Ausgabe 
8.3.1929
 
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folger für das verstorbene Temsinderatsmitglied Wilh. D a p p e r ist Wilh. Michel, Metzger- meister, in den Gemeinderat eingetreten.

s. Beuern, Z. März. Dieser Tage feierte eine unserer ältesten Einwohnerinnen, die Witwe Katharine Henh, ihren 81. Geburts- t a g. Die Greisin, die vierzehn Kindern das Leben geschenkt hat, erfreut sich noch geistiger und körperlicher Rüstigkeit und ging noch vor wenigen Jahren als Pflanzerin in den Wald. Ihr Großvater hatte ein Alter von 95 Jahren erreicht.

= Leihgestern. 7. März. Die Holzhauer sind mit ihrer Arbeit zu Ende. Es wurden von einer Rotte, von nur 8 Mann. Bauern und Hand­werker, 1100 Raummeter meist Eichen- und Buchen­holz geschlagen. Rur in der strengsten Kälteperiode feierten die Leute einige Tage. Die Schäden an unserer Wasserleitung sind, wie überall, recht erheblich und treten jetzt immer mehr zu­tage. Auch herrscht Wasserknappheit, die jedenfalls auf den tief durchgefrorenen Boden zu­rückzuführen ist. Durch den Frost ist auch die Hei- zungsanlage in der Kirche defekt ge­worden, so daß die Gottesdienste schon seit einiger Zeit in einem Schulsaale ftnttfinben müssen. Die Zahl der Erwerbslosen hat jetzt mit 80 jedenfalls ihren Höhepunkt erreicht. Der G e - sundheitszustand der hiesigen Bevölkerung, war im ganzen gut. Grippeerkrankungen leich­ter Art kamen vielfach vor: zwei ältere Leute, bei denen Lungenentzündung hinzukam, starben.

df. Langsdorf. 7. März. Gestern abend hielt unser Ortsgeistlicher Dr. H e y m a n n im

Verkehrssrdrmng erfordert Rechts gehen!

Saale des Gastwirts Schäfer vor einer zahlreich erschienenen Zuh r^rschar einen s.chr intcrcf.anten und s chöncn Lichtbildervortrag über seine Wanderungen durch Deutsch- Tirol. Der Zweck des Vortrags sollte in der Hauptsache der fein, die Erschienenen mit dem Lande deutscher Brüder jenseits der südlichen Grenze bekannt-umachen, die Herzen für sie und ihr schönes Land schlagen zu lasen und jedem ins Gedächtnis zu schreiben: In Tirol wohnen deutsche Brüder, die schwer um ihre Existenz ringen und die darauf warten, mit dem Mutter­land vereint zu werden. In 5 Abteilungen zeigte der Redner etwa 130 Bilder und gab dazu recht interessante Erklärungen. Die Veranstaltung fand bei sen Besuchern hellen Anklang, in deren Rainen Bürgermeister Kneipp dem Veran­stalter seinen Dank aussorach. Die Pausen zwi­schen den einzelnen Abteilungen wurden aus- aefüllt durch Musik- und Gesangsvorträge des hiesigen Konzert- und Männergefangver.ins.

s. Hungen, 7. März. Gestern fand im Hungener Stadtwald an der Lang sdorfer Grenze eine Brennholzversteigerung statt, bei der hauptsächlich Buche uno Hainbuche ausgc- boten wurde. Buchenknüppel stellten sich auf durch­schnittlich 12 Mt., Hainbuchenknüppel, auf 10 bis 11 Mark je ein Raummeter. Für Duchen- stammreiser, die in großer Menge vorhanden waren, wurden 1.50 bis 2 Mark geboten. Fer­ner wurde eine kleine Menge Lärchebrennholz versteigert.

s. Inheiden, 7. März. Gestern fand hier die Holzversteigerung des Gräflich Laubachfchen DistriktsFeldheimer Wald" statt, pu der sch eine große Anzahl Kaufliebhaber etngefunben hatte. Es wurde ge­boten für Buchenscheit durchschnittlich 18 Mk., Buchenknüppel 10 bis 11 Mk., Duchenstocb» 8 Mk., alles je 1 Meter. Auch eine größere Menge Buchenreiser gelangten zur Versteigerung und waren sehr begehrt. Davon kamen Slammreiser auf 2,50 bis 3 Mk., Astreiser auf durchschnittlich 2 Mk. je Meter. Fichtenknüppel wurden mit 6 Mk. und Fichtenstöcke mit 5 Mk. das Meter vergeben. Auch Werkholz gelangte zur Verstei­gerung. Während das schwerere Werkholz we­nig Liebhaber sand, waren mittlere Eichenstümme sehr gesucht.

Kreis Friedberg.

WER. Friedberg, 7. Mürz. Beigeordneter Georg Repp, der seit dem Jahre 1919 mit kurzer Unterbrechung der Stadtverwaltung als Stadtverordneter und später als Beigeordneter angehörte, ist nach kurzem Krankenlager ge­worben. Der Verstorbene erfreute sich in der Bürgerschaft großer Wertschätzung. Die sozial­demokratische Fraktion der Stadtverordnetenver- sammlunZ verliert in ihm ihren Führer.

Kreis Büdingen.

WER. Büdingen, 7. März. Die vorjährige Entlassung des Gasmeisters Hummel am hiesigen Gaswerk hatte viel Aussehen erregt. Es wurde von versch ebenen (Seiten von Ver­fehlungen bis zu 40 000 Mark berichtet. Auf Antrag der Gemeindeverwaltung wurde ein Strafverfahren gegen Hummel eingeleitet. Rnlah hierzu gab ein Gutachten des jetzigen Leiters des Gaswerks. Rachdem sich die Staats- anwaltscha.t Gießen fast ein halbes Jahr mit der Angelegenheit besaßt hat, ist die S.rafkammer des Landgerichts ter Provinz Oberhessen am 14. Februar dem Antrag der Staats­anwaltschaft beigetreten, das Verfahren gegen Hummel einzustellen. In dem Beschluß der Strafkammer heißt es, daß der Angeschuldigte mangels Beweises außer Verfolgung zu setzen ist. Die Kosten des Verfahrens trägt die S.aatskasse.

! l Büdingen 6. März. Im Rahmen der Vorträge der heimatkundlichen Ar­beitsgemeinschaft für den Kreis Büdingen sprach dieser Tage Studienasses­sor Dr. Lade, Büdingen, im Saale des Hotels Zum Stern" überDenkmalpflege und Kunstdenkmäler im Kreise Büdin­gen". Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Kreisschulrat <3 ö del, begrüß e die zahlreichen Damen und Herren die aus allen Teilen des Kreises herbeigeeilt waren. Hierauf gedachte der Vortragende zunächst der geschicht'ichen Entwick­lung des De,.k nalschutzgedankens. besold r3 aber der Vorkämpfer des hessischen Denkmalschuhge- setzes, wie Schinkel, Großherzog Ludwig I. und Freiherr v. Diegeleben. Trotzdem seien infolge Geldmangels besonders im 19. Jahrhundert viele wertvolle Denkmäler verlorengegangen. Der

Oer Wert des Volksliedes.

Von K Matthes.

Lieber das Volkslied wurde und wird noch im­mer viel gesagt und geschrieben. Mit dem Be­ginne der Chorgesangsbewegung, wie auch von den großen Vertretern der musikalischen Roman­tik, jener großen Epoche des Bewuhtwerdens eines Ge.ühlssubjektivismus, die heute noch nicht ganz abgeschlossen ist, tou^e auf die große Be­deutung der Volksmusik hingewiesen. Erübrigt es sich da nicht eigentlich, noch Worte über das Volkslied zu verlieren? Rein! Denn es ist subjektive Angelegenheit jedes einzelnen, das Volkslied zu erleben. Lind eben, nur wenn er­lebt und erfühlt, wird es zu einem lebendi­gen Schah, zum geistigen Wertfaktor.

Am besten versteht wohl der Künstler den Wert der Volksmusik: sie ist ihm eine kos nopoli­tische Sprache. Durch sie begreift er die Charak­tere der verschiedensten Volker. Der Musiker, besonders wenn er nicht nur Musiker und ge­lehrt, sondern auch Musikant ist, also naiv nachempfinden und reproduzieren kann, ist der Dolmetscher, der internationale Zauberer, der die tiefsten Wurzeln des primitiven Menfchheits- gefühles in Leben umsehen kann. Der Musikant ist ein Kind, dem neben seiner Fiedel alles an­dere in zweiter und dritter Linie wichtig ist. Er lebt zum großen Teil durch sein Gefühl fürs Allgemeinmenschliche, was sich in der Mu­sik wie in den reinen Künsten spiegelt. Von ihm lernen wir als einfache, die Zivilisation und ileberxinilifct o:i ab" rei ende Erdenme scheu den Geist der Volksmusik verstehen und liebgewinnen. Lind teer diesen Weg ins menschliche Kinderland, da wir noch keine Blasiertheit kennen, findet, wer ein wenig Gefühl für die Zeiten unserer Altvorderen besitzt, es mit einem bißchen Fabu­lierkunst ausbaut, der ist mittendrin im Leben der Volksmusik.

Wir versetzen uns zurück in die Zeiten, da wir noch die alten Märchenbücher recht oft lasen, wir denken daran, wie die Mutter uns die Lieder vor­sang, die wir später, nach zehn bis zwanzig Jah­ren als das Volkslied wiedererkannten, welches eben durch diese so ferne und süß wirkende Per- spck.ive schon diesen unnennbaren Zauber wlrkt, der eben diesem Lieber kommenen anha stet. Wir tun einen Schritt mehr und erinnern uns der alten Geschichten, wo von weitgereisten Herren und Fräulein, von Postwagen, Posthorngeschmet- ter und endlosen, dunkel-geheimnisvollen Wäl­dern, von alten Städten mit engen Gassen, vom Feierabend auf der Bank vor dem Haufe des werktätigen Bürgers, der eigentlichen Pflanzstätte des Volksliedes, ba$ von jungen Mädchen und Burschen in den sinkenden Abend hineingesungen wurde, zu lesen ist: an aTIe diese Situationen einer äußerlich viel anspruchsloseren, aber um so gemütstieferen Zeit erinnern wir uns und sind mittendrin im Blumengarten des Vosts'iedes. Cs gab keine Zeitungen, es gab wenig Bücher, alle Kunde von Menschen zu Menschen verbreitete sich durch das Volkslied, dessen frühe Vorläufer die fahrenden Sänger die alten Muren von Ort zu Ort trugen und der lauschenden Menge zum besten gaben.

Der Text des Volksliedes ist ebenso tief im Volks­leben verwurzelt wie die Melodien: beide sind un­trennbar. Sehen mir zu, wie wundervoll die viel­fach unbekannten Dichter und Komponisten der

Volkslieder charakterisieren und zeichnen: feinster Humor, pachetischer Schmerz und Resignation, un­erschütterliche Zuversicht philosophisch oder religiös gesestiater Menschen, Tragik und Dramatik oft in zwei Zellen unnachahmlich gezeichnet. Sofern wir nur ganz einfach Menschen sind, es sein können, wird uns das Volkslied ein köstlicher, bilderreicher Spiegel des Lebens.

Dies alles sagt uns das Volkslied. Und deshalb lohnt es immerhin der Mühe, allen denen, die als Ausführende oder als Zuhörer mit dem Dolksliede in Berührung kommen, dieses aus dem Volke ge­borene Kunstwerk nahezubringen und ihnen den Weg dahin zu weisen. Denn das Volkslied mit sei­nem tiefen ethischen Gehalte, mit seiner unvergleich­lichen Charakteristik zu fingen, ist kein Leichtes. Der vollkommene Vortrag des Volksliedes geht an mancher technischen Klippe hart vorbei, und es be­darf großer Liebe zur Sache, um nicht zu erlahmen beim guten Werke. Das Volkslied ist außerordent­lich originell. Manche dieser Texte oder Melodien mögen uns heutige Menschen befremden, denn wir gehören eben einer anderen Zeit an, als die, die solches gesetzt und gedichtet haben. Aber überwin­den wir das Befremdliche, wenn es an uns heran­tritt, und versuchen wir, uns hineinzufühlen in die­sen Geist, der uns an früheste Kindheitstage er­innert.

Wie tief sind viele der heutigen Kinder zu be­dauern, besonders die der Großstädte, denen im Hasten des maschinellen Jahrhunderts diese himm­lische Gabe unwiederbringlich verlorenzugehen scheint. Wie herzzerreißend kann es wirken, wenn diese kleinen Unmündigen vor euch dahingchen auf den lärmenden Straßen der Metropole, und haben einen banalen, unflätigen Schlager in ihrem un­schuldigen Munde. Haltet dagegen ein Volkslied von einfacher, erhebender Reinheit und anerkennen wir zugleich von künstlerischer Vollkommenheit, gesungen von großen und kleinen Kindern im däm- mernden Abend, am Sonntagmorgen, oder unter dem Weihnachtsbaum, und entscheidet, wer das bessere Teil erwählt hat.

Einen sehr wesentlichen Faktor in der Volkslied- pflege bildet neben der Schule, die hier eine fehr wichtige Aufgabe zu erfüllen hat, der deutsche Männergesang, der es sich von jeher hat angelegen sein lassen, die unschätzbaren Werte des Volksliedes zu hegen und zu erhalten. Der Deutsche Sänger­bund, die^rvße deutsche Organisation, der i' hr als 15 000 Männergesangoereine mit üb'-" 550 000 singenden Mitgliedern angehören, noch in letzter Zeit seine Vereine zur intensiven Pflege des Volksliedes aufgefordert und beabsichtigt, durch Einführung eines jährlichenDeutschen Liedertags" diesen Gedanken auszubreiten und zu vertiefen. An diesemLiedertage" sollen in ganz Deutsch'and im kleinsten Dorfe wie in der Großstadt öffentliche Platz'onzerte mit Volksliedern stattfinden, um auch den Fernstehenden wieder einen Begriff von der Größe und dem Werte des Volksliedes zu geben.

Seien wir dankbar, daß wir durch das Mittel des Volksliedes einen Anker besitzen, der uns eine Ver­bindung mit etwas Heimatlichem bedeutet Hei­matsgefühl im we testen Sinne und identisch mit dem Kindheitsgefühl, zu dem der Mensch sich so oft in seinen Röten und Schmerzen des harten Alltags flüchtet.

amtliche Denkmalschutz könne unmöglich alle wert­vollen Kulturgüter übersehen, bzw. überwachen.. Es wäre auch falsch, wollte man von gesetzlichen Vorschriften allein alles Heil erwarten. Fach­mann, Liebhaber und Laie müßten in gleicher Weise dem Denkma schutzgedanien dienstbar sein, wenn wir unserer schönen Heimat die wertvollen Güter erhalten wollten. Richt nur in den Städten, auch in den kleinsten Dörfern sei Denkmalpflege möglich und nötig. Besondere Beachtung ver­diene vor allen Dingen die Pslege heimatlicher Bauweise und heimischer Volkskunst. Auch bei kleinsten Aenderungen im Ortsbild müsse man sich die Frage vorlegen, ob nicht hierdurch gegen den Denkmalschuhges anlen verstoßen werde. Minde­stens ebenso wichtig fei die Gestaltung der Fried­höfe, der Grab- und Kriegerdenkmäler. Fremde und ungeeignete Materialien könnten hier Miß­stimmungen schaffen, die das Gesamtbild stören. Baumpf.anzungen und geeignete Ein rledlgungen gehörten unbedingt zu einem Friedhose. Der Red­ner zeigte sodann an Hand einer großen Anzahl schöner Lichtbilder, vielfach in belehrendem Bei­spiel und Gegenbeispiel, wie man selbst auf den kleinsten Ortschaften praktische Denkma'pflege trei­ben kann. Im ersten Abschnitte wurden Denk­mäler und ihre Beziehungen zur Umgebung be­handelt. An Hand wohlgelungener Ausnahmen der Kirchen zu Wolferborn und Hain-Gründau, des Schlosses zu Büdingen, des Mühltores zu Büdingen, Partien aus Lindheim und Bisses, konnte Dr. Lade zeigen, daß selbst geringfügige Verstöße gegen Naturschutz und heimische Bau­weise zu empfindlichen Störungen im Land­schafts- und Architekturbild führen können. A s stark gefährdete Denkmä'er wurden Ronneburg, Herrnhgag, Portal der Kirche zu Ortenberg. Altarwerk Engeltal und Schn'hwerke zu Geis- Ridda und Gettenau vorgeführt. Erfreulicher­weise seien jedoch auf der Ronneburg die Dach­schäden ausgebessert worden. Durch die staatliche Baubehörde wurden ebenfalls mehrere beachtliche Kirchenwiederherstellungen oorrenommen. Tie Kirchen zu Hihk.rchen, Konradsdorf, Ober-Wid­dersheim, Ridda, Dudelsjeim u. a. wurden er­wähnt. resv. im Bilde vorgesührt. Auch eine ganze Reihe sehr schöner alter Friedhöfe seien im Kreise Büdingen erhalten. LI. a. wurden die Hünengräber bei Ranstadt, die Friedhöfe Aulen- diebach i nd Dudenrod besonderem Schuhe empfoh­len. Musterhafte An'agen seien auch die Fried­höfe zu Büdingen (alter Teil), Lindheim und Geis-Nidda. Außerdem zeigte der Redner eine stattliche Reihe prachtvoller alter Grabdenkmäler aus dem Kreise Büdingen, für deren Erhaltung man sich ebenfalls einseyen müsse. Zum Kapitel Kriegerdenkmäler" wurden gute und schlechte Beispiele gezeigt. Hierbei dürfe die zeitgemäße Form nicht so übertrieben werden, daß vgl. Herrnhaag die Verwitterung beschleunigt wird. Von den sehr bemerkenswerten, in sauberen Bil­dern dargestellten Denkm^'orn. seien nur gerannt: Ober-Widdevheim, Obcrn-Mockstadt, Rieder-Mock­stadts Hain-Gründau und Düdelsheim. Alte Zim­mertüren. Altardecken. Altargeräte. VortragS- kreuze, alte Bauernmöbel u. a. m.. feien bei iin- achtsamkeit oft gefährdet. Besonders müsse in dieser Hinsicht vor gewissenlosen Händlern ge­warnt werden. Auch über diese Denkmäler sprach

Dr. Lade eingehend an Hand von sehr treffen­den Lichtbildern. Zum Schlüsse ging der Redner noch k rz auf gewisse Verschandelungen von Kunst- denkrnälern ein und führte Bilder aus Büdingen, Ortenberg und Geis-Ridda a.s abschreckende Bei­spiele vor. Kreisschulrat G ö ck e l sprach dem Vortragenden im Anschluß an den reichen und wohlverdienten Beifall herzliche Worte des Dan­kes für die wertvolle Aufklärung im Sinne des Heimatschuhgedar.krns aus. Eine ksrze Aussprache förderte noch Anregungen zutage, worauf der Vorsitzende die Versammlung schließen bnnte.

Ridda, 7. März. Gestern wurde hier Schuhmachermeister Ludw.g Keller unter gro­ßer Beteiligung zu Grabe getragen. Er war einer von den wenigen noch lebenden Veteranen von 1870/71 in unserer Stadt. Er starb im 80. Lebensjahre. Lieber 58 Jahre gehörte er dem hiesigen Kriegerverein an. Vor zwei Jahren konnte er in voller Rüstigkeit mit seiner hinter­lassenen Gattin die goldene Hochzeit feiern.

Kohden, 7. März. Einen sehr schwe­ren Unfall erlitt gestern nachmittag der etwa 24 Jahre alte landwirtschaftliche Arbeiter Ernst Kröll aus Rodhcim a. d. Horloff. Der junge Mann steht bei der Witwe des Landwirts Lud­wig Kaiser hier in Diensten und war beauftragt worden, für einen Nachbar im Walde eine Fuhre Scheitholz zu holen. Auf dem Heimweg zwischen R a n st a d t und Nidda kam Der schwer be­laßene Wagen auf der vereisten Straße ins Rutschen und fiel um. Dabei wurde der auf dem Wagen fitzende Kröll leider mit solcher Gewalt auf einen Haufen Steine ge­schleudert, Daß er bewußtlos aufgehoben und mittels eines gerade vorbeikommenden Privat­autos hierher in das Haus feiner Arbeitgeberin gebracht werden mußte. Der Ar t stellte schwere Kopfverletzung und Gehirnerschütte­rung fest. Wahrscheinlich hat der bedauerns­werte Verunglückte auch noch sonstige Schäden davongetragen

Kreis Schotten.

* Spotten, 7. März. Der zu Ende gehende außerordentlich strenge Winter hat wiederum bestätigt, daß anhaltende grimmige Kälte <&er Bienenzucht weniger Schaden zufügt als^ein Winter mit öfteren plötzlichen Witterungsum­schlägen. Wie in den letzten Tagen festzustellen war, haben die Bienenvölker tadellos überwintert, Futterverbrauch und Totenfall sind sehr gering. Einem Vogelsberger Imker passtcrtc folgende unglaublich klingende Ge­schichte: Beim Einwintern der Bienen im Herbst wurde er vom Bienenstand abgerufen und vergaß eine Deute durch Matte, Fenster und Türe zu verwahren. Da der Bienenzüchter den ganzen Winter über nicht ins Innere seines Dienen- Hauses kam. war das unverwahrte Volk wochen­lang der großen Kälte ausgesetzt. Trotzdem lebt es und hat außer starkem Totenfali und geringen Spuren von Ruhr keinerlei Schaden genommen. Es wird, wenn auch geschwächt, ins Frühjahr kommen und ist ein schlagender Beweis für die Widerstandsfähigkeit der Diene gegen noch fo große Kälte, wenn ein geschlossener Futtervorrat zur Verfügung steht.

* _ 21 ii6 dem oberen Niddatale, 7. März. Da während der nun zu Ende gehenden

Frostperiode die Einfuhr von Ferkeln völlig unterbunden und das einheimische Angebot ganz gering war, sind die Ferkelpreise in letzter Zeit außerordentlich in die Höhe ge­gangen. Für acht Wochen alte Tiere werden 30 bis 32 Mark bezahlt. Der Deginn milderen Wetters dürfte die Nachfrage nach Ferkeln ge­waltig steigern, da die Notwendigkeit, vom Froste beschädigte Kartoffeln rasch zu verfüttern, zu frühem Anlaufe von Ferkeln drängt. Da nunmehr die Händler wieder Ferkeltransporte zum Der»

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5 Kstisie 32 Pleußifch-Silddeii^che l 25b. Prcuß ) SUdflen Votierte Ohne Gewähr Nachdruck Dtrbotcn

Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden ______________Abteilungen 1 und II

23. Xiedungslag 6. Marz 1929

In der Bolmittagsziedung wurden Gewinne über 15u M. gezogen

4 ®rt>inne fu 6000 <M 2511928 369064

4 »etmnnt <» 30n0 <DL 198255 278'268

14 Sritrnnt .<> 2ÜC-0 TI. 107,".'S 114529 117481 176587 186718 188288 246491

28 «ttnii »» 1000 TL 47480 65049 82826 105057

161955 188152 192678 195640 261785 339248 342216 341934 378376 381499

106 »etninnt »u 500 TL 2042 1 1833 17986 22376 30970 40168 40172 45908 473'25 61316 69551

83975 87790 98277 110743 12'2'265 IV 3? 84 132365 146292 153372 155172 176535 179210 181)664

182811 183187 187979 191146 201912 205360

209481 230523 238187 250183 254 110 26 i 201

266167 276610 279202 280750 295696 318642

327630 328643 330086 33o<'27 337917 353521

358099 36I9U0 362200 365764 397757

182 iSetonine au 300 TI 40.33 6776 133b9 23352

23658 26384 27162 39037 .39195 39573 41372

45718 46833 49856 55960 58010 6^12 61987

63424 63926 69972 71426 77602 65234 91288

99342 113486 131853 155831 181235 205175

227106 239942 2765.38 318454 357089

101119 102068 114281 I15942

1.36076 137826

155916 166713

188236 190865

210632 220769

227344 230109

240484 259667

278646 287371

321523 340800

36i298 364613

109932 119olI 117405 125190

142166 1443-3 170510 175206 197158 199695 222836 226324 233704 23-987 262854 265750 304369 314504 341215 353621 365618 376132

12704 126296 155011 175546 201103 222733 211158 276272 30733 3M428 377767

In der Nochmittaasziedung wurden Gewinne über I5u M gezogen

2 Oetolnnt iu 5000 TI. 22750

m «etonin» IU 3000 TL 161946 175843 303289 317668 383197

18 Sewmn, <u 2000 TL 18185 46571 183679

188'514 2 4 31367 2 9164 7 296568 323992 351298

28 ötemr# .a 1000 TL 41211 67'281 112646

126381 129809 171908 217679 260989 278587 295980 337876 342510 369245 37'2935

68 ®#m;i ne jni 500 T< 4296 16l8u 36192 45217

74225 75729 8^'802 81719 92663

186 »eh.mne au 300 TL 1779 3048

4112 5092 5708

143442

65382 103877 139836 214915 321424

132006 223516 290309 399859

61631 110826 173721 2067.16 344551

117191

214136

282787

369300

130168 131164 175291

197820 221747 219500 258861

276440 308765 337800 37988b 399669

112639 183973 266864 348.175

137067 163955 181296 I99692 227720 257116 261474 294899 3'20624 35HHib 39344?

141982 16'021 1856.19 204928 2'284 42 258)61 262161 301611 330'296 384120 394742

147970 162752 187508 216>o0 228718 2586.39 262687 3'145-9 3'10189 37 1067 395107

132781 164776 176'234 198132 2'25979 25 1026 260.04 293196 31'128'

34 1276 388234

136802

22 IMS 318853

9053 11604 16693 20765 22079 29087 3'5?7 35302 47070 5<477 63487 70192 73"36 8»,541

97033 98'246 1019"2 10.1974 1143'22 116160 12*o50

16705C 197186 2।5299 24.3000 253791 204989 30 7.142 33)900 371794 396768

Im Gewinnende verbliebene 2 Prämien zu 500000 2 Gewinne zn Suoou, 2 zu 25000, 16 ui 10000, 34 \\i 5000, 68 zu 3uoo, 154 zu 2üü0, 35ö zu 1000, 938 zu 500, 2514 zu ZOO Mk.

Gewinnauszug

5. Klasse 32. Preiißifch-Lilddeu'sche (25b. Preuß.) Klasien-Lolierie

Ohne Gewähr Flachdruck verboten

Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II

24. Ziehungsiag 7 März 1929

In der Bvlmittagsziebung wurden Gewinne über 150 5)1 gezogen

2 ®«tofnn» au 6000 M 365410

6 Cftpinn* au 3U00 M 213396 266177 281114

12 ®eir.inn» >n 2000 M 41356 84307 150815

160895 326339 365467

26 ©etrnnn» .u 1000 QH 7961 92544 124384 159339 280618 294006 314808 335496 338443 34'526 353819 377010 386406

86 «tto'nnt mu 600 HL 5990 13988 22420 24916

39525 44139 49175 49201 49387 54969 83927 39152 91241 10'122 110073 111328 125684 133351 135543 149688 159482 181167 192'231 211428

224368 23°832 25 1361 255589 267742 27'2933

279394 280683 28',.'31 293477 310636 316917

3'21351 347089 353248 359213 384782 388508

395902

250 (»etoinne mu 300 <w 3868 4700 9127 9335 9984 10650 11211 12351 12376 15956 16962 17926

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145272 150928 151503 151621 159169 159842

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9n der Nochmittagsziedung wurden Gewinne über 150 M gezogen

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I26820 170623 219086 251604 336596 341647

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235017 32'067 345553 350939 364233 369167

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103370 I20343 152944 162696 217887 255783 291751 307390 328191 142381 158892 387480

138169 166371 171161 227229 257434

293030 316062 3286'28 3457.36 363798

392143

'18458 147331 '59078 208364 235898 269627 295054 321130 335364 3177'5 366893

III767 '42708 1572.30 182304 234947 257990 293450 319187 330135 346X90 364909

100284 1184 70 148560 159'64 210737 23R«O1 270999 30*749 324288 337453 355946 36696'

10'9 TA 12028- 16268 16:9-.

21769 25330' 2719! 3-1578 32578' 34190- 3584 J 373538

186 au 300 I45l 6431 12503 1506 19740 22912 26554 37251 39139 47733 51264 55651 66738 61515 62031 63691 67822 7216- 73190 79148 79260 88985 90017 ------ | |1458 ------

Fw (Äeinliiiirube nerblteben 2 Prämien zu 500000 2 Gewinne zu SlxtK» 2 zu 25000 >6 ,n U'OOO, 30 ;|U 5900. 55 ui 3'MMI. i 12 zu 2000. JiÜ zu 1000, J88 zu 500, 2u7b zu 3uo ML.