von denen 506 krgendwv stMagen enß verrosteten. ES bedurfte schon einer ganz besonderen Aufmunterung, wie sie in der ZoneS- White-Dill liegt, um die amerikanische Finanz- Welt -u veranlassen, sich in ein Geschäft zu wagen, in dem die Regierung so riesige Summen verloren hatte. Lind wenn man die starke finanzielle Beteiligung Onkel Sams auch an der Chapman-Reederei und allen anderen in Betracht zieht, kann man kaum behaupten, daß Onkel Sam so ganz „aus dem Geschäft heraus ist", wie eS die hiesigen Blätter frohlockend verkünden.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
* Klein-Linden, 7. April. Am Samstag sprach hier im Gaschos „Zur Burg" der Führer des Jungdeutschen Ordens in Hessen-Nas- san, Großkomtur Stößner (Arolsen) über das Thema olksnationale Aktion". Die öffentliche Versammlung war sehr gut besucht, und me Zuhörer, zum größten Teile dem Orden Fernstehende, folgten den Ausführungen des Redners mit großem Interesse. Ausgehend von den vielen Kämpfen, die der Jungdeutsche Orden während seines nunmehr zehnjährigen Bestehens siegreich bestanden habe, betonte der Redner, über allem Geschehen stehe die Nation, und alle deutschen Men- fdjen, die oom Parteihader angewidert seien, als Staatsbürger aber freudig und gerne ihrem Vaterlande die Hände zur Mitarbeit reichen wollten, die sollten durch die oolksnationale Aktion des Jungdeutschen Ordens erfaßt werden. Der Redner betonte besonders, daß der Orden niemals Partei werden würde, wie es in letzter Zeit oft geschrieben und gesprochen worden fei. Zur Erreichung seines Zieles fei die disziplinierte Organisation des Ordens zum Einsatz bereit, den politischen Gruppen ihre Unter- stützung zu geben, die sich bereits bilden. Von besonderem Interesse für die Zuhörer waren die Ausführungen über den jungdeutschen Staatsaufbau, welchen der Redner an Hand von klaren Bildtafeln zeigte. Ausgehend vom jetzigen Parteienstaat wies Stößner auf den einfachen jungdeutschen Staatsaufbau hin. Dieser sei im Manifest genau erklärt und diene als V o r s ch l a g, nicht ober als ein Mittel, welches unbedingt als allein richtig und fehlerfrei zu bezeichnen sei. Gewiß habe der Orden in seiner Organisation diesen Führeraufbau zehn Jahre erproben können und für gut befunden. Des- halb aber sei das Manifest wie ber "gange jungdeutsche Staatsgedanke matzgebenden Männern gegeben worden, die sich mit ihm beschäftigt haben und selbst keinen besseren Vorschlag machen können. Aus der Nachbarschaft, wo der p e r s ö n l i cd b e - kannte Führer gewählt wird, geht der Aufbau der Staatsleitung über Bezirks-, Gau- und Stam- mesführer bis zur obersten Spitze des Reiches, dem Reichsführer. Im Reichstage, im jungdeutschen Staatsoorschlag „Reichskapitel" genannt, sitzen dann dis vierzehn Stammesführer, deren Wahl von unten nach oben geschehend wiederum vom Reichsführer bestätigt wird. Hiernach ist jeder Führer verantwortlich und kann abgesetzt werden, wenn er un- fähig ist. Im Gegensatz zu heute, wo der gewählte Parteimann auf vier Jahre fest gewählt ist und der Staatsbürger keine Mittel hat, unbrauchbare Führer obzusetzen. Daß die volksnationale Aktion des Jungdeutschen Ordens alle Kreise interessiert, zeigte die dem Vortrage folgende Aussprache, bei welcher der Redner nochmals betonte, daß der Orden selbst niemals Partei werde. Das Wort „national" muffe wieder zur Geltung kommen. Jedoch nicht im heutigen Sinne, daß nur rechtsstehende Parteien „national" seien, sondern alle deutschen Menschen, die an der Gesundung unseres Volkes Mitarbeiten wollen, gleichgültig aus welchem Lager sie kommen, sollten sich national nennen können. Der Jungdeutsche Orden stehe nicht rechts oder links, sondern am weitesten vorn!
OO Klein - Li nden, 7. April. Angeregt durch stud. theoi. Knieriem (Worms, bzw. Klein- Linden) fand in der Zeit vom 2. bis 6. April in unserer Gemeinde eine Freizeit für männliche evangelische Zugendvereins- Mitglieder statt. .Der neue Mensch, die neue Gemeinschaft", das war die Losung, die dieser Freizeit, veranstaltet von Zugendvereinsmitgliedern der Luthergemeinde Worms und Pfedärs- heim, die mit 28 Mitgliedern erschienen waren, unb der hiesigen Gemeinde, zugrunde lag. Alle Gäste waren des Lobes voll über die echte Gastfreundschaft ihrer Klein-Lindener Quartiergeber. Die alltäglichen Morgenwachen und Abendandachten wurden von stud. theoi. Knieriem, Gustav Heinrich und dem Ortsgeistlichen, Pfarrer Bremmer, geleitet. Größere Ausflüge iti die weitere Llmgebung waren infolge der sehr ui^ünstigen Witterung nicht möglich gewesen. Den eröffnenden Zugendgottesdienst am 2. April hielt Pfarrer Bremmer. Für Pfarrer Becker (Gießen), der verhindert war, hatte Diasporapfarrer Trabant (Herbstein) den Dortrag über „Zu- gend und Kirche" übernommen. Der Dundesturn- wart des Hessenbundes, Studienrat Lauckhard (Worms), leitete die alltäglichen gymnastischen Hebungen. Sein Dortrag in der Kleinkinderschule am Donnerstagabend über .Sport" zeigte den Zugendlichen die richtigen Wege auf diesem Gebiete. namentlich warnend vor den Llebertreibun- gen und Auswüchsen bei dem Sport. Ferner hielten noch Dorträge für Zugendvereinsler: stud. theoi. Knieriem über .Wesen einer Freizeit" und .Unser Wollen, unsere Aufgabe" und Walter Schmahl (Worms) über „Tätige Mitgliedschaft". Am Freitagabend versammelten sich viele Gemeindemitglieder, auch Zugendvereinsler au« der Petrus- und Lukasgemeinde aus Gießen, im Saale des Gasthauses .Zur deutschen Eiche" zu einem Gemeindeabend. Bei Liedern der beiden Singegruppen der hiesigen Zugendvereinigung, Ansprachen, Reigen, Liedern zur Laute und einem Theaterstückchen der Wormser Zungscharen gingen die Stunden schnell dahin. Am Samstagmorgen fcmd mit einer Morgenwache, der PfarrerDrem- mer ^das Dibelwort .Freuet euch in dem Herrn zugrunde legte, die Freizeit ihr Ende.
„ l 2lu « dem südlichen Kreis Gießen, 7. Aprrl. Der starke Kälterückfall hat die Land- Wirte in ihrer beginnenden Arbeit jäh gestört. Schon sah man hier und da die Säem aschine. Meistens wurde Hafer, gemischt mit Futterpflanzensamen, ausgesät. Eiligen Gartenbesitzern erging es übel. Diele hatten schon Salat, Karotten, Erbsen und Zwiebeln gesät. Die Kälte verhindert — wenn sie auch wohl nicht viel schadet — aber jedes Wachstum. Besonders schlimm srnd die daran, die ihre hochstämmigen Rosen vom Winterschutz befreit und hochge- bunden haben. Da wird eS ziemlich Verluste gebsn. — Zn zahlreichen Gemeinden sieht man Die Landwirte mit dem Fällen alter Obst -
Geschichten aus aller Welt.
(aga) Neuyork.
Die unbekannte Flagge.
Beim Amtsantritt des Präsidenten Hoover hat sich etwas zugetragen, was man selbst in Washington, wo man an Ueberraschungen gewöhnt ist, nicht für möglich gehalten hätte.
Zn der vieltausendköpfigen, vom Regen durchweichten Menge, die sich vor dem Kapitol und in der Pennsylvania Avenue aufgepflanzt hatte, entbedte jemand am Flaggenmast über dem Senatsflügel de« Kapitols plötzlich eine ihm gänzlich unbekannte Flagge. Rein, fein Rachbar wußte auch nicht, was das für ein Banner sei. Siebt merkwürdig auS, nicht? Die Frage machte die Runde. Sie gelangte schließlich auch an einen .Sachverständigen". Der meinte, es könne sich nur um die Flagge des Senats handeln. Quatsch! Der Senat hat keine eigene Flagge! Ra, bann ist es eben die des Vizepräsidenten, der im Senat den Dorsitz führt! So was gibt's auch nicht, warf ein anderer ein. Schließlich entstand eine hitzige Debatte, die sich auf ganz Washington erstreckte. Die einen behaupteten, die Grundfarbe sei blau. Rot. behaupteten die anderen. Zn dem Sudelwetter war überhaupt nicht viel zu erkennen, die dritten. So? Was Sie nicht sagen? Zch habe doch deutlich das Kreuz in der Mitte gesehen, aber eins kann ich mir nicht erklären, wie der britische „Union Zack", die Flagge Englands, in die eine Ecke gekommen ist.
Rachdem man schließlich zu der Lleberzeuyung gelangt war, daß es sich wahrscheinlich um die neue Flagge des vatikanischen Staates handele, bemerkte jemand in der „Washington Post" einen kurzen Artikel mit deS Rätsels Lösung- es war wirklich und wahrhaftig der britisch „Union Zack", der vom Dach der heiligen Halle des Senats flatterte, als dort EortiS al« Vizepräsident und gleich darauf vor dem Kapitol Hoover als Präsident vereidigt wurde. Das Emblem Britanniens erscheint als Gösch in einer Ecke der Flagge Australiens, deren blaue« Feld das Sternenbild des südlichen Kreuzes trägt. Man machte ausfindig, daß ein paar junge ßeute aus Australien, die zu der Feier nach Washington gekommen waren, frühmorgens das Danner ihrer Heimat am Flaggenmast des Senats aufgezogen hatten. Wie sie dorthm gelangt sind, ist aber heute noch ein Rätsel.
Dewisse englandfeindliche Senatoren sollen einen gelinden Schlaganfall erlitten haben, als sie erfuhren, daß bei der Vereidigung eines amerikanischen Präsidenten Englands Fahne auf dem Kapitol aufgepflanzt war.
Die falsche Adresse.
(0 London.
Man spricht sehr oft vom „holden, glückbringenden" Zufall. Herr Stanley Reed aber könnte ein Lied davon fingen, daß der Zufall mitunter auch verteufelt unhold und sogar unheilbringend werden kann. Reed war bis vor kurzem — augenblicklich sitzt er hinter schwedischen Gardinen — bei einer großen Spediteurfirma angestellt und erhielt eines Tages den Auftrag, dem Chef des Bankhauses I. G. Peson einen Scheck über zweitausend Pfund zu überbringen. Zweitausend Pfund sind ein schönes Stück Geld, besonders für die Begriffe eines kleinen Beamten, der in zehn Jahren nicht so viel verdient. Reed verlor den Kopf und wollte, eraltiert wie er war, mit dem „Vermögen" nach Amerika durch- brennen. Er traute sich aber nicht, den Scheck selbst einzulösen und ging auf die Suche nach einem geeigneten Individuum. In der Wartehalle der Stra- ßenbahn stieß er nach langem Suchen auf einen schäbig gekleideten älteren Mann: der schien ihm der richtige zu sein. Er bot dem Alten eine Zigarette an und begann gleich: „W ollenSiezehn Pfund verdienen?" Der Mann erwiderte erstaunt, daß er natürlich gern zehn Pfündchen verdienen möchte: es frage sich nur, womit. „Wenn Sie mir diesen Scheck einlösen, erhalten Sie sofort das Geld." Der Alte warf einen flüchtigen Blick auf das wertvolle Papier und fragte dann etwas unsicher: „Wie kommen Sie zu diesem Scheck und weshalb soll ich ihn einlösen?" Nervös unterbrach Need den Mann: „Das dürfte Sie verflucht wenig angehen. Entweder machen Sie's, oder ich suche mir einen anderen. Entschließen Sie sich etwas plötzlick), ich zahle zehn." Die energischen Worte verfehlten ihre Wirkung nicht, der Alte war bereit. Die beiden gingen zusammen zur nächsten Bank: Reed wartete vor dem Eingang: zwei Minuten, zehn Minuten, eine geschlagene Viertelstunde waren vergangen. Der Mann kam nicht wieder: Reed wurde unruhig und wollte nachsehen, was eigentlich geschehen sei. Da endlich
kam — nicht etwa der Alle mit dem Geld, sondern ein Schutzmann, der Reed verhaftete. Im Präsidium erfuhr der brave Jüngling, welch sonder- baren Scherz ihm der Zufall gespielt: das Individuum", mit dem er sich verbündete, war kein anderer als — der Chef des Bankhauses I. G. Peson persönlichl
Dorado für Scheidungslustige?
(k) Mexiko-City.
Der mexikanischen Regierung scheint daran gelegen zu sein, Scheidungslustige von dem Ehejoch zu befreien, denn sie führte neuerdings ein gar vereinfachtes Verfahren ein. Haben es nämlich die trennungslustigen Gatten sehr eilig, ihre Freiheit wiederzuerlangen, werden sie (natürlich gegen entsprechendes Honorar) von dem entgegenkommenden Scheidungsrichter bereits auf dem Bahnhof der mexikanischen Grenzstation erwartet. Die Ehe wird in einer stillen Ecke der Bahnhofswirtschaft im Handumdrehen getrennt: man sagt sich freundlich auf Rimmerwiedersehen, und kann mit dem nächsten fahrplanmäßigen Zuge das Land wieder verlassen. Zm vergangenen Kalenderjahre wurden angeblich nicht weniger als rund zweimalhunderttausend Ehen auf diese Weise gelöst!
Eigenartigerweise scheint aber für die mexikanische Regierung nicht, wie man annehmen könnte, die Einnahme aus den Gebühren ausschlaggebend zu sein. Die Gebühren sind nämlich minimal und auf Wunsch wird seit dem 1. Dezember sogar Ratenzahlung bewilligt: eine Einrichtung, die auf diesem Gebiete bisher nirgends existierte. Was die Mexikaner mit der Förderung der Scheidungen bezwecken, bleibt demnach ein Rätsel, das zu lösen späteren Generationen Vorbehalten bleibt...
Monstrestrozetz um einen Hund.
(v) Budapest.
Wenn ein Mensch von einem Hund gebissen wird, so ist das weiter keine Sensation, schrieb einst in seinen Erinnerungen ein englischer Zeitungskönig. Daß das nicht stimmt, bewies Mathias Fadgyas aus Mezötur bei Szolnok in Ungarn. Der Hüter feines Hauses, Angehöriger der braunen, kurzhaarigen Rasse der Setter, hatte einen kleinen Schuljungen in die Wade gebissen, was von dem gerade in der Rähe befindlichen, zum Augenzeugen gewordenen Schuhmann bemerkt und pflichtschuldigst zur Anzeige gebracht wurde. Hab nun beginnt bas Llngewöhn- liche. Mathias wartete keineswegs gebulbig ab, bis man ihm den Strafbefehl zustellte, sondern verklagte den — Schutzmann, der ihn ausgeschrieben, indem er behauptete, dieser hätte, anstatt seine Pflicht zu tun, in einem nahegelegenen Dermittlungsbureau für weibliche Hausangestellte nun, sagen wir, geflirtet, und so zufällig den straffällig gewordenen Köter gesehen. Mathias verklagte weiter den Polizeivorsteher, der solches Untoefen geduldet, den Dezirkshaupttnann, der alles gutgeheißen, den Polizeiamtmann, der schließlich bei Mathias zur Pfändung geschritten war, nachdem dieser nicht gezahlt hatte, den Gerichtsvollzieher, der sich „erfrechte", die Pfändung vorzunehmen, den Aukttonator, der daS gepfändete Eigentum versteigerte — e« handelte sich um einen Schrank —, den bei der Versteige- rung anwesenden Polizisten, einen Rachbarn, der höhnisch grinste und schließlich seinen eigenen Anwalt, der ihn nicht genügend energisch unterstützt hatte. Aber selbst damit gab sich Mathias nicht zufrieden: er verklagte auch die Anwaltskammer, die ihr Mitglied auf Grund der Beschwerde nicht disqualifizierte, legte Revision gegen das gegen ihn ergangene Urteil ein und, abgewiefen, verklagte er die Revisionsinstanz. Die Folge war, daß auf der anderen Seite der Polizist, der Polizeihauptmann, der Gerichtsvollzieher, der Rach- bar, der Anwalt, die Richter und alle übrigen Znstanzen gegen Mathias Anklage wegen böswilliger Unterstellung erhoben. Lind die Gerichtsakten von Mezötur waren die letzten acht Monate zu breibiertel Teilen mit den Angelegenheiten des Mathias Fadgyas angefüllt, der jetzt endgültig zu einem Zähre Gefängnis verurteilt worden ist. Aber kaum hatte man ihn ins Gefängnis abgeführt, als er sich hinsehte und d e n Staatsanwalt verklagte, der zu scharf gegen ihn gesprochen und seinen neuen Anwalt, der eine zu „waschlappige" Verteidigungsrede gehalten habe.
Der braune, langhaarige Setter ist aber inzwischen auf Grund der vielen Aufregungen zu seinen Vätern und Müttern, soweit sie noch nicht gestorben sind, eingegangen...
bäume beschäftigt. Dor einigen Wochen war es noch nicht möglich, weil die Erde an vielen Stellen bis zu einem Meter tief gefroren war. Es ist zu begrüßen, daß diese alten Krüppel aus der Erde kommen und jungem Rachwuchs Platz machen. DaS allgemeine LImpfropfen mit nur ganz wenigen, ausgesuchten Sorten, das mit staatlicher Llnterstützung durchgesührt werden soll, hat Anllang gesunden, und zahlreiche Anmeldungen sind eingelaufen. Auch der Schädlingsbekämpfung wird nun allmählich mehr Beachtung geschenkt, seitdem in einigen Gemeinden fahrbare Spritzen angeschafft wurden. Die Dorträge von Landwirtschaftsschulen, Obstbautechnikern usw. helfen hier stark mit. Man sieht zur Zeit noch des öfteren, wie einzelne Landwirte ihre Bäume bespritzen. Einen eigentlichen Schaden durch den strengen Winter an den Obstbäumen konnte man bis jetzt nirgends feft- stellen. Ganz vereinzelt sieht man einmal einen Frostriß. Es ist aber möglich, daß sich die Frostschäden erst im Laufe des Zahres zeigen. Aepsel und Dirnen haben gut an gesetzt, Steinobst weniger. — Die Winterfrucht macht einen vorzüglichen Eindruck, ebenso haben die Klee- öder tadellos überwintert. Der letzte Schnee hat zwar einige Feuchtigkeit gebracht, aber das Land kann noch viel Regen vertragen. Allgemein warten die Landwirte auf einen warmen Frühlingsregen.
—r. Lang-GönS, 7. April. Am heutigen Sonntag wurden in der hiesigen Kirche 21 Konfirmanden eingesegnet. Es ist dies der erste Kriegsjahrgang: die folgenden zwei Zahrgänge finb noch schwächer. Dann aber folgen wieder 40 und mehr Kinder, die in einem Zähre geboren wurden.
O Grüningen, 6. April. Dem Beispiel vieler landwirtschaftlicher Genossenschaften der Umgegend folgend, hat auch die hiesige Genossenschaft, die Spar- und Leihkasse, eine Hederich- sprrtze im Werte von 5ö0Mk. angeschafft. Hier
mit soll eine gemeinsame Bekämpfung des hier in großen Mengen auftretenden Hederichs durch Bespritzen des Getreides vorgenommen werden. — Die Zahl der Arbeitslosen ist in den letzten Wochen stark zurückgegangen, so daß die Arbeitslosigkeit in unserer Gemeinde so ziemlich behoben ist. Man zählt im ganzen nur noch fünf Arbeitslose.
8> Alten-Dused, 6. April. Am zweiten Osterfeiertag fand hier die Konfirmation der Kinder unseres Kirchspiels statt. Es wurden 23 Knaben und 11 Mädchen von Alten-Dused und 6 Knaben von Trohe konfirmiert. Die Feier wurde verschönt durch einige Lieder, die von den Kindern unter Leitung von Lehrer Ranft vorgetragen wurden. Das Gotteshaus war, wie alljährlich, durch die sehr zahlreich erschienene Gemeinde bis zum letzten Platze gefüllt.
T Treis a. Lda., 7. April. Gestern besichtigte Kirchenmaler D e 11 e - Rieder-Rarnstadt die hiesige Kirche, um bei dem beabsichtigten Znnenanstrich der Kirche die passenden Farben anzugeben, und fand dabei an den Wänden, wie im Kreuzgewölbe des Chores unter dem alten Anstrich zahlreiche Spuren alter Malereien. Leider ist es der Gemeinde finanziell zur Zeit nicht möglich, die Malereien wiederherstellen und das Gestühl der Kirche entsprechend ausmalen zu lassen. Die Kirche erhält nun einen freundlichen, die spätere Erneuerung bereits berücksichtigenden Farbton, der von den hiesigen Weihbindermeistern verständnisvoll ausgeführt wird. — Bei der heute vorgenommenen Bürgermeisterwahl siegte Maurermeister Konrad Michel II. mit 16 Stimmen Mehrheit. — Heute abend veranstalteten drei Schüler des Franffurter Konservatoriums, Heinrich Grau (Dioline und Klarinette) von hier, Albert Krämer (Klavier) und Fritjof Lorenz (Diolencello), Frankfurt a. M., in Wills Saal dahier einen Konzertabend. Es wurde nur klassische Musik von Beethoven, Händel, Mozart u. a. zu
Gehör gebracht. Der Dortrag zeugte von vorzüglicher Schulung und Auffassung.
+ Grünberg, 7. April. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde u. a. über folgendes verhandelt. Das Markt st andgeld wird neu festgesetzt: zum Teil bleibt es bei den bisherigen Sätzen: 40 Pf. für Pferde, 20 Pf. für Ochsen, Kühe, Rinder und Schweine, 10 Pfennig für einen Quadratmeter eines nicht überbauten Standes: 15 Pfennig für einen Quadratmeter eines überbauten Standes: dagegen wird bei Ferkeln der alte Satz von 10 Pfennig mit Stimmenmehrheit auf das Doppelte erhöht. Neu erscheint der Satz von 10 Mk. für Autos, von denen aus der Verkauf von Schokolade u. dgl. Sachen betrieben wird. — Von den neun Prozessen der Stadt, in die seiner Zeit Bürgermeister Jockel eingetreten war, ohne vorher die Genehmigung des Gemeinderats einzuholen, sind am 26. Marz zwei durch Vergleich beendigt worden. Don allgemeinem Interesse ist hiervon besonders der Prozeß mit einem Frankfutter Schokoladenhändler, der gelegentlich des letzten Gallusmarktes mit einem Auto zum Schokoladeoerkauf auf dem Markte war. Der Bürgermeister hatte diesem Händler, nachdem er vorher schon ein Standgeld von 2 Mk. an den Marktmeister entrichtet hatte, ein erhöhtes Standgeld von 10 Mk. abgefordert und wegen Nichtbezahlung den Wandergewerbeschein eingezogen. Für die Einbehaltung seines Wanderaewerbescheines durch den Bürgermeister hatte der Händler wegen dadurch bedingter Nichtausübung seines Gewerbes eine größere Schadenersatzforderung gegen die Stadt eingeklagt. Durch Vergleich verpflichtet sich die Stadt, ihm 200 Mk. Schadenersatz zu leister*, ebenso trägt die Stadt die Kosten des Verfahrens. Mit Stimmenmehrheit werden beide Vergleiche gutgeheißen. Zwei weitere Prozesse zwischen Stadt und Baugeschäft K. B o ck sind zuungunsten der Stadt entschieden worden. Sie betrafen Forderungen der betr. Firma für geleistet«! Mehrarbeiten bei übertragenen Arbeiten, die von der Baubehörde als gerechtfertigt anerkannt waren, aber von Bürgermeister Jockel besttttten und nicht zur Auszahlung angewiesen wurden. In beiben Fällen, im ersteren handelt es sich etwa um 150 Mk> im letzteren etwa um 450 Mk., ist die Stadt zur Zahlung der Beträge nebst 8 v. H. Zinsen vom 1. Januar 1928 an, sowie Tragung der Kosten ver- urteilt worden. Der Gemeinderat nimmt Kenntnis davon und beschließt, keine Berufung einzulegen. — Ein 2113 Quadratmeter großes Gelände stück am Tannenkopf soll zum Preis von 220Mk. erworben werden und zum Waldverband genommen werden, da es direkt an diesen grenzt. Das zur Durchführung der Garten st raße bis zur Schulstraße benötigte S t ra ß e n g elä n d e (es kommen etwa 1200 Quadratmeter in Betracht), soll angekauft werden zum Preise von 1,50 Mk. pro Quadratmeter. — Die beiden Bauunternehmer Dock (Grünberg) und Jäger (Queckborn) bitten um Abgabe von Gelände zur Errichtung von zweiReichsbeamtenwohnhäusern. Beide Häuser sollten im vergangenen Jahre seitens der Stadt errichtet werden, und diese hatte zu dem Zwecke bereits ein Grundstück an der geplanten Diebsturmstraße erworben. Die Sache zerschlug sid) aber damals. Der Gemeinderat ist nun bereit, den beiden Gesuchstellern dieses Grundstück für den genannten Zweck zum Selbstkostenpreis zu überlassen. — Ein Baugesuch des Gewerbelehrers K r ö h l e an eine projektierte, aber noch nicht aufgeschlossene Straße wird abgelehnt. Eine in ursächlichem Zusammenhang mit diesem Baugesuch stehende Eingabe der M i 11 e l st a n d s - B e r e i n i g u n g bittet um Aufhebung einiger vorgesehener Straßen im Heegviettel, da deren Ausbau bei nur vereinzelt kommenden Neubauten die Stadtkasse stark belasten würde, während anderseits das Geld viel nötmer zur Instandsetzung der teilweise in schlechtem Zustande befindlichen übrigen Straßenzüge zu verwenden wäre. Das Gesuch wird einstweilen zurück- gestellt, man ist aber der Meinung, vorerst die geplanten Straßen zwar nicht aufzuheben, aber deren Ausbau auch nicht in Angriff zu nehmen. — Den Schluß der Sitzung bildet die e i n st i m m i g e Annahme eines Antrages des Gemeinderates Schmidt, die Behörde zu bitten, das gegen den feit Anfang d. I. seines Amtes enthobenen Bürgermeister Jäckel schwebende Verfahren bald zur Entscheidung zu bringen.
Kreis Schotten.
JL Glashütten, 5. April. Zm Saale des Gastwirts Gußmann fand durch Missionar L a u f von der Baseler Mission eine Dorführung des großen Zndienfilms „Don Heiligtum zu Heiligtum" statt. Der Film hatte sich eines guten Besuches zu erfreuen, er hat allgemein den Beifall der Besucher gefunden. Einen überaus starken Besuch wies auch ein Lich tbildervor- t r a g über die Oberammergauer Pas- sionsspiele in der Schule auf. Der Besuch war am ersten Abend so stark, daß erst ein zweiter Abend es möglich machte, allen Erschienenen die in jeder Hinsicht schönen Bilder zu zeigen. — Die Vorstände der hiesigen Vereine waren dieser Tage in der Wirtschaft Reinemer versammelt, um der Frage der Crbauungeines Denkmals für die Gefallenen näherzutreten. Cs wurde beschlossen, die Mittel hierzu durch eine Haussammlung aufzubringen. Mit den nötigen Vorarbeiten wurde ein Ausschuß beauftragt, dem folgende Herren angehören: Bürgermeister Dinges, Lehrer Zudersleben. Lehrer Sehmer, Karl Müller, Heinrich D o r g n e r . Otto Söller, Ludwig Ott und Ehrhard Dock.
JL Oberlais, 5. April. An Ostern fand die Konfirmation der diesjährigen Konfirmanden in der Kirche zu Llnterlais statt. Es war wieder eine sehr stattliche Anzahl Konfirmanden: in Oberlais 17, in Glashütten 11. Kurz vor Schluß des Konfirmandenunterrichtes unternahmen die Kinder den üblichen Ausflug, der diesmal die Konfirmanden unter der Führung des Ortsgeistlichen nach Marburg und Gießen führte. Zn Zukunft wird in unserem Kirchspiel auch dis Aufnahme der ABC-Schützen in die Schule durch einen Gottesdienst in der Kirche gefeiert. Damit wird eine alte Sitte früherer Zeit wieder neu eingeführt. — Zn sehr rüstigem Alter beging hier der Landwirt K o n - rad Franz seinen 8 0. Geburtstag. Gr ist in seinem Beruf noch vollauf tätig.
Starkenburg.
WSR. Schriesheim a. d. D., 6. April. Hier erstickten in der vergangenen Rächt zwei Kinder im Alter von zwei und vier Zähren, Sohn und Tochter des Malermeisters Willi Thoma. Die Kinder waren erkrankt und wurden deshalb mit ihrem Bett in die wärmere Küche gestellt. Dort fiel aber während der Rächt Glut aus dem Ofen, und der sich entwickelnde Rauch tötete die beiden Kinder.


