Ausgabe 
8.5.1929
 
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Filmindustrie eng verknüpft. Sie stoßen nach allen Dichtungen vor, das eine Ziel im Qluge: ihre neue Macht zu konstituieren. Sie sind vor allem an den Erfolgen des Tonfilms und an der Verdrängung des stummen Films lebhaft inter­essiert. Sie wollen gleich beim ersten Ansturm dem Tonfilm die Basis für immer breitere Ex­pansion sichern.

Diese Tatsachen gewähren einen Einblick hinter die Kulissen der großen Tonfilmsensation und werfen ein Licht auf die im Hintergrund ver­steckten eigentlichen Motoren des Kampfes zwi­schen Tonfilm und dem stummen Film.

Eegen diese Offensive haben sich nun die Film­produzenten Amcrikas, die ihre glänzendenExisten- zen bedroht sehen, zusammengeschlossen. Der Filmkrieg entbrennt. Wer da Sieger bleiben wird - das wäre nicht die richtige Frage­stellung, denn solche Kämpfe zweier wirtschaft­lich starker Gegner enden gewöhnlich mit einem Kompromiß. Wenn es auch den Elektrokonzernen nicht gelingen sollte, die heutigen Filmkönige zu entthronen, zielen sie darauf ob, zumindest mit ihnen die Herrschaft zu teilen.

So sicht das amerikanische Problem: stummer Filin oder Tonfilm, von der Rähe aus. Dor diesem finanziell-industriellen Kampf sind alle ästhetischen Einwendungen und Postulate ohn­mächtig. Jene Faktoren werden auch allein über die Zukunft, jedenfalls über die nächste Zukunft, des stummen Films und des Tonfilms, entschei­den. Ihre Sprache ist mächtiger als die noch so eindringlichen und bedeutungsvollen 'künstle­risch-kritischen Ermahnungen. 3. St.

Tumen, Sport und Spiel.

V. f. B.

Ani Himmelfahrttag empfängt die Liga- m an n sch ast die Liga des D. f. L. Frank­furt a. M. - S ü d (Sachsenhausen) xum Gesell­schaftsspiel. Die Gäste gehören zur süddeutschen Kreisliga und haben in der verflossenen Der- bandsspiclserie recht gute Ergebnisse erzielt. So konnten sie u. a. dem jetzigen Kreismeister, D.f.B. ^Friedberg, durch ein Pinentschieden und einen Sieg drei Punkte abnehmcn. Die bekannten jFranksurterGermanen" mußten ebenfalls eine Niederlage von ihnen hinnehmen. Auch sonst geht den Gästen ein guter Ruf voraus. Dor allem sollen sie einen guten Kombinationsfuß­ball spielen und auch technisch auf der Höhe sein. D.f.B. hat auch diesmal wieder die dienstlich verhinderten Böttiger und Henrichs zu ersehen, steht aber im übrigen in stärkstmög- lichster Aufstellung. Die Mannschaft muß schon in sehr guter Form sein, wenn sie gewinnen will. Tie Leistung, die sie am vorletzten Sonntag gegen Germania" Fulda aufbrachte, wird kaum hin­reichen, den spielstarken Frankfurtern auch nur ein Unentschieden obzuringen. In erster Linie müssen die Einheimischere bedeutend mehr Energie rrnd Begeisterung ausbringen, wenn sie ihr auf beachtenswerter Stufe stehendes spielerisches Können entsprechend in zählbare Erfolge um- schen wollen. Der Ausgang des Treffens ist offen.

Die spieleifrige A. - H. - M a n n s ch a f t hat siü) den Alten Herren des Braunfelser Sportvereins zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet, und sollte aller Doraussicht nach -einen klaren Sieg mit nach Hause bringen, vor­ausgesetzt, daß ihr die Gastgeber tatsächlich auch nurAlte Herren" entgegenstellen.

Don der 2 u g e n d a b t e i lu n g ist am Don­nerstag nur die zweite Mannschaft auf dem Plan. Sie hat im Pflichtspiel auf eigenem Platz Heuchelheims erste Jugend zum Gegner. D.f.B. wird im besten Fall nur knapp gewinnen können.

Daten für Donnerstag, 9. Mai.

1525: der italienische Kirchenkomponist Giovanni Picrluigi da Palestrina geboren (gestorben 1594); 1760: Graf Nicolaus Ludwig von Zinzendorf, Stifter der Brüdergemeinde in Herrnhut, gestorben (ge­boren 1700); 1796: Joseph Meyer, der Gründer des Bibliographischen Instituts, in Gotha geboren (gestorben 1856); 1805: Friedrich von Schiller in Weimar gestorben (geboren 1759).

Daten für Freitag, 10. Mai.

1885: der Dramatiker Fritz von Unruh in Koblenz geboren; 1904: der Afrikareisende Henry Morton Stanley (James Rowland) in London gestorben (ge­boren 1841).

Sprechstunden der Redaktion

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

Wirtschaft.

Oie Lage der Kunstseideindustrie.

In der gestrigen Generalversammlung der Der- einigte Glanzstoff-Fabriken A.-G. in Elberfeld machte der Vorsitzende einige allgemeine Aus­führungen über die Lage der Kunstseide- i n d u st r i c. Es unterliege wohl keinem Zwei­fel, so führte er u. a. aus, daß sich die Kunst- fcideindustrie gegenwärtig in einer Krise be­finde. Der große Aufschwung im Iahre 1927 fjabc in allen Ländern zu einem wahren Grün­dungsfieber neuer Kunstseidefabriken und zu gewaltigen Produktionserwei­terungen geführt, die sich allmählich im Iahre 1928 auswirkten. Es sei eine Ileberpro- d u k t i o n in den normalen und Durchschnitts­qualitäten entstanden. Der plmstand, daß etwa die Hälfte des deutschen Bedarfs an Kunst­seide auch im Iahre 1928 von ausländischen Produzenten befriedigt wurde, zeige, daß die deutsche Industrie an sich in der Lage wäre, ihre ganze Produktion auf dem deutschen Markt unterzubringen. Trotz der Störung auf dem Kunstseidemarkt im allgemeinen habe die Ge­sellschaft ihre führende Rolle auf dem Gebiete der Qualitätsseiden in verstärktem Matze fort­gesetzt. Was den Gesamtmarkt und die Gesamt­industrie anlange, so werde es im Augenblick nicht möglich sein, die Krisenerschei­nungen durch eine angemessene Erhöhung der reduzierten Preise zu überwinden. Erfreulicherweise hätten sich in den letzten Wo­chen bereits Anzeichen einer Besserung be­merkbar gemacht. Die Absatzzifsern seien erheb­lich gestiegen. Trotz dieser Anzeichen einer Besse­rung feien für die deutsche Kunstseideindustrie noch Probleme zu lösen, vor allem die Frage des Z o l l s ch u h e s und weiter die Frage einer Intercssenverständigung der Pro­duzenten sowohl auf den deutschen, toie auf den internationalen Märkten. Es dürfe von den deutschen Produzenten erwartet werden, daß die eingeleiteten Derhandlungen über eine wirk­same Derständigung zu einem gedeihlichen Abschluß führten. Was die internationale Derständigung betreffe, so sei dieses Pro­blem bereits nach verschiedenen Richtungen be­arbeitet worden. Die Frage sei für Glanzstoff von um so gröberer Bedeutung, als die Gesell­schaft 1928 ihre ausländischen Interessen wieder ganz erheblich erweitert habe. In dieser Rich­tung der internationalen Regelung liege auch die Gründung der amerikanischen Finanz­gesellschaft, der Associated Rayon Cor­poration, ein Geschäft, das der Glanzstoffgesell­schaft finanziell erheblichen Ruhen gebracht habe.

Die G.-D. genehmigte den vorgelegten Ab­schluß gegen 2 Stimmen und bei Stimmenthal­tung eines Aktionärs.

*

* Bon der Frankfurter Börse. Zn den Monaten Juli und August fällt die Wertpapierbörse an Samstagen aus.

* Der Saaten ft and im Deutschen Reich Anfang Mai. Durch das vorherr­schend kalte und rauhe Aprilwetter ist das Pflan­zenwachstum allgemein stark gehemmt worden. Die Entwicklung der Wintersaaten bleibt daher gegen normale Iahre erheblich zurück; doch lau­ten die 'Beurteilungen über den Stand der Saa­ten, von einigen Gebietsteilen in Westdeutschland abgesehen, nicht ungünstig. Weniger günstig wird zur Zeit über den Stand der Futterpflanzen und Wiesen berichtet, die bis jetzt nur ein sehr mäßiges Wachstum aufweisen. Die Aussaat des Sommer­getreides hat sich bei den ungünstigen Witte­rungsverhältnissen stark verzögert. Sie konnte bis jetzt nur in Süddeutschland und in den niederen Lagen Mitteldeutschlands beendet werden. Die Bestellung von Kartoffeln ist nunmehr fast überall im Gange. Unter Zugrundelegung der Zahlen­noten 2 == gut, 3 mittel, 4 gering ergibt sich im Reichsdurchschnitt folgende Begutachtung: Winterroggen 2,9 (Dormonat 2,8), Winterweizkn 3,0 (2,9), Winterspelz 2,6 (2,6), Wintergerste 3,5 (3,3), Klee 3.2, Luzerne 3,0, Bewässerungswicsen 3,2, andere Wiesen 3 4. Die Auswinterungsschäden sind, soweit eine Beurteilung bereits möglich war, bei Winterweizen ziemlich umfangreich, bei Win­tergerste sehr erheblich, bei den übrigen Frucht­arten halten sie sich in mäßigen Grenzen.

* R.A.G. 5,41 Mill. M k. Derlust. Der Iahresabschluß der Rationalen Automobil-Ge­sellschaft A.-G., Berlin-Oberschöneweide, weist nach Derrechnung des Gewinnvortrages von 451 957 Mk. und des ordentlichen Reservefonds von 1 855 286 Mk., sowie nach Abschreibungen von 20 Prozent auf Halb- und Fertigfabrikatc in Höhe von 2 525 845 Mk., die mit Rücksicht auf die ungeklärte Lage geboten erschienen, einen Verlust von 5 408 479 Mk. aus, der auf neue

Rechnung vorgetragen werden soll. Als Ursache der ungünstigen Lage der deutschen Automobil­industrie wird die durch eine verfehlte Zollpolitik besonders begünstigte Auslandinvasion bezeich­net. Die technische Leistungsfähigkeit der R. A. G. beweise die Steigerung des plmsahes auf 50 Mill. Mark, aber teilweise zu unauskömmlichen Preisen.

* Emag Elektrizitäts A.-G., Frank­furt a. M. Der Aufsichtsrat schlägt der auf den 29. Mai einzuberufenden G.-D. eine erhöhte Dividende von 8 (i. D. 7) Prozent vor. Die Ge­sellschaft war im abgelaufenen Geschäftsjahr gleichmäßig gut beschäftigt, und es konnte eine erhebliche plmsahsteigerung erzielt werden. Im neuen Iahre sei der Auftragseingang größer als im Dorjahrc.

* Lederwerke Martin Zimmer, A.-G., Offenbach a. M. In einer Gläubigeroersamm­lung der Gesellschaft, über deren Vermögen das gerichtliche Bergleichsoerfahren eröffnet wurde, kamen die Gründe, die zu den Schwierigkeiten ge­führt haben, nochmals ausführlich zur Erörterung. Die oorgelegte Bilanz sei unhaltbar, und der Status müsse revidiert werden. Nach Befriedigung der ge­sicherten Gläubiger verbleibe für die ungesicherten voraussichtlich nur eine geringe Abfindung.

* Faber 8- Schleicher, A.-G., Offen­bach a. M. Nach dem Bericht stieg der Absatz der Gesellschaft im Jahre 1928 im In- und Auslande. Aus dem nach 127 000 (68 000) Mark Abschreibun­gen verbleibenden Reingewinn von 190 000 (160 000) Mark werden bekanntlich 10 (8) o. H. Dividende auf 1,40 Millionen Mark Aktienkapital verteilt und 66 000 (63 000) Mark vorgetragen. Auftragsbestand und -Eingang im neuen Jahre seien bis jetzt zu­friedenstellend. Die Generalversammlung geneh­migte den Abschluß.

Frankfurter Börse.

F rankfurt a. M., 8. Mai. Tendenz freund­lich. Gleich zu Beginn der heutigen Börse machte sich, nachdem schon zum Schlüsse der gestrigen Abend­börse Jnteressenkäufe vorlagen, eine freund­lichere Stimmung bemerkbar. Man war hinsichtlich der Pariser Konferenz obwohl hauptsächlich von französischer Seite die Taktik an­gewandt wird, die Verhandlungen immer noch hin­auszuschieben, da eine Uneinigkeit hinsichtlich der Verteilung der Annuitäten besteht weiter opti- m i st i s ch gestimmt, da man in Börsenkreisen der Ansicht ist, daß ein günstiges Endergebnis nicht mehr in Frage gestellt werden kann. Kurz vor Beginn des offiziellen Marktes setzte eine starkeAufwärts- beroegung ein, doch gaben die Kurse zur ersten Notierung wieder leicht nach, da eine Bestä­tigung von verschiedenen kursierenden Gerüchten ausblieb. Das Geschäft nahm aber wieder recht lebhafte F o r m e n an. Spezialwerte waren führend, besonders für Salzdetfurth bestand mit plus 4,75 v. H. Interesse. Auch Elektrowerte waren lebhafter gefragt, da hier das Ausland mit Kalif­aufträgen an den Markt kam. Schlickert gewannen 4,5, Siemens 3,5, Licht & Kraft 3 und AEG. 2 v. H. Interesse bestand noch für J.-G.-Farben, die 3,75 v. H. höher lagen. Auch Zellstoffwerte gewan­nen bis zu 3,5 v. H. Am Montanmarkt waren die Umsätze sehr bescheiden, doch gingen die Besserungen bis zu 1,5 v. H. Am Bankenmarkt war das Geschäft ebenfalls klein. Deutsche Linoleum plus 1,5 v. H., aber ohne nennenswerten Umsatz. Gleich nach Fest­setzung der ersten Kurse schritt die Spekulation zu I n t e r e s s e k ä u f e n , und die Kurse konnten sich durchschnittlich um weitere 2 v. H. erholen. Glanzstoff plus 3,5 v. H., Renten still. Deutsche An­leihen behauptet. Am Auslandsrentenmarkt bestand für Anatolier bei anziehendem Kurse lebhafteres Interesse. Im Verlaufe unterlag die Börse mehr­fachen Schwankungen. Zeitweise lagen die Kurse weiter höher, doch gingen die Gewinne in gewissem Maße wieder verloren, aber die anfänglichen Besse­rungen blieben erhalten. Teilweise lagen die Kurse sogar noch bis 2 v. H. über Anfang. Die Stimmung blieb freundlich, eine gewisse Nervosität war jedoch nicht zu verkennen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2162, gegen Pfund 20,464, London gegen Kabel 4,8522, gegen Paris 125,20, gegen Mailand 92,61, gegen Madrid 33,75, gegen Holland 12,07.

Berliner Börse.

Berlin, 8. Mai. Die heutige Börse eröffnete in fester Haltung. Die Kurse waren zwar nicht ganz so fest, wie man vorbörslich erwartete, die Gewinne gegen gestern mittag gingen aber immer noch bis zu 3 v. H., vereinzelt darüber hinaus. Auch heute lagen Aus landorders vor, aber nicht mehr so viel wie gestern und nur für wenige Papiere. Die Börse bekundete eher Abgabeneigung, doch wurde immer noch vorsichtig operiert. Im übrigen dürste immer noch ein bei einigen Papieren ziemlich erhebliches Decouvert bestehen, so daß es keine Schwierigkeiten macht, die Kurse mit geringen An­forderungen nach oben zu manipulieren. Wenn auch nichts besonderes aus Paris vorlag, so hielt doch die

günstige Beurteilung der Lage an. Zu beachten bleibt u. E. immer noch der Geldmarkt, an dem auch heute noch keine Erleichterung cingetreten ist. Tagesgeld nannte man mit 8,5 bis 10,5 v. H. und nur vereinzelt darunter mit 8 v. H. Monatsgeld war sogar eher noch steifer mit 9 bis 10 v. H. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer geschäfts­los. Anatolier etwas fester. Pfandbriefmarkt gehal­ten. Nach den ersten.Kursen wurde die Tendenz un­sicher, und die Notierungen gaben meist leicht nach. Gerüchte, daß die Verhandlungen in Paris zu einem Abschluß gekommen seien, fanden bisher keine Bestätigung.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 8. Mai. Der Produkten­markt verkehrte heute auf die wiederum flauen Auslandmeldungen, namentlich auf den starken Preisrückgang in Winnipeg, in stärkster Zurück­haltung und wieder ausgesprochen flauer Hal­tung. Die Preise sind im allgemeinen, außer für Brotgetreide, bei dem ziemlich knappen Inland- angebot und sehr beschränkter Rachfrage wieder 0,25 Mark weiter rückgängig. Es wurden notiert: Weizen 24; Roggen 22,75; Sommergerste für Drauzwecke 23,75 bis 24; inl. Hafer 23,75; Mais (gelb) für Futterzwecke 21,50 bis 21,75; Weizen- mehl, süddeutsches Spezial 0, 31,75 bis 32,25; Roggenmehl 30 bis 31; Weizenkleie 12,75; Dog- genkleie 13,25 Mk. Tendenz: flau.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

F r a n k f u r t a. M., 8. Mai. Auftrieb: 55 Rin­der, 1148 Kälber, 120 Schafe, 540 Schweine Cs kosteten: Kälber: beste Mast- und Saug- kälber 78 bis 82, mittlere Mast- und Saugkälber 73 bis 77, geringe Kälber 65 bis 72; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 72 bis 76, von etwa 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 73 bis 76, von etwa 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 74 bis 77, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfd. Lebendge- wicht 70 bis 75. Marktverlauf: Bei allen Dieh- gattungen anfangs rege, später abflauend, aus- verkauft. Beste Mastkälber über Rotiz.

Letzte Nachrichten.

Oie Folgen des Attentats von Kowno.

Der Reffe des Ministerpräsidenten gestorben.

Memel, 8. Mai. (MTB. Funkspruch.) 3m Laufe der Rocht ;um Dienstag und des gestrige« Tages wurden 58 Personen verhaftet und weitere Haus­suchungen vorgenommen. Gestern nachmittag sand auf dem Platze der Unabhängigkeit an der Garni­sonkirche eine Protestkundgebung statt, der einige tausend Personen beiwohnten, wie gestern in den Abendstunden zu hören war, ist d e r kleine Reffe von woldemaras feinen Ver­letzungen erlegen. Auch der Gesundheitszu­stand des Hauptmanns Virbickas ist besorgnis­erregend. Sämtliche Vertreter des diplomatischen Korps haben woldemaras ihr Beileid und gleich­zeitig ihre Genugtuung über seine Rettung zum Ausdruck gebracht. 3n der Stadt und im ganzen Lande herrscht Ruhe.

Professor Einstein Ehrendoktor von Paris.

Paris, 8. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die Uni­versität Paris hat Professor Einstein die würde eines Dr. h. c. verliehen.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Donnerstag, den 9. Mai. Christi Himmelfahrt.

Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker. 3o- hanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; 11: Kinder­kirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausseid. Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz. Elifabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas. Klein-Linden. 9; Hauptgottesdienst. wieseck. 9.30. Alten-Buseck. 10. Kirchberg. 10: Kirch­berg. Hausen-Garbenteich. 10: Hausen; 1: Garben­teich. Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottes­dienst. Lich. 9.30: Missionar Kaufmann; 10.45: Kindergottesdienst; 3: Missionsfest in der Weilbach; Missionar Kaufmann. Kloster Arnsburg. 10: Stiftsdechant Kahn.

katholische Gemeinden.

Mittwoch, den 8. Mai.

Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte.

Donnerstag, den 9. Mai. Christi Himmelfahrt.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommu­nion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 2: Vesper mit Segen. Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. Lich. 10: Hochamt mit Predigt. Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt.

SountagflötruftM. 'llcr.ite u. Uvotbeken am 9.5.29 S.-R.l)r.Schlievhake. vr. Steinreich. Hirschapokheke.

Zahnarzt: Dr. Schöttler. 13D

Lombardzinsfuß 8,5 Prozent.

Berlin 7- Mai

Geld

Brief

französische

Noten. . .

e .

16.48

16.54

Holländische Italienische Norwegische

Noten . . .

Noten . . .

.

169,12

22,12

169,80

22,20

Noten......

112,03

112,47

Deutsch-Oesterr-, ä 100 Kronen

59.06

59.30

Rumänische

Noten . . .

2,515

2,535

schwedische 9/otcn . . .

112,25

81.14

112.69

81,46

Schweizer Noten ....

Svanische Noten ....

60,03

60.27

Tschechoslowakische Noten . .

12,48

12,54

ungarische Noten ...

73,20

73,50

Devisenmarkt Berlin

-Frankfurt a. M.

Telegraphische

Auszahlung.

7. Mai

8- Mai

Amtliche Notierun

Amtliche Notierung

Geld

Bne

Geld

Brief

Ämit.-Ron-

169,26

169.60

169,34

169,68

Buen.-Aires

1,772

1,776

1.771

1.775

Brss.-Antw-

58,46

58,58

58,47

58.59

Chriitiania.

112,29

112,51

112,33

112,53

flopznbaocn

112,01

112,45

112,29

112,51

Stockholm -

112,51

112,73

112,55

112.77

Helsingsors-

10,585

10,604

10,588

10,608

Italien. . .

London. . .

.2,065

22,105

22,07

22,11

20,432

20,472

20,441

20,481

Ncunork . .

4,2105

4,2185

4,2125

4,2205

Paris....

Schwei; . .

16,455

16,495

16,455

16,495

81,115

81,275

61,16

81,32

Spanien .

59,69

59,81

60,06

60,18

Japan . ..

1,885

1,389

1,884

1,888

Rio de Jmr.

0,502

0,504

0,500

0,502

Die» in D--

£cft. abgcit

59,135

59,255

59,195

59,315

Prag . . . .

12,461

12,481

12,466

12,486

Belirad . .

7,407

7,421

7.407

7,421

Budapest. -

73.41

73,35

73,40

73,54

Bul'aricn

3.044

3,050

3,047

3.053

Lissabon -

13,38

18,92

18,90

18,94

Danz'g. - .

81,66

81,82

81,69

81,85

Konsl ntm.

2,060

2,064

2,056

2,060

Athen. . .

5,455

5,465

5,455

5,465

Cauada

4,183

4,191

4,182

4,190

Uru uan .

4,076

4,084

4.076

4,084

Cairo -

20,955

20,995

20.966

21,006

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angesührien Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7,5 Prozent

ntanffurt a M.

Benin

Schluss, ftitte

l-Uhr. Kure

Schluss-fAnsang

Muts

Kurs

Datum

7.5.

85.

7 5.

8 5-

6% Di. Neichsanleihe o. 192/ .

Dl. Ant.-Ablos.-Schulb mit Aus

87,25

87,5

los.-Rechlen

51,8

51,8

52

51,9

10,9

Tesgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 7% Franks. Hl,V -Bk. lSoldps. un

10,7

10,7

10,25

kündbar bis 1932 .

<7i% Rheinische Hssp.-Bank Liou

88

-

-

(Soldps. . .

Ll.E.G. abg. BorkriegS-Obligatton.

75,3

rückzahlbar 1932

87,75

_

4% Schweiz. Bundesb.-Ani..

101,5

4% Lesterretchische Goldrte.. .

30,25

_

30

4,üu% Celten. Silberne.....

2.6

_

2.75

4% Oesterreich, einheitl. Nie

1,9

_

4% Ungarische Golbrie.

23,5

_

23,5

4% Ungarische Staatsr. v. 1910

20,4

20,65

4Yi% be#gl. Don 1913

4% Ungarische Kronenrte.. .

___

22

1,9

-

4% Türk. Zvllanleihe v. 1911 . .

4% Türkische Bagdadbahn-Anl..

9

9,2

Serie 1

8,75

4% besgl. Serie II......

-

8,5

4% Rumänen convert. Rte. . - -

7,8

_

47i% Rumänen (BolbanL von 1913

16,5

16,65

0110. Deutsche Eisenbahn . . 4>/2

_

_

Hamburg-Amerika Paket ... 8

122,5

121,65

122

Hanib.-Südam. Damvssch. . . 8

Hansa Dampfschiff io

151,5

152,75

Norddeutscher Lloyd . . .8

113,25

113,4

113,6

vlllg. Deutsche Creditanll. . . 10

125,25

126,5

125,75

125,75

Barmer Bankverein io

127,25

Berliner HandelSgesellsch, . . 12

_

215,5

216,75

Commerz- und PNvat-Bank 11

188

188,5

189,75

188,5

Darmst. u. Nationalbant 12

Deutsche Bank io

263,5

162,5

263,25

162.5

263

162,75

DiSkonto-Kesellschall Anl.. . io

154

|

154

154,25

Dresdner Bank . . io

Mitteldeutsche Crebühatd ... 9

159,25

159,25

159,25

159,25

Metallbanf.........8

ReichLbaick ....... 12

309

311

314,25

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluss- Kurs

l-Uhr. Kurs

Schluss- Kurs

Anfang Kurs

Datum

7-5-

85-

7-5-

85-

A.E.E. ......

Bergmann...... .

Eleltr. Lieferungen.....

Licht und fiiafl ..... ,"Zelten 4 Guilleaume.... Ges. f. Elektr. Untern.. ... Hamb. Elektr. Werke .... Rhein. Elektr.......

Schlei. Elektr. ...... Schlicken ...... .

Siemens 4 Halske ..... TranSradio . . ......

Lahmever 4 Co.......

Buderus . . ......

Deutsche Erdöl......

Essener Steinkohle.....

Gelsenkirchener ... L 7i Harpener.........

Hoesch Eisen........

."Wie Bergbau.......

Kläcknenverke ...... Köln-Neuesten.......

Mannesmann.......

Mansselder........

Lberschles. Eisenb. Bedarf. . Sberschles. Kvkswerke .

Phönix Bergbau.....

Rheinische Braunkohlen . . . Rheinstahl . f. V* Jahr

Riebeck Montan......

Bereinigte Stahlw.....

Ctatil Minen . .....

Kali Aschersleben.....

Kaki Westeregeln......

Kaliwerk Salzdetfurth . . .

I- ®. Farben-Jndusme . . . Dunamit Nobel......

Scheideanstalt..... .

Goldschmidt . ...... RütgerSwerke . ...... Metallgelelllchakt......

. 9 ir 10

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12

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. 5 . 6 . k

3.4 . 6 . 8 . 8 . 7 . v . 8

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*. 9 . 6 . 6

11

171

212

143

226

244,5

382

165

130,5 133

214

103

116,75

90

286

117,25

92,5

246

383,5

250,75

84

91,25

130

172,5

217

215

249

385,5

73

116,75

133

134,25

118

119,5

240

246

387

254

=

91,25

131,5

172 217,75 158,5 214,5 143,5

227 142,5

166 192,5

247 383,65 147,75

165

72 115,75

118,5 131,5

134

120 213,25 103,5

119

118 129

84 106 90,13 288,5 118,25

93

66.9 238,65

246 385

251,5 117,65

84

91

130,9

172,9 217

159,6 215

143,5

228 143,75

167 191

248,4 385,75 149,75 167,25

117

119

131,5 135,5

121,13

103 116,25

117,4 130

83,79 106,75

90,25 289,5

119,75

92-5 66,75 240,5 247,5 388,9

355

84,5 92

Frankfurt a M.

Berlin

Schluss- Kurs

1 Uhr- Kurs

Schluss- Kurs

Anfang- Kurs

Datum

7.5.

8-5-

7-5.

85-

Phütvv Hoizmann......<

115,75

115,5

116

Heidelberger Cement .... 10

147,75

Gement Karlstadt . . .... 8

177

Watch 4 Freitag......10

127,75

126,75

Schultheis Patzenhoser ... 15

302

305

Cfliverlc.........1'2

244

246

Ber. Glanzstosf......18

446

449,5

448

450

B.-mberg.........14

347

350

Zellstoff Waldhos.....12

255,5

258,75

257

258

Zellstoff Aschaffenburg ... 12

188

Eharlotlenburger Wasser ....

112,75

113,75

Dessauer Kas........8

211

210

Daimler Motoren......O

55,5

55,5

55,5

55,5

Deutsche Maschinen-Fabrik . . O

52

52,25

Adlerwerke ftteoer......5

50

49

Ludw. Loewe.......10

213,75

212

Nat. Auwmobil ...... O

-

_

27,65

29

Srenstein 4 Koppel.....5

93

93,5

Leonhard Tiey ....... 6

290

290

Bamag-Meguin ....... O

Franks. Maschinen ...... C

54

_

53

_

Grihner ........11

86,4

86,5

_

Henligenstaedt ....... 0

_

Junghans........ . 4

64,5

66,5

_

Lechwerke....... 8

114.5

_

Mainkrastwerke........

108

_

_

_

Miag..... 10

Nekarsulmer ........ 8

122,65

15

124,75

Beters Union ........ 8

123

_

123,5

_

Gebt. Roeder.......10

111,5

_

Boigt 4 Hacfsner ...... 8

205

_

205

Südd. Zucker ......8

152

153

150,75

Banknoten

Berlin. 7- Mai

Geld

Brief

vinnTitaiintDe Noten.....

4.208

4,228

Belgische Noten .......

RR RR

Dänische Noten .......

11L95

112,39

Englische Noten........

20,405

20,485