Ausgabe 
7.9.1929
 
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Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 7. September 1929.

Oer Neubau

Handels- und (Sewerbebank.

Mit den AuLfchachtungsarbeiten für den Neu­bau der Handels - und Gewerbebank auf dem früheren Zurbuchschen Anwesen in der Goethestrahe 7 soll am kommenden Montag be­gonnen werden. Nachdem die jetzigen Räume der Bank in der Ostanlage schon lange nicht mehr dem stark vergrößerten Betrieb genügten, wurde im vorigen Zahr das obengenannte Grund­stück zwecks Errichtung eines Neubaues erworben.

Das geplante Bauwerk hat eine Straßen­front von etwa 28 Meter, im Erd­geschoß eine Tiefe von 15 Meter, während die oberen Stockwerke an der Hofseite noch 3 Meter einrücken, so daß eine Liefe von 12 Meter bleibt. Auf beiden Seiten des Baues ist je eine Einfahrt vorgesehen, so daß das Gebäude voll­ständig frei steht. Der Eingang zur Bank be­findet sich auf der nach der Südanlage zu ge­richteten Ecke. Hier ist eine offene Vor­halle geplant, von der man durch einen Wind­fang in den zentral gelegenen Bank- raum eintritt, der die Mitte des Hauses von der Straße bis zur Hoffront einnimmt. Der Naum für das Publikum mit den Schaltertischen liegt an der Straßenseite, hinter diesem die Bankräume, die durch ein Oberlicht und Fenster ihr Licht von der Hofseite erhalten. Anschließend an den Naum für das Publikum ist ein Sprech­zimmer, das in direkter Verbindung mit dem Direktorzimmer steht, ferner eine Telephon­zelle und ein Loiletteraum mit Wasckrnelegen- heit angeordnet. Der Naum für Bureaumaschinen ist getrennt vom Bankraum gelegen, um die Ge­räusche von den Arbeitsräumen fernzuhalten. Zwei Treppenhäuser liegen je in der Mitte der Seitenfronten. Das rechtsseitige vermittelt den Verkehr zu den im er st en Obergeschoß untergebrachten Näumen des Gewerbever­eins und der Geschäftsstelle der Handwerks­kammer, sowie zu der darüber liegenden Direktorwohnung und den zu dieser gehörigen Näumen im dritten Obergeschoß. Auf der linken Seite befindet sich die Treppe für eine imzwei - ten Obergeschoß liegende Vierzimmerwoh­nung, sowie für die im dritten Oberge­schoß untergebrachte Hausmeisterwohnung, Trockenboden usw. Die Räume im ersten Ober­geschoß bestehen aus Versammlungssaal, Sitzungszimmer, Dorstandszimmer, Bureau und Aktenzimmer für den Gewerbeverein, sowie Warteraum, Bureau und Arbeitszimmer für den Syndikus der Geschäftsstelle der Handwerks­kammer. Das Kellergeschoß enthält die Tresorräume, die durch eine Treppe direkt vom Bankraum aus zugänglich sind, mit Archiv, ilm- kleideräume der Beamten, Keller und Wasch­küche für die Wohnungen, sowie Heiz- uni) Kvksraum.

Im äußeren erscheint das Gebäude als ein rechteckiger, geschlossener Baublock mit ruhigen wirkungsvollen Umrißlinien, der durch das Zurücksetzen des dritten Obergeschosses hinter die Mauerfluchten der unteren Geschossen und durch die flach geneigte Abdeckung des Rücksprunges sowohl wie des Daches interessant gestaltet wird und hierbei in glücklicher Weise einen modernen Baugedanken mit praktischer Auswirkung der Raum­bedürfnisse verbindet. Sämtliche Decken, Stützen und Träger werden in Eisenbeton, die Wände aus Ringofensteinen hergestellt, die Dächer mit Kupfer­blech abgcdeckt. Die Erdgeschoßwände erhalten eine Verkleidung aus Muschelkalk, die darin liegenden Fenster geschmiedete Ziergitter. Die oberen Ge­schosse werden verputzt, und es wird besondere Sorgfalt bei Ausbildung des kräftigen Hauptgesim­ses verwendet.

Für das Straßenbild verschwindet durch diesen Neubau ein seither wenig erfreulicher Zu­stand. Der Neubau wird sich dem Bau der Com­merz- und Privatbank würdig zur Seite stellen und die jetzt bestehende Lücke in der verkehrsreichen Goethestraße in wirkungsvoller Weise schließen.

Man hofft, bei günstiger Witterung, den Roh­bau noch in diesem Jahre hoch und unter Dach bringen zu können. Die Pläne stammen von dem Architekten, Ernst Schmidt in Gießen, dessen Entwürfe bei dem seinerzeit unter Gießenern Archi­tekten stattgefundenen Wettbewerb an erster Stelle bewertet wurden und dem auch die Bauleitung übertragen worden ist.

Gießener Wocheumarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Käse 10 Stück 63 bis 1,40; Butter Pfund 2.00 bis 2.10; Matte 33 bis 35; Wirsing 20 bis 25; Weißkraut 15 bis 20; Notkraut 23 bis 25; c<5e Rüben 10 bis 15; rote Rüben 10 bis 15; Ss inal

20 bis 30; Nömischkohl 10 bis 15; Dohnen grüne und gelbe 25 bis 35; Erbsen 30 bis 35; Tomaten 20 bis 25; Zwiebeln 10 bis 20; Kürbis 5 bis 8; Pilze 40 bis 45; Kartoffeln 5*/2 bis 6, Frühäpfel 15 bis 25; Falläpfel 4 bis 5; Dirnen 10 bis 33; Preiselbeeren 45 bis 55; Pfirsiche 45 bis 55; Brombeeren 65 bis 70; Zwetschen 15 bis 25; Mirabellen 20 bis 25; Reineclauden 20 bis 25; junge Hähne 1,20 bis 1,30; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Tauben Stück 70 bis 90; Eier 15; Blumenkohl 30 bis 80; Salat 15 bis 20; Salat­gurken 10 bis 25; Einmachgurken 2 bis 4; En­divien 10 bis 20; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 15; Radieschen Bund 10 bis 15; Kartoffeln Zentner 4,50 bis 5,00.

Bornotizen.

Tageskalender f ü r Samstag. Bunter Abend lveranstaltet von der Firma Hausrat) im Caf6 Leib. Erste Reichskurz- schrift-GesellschaftGabelsberger" und Damen- abteilung e. D.: Dereinsabend, 20.30 Uhr, in derStadt Lich". G. D. A.: Monatsversamm­lung und Lichtbildervortrag, 20.30 Ähr, auf der Dergschenke". GesangvereinHeiterkeit": Kommers zur Feier des 51. Stiftungsfestes, Schipkapah", 20.30 Ähr. Gießener Ruder­gesellschaftHassia": Mitgliederversammlung im Bootshaus, 20.30 Ähr. Marineverein Gießen e. 03.: Monatsversammlung, 20.30 Ähr, im Ver- einSlokal. Artilleristen-Derein: Monatsver­sammlung im Dereinslokal. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Der rote Kreis". Astoria- Lichtspiele:Männer ohne Beruf".

Tageskalender für Sonntag. Lukasgemeinde: Familientag im Saale derLie- bigshöhe", 15 Ähr. Israelitische Religions­gemeinschaft: Gedenkfeier anläßlich des 200. Ge­burtstages Moses Mendelssohns, 10.30 Ähr in der Synagoge. Flugtag, Schau- und Rund­flüge, nachmittags. Gießener Redergesellschaft Hassia": Abrudern, 16 Ähr. Lichtspielhäuser: Programm wie Samstag.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Im vorigen Herbst war die Urauf­führung von Marcel Pagnols KomödieDas große ABC" in München ein großer Theatererfolg mit Max Pallenberg in der Hauptrolle. Auch in Berlin im Renaissance-Theater bei Hartung wurde die Auf­führung ein großer Publikumserfolg. Ebenso positiv spricht sich die Presse über die Aufführungen in Ham- bürg, Frankfurt a. M., Leipzig, Breslau, Düsseldorf, Hannover, Stuttgart, Wiesbaden, Mannheim u. a. aus.

Der Volkstanzkreis Gießener Ilugendbünde weist im heutigen Anzeigen­teil aus den Plan seiner Wintertätigkeit hin. Nach bereits vier mit gutem Erfolg durchge­führten Lehrgängen von alten und neuen Volks­tänzen ist für kommenden Winter, unabhängig von den Tanzabenden, die 'Durchführung von überbündischen, im Sinne der neueren Sing­bewegung (Musikantengilde Prof. 3 ö b e und Finkensteiner Bund Walter Hensel, aufgebau­ten Singabenden vorgesehen.

Der Gewerkschaftsbund der An­gestellten (G D A.) veranstaltet am Donners­tag, 12. September, im Caf6 Leib eine öffentliche Kundgebung. Stadtverordneter G e ß n e r (Fsm.), seit Jahren führender Vertrauensmann der Ange­stelltenoersicherung, spricht aus seinen reichen Er­fahrungen heraus über die Leistungen, die neuen Denkschriften und den Ausbau der Angestellten­versicherung. Man beachte die heutige Anzeige.

** Hessischer Glückwunsch f ü r Ver- lagsbuchhändlerRoth. Das hessische Kul­tusministerium hat an den Derlagsbuchhändler Otto Roth, hier, folgendes Schreiben gesandt: Zu Ihrem 80. Geburtstag sendet 3hnen das Ministerium für Kultus- und Bildungswesen, insbesondere auch der Herr Staatspräsident Adelung, feine herzlichsten Glückwünsche. 3hr OZerlag, dem Sie viele, Dezennien Vorständen, ist mit dem hessischen Schulwesen eng verknüpft. Sie haben der Schule wertvolle Dienste geleistet, und ich weiß, daß Sie sich auch der neuen Schule des Dolksstaates nicht versagen. 3ch wünsche Ihnen noch ein langes Wirken und Ihrem OZerlag dauernde Blüte. Mit ausgezeich­neter Hochachtung Ä r st a d t, Ministerial­direktor."

* Schulpersonalien. Ernannt wurden: Lehrer Hermann Roth zu Wettsaasen, Kreis Alsfeld, zum Lehrer an der Volksschule zu Offenbach; die Lehrer 3ohannes 3mmel zu Homberg, Kreis Alsfeld, Ernst P l o ch zu Lol­lar, und Richard Schönheit zu Älfa, Kreis Schotten, zu Lehrern an der Volksschule zu Gießen, sämtlich mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an.

* * Der Schreiner st reit, der zehn Wochen lang im hiesigen Schreinergewerbe im Gange war, ist jetzt beendet worden. Bei dem Streik handelte

es sich zunächst um die Entlohnung der Gesellen, wobei schließlich zwischen den beiden Parteien ein Ucbereinkommen dahin getroffen wurde, daß die Gesellen aus der vierten Lohnklasse in die dritte versetzt werden und die endgültige Einstufung am 1. Juni nächsten Jahres erfolgt. Hinsichtlich des wei­teren Streitpunktes, der die tarifliche Entlohnung der Lehrlinge betraf, wurde vom Schlichtungsaus­schuß Gießen ein Schiedsspruch gefällt, der von dem Schlichter für Hessen als verbindlich erklärt wurde; danach werden die Lehrlinge in den Reichsmantel- tarifvertrag eingegliedert. Von den Streikenden ist bisher ein Teil wieder in Arbeit eingestellt worden.

Die Haussammlung des Volks­bundes Deutsche Kriegsgräberfür- sorge, Ortsgruppe Gießen, zur Erlangung von Geldmitteln für die Schmückung unserer Kriegergräber im Auslande an Allerseelen, To­tensonntag und Weihnachten sei heute erneut der regen Änterstühung durch unsere Mitbürger empfohlen. Jeder Beitrag zu diesem Liebes­werk für unsere gefallenen Brüder ist will­kommen!

" Ein öffentlicher Impftermin fin­det am Mittwoch, 11. September, in der Turn­halle der Goctheschule in der Westanlage statt. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung der Stadtverwaltung ersichtlich.

* * Die Museen sind am morgigen Sonntag von 11 bis 13 Uhr geöffnet.

* * Schau- und Rundflüge finden mor­gen vom hiesigen Flughafen aus statt. Näheres in der heutigen Anzeige.

'* Freie Lehrer stelle imKreife Gie­ßen. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in E t - tingshausen, Kreis Gießen. Dienstwohnung wird demnächst frei.

* Streichkonzert unserer Mili­tärkapelle. Das Musikkorps unseres 03a- taillons veranstaltete unter der Leitung des Ober­musikmeisters Löber am Donnerstagabend auf der Liebigshöhe wieder einen Konzertabend, bei dem diesmal die Streichmusik das besondere Merkmal der Darbietungen war. Mit der an­genehmen Wiedergabe von Kompositionen von Mozart, C. M. von Weber, P. Dierig, R. Clä­rens, E. Bach, W. Löber, A. Schreiner, K. Köhler und P. Möller bereitete die Kapelle den zahl­reichen Besuchern recht genußreiche Stunden. Der starke Beifall, den die musizierfreudige Mu­sikerschar unter der schneidigen Stabführung ihres Obermusikmeisters erntete, gab ihr Anlaß, die Zuhörer noch mit zahlreichen Einlagen zu er­freuen.

Handgewebe-Ausstellung. Die Handweberei der Werkgemeinschaft des Bundes Deutscher 3ugendvereine, die auf Schloß Wester­burg im Westerwald ihren Sih hat, zeigt bis ein­schließlich kommenden Dienstag im oberen Saale der Herberge, Hinter der Westanlage 11, eine Ausstellung handgewebter Erzeugnisse für Klei­dung und Raumschmuck. 3n übersichtlicher Grup­pierung sieht man in dem Saale eine stattliche Fülle von Arbeitsprodukten aus der Weber­werkstatt dieses Unternehmend, das bei seinen Arbeiten gute Handwerkskunst mit den Bestre­bungen neuzeitlichen Kunstgewerblertums zu ver­einigen bemüht ist. Änsere Frauenwelt wird einen Besuch dieser interessanten Schau nicht zu bereuen haben, denn die Vielseitigkeit der dort gezeigten Erzeugnisse und die Art der Ver­arbeitung macht einen Rundgang durch die Aus­stellung lohnend.

Tagung der hessischen Turn­lehrer. Der Hessische Lehrerturnverein hält seine diesjährige Hauptversammlung am 21. Sep­tember in Nidda ab. Bei dieser Gelegenheit wird neuzeitliches Schulturnen mit Klassen der Volks- und höheren Schulen von Nidda und Umgebung gezeigt. Auch für Nichtmitglieder sind die Vorführungen zugänglich.

Preußen.

Kreis.Wetzlar.

c»Launsbach,5. Sept. Die bisherige Kran­kenpflegerin unserer Gemeinde, Frau Pfeif­fer, hat ihren Dien st niedergelegt. Die Ge­meinde wird in der Person der in der Krankenpflege anderorts bisher tätig gewesenen Schwester M a - rianne Rupp eine neue traft einstellen.

Kreis Biedenkopf.

y Hartenrod, 4. Sept. Am vergangenen Sonntagnachmittag fanden aus dem Günteroder Sportplatz die diesjährigen Reichsschüler­wettkämpfe der Schulkinder des Lehrerver­einsObergericht" statt. Es beteiligten sich dar­an folgende Schulen: Hartenrod, Schlierbach, Dernbach, Wommelshausen, Endbach, Günterod, Ober- und Niederweidbach, Bischoffen, Roßbach und Wilsbach mit annähernd 330 Kindern vom 5. bis 8. Schuljahr. Eltern, Angehörige und Freunde der Schüler ließen sich durch die fast

tropische Hitze nicht abhalten, dem sportlichen Leben und Treiben der Jugend beizuwohnen. Der schön am Waldrand gelegene Sportplatz war angefüllt von Buben und Mädchen, die zunächst ihre Leistungen in den Einzelwettkämpfen zeigten. Ollochte die große Hitze vielleicht hier und da die sonstigen Höchstleistungen etwas drücken, so wurden doch recht schöne Resultate erzielt; konn­ten doch von 281 Wettkämpfern 220 mit Preisen bedacht werden. Nach einem eigens für die Schüler des Kreises Biedenkopf von Haupt­lehrer Zitzer, Dattenberg, komponierten Mas­senchorMein Hinterland", der unter der be­währten Leitung des Hauptlehrers K l a g e s. Endbach, recht gut von den Kindern zu Gehör gebracht wurde, hielt Lehrer Schulte, Wom­melshausen, eine der Bedeutung des Tages an­gepaßte Rede an jung und alt, indem er, vom Derfafsungstage ausgehend, seinen OBorten das Grundmotiv gab: Nur ein Mensch mit gesundem Körper und gesundem Geist kann die Pflichten eines rechten Staatsbürgers erfüllen. Darauf folgten Massenfreiübungen, die durch ihre Exakt­heit Zeugnis von viel Mühe und Fleiß ablegten. Zum Schlüsse wurden noch vier Stafetten ge­laufen, welche, wie stets, das lebhafteste Inter­esse hervorriefen. Die vier Wanderpreise fielen an folgende Schulen: Knaben, 7. und 8. Schuljahr: Schule Schlierbach. 5. und 6. Schuljahr: Schule Günterod. Mädchen, 7. und 8. Schuljahr: Schule Günterod; 5. und 6. Schul­jahr: Schule Endbach. Die Siegerverkün­digung am Schlüsse der gut verlaufenen Wett­kämpfe brachte folgende drei ersten Resultate: Knaben, 7. und 8.Schuljahr. Dierkampf: 100- Meter-Lauf, Dreisprung, Hochsprung, Kugelsto­ßen (53 Teilnehmer, 28 Sieger): 1. Robert Debus, Hartenrod, 92 P.; 2. Ewald Rink, Günterod, 88 P.; 3. Ernst Müller, Hartenrod, 74 P. Kna­ben, 5. und 6. Schuljcchr. Dreikampf: 75-Meter- Lauf, Weitsprung, Ballweitwurf (81 Teilnehmer, 78 Sieger). 1. Walter Rink, Hartenrod, 88 P.; 2. Otto Bamberger, Hartenrod, 87 P.; 3. Walter Schreiner, Hartenrod, 77 P. Mädchen, 7. und 8. Schuljahr. Dreikampf: wie oben (71 Teilnehme­rinnen, 55 Siegerinnen). 1. Erna Diebel, Günte­rod, 73 P.; 2. Johanna Premer, Günterod, 70 P.; 3. Hermine Pfeifer, Hartenrod, 69 P. Mädchen, 5. und 6. Schuljahr. Dreikampf, wie oben (76 Teilnehmerinnen, 59 Siegerinnen). 1. Elli Müller, Wommelshausen, 72 P.; 2. Martha Seitz, Hartenrod, 70 P.; 3. Lina Plaum, Harten­rod, 67 P.

Strafkammer Gießen.

* Gießen, 3. Sept. Im Herbst 1927 wollte ein Elektromonteur aus dem Vogelsberg bei einer Frank­furter Firma einen Lastkraftwagen kaufen. Da er die Anzahlungssumme von 8000 Mk. nicht besaß, führte der als Vermittler bei dem Kauf tätige Autoschlosser für ihre Verhandlungen mit einer Finanzierungs- gesellschaft, die dann auch zur leihweisen lieber- lassung der genannten Summe gegen entsprechende Sicherstellung bereit war. Die Gesellschaft schickte nach kurzer Zeit dem Autoschlosser einen Scheck über diesen Betrag, der vereinbarungsgemäß nur als Anzahlung für das Auto verwandt werden sollte. Der Autoschlosser gab den Scheck an seine Bank weiter und ließ den Betrag seinem Konto gut- schreiben. In den nächsten zwei Wochen hob er das Geld ab, ohne damit die Anzahlung auf den Kraft­wagen zu leisten. Das Schöffengericht hatte bett Autoschlosser wegen Unterschlagung zu sechs Mo­naten Gefängnis verurteilt. Nach umfang­reicher Beweisaufnahme kam die Strafkammer heute zu einer Aussetzung des Verfahrens; es sollen noch weitere Ermittlungen, insbesondere über die dama­lige finanzielle Lage des Autoschlossers, angestellt werden.

Ein Buchhalter war von dem Schöffengericht wegen Unterschlagung von Geschästsgeldern unb Fälschung der Geschäftsbücher zu sieben Mo­naten Gefängnis verurteilt worden. Er nahm seine Berufung vor Eintritt in die Verhandlung zurück.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

S. h. Sie können Ihre Blumen auf dem Balkon zu jeder Zeit begießen. Irgendwelche polizeiliche Zeitbestimmung besteht hierfür nicht. Sie müssen aber darauf achten, daß bei dem Begießen der Blu­men die Straßenpassanten nicht belästigt werden, da Sie sonst auf Anzeige hin eine polizeiliche Straf­verfügung zu gewärtigen haben.

6. ID. in ft. Die Gießener Bücherhalle ist wie folgt geöffnet: Mittwochs von 7 dis 9 Uhr nachmittags; Samstags von 6 bis 9 Uhr nachmittags. Bücher kann dort jedermann erhalten, lieber die Leihgebühr erfahren Sie Näheres an Ort und Stelle.

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Gestern abend ist nach kurzer Krankheit unsere liebe

Käthe

im 18. Lebensjahr sanft entschlafen.

In tiefer Trauer:

Familie Gg Müller und Angehörige.

Gießen (Scbützenstraße 5), den 7. September 1929.

Die Beerdigung findet Montag, den 9. September, nachmittags 2 Uhr, aut dem Neuen Friedhot statt

Gießen, den 7. September 1929.

i5/O7

Heinrich Reining, Postassistenti. B.

Danksagung.

Für die überaus herzliche Teilnahme, die zahlreichen Blumenspenden sowie die trost­reichen Worte des Herrn Plärrers bei dem Heimgang unserer lieben Mutter sagen wir innigsten Dank.

Im Namen aller Hinterbliebenen:

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