7
10,7
10,25
kündbar bis 1932 .
<7i% Rheinische Hssp.-Bank Liou
88
—
-
-
(Soldps. . .
Ll.E.G. abg. BorkriegS-Obligatton.
75,3
—
—
—
rückzahlbar 1932
87,75
_
—
—
4% Schweiz. Bundesb.-Ani..
101,5
4% Lesterretchische Goldrte.. .
30,25
_
30
4,üu% Celten. Silberne.....
2.6
_
2.75
4% Oesterreich, einheitl. Nie
1,9
_
4% Ungarische Golbrie.
23,5
_
23,5
4% Ungarische Staatsr. v. 1910
20,4
—
20,65
4Yi% be#gl. Don 1913
4% Ungarische Kronenrte.. .
—
___
22
1,9
-
4% Türk. Zvllanleihe v. 1911 . .
4% Türkische Bagdadbahn-Anl..
9
—
9,2
—
Serie 1
—
—
8,75
4% besgl. Serie II......
-
8,5
4% Rumänen convert. Rte. . - -
7,8
_
47i% Rumänen (BolbanL von 1913
16,5
—
16,65
—
0110. Deutsche Eisenbahn . . 4>/2
—
_
_
Hamburg-Amerika Paket ... 8
—
122,5
121,65
122
Hanib.-Südam. Damvssch. . . 8
Hansa Dampfschiff io
—
—
151,5
152,75
Norddeutscher Lloyd . . .8
113,25
—
113,4
113,6
vlllg. Deutsche Creditanll. . . 10
125,25
126,5
125,75
125,75
Barmer Bankverein io
127,25
Berliner HandelSgesellsch, . . 12
—
_
215,5
216,75
Commerz- und PNvat-Bank 11
188
188,5
189,75
188,5
Darmst. u. Nationalbant 12
Deutsche Bank io
263,5
162,5
263,25
162.5
263
162,75
DiSkonto-Kesellschall Anl.. . io
154
|
154
154,25
Dresdner Bank . . io
Mitteldeutsche Crebühatd ... 9
159,25
159,25
159,25
159,25
Metallbanf.........8
ReichLbaick ....... 12
309
—
311
314,25
Frankfurt a. M.
Berlin
Schluss- Kurs
l-Uhr. Kurs
Schluss- Kurs
Anfang Kurs
Datum
7-5-
85-
7-5-
85-
A.E.E. ......
Bergmann...... .
Eleltr. Lieferungen.....
Licht und fiiafl ..... ,"Zelten 4 Guilleaume.... Ges. f. Elektr. Untern.. ... Hamb. Elektr. Werke .... Rhein. Elektr.......
Schlei. Elektr. ...... Schlicken ...... .
Siemens 4 Halske ..... TranSradio . . ......
Lahmever 4 Co.......
Buderus . . ......
Deutsche Erdöl......
Essener Steinkohle.....
Gelsenkirchener ... L 7i Harpener.........
Hoesch Eisen........
."Wie Bergbau.......
Kläcknenverke ...... Köln-Neuesten.......
Mannesmann.......
Mansselder........
Lberschles. Eisenb. Bedarf. . Sberschles. Kvkswerke .
Phönix Bergbau.....
Rheinische Braunkohlen . . . Rheinstahl . f. V* Jahr
Riebeck Montan......
Bereinigte Stahlw.....
Ctatil Minen . .....
Kali Aschersleben.....
Kaki Westeregeln......
Kaliwerk Salzdetfurth . . .
I- ®. Farben-Jndusme . . . Dunamit Nobel......
Scheideanstalt..... .
Goldschmidt . ...... RütgerSwerke . ...... Metallgelelllchakt......
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117,25
92,5
246
383,5
250,75
84
91,25
130
172,5
217
215
249
385,5
73
116,75
133
134,25
118
119,5
240
246
387
254
=
91,25
131,5
172 217,75 158,5 214,5 143,5
227 142,5
166 192,5
247 383,65 147,75
165
72 115,75
118,5 131,5
134
120 213,25 103,5
119
118 129
84 106 90,13 288,5 118,25
93
66.9 238,65
246 385
251,5 117,65
84
91
130,9
172,9 217
159,6 215
143,5
228 143,75
167 191
248,4 385,75 149,75 167,25
117
119
131,5 135,5
121,13
103 116,25
117,4 130
83,79 106,75
90,25 289,5
119,75
92-5 66,75 240,5 247,5 388,9
355
84,5 92
Frankfurt a M.
Berlin
Schluss- Kurs
1 Uhr- Kurs
Schluss- Kurs
Anfang- Kurs
Datum
7.5.
8-5-
7-5.
85-
Phütvv Hoizmann......<
115,75
—
115,5
116
Heidelberger Cement .... 10
—
147,75
—
Gement Karlstadt . . .... 8
177
—
—
Watch 4 Freitag......10
127,75
126,75
—
Schultheis Patzenhoser ... 15
—
—
302
305
Cfliverlc.........1'2
—
244
246
Ber. Glanzstosf......18
446
449,5
448
450
B.-mberg.........14
—
—
347
350
Zellstoff Waldhos.....12
255,5
258,75
257
258
Zellstoff Aschaffenburg ... 12
—
—
188
Eharlotlenburger Wasser ....
——
—
112,75
113,75
Dessauer Kas........8
—
—
211
210
Daimler Motoren......O
55,5
55,5
55,5
55,5
Deutsche Maschinen-Fabrik . . O
52
52,25
Adlerwerke ftteoer......5
—
50
49
Ludw. Loewe.......10
—
—
213,75
212
Nat. Auwmobil ...... O
-
_
27,65
29
Srenstein 4 Koppel.....5
—
—
93
93,5
Leonhard Tiey ....... 6
—
—
290
290
Bamag-Meguin ....... O
—
Franks. Maschinen ...... C
54
_
53
_
Grihner ........11
86,4
—
86,5
_
Henligenstaedt ....... 0
—
_
Junghans........ . 4
64,5
—
66,5
_
Lechwerke....... 8
114.5
_
Mainkrastwerke........
108
_
_
_
Miag..... 10
Nekarsulmer ........ 8
122,65
15
124,75
Beters Union ........ 8
123
_
123,5
_
Gebt. Roeder.......10
111,5
_
Boigt 4 Hacfsner ...... 8
205
_
205
Südd. Zucker ......8
152
153
150,75
—
Banknoten
Berlin. 7- Mai
Geld
Brief
vinnTitaiintDe Noten.....
4.208
4,228
Belgische Noten .......
RR RR
Dänische Noten .......
11L95
112,39
Englische Noten........
20,405
20,485


