folger für das verstorbene Temsinderatsmitglied Wilh. D a p p e r ist Wilh. Michel, Metzger- meister, in den Gemeinderat eingetreten.
s. Beuern, Z. März. Dieser Tage feierte eine unserer ältesten Einwohnerinnen, die Witwe Katharine Henh, ihren 81. Geburts- t a g. Die Greisin, die vierzehn Kindern das Leben geschenkt hat, erfreut sich noch geistiger und körperlicher Rüstigkeit und ging noch vor wenigen Jahren als Pflanzerin in den Wald. Ihr Großvater hatte ein Alter von 95 Jahren erreicht.
= Leihgestern. 7. März. Die Holzhauer sind mit ihrer Arbeit zu Ende. Es wurden von einer Rotte, von nur 8 Mann. Bauern und Handwerker, 1100 Raummeter meist Eichen- und Buchenholz geschlagen. Rur in der strengsten Kälteperiode feierten die Leute einige Tage. — Die Schäden an unserer Wasserleitung sind, wie überall, recht erheblich und treten jetzt immer mehr zutage. Auch herrscht Wasserknappheit, die jedenfalls auf den tief durchgefrorenen Boden zurückzuführen ist. Durch den Frost ist auch die Hei- zungsanlage in der Kirche defekt geworden, so daß die Gottesdienste schon seit einiger Zeit in einem Schulsaale ftnttfinben müssen. — Die Zahl der Erwerbslosen hat jetzt mit 80 jedenfalls ihren Höhepunkt erreicht. — Der G e - sundheitszustand der hiesigen Bevölkerung, war im ganzen gut. Grippeerkrankungen leichter Art kamen vielfach vor: zwei ältere Leute, bei denen Lungenentzündung hinzukam, starben.
df. Langsdorf. 7. März. Gestern abend hielt unser Ortsgeistlicher Dr. H e y m a n n im
Verkehrssrdrmng erfordert Rechts gehen!
Saale des Gastwirts Schäfer vor einer zahlreich erschienenen Zuh r^rschar einen s.chr intcrcf.anten und s chöncn Lichtbildervortrag über seine Wanderungen durch Deutsch- Tirol. Der Zweck des Vortrags sollte in der Hauptsache der fein, die Erschienenen mit dem Lande deutscher Brüder jenseits der südlichen Grenze bekannt-umachen, die Herzen für sie und ihr schönes Land schlagen zu lasen und jedem ins Gedächtnis zu schreiben: In Tirol wohnen deutsche Brüder, die schwer um ihre Existenz ringen und die darauf warten, mit dem Mutterland vereint zu werden. In 5 Abteilungen zeigte der Redner etwa 130 Bilder und gab dazu recht interessante Erklärungen. Die Veranstaltung fand bei sen Besuchern hellen Anklang, in deren Rainen Bürgermeister Kneipp dem Veranstalter seinen Dank aussorach. Die Pausen zwischen den einzelnen Abteilungen wurden aus- aefüllt durch Musik- und Gesangsvorträge des hiesigen Konzert- und Männergefangver.ins.
s. Hungen, 7. März. Gestern fand im Hungener Stadtwald an der Lang sdorfer Grenze eine Brennholzversteigerung statt, bei der hauptsächlich Buche uno Hainbuche ausgc- boten wurde. Buchenknüppel stellten sich auf durchschnittlich 12 Mt., Hainbuchenknüppel, auf 10 bis 11 Mark je ein Raummeter. Für Duchen- stammreiser, die in großer Menge vorhanden waren, wurden 1.50 bis 2 Mark geboten. Ferner wurde eine kleine Menge Lärchebrennholz versteigert.
s. Inheiden, 7. März. Gestern fand hier die Holzversteigerung des Gräflich Laubachfchen Distrikts „Feldheimer Wald" statt, pu der sch eine große Anzahl Kaufliebhaber etngefunben hatte. Es wurde geboten für Buchenscheit durchschnittlich 18 Mk., Buchenknüppel 10 bis 11 Mk., Duchenstocb» 8 Mk., alles je 1 Meter. Auch eine größere Menge Buchenreiser gelangten zur Versteigerung und waren sehr begehrt. Davon kamen Slammreiser auf 2,50 bis 3 Mk., Astreiser auf durchschnittlich 2 Mk. je Meter. Fichtenknüppel wurden mit 6 Mk. und Fichtenstöcke mit 5 Mk. das Meter vergeben. Auch Werkholz gelangte zur Versteigerung. Während das schwerere Werkholz wenig Liebhaber sand, waren mittlere Eichenstümme sehr gesucht.
Kreis Friedberg.
WER. Friedberg, 7. Mürz. Beigeordneter Georg Repp, der seit dem Jahre 1919 mit kurzer Unterbrechung der Stadtverwaltung als Stadtverordneter und später als Beigeordneter angehörte, ist nach kurzem Krankenlager geworben. Der Verstorbene erfreute sich in der Bürgerschaft großer Wertschätzung. Die sozialdemokratische Fraktion der Stadtverordnetenver- sammlunZ verliert in ihm ihren Führer.
Kreis Büdingen.
WER. Büdingen, 7. März. Die vorjährige Entlassung des Gasmeisters Hummel am hiesigen Gaswerk hatte viel Aussehen erregt. Es wurde von versch ebenen (Seiten von Verfehlungen bis zu 40 000 Mark berichtet. Auf Antrag der Gemeindeverwaltung wurde ein Strafverfahren gegen Hummel eingeleitet. Rnlah hierzu gab ein Gutachten des jetzigen Leiters des Gaswerks. Rachdem sich die Staats- anwaltscha.t Gießen fast ein halbes Jahr mit der Angelegenheit besaßt hat, ist die S.rafkammer des Landgerichts ter Provinz Oberhessen am 14. Februar dem Antrag der Staatsanwaltschaft beigetreten, das Verfahren gegen Hummel einzustellen. In dem Beschluß der Strafkammer heißt es, daß der Angeschuldigte mangels Beweises außer Verfolgung zu setzen ist. Die Kosten des Verfahrens trägt die S.aatskasse.
! l Büdingen 6. März. Im Rahmen der Vorträge der heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft für den Kreis Büdingen sprach dieser Tage Studienassessor Dr. Lade, Büdingen, im Saale des Hotels „Zum Stern" über „Denkmalpflege und Kunstdenkmäler im Kreise Büdingen". Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Kreisschulrat <3 ö del, begrüß e die zahlreichen Damen und Herren die aus allen Teilen des Kreises herbeigeeilt waren. Hierauf gedachte der Vortragende zunächst der geschicht'ichen Entwicklung des De,.k nalschutzgedankens. besold r3 aber der Vorkämpfer des hessischen Denkmalschuhge- setzes, wie Schinkel, Großherzog Ludwig I. und Freiherr v. Diegeleben. Trotzdem seien infolge Geldmangels besonders im 19. Jahrhundert viele wertvolle Denkmäler verlorengegangen. Der
Oer Wert des Volksliedes.
Von K Matthes.
Lieber das Volkslied wurde und wird noch immer viel gesagt und geschrieben. Mit dem Beginne der Chorgesangsbewegung, wie auch von den großen Vertretern der musikalischen Romantik, jener großen Epoche des Bewuhtwerdens eines Ge.ühlssubjektivismus, die heute noch nicht ganz abgeschlossen ist, tou^e auf die große Bedeutung der Volksmusik hingewiesen. Erübrigt es sich da nicht eigentlich, noch Worte über das Volkslied zu verlieren? — Rein! Denn es ist subjektive Angelegenheit jedes einzelnen, das Volkslied zu erleben. Lind eben, nur wenn erlebt und erfühlt, wird es zu einem lebendigen Schah, zum geistigen Wertfaktor.
Am besten versteht wohl der Künstler den Wert der Volksmusik: sie ist ihm eine kos nopolitische Sprache. Durch sie begreift er die Charaktere der verschiedensten Volker. Der Musiker, besonders wenn er nicht nur Musiker und gelehrt, sondern auch Musikant ist, also naiv nachempfinden und reproduzieren kann, ist der Dolmetscher, der internationale Zauberer, der die tiefsten Wurzeln des primitiven Menfchheits- gefühles in Leben umsehen kann. Der Musikant ist ein Kind, dem neben seiner Fiedel alles andere in zweiter und dritter Linie wichtig ist. Er lebt zum großen Teil durch sein Gefühl fürs Allgemeinmenschliche, was sich in der Musik wie in den reinen Künsten spiegelt. Von ihm lernen wir als einfache, die Zivilisation und ileberxinilifct o:i ab" rei ende Erdenme scheu den Geist der Volksmusik verstehen und liebgewinnen. Lind teer diesen Weg ins menschliche Kinderland, da wir noch keine Blasiertheit kennen, findet, wer ein wenig Gefühl für die Zeiten unserer Altvorderen besitzt, es mit einem bißchen Fabulierkunst ausbaut, der ist mittendrin im Leben der Volksmusik.
Wir versetzen uns zurück in die Zeiten, da wir noch die alten Märchenbücher recht oft lasen, wir denken daran, wie die Mutter uns die Lieder vorsang, die wir später, nach zehn bis zwanzig Jahren als das Volkslied wiedererkannten, welches eben durch diese so ferne und süß wirkende Per- spck.ive schon diesen unnennbaren Zauber wlrkt, der eben diesem Lieber kommenen anha stet. Wir tun einen Schritt mehr und erinnern uns der alten Geschichten, wo von weitgereisten Herren und Fräulein, von Postwagen, Posthorngeschmet- ter und endlosen, dunkel-geheimnisvollen Wäldern, von alten Städten mit engen Gassen, vom Feierabend auf der Bank vor dem Haufe des werktätigen Bürgers, der eigentlichen Pflanzstätte des Volksliedes, ba$ von jungen Mädchen und Burschen in den sinkenden Abend hineingesungen wurde, zu lesen ist: an aTIe diese Situationen einer äußerlich viel anspruchsloseren, aber um so gemütstieferen Zeit erinnern wir uns und sind mittendrin im Blumengarten des Vosts'iedes. Cs gab keine Zeitungen, es gab wenig Bücher, alle Kunde von Menschen zu Menschen verbreitete sich durch das Volkslied, dessen frühe Vorläufer — die fahrenden Sänger — die alten Muren von Ort zu Ort trugen und der lauschenden Menge zum besten gaben.
Der Text des Volksliedes ist ebenso tief im Volksleben verwurzelt wie die Melodien: beide sind untrennbar. Sehen mir zu, wie wundervoll die vielfach unbekannten Dichter und Komponisten der
Volkslieder charakterisieren und zeichnen: feinster Humor, pachetischer Schmerz und Resignation, unerschütterliche Zuversicht philosophisch oder religiös gesestiater Menschen, Tragik und Dramatik oft in zwei Zellen unnachahmlich gezeichnet. Sofern wir nur ganz einfach Menschen sind, es sein können, wird uns das Volkslied ein köstlicher, bilderreicher Spiegel des Lebens.
Dies alles sagt uns das Volkslied. Und deshalb lohnt es immerhin der Mühe, allen denen, die als Ausführende oder als Zuhörer mit dem Dolksliede in Berührung kommen, dieses aus dem Volke geborene Kunstwerk nahezubringen und ihnen den Weg dahin zu weisen. Denn das Volkslied mit seinem tiefen ethischen Gehalte, mit seiner unvergleichlichen Charakteristik zu fingen, ist kein Leichtes. Der vollkommene Vortrag des Volksliedes geht an mancher technischen Klippe hart vorbei, und es bedarf großer Liebe zur Sache, um nicht zu erlahmen beim guten Werke. Das Volkslied ist außerordentlich originell. Manche dieser Texte oder Melodien mögen uns heutige Menschen befremden, denn wir gehören eben einer anderen Zeit an, als die, die solches gesetzt und gedichtet haben. Aber überwinden wir das Befremdliche, wenn es an uns herantritt, und versuchen wir, uns hineinzufühlen in diesen Geist, der uns an früheste Kindheitstage erinnert.
Wie tief sind viele der heutigen Kinder zu bedauern, besonders die der Großstädte, denen im Hasten des maschinellen Jahrhunderts diese himmlische Gabe unwiederbringlich verlorenzugehen scheint. Wie herzzerreißend kann es wirken, wenn diese kleinen Unmündigen vor euch dahingchen auf den lärmenden Straßen der Metropole, und haben einen banalen, unflätigen Schlager in ihrem unschuldigen Munde. Haltet dagegen ein Volkslied von einfacher, erhebender Reinheit und — anerkennen wir zugleich — von künstlerischer Vollkommenheit, gesungen von großen und kleinen Kindern im däm- mernden Abend, am Sonntagmorgen, oder unter dem Weihnachtsbaum, und entscheidet, wer das bessere Teil erwählt hat.
Einen sehr wesentlichen Faktor in der Volkslied- pflege bildet neben der Schule, die hier eine fehr wichtige Aufgabe zu erfüllen hat, der deutsche Männergesang, der es sich von jeher hat angelegen sein lassen, die unschätzbaren Werte des Volksliedes zu hegen und zu erhalten. Der Deutsche Sängerbund, die^rvße deutsche Organisation, der i' hr als 15 000 Männergesangoereine mit üb'-" 550 000 singenden Mitgliedern angehören, noch in letzter Zeit seine Vereine zur intensiven Pflege des Volksliedes aufgefordert und beabsichtigt, durch Einführung eines jährlichen „Deutschen Liedertags" diesen Gedanken auszubreiten und zu vertiefen. An diesem „Liedertage" sollen in ganz Deutsch'and im kleinsten Dorfe wie in der Großstadt öffentliche Platz'onzerte mit Volksliedern stattfinden, um auch den Fernstehenden wieder einen Begriff von der Größe und dem Werte des Volksliedes zu geben.
Seien wir dankbar, daß wir durch das Mittel des Volksliedes einen Anker besitzen, der uns eine Verbindung mit etwas Heimatlichem bedeutet — Heimatsgefühl im we testen Sinne und identisch mit dem Kindheitsgefühl, zu dem der Mensch sich so oft in seinen Röten und Schmerzen des harten Alltags flüchtet.
amtliche Denkmalschutz könne unmöglich alle wertvollen Kulturgüter übersehen, bzw. überwachen.. Es wäre auch falsch, wollte man von gesetzlichen Vorschriften allein alles Heil erwarten. Fachmann, Liebhaber und Laie müßten in gleicher Weise dem Denkma schutzgedanien dienstbar sein, wenn wir unserer schönen Heimat die wertvollen Güter erhalten wollten. Richt nur in den Städten, auch in den kleinsten Dörfern sei Denkmalpflege möglich und nötig. Besondere Beachtung verdiene vor allen Dingen die Pslege heimatlicher Bauweise und heimischer Volkskunst. Auch bei kleinsten Aenderungen im Ortsbild müsse man sich die Frage vorlegen, ob nicht hierdurch gegen den Denkmalschuhges anlen verstoßen werde. Mindestens ebenso wichtig fei die Gestaltung der Friedhöfe, der Grab- und Kriegerdenkmäler. Fremde und ungeeignete Materialien könnten hier Mißstimmungen schaffen, die das Gesamtbild stören. Baumpf.anzungen und geeignete Ein rledlgungen gehörten unbedingt zu einem Friedhose. Der Redner zeigte sodann an Hand einer großen Anzahl schöner Lichtbilder, vielfach in belehrendem Beispiel und Gegenbeispiel, wie man selbst auf den kleinsten Ortschaften praktische Denkma'pflege treiben kann. Im ersten Abschnitte wurden Denkmäler und ihre Beziehungen zur Umgebung behandelt. An Hand wohlgelungener Ausnahmen der Kirchen zu Wolferborn und Hain-Gründau, des Schlosses zu Büdingen, des Mühltores zu Büdingen, Partien aus Lindheim und Bisses, konnte Dr. Lade zeigen, daß selbst geringfügige Verstöße gegen Naturschutz und heimische Bauweise zu empfindlichen Störungen im Landschafts- und Architekturbild führen können. A s stark gefährdete Denkmä'er wurden Ronneburg, Herrnhgag, Portal der Kirche zu Ortenberg. Altarwerk Engeltal und Schn'hwerke zu Geis- Ridda und Gettenau vorgeführt. Erfreulicherweise seien jedoch auf der Ronneburg die Dachschäden ausgebessert worden. Durch die staatliche Baubehörde wurden ebenfalls mehrere beachtliche Kirchenwiederherstellungen oorrenommen. Tie Kirchen zu Hihk.rchen, Konradsdorf, Ober-Widdersheim, Ridda, Dudelsjeim u. a. wurden erwähnt. resv. im Bilde vorgesührt. Auch eine ganze Reihe sehr schöner alter Friedhöfe seien im Kreise Büdingen erhalten. LI. a. wurden die Hünengräber bei Ranstadt, die Friedhöfe Aulen- diebach i nd Dudenrod besonderem Schuhe empfohlen. Musterhafte An'agen seien auch die Friedhöfe zu Büdingen (alter Teil), Lindheim und Geis-Nidda. Außerdem zeigte der Redner eine stattliche Reihe prachtvoller alter Grabdenkmäler aus dem Kreise Büdingen, für deren Erhaltung man sich ebenfalls einseyen müsse. Zum Kapitel „Kriegerdenkmäler" wurden gute und schlechte Beispiele gezeigt. Hierbei dürfe die zeitgemäße Form nicht so übertrieben werden, daß — vgl. Herrnhaag — die Verwitterung beschleunigt wird. Von den sehr bemerkenswerten, in sauberen Bildern dargestellten Denkm^'orn. seien nur gerannt: Ober-Widdevheim, Obcrn-Mockstadt, Rieder-Mockstadts Hain-Gründau und Düdelsheim. Alte Zimmertüren. Altardecken. Altargeräte. VortragS- kreuze, alte Bauernmöbel u. a. m.. feien bei iin- achtsamkeit oft gefährdet. Besonders müsse in dieser Hinsicht vor gewissenlosen Händlern gewarnt werden. Auch über diese Denkmäler sprach
Dr. Lade eingehend an Hand von sehr treffenden Lichtbildern. Zum Schlüsse ging der Redner noch k rz auf gewisse Verschandelungen von Kunst- denkrnälern ein und führte Bilder aus Büdingen, Ortenberg und Geis-Ridda a.s abschreckende Beispiele vor. Kreisschulrat G ö ck e l sprach dem Vortragenden im Anschluß an den reichen und wohlverdienten Beifall herzliche Worte des Dankes für die wertvolle Aufklärung im Sinne des Heimatschuhgedar.krns aus. Eine ksrze Aussprache förderte noch Anregungen zutage, worauf der Vorsitzende die Versammlung schließen bnnte.
△ Ridda, 7. März. Gestern wurde hier Schuhmachermeister Ludw.g Keller unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Er war einer von den wenigen noch lebenden Veteranen von 1870/71 in unserer Stadt. Er starb im 80. Lebensjahre. Lieber 58 Jahre gehörte er dem hiesigen Kriegerverein an. Vor zwei Jahren konnte er in voller Rüstigkeit mit seiner hinterlassenen Gattin die goldene Hochzeit feiern.
♦ Kohden, 7. März. Einen sehr schweren Unfall erlitt gestern nachmittag der etwa 24 Jahre alte landwirtschaftliche Arbeiter Ernst Kröll aus Rodhcim a. d. Horloff. Der junge Mann steht bei der Witwe des Landwirts Ludwig Kaiser hier in Diensten und war beauftragt worden, für einen Nachbar im Walde eine Fuhre Scheitholz zu holen. Auf dem Heimweg zwischen R a n st a d t und Nidda kam Der schwer belaßene Wagen auf der vereisten Straße ins Rutschen und fiel um. Dabei wurde der auf dem Wagen fitzende Kröll leider mit solcher Gewalt auf einen Haufen Steine geschleudert, Daß er bewußtlos aufgehoben und mittels eines gerade vorbeikommenden Privatautos hierher in das Haus feiner Arbeitgeberin gebracht werden mußte. Der Ar t stellte schwere Kopfverletzung und Gehirnerschütterung fest. Wahrscheinlich hat der bedauernswerte Verunglückte auch noch sonstige Schäden davongetragen
Kreis Schotten.
* Spotten, 7. März. Der zu Ende gehende außerordentlich strenge Winter hat wiederum bestätigt, daß anhaltende grimmige Kälte <&er Bienenzucht weniger Schaden zufügt als^ein Winter mit öfteren plötzlichen Witterungsumschlägen. Wie in den letzten Tagen festzustellen war, haben die Bienenvölker tadellos überwintert, Futterverbrauch und Totenfall sind sehr gering. Einem Vogelsberger Imker passtcrtc folgende unglaublich klingende Geschichte: Beim Einwintern der Bienen im Herbst wurde er vom Bienenstand abgerufen und vergaß eine Deute durch Matte, Fenster und Türe zu verwahren. Da der Bienenzüchter den ganzen Winter über nicht ins Innere seines Dienen- Hauses kam. war das unverwahrte Volk wochenlang der großen Kälte ausgesetzt. Trotzdem lebt es und hat außer starkem Totenfali und geringen Spuren von Ruhr keinerlei Schaden genommen. Es wird, wenn auch geschwächt, ins Frühjahr kommen und ist ein schlagender Beweis für die Widerstandsfähigkeit der Diene gegen noch fo große Kälte, wenn ein geschlossener Futtervorrat zur Verfügung steht.
* _ 21 ii6 dem oberen Niddatale, 7. März. Da während der nun zu Ende gehenden
Frostperiode die Einfuhr von Ferkeln völlig unterbunden und das einheimische Angebot ganz gering war, sind die Ferkelpreise in letzter Zeit außerordentlich in die Höhe gegangen. Für acht Wochen alte Tiere werden 30 bis 32 Mark bezahlt. Der Deginn milderen Wetters dürfte die Nachfrage nach Ferkeln gewaltig steigern, da die Notwendigkeit, vom Froste beschädigte Kartoffeln rasch zu verfüttern, zu frühem Anlaufe von Ferkeln drängt. Da nunmehr die Händler wieder Ferkeltransporte zum Der»
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5 Kstisie 32 Pleußifch-Silddeii^che l 25b. Prcuß ) SUdflen Votierte Ohne Gewähr Nachdruck Dtrbotcn
Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden ______________Abteilungen 1 und II
23. Xiedungslag 6. Marz 1929
In der Bolmittagsziedung wurden Gewinne über 15u M. gezogen
4 ®rt>inne fu 6000 <M 2511928 369064
4 »etmnnt <» 30n0 <DL 198255 278'268
14 Sritrnnt .<> 2ÜC-0 TI. 107,".'S 114529 117481 176587 186718 188288 246491
28 «ttnii »» 1000 TL 47480 65049 82826 105057
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In der Nochmittaasziedung wurden Gewinne über I5u M gezogen
2 Oetolnnt iu 5000 TI. 22750
m «etonin» IU 3000 TL 161946 175843 303289 317668 383197
18 Sewmn, <u 2000 TL 18185 46571 183679
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Im Gewinnende verbliebene 2 Prämien zu 500000 2 Gewinne zn Suoou, 2 zu 25000, 16 ui 10000, 34 \\i 5000, 68 zu 3uoo, 154 zu 2üü0, 35ö zu 1000, 938 zu 500, 2514 zu ZOO Mk.
Gewinnauszug
5. Klasse 32. Preiißifch-Lilddeu'sche (25b. Preuß.) Klasien-Lolierie
Ohne Gewähr Flachdruck verboten
Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II
24. Ziehungsiag 7 März 1929
In der Bvlmittagsziebung wurden Gewinne über 150 5)1 gezogen
2 ®«tofnn» au 6000 M 365410
6 Cftpinn* au 3U00 M 213396 266177 281114
12 ®eir.inn» >n 2000 M 41356 84307 150815
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26 ©etrnnn» .u 1000 QH 7961 92544 124384 159339 280618 294006 314808 335496 338443 34'526 353819 377010 386406
86 «tto'nnt mu 600 HL 5990 13988 22420 24916
39525 44139 49175 49201 49387 54969 83927 39152 91241 10'122 110073 111328 125684 133351 135543 149688 159482 181167 192'231 211428
224368 23°832 25 1361 255589 267742 27'2933
279394 280683 28',.'31 293477 310636 316917
3'21351 347089 353248 359213 384782 388508
395902
250 (»etoinne mu 300 <w 3868 4700 9127 9335 9984 10650 11211 12351 12376 15956 16962 17926
20153 22609 23554 32975 33352 37015 39095
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9n der Nochmittagsziedung wurden Gewinne über 150 M gezogen
2 »etolnn» tu oUUU fli ' tiUbö-J
4 «Mwmn» z» 3000 Dl '41112 219964
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Fw (Äeinliiiirube nerblteben 2 Prämien zu 500000 2 Gewinne zu SlxtK» 2 zu 25000 >6 ,n U'OOO, 30 ;|U 5900. 55 ui 3'MMI. i 12 zu 2000. JiÜ zu 1000, J88 zu 500, 2u7b zu 3uo ML.


